[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Betätigung einer Umformpresse, bei
welcher in einem starren Pressenrahmen ein Werkstück mittels einer Niederhalterkraft
gegen ein Werkzeug vorgespannt wird, wobei zumindest ein Stößelwerkzeug eine Stößelkraft
parallel zur Niederhalterkraft aufbringt und wobei gegen die Stößelkraft und die Niederhalterkraft
Schließzylinderkräfte aufgebracht werden und in dem Werkzeug ein Wasserkasten ausgebildet
ist, durch welchen Wasserkastenkräfte auf das Werkstück wirken können.
[0002] Eine Umformpresse der beschriebenen Art ist aus der deutschen Patentanmeldung 195
13 444 vorbekannt.
[0003] Diese Umformpresse zeichnet sich u.a. durch den entscheidenden Vorteil aus, daß es
sowohl zum Innenhochdruckumformen als auch zum Außenhochdruckumformen möglich ist,
sowohl das Stößelwerkzeug als auch die Niederhalter zu verriegeln und die erforderlichen
weiteren Umformkräfte durch eine Vielzahl von Schließzylindern aufzubringen. Diese
Schließzylinder sind selektiv regelbar und können hinsichtlich ihrer Anordnung an
unterschiedlichsten Bereichen des Werkstücks angreifen. Hierdurch können große Kräfte
bei geringen Kolbenwegen der Zylinder aufgebracht werden.
[0004] Beim Betrieb der beschriebenen Umformpresse hat es sich jedoch herausgestellt, daß
für bestimmte Werkstücke die erforderlichen Niederhalterkräfte nicht oder nur unzureichend
realisiert werden können.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
zu schaffen, welches bei einfachem Aufbau und einfacher Durchführbarkeit die Aufbringung
exakter Niederhalterkräfte ermöglicht und welches auch für unterschiedlichste Werkstücke
anwendbar ist.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Hauptanspruchs gelöst, die
Unteransprüche zeigen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0007] Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen, daß die durch die Aufbringung der Stößelkraft
resultierende Störkraft ermittelt und durch eine Änderung der Schließzylinderkräfte
ausgeglichen wird.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich durch eine Reihe erheblicher Vorteile
aus.
[0009] Durch die erfindungsgemäße Vorgehensweise ist es möglich, die bei dem Gesamtsystem
durch die Aufbringung der Stößelkraft resultierende Störkraft zu kompensieren. Es
hat sich gezeigt, daß die Schließzylinder zumindest teilweise wie elastische Elemente
reagieren und sich beim Aufbringen einer Stößelkraft und/oder einer Wasserkastenkraft
verformen. Diese Verformung wiederum führt, zusammen mit einer Elastizität des Werkzeuges
dazu, daß sich die Niederhalterkräfte ändern. Diese werden entweder höher oder niedriger,
abhängig von der auftretenden Verformung. Hierdurch verändern sich die Umformparameter,
so daß Fehler (zu stark oder zu schwaches Nachfließen des Materials des Werkstücks)
auftreten.
[0010] Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden die beschriebenen Probleme vermieden.
[0011] Die Niederhalterkraft steuert bei blechartigen Werkstücken den Blecheinzug und erzeugt
eine ausreichende Flächenpressung auf dem Werkzeug, um den Wasserkasten bei den auftretenden
Drücken abzudichten. Die Niederhalterkraft ist dabei idealerweise stößelwegabhängig
dem erforderlichen Wasserkastendruck angepaßt und über den gesamten Flanschbereich
des Werkstücks unterschiedlich groß, um die lokal unterschiedlichen Umformgrade ausgleichen
zu können.
[0012] Bei einer Umformpresse der beschriebenen Art liegt der Druck im Wasserkasten anfänglich
bei wenigen bar und steigert sich dann zu einigen hundert bar bei der Endausformung
des Werkstücks.
[0013] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Störkraft
durch eine Änderung der Niederhalterkraft gemessen wird. Hierbei ist es möglich, die
Niederhalterzylinder als Drucksensoren zu verwenden, so daß zusätzliche Meßeinrichtungen,
wie etwa Druckmeßdosen entfallen können. Hierdurch vereinfacht sich der Aufbau der
Umformpresse ganz erheblich. In ähnlicher Weise kann in vorteilhafter Weiterbildung
der Erfindung die Änderung der Niederhalterkraft durch eine Druckänderung in dem jeweiligen
Niederhalterzylinder bestimmt werden.
[0014] Der Ausgleich der Störkraft erfolgt vorteilhafterweise durch lokal unterschiedliche
Schließzylinderkräfte. Da bei der erfindungsgemäßen Umformpresse die Schließzylinder
variabel angeordnet werden können, um sie der Geometrie des Werkstücks und den auftretenden
Kräften angepaßt zu positionieren, ist es auch möglich, einzelne der Schließzylinder
mit unterschiedlichen Drücken zu beaufschlagen. Erfindungsgemäß können somit einzelne
Schließzylinder stärker mit Druck beaufschlagt werden, als andere Schließzylinder.
Hierdurch kann die elastische Verformung des Werkzeugs so kompensiert werden, daß
die gewünschten Niederhalterkräfte aufrechterhalten werden. Erfindungsgemäß kann somit
in vorteil-hafter Weise der Druck einzelner Schließzylinder unterschiedlich geändert
werden.
[0015] Zur Bestimmung der erforderlichen Parameter und zur Durchführung eines optimalen
Umformvorgangs ist es besonders günstig, wenn die Summe der Schließzylinderkräfte
für eine jeweilige Phase eines Umformvorgangs konstant ist. Dies bedeutet, daß die
Summe der einzelnen Schließzylinderkräfte, das heißt die Gesamt-Schließzylinderkraft
auf einzelne Regelkreise der einzelnen Schließzylinder aufgeteilt wird. Diese Aufteilung
kann bevorzugterweise prozentual erfolgen, so daß sich für die Gesamt-Schließzylinderkraft
ein Wert von 100 % ergibt. Diese prozentuale Aufteilung der Gesamt-Schließzylinderkraft
berücksichtigt als Führungsgröße einen Niederhalterkraftverlauf, welcher unter anderem
abhängig ist von dem Niederhalterweg und dem Stößelweg beziehungsweise der Stößelkraft.
Der Niederhalterkraftverlauf wird über den Druck der Niederhalterzylinder multipliziert
mit der aktiven Fläche gemessen. Für die einzelnen Phasen eines Umformvorganges werden
dann Abweichungen vondiesem Sollwert der Niederhalterkraft beziehungsweise dem vorgegebenen
Niederhalterkraftverlauf nach dem noch zu beschreibenden Regelschema korrigiert. Es
ist somit möglich, entweder empirisch oder rechnerisch sowohl die Anzahl der einzelnen
Schließzylinder und deren Regelkreise sowie deren prozentuale Lastaufnahme zu bestimmen.
Es kann dabei beispielsweise bei Beginn des Optimierungsprozesses von einer gleichmäßigen
Lastaufnahme ausgegangen werden. Mögliche Fehlstellen des Werkzeuges können somit
durch lokale Änderungen der Niederhalterkraft ausgeglichen oder vermieden werden.
Diese lokalen Änderungen der jeweiligen lokalen Niederhalterkräfte werden durch Änderung
der einzelnen Schließzylinderkräfte bewirkt. Wird die Einzelkraft eines Schließzylinders
erhöht oder erniedrigt, so ändert sich gemäß dem vorgegebenen prozentualen Verteilungsschlüssel
auch die jeweilige Kraft der restlichen Schließzylinder. Dieser prozentuale Ausgleich
erfolgt im Rahmen der Erfindung bevorzugterweise vollautomatisch.
[0016] Um ein optimales Umformergebnis zu erzielen, kann es vorteilhaft sein, daß vorab
die jeweils zeitlich und lokal optimale Niederhalterkraft bestimmt wird und daß die
Änderung der Schließzylinderkräfte zur Aufrechterhaltung dieser Niederhalterkraft
verändert wird. Auf diese Weise kann mittels der Pressenregelung ein optimaler Verlauf
der Niederhalterkraft an lokal unterschiedlichsten Stellen realisiert werden.
[0017] Besonders günstig ist es dabei, wenn für jeden Umformvorgang die erforderlichen Niederhalterkräfte
in einzelne zonenartige Bereiche des Werkstücks aufgeteilt und in ihrem jeweiligen
Wert bestimmt werden und wenn die einzelnen Schließzylinderkräfte den jeweiligen Bereichen
angepaßt werden.
[0018] Zur Bestimmung der erforderlichen Niederhalterkräfte wird der Umformvorgang bevorzugterweise
in einzelne Phasen zerlegt und für diese Phasen jeweils mittels Finiter-Elemente-Methoden
die Niederhalterkräfte sowohl lokal als auch zeitlich und dem Wert nach bestimmt.
Zu den Niederhalterkräften können somit lokal und zeitlich zugeordnet die jeweiligen
Schließzylinderkräfte aufgebracht werden.
[0019] Besonders günstig ist es, wenn die Schließzylinderkräfte in ihrem Wert größer gewählt
werden als die jeweils rechnerisch vorbestimmten lokalen und zeitlichen Schließzylinderkräfte.
[0020] Hieraus ergibt sich eine um einige Prozente erhöhte Schließzylinderkraft bei jedem
der Schließzylinder, um sowohl mögliche Fehler bei der rechnerischen Vorbestimmung
als auch Toleranzen im Werkstückverhalten zu kompensieren. In jedem Falle ist sichergestellt,
daß der Wasserkasten ausreichend abgedichtet ist.
[0021] Um die Anordnung und Lage der einzelnen Schließzylinder vorbestimmen zu können, kann
es besonders vorteilhaft sein, wenn für die einzelnen Umformstufen die resultierende
Gesamtkraft jeweils hinsichtlich Größe und dreidimensionaler Lage ermittelt wird und
wenn die lokale Zuordnung der Schließzylinder in Abhängigkeit von der jeweiligen Lage
der resultierenden Gesamtkraft erfolgt.
[0022] Bei der erfindungsgemäßen Vorgehensweise werden somit mittels Finiter-Elemente-Methoden
und/oder mittels Computersimulation der ideale Kraftverlauf für die partiellen Niederhalterkräfte
und den Wasserkastendruck in Abhängigkeit vom Weg des Stößelwerkzeugs errechnet. Der
Umformvorgang wird hierzu in einzelne Phasen zerlegt und den jeweiligen Kraftverläufen
zugeordnet. Die Wege (Hübe) und die zugehörigen Kraftverläufe bestimmen den Funktionsablauf
der Umformpresse. Bei hoher Ziehtiefe und niedriger Kraft kann die Umformung z.B.
nur über das Stößelwerkzeug erfolgen, bei flachen Bauteilen mit hoher Kraft eventuell
nur über die Schließzylinder. Im Normalfall, d.h. bei hoher Ziehtiefe und großer Kraft
erfolgt die Umformung über das Stößelwerkzeug und die Schließzylinder.
[0023] Die oben genannten einzelnen Phasen können erfindungsgemäß entweder Zeitabschnitte
des Umformvorgangs oder Wegabschnitte des Stößelwerkzeugs bilden. Es ist somit im
Rahmen der Erfindung auf vielfältige Weise möglich, den Umformvorgang den jeweiligen
Anforderungen angepaßt zu optimieren. Es ist somit zum Beispiel möglich, während des
Hubs beispielsweise des Stöβelwerkzeuges nach vorgegebenen Wegen (zum Beispiel 1 mm,
1,5 mm, 2 mm etc.) eine Wichtung vorzunehmen und die Schließzylinderkräfte wie oben
beschrieben zu regeln, sei es in ihrer Gesamthöhe oder in der prozentualen Verteilung.
Gleiches gilt für die Möglichkeit, die einzelnen Phasen als Zeitabschnitte auszubilden.
So ist es möglich, daß die Regelung in Millisekunden-Schritten die jeweiligen Werte
abfragt und entsprechend ausgleicht oder kompensiert.
[0024] Nachdem die Kräfte (Stößelkraft, Wasserkastenkraft und partielle Niederhalterkräfte)
über den gesamten Umformprozeß ermittelt bzw. vorbestimmt sind, erfolgt der Umformvorgang
erfindungsgemäß wie folgt:
1. Die Schließzylinder werden so positioniert, daß die errechneten Niederhalterkräfte
und die Schließkräfte optimal eingeleitet werden können. Hierzu sind sämtliche Kräfte
über den gesamten Umformvorgang zu betrachten. Bei der erfindungsgemäßen Presse ist
es möglich, einzelne Schließzylinder separat zu regeln und sie gegebenenfalls auch
separat einzuschalten bzw. auszuschalten. Ebenso ist ein Umschalten auf einen Eilgang
möglich, nämlich durch eine Verbindung der Ringraumseite mit der Bodenseite. Dabei
ist gewährleistet, daß die Position der Schließzylinder so gewählt werden kann, daß
der Flanscheinzug des Werkstücks örtlich optimal beeinflußt wird. Der Druckbereich
bei der Umformung kann so gelegt werden, daß ein optimales Ergebnis erzielt wird.
Es versteht sich, daß die auftretenden Kräfte hinsichtlich ihrer Minimal- und Maximalwerte
rechnerisch ermittelt werden können, um sowohl die Größe als auch die Position der
einzelnen Schließzylinder festzulegen.
Nachdem diese Verfahrensschritte abgearbeitet sind, wird die Presse geschlossen, es
können die Niederhalterriegel eingefahren werden. Die Niederhalterzylinder sind somit
auf Anschlag ausgefahren, die Schließzylinder sind abgesenkt.
2. Zur Erzeugung der Niederhalterkräfte müssen die Schließzylinderkräfte neben der
Niederhalterkraft die zu hebenden Pressen- und Werkzeugteile und die daraus resultierenden
Kräfte, die Reibungskraft an den Führungen und in den Zylindern und die Stößelkraft
überwinden. Letztere ist wiederum eine Funktion des Wasserkastendruckes multipliziert
mit der aktuellen Berührungsfläche zwischen Stößelwerkzeug und Platine. Eine weitere
Komponente der Stößelkraft entsteht durch einen Schrägeinzug der Platine und wirkt
ebenfalls auf den Wasserkasten. Die jeweilige Niederhalterkraft ist direkt durch Erfassung
der Drücke (Boden- und Ringraumseite) an den Niederhalterzylindern, multipliziert
mit den Wirkungsflächen, möglich. Zu diesem Wert werden die Gewichte der Niederhalterringe
und des Werkzeugs addiert. Hieraus ergibt sich die gesamte Niederhalterkraft.
3. Betrachtet man die nachfolgenden 5 Phasen bzw. Schritte der Umformung, so ergeben
sich für das Zusammenwirken von Niederhalterkraft und Schließzylinderkraft folgende
Zusammenhänge:
a. Presse schließen und Niederhalter verriegeln
b. Niederhalterdruck aufbauen und vorwölben
c. Stößel abfahren und verriegeln
d. Mittels Schließzylindern Wasserkasten und Blechhalter nach oben fahren und dabei
gegen die Niederhalterzylinder vorspannen
e. Ausprägen des Werkstücks
f. Dekomprimieren der Umformpresse, entriegeln und öffnen
[0025] Zu a: Nach dem Schließen der Umformpresse fahren die Niederhalterriegel ein, die Niederhalterzylinder
sind auf Anschlag ausgefahren, die Schließzylinder sind abgesenkt.
[0026] Zu b: Die ausgefahrenen Niederhalterzylinder sind geblockt und erzeugen eine maximale Kraft,
die Schließzylinder fahren auf und klemmen das Werkstück zwischen den Wasserkästen
und den Niederhalterring fest, so daß beim Vorrecken kein Platineneinzug des Werkstücks
erfolgt und die maximale Niederhalterkraft nicht erreicht wird. Es wird nun Fluid
in den Wasserkasten zugeführt und entweder über den Druck im Wasserkasten oder über
die Menge des zugeführten Fluids gemessen, bis die gewünschte Vorwölbung erreicht
ist.
[0027] Zu c: Die Schließzylinder senken ihre Kraft so ab, daß partiell der jeweils gewünschte
Niederhalterdruck erreicht wird, ohne die Niederhalterzylinder einzufahren. Kurzzeitig
werden die Niederhalterzylinder drucklos gemacht, um sie dann als "Druckmeßdose" zu
verwenden. Als nächstes fahren die Schließzylinder nach oben und entwickeln die ihnen
zugeordnete Schließkraft. Die Summe der Schließzylinderkräfte muß die vorgegebene
Gesamtniederhalterkraft ergeben. Zum Ausregeln der Störkräfte, wie Stößelkraft, Reibung
und Gewichte wird die aktuelle Niederhalterkraft in einem Rechner ermittelt. Dieser
vergleicht Sollwert und Istwert und regelt prozentual die einzelnen Schließzylinder-Regelkreise.
Somit ist gewährleistet, daß die partielle Zuteilung der Niederhalterkräfte entsprechend
den vorgegebenen Werten im beabsichtigten Verhältnis zueinander erfolgt. Die Niederhalterzylinder
wirken dabei als starre Distanz und übernehmen lediglich eine Meßfunktion.
[0028] Zu d: Nachdem der Stößel bzw. das Stößelwerkzeug seinen unteren Totpunkt erreicht hat und
verriegelt wurde, erfolgt der weitere Umformprozeß. Das eingespannte Werkstück (Platine)
wird nun über das feststehende Stößelwerkzeug gezogen. Dabei müssen die Niederhalterzylinder
die vorgegebene Niederhalterkraft aufbringen. Dies geschieht dadurch, daß den Niederhalterzylindern
stößelwegabhängige Drücke vorgegeben werden. Der Druckverlauf wird von der Regelungseinheit
überwacht. Sofern Abweichungen auftreten, werden diese den einzelnen Schließzylinderkreisen
zugerechnet, um partiell einen Druckausgleich durch die Schließzylinder erzeugen zu
können. Hierdurch würde sich jedoch lediglich ein Kräftegleichgewicht erzeugen lassen,
die Aufbringung einer Bewegung wäre noch nicht möglich. Deshalb addiert die Regelung
automatisch einen Offset zu den vorgegebenen Werten der Schließzylinderkräfte, der
immer einige Prozente höher liegt als kräftemäßig erreichbar. Unter kräftemäßiger
Erreichbarkeit versteht man in diesem Zusammenhang die Erzeugung der vorgegebenen
Niederhalterkraft und damit die Verdrängung der Niederhalterzylinder, welche einem
weiteren Schließzylinderhub entspricht. Diese Methode gewährleistet variable Niederhalterkräfte
bei partiell unterschiedlich vorgegebener Aufteilung im Flanschbereich des Werkstücks
während des Umformhubes.
[0029] Zu e: Nach beendetem Schließzylinderhub befindet sich das Werkstück im umgeformten Zustand,
um jedoch Radien und scharfkantige Konturen zu erzeugen, werden sowohl der Schließdruck
der Schließzylinder als auch der Wasserkastendruck zu einem Maximalwert hochgefahren.
Dabei ist ein eventuell erforderlicher Blecheinzug des Werkstücks noch möglich, ohne
die Dichtwirkung zwischen dem Werkstück und dem Wasserkasten zu überwinden.
[0030] Zu f: Nach Abbau aller Drücke werden die Schließzylinder abgesenkt, sowohl das Stößelwerkzeug
als auch die Niederhalterzylinder werden entriegelt, das Werkzeug wird geöffnet.
[0031] Erfindungsgemäß ist somit für die Bedienungsperson, welche die Umformpresse auslegt
oder programmiert oder bedient, die Möglichkeit geschaffen, eine Vielzahl von Parametern
zur Optimierung des Umformvorganges zu berücksichtigen. Die wichtigsten Parameter
sind nachfolgend aufgelistet:
- Niederhalterkraftverlauf in Abhängigkeit zur Position Stößel-Niederhalter,
- Wasserkastendruckverlauf in Abhängigkeit zur Position Stößel-Niederhalter,
- Anzahl und Position der einzelnen Schließzylinder und/oder
- Anzahl und Geometrie der Schließzylinderkreise und deren Druckverläufe in Abhängigkeit
zur Position Stößel-Niederhalter.
[0032] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit
der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Umformpresse im geöffneten Ausgangszustand,
- Fig. 2
- eine Ansicht, analog Fig. 1, in einem Verfahrensschritt der Vorwölbung des Werkstücks,
- Fig. 3
- eine Ansicht der Umformpresse, analog Fig. 1 und 2, in einem Zustand des Einfahrens
des Stößelwerkzeugs, und
- Fig. 4
- eine Ansicht, analog den Fig. 1 bis 3, im Zustand der End-Ausformung des Werkstücks,
- Fig. 5
- eine schematische Seitenansicht der Umformpresse mit Darstellung der auftretenden
Kräfte,
- Fig. 6
- eine schematische Detailansicht der auf das Werkstück wirkenden Kräfte,
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung der auf das Werkzeug wirkenden Kräfte,
- Fig. 8
- ein Beispiel eines Druckverlaufs in dem Wasserkasten über die Zeit,
- Fig. 9
- ein Beispiel des Verlaufs der einzelnen Kräfte über die Zeit,
- Fig. 10
- ein Beispiel unterschiedlicher Niederhalterkräfte über die Zeit, und
- Fig. 11
- ein Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Reglers.
[0033] In den Fig. 1 bis 4 ist eine Umformpresse in schematischer Weise dargestellt. Diese
weist einen geschlossenen Pressenrahmen 1 auf (siehe auch Fig. 5). Der Pressenrahmen
1 umfaßt einen Oberholm 8 sowie einen Unterholm 9. An dem Oberholm 8 ist ein Stößelzylinder
10 angeordnet, dessen Kolbenstange 12 einen Stößel 11 lagert. An dem Stößel 11 wiederum
ist ein Stößelwerkzeug 4 befestigt, welches der Form des fertigen Werkstücks 2 entspricht.
In Fig. 1 ist das Werkstück 2 als ebene BlechPlatine dargestellt.
[0034] Die Umformpresse umfaßt weiterhin in ihrem oberen Bereich Niederhalterriegel 13 sowie
Stößelriegel 14. Die Niederhalterriegel 13 und die Stößelriegel 14 sind jeweils horizontal
verfahrbar.
[0035] Im oberen Bereich der Umformpresse sind weiterhin Niederhalterzylinder 6 angeordnet,
welche auf einen Niederhalterring 15 wirken, an dessen Stirnseite ein Niederhalterwerkzeug
16 angeordnet ist.
[0036] Im unteren Bereich der Presse sind auf dem Unterholm mehrere Schließzylinder 7 angeordnet,
die einzeln mit Hydraulikfluid versorgt werden und deren Lage den jeweiligen Anforderungen
gemäß angepaßt werden kann. Die Schließzylinder 7 wirken auf eine Tischplatte 17,
auf welcher ein Werkzeug 3 montiert ist. Dieses umfaßt einen Wasserkasten 5, welcher
mit Wasser beaufschlagbar ist.
[0037] In den Fig. 1 bis 4 ist zum Zwecke der Vereinfachung der Darstellung darauf verzichtet
worden, die einzelnen Hydraulikleitungen und Wasserleitungen sowie weitere Regeleinrichtungen
etc. darzustellen.
[0038] Die Fig. 1 zeigt die Umformpresse im geöffneten Zustand, in welchem ein platinenförmiges
Werkstück 2 einlegbar ist.
[0039] In Fig. 2 ist ein Zustand dargestellt, in welchem der Stößel zusammen mit dem Stößelwerkzeug
nach unten verfahren worden ist. In diesem Zustand wird ein geringer Druck auf den
Wasserkasten 5 aufgebracht, um das Werkstück 2 vorzuwölben.
[0040] Die Fig. 3 zeigt einen Verfahrensvorgang, bei welchem ein Umformen der Platine des
Werkstücks 2 durch die Stößelkraft F
St erfolgt. In dem gezeigten Zustand sind die Stößelriegel 14 bereits eingefahren, nachdem
der Stößel 11 zusammen mit dem Stößelwerkzeug 4 den unteren Totpunkt durchfahren haben.
Weiterhin ist gezeigt, daß die Niederhalterriegel 13 ebenfalls eingefahren sind und
ein Gegenlager bilden, um mittels der Niederhalterzylinder 6 einen geeigneten Niederhalterdruck
aufzubringen.
[0041] Die Fig. 4 zeigt einen Verfahrenszustand, welcher die End-Umformung des Werkstücks
2 zeigt. Während in dem Zustand der Fig. 3 die Schließzylinder noch ohne weitere Funktion
dargestellt sind, sind sie in dem Zustand der Fig. 4 ausgefahren (die Fig. 4 zeigt
in schematischer Weise die Kolbenstangen und die Zylinder der einzelnen Schließzylinder
7). Sowohl der Stößel 11 mit dem Stößelwerkzeug 4 als auch die Niederhalterzylinder
6 mit dem Niederhalterring 15 und den Niederhalterwerkzeugen 16 sind durch die Niederhalterriegel
13 bzw. die Stößelriegel 14 verriegelt, so daß sich ein festes Widerlager innerhalb
des Pressenrahmens 1 gegen die Kraft der Schließzylinder 7 ergibt. Durch eine Druckbeaufschlagung
des Wasserkastens kann somit eine restliche Umformung des Werkstücks 2 erfolgen. In
diesem Zustand erfolgt somit eine Kalibrierung des Werkstücks 2.
[0042] Die Fig. 5 zeigt das Kräftegleichgewicht am Pressenrahmen 1, das Werkzeug 3 ist nur
schematisch dargestellt. Wie sich aus der Darstellung der Fig. 5 ergibt, wirkt eine
Zylinderschließkraft F
SZ nach oben, während eine Gewichtskraft G des Werkzeugs 3 nach unten wirkt. Die Gewichtskraft
G umfaßt auch das Gewicht des Wassers in dem Wasserkasten 5 sowie sonstiger zugeordneter
Bauelemente sowie des Werkstücks 2. In Fig. 5 ist weiterhin die Stößelkraft F
St dargestellt, sowie die Niederhalterkräfte F
NH. Aus dieser Darstellung ist ersichtlich, welche Kräfte wirken und welches Kräftegleichgewicht
herrscht. Die Schließzylinderkraft muß somit sowohl die Gewichtskraft G als auch die
Stößelkraft F
St und die Niederhalterkräfte F
NH kompensieren. Es ergibt sich, daß eine Änderung einer dieser Kräfte auch in einer
Änderung der Schließzylinderkraft F
SZ resultieren muß.
[0043] In Fig. 6 ist in schematischer Weise das Kräftegleichgewicht an dem Werkstück 2 (Blechplatine)
dargestellt. Von unten wirkt eine Wasserkastenkraft, welche sich aus dem Produkt von
Druck und Fläche (p*A) ergibt. Von oben wirkt die Stößelkraft F
St und die Niederhalterkraft F
NH. Hieraus ergibt sich eine aufzubringende resultierende Kraft F
R. Es ergibt sich somit:

[0044] Betrachtet man die Kraft zwischen dem Werkstück 2 und der resultierenden Kraft F
R und zwischen dem Werkstück und der Niederhalterkraft F
NH, stellt sich heraus, daß die Kraft zwischen dem Werkstück und dem Niederhalter um
die wirksame Stößelkraft und die Wasserkastenkraft größer ist. Beim Vorwölben des
Werkstücks nimmt somit die Niederhalterkraft um die von der Wasserkastenkraft resultierende
Kraft ab, während beim Umformen eine Abnahme der Niederhalterkraft um die Stößelkraft
erfolgt.
[0045] Die Fig. 7 zeigt das Kräftegleichgewicht am Werkzeug 3. An diesem wirkt die Niederhalterkraft
F
NH sowie die Gewichtskraft G. Weiterhin ist eine Reaktionskraft R dargestellt, die vom
Werkstück eingeleitet wird. Weiterhin wirkt die Wasserkastenkraft p*A, als Gegenkraft
wirkt die Schließzylinderkraft F
SZ.
[0046] In Fig. 8 ist ein Beispiel eines typischen Druckverlaufs in dem Wasserkasten über
die Zeit dargestellt. In der ersten Stufe erfolgt das bereits beschriebene Vorwölben
des Werkstücks, in den nachfolgenden Stufen erfolgt eine Umformung durch Stößelkraft
sowie ein weiteres Umformen, insbesondere auch durch die Druckbeaufschlagung der Schließzylinder,
während in der folgenden Stufe die Kalibrierung (Ausprägen) analog Fig. 4 erfolgt.
In der letzten Stufe ist der Druckabbau dargestellt.
[0047] Die Fig. 9 zeigt ein weiteres Beispiel von Kraftverläufen über die Zeit. Hierbei
sind die einzelnen Verfahrensschritte dargestellt, welche nach dem Verriegeln des
Niederhalters durchgeführt werden, nämlich zunächst das Vorwölben. Dabei ist ersichtlich,
daß sowohl die Niederhalterkraft F
NH als auch die Schließzylinderkraft F
SZ konstant bleiben, während die Wasserkastenkraft p*A ansteigt. Im nächsten Umformschritt
wird der Stößel abgesenkt, hierdurch steigt die Stößelkraft F
St, während sowohl die Niederhalterkraft F
NH als auch die Schließzylinderkraft F
SZ absinken. Das Absinken der Schließzylinderkraft F
SZ erfolgt auf einen höheren Wert als das Absinken der Niederhalterkraft F
NH. Gestrichelt ist die maximale hydraulische Niederhalterkraft auf einem konstanten
Wert dargestellt.
[0048] Nach diesem Umformschritt wird der Stößel verriegelt, während die Schließzylinder
aufgefahren werden. Hierdurch steigt die Schließzylinderkraft an, während die Niederhalterkraft
nochmals absinkt. Die Kraft in dem Wasserkasten bleibt im wesentlichen konstant. Nachfolgend
wird der Niederhalter verriegelt oder geblockt. Während der Kalibrierung oder Ausprägung
des Werkstücks steigt die Schließzylinderkraft auf einen Maximalwert, während gleichzeitig
die Wasserkastenkraft ebenfalls linear ansteigt. Die theoretische Niederhalterkraft
sowie die theoretische Stößelkraft sind gestrichelt eingezeichnet. In der letzten
Umformphase erfolgt ein De komprimieren, wodurch sämtliche Kräfte absinken.
[0049] Die Fig. 10 zeigt Anteile unterschiedlicher Schließzylinderkräfte, welche von 1 bis
6 numeriert sind. Weiterhin ist der Istwert der Summe der Schließzylinderkräfte dargestellt
(zweite Linie von oben in der linken Hälfte der Fig. 10), die gestrichelte Linie zeigt
die Niederhalterkraft. Die zu der Kurve der Summe der Schließzylinderkräfte parallele
Kurve (oberste Kurve in der linken Hälfte der Fig. 10) ist die Sollkurve der Summe
der Schließzylinderkräfte. Es ist ersichtlich, daß in der rechten Hälfte der Fig.
10 die Summenkurve der Istwerte der Schließzylinderkräfte über der Summenkurve der
Sollwerte der Schließzylinderkräfte liegt. Diese geringfügige Erhöhung der Kraft ist
erforderlich, um eine Bewegung der Werkzeuge zu bewirken und den Umformvorgang einzuleiten.
Es ist zunächst das Eintauchen des Stößelwerkzeugs in das Werkstück gemäß Fig. 3 dargestellt.
Ab diesem Zeitraum erhöht sich die Stößelkraft F
St, gleichzeitig ergibt sich aus dem Diagramm, daß die Schließzylinderkräfte F
SZ jeweils prozentual anteilig erhöht werden. Es erfolgt dann eine Umschaltung der Regelung
von einer statischen Beaufschlagung des Niederhalters auf eine dynamische Regelung.
Die Summe der Schließzylinderkräfte wird höher, als die Niederhalterkraft F
NH, während die Stößelkraft F
St exponentiell ansteigt. Der Anstieß der Stößelkraft F
St ergibt sich zwangsläufig aus dem Umformvorgang. In der beschriebenen Weise wirkt
die Stößelkraft dabei gegen die Niederhalterkraft. Über den weiteren relativen Weg
des Stößelwerkzeugs und des Niederhalters verlaufen die Schließzylinderkräfte dann
im wesentlichen konstant.
[0050] Die Fig. 11 zeigt ein Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Reglers. Dabei ist die erfindungsgemäße Berechnungsformel für die Schließzylinderkräfte
zugrundegelegt: Die Summe der Schließzylinderkräfte ist so groß wie die Stößelkraft
plus die Niederhalterkraft plus die Gewichtslasten von Tisch, Werkzeug, Niederhalter,
Stößel und Anbauten plus die Reibungskräfte in den Führungen und Zylindern. Die Summe
der Schließzylinderkräfte ist somit gleich dem Produkt aus Druck- und Wirkfläche pro
Zylinder, multipliziert mit der Anzahl zugeschalteter Schließzylinder. Bei mehreren
.Schließzylinderkreisen ergibt sich die Gesamtsumme aus der jeweiligen Aufsummierung
der Einzelkreise. Die Gesamtsumme der Niederhalterzylinder-Kräfte ergibt sich aus
dem Produkt von Druck mal Wirkfläche pro Zylinder, multipliziert mit der Anzahl zugeschalteter
Niederhalterzylinder. Bei mehreren Niederhalterzylinderkreisen ergibt sich die Gesamtkraft
aus der Aufsummierung der Einzelkreise. Die Abkürzung für Schließzylinder ist "SZ".
[0051] Das Offset ergibt sich wie folgt:
a) Summe des zu hebenden Gewichts (im wesentlichen konstant, da sich dieses aus den
Gewichten von Tisch, Werkzeug, Stößel und Niederhalter ergibt);
b) somit der durch die Schließzylinder zu überwindenden Reibkräfte, vor allem in den
Stößelführungen und den Niederhalterführungen sowie in den Zylindern;
c) aktuelle Stößelkraft (variabel).
[0052] Wie in Fig. 11 gezeigt, erfolgt die Regelung somit in nachfolgender Weise: Der Regler
erfaßt jeweils den Druck-Istwert der einzelnen Niederhalter beziehungsweise Niederhalterkreise
und vergleicht diesen mit dem jeweiligen Solldruck, den er aus einer Tabelle, einer
Graphik oder einem ähnlichen Speichermedium abliest. Aus dem Vergleichswert wird die
Abweichung berechnet, dieser Wert der Abweichung wird weitergegeben an einen überlagerten
Regler (PI-Regler), dieser teilt die Abweichung auf in die Anzahl der aktiven Schließzylinderregelkreise,
und zwar in dem Verhältnis der vom Bediener vorgegebenen prozentualen Gewichtung dieser
Schließzylinderregelkreise. Dieser Wert wird jeweils mit den vorgegebenen Regelparametern
(PID) multipliziert und als neuer Vorgabewert an die Betätigungsorgane (Servoventile)
der einzelnen Schließzylinderkreise ausgegeben. Die Druckkorrektur erfolgt in Taktraten
von beispielsweise einer msec, bis der gewünschte Sollwert erreicht ist. Wird beispielsweise
festgestellt, daß der Solldruck um eine to unterschritten wird (im Vergleich der jeweiligen
Istwerte der einzelnen Niederhalter), so erfolgt bei beispielsweise drei Schließzylinderregelkreisen,
die beispielsweise mit 50%, 30% und 20% gewichtet sind, eine Aufteilung dieser to
in Druckwerte von 50%, 30% und 20%. Um diese Prozentsätze wird der Druck in dem jeweiligen
Schließzylinderkreis jeweils verändert.
[0053] Die Erfindung ist nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele beschränkt, vielmehr
ergeben sich im Rahmen der Erfindung wie er durch die Ansprüche definiert wird, vielfältige
Abwandlungs- und Modifikationsmöglichkeiten.
1. Verfahren zur Betätigung einer Umformpresse, bei welcher in einem starren Pressenrahmen
(1) ein Werkstück (2) mittels einer Niederhalterkraft (FNH) gegen ein Werkzeug (3) vorgespannt wird, wobei zumindest ein Stößelwerkzeug (4)
eine Stößelkraft (FSt) parallel zur Niederhalterkraft (FNH) aufbringt und wobei gegen die Stößelkraft (FSt) und die Niederhalterkraft (FNH) Schließzylinderkräfte (FSZ) aufgebracht werden und in dem Werkzeug (3) ein Wasserkasten (5) ausgebildet ist,
durch welchen Wasserkastenkräfte (p*A) auf das Werkstück (3) wirken können, dadurch gekennzeichnet, daß die durch die Aufbringung der Stößelkraft (FSt) resultierende Störkraft ermittelt und durch eine Änderung der Schließzylinderkräfte
(FSZ) ausgeglichen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Störkraft durch eine Änderung der Niederhalterkraft (FNH) gemessen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Änderung der Niederhalterkraft (FNH) durch Druckänderung in den Niederhalterzylindern (6) bestimmt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgleich- der Störkraft durch lokal unterschiedliche Schließzylinderkräfte (FSZ) erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck einzelner Schließzylinder (7) unterschiedlich geändert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Summe der Schließzylinderkräfte (FSZ) für eine jeweilige Phase eines Umformvorgangs konstant ist.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Schließzylinderkräfte (FSZ) für eine jeweilige Phase eines Umformvorgangs prozentual zur Summe der Schließzylinderkräfte
(FSZ) aufgeteilt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß bei Änderung einer lokalen oder zeitlichen Schließzylinderkraft (FSZ) die restlichen Schließzylinderkräfte (FSZ) unter Beibehaltung der prozentualen Verteilung erhöht oder erniedrigt werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß vorab die jeweils zeitlich und lokal optimale Niederhalterkraft (FNH) bestimmt wird und daß die Änderung der Schließzylinderkräfte (FSZ) zur Aufrechterhaltung dieser Niederhalterkraft (FNH) kompensiert wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß für den jeweiligen Umformvorgang die erforderlichen Niederhalterkräfte (FNH) in einzelne zonenartige Bereiche des Werkstücks (2) aufgeteilt und in ihrem jeweiligen
Wert bestimmt werden und daß die einzelnen Schließzylinderkräfte (FSZ) den jeweiligen zonenartigen Bereichen angepaßt werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bestimmung der erforderlichen Niederhalterkräfte (FNH) der Umformvorgang in einzelne Phasen zerlegt wird und für diese Phasen mittels Finiter-Elemente-Methoden
die Niederhalterkräfte (FNH) sowohl lokal als auch zeitlich und dem Wert nach bestimmt werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Phasen Zeitabschnitte des Umformvorgangs bilden.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Phasen Wegabschnitte des Stößelwerkzeugs (4) bilden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß zu den Niederhalterkräften (FNH) lokal und zeitlich zugeordnet die jeweiligen Schließzylinderkräfte (FSZ) aufgebracht werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließzylinderkräfte (FSZ) in ihrem Wert größer gewählt werden als die jeweils rechnerisch vorbestimmte lokale
und zeitliche Schließzylinderkraft (FSZ).
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß für die einzelnen Umformstufen die resultierende Gesamtkraft jeweils hinsichtlich
Größe und dreidimensionaler Lage ermittelt wird und daß die lokale Zuordnung der Schließzylinder
(7) in Abhängigkeit von der jeweiligen Lage der resultierenden Gesamtkraft erfolgt.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß ein Regler den Solldruck der Niederhalter ermittelt, diesen mit den jeweiligen Istwerten
vergleicht, die Abweichung berechnet, den berechneten Wert an einem überlagerten Regler
(PI-Regler) weitergibt, daß dieser PI-Regler diese Abweichung auf die Anzahl der aktiven
Schließzylinderregelkreise aufteilt, und zwar in dem Verhältnis der vorgegebenen prozentualen
Gewichtung dieser Schließzylinderregelkreise, daß dieser aufgeteilte Wert mit den
vorgegebenen Regelparametern (PID) multipliziert und als neuer Vorgabewert an Betätigungsorgane
der einzelnen Schließzylinderkreise ausgegeben wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckkorrektur in kurzen Taktraten bis zur Errerchung der jeweiligen Sollwerte
erfolgt.
1. A method for operating a forming press, in which in a rigid press frame (1) a workpiece
(2) is prestressed against a tool (3) by means of a holding-down force (FNH), whereby at least one slide tool (4) applies a slide force (FSt) parallel to the holding-down force (FNH) and whereby closing cylinder forces (FSZ) are applied against the slide force (FSt) and the holding-down force (FNH) and a water chamber (5) is constructed in the tool (3), by which water chamber forces
(p*A) can act on the workpiece (3),
characterised in that the disturbance force that results from the application of the slide force (FSt) is determined and is equalised by a change in the closing cylinder forces (FSZ).
2. A method according to Claim 1,
characterised in that the disturbance force is measured by a change in the holding-down force (FNH).
3. A method according to Claim 2,
characterised in that the change in the holding-down force (FNH) is determined by a change in pressure in the holding-down cylinders (6).
4. A method according to one of Claims 1 to 3,
characterised in that the equalisation of the disturbance force takes place by locally different closing
cylinder forces (FSZ).
5. A method according to Claim 4,
characterised in that the pressure of individual closing cylinders (7) is altered differently.
6. A method according to Claim 5,
characterised in that the sum of the closing cylinder forces (FSZ) is constant for one respective phase of the forming operation.
7. A method according to Claim 6,
characterised in that the individual closing cylinder forces (FSZ) for a respective phase of a forming operation are divided percentage-wise to the
sum of the closing cylinder forces (FSZ).
8. A method according to Claim 7,
characterised in that upon a change in a local or temporal closing cylinder force (FSZ) the remaining closing cylinder forces (FSZ) are increased or reduced with the retention of the percentage distribution.
9. A method according to one of Claims 1 to 8,
characterised in that the in each case temporally and locally optimal holding-down force (FNH) is determined in advance
and in that the change in the closing cylinder forces (FSZ) is compensated to maintain this holding-down force (FNH).
10. A method according to one of Claims 1 to 9,
characterised in that for the respective forming operation the required holding-down forces (FNH) are divided into individual zone-type regions of the workpiece (2) and their respective
value is determined
and in that the individual closing cylinder forces (FSZ) are adapted to the respective zone-type regions.
11. A method according to one of Claims 1 to 10,
characterised in that to determine the required holding-down forces (FNH) the forming operation is separated into individual phases and for these phases the
holding-down- forces (FNH) are determined by means of finite element methods both locally and temporally and
according to the value.
12. A method according to Claim 11,
characterised in that the individual phases form time segments of the forming operation.
13. A method according to Claim 11 or 12,
characterised in that the individual phases form path segments of the slide tool (4).
14. A method according to one of Claims 11 to 13,
characterised in that the respective closing cylinder forces (FSZ) are applied in local and temporal association with the holding-down forces (FNH).
15. A method according to one of Claims 11 to 15,
characterised in that the value of the closing cylinder forces (FSZ) is chosen to be greater than the local and temporal closing cylinder force (FSZ) which is arithmetically predetermined in each case.
16. A method according to one of Claims 11 to 15,
characterised in that for the individual forming stages the resultant overall force is determined with
respect to size and three-dimensional position in each case
and in that the local association of the closing cylinders (7) takes place in dependence on the
respective position of the resultant overall force.
17. A method according to one of Claims 1 to 15,
characterised in that a controller determines the set pressure of the holding-down device, compares this
with the respective actual values, calculates the deviation, relays the calculated
value to a superimposed controller (PI controller),
in that this PI controller divides this deviation over the number of the active closed-loop
control circuits of the closing cylinders, specifically in the ratio of the predetermined
percentage weighting of these closing cylinder closed-loop control circuits,
in that this divided value is multiplied with the predetermined control parameters (PID)
and is outputted as a new default value to operating elements of the individual closing
cylinder circuits.
18. A method according to Claim 17,
characterised in that the pressure correction takes place in short clock frequencies until the respective
set values are reached.
1. Procédé pour actionner une presse de formage, dans laquelle une pièce à usiner (2)
est pré-serrée contre un outil (3) dans un bâti de presse rigide (1) à l'aide d'une
force de serrage (FNH), au moins un outil poussoir (4) appliquant une force de poussoir (FSt) parallèlement à la force de serrage (FNH), et des forces de cylindres de fermeture (FSZ) étant appliquées contre la force de poussoir (FSt) et la force de serrage (FNH), et un réservoir d'eau (5) étant formé dans l'outil (3) par lequel des forces de
réservoir d'eau (p*A) peuvent agir sur la pièce à usiner (3), caractérisé en ce que l'on détermine la force perturbatrice résultant de l'application de la force de poussoir
(FSt), qu'on la compense par une modification des forces de cylindres de fermeture (FSZ).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la force perturbatrice est mesurée par une modification de la force de serrage (FNH).
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la modification de la force de serrage (FNH) est déterminée par modification de pression dans les cylindres de serrage (6).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la force perturbatrice est compensée au moyen de forces de cylindres de fermeture
(FSZ) localement différentes.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la pression de différents cylindres de fermeture (7) est modifiée de façon différente.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que la somme des forces de cylindres de fermeture (FSZ) pour une phase respective d'un processus de formage est constante.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que les forces de cylindres de fermeture individuelles (FSZ) pour une phase respective d'un processus de formage sont réparties en pourcentages
par rapport à la somme des forces de cylindres de fermeture (FSZ).
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que lors d'une modification d'une force de cylindre de fermeture (FSZ) locale ou instantanée, les forces de cylindres de fermeture (FSZ) restantes sont augmentées ou réduites en conservant la répartition en pourcentages.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que préalablement on détermine à chaque fois la force de serrage (FNH) optimale localement et dans le temps, et en ce que la modification des forces de cylindres de fermeture (FSZ) est compensée pour conserver cette force de serrage (FNH).
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que pour le processus de formage respectif, les forces de serrage (FNH) nécessaires sont réparties en différents secteurs du type zone de la pièce à usiner
(2) et déterminées au niveau de leur valeur respective, et en ce que les différentes forces de cylindres de fermeture (FFSZ) sont adaptées aux secteurs du type zone respectifs.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que pour déterminer les forces de serrage (FNF) nécessaires, le processus de formage est divisé en différentes phases, et en ce que pour ces phases on détermine, à l'aide de méthodes des éléments finis, les forces
de serrage (FNH) aussi bien localement que dans le temps et selon la valeur.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que les différentes phases constituent des intervalles de temps du processus de formage.
13. Procédé selon la revendication 11 ou 12, caractérisé en ce que les différentes phases constituent des segments de course de l'outil poussoir (4).
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 11 à 13, caractérisé en ce que les forces de cylindres de fermeture (FSZ) respectives sont appliquées de manière associée localement et dans le temps aux
forces de serrage (FNG).
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 14, caractérisé en ce que les forces de cylindre de fermeture (FSZ) sont choisies plus grandes quant à leur valeur que la force de cylindre de fermeture
(FSZ) locale et instantanée respectivement déterminée par calcul.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications 11 à 15, caractérisé en ce que pour les différentes étapes de formage, la force totale résultante est déterminée
respectivement quant à sa grandeur et sa position tridimensionnelle, et en ce que l'association locale des cylindres de fermeture (7) est réalisée en fonction de la
position respective de la force totale résultante.
17. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 15, caractérisé en ce qu'un régulateur détermine la pression de consigne des serre-flans, la compare avec les
valeurs réelles respectives, calcule l'écart, transmet la valeur calculée vers un
régulateur en amont (régulateur PI), et en ce que ce régulateur répartit cet écart sur le nombre des circuits de régulation actifs
de cylindres de fermeture, et ceci selon le rapport de la pondération en pourcentages
spécifiée de ces circuits de régulation de cylindres de fermeture, et en ce que cette valeur répartie est multipliée par les paramètres de régulation (PID) prédéterminés
et transmise en tant que nouvelle valeur de consigne vers des organes d'actionnement
des différents circuits de cylindres de fermeture.
18. Procédé selon la revendication 17, caractérisé en ce que la correction de pression est réalisée par courtes impulsions jusqu'à ce que les
valeurs de consigne respectives soient atteintes.