[0001] Die Erfindung betrifft einen elektrischen Steckverbinder, insbesondere für Näherungsschalter,
mit einer drehbar auf einem Kontaktträger gelagerten Überwurfmutter zur Verschraubung
mit einem Steckergegenstück, wobei der Überwurfmutter und dem Kontaktträger eine im
wesentlichen rastschlüssig wirkende Sicherungseinrichtung zur rüttelsicheren Festlegung
aneinander zugeordnet ist und die Sicherungseinrichtung je wenigstens einen radialen
Vorsprung am Außenumfang des Kontaktträgers und einen korrespondierenden radialen
Vorsprung an der Überwurfmutter umfasst.
[0002] Zur Sicherung der Steckverbindung zweier miteinander verbundener Steckverbinder ist
es bekannt, auf einem der beiden Verbinderteile eine Überwurfmutter drehbar zu lagern,
die mit einem am Steckergegenstück vorgesehenen Gewinde verschraubt wird. Derartige
Verschraubungen gewährleisten eine sichere Kontaktverbindung der Steckerteile, solange
diese im Betrieb keinen Vibrationen ausgesetzt sind. Dann nämlich besteht die Gefahr,
dass sich die Überwurfmutter lockert und eine einwandfreie Kontaktgabe nicht mehr
gewährleistet ist.
[0003] Aus DE 42 05 440 C2 ist ein Steckverbinder bekannt, bei dem auf einfache Art und
Weise eine solche Rüttelsicherung gegen Losdrehen der Steckverbindung geschaffen ist.
Die dazu bestimmte Sicherungseinrichtung umfasst als Vorsprünge eine Radialverzahnung
am Kontaktträger und eine radiale Gegenverzahnung an der Überwurfmutter. Diese Verzahnungen
sind so angeordnet und einander zugeordnet, dass erst gegen Ende der axialen Kupplungsverschraubung
der Überwurfmutter ein Verzahnungsformschluss eintritt. Daraus resultiert, dass sich
die Überwurfmutter zunächst leicht und ohne Wirksamwerden der Sicherheitseinrichtung
auf das Gewinde des Steckergegenstücks aufschrauben lässt, dann aber die Gewindeanordnung
in formschlüssigen Eingriff gelangt und dadurch die Verschraubung gegen Lösen sichert.
[0004] Das Wesen des bekannten Steckverbinders besteht darin, dass am Steckergegenstück
keinerlei an der Verschraubsicherung mitwirkende Maßnahmen erforderlich sind, da die
Überwurfmutter sich auf dem Kontaktträger selbst sichert, auf dem sie drehbar und
begrenzt längsverschieblich lagert. Auch ist die Konstruktion von besonderer Einfachheit,
da sich die in der Regel kleinen Zähne auf einfache Weise an Kontaktträger und Überwurfmutter
anbringen lassen.
[0005] Soweit in DE 42 05 440 C2 ausgeführt ist, dass die Verzahnung keinem besonderen Verschleiß
unterliege, trifft dies insoweit zu, als die Verzahnung bei jedem Schraubvorgang ja
nur kurzzeitig in Formschluss gelangt. Verwendet man jedoch preiswerte und vor allem
weiche Werkstoffe, wie beispielsweise PVC für den Kontaktträger, sind Verschleißerscheinungen
an der Sicherheitseinrichtung nach längerem Gebrauch durchaus festzustellen.
[0006] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Steckverbinder
der als bekannt vorausgesetzten Art zur Verfügung zu stellen, dessen Sicherheitseinrichtung
besonders verschleißarm ausgeführt ist. Zusätzlich wird Wert darauf gelegt, dass der
Steckverbinder nach wie vor sehr einfach aufgebaut sein soll.
[0007] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ist dementsprechend
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den radialen Vorsprüngen ein Spalt ausgebildet
ist, der von einem gummielastischen Ring ausgekleidet ist, dessen Strangdurchmesser
im entspannten Zustand größer ist als die Spaltweite des Spaltes.
[0008] Im Prinzip bilden die Vorsprünge auch hier im weitesten Sinne eine Art Verzahnung,
die im einfachsten Fall je einen Zahn an Kontaktträger und Überwurfmutter aufweist.
Das erfindungswesentliche Prinzip beruht jedoch darauf, dass die Vorsprünge selbst
nicht in unmittelbaren Formschluss gelangen, womit sie sich von einer echten Verzahnung
unterscheiden. Das Wesen des gummielastischen Rings besteht einerseits darin, die
Vorsprünge auf Distanz zu halten und andererseits darin, beim Verdrehen der Überwurfmutter
auf dem Kontaktträger eine "weitere Verrastung" zu bewirken.
[0009] Dadurch, dass der Strangdurchmesser des gummielastischen Rings im entspannten Zustand
größer ist als die Spaltweite des Spaltes, kommt es immer dann zu einer nennenswerten
radialen Kompression des gummielastischen Rings, wenn die Vorsprünge an Kontaktträger
und Überwurfmutter in Umfangsdrehrichtung einander passieren. Die zur Kompression
des gummielastischen Rings aufgewandten Kräfte sind denjenigen Kräften in etwa proportional,
die die Verschraubsicherung der Überwurfmutter bewirken. Zusätzlich wirken im Sinne
einer Losdrehsicherung auch noch die Umfangsreibkräfte zwischen Kontaktträger und
dem gummielastischen Ring und/oder zwischen diesem und der Überwurfmutter.
[0010] Soweit die Verschraubsicherung betroffen ist, gewährleistet die Erfindung bezüglich
Kontaktträger und Überwurfmutter absolute Verschleißfreiheit. Das einzige, wenn auch
nur geringfügig verschleißbehaftete Teil des Steckverbinders ist der gummielastische
Ring, der jedoch jederzeit auf einfachste Weise erneuert werden kann, sollte sich
die Notwendigkeit tatsächlich ergeben.
[0011] Im Zusammenhang mit einem weiteren Merkmal der Erfindung, welches darin besteht,
dass die Spaltweite des Spalts zwischen vorsprungsfreien Umfangsabschnitten des Kontaktträgers
und den Vorsprüngen der Überwurfmutter im wesentlichen etwa dem Strangdurchmesser
des gummielastischen Ringes im entspannten Zustand entspricht, ergeben sich Bereiche,
in denen keine nennenswerten Radial- oder Umfangskräfte im Verschraubsystem auftreten,
der gummielastische Ring also maximal geschont wird.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Weiterbildungen des Gegenstands
der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen gekennzeichnet. Sie ergeben sich
auch aus der nachfolgenden Beschreibung eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Steckverberbinder mit auf seinem Kontaktträger gelagerter Überwurfmutter in
Ansicht und teilweisem Längsschnitt,
- Fig. 2
- einen Querschnitt entsprechend der Schnittlinie II-III in einer ersten Raststellung
der Überwurfmutter,
- Fig. 3
- eine entsprechende Darstellung in einer um 45° verdrehten anderen Raststellung,
- Fig. 4
- einen Querschnitt allein durch den Kontaktträger nach der Schnittlinie II-III in Fig.
1, und
- Fig. 5
- einen ebenfalls der Schnittlinie II-III folgenden Querschnitt allein durch die Überwurfmutter.
[0013] Ein insgesamt mit 10 bezeichneter Steckverbinder umfasst einen Steckerkörper 11,
in den rückwärtig ein elektrisches Kabel 12 einmündet. Der als sogenannte Griffkörperumspritzung
ausgebildete Steckerkörper 11 schließt in sich einen Kontaktträger 13 ein, der ebenfalls
aus Isolierstoff besteht und eine der Polzahl des Steckverbinders 10 entsprechende
Anzahl von Steckkontakten 14 beinhaltet. Schließlich umfasst der Steckverbinder 10
noch eine Überwurfmutter 15.
[0014] Die geringfügig axial verschieblich angeordnete Überwurfmutter 15 lagert mit ihrer
Innenmantelfläche 16 auf der Außenbundfläche 17 eines am Kontaktträger 13 angeformten
Ringbundes 18. An der von der Steckanschlussseite wegweisenden Seite des Ringbundes
18 weist der Kontaktträger 13 eine umlaufende Nut 19 auf, in die ein gummielastischer
Ring, namentlich ein O-Ring 20, eingelegt ist. Diesem O-Ring 20 steht außen ein nach
innen eingezogener Bund 21 der Überwurfmutter 15 gegenüber.
[0015] Die aus den Fig. 2 und 3 erkennbare Querschnittsform der Umfangsnut 19 des Kontaktträgers
13 ist nicht kreisförmig, vielmehr weist sie mindestens einen Vorsprung 22 auf. Bei
dem dargestellten Beispiel ist der Querschnitt der Nut 19 im wesentlichen quadratisch,
wobei vier Vorsprünge 22 von den Ecken 23 dieses Quadrates ausgebildet sind.
[0016] Die Überwurfmutter 15, bzw. deren Innenumfangsbund 21 weist ebenfalls eine Anzahl
von in regelmäßigen Umfangsabständen angeordnete Vorsprünge 24 auf. Da hier doppelt
so viele Vorsprünge 24 an der Überwurfmutter 15 als Vorsprünge 22 am Kontaktträger
13 vorgesehen sind, ergibt sich das insbesondere der aus Fig. 5 ersichtliche wellenförmige
Umfangsverlauf der Innenkontur 25 des Bundes 21 der Überwurfmutter 15.
[0017] Im Prinzip richtet sich die Anzahl der Vorsprünge einerseits nach der gewünschten
Feinheit der "Verrastung", andererseits kann die Anzahl um so größer ausgeführt werden,
je größer der betreffende Durchmesser ist, auf dem sie angeordnet sind.
[0018] Für die Erfindung bedeutsam ist es, dass der Durchmesser der Nut 19 im Bereich des
wenigstens einen Vorsprunges 22 am Kontaktträger 13, welcher Durchmesser in Fig. 4
mit d bezeichnet ist, kleiner ist als der mit D
1 in Fig. 5 bezeichnete Durchmesser im Bereich wenigstens eines Vorsprungs 24 an der
Überwurfmutter 15.
[0019] Auf diese Weise entsteht zwischen der Überwurfmutter 15 und dem Kontaktträger zwischen
zwei einander direkt gegenüberstehenden Vorsprüngen 22 und 24 ein Ringspalt der Spaltweite
S
1=(D1-d)/2. Diese Spaltweite S
1 ist zumindest geringfügig kleiner als der Strangdurchmesser 26 des gummielastischen
O-Ringes 20 in dessen entspanntem Zustand.
[0020] "Entspannter Zustand" bedeutet auf den O-Ring 20 bezogen sein Zustand, wie er vorliegt,
wenn der O-Ring 20 in der Nut 19 des Kontaktträgers 13 aufgenommen ist, aber keine
nennenswerten äußeren Kräfte von seiten der Überwurfmutter 15auf ihn einwirken.
[0021] Sofern sich kein Vorsprung 22 des Kontaktträgers 13 einem Vorsprung 24 der Überwurfmutter
15 direkt gegenüber befindet, also in einer der Stellungen nach Fig. 2 oder Fig. 3,
ist die Spaltweite S
2 zwischen einem Vorsprung 22 des Kontaktträgers 13 und einem nicht vorspringenden
Umfangsabschnitt der Überwurfmutter 15 im wesentlichen gleich dem Strangdurchmesser
26. In diesen Zuordnungen entsprechend den Fig. 2 und 3 von Überwurfmutter 15 und
Kontaktträger 13 findet, wie man aus diesen Figuren leicht ersehen kann, eine Rastung
statt. Diese Rastung kann durch Verdrehen der Überwurfmutter 15 relativ zum Kontaktträger
13 überwunden werden, wenn man von einer ersten Rastung (Fig. 2) die Überwurfmutter
in die nächstliegende Rastung (Fig. 3) bewegt.
[0022] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Fig. 2 und 3 allerdings die Überwurfmutter
als fixen Bezugskörper darstellen, so dass hier der Kontaktträger 13 von Fig. 2 um
eine Rastung in Fig. 3 weitergedreht erscheint.
[0023] In der Zwischenstellung zwischen zwei solchen Raststellungen befindet sich jeweils
an einem Vorsprung 22 des Kontaktträgers 13 ein Vorsprung 24 der Überwurfmutter 15
gegenüber. Da dann die Spaltweite S
1=(D1-d)/2 geringer ist als die Spaltweite S
2=(D
2-d)/2, erfolgt eine radiale Kompression des O-Rings 20. Die dadurch auftretenden Kräfte
behindern das Drehen der Überwurfmutter 15 von Hand nicht; es wird als relativ weich
und angenehm empfunden. Gleichwohl bauen sich durch die Kompression des O-Rings solche
Kräfte auf, die mit Sicherheit verhindern, dass sich die Überwurfmutter 15 auch unter
Einwirkung erheblicher Vibrationen im Betrieb durch Rückdrehen lösen kann. Außer den
im wesentlichen radial auf den O-Ring einwirkenden Kompressionskräften wirken außerdem
auch noch Umfangs-Reibkräfte, die sich je nach Auslegung und den vorhandenen Toleranzen
zwischen dem O-Ring 20 und dem Kontaktträger 13 und/oder zwischen dem O-Ring 20 und
der Überwurfmutter 15 unterschiedlich stark auswirken können.
[0024] Da der Spalt zwischen Überwurfmutter 15 und Kontaktträger 13 von dem O-Ring ausgekleidet
ist, berühren sich Überwurfmutter 15 und Kontaktträger 13 in diesem Bereich nicht.
Diese beiden Teile des Steckverbinders 10 können daher nicht verschleißen. Dies kann
allein der 0-Ring 20, der jedoch ohne Probleme jederzeit leicht ausgewechselt werden
kann.
[0025] Auch im übrigen ist die gesamte Auslegung sehr einfach. Der Kontaktträger 13, üblicherweise
ein Spritzgießteil, kann bei seiner Herstellung sogleich die von einem Kreis abweichende
Nut 19 erhalten, wohingegen bei der spanenden oder Pressfertigung der in qualitativ
hochwertiger Ausführung aus Metall bestehenden Überwurfmutter 15 die wellenförmige
Kontur 25 in ihren Bund 21 mit eingearbeitet werden kann.
1. Elektrischer Steckverbinder (10), insbesondere für Näherungsschalter, mit einer drehbar
auf einem Kontaktträger (13) gelagerten Überwurfmutter (15) zur Verschraubung mit
einem Steckergegenstück, wobei der Überwurfmutter (15) und dem Kontaktträger (13)
eine im wesentlichen rastschlüssig wirkende Sicherungseinrichtung zur rüttelsicheren
Festlegung aneinander zugeordnet ist und die Sicherungseinrichtung je wenigstens einen
radialen Vorsprung (22) am Umfang des Kontaktträgers (13) und einen korrespondierenden
radialen Vorsprung (24) an der Überwurfmutter umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen diesen radialen Vorsprüngen (22, 24) ein Spalt ausgebildet ist, der
von einem gummielastischen Ring (20) ausgekleidet ist, dessen Strangdurchmesser (26)
im entspannten Zustand größer ist als die Spaltweite (S1) des Spaltes.
2. Steckverbinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spaltweite (S2) des Ringspalts zwischen vorsprungsfreien Umfangsabschnitten der Überwurfmutter und
den Vorsprüngen (22) des Kontaktträgers im wesentlichen etwa dem Strangdurchmesser
(26) des gummielastischen Rings (20) im entspannten Zustand entspricht.
3. Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der gummielastische
Ring ein O-Ring (20) ist.
4. Steckverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der
gummielastische Ring (20) in einer Umfangsnut (19) des Kontaktträgers (13) aufgenommen
ist, die den wenigstens einen radialen Vorsprung (22) beinhaltet.
5. Steckverbinder nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine Mehrzahl von über
einen Außenumfang des Kontaktträgers (13) und einen Innenumfang der Überwurfmutter
(15) regelmäßig verteilt angeordneten Vorsprüngen (22; 24).
6. Steckverbinder nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Vorsprünge
(24) am Innenumfang der Überwurfmutter (15) größer ist als die Anzahl der Vorsprünge
(22) am Kontaktträger (13).
7. Steckverbinder nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Vorsprünge
(24) am Innenumfang der Überwurfmutter (15) mindestens doppelt so groß ist wie die
Anzahl der Vorsprünge (22) am Kontaktträger (13).
8. Steckverbinder nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass -
in Ansicht auf den Querschnitt des Kontaktträgers (13) - die Nut (19) die Form eines
vorzugsweise regelmäßigen Vielecks aufweist, dessen Ecken (23) die radialen Vorsprünge
(22) ausbilden.
9. Steckverbinder nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Vieleck ein Quadrat
ist.