[0001] Die Erfindung betrifft eine an einem Kampffahrzeug angeordnete Wurfanlage für Nebelkerzen,
Sprengkörper und dergleichen (z.B. IR-Nebel, Softkill und Flares) mit mindestens einem
an der Außenseite des Fahrzeugs mittels einer Halterung angeordneten Becherträgerblock,
in den unter einem vorgegebenen, die Elevation der Wurfanlage bestimmenden Winkel
zur Bodenfläche des Becherträgerblocks mindestens ein Wurfbecher eingesetzt ist, aus
dem Wurfkörper mittels einer Treibladung abschießbar sind.
[0002] Derartige Wurfanlagen sind an sich bekannt und Wurfbecher für solche Wurfanlagen
sind beispielsweise in DE 24 20 862 A1, DE 37 06 213 A1 und AT 330 030 beschrieben.
[0003] Bei mit diesen bekannten Wurfbechern aufgebauten Wurfanlagen sind die Wurfbecher
einzeln oder innerhalb einer festen Halterung zu mehreren starr am Fahrzeug befestigt.
Bei Wurfanlagen mit mehreren Bechern sind diese unter vorgegebenen festen Winkeln
in Azimut gegeneinander ausgerichtet, so daß zwar Wurfkörper aus den verschiedenen
Bechern fächerförmig abgeschossen werden können, aber eine Änderung der Richtung,
in der dieser Fächer abgeschossen wird, nur durch eine entsprechende Drehung des Kampffahrzeugs
bzw. des Kampffahrzeugturms möglich ist.
[0004] Es ist weiterhin eine Wurfanlage bekannt, bei der mehrere Wurfbecher parallel zueinander
fest in einer rahmenartigen Halterung angeordnet sind, die als Ganzes in Azimut verschwenkbar
am Fahrzeug angeordnet ist. Bei dieser Wurfanlage ist ein fächerförmiger Abschuß nur
möglich, indem die Wurfkörper in zeitlichen Abständen abgeschossen werden und zwischen
den einzelnen Abschußvorgängen die Gesamthalterung der Wurfbecher in Azimut verschwenkt
wird. Dies bringt taktische Nachteile mit sich. Weiterhin ist diese bekannte Anlage
konstruktiv relativ groß aufgebaut und schwer in die Silhouette des Kampffahrzeugs
integrierbar.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wurfanlage mit den eingangs und im
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen so auszugestalten, daß die
einzelnen Wurfbecher derart ausrichtbar sind, daß ein fächerförmiges Abschießen von
Wurfkörpern zur gleichen Zeit möglich ist und die Ausrichtung dieses Fächers verändert
werden kann, ohne daß das Kampffahrzeug oder der Kampffahrzeugturm gedreht werden
muß.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe geschieht erfindungsgemäß mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den
abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0007] Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, die im allgemeinen mehreren Wurfbecher
entweder in einem gemeinsamen Becherträgerblock oder innerhalb jeweils eines jedem
Becher zugeordneten Rahmenteils fest anzuordnen und den Becherträgerblock oder das
Rahmenteil in Azimut verdrehbar am Fahrzeug zu lagern, so daß jeder Wurfbecher von
einer Antriebsvorrichtung aus in die gewünschte Richtung in Azimut verschwenkbar ist.
Da beim Abschuß eines Wurfkörpers erhebliche Rückstoßkräfte frei werden, hat es sich
für die Stabilität der Wurfanlage als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn der Becherträgerblock
mit dem Wurfbecher derart in der jeweiligen Halterung angeordnet ist, daß die Wirkachse
des Wurfbechers die Drehachse des Rahmenteils schneidet. Auf diese Weise werden auf
den Richtantrieb wirkende Momente vermieden. Weiterhin kann die Stabilität der Wurfanlage
dadurch vergrößert werden, daß jeder Becherträgerblock oder jedes Rahmenteil in der
fest mit dem Fahrzeug verbundenen Halterung an zwei Punkten der Drehachse jeweils
unterhalb des Becherträgerblocks und oberhalb des Wurfbechers gelagert ist. Als günstig
hat es sich auch erwiesen, wenn der Massenschwerpunkt von Becherträgerblock und Wurfbecher
auf oder in unmittelbarer Nähe der Drehachse liegt.
[0008] Im Prinzip können in dieser Weise sämtliche, an einem Kampffahrzeug angeordnete Wurfbecher
für sich alleine beliebig in Azimut richtbar am Fahrzeug angeordnet sein. Da aber
in üblicher Weise jeweils mehrere Wurfbecher zu einer Wurfanlage derart zusammengefaßt
sind, daß die Wurfkörper in einem Fächer mit fest vorgegebenen Winkelabständen abgeschossen
werden, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, jeweils mehrere Wurfbecher bzw. aus
Wurfbecher, Becherträgerblock und Rahmenteil bestehende Einheiten horizontal nebeneinander
oder vertikal übereinander oder in einer Kombination von horizon taler und vertikaler
Anordnung in einer am Fahrzeug befestigten Halterung anzuordnen, wobei diese Wurfbecher
in Azimut fest vorgegebene Winkelabstände aufweisen und von einer gemeinsamen Antriebsvorrichtung
aus synchron antreibbar sind, wobei jeder Becher einen vorgegebenen Winkelbereich
in Azimut durchfährt, ohne daß der Winkelabstand zwischen den einzelnen Wurfbechern
verändert wird.
[0009] So wird durch die Erfindung eine richtbare Wurfanlage geschaffen, mit der eine Erweiterung
des Fächer-Wirkbereiches bzw. ein Mehrfach-Schuß in die gleiche Wirkrichtung möglich
ist und in Abhängigkeit von den Ausführungsformen folgende Vorteile erzielbar sind:
a) es kann bei einem festen Elevationswinkel von 22° bis 45° ein richtbarer Fächerwinkel
bis 220° Azimut erreicht werden;
b) bei geringen Massenträgheitsmomenten, d.h. wenn die Wurfbecher dicht um ihren Massenschwerpunkt
gedreht werden, ist eine sehr rasche Ausrichtung des Systems möglich;
c) infolge der Möglichkeit eines neutralen symmetrischen Kraftverlaufs durch den Becherdrehpunkt,
wirken keine störenden Abschlußlasten auf den Antrieb;
d) es ist eine stabile Zweipunktlagerung jedes Wurfbechers sowohl bei horizontaler
Parallelanordnung als auch bei vertikaler Reihenanordnung der Wurfbecher möglich;
e) bei Synchronantrieb von mehreren Wurfbechern innerhalb einer Einheit können die
Antriebsvorrichtungen konstruktiv einfach aufgebaut werden, beispielsweise als Zahnstangen-Zahnsegmentantriebe,
Gestängeantriebe, Antriebe mit Stirnrad zwischen Zahnsegmenten und Direktantriebe
(Stellmotoren);
f) es ist ein modularer Aufbau der Wurfanlage möglich, die dadurch beliebig erweiterbar
wird;
g) vorhandene Wurfanlagen sind nachrüstbar und an vorhandene Schnittstellen anschließbar;
h) es ist möglich, die Wurfbecher einer Einheit in eine innerhalb der Nulllage liegende
Transportstellung innerhalb der Silhouette des Fahrzeugs einzuschwenken;
i) es ist möglich, die Rahmenteile der Wurfbecher über Hohlwellen anzutreiben, durch
welche die aus dem Fahrzeug zur Zündvorrichtung der Wurfbecher laufenden elektrischen
Kabel geführt sind.
[0010] Die Ansteuerung der erfindungsgemäßen Wurfanlage kann automatisch über Sensoren,
Periskop, Kamera oder Wärmebildgerät erfolgen oder manuell über ein Tipvisier oder
einen Sectorenschalter.
[0011] Im folgenden werden anhand der beigefügten Zeichnungen Ausführungsbeispiele für eine
Wurfanlage nach der Erfindung näher erläutert.
[0012] In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 einen einzelnen Wurfbecher innerhalb eines Rahmenteils in Seitenansicht;
Fig. 2 den Wurfbecher nach Fig. 1 von oben gesehen;
Fig. 3 den Wurfbecher nach Fig. 1 von unten gesehen;
Fig. 4 den Wurfbecher nach Fig. 1 in einer Ansicht von vorne;
Fig. 5 den Wurfbecher nach Fig. 1 bis 4 in einer perspektivischen Darstellung;
Fig. 6 eine aus vier Wurfbechern mit Rahmenteilen bestehende Einheit in horizontaler
Anordnung der Wurfbecher von vorne gesehen;
Fig. 7 die Einheit nach Fig. 6 in einer Ansicht von unten;
Fig. 8 die Einheit nach Fig. 6 in einer Ansicht von oben;
Fig. 9 in perspektivischer Darstellung die Einheit nach Fig. 6 in einer ersten Ausrichtung
der Wurfbecher;
Fig. 10 die Einheit nach Fig. 6 in einer Seitenansicht bei der Ausrichtung nach Fig.
9;
Fig. 11 in einer perspektivischen Darstellung analog Fig. 9 die Einheit nach Fig.
6 bei einer anderen Ausrichtung der Wurfbecher;
Fig. 12 in einer Ansicht von vorne eine Einheit mit vertikal übereinander angeordneten
Wurfbechern;
Fig. 13 die Einheit nach Fig. 12 in einer Ansicht von oben;
Fig. 14 die Einheit nach Fig. 12 in einer Ansicht von unten;
Fig. 15 die Einheit nach Fig. 12 in einer Ansicht von der Seite;
Fig. 16 die Einheit nach Fig. 12 in einer perspektivischen Darstellung;
Fig. 17 in einer Ansicht von oben einen Kampfpanzer mit zwei am Turm angeordneten
Wurfanlagen;
Fig. 18 in einer Ansicht von oben einen Kampfpanzer mit einer am Heck angeordneten
Wurfanlage;
Fig. 19 eine aus sechs Wurfbechern und drei Becherträgerblöcken bestehende Einheit
von vorne gesehen;
Fig. 20 die Einheit nach Fig. 19 in perspektivischer Darstellung;
Fig. 21 eine aus acht Wurfbechern und zwei Becherträgerblöcken bestehende Einheit
von vorne gesehen;
Fig. 22 die Einheit nach Fig. 21 in perspektivischer Darstellung.
[0013] In den Fig. 1 bis 5 ist eine Wurfanlage dargestellt, die einen Wurfbecher 2.1 an
sich bekannter Bauart aufweist, der in einen Becherträgerblock 1.1 derart eingesetzt
ist, daß seine Wirkachse 5 unter einem vorgegebenen spitzen Winkel zur Bodenfläche
des Becherträgerblocks 1.1 verläuft. Dieser Winkel ist fest vorgegeben und bestimmt
den Elevationswinkel des Wurfbechers. Becherträgerblock 1.1 und Wurfbecher 2.1 sind
gemeinsam fest in einem Rahmenteil 3.1 befestigt. Das Rahmenteil 3.1 umfaßt den Becherträgerblock
1.1 an der Bodenfläche, den Seitenflächen und oberhalb der Oberseite, so daß der Wurfbecher
2.1 mit umfaßt ist. An der Unterseite und der Oberseite des Rahmenteils sind jeweils
eine Hohlwelle 3.11 bzw. 3.12 angeordnet, deren zueinander fluchtende Achsen die weiter
unten näher beschriebene Drehachse 4 des Rahmenteils 3.1 bestimmen. Am freien Ende
der unteren Hohlwelle 3.11 ist ein, weiter unten näher erläutertes, Zahnsegment 6.1
befestigt.
[0014] Der Wurfbecher 2.1 und das Rahmenteil 3.1 sind so zueinander angeordnet, daß sich
die Wirkachse 5 und die Drehachse 4 schneiden und der Massenschwerpunkt von Becherträgerblock
1.1 und Wurfbecher 2.1 auf der Drehachse 4 des Rahmenteils 3.1 liegt.
[0015] Die anhand der Fig. 1 bis 5 beschriebene aus Becherträgerblock 1.1, Wurfbecher 2.1
und Rahmenteil 3.1 bestehende Einheit kann nun in unterschiedlicher Weise zu einer,
mehrere derartige Einheiten umfassenden Wurfanlage zusammengesetzt werden.
[0016] Eine erste derartige Möglichkeit wird im folgenden anhand der Fig. 7 bis 11 beschrieben.
[0017] Die Wurfanlage nach den Fig. 7 bis 11 besteht aus vier Einheiten gemäß Fig. 1 bis
5, die nebeneinander angeordnet sind und jeweils einen Becherträgerblock 1.1 bis 1.4,
einen Wurfbecher 2.1 bis 2.4, ein Rahmenteil 3.1 bis 3.4 mit Hohlwellen 3.11 bis 3.41
sowie 3.12 bis 3.42 aufweisen. An den unteren Hohlwellen sind jeweils Zahnsegmente
6.1 bis 6.4 befestigt. Diese Einheiten sind in einer Halterung 7 drehbar gelagert.
Die Halterung 7 besitzt eine im wesentlichen U-förmige Gestalt derart, daß die Einheiten
jeweils mit den unteren Hohlwellen 3.11 bis 3.41 und den oberen Hohlwellen 3.12 bis
3.42 derart drehbar in der Halterung 7 gelagert sind, daß die Drehachsen 4 parallel
zueinander verlaufen und jede Einheit in der Halterung an zwei Punkten der Drehachse
jeweils unterhalb des Becherträgerblocks und oberhalb des Wurfbechers gelagert ist.
Die an den unteren Hohlwellen befestigten Zahnsegmente 6.1 bis 6.4 befinden sich unterhalb
der Unterseite der Halterung 7 und greifen in eine an der Unterseite entlanggeführte
Zahnstange 8 ein, die dort in nicht eigens dargestellter Weise gegenüber der Halterung
7 verschiebbar gelagert ist. In die Zahnstange 8 greift außerdem das Abtriebsritzel
9.1 eines fest angeordneten Getriebemotors 9 ein. Wie aus den Figuren abzulesen, wird
beim Betrieb des Getriebemotors 9 die Zahnstange 8 in ihrer Längsrichtung verschoben
und dadurch werden über die Zahnsegmente 6.1 bis 6.4 die Rahmenteile 3.1 bis 3.4 um
ihre jeweilige Drehachse 4 (Fig. 1) verdreht. Wie den Fig. 7 bis 11 außerdem zu entnehmen,
sind die Rahmenteile 3.1 bis 3.4 derart in der Halterung 7 angeordnet, daß die Wirkachsen
5 (Fig. 1) der Wurfbecher 2.1 bis 2.4 jeweils einen konstanten Winkel in Azimut miteinander
einschließen. Dieser Winkel kann beispielsweise 12° betragen. Der Winkel, den jeder
Wurfbecher 2.1 bis 2.4, ausgehend von seiner Nulllage durchlaufen kann, beträgt beispielsweise
220° Azimut. Die Fig. 9 und 11 zeigen die beiden Endlagen der Wurfbecher 2.1 bis 2.4.
[0018] Die Halterung 7 mit den die Wurfbecher 2.1 bis 2.4 enthaltenden Einheiten, wird in
der Weise an einem Kampffahrzeug angeordnet, daß der Boden der Halterung 7 horizontal
am Fahrzeug liegt. Beispiele hierfür zeigen die Fig. 17 und 18.
[0019] Fig. 17 zeigt in schematischer Darstellung einen Kampfpanzer KP1 mit einem drehbaren
Turm T, an dessen Seitenwänden zu beiden Seiten der Längsmittelachse L jeweils eine
Wurfanlage WA1.1 und WA1.2 angeordnet ist. Mit diesen Wurfanlagen können zu beiden
Seiten des Fahrzeugs Wurfkörper in einen Fächerwinkel von insgesamt 210° abgeschossen
werden. Eine andere Ausführungsform der Anordnung zeigt Fig. 18. Hier ist an einem
leichten Kampfpanzer KP2 eine Wurfanlage WA2 am Heck des Fahrzeugs angeordnet, mit
der in Fahrtrichtung gesehen ein Fächerwinkel von 200° erreichbar ist.
[0020] Eine weitere Möglichkeit der Anordnung der in den Fig. 1 bis 5 dargestellten Einheiten
in einer gemeinsamen Wurfanlage zeigen die Fig. 12 bis 16.
[0021] Bei dieser Wurfanlage sind vier, jeweils aus Wurfbechern 12.1 bis 12.4, Becherträgerblöcken
11.1 bis 11.4 und Rahmenteilen 13.1 bis 13.4 bestehende Einheiten übereinander in
einer in nicht dargestellter Weise vertikal an einem Fahrzeug befestigten Halterung
17 derart gelagert, daß die Drehachsen (Bezugsziffer 4 in Fig. 1) der Rahmenteile
13.1 bis 13.4 zueinander fluchten. Die Halterung 17 besitzt übereinander angeordnete
Halterungslaschen 17.1 bis 17.5, zwischen denen die einzelnen Einheiten angeordnet
und an denen die Hohlwellen 13.12 (Fig. 12) bis 13.41 (Fig. 14) gelagert sind. Hierbei
ist jeweils die obere Hohlwelle eines Rahmenteils mit der unteren Hohlwelle des nächst
höheren Rahmenteils gekoppelt. Die unterste Hohlwelle 13.41 trägt ein Zahnsegment
16.4, in welches das Abtriebsritzel 19.1 eines Getriebemotors 19 eingreift. Wie den
Fig. 13 bis 16 zu entnehmen, sind die Einheiten in der Halterung 17 derart angeordnet,
daß die Wurfbecher 12.1 bis 12.4 in Azimut jeweils einen festen Winkel von 12° miteinander
einschließen. Bei einer Betätigung des Getriebemotors 19 werden über das Zahnsegment
16.4 die Rahmenteile 13.1 bis 13.4 und mit ihnen die Wurfbecher 12.1 bis 12.4 synchron
um jeweils den gleichen Winkel in Azimut verdreht.
[0022] Die vom Fahrzeug zu den Zündvorrichtungen der Wurfbecher 12.1 bis 12.4 laufenden
elektrischen Kabel sind jeweils durch die Hohlwellen hindurchgeführt, wobei jeweils
die zu den anderen Wurfbechern führenden Kabel innerhalb der Rahmenteile 13.1 bis
13.4 zwischen den Becherträgerblöcken 11.1 bis 11.4 und den Innenseiten der Rahmenteile
13.1 bis 13.4 in nicht dargestellter Weise hindurchgeführt sind.
[0023] In nicht eigens dargestellter Weise können die Antriebsvorrichtungen bei den beiden
dargestellten Ausführungsformen so dimensioniert und angeordnet sein, daß jedes Rahmenteil
3.1 bis 3.4 bzw. 13.1 bis 13.4 aus der Nulllage des die Azimutstellungen umfassenden
Winkelbereichs in eine Transportstellung schwenkbar ist, in der die Wurfbecher 2.1
bis 2.4 bzw. 12.1 bis 12.4 innerhalb einer vorgegebenen Fahrzeugkontur liegen.
[0024] Die Fig. 19 bis 22 zeigen Wurfanlagen in etwas anderen Ausführungsformen, bei denen
nicht aus Becherträgerblock, Wurfbecher und Rahmenteil bestehende Einheiten zusammengesetzt
werden, sondern jeweils mehrere Wurfbecher übereinander in einem säulenartigen Becherträgerblock
angeordnet sind, wobei die Becherträgerblöcke als Ganzes in der fest am Fahrzeug angeordneten
Halterung drehbar gelagert sind und jeder dieser Becherträgerblöcke von der Antriebsvorrichtung
angetrieben wird.
[0025] Die Fig. 19 und 20 zeigen eine erste Ausführungsform, bei welcher in der am Fahrzeug
angeordneten Halterung 27.1 und 27.2 drei Becherträgerblöcke 21.1 bis 21.3 drehbar
gelagert sind. Der Becherträgerblock 21.1 trägt die übereinander angeordneten Wurfbecher
22.1 und 22.2, der Becherträgerblock 21.2 trägt die übereinander angeordneten Wurfbecher
22.3 und 22.4, während der Becherträgerblock 21.3 die übereinander angeordneten Wurfbecher
22.5 und 22.6 trägt. Unterhalb der Unterseite der Halterung 27.2 tragen die Becherträgerblökke
21.1 bis 21.3 jeweils Zahnsegmente 26.1 bis 26.3. Die Drehachsen der Becherträgerblöcke
21.1 bis 21.3 verlaufen vertikal und parallel zueinander. Jeder Becherträgerblock
21.1 bis 21.3 ist an zwei Punkten der Drehachse oberhalb und unterhalb der Wurfbecher
gelagert. Die Zahnsegmente 26.1 bis 26.3 greifen in eine an der Unterseite entlanggeführte
Zahnstange 28 ein, die dort gegenüber der unteren Halterung 27.2 verschiebbar gelagert
ist. In die Zahnstange 28 greift außerdem das Abtriebsritzel eines fest angeordneten
Gebriebemotors 29 ein. Bei Betrieb des Getriebemotors 29 wird die Zahnstange 28 verschoben
und dadurch werden Zahnsegmente 26.1 bis 26.3 verdreht, was zur Drehung der Becherträgerblöcke
21.1 bis 21.3 führt.
[0026] Bei der in den Fig. 21 und 22 dargestellten Ausführungsform sind in der aus den Teilen
37.1 und 37.2 bestehenden Halterung am Fahrzeug zwei Becherträgerblöcke 31.1 und 31.2
drehbar gelagert. Jeder der Becherträgerblöcke 31.1 bzw. 31.2 trägt jeweils vier Wurfbecher
32.1 bis 32.4 bzw. 32.5 bis 32.8. Wie aus den Zeichnungen abzulesen, sind in jedem
der Becherträgerblöcke 31.1 und 31.2 die Wurfbecher um einen vorgegebenen festen Winkelbetrag
in Azimut gegeneinander versetzt angeordnet. Die Becherträgerblöcke 31.1 und 31.2
sind mit unterhalb des unteren Halterungsteils 27.2 angeordneten Zahnsegmenten 36.1
bzw. 36.2 verbunden, die in eine verschiebbare Zahnstange 38 eingreifen, welche über
ein Abtriebsritzel vom Getriebemotor 39 aus angetrieben wird. Auch hier erfolgt beim
Betrieb des Getriebemotors 39 eine synchrone Verdrehung der beiden Becherträgerblöcke
31.1 und 31.2.
[0027] Die in den Fig. 19 bis 22 beschriebenen Wurfanlagen können in analoger Wiese, wie
anhand der Fig. 17 und 18 beschrieben, an einem Kampfpanzer angeordnet sein.
1. An einem Kampffahrzeug angeordnete Wurfanlage für Nebelkerzen, Sprengkörper und dergleichen
mit mindestens einem an der Außenseite des Fahrzeugs mittels einer Halterung angeordneten
Becherträgerblock, in den unter einem vorgegebenen, die Elevation der Wurfanlage bestimmenden
spitzen Winkel zur Bodenfläche des Becherträgerblocks mindestens ein Wurfbecher eingesetzt
ist, aus dem Wurfkörper mittels einer Treibladung abschießbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Becherträgerblock (1.1 bis 1.4, 11.1 bis 11.4, 21.1 bis 21.3, 31.1, 31.2)
in der fest am Fahrzeug angeordneten Halterung (7, 17, 27.1-27.2, 37.1-37.2) um eine
senkrecht zur Bodenfläche des Becherträgerblocks stehende Drehachse (4) drehbar gelagert
ist und mindestens eine Antriebsvorrichtung (9, 19, 29, 39) vorgesehen ist, mittels
der der Becherträgerblock in einem vorgegebenen Winkelbereich um die Drehachse verdreht
werden kann.
2. Wurfanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Becherträgerblock (1.1 bis 1.4, 11.1 bis 11.4) fest in einem den Becherträgerblock
an der Bodenfläche, den Seitenflächen und oberhalb der Oberseite umfassenden Rahmenteil
(3.1 bis 3.4, 13.1 bis 13.4) angeordnet ist und jedes Rahmenteil in der fest am Fahrzeug
angeordneten Halterung (7, 17) um eine senkrecht zur Bodenfläche des Becherträgerblocks
stehende Drehachse (4) drehbar gelagert ist und mittels der Antriebsvorrichtung (9,
19) in einem vorgegebenen Winkelbereich um die Drehachse verdreht werden kann.
3. Wurfanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Becherträgerblock (1.1, 21.1, 31.1) mit dem Wurfbecher (2.1, 22.1, 32.1)
derart in der Halterung (27.1-27.2, 37.1-37.2) oder im Rahmenteil (3.1) angeordnet
ist, daß die Wirkachse (5) des Wurfbechers die Drehachse (4) des Becherträgerblocks
bzw. des Rahmenteils schneidet.
4. Wurfanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Becherträgerblock (21.1 bis 21.3, 31.1, 31.2) oder jedes Rahmenteil (3.1
bis 3.4, 13.1 bis 13.4) in der Halterung (27.1-27.2, 37.1-37.2, 7, 17) an zwei Punkten
der Drehachse jeweils unterhalb und oberhalb des Wurfbechers bzw. der Wurfbecher gelagert
ist.
5. Wurfanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Massenschwerpunkt des Becherträgerblocks und des Wurfbechers bzw. der Wurfbecher
auf oder in unmittelbarer Nähe der Drehachse (4) des Becherträgerblocks bzw. des Rahmenteils
(3.1 bis 3.4, 13.1 bis 13.4) liegt.
6. Wurfanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb jedes Rahmenteils (3.1 bis 3.4, 13.1 bis 13.4) über eine Hohlwelle
erfolgt, durch welche die aus dem Fahrzeug zur Zündvorrichtung des Wurfbechers (2.1
bis 2.4, 12.1 bis 12.4) laufenden elektrischen Kabel geführt sind.
7. Wurfanlage nach Anspruch 2 und gegebenenfalls einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere jeweils aus Wurfbecher (2.1 bis 2.4), Becherträgerblock (1.1 bis 1.4)
und Rahmenteil (3.1 bis 3.4) bestehende Einheiten nebeneinander in einer im wesentlichen
horizontal am Fahrzeug befestigten Halterung (7) mit vorgegebenen horizontalen Abständen
der Drehachsen der Rahmenteile (3.1 bis 3.4) angeordnet sind und von einer gemeinsamen
Antriebsvorrichtung (9) aus synchron antreibbar sind.
8. Wurfanlage nach Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Becherträgerblock (21.1 bis 21.3, 31.1, 31.2) oder jedes Rahmenteil (3.1
bis 3.4) an seiner Unterseite oder Oberseite ein Zahnsegment (26.1 bis 26.3, 36.1,
36.2 bzw. 6.1 bis 6.4) trägt, welches in eine gemeinsame horizontal unter oder über
der Halterung (27.2, 37.2, 7) verschiebbar gelagerte Zahnstange (28, 38, 8) eingreift,
die mit der Antriebsvorrichtung (29, 39, 9) gekoppelt ist.
9. Wurfanlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Rahmenteil an seiner Unterseite oder Oberseite ein Antriebsritzel trägt,
welches in ein an einer horizontal unter oder über der Halterung angeordneten gemeinsamen
Antriebswelle angeordnetes Abtriebsritzel eingreift und die gemeinsame Antriebswelle
mit der Antriebsvorrichtung gekoppelt ist.
10. Wurfanlage nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung einen Elektromotor (9, 29, 39) aufweist, der die Zahnstange
(8, 28, 38) oder die gemeinsame Antriebswelle über ein zwischengeschaltetes Untersetzungsgetriebe
antreibt.
11. Wurfanlage nach Anspruch 2 und gegebenenfalls einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere jeweils aus Wurfbecher (12.1 bis 12.4), Becherträgerblock (11.1 bis
11.4) und Rahmenteil (13.1 bis 13.4) bestehende Einheiten übereinander in einer im
wesentlichen vertikal am Fahrzeug befestigten Halterung (17) mit zueinander fluchtenden
Drehachsen der Rahmenteile (13.1 bis 13.4) angeordnet sind und von einer gemeinsamen
Antriebsvorrichtung (19) aus synchron antreibbar sind.
12. Wurfanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Rahmenteil (13.1 bis 13.4) an seiner Unterseite und seiner Oberseite mit
einer Hohlwelle (13.41, 13.12) versehen ist und die Hohlwellen der einander benachbarten
Rahmenteile (13.1 bis 13.4) miteinander gekoppelt sind und die vom Fahrzeug zu den
Zündvorrichtungen der Wurfbecher (12.1 bis 12.4) laufenden elektrischen Kabel durch
die Hohlwellen und innerhalb der Rahmenteile (13.1 bis 13.4) zwischen dem Becherträgerblock
und dem Rahmenteil hindurchgeführt sind.
13. Wurfanlage nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die gemeinsame Antriebsvorrichtung einen Elektromotor (19) aufweist, der die
unterste oder oberste Hohlwelle der Anlage über ein zwischengeschaltetes Untersetzungsgetriebe
antreibt.
14. Wurfanlage nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmenteile (3.1 bis 3.4, 13.1 bis 13.4) derart in der Halterung (7, 17)
angeordnet sind, daß die Wurfbecher (2.1 bis 2.4, 12.1 bis 12.4) in jeder Stellung
der synchronen Verdrehung in Azimut einen vorgegebenen konstanten Winkelabstand aufweisen.
15. Wurfanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Becherträgerblock (21.1 bis 21.3, 31.1, 31.2) oder jedes Rahmenteil (3.1
bis 3.4, 13.1 bis 13.4) aus der Nulllage des die Azimutstellungen umfassenden Winkelbereichs
in eine Transportstellung schwenkbar ist, in der der Wurfbecher (22.1 bis 22.6, 32.1
bis 32.8, 2.1 bis 2.4, 12.1 bis 12.4) innerhalb einer vorgegebenen Fahrzeugkontur
liegt.