[0001] Verfahren und Einrichtung zum Erwärmen von Metallbauteilen mit Elektronenbestrahlung
in einer Vakuumkammer
[0002] Die US-A-5 814 784 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Erwärmen von
Metallbauteilen mit Laserbestrahlung in einer Vakuumkammer mit Mehrschichten-Elementen,
wobei die Mehrschichten-Elemente eine einer Einrichtung zur Laserbestrahlung zugewandte,
hitzebeständige und gut wärmeabsorbierende äußere Schicht und eine dem jeweiligen
Metallbauteil zugewandte, gut wärmeabstrahlende innere Schicht aufweisen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren vorzuschlagen, mit dem sich
Metallbauteile mit Elektronenbestrahlung gleichmäßig über alle Bereiche des jeweiligen
Metallbauteils erwärmen lassen.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe dient erfindungsgemäß ein Verfahren zum Erwärmen von Metallbauteilen
mit Elektronenbestrahlung in einer Vakuumkammer, bei dem zur Halterung der Metallbauteile
in der Vakuumkammer Mehrschichten-Halterungselemente mit einer der Elektronenbestrahlung
zugewandten, hitzebeständigen und gut wärmeabsorbierenden äußeren Schicht und mit
einer dem jeweiligen Metallbauteil zugewandten, gut wärmeabstrahlenden inneren Schicht
verwendet werden.
[0005] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß sich
die mittels Elektronenbestrahlung zu erwärmenden Bauteile auch in den Bereichen gleichmäßig
erwärmen lassen, die in der Vakuumkammer wegen der notwendigen Halterung der Metallbauteile
gegenüber der Elektronenbestrahlung abgedeckt sind. Durch die Verwendung von Mehrschichten-Halterungselementen
mit einer wärmeabsorbierenden äußeren Schicht ist dafür gesorgt, daß ein wirkungsvoller
Wärmeeintrag erfolgt, während die innere Schicht wegen ihrer gut wärmestrahlenden
Eigenschaften die von der äußeren Schicht aufgenommene Wärme gut an das jeweilige
Metallbauteil abgibt. Daher lassen sich Metallbauteile mittels des erfindungsgemäßen
Verfahrens in allen Bereichen homogen erwärmen.
[0006] Der Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Erwärmen von
Metallbauteilen mit Elektronenbestrahlung in einer Vakuumkammer anzugeben, die bei
vergleichsweise einfachem Aufbau eine gleichmäßige Erwärmung der Metallbauteile in
allen Bereichen erlaubt.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe dient erfindungsgemäß eine Vorrichtung zum Erwärmen von
Metallbauteilen mit Elektronenbestrahlung in einer Vakuumkammer mit einer Einrichtung
zur Elektronenbestrahlung und mit Mehrschichten-Halterungselementen für die Metallbauteile,
wobei die Mehrschichten-Halterungselemente eine der Elektronenbestrahlung ausgesetzte,
hitzebeständige und gut wärmeabsorbierende äußere Schicht und eine dem jeweiligen
Metallbauteil zugewandte, gut wärmeabstrahlende innere Schicht aufweisen.
[0008] Vorteilhaft ist die erfindungsgemäße Vorrichtung vor allem insofern, als sie allein
durch Verwendung von Mehrschichten-Halterungselementen eine homogene Erwärmung der
Metallbauteile ermöglicht, weil durch die Mehrschichten-Halterungselemente eine gute
Wärmeaufnahme und eine gute Wärmeabgabe an die Bereiche des jeweiligen Metallbauteils
erfolgt, die durch die Halterungselemente gegenüber der Elektronenbestrahlung abgeschattet
sind. Dabei lassen sich die Mehrschichten-Halterungselemente vergleichsweise einfach
herstellen.
[0009] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung können die Mehrschichten-Halterungselemente
in unterschiedlicher Weise aufgebaut sein. Als vorteilhaft wird es angesehen, wenn
die äußere Schicht ein Massivteil aus Tantal oder Molybdän ist, auf dem sich als innere
Schicht eine Graphitschicht befindet.
[0010] Der Vorteil eines derart ausgebildeten Mehrschichten-Halterungselementes besteht
insbesondere darin, daß das Massivteil aus Tantal oder Molybdän die durch die Elektronenbestrahlung
aufgebrachte Wärme gut aufnimmt und geringe Strahlungsverluste aufweist. Außerdem
ist ein solches Massivteil hitzebeständig und hat die Eigenschaft, das auf ihm die
Graphitschicht gut wärmeleitend aufgebracht werden kann. Die Graphitschicht ihrerseits
ist insofern vorteilhaft, als sie ein hohes Wärmeabstrahlungsvermögen aufweist.
[0011] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist die äußere Schicht ein Massivteil aus einem zur Bildung von thermisch hochstabilen
Oxiden neigenden Metall, auf dem sich als innere Schicht eine Oxidschicht des Metalls
befindet.
[0012] Die Ausführung eines derartig ausgestalteten Mehrschichten-Halterungselementes bietet
den Vorteil, daß die in Frage kommenden Metalle hochtemperaturfest sind und ein gutes
Wärmeaufnahmevermögen zeigen. Dies kann noch dadurch verbessert werden, daß die Oberfläche
des Massivteils auf ihrer der Elektronenbestrahlung zugewandten Seite beispielsweise
durch Sandstrahlen verbessert ist. Durch die Oxide ist eine gute Wärmeabstrahlung
gewährleistet. Außerdem hat die Verwendung von zur Bildung von thermisch hochstabilen
Oxiden neigenden Metallen als Werkstoff für das Massivteil den Vorteil, daß die Bildung
der Oxide im Einsatz der Mehrschichten-Halterungselemente in der Vakuumkammer während
des Erwärmungsprozesses geschehen kann, so daß sich solche Mehrschichten-Halterungselemente
besonders einfach herstellen lassen. Außerdem führt die starke Oxidbildung zur Selbstheilung
möglicher Oberflächendefekte und erhöht die Reproduzierbarkeit des Erwärmungsverfahrens.
An der Außenseite der Massivteile ist die Oxidschicht vorteilhafterweise entfernt,
um Strahlungsverluste zu vermeiden.
[0013] Als Metalle, die zur Bildung von thermisch hochstabilen Oxiden neigen, kommen vor
allem Chrom, Nickel oder Aluminium in Frage.
[0014] Ferner hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn Mehrschichten-Halterungselemente
mit einer Oxidschicht als innere Schicht außen auf dem Massivteil eine Keramikschicht
tragen, weil eine solche Keramikschicht sehr gut wärmeabsorbierend, aber schlecht
wärmeleitend ist.
[0015] Zur Erläuterung der Erfindung ist in der
Figur 1 ein zu erwärmendes Metallbauteil mit einem Mehrschichten-Halterungselement,
in
Figur 2 eine Teilschnittfläche durch das Ausführungsbeispiel des Mehrschichten-Halterungselementes
gemäß Figur 1, in
Figur 3 eine entsprechende Teilschnittfläche durch ein zweites Ausführungsbeispiel
eines Mehrschichten-Halterungselementes und in
Figur 4 eine entsprechende Teilschnittfläche durch ein drittes Ausführungsbeispiel
eines Mehrschichten-Halterungselementes dargestellt.
[0016] In Figur 1 ist schematisch eine Vakuumkammer 1 gezeigt, in der sich eine Einrichtung
2 zur Elektronenbestrahlung (ebenfalls schematisch dargestellt) befindet. Oberhalb
der Einrichtung zur Elektronenbestrahlung 2 befindet sich in der Vakuumkammer 1 ein
zu erwärmendes Metallbauteil 3, das beispielsweise eine Welle 4 mit einem Flansch
5 sein kann.
[0017] Das zu erwärmende Metallbauteil 3 ist im Bereich seines Flansches 5 außen von einem
Mehrschichten-Halterungselement 6 umfaßt, das mit einem in Figur 1 strichliert angedeuteten
Halterungsarm 7 an einer Rückwand 8 der Vakuumkammer 1 gehalten ist. Das Mehrschichten-Halterungselement
6 weist eine der Einrichtung zur Elektronenbestrahlung 2 zugewandte, äußere Schicht
9 auf, die hitzebeständig und gut wärmeabsorbierend ist. Mit dieser äußeren Schicht
9 ist eine innere Schicht 10 verbunden, die dem Flansch 5 zugewandt ist und aus einem
gut wärmeabstrahlenden Werkstoff besteht. Beide Schichten 9 und 10 des Mehrschichten-Halterungselementes
6 sind innig miteinander verbunden und umfassen unter Gewährleistung eines guten Wärmekontaktes
den Flansch 5 eng.
[0018] Wird von der Einrichtung zur Elektronenbestrahlung 2 in Richtung der Pfeile durch
Elektronenbestrahlung ein Wärmeeintrag in das Metallbauteil 3 vorgenommen, dann nimmt
dabei auch das Mehrschichten-Halterungselement 6 mit seiner äußeren Schicht die Wärme
gut auf und gibt sie an die innere Schicht 10 weiter, die sie wiederum aufgrund ihres
guten wärmeabstrahlenden Verhaltens in den Flansch 5 leitet, so daß das zu erwärmende
Metallbauteil 3 im Bereich des Flansches 5 nahezu genauso stark erwärmt wird wie im
Bereich des Wellenteils 4. Trotz der notwendigen Verwendung eines Mehrschichten-Halterungselementes
6 läßt sich daher eine weitgehend homogene Erwärmung des Metallbauteils 3 in allen
seinen Bereichen erreichen. Zu beachten ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
die unterschiedliche Masseverteilung in Flansch 5 und Welle 4, die eine entsprechend
unterschiedliche Strahlungsdosierung verlangt, um eine homogene Erwärmung zu erreichen.
[0019] Bei dem in Figur 2 gezeigten Schnitt durch ein Mehrschichten-Halterungselement 11
bildet die äußere Schicht 12 ein Massivteil, das aus Tantal oder Molybdän besteht.
Auf dieses Massivteil 12 ist durch Beschichtung oder Plattierung auf seiner Innenseite
14 eine Graphitschicht 13 aufgebracht.
[0020] Das in Figur 3 dargestellte Mehrschichten-Halterungselement 15 ist wiederum als ein
Halterungselement aus zwei Schichten ausgeführt und enthält als äußere Schicht ein
Massivteil 16 aus Chrom, Nickel oder Aluminium oder deren Legierungen. Die innere
Schicht 17 des Mehrschichten-Halterungselementes 15 ist von einer Oxidschicht des
Massivteils 16 gebildet.
[0021] Die Figur 4 zeigt im Schnitt ein Mehrschichten-Halterungselement 18 mit drei Schichten,
wobei ein Massivteil 19 genauso ausgeführt ist wie die äußere Schicht 16 des Ausführungsbeispiels
nach Figur 3 und die innere Schicht 20 wiederum eine Oxidschicht des Massivteils 19
darstellt. Außen auf dem Massivteil 19 befindet sich eine Keramikschicht 21.
[0022] Abschließend ist darauf hinzuweisen, daß die Mehrschichten-Halterungselemente konstruktiv
in sehr unterschiedlicher Weise ausgebildet sein können. Beispielsweise können sie
als Halterungselemente zum festen Umfassen des jeweils zu erwärmenden Metallbauteils
dienen oder auch als Lagerstellen für die Metallbauteile, wenn diese zur Erzielung
einer guten Durchwärmung gedreht werden sollen. Auch als einfache Abstützungen für
die zu erwärmenden Metallbauteile können die Mehrschichten-Halterungselemente ausgestaltet
sein.
1. Verfahren zum Erwärmen von Metallbauteilen (3) mit Elektronenbestrahlung in einer
Vakuumkammer (1), bei dem zur Halterung der Metallbauteile (3) in der Vakuumkammer
(1) Mehrschichten-Halterungselemente (6) mit einer der Elektronenbestrahlung zugewandten,
hitzebeständigen und gut wärmeabsorbierenden äußeren Schicht (9) und mit einer dem
jeweiligen Metallbauteil (3) zugewandten, gut wärmeabstrahlenden inneren Schicht verwendet
werden.
2. Vorrichtung zum Erwärmen von Metallbauteilen (3) mit Elektronenbestrahlung in einer
Vakuumkammer (1) mit einer Einrichtung (z) zon Elektronenbestrahlung und mit Mehrschichten-Halterungselementen
(6) für die Metallbauteile (3), wobei die Mehrschichten-Halterungselemente (6) eine
der Elektronenbestrahlung zugewandte, hitzbeständige und gut wärmeabsorbierende äußere
Schicht (9) und eine dem jeweiligen Metallbauteil zugewandte, gut wärmeabstrahlende
innere Schicht (10) aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die äußere Schicht ein Massivteil (12) aus Tantal oder Molybdän ist, auf dem sich
als innere Schicht eine Graphitschicht (13) befindet.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die äußere Schicht ein Massivteil (16) aus einem zur Bildung von thermisch hochstabilen
Oxiden neigenden Metall ist, auf dem sich als innere Schicht eine Oxidschicht (17)
des Metalls befindet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
- das Metall Chrom, Nickel oder Aluminium oder eine Legierung dieser Metalle ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
- sich außen auf dem Massivteil (18) eine Keramikschicht (21) befindet.
1. Method for heating metal components (3) using electron irradiation in a vacuum chamber
(1), in which multilayer holding elements (6), which have an outer layer (9), which
faces the electron radiation, is resistant to heat and exhibits good heat-absorption
properties, and an inner layer, which faces the respective metal component (3) and
exhibits good heat-radiating properties, are used to hold the metal components (3)
in the vacuum chamber (1).
2. Device for heating metal components (3) using electron irradiation in a vacuum chamber
(1), having an arrangement (2) for electron irradiation and having multilayer holding
elements (6) for the metal components (3), the multilayer holding elements (6) having
an outer layer (9), which faces the electron radiation, is resistant to heat and exhibits
good heat-absorption properties, and an inner layer (10), which faces the respective
metal component and exhibits good heat-radiating properties.
3. Device according to Claim 2,
characterized in that
- the outer layer is a solid part (12) made from tantalum or molybdenum, on which
there is a graphite layer (13) as the inner layer.
4. Device according to Claim 2,
characterized in that
- the outer layer is a solid part (16) made from a metal which tends to form thermally
highly stable oxides and on which there is an oxide layer (17) of the metal as the
inner layer.
5. Device according to Claim 4,
characterized in that
- the metal is chromium, nickel or aluminium or an alloy of these metals.
6. Device according to Claim 3 or 4,
characterized in that
- there is a ceramic layer (21) on the outside of the solid part (18).
1. Procédé de chauffage d'éléments (3) métalliques en les exposant à un faisceau d'électrons
dans une chambre (1) sous vide, qui consiste à utiliser, pour le maintien des éléments
(3) métalliques dans la chambre (1) sous vide, des éléments (6) de maintien stratifiés
ayant une couche (9) extérieure tournée vers le faisceau d'électrons, résistant à
la chaleur et absorbant bien la chaleur et une couche intérieure tournée vers l'élément
(3) métallique respectif et dissipant bien la chaleur.
2. Dispositif de chauffage d'éléments (3) métalliques en les exposant à un faisceau d'électrons,
comprenant un dispositif (2) d'exposition à un faisceau d'électrons dans une chambre
(1) à vide et des éléments (6) stratifiés de maintien des éléments (3) métalliques,
les éléments (6) stratifiés de maintien comprenant une couche (9) extérieure tournée
vers le faisceau d'électrons, résistant à la chaleur et absorbant bien la chaleur
et une couche (10) intérieure tournée vers l'élément (3) métallique respectif et dissipant
bien la chaleur.
3. Dispositif suivant la revendication 2,
caractérisé en ce que
- la couche extérieure est une partie (12) pleine en tantale ou en molybdène, sur
laquelle se trouve en tant que couche intérieure une couche (13) en graphite.
4. Dispositif suivant la revendication 2,
caractérisé en ce que
- la couche extérieure est une partie (16) pleine en un métal ayant tendance à former
des oxydes très stables thermiquement, sur laquelle se trouve comme couche intérieure
une couche (17) d'oxyde du métal.
5. Dispositif suivant la revendication 4,
caractérisé en ce que
- le métal est le chrome, le nickel ou l'aluminium ou un alliage de ces métaux.
6. Dispositif suivant la revendication 3 ou 4,
caractérisé en ce que
- une couche (21) en céramique se trouve à l'extérieur sur la partie (18) pleine.