[0001] Die Erfindung betrifft einen permanent magnetischen Antrieb für ein elektrisches
Schaltgerät.
[0002] Ein derartiger elektromagnetischer Antrieb ist beispielsweise aus der DE 197 09 089
A1 bekannt geworden.
[0003] Dieser permanent magnetische Antrieb besitzt ein geschlossenes, ringförmiges Joch,
welches aus lamellierten Blechen zusammengesetzt ist und zwei im Abstand zueinander
verlaufende Längsstege aufweist, an denen aufeinanderzuweisend zwei Polschuhe angeformt
sind. Parallel zu den Längsstegen verläuft ein Anker und zwischen den freien Enden
der Polschuhe und dem Anker befinden sich zwei Permanentmagnete. Beidseitig zu den
Permanentmagneten sind Spulen angeordnet, und je nach Ansteuerung der Spulen wird
der Anker aus einer Stellung in eine zweite Stellung verbracht, in dem durch die Spulen
magnetische Felder im Joch erzeugt werden, die mit den Permanent-magnetfeldern zusammenwirken,
um eine hin und her Bewegung zu erzeugen.
[0004] Der Anker besitzt stirnseitig zwei Fortsätze, die in den Querstegen des Joches geführt
sind; der eine der Fortsätze durchgreift den benachbarten Quersteg und ist mit dem
beweglichen Kontaktstengel eines Vakuumschalters verbunden.
[0005] Wenn der hier beschriebene, als bistabiler Aktuator bezeichnete Antrieb für unterschiedliche
Bemessungs-Kurzschlußausschaltströme angepaßt werden soll, dann wird die Breite variiert,
in dem parallel zu den einzelnen Lamellenblechen beidseitig weitere Lamellenbleche
angebracht werden. Für große Bemessungs-Kurzschlußausschaltströme ergeben sich allerdings
unvorteilhaft große und schwere Akutatoren auf Grund der vergrößerten Anzahl der Lamellenbleche.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, den permanent magnetischen Antrieb der eingangs genannten
Art so weiter zu verbessern, daß er auch für größere Bemessungs-.Kurzschlußausschaltströme
verwendet werden kann, ohne dabei die Breite zu verändern und damit das Gewicht wesentlich
zu vergrößern.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruches 1.
[0008] Danach wird erfindungsgemäß eine zweite Permanentmagnetanordnung mit einem beweglichen
Teil vorgesehen, wobei das bewegliche Teil mit dem Anker verbunden ist, so daß durch
die zweite Permanentmagnetanordnung der Anker in Richtung Einschalten bewegt und beaufschlagt
ist.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung ergeben sich
aus den weiteren Unteransprüchen.
[0010] Anhand der Zeichnung, in der zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt
sind, sollen die Erfindung selbst sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen
und weitere Vorteile näher erläutert und beschrieben werden.
[0011] Es zeigen
- Fig 1 und 2
- eine erste Ausführungsform eines permanent magnetischen Antriebes in zwei Schaltstellungen
und
- Fig 3
- eine Variante für den permanent magnetischen Antrieb.
[0012] Die Fig 1 zeigt eine Ansicht eines permanent magnetischen Antriebs 10. Dieser permanent
magnetische Antrieb 10 besitzt ein als Ring geschlossenes Joch 11, welches aus Lamellenblechen
zusammengesetzt ist, wobei die Lamellenbleche senkrecht zur Zeichenebene aufgeschichtet
sind. Das Joch 11 umfaßt zwei parallel zueinanderverlaufende Längsstege 12 und 13
sowie senkrecht dazu verlaufende Querstege 14 und 15. Etwa im mittleren Bereich der
Längsstege 12 und 13 sind aufeinanderzu vorspringend Polschuhe 16 und 17 angeformt,
die in einem weiter unten definierten Abstand voneinander enden.
[0013] Senkrecht zu den Querstegen 14 und 15 und in deren Mittelachse ist ein Anker 18 verschiebbar
angeordnet, der beispielsweise so ausgebildet sein kann wie in der DE 197 09 089 A1
beschrieben. Dieser Anker 18 ist über Ankerführungselemente 19 und 20, die Führungselemente
21 und 22 in den Querstegen 14 und 15 durchgreifen, im Magnetjoch 11 geführt.
[0014] Zwischen den Querstegen 14 bzw. 15 und den Polschuhen 16, 17 sind Spulen 23, 24 eingesetzt.
In den Zwischenbereich zwischen dem Anker 18 und den freien inneren Enden der Polschuhe
16 und 17 sind Permanentmagnete 25 und 26 eingesetzt, die mit den Spulen 23 und 24
in bestimmter Weise zusammenwirken.
[0015] An dem Führungsfortsatz 20 schließt der bewegliche Kontaktstengel eines Vakuumsschalters
an, wie aus der oben erwähnten deutschen Offenlegungsschrift bekannt geworden ist.
[0016] Bei Erregung der Spule 24 wird der Anker aus der in Fig 1 gezeigten Stellung in die
in Fig 2 gezeigte Stellung entsprechend der Doppelpfeilrichtung P verschoben, wobei
die Fig 1 die sogenannte Ausschaltstellung und die Fig 2 die Einschaltstellung zeigt:
Bei der Ausschaltstellung befindet sich der Anker 18 an dem Quersteg 14, der dem Kontaktstengel
entgegengesetzt liegt, wogegen bei der Einschaltstellung der Anker 18 gegen den dem
Schaltgerät benachbarten Quersteg 15 anliegt.
[0017] Ein derartiger permanent magnetischer Antrieb ist für einen bestimmten Bemessungs-Kurzschlußausschaltstrom
angepaßt; sollen höhere Ausschaltströme geschaltet werden können, sind größere Kräfte
aufzubringen. Dazu ist es erforderlich, beidseitig zu dem Joch mehr Lamellenbleche
unterzubringen, wobei die Lamellenbleche senkrecht zur Zeichenebene gestapelt werden.
[0018] Zur Verbesserung und zur Vereinfachung des Antriebes ist eine zweite Permanentmagnetanordnung
27 vorgesehen, die ein Gehäuse 28 aufweist, das als Rückschlußgehäuse dient und aus
magnetischem Material hergestellt ist. Das Gehäuse 28 besitzt zwei Vertiefungen 29
und 30, in denen Permanentmagnete 31 und 32 eingesetzt sind; die Permanentmagnete
können auch ringförmig ausgebildet sein, wobei die Vertiefung 29, 30 eine Ringvertiefung
sein kann. Das Gehäuse 28 ist mit dem Führungszapfen 19 fest verbunden und zwischen
den Permanentmagneten 31 und 32 und der Außenfläche des Quersteges 14 befindet sich
kein weiteres zusätzliches Bauelement.
[0019] Wenn nun der Antrieb aus der in Fig 1 gezeigten Ausschaltstellung in die in Fig 2
dargestellte Einschaltstellung verbracht wird, dann bewegen sich die Permanentmagnete
31 und 32 auf den oberen Quersteg 14 des Joches 11 zu, wobei die Magnetanordnung 27
mechanische Energie an das Antriebssystem des Leistungsschalters zusätzlich mit abgibt,
da die Magnetanordnung 27 von dem Quersteg 14 angezogen wird. Außerdem erhöht in der
eingeschalteten Stellung, siehe Fig 2, der Zusatzmagnet die statische Haltekraft,
die bei einem Vakuum-Leistungschalter für das Zusammendrücken von Kontaktdruckfedern
erforderlich ist. Da die Kraft, die von den Kontaktdruckfedern erzeugt werden soll,
von dem Bemessungs-Kurzschlußausschaltstrom abhängt, ist es mit der zweiten Permanentmagnetanordnung
möglich, einen beispielsweise für einen Bemessungskurzschlußausschaltstrom von 31,5
kA bemessenen Aktuator ohne zusätzliche Lamellenbleche auch für einen Kurzschlußausschaltstrom
von 40 kA zu benutzen.
[0020] Zwischen dem Führungszapfen 19 und dem Gehäuse 28 kann ein entsprechendes Einstellgewinde
vorgesehen sein, so daß der Luftspalt, der sich in der Stellung gemäß Fig. 2 zwischen
dem Gehäuse 28 und dem oberen Quersteg 14 ergibt, dadurch variiert werden kann. Derartige
Einstellelemente sind Gewindespindeln mit Mutter und Kontermutter, wobei die Mutter
gleichzeitig das Gehäuse 28 sein kann, nicht bekannt.
[0021] Da bei der Ausführung nach den Figuren 1 und 2 die Permanentmagnete 31, 32 in Bewegung
sind und im Falle einer Ausschalthandlung auch stoßend gegen den oberen Quersteg 14
aufschlagen, ist es sinnvoll, eine Lösung gemäß Fig 3 zu verwenden. Am oberen Quersteg
14 des Joches 11, auf dessen Außenseite, ist ein U-förmiges Halteelement 35 vorgesehen
bzw. befestigt, dessen Schenkel 36, 37 von dem Quersteg 14 weg vorspringen. Das Halteelement
kann auch ringförmig ausgeführt sein. Zwischen die Schenkel 36 und 37 ist ein Permanentmagnet
38 eingesetzt, der mittels mechanischer Verbindungen, beispielsweise einer Mutter
39 gegen den Boden des U-förmigen Halteelementes 35 festgeschraubt ist. Der Permanentmagnet
38 kann auch ringförmig ausgeführt sein. Mit dem Führungszapfen 19 über ein Verbindungszapfen
41 ist ein Rückschlußteil 40 verbunden, welches entsprechend der Doppel-Pfeilrichtung
P bewegbar ist, so daß in der in Fig 3 gezeigten Stellung der Permanentmagnet 38 keine
Wirkung besitzt, wogegen beim Auftreffen des Rückschlußteiles 40 auf die freien Enden
der Schenkel 36 und 37 eine entsprechende Magnetflußverteilung ergibt, die in gleicher
Weise dazu beiträgt, die Einschaltbewegung zu unterstützen und die statische Haltekraft
zu erhöhen. Bei der Anordnung gemäß Fig 3 ist der Permanentmagnet 38 unbeweglich und
ortsfest angeordnet; dadurch ist er stoßender Belastung nicht bzw. nur einer geringfügig
stoßenden Belastung unterworfen was für die Lebensdauer des Permanentmagneten auch
Vorteile besitzt.
1. Permanent magnetischer Antrieb für ein elektrisches Schaltgerät, insbesondere für
einen Vakuumleistungsschalter, mit einem lamellierten, rechteckförmigen Joch, in dem
ein Anker linear geführt ist, der mit dem beweglichen Kontaktstück des Schaltgerätes
gekuppelt ist, mit am Joch aufeinander zuweisenden Polschuhen, die zum Anker hin vorspringen,
mit einer ersten Permanentmagnetanordnung, deren Permanentmagnete zwischen den Polschuhen
und dem Anker angeordnet sind, und mit zwei beidseitig zu dem Permanentmagneten angeordneten
Spulen, die im Joch und Anker eine den durch den Permanentmagneten erzeugten magnetischen
Fluß zusammenwirken, dadurch gekennzeichnet, daß eine zweite Permanentmagnetanordnung mit einem beweglichen Teil vorgesehen ist,
das ist mit dem Anker verbunden ist, so daß durch die zweite Permanentmagnetanordnung
der Anker in Richtung Einschalten bewegt und beaufschlagt ist.
2. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Permanentmagnetanordnung außerhalb des Joches angeordnet ist.
3. Antrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Permanentmagnetanordnung auf der der Kupplungsstelle zwischen dem
beweglichen Kontaktstück und dem Anker entgegengesetzt liegenden Jochseite angeordnet
ist.
4. Antrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Permanentmagnet in einem Gehäuseteil untergebracht ist, das mit dem Anker
verbunden ist, so daß der Permanentmagnet der zweiten Permanentmagnetanordnung mit
dem Anker beweglich ist.
5. Antrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Permanentmagnet der zweiten Permanentmagnetanordnung ortsfest in einem ersten
Rückschlußelement festgelegt ist und daß mit dem ersten Rückschlußelement ein zweites
bewegliches Rückschlußelement zusammenwirkt, das mit dem Anker fest verbunden ist.
6. Antrieb nach einem der Ansprüche 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens das erste Rückschlußelement U-förmig ausgebildet ist und das zweite
Rückschlußelement die freien Schenkel des ersten Rückschlußelementes überdeckt.
7. Antrieb nach einem der Ansprüche 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens das zweite Rückschlußelement U-förmig ist.
8. Antrieb nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der zweiten Permanentmagnetanordnung und dem Joch ein Luftspalt vorgesehen
ist.
9. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Rückschlußelementen selbst ein Luftspalt vorgesehen ist.
10. Antrieb nach einem der Ansprüche 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftspalte einstellbar sind.