[0001] Die Erfindung betrifft ein pneumatisch-hydraulisches Blindnietgerät mit einer Zugvorrichtung,
die in einem Gehäuse angeordnet ist und ein Futtergehäuse aufweist, das mit einem
hydraulischen Zugkolben verbunden ist und Futterbacken umgibt, an denen eine Druckbuchsenanordnung
anliegt, die mit einem Rückstellkolben zusammenwirkt.
[0002] Ein derartiges Blindnietgerät ist aus DE 31 53 057 C2 bekannt. Die zum Setzen eines
Blindnietgeräts erforderliche Energie wird mit Hilfe von Druckluft erzeugt, die in
vielen Fertigungsanlagen mit einem Standarddruck von 6 bar zur Verfügung steht. Diese
Druckluft betätigt einen Pneumatikkolben. Dieser Pneumatikkolben ist starr mit einem
Hydraulikkolben verbunden, der eine wesentlich kleinere Wirkfläche aufweist. Der Hydraulikkolben
erzeugt demnach einen relativ hohen Druck in einer Hydraulikflüssigkeit. Diese Hydraulikflüssigkeit
wirkt dann auf den Zugkolben. Der Zugkolben steht in einer zugkräfteübertragenden
Verbindung mit dem Futtergehäuse. Das Futtergehäuse hat an seiner Innenseite eine
konisch verlaufende Berührungsfläche zu den Futterbacken, die in einer Bereitschaftsstellung
des Blindnietgerätes an einem Mundstück anliegen und somit in das Futtergehäuse hinein
geschoben werden, so daß sie sich öffnen und ein Nietdorn eines Blindniets eingesetzt
werden kann. Bei der durch den Zugkolben hervorgerufenen Bewegung des Futtergehäuses
entstehen zwei Wirkungen. Zum einen werden die Futterbacken radial nach innen gepreßt,
wenn sich das Futtergehäuse in Zugrichtung über die Futterbacken hinweg bewegt. Wenn
die Futterbacken den Nietdorn dann festhalten, bewirkt eine weitere Zugbewegung des
Futtergehäuses, daß die Futterbacken den Nietdorn "mitnehmen", so daß der Nietdorn
den Hohlniet in an sich bekannter Weise zunächst verformt und dann abgerissen wird.
[0003] Nach dem Abreißen wird der Pneumatikzylinder entlastet, so daß sich auch der hydraulische
Druck auf den Zugkolben abbaut. Auf den Rückstellkolben wirkt nun ein Druck, beispielsweise
hervorgerufen durch die Druckluft. Der Rückstellkolben schiebt dann den Zugkolben
und damit auch das Futtergehäuse wieder in die Ausgangsposition zurück. Die Druckbuchsenanordnung
weist hierbei in ihrer Mitte eine Druckfeder auf, so daß der Rückstellkolben das Futtergehäuse
auch dann noch eine kleine Strecke weiterschieben kann, wenn die Futterbakken an einem
Mundstück des Gehäuses anliegen. Dadurch kommen die Futterbacken vom Futtergehäuse
frei und können sich öffnen. Der abgerissene Nietdorn kann dann entnommen werden oder
nach hinten aus dem Blindnietgerät herausgesaugt werden. Ein neuer Blindniet kann
mit seinem Nietdorn eingesetzt werden. Letztendlich wird beim Öffnen der Futterbacken
die Feder vorgespannt, die beim nächsten Setzvorgang des Blindniets für die Schließkraft
der Futterbacken auf dem Nietdorn verantwortlich ist.
[0004] Eine derartige Ausbildung eines Blindnietgerätes hat sich im Grunde bewährt. Allerdings
läßt sich nach dem Setzen einer bestimmten Anzahl von Blindnieten beobachten, daß
die Futterbacken nicht mehr mit der gewünschten Zuverlässigkeit auf dem Nietdorn halten.
Es kommt in zunehmendem Maße zum Durchrutschen der Futterbacken auf dem Nietdorn,
so daß die Ausbildung der mit dem Blindniet beabsichtigten Nietverbindung nicht mehr
mit der gewünschten Zuverlässigkeit erfolgt. Dies trifft in verstärktem Maße dann
zu, wenn die Zähne der Futterbakken durch Verschleiß schon leicht stumpf sind. Dadurch
ist ein Greifen des Nietdornes nicht mehr möglich oder zumindest stark erschwert,
was zum Ausfall des Gerätes führen kann. Die Futterbacken müssen dann erneuert werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Nietvorgang mit Blindnieten zuverlässig
zu steuern.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem Blindnietgerät der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
daß zwischen dem Rückstellkolben und dem Zugkolben ein Druckraum angeordnet ist, der
über eine Steuereinrichtung mit einem gesteuerten Druck beaufschlagbar ist.
[0007] Mit einer derartigen Ausgestaltung ist man in der Lage, die Schließkräfte, die auf
die Futterbacken wirken, gezielter zu beeinflussen. Vor allem ist es möglich, mit
Hilfe des gesteuerten Drucks sowohl eine Öffnung der Futterbacken beim Rückstellen
der Zugvorrichtung zu bewirken, als auch eine Schließkraft aufzubringen, die jedenfalls
in der Regel weit über die Schließkraft einer Feder hinausgeht. Wenn man den Druckraum
unter Druck setzt, dann schiebt er den Zugkolben und damit auch das Futtergehäuse
in die vorderste Position, in der die Futterbacken vom Futtergehäuse frei kommen.
Die Futterbacken können, weil sie am Mundstück anliegen, nicht weiter nach vorne geschoben
werden. Wenn man hingegen den Druck im Druckraum absenkt und gleichzeitig oder später
den Zugkolben mit hydraulischem Druck beaufschlagt, dann wird das Futtergehäuse mit
einer Kraft gegenüber den Futterbacken nach "hinten", also vom Mundstück weg, bewegt,
die so groß ist, wie die Kraft, die den Rückstellkolben in der Rückstellposition hält.
Damit werden wesentlich größere Kräfte auf die Futterbacken übertragen, was zu einem
sicheren Greifen des Nietdornes mit einer wesentlichen Erhöhung der Standzeit der
Greifbacken führt. Damit wird zunächst der Verschleiß der Greifbacken klein gehalten.
Gleichzeitig kann über einen weitaus längeren Zeitraum sichergestellt werden, daß
der Setzvorgang des Nietes mit der gewünschten Zuverlässigkeit abläuft.
[0008] Vorzugsweise ist die Druckbuchsenanordnung in Druckrichtung zwischen Rückstellkolben
und Futterbacken starr ausgebildet. Es ist also keine Druckfeder mehr zwischen dem
Rückstellkolben und den Futterbacken angeordnet, sondern der Rückstellkolben kann
permanent von hinten gegen die Futterbacken drücken. Damit ist der Druck, mit dem
der Rückstellkolben über die Druckbuchsenanordnung auf die Futterbacken drückt, ein
Maß für die Schließkraft, mit der das Futtergehäuse die Futterbacken zusammendrücken
kann. Die bislang von einer Druckfeder aufgebrachte Schließkraft wird also ersetzt
durch eine durch Drücke gesteuerte Schließkraft.
[0009] Vorzugsweise weist die Druckbuchsenanordnung eine in Längsrichtung geteilte Druckbuchse
auf, deren den Futterbacken zugewandtes Ende als Hohlzylinder mit glatter Mantelfläche
ausgebildet ist. Dieser Teil ist also ein Verschleißteil, das im Bedarfsfall leicht
ausgewechselt werden kann. Beim Schließen der Futterbacken ergibt sich an der Berührungsstelle
zwischen Druckbuchse und Futterbacken immer eine kleine Bewegung mit einem entsprechenden
Abrieb, da diese Bewegung unter einem teilweise recht hohen Druck erfolgt. Wenn man
nun das den Futterbacken zugewandte Ende als Verschleißteil ausbildet, dann muß man
nicht die gesamte Druckbuchsenanordnung auswechseln.
[0010] Vorzugsweise senkt die Steuereinrichtung den Druck im Druckraum ab, wenn sie den
Zugkolben in Zugrichtung mit hydraulischem Druck beaufschlagt. Das Verändern der beiden
Drücke kann gleichzeitig oder zumindest in enger zeitlicher Nachbarschaft erfolgen.
Dadurch ist es möglich, die Steuerung der beiden Drücke mit einer einzigen Bewegung
der Hand oder eines Fingers der Bedienungsperson zu bewirken. Wenn der Druck im Druckraum
abgesenkt wird, dann wird der Bewegung des Zugkolbens kein unmittelbarer Widerstand
mehr entgegengesetzt, so daß die Bewegung des Zugkolbens unmittelbar umgesetzt werden
kann in eine Schließbewegung mit nachfolgender Zugbewegung.
[0011] Vorzugsweise ist auf beiden Seiten des Rückstellkolbens der gleiche Druck einstellbar,
wobei der Rückstellkolben auf seiner dem Zugkolben abgewandten Seite eine größere
Wirkfläche als auf seiner dem Zugkolben zugewandten Seite aufweist. Das Einstellen
der gleichen Drücke ist eine relativ einfache Maßnahme. Benötigt wird nur eine einzelne
Druckquelle. Durch die Aufteilung der Wirkflächen in unterschiedliche Größe auf der
Vorderseite (dem Zugkolben zugewandt) und der Rückseite des Rückstellkolbens lassen
sich nun genauso einfach unterschiedliche Kräfte auf den Rückstellkolben aufbringen.
Diese Kräfte sind so gerichtet, daß der Rückstellkolben immer in Richtung auf das
Mundstück belastet wird. Wenn die Futterbacken am Mundstück anliegen, dann wirkt hingegen
nur die Differenz der beiden Kräfte auf das Mundstück, so daß man die Ausbildung des
Gehäuses nicht übermäßig stark dimensionieren muß.
[0012] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß der Rückstellkolben mit einem Rückstellrohr
verbunden ist, das in ein Verbindungsrohr hineinragt. Mit Hilfe des Zugkolbenrohres
ist es auf einfache Weise möglich, die Größe der Wirkfläche zu verringern.
[0013] Bevorzugterweise ist die dem Zugkolben abgewandte Seite des Rückstellkolbens mit
einem konstanten Druck beaufschlagt. Bei diesem Druck kann es sich um den Druck handeln,
mit dem das Blindnietgerät betrieben wird, beispielsweise 6 bar Druckluft. Da die
dem Zugkolben abgewandte Seite des Rückstellkolbens nicht mehr druckgesteuert werden
muß, ist die Ausbildung sehr einfach. Dieser Druck auf der Rückseite des Rückstellkolbens
muß auch nur in der Lage sein, die Zugvorrichtung wieder in ihre Ausgangslage zurückzuschieben.
[0014] Vorzugsweise ist der Rückstellkolben auf einem Auswurfrohr geführt. Diese Ausbildung
hat mehrere Vorteile. Zum einen kann man auf der dem Zugkolben abgewandten Seite des
Rückstellkolbens einen Druckraum bilden, der nach außen hin geschlossen ist, und gleichzeitig
einen Entsorgungspfad für abgerissene Nietdorne bereitstellen. Zum anderen wird durch
eine zusätzliche Führung des Rückstellkolbens sichergestellt, daß seitliche Bewegungen
des Rückstellkolbens nahezu ausgeschlossen sind, so daß die Dichtungsproblematik hier
verkleinert wird. Es ist mit einfachen Maßnahmen möglich, den Rückstellkolben zum
Gehäuse hin abzudichten.
[0015] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß das Auswurfrohr eine durch einen Dornsammelbehälter
betätigbare Sperre aufweist, deren Sperrfläche so an den Querschnitt des Auswurfrohres
angepaßt ist, daß ein Spalt verbleibt, der eine wirksame Abströmung von Luft erlaubt,
einen Ausstoß von Blindnietdornen aber sperrt. Diese Sperre ist eine Sicherheitsmaßnahme.
In vielen Blindnietgeräten werden die abgerissenen Nietdorne abgesaugt oder mit Hilfe
von Druckluft herausgeblasen und in einem Sammelbehälter aufgefangen. Der Sammelbehälter
sammelt nicht nur die Nietdorne über einen gewissen Zeitraum. Er verhindert auch,
daß Bedienungspersonen durch Nietdorne gefährdet werden, die im wahrsten Sinn des
Wortes beim Absaugen aus dem Zugmechanismus herausgeschossen werden. Man kann nun
zwar verhindern, daß die Nietdorne nach hinten aus dem Auswurfrohr herausgeschossen
werden, in dem man das Auswurfrohr einfach verschließt. In diesem Fall baut sich aber
hier ein Druck auf, der letztendlich dazu führt, daß die Nietdorne nach vorne, d.h.
durch das Mundstück, herausgeschossen werden. Wenn man nun die Sperre so ausbildet,
daß die Luft zwar abströmen kann, der Spalt zwischen Sperre und Auswurfrohr so klein
ist, daß ein Nietdorn nicht mehr daran vorbeipaßt, dann werden beide Möglichkeiten
ausgeschlossen. Der Nietdorn verbleibt dann im Auswurfrohr, solange die Sperre eingefahren
ist. Eine derartige Situation tritt beispielsweise dann auf, wenn der Bediener den
Sammelbehälter abgenommen hat, um ihn zu entleeren.
[0016] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß die Sperre durch einen Finger an einer Platte
gebildet ist, die um eine Achse verschwenkbar ist, die parallel zur Achse des Auswurfrohres
verläuft. Damit wird eine erhebliche Baulänge eingespart. Die Sperre benötigt praktisch
keinen Platz in Axial- oder Zugrichtung, kann aber den durch das Auswurfrohr verlaufenden
Pfad zuverlässig verschließen.
[0017] Dies gilt insbesondere dann, wenn der Finger im wesentlichen radial in das Auswurfrohr
einführbar ist. In diesem Fall wird auch für die Bewegung der Sperre praktisch kein
zusätzlicher Bauraum benötigt.
[0018] Vorzugsweise sind die Futterbacken im Futtergehäuse in Nuten geführt, deren Nutgrund
einen über eine vorbestimmte Länge konstanten Querschnitt aufweist, wobei die Futterbacken
an diesen Querschnitt angepaßt sind. In diesem Fall sind die Futterbacken im Futtergehäuse
immer über eine definierte Anpreßfläche gehalten und zwar unabhängig von ihrer axialen
Lage, d.h. der Lage entlang der Zugrichtung, im Futtergehäuse. Damit lassen sich die
Flächenpressungen auf die Futterbacken unabhängig von der Lage der Futterbacken gleich
halten. Unzulässig hohe Preßdrücke werden vermieden.
[0019] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung näher beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Schnittansicht durch ein Blindnietgerät,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung eines Teils des Blindnietgeräts,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer Sperre in geschlossenem Zustand und
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung der Sperre in geöffnetem Zustand.
[0020] Fig. 1 zeigt ein pneumatisch-hydraulisches Blindnietgerät 1 mit einem Druckluftanschluß
2, über dem dem Blindnietgerät 1 Druckluft mit einem Druck von beispielsweise 6 bar
zugeführt wird. Ein an sich bekanntes Schieberventil 3 steuert die Zufuhr der Druckluft
zu einzelnen Komponenten des Blindnietgeräts 1 und zwar unter Wirkung eines Tast-
oder Druckschalters 4, der in einem Griffbereich 5 am Handgriff 6 des Blindnietgeräts
1 so angeordnet ist, daß er beispielsweise vom Zeigefinger eines Bedieners betätigt
werden kann.
[0021] Die grundsätzliche Funktionsweise eines derartigen Blindnietgeräts ist bekannt. Wenn
der Druckschalter 4 eingedrückt wird, wird das Schieberventil 3 so gesteuert, daß
die Druckluft unterhalb eines Pneumatikkolbens 7 kommt und diesen nach oben (bezogen
auf die Darstellung der Fig. 1) verschiebt. Mit dem Pneumatikkolben 7 ist über eine
Kolbenstange 8 ein Hydraulikkolben 9 starr verbunden, der bei der Bewegung des Pneumatikkölbens
7 ebenfalls nach oben bewegt wird und Hydraulikflüssigkeit in einem Hydraulikzylinder
10 unter Druck setzt und diese über einen Kanal 11 in einen Arbeitsraum 12 fördert.
Der Arbeitsraum 12 ist über einen Verschlußstopfen 13 mit Hydraulikflüssigkeit befüllbar.
Der Arbeitsraum 12 wird unter anderem von einem beweglichen Zugkolben 14 begrenzt,
der durch die durch den Kanal 11 einströmende Hydraulikflüssigkeit unter Druck gesetzt
und damit bewegt wird. Wenn der Druckschalter 4 losgelassen und damit in die in der
Fig. 1 dargestellte Position verbracht wird, dann steuert das Schieberventil 3 um
und entlastet den Bereich unterhalb des Pneumatikkolbens 7, so daß der Zugkolben 14
wieder zurückbewegt werden kann und die Hydraulikflüssigkeit in den Hydraulikzylinder
10 verdrängt.
[0022] In bekannter Weise wird hierbei die Luft durch ein Rohr 15 in den Raum oberhalb des
Pneumatikkolbens 7 verdrängt und steht später zum Ausblasen oder Heraussaugen eines
abgerissenen Nietdornes zur Verfügung.
[0023] Die Druckluft vom Anschluß 2 steht ferner in einem Gehäuseraum 16 permanent an und
gelangt von dort über einen Kanal 17 in einen Rückstellraum 18. Dort herrscht also
ein konstanter Druck, der dem Versorgungsdruck des Blindnietgeräts 1 entspricht.
[0024] Fig. 2 zeigt in etwas vergrößerter Darstellung den Kopf 19 des Blindnietgeräts. Dieser
Kopf 19 weist ein Gehäuse 20 auf, in das ein Vorderteil 21 mit einem Mundstück 22
eingeschraubt ist. Das Mundstück 22 weist eine Öffnung 23 auf, durch die in bekannter
Weise ein Nietdorn eines nicht näher dargestellten Blindnietes eingeführt werden kann.
Das Mundstück 22 ragt mit einem kegelartigen Vorsprung 24 etwas in das Gehäuse 20
bzw. dessen Vorderteil 21 hinein.
[0025] Im Gehäuse 20 ist nun eine Zugvorrichtung angeordnet, die ausgehend von dem Zugkolben
14 ein Verbindungsrohr 25 aufweist. Auf das Verbindungsrohr 25 ist ein Futtergehäuse
26 aufgeschraubt und zwar am vorderen Ende, in dem Futterbacken 27 angeordnet sind.
[0026] Das Futtergehäuse 26 weist für jede Futterbacke 27 eine Nut 28 auf, in der die Futterbacke
27 parallel zur Zugrichtung, die durch einen Pfeil 29 dargestellt ist, bewegt werden
kann. Der Grund der Nut 28 ist im wesentlichen halbkreisförmig. Der Rücken der Futterbacke
27 weist eine entsprechende halbkreisförmige Abrundung auf. Im übrigen verlaufen die
Wände der Nut 28 parallel zu Radialstrahlen, so daß die Futterbacke 27 in ihrer Nut
28 immer geführt ist, gleichzeitig aber unabhängig von ihrer Position parallel zur
Zugrichtung 29 immer mit der gleichen Auflagefläche am Futtergehäuse 26 anliegt.
[0027] Die Futterbacken 27 werden durch eine Druckbuchse in Richtung auf das Mundstück 22
gedrückt, wobei die Druckbuchse ein Vorderteil 30 und ein Hinterteil 31 aufweist,
die aneinanderanliegen. Vorderteil 30 und Hinterteil 31 können zwar voneinander abgehoben
werden. Wenn man jedoch entgegen der Zugrichtung 29 auf das Hinterteil 31 drückt,
dann wird das Vorderteil 30 gegen die Futterbacken 27 gepreßt. Das Vorderteil 30 ist
als einfacher Rohrabschnitt ausgebildet, d.h. es ist als Hohlzylinder ausgebildet.
Es weist eine konische Vorderseite 32 auf, durch die die Futterbacken 27 etwas auseinandergespreizt
werden können, wenn das Futtergehäuse eine derartige Spreizbewegung zuläßt. Die Futterbacken
27 sind entsprechend entgegengesetzt abgeschrägt.
[0028] Das Hinterteil 31 ragt in ein Auswurfrohr 33 hinein und ist dort teleskopierend geführt.
[0029] Ein Rückstellkolben 34 ist abgedichtet im Gehäuse 20 geführt. Der Rückstellkolben
34 bildet eine bewegliche Grenze für den Rückstellraum 18. Er wird vom Druck im Rückstellraum
18 beaufschlagt.
[0030] Der Rückstellkolben 34 ist über ein Rückstellrohr 35 mit dem Hinterteil 31 verbunden,
wobei es ausreicht, wenn diese Verbindung Druckkräfte übertragen kann. Hierzu weist
das Hinterteil 31 einen umlaufenden Vorsprung 36 auf, an dem eine Durchmesserverringerung
37 des Rückstellrohres 35 anliegt. Selbstverständlich kann das Rückstellrohr 35 aber
auch mit dem Hinterteil 31 der Druckbuchse verschraubt sein. Das Verbindungsrohr 25
ist in einem Lagerrohr 38 aufgenommen, wobei zwischen dem Verbindungsrohr 25 und dem
Lagerrohr 38 ein spaltförmiger Kanal 39 verbleibt, durch den ein Kanal 40 mit einer
Öffnung 41 im Verbindungsrohr 25 verbunden ist. Die Öffnung 41 wiederum mündet in
einen Ringraum 42 zwischen dem Rückstellrohr 35 und dem Verbindungsrohr 25. Dieser
Ringraum 42 ist nach vorne hin durch das Rückstellrohr 35 abgedichtet, das hierzu
einen nach außen umlaufenden Vorsprung 43 aufweist. Nach hinten mündet dieser Ringraum
42 in einen Druckraum 44, der durch den Zugkolben 14 und den Rückstellkolben 34 begrenzt
ist.
Das Blindnietgerät 1 arbeitet nun folgendermaßen:
[0031] In der in Fig. 2 dargestellten Ruhe- oder Bereitsschaftsposition ist der Druckschalter
4 unbetätigt und damit ein von ihm gesteuertes Ventil 45 geschlossen. Im Rückstellraum
18 herrscht der Druck der versorgenden Druckluft, beispielsweise 6 bar. Der gleiche
Druck gelangt über das Schieberventil 3 und einen Kanal 56, den Kanal 40, den Kanal
39, die Öffnung 41 und den Ringraum 42 in den Druckraum 44. Der Arbeitsraum 12 ist
unbelastet. Die wirksame Druckangriffsfläche des Rückstellkolbens 34, die den Druckraum
44 begrenzt, ist kleiner als die wirksame Fläche, die den Rückstellraum 18 begrenzt.
Dies ergibt sich dadurch, daß das Rückstellrohr 35 einen größeren Durchmesser als
das Auswurfrohr 33 aufweist. Dementsprechend ist der Rückstellkolben bei gleichen
Drücken in Richtung auf das Mundstück 22 vorgespannt und preßt die Futterbacken 27
gegen das Mundstück 22, genauer gesagt dessen Vorsprung 24. Die Kraft, die hierbei
auf die Futterbacken 27 wirkt, ergibt sich aus der Kraftdifferenz zwischen den beiden
Seiten des Rückstellkolbens 34.
[0032] Der Druck im Druckraum 44 wirkt aber auch auf den Zugkolben 14 und drückt diesen
ebenfalls in Richtung auf das Mundstück 22. Da sich die Futterbacken 27 nicht weiter
bewegen können, wird das Futtergehäuse 26 über die Futterbacken 27 hinausgeschoben.
Diese Bewegung führt dazu, daß das Futtergehäuse 26 von den Futterbakken 27 frei kommt
und sich die Futterbacken 27 radial nach außen öffnen können. In diesem Zustand kann
durch die Öffnung 23 problemlos ein Nietdorn eines Blindniets eingeführt werden.
[0033] Die Flächen des Rückstellkolbens 34 können beispielsweise so gewählt sein, daß bei
einem Luftdruck von 6 bar eine Kraft in der Größenordnung von 600 N in Richtung auf
das Mundstück 22 wirkt, während eine Kraft in der Größenordnung von 570 N in die entgegengesetzte
Richtung wirkt. Auf das Mundstück wirkt dementsprechend nur eine Kraft von 30 N.
[0034] Wenn nun ein Blindniet gesetzt werden soll, dann wird nach dem Einsetzen des Blindniets
in das Mundstück 22 der Druckschalter 4 betätigt. Dieser entlüftet nun den Druckraum
44 über den Ringraum 42, die Öffnung 41 und den Kanal 39 sowie den Kanal 40. Dementsprechend
bricht der Druck im Druckraum 44 mehr oder weniger schlagartig zusammen. Gleichzeitig
wird über das Schieberventil 3 der Pneumatikkolben 7 mit Druck beaufschlagt, so daß
der sich schnell aufbauende hydraulische Druck in den Arbeitsraum 12 gelangt und den
Zugkolben 14 nach hinten, d.h. in Fig. 2 nach rechts verschiebt.
[0035] Auf den Rückstellkolben 34 wirken nun einseitig die vom Druck im Rückstellraum 18
hervorgerufenen Kräfte und zwar in Richtung auf das Mundstück 22. Im beschriebenen
Ausführungsbeispiel sind dies beispielsweise 600 N. Mit diesen 600 N werden die Futterbacken
27 in das Futtergehäuse 26 hineingedrückt. Diese Kraft ist wesentlich höher, als man
sie mit den meisten Federn erreichen könnte. Es entsteht also eine sehr hohe Schließkraft,
so daß der Nietdorn sicher von den Futterbacken 27 ergriffen werden kann. Wenn aufgrund
des Nietdornes eine weitere Einwärtsbewegung der Futterbacken 27 nicht mehr möglich
ist, dann bewegt der Zugkolben 14 über das Futtergehäuse 26 den in den Futterbacken
27 festgehaltenen Nietdorn weiter nach rechts, wodurch der Nietkopf geformt und der
Nietdorn später abgerissen wird. Hierbei muß der Zugkolben 14 zwar gegen den Druck
im Rückstellraum 18 arbeiten, wobei er die entsprechende Kraft über das Futtergehäuse
und die Futterbacken auf den Rückstellkolben 34 überträgt. Dieser Druck im Rückstellraum
18 ist jedoch vergleichsweise gering, so daß er den Nietvorgang nicht wesentlich stört.
[0036] Wenn der Nietvorgang beendet ist, was der Bediener am Abreißen des Nietdornes hört
und auch spürt, dann läßt er den Druckschalter 4 los. Der hydraulische Druck im Arbeitsraum
12 sinkt ab, weil der Luftdruck unter dem Pneumatikkolben durch das Steuerventil 3
abgesenkt wird und der Pneumatikkolben 7 gemeinsam mit dem Hydraulikkolben 9 wieder
in die Ausgangsstellung zurückfährt. Gleichzeitig wird der Druck im Druckraum 44 aufgebaut.
Da der Druck im Druckraum 44 zwar genauso groß ist wie im Rückstellraum 18, die Flächen
des Rückstellkolbens 34 sich aber unterscheiden, wird der Druck im Rückstellraum 18
den Rückstellkolben 34 wieder in Richtung auf das Mundstück 22 schieben und zwar solange,
bis die Futterbacken 27 am Mundstück 22 anliegen. Der Druck im Druckraum 44 schiebt
dann das Futtergehäuse 26 noch etwas weiter in Richtung auf das Mundstück 22, so daß
die Futterbacken 27 frei kommen und den Nietdorn loslassen.
[0037] Der nunmehr frei gekommene Nietdorn wird mit Hilfe einer prinzipiell bekannten Absaugung
durch das Vorderteil 30 und das Hinterteil 31 sowie das Auswurfrohr 33 zu einem nur
schematisch dargestellten Behälter 46 gefördert, der hinten am Kopf 19 befestigt ist.
Dieser Behälter 46 hat zwei Aufgaben. Zum einen sammelt er die abgerissenen Nietdorne.
Zum anderen verhindert er, daß die Nietdorne beim Ausstoßen aus dem Kopf frei in der
Gegend herum fliegen.
[0038] Um zu verhindern, daß bei abgenommenem Behälter 46 eine derartige Gefahr entsteht,
ist eine in Fig. 3 und 4 näher dargestellte Sperre 47 vorgesehen, die mit dem Auswurfrohr
33 zusammenwirkt. Die Sperre weist eine Platte 48 mit einem Finger 49 auf, wobei die
Platte 48 um einen Drehpunkt 50 verschwenkbar ist. Die Schwenkachse der Platte 48
ist parallel zur Achse des Auswurfrohres 33 gerichtet. Das Auswurfrohr 33 weist eine
Öffnung 51 auf, durch die der Finger 49 eingefahren werden kann. Eine Feder 52 hält
die Platte 48 in der in Fig. 3 dargestellten Position, wenn der Behälter 46 nicht
montiert ist. Der Behälter 46 ist über einen Bajonettverschluß mit dem Kopf verbindbar,
d.h. zu seiner Befestigung genügt eine Umdrehung von etwa 45°. Bei dieser Umdrehung
ergreift der Behälter einen Vorsprung 53 an der Platte 48 und verschiebt diese in
Fig. 4 dargestellte Position.
[0039] In der in Fig. 3 dargestellten Position verschließt der Finger 49 den freien Querschnitt
des Auswurfrohres 33 nicht vollständig. Es verbleibt vielmehr ein Spalt 54, der so
groß gewählt ist, daß die zum Abfördern der Nietdorne verwendete Luft zwar frei abströmen
kann, also im Auswurfrohr 33 kein Druck aufgebaut wird, der aber so schmal ist, daß
die abgerissenen Nietdorne nicht an dem Finger 49 vorbei gelangen können.
[0040] Diese Sperre kann im übrigen auch unabhängig von dem geschilderten Aufbau der Zugvorrichtung
eingesetzt werden.
1. Pneumatisch-hydraulisches Blindnietgerät mit einer Zugvorrichtung, die in einem Gehäuse
angeordnet ist und ein Futtergehäuse aufweist, das mit einem hydraulischen Zugkolben
verbunden ist und Futterbakken umgibt, an denen eine Druckbuchsenanordnung anliegt,
die mit einem Rückstellkolben zusammenwirkt, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Rückstellkolben (34) und dem Zugkolben (14) ein Druckraum (44) angeordnet
ist, der über eine Steuereinrichtung (3, 4) mit einem gesteuerten Druck beaufschlagbar
ist.
2. Blindnietgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckbuchsenanordnung (30, 31) in Druckrichtung zwischen Rückstellkolben (34)
und Futterbacken (27) starr ausgebildet ist.
3. Blindnietgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckbuchsenanordnung (30, 31) eine in Längsrichtung geteilte Druckbuchse aufweist,
deren den Futterbacken zugewandtes Ende (30) als Hohlzylinder mit glatter Mantelfläche
ausgebildet ist.
4. Blindnietgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (3, 4) den Druck im Druckraum (44) absenkt, wenn sie den Zugkolben
(14) in Zugrichtung (29) mit hydraulischem Druck beaufschlagt.
5. Blindnietgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß auf beiden Seiten des Rückstellkolbens (34) der gleiche Druck einstellbar ist, wobei
der Rückstellkolben (34) auf seiner dem Zugkolben (14) abgewandten Seite eine größere
Wirkfläche als auf seiner dem Zugkolben (14) zugewandten Seite aufweist.
6. Blindnietgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückstellkolben mit einem Rückstellrohr (35) verbunden ist, das in ein Verbindungsrohr
(25) hineinragt.
7. Blindnietgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Zugkolben (14) abgewandte Seite des Rückstellkolbens (34) mit einem konstanten
Druck beaufschlagt ist.
8. Blindnietgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückstellkolben (34) auf einem Auswurfrohr (33) geführt ist.
9. Blindnietgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Auswurfrohr (33) eine durch einen Dornsammelbehälter (46) betätigbare Sperre
(47) aufweist, deren Sperrfläche so an den Querschnitt des Auswurfrohres (33) angepaßt
ist, daß ein Spalt (54) verbleibt, der eine wirksame Abströmung von Luft erlaubt,
einen Ausstoß von Blindnietdornen aber sperrt.
10. Blindnietgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperre (47) durch einen Finger (49) an einer Platte (48) gebildet ist, die um
eine Achse (50) verschwenkbar ist, die parallel zur Achse des Auswurfrohres (33) verläuft.
11. Blindnietgerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Finger (49) im wesentlichen radial in das Auswurfrohr (33) einführbar ist.
12. Blindnietgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Futterbacken (27) im Futtergehäuse (26) in Nuten (28) geführt sind, deren Nutgrund
einen über eine vorbestimmte Länge konstanten Querschnitt aufweist, wobei die Futterbacken
(27) an diesen Querschnitt angepaßt sind.