[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet der Antriebsvorrichtungen, die einen
durch Zufuhr von Energie aktivierbaren Antrieb aufweisen, von dem eine Antriebskraft
abgegriffen werden kann.
[0002] Eine derartige Antriebsvorrichtung geht beispielsweise aus dem deutschen Gebrauchsmuster
Nr. 299 03 825.4 hervor, wo sie als Bestandteil einer Kniehebel-Spannvorrichtung beschrieben
wird. Sie erhält dort einen durch Druckluft aktivierbaren Pneumatikantrieb mit zugeordneten
elektrisch betätigbaren Steuerventilen, um die Antriebsrichtung des Pneumatikantriebes
vorgeben zu können. Alternativ wäre auch ein Hydraulikantrieb denkbar, der mit elektrisch
betätigbaren Servoventilen ausgestattet ist, um den Antriebszustand zu beeinflussen.
Während bei Pneumatikantrieben auf Grund der Kompressibilität des Betätigungsmediums
in der Regel ein größerer technischer Aufwand notwendig ist, um exakte Positionierungen
und langsame Bewegungen beherrschen zu können, überwiegt bei Hydraulikantrieben das
Leckageproblem und der hohe Unterhaltsaufwand für die Gewährleistung sicherer Schlauchverbindungen
und eines qualitativ hochwertigen Hydraulikmediums.
[0003] Auf dem Sektor der Spannvorrichtungen sind daher alternativ auch Bauformen mit Elektroantrieb
bekannt, wobei in einem Prospekt der Firma Tünkers Maschinenbau GmbH ein sogenannter
"Elektrospanner" gezeigt wird, dessen Elektroantrieb als Spindelantrieb ausgeführt
ist. Hier ergibt sich jedoch, insbesondere in Verbindung mit der Übertragung hoher
Stellkräfte, ein nicht unbeträchtliches Verschleißproblem.
[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Antriebsvorrichtung zu schaffen,
mit der bei geringer Verschleißanfälligkeit und geringem Wartungsaufwand hohe Antriebskräfte
übertragen werden können.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Antriebsvorrichtung, mit einem geschlossenen
Hydraulikkreis, der einen durch hydraulisches Medium betätigbaren Hydraulikantrieb
und eine die Zufuhr und Abfuhr des hydraulischen Mediums bezüglich dem Hydraulikantrieb
veranlassende Hydraulikpumpe enthält, wobei zur Betätigung der Hydraulikpumpe ein
Elektromotor vorgesehen ist und die Aktivierung des Hydraulikantriebes durch den Betriebszustand
der Hydraulikpumpe bestimmt wird.
[0006] Auf diese Weise ergibt sich eine elektro-hydraulische Antriebsvorrichtung, bei der
auf Grund des geschlossenen Hydraulikkreises die Leckageproblematik sehr einfach in
den Griff zu bekommen ist und auf Grund der besonderen Ansteuerung durch die elektromotorisch
aktivierbare Hydraulikpumpe keine teuren Servoventile benötigt werden, um den Hydraulikantrieb
in der gewünschten Weise zu betätigen. Der Verzicht auf Servo-Steuerventile hat dabei
auch den Vorteil, dass an die Aufbereitung des verwendeten Hydraulikmediums relativ
geringe Anforderungen gestellt sind, was den Unterhalt sehr kostengünstig gestaltet.
Die Aktivierung des Hydraulikantriebes wird zweckmäßigerweise allein durch den Betriebszustand
der Hydraulikpumpe bestimmt und kann beispielsweise durch Ein-/Ausschalten sowie Vorgabe
einer bestimmten Pumpendrehzahl sehr einfach gesteuert werden.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0008] Während des Betriebes des Hydraulikantriebes benötigte unterschiedliche Betätigungsdrücke
lassen sich zweckmäßigerweise allein in Abhängigkeit von der Drehzahl der Hydraulikpumpe
vorgeben. Somit lassen sich Lasten beschleunigen oder bremsen, ohne auf eine zwischengeschaltete
Servoventileinrichtung zurückgreifen zu müssen, die den Strömungsquerschnitt beeinflusst.
Dabei sind vorzugsweise geeignete Einstellmittel vorhanden, durch die eine variable
Vorgabe der die Pumpendrehzahl der Hydraulikpumpe bestimmenden Motordrehzahl des Elektromotors
steuerbar oder regelbar ist. Es kann auch die Möglichkeit gegeben sein, Drehzahlrampen
vorzugeben, um die Beschleunigung und Abbremsung einer durch den Hydraulikantrieb
zu bewegenden Last gleichförmig zu gestalten und ruckartige Bewegungen zu vermeiden.
[0009] Bei einer besonders zweckmäßigen Ausführungsform der Antriebsvorrichtung ist der
Hydraulikantrieb mit mindestens einem mit einem Kraftabgriffsteil bewegungsgekoppelten
Antriebskolben versehen, der zwei Arbeitskammern fluiddicht voneinander abteilt, die
beide über jeweils eine Hydraulikschaltung mit der Hydraulikpumpe verbunden sind,
wobei das Einspeisen von Hydraulikfluid in die jeweils eine Arbeitskammer mit dem
gleichzeitigen Ausströmen von Hydraulikfluid aus der anderen Arbeitskammer einhergeht,
um dementsprechend den Antriebskolben in gewünschter Weise zu verlagern. Indem die
Hydraulikpumpe wahlweise zu einer linksdrehenden oder rechtsdrehenden Rotationsbewegung
antreibbar ist - beispielsweise durch Änderung des Drehsinnes des Elektromotors oder
unter Zwischenschaltung eines Umschaltgetriebes - , kann Hydraulikmedium wahlweise
in die eine oder andere der beiden Arbeitskammern eingespeist werden, um dementsprechend
die Bewegungsrichtung des Antriebskolbens zu beeinflussen.
[0010] Die beiden Hydraulikschaltungen der Antriebsvorrichtung enthalten zweckmäßigerweise
jeweils ein entsperrbares Rückschlagventil, das normalerweise eine Fluidströmung von
der Hydraulikpumpe zum Hydraulikantrieb zulässt und in Gegenrichtung verhindert, wobei
jedes Rückschlagventil durch den in der jeweils anderen Hydraulikschaltung von der
Hydraulikpumpe aufrecht erhaltenen Druck entsperrbar ist, um eine Fluidströmung vom
Hydraulikantrieb zurück zur Hydraulikpumpe zu ermöglichen. Auf diese Weise können
beliebige Zwischenstellungen des Antriebskolbens ohne ständige Energiezufuhr aufrecht
erhalten werden, weil das Hydraulikmedium bei deaktivierter Hydraulikpumpe durch die
Rückschlagventile in den Arbeitskammern eingesperrt wird. Wird hingegen die Hydraulikpumpe
aktiviert, so sorgt der in der einen Hydraulikschaltung dadurch aufgebaute Druck für
ein Entsperren des in der anderen Hydraulikschaltung befindlichen Rückschlagventils
und ermöglicht somit die ungehinderte Bewegung des Antriebskolbens.
[0011] Eine weitere, besonders vorteilhafte Ausstattung der Antriebsvorrichtung ergibt sich,
wenn in mindestens eine und vorzugsweise beide Hydraulikschaltungen ein Vorspannventil
eingeschaltet ist, das die Fluidverbindung von der zugeordneten Arbeitskammer hin
zur Hydraulikpumpe normalerweise absperrt und nur dann freigibt, wenn und solange
sich in der ausströmseitigen Arbeitskammer ein vorbestimmter Öffnungsdruck aufgebaut
hat. Durch das Vorspannventil wird also eine Vorspannung des in der ausströmseitigen
Arbeitskammer befindlichen Hydraulikmediums bewirkt, das nicht sofort verdrängt werden
kann, wenn in der einspeiseseitigen Arbeitskammer eine Druckerhöhung stattfindet.
Erst wenn die Druckerhöhung in der einspeiseseitigen Arbeitskammer so stark ist, dass
der in der ausströmseitigen Arbeitskammer sich aufbauende Druck den als Öffnungsdruck
bezeichneten Mindestdruck erreicht, kann das zuvor eingespannte Hydraulikmedium ausströmen.
Da der in der ausströmseitigen Arbeitskammer herrschende Druck dabei jedoch ständig
eine der gewünschten Bewegungsrichtung des Antriebskolbens entgegengesetzt orientierte
Gegenkraft verursacht, läßt sich der Antriebskolben auch bei einer mit hoher Dynamik
ausgeführten Bewegung sehr schnell und präzise abbremsen, indem einfach der einströmseitig
angelegte Druck durch entsprechende Änderung des Betriebszustandes der Hydraulikpumpe
variiert wird. Es kann also wiederum ohne servogesteuerte Hydraulikventile eine sehr
exakte Positionierung des Antriebskolbens bzw. eines mit diesem bewegungsgekoppelten
Kraftabgriffsteils auch bei hohen Betriebsgeschwindigkeiten erreicht werden.
[0012] Die Auslegung der Vorspannventile ist zweckmäßigerweise so getroffen, dass der das
Öffnen bewirkende Öffnungsdruck im Bereich zwischen 10% und 90% des von der Hydraulikpumpe
maximal erzeugbaren Betriebsdruckes liegt. Der bevorzugte Druckbereich liegt dabei
zwischen 30% und 50% des erwähnten maximalen Betätigungsdruckes. Anders als ein einfaches
Rückschlagventil, das schon bei sehr geringen Druckdifferenzen öffnet, wird also durch
die Vorspannventile ein nicht unbeträchtlicher Vorspanneffekt herbeigeführt. Dabei
läßt sich der Öffnungsdruck zweckmäßigerweise durch geeignete Einstellmittel variabel
vorgeben, um eine einfache Anpassung an den jeweiligen Anwendungsfall durchführen
zu können.
[0013] Zweckmäßigerweise verfügt das betreffende Vorspannventil über ein bewegliches Absperrglied,
das durch eine dem gewünschten Öffnungsdruck entsprechende Federkraft in eine die
Fluidverbindung unterbrechende Schließstellung vorgespannt ist und das vom Hydraulikfluid
der ausströmseitigen Arbeitskammer entgegen der Federkraft im Öffnungssinne beaufschlagt
wird. Steigt der Druck in der ausströmseitigen Arbeitskammer auf mindestens den Öffnungsdruck
an, ergibt sich eine resultierende Öffnungskraft, die die Federkraft überwinden und
das Absperrglied in eine Offenstellung umschalten kann. Das Vorspannventil hat also
vorzugsweise ein digitales Schaltverhalten.
[0014] Soweit eine Hydraulikschaltung sowohl mit einem entsperrbaren Rückschlagventil als
auch mit einem Vorspannventil ausgestattet ist, sind diese Ventile zweckmäßigerweise
in Reihe geschaltet, wobei das Vorspannventil vorzugsweise zwischen dem entsperrbaren
Rückschlagventil und dem Hydraulikantrieb platziert ist.
[0015] Jedem Vorspannventil ist zweckmäßigerweise ein in Richtung zum Hydraulikantrieb öffnendes
und in Gegenrichtung sperrendes Rückschlagventil parallel geschaltet, das bei entsprechender
Drehrichtung der Hydraulikpumpe ein Einspeisen des Hydraulikmediums in die zugeordnete
Arbeitskammer unter Umgehung des Vorspannventils ermöglicht.
[0016] Zur Kompensation von Temperaturschwankungen und/oder unterschiedlichen Volumina der
Arbeitskammern kann jede Hydraulikschaltung mit einem Hydraulikfluid-Ausgleichsbehältnis
verbunden sein, das eine dem Atmosphärendruck ausgesetzte bewegliche Wand besitzt.
[0017] Zweckmäßigerweise sind zumindest der Hydraulikantrieb, die Hydraulikpumpe, die Hydraulikschaltungen
und der Elektromotor zu einer Baueinheit (Antriebseinheit) zusammengefasst, wobei
zur Energieeinspeisung ausschließlich elektrische Schnittstellenmittel vorhanden sein
können, die zum Betrieb des Elektromotors dienen. Auf hydraulische Schnittstellenmittel
kann verzichtet werden, weil der geschlossene Hydraulikkreis als autarker Bestandteil
der Antriebseinheit ausgeführt sein kann.
[0018] Bei einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist die Antriebsvorrichtung als Bestandteil
einer insbesondere als Kniehebel-Spannvorrichtung ausgebildeten Spannvorrichtung ausgeführt,
bei der das Kraftabgriffsteil des Hydraulikantriebes mit einem schwenkbeweglichen
Spannarm der Spannvorrichtung in Antriebsverbindung steht. Diese Ausgestaltung empfiehlt
sich insbesondere in Verbindung mit einer zu einer Antriebseinheit zusammengefassten
Antriebsvorrichtung, da dies sehr kompakte Abmessungen ermöglicht und einen Einsatz
alternativ zu einer rein fluidisch oder rein elektrisch betätigten Spannvorrichtung
gestattet. Hier können auch Bauformen erhalten werden, bei denen die Querschnittsabmessungen
der Antriebseinheit gleich oder geringer sind als diejenigen des zur Schwenklagerung
dienenden Lagerungskopfes der Spannvorrichtung.
[0019] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert.
In dieser zeigen:
- Figur 1
- in schematischer Darstellung und teilweise im Längsschnitt eine Spannvorrichtung,
die mit einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung
ausgestattet ist,
- Figur 2
- die Anordnung aus Figur 1 in einer Rückansicht mit Blickrichtung gemäß Pfeil II, und
- Figur 3
- den elektro-hydraulischen Schaltplan der bei der Spannvorrichtung gemäß Figuren 1
und 2 bevorzugt zum Einsatz gelangenden Antriebsvorrichtung.
[0020] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine als Kniehebel-Spannvorrichtung ausgebildete Spannvorrichtung
1, die als wesentliche Komponenten eine zu einer Baueinheit zusammengefasste und daher
als Antriebseinheit 3 bezeichenbare Antriebsvorrichtung 2 und eine fest mit der Antriebseinheit
3 verbundene Spanneinheit 4 enthält. Der schaltungstechnische Aufbau der Antriebsvorrichtung
2 bzw. Antriebseinheit 3 ist in Figur 1 nur schematisch wiedergegeben, wobei die Figur
3 den Schaltplan eines besonders vorteilhaften Aufbaus wiedergibt.
[0021] Die Antriebsvorrichtung 2 enthält einen durch hydraulisches Medium betätigbaren Hydraulikantrieb
5, der beim Ausführungsbeispiel als Linearantrieb ausgeführt ist, bei entsprechendem
Einsatzgebiet der Antriebsvorrichtung 2 aber beispielsweise auch als Drehantrieb konzipiert
sein kann.
[0022] Der Hydraulikantrieb 5 verfügt über ein Gehäuse 6, in dem sich ein länglicher Kolbenaufnahmeraum
7 befindet, der einen Antriebskolben 8 enthält. Dieser ist Bestandteil einer im Rahmen
einer durch einen Doppelpfeil markierten Antriebsbewegung 12 linear verschiebbaren
Abtriebseinheit 13, die beim Ausführungsbeispiel noch ein von einer Kolbenstange gebildetes
längliches Kraftabgriffsteil 14 enthält, das mit dem Antriebskolben 8 fest verbunden
und somit bewegungsgekoppelt ist.
[0023] Das Kraftabgriffsteil 14 erstreckt sich in der Richtung der Antriebsbewegung 12,
wobei es an der vorderen Stirnseite 15 des Gehäuses 6 herausragt und an seinem außerhalb
des Gehäuses 6 befindlichen Abschnitt über Kraftabgriffsmittel 16 verfügt, die eine
Verbindung mit zu bewegenden Bauteilen oder Einrichtungen ermöglichen.
[0024] Der Antriebskolben 8 befindet sich entweder unmittelbar im Gehäuse 6 oder in einer
in das Gehäuse 6 eingesetzten Hülse, wobei er den Kolbenaufnahmeraum 7 unter Abdichtung
in zwei Arbeitskammern unterteilt, die nachfolgend zur besseren Unterscheidung als
erste und zweite Arbeitskammern 17, 18 bezeichnet werden.
[0025] Die Antriebsvorrichtung 2 enthält desweiteren eine Hydraulikpumpe 22 an sich bekannten
Aufbaues, die mit einem vorzugsweise als Gleichstrommotor ausgeführten Elektromotor
23 in Antriebsverbindung steht. Der Elektromotor 23 läßt sich wahlweise mit Linkslauf
und Rechtslauf betreiben, um dementsprechend auch die Hydraulikpumpe 22 wahlweise
in einer der beiden möglichen Drehrichtungen zu betreiben. Die Hydraulikpumpe ist
also reversierbar, wobei es sich zweckmäßigerweise um eine Volumenstrompumpe handelt,
deren Drehzahl unmittelbar die Bewegungsgeschwindigkeit des Antriebskolbens bestimmt.
[0026] Der Elektromotor 23 ist mit Einstellmitteln 24 ausgestattet, durch die sich sowohl
die Drehrichtung als auch die Motordrehzahl des Elektromotors 23 variabel vorgeben
läßt, um dementsprechend auch die Pumpendrehzahl der Hydraulikpumpe 22 variabel einstellen
zu können, die zweckmäßigerweise als Rotationspumpe ausgeführt ist. Eine Drehzahlsteuerung
oder auch Drehzahlregelung ist somit möglich.
[0027] Ferner können durch die Einstellmittel 24 bei Bedarf Drehzahlrampen derart erzeugt
werden, dass eine ruckartige Beschleunigung oder Abbremsung einer durch den Antriebskolben
8 zu bewegenden Last verhindert wird.
[0028] Es versteht sich, dass die Änderung der Richtungsumkehr der Pumpenrotation auch durch
ein zwischen den Elektromotor 23 und die Hydraulikpumpe 22 zwischengeschaltetes Getriebe
realisiert werden könnte.
[0029] Wie aus Figur 1 hervorgeht, sind die Hydraulikpumpe 22 und der Elektromotor 23 zweckmäßigerweise
zu einer festen Baueinheit mit dem Gehäuse 6 des Hydraulikantriebes 5 zusammengefasst.
Beim Ausführungsbeispiel ist die Hydraulikpumpe 22 an das Gehäuse 6 angeflanscht,
wobei der Elektromotor 23 seinerseits an der Hydraulikpumpe 22 befestigt ist. Möglich
wäre auch eine separate Befestigung der beiden Komponenten am Gehäuse 6 wie auch eine
zumindest partielle Integration einer oder beider Komponenten in das Gehäuse 6.
[0030] Damit die Antriebseinheit 3 über eine schlanke Bauweise verfügt, sind der Elektromotor
23 und die Hydraulikpumpe 22 im Bereich der rückwärtigen Stirnseite 25 des Gehäuses
6 installiert.
[0031] Die Hydraulikpumpe 22 ist über zwei zueinander parallele und zur besseren Unterscheidung
als erste und zweite Hydraulikschaltungen 26, 27 bezeichnete Hydraulikschaltungen
hydraulisch mit dem Hydraulikantrieb 5 verbunden. Die Hydraulikpumpe 22 hat zwei Pumpenanschlüsse
28, 29, deren erster (28) über die erste Hydraulikschaltung 26 mit der ersten Arbeitskammer
17 verbunden ist und deren zweiter (29) über die zweite Hydraulikschaltung 27 mit
der zweiten Arbeitskammer 18 des Hydraulikantriebs 5 in Verbindung steht. Dabei liegt
ein geschlossener, komplett mit Hydraulikmedium gefüllter Hydraulikkreis vor, wobei
sich als Hydraulikmedium beispielsweise Öl oder Wasser anbietet.
[0032] Im Betrieb der Hydraulikpumpe 22 wird das Hydraulikmedium je nach Drehrichtung derart
innerhalb des geschlossenen Hydraulikkreises gefördert, dass es in die erste oder
zweite Arbeitskammer 17, 18 eingespeist wird, wobei gleichzeitig Hydraulikmedium durch
den sich dabei bewegenden Antriebskolben 8 aus der jeweils anderen Arbeitskammer 18,
17 zurück zur Hydraulikpumpe 22 verdrängt wird. Auf diese Weise läßt sich die Abtriebseinheit
13 zu einer Antriebsbewegung 12 in zwei einander entgegengesetzte Richtungen veranlassen,
wobei das stangenförmige Kraftabgriffsteil 14 beim Ausführungsbeispiel entweder aus
dem Gehäuse 6 ausfährt oder in dieses einfährt. Wesentlich ist dabei, dass die Aktivierung
des Hydraulikantriebes 5 und vorzugsweise auch der im aktivierten Hydraulikantrieb
5 stattfindende Druckaufbau bzw. Volumenstrom allein durch den Betriebszustand der
Hydraulikpumpe bestimmt wird. Um die Abtriebseinheit 13 in einer bestimmten Position
anzuhalten, wird die Hydraulikpumpe 22 stillgesetzt. Um die Abtriebseinheit 13 zu
verlagern, wird je nach gewünschter Bewegungsrichtung die Hydraulikpumpe 22 mit entsprechendem
Drehsinn aktiviert. Der Druckaufbau in der einspeiseseitigen Arbeitskammer und dementsprechend
auch die Verlagerungsgeschwindigkeit der Abtriebseinheit 13 wird durch die Pumpendrehzahl
bestimmt, die mit Hilfe der Einstellmittel 24 nach Bedarf variabel vorgegeben werden
kann.
[0033] Vorzugsweise wird also die Geschwindigkeit des aktivierten Antriebskolbens 8 des
Hydraulikantriebes 5 ausschließlich von dem Volumenstrom des hydraulischen Mediums
in den hydraulischen Schaltungen 26, 27 bestimmt.
[0034] Bedingt durch das die zweite Arbeitskammer 18 durchsetzende Kraftabgriffsteil 14,
stellen sich beim Verlagern der Abtriebseinheit 13 in den beiden Arbeitskammern 17,
18 unterschiedliche Volumenänderungen pro Zeiteinheit ein. Um dies zu kompensieren,
sind die beiden Hydraulikschaltungen 26, 27 gemeinsam an ein Hydraulikfluid-Ausgleichsbehältnis
32 angeschlossen, das überschüssiges Fluid aufnimmt und fehlendes Fluid nachfüllt.
Dabei stehen die beiden Hydraulikschaltungen 26, 27 mit einem volumenveränderlichen
Ausgleichsraum 33 in Fluidverbindung, der eine andererseits dem Atmosphärendruck ausgesetzte
bewegliche Wand 34 aufweist. Letztere kann beispielsweise von einem Kolben oder von
einer Membran gebildet sein. Wie aus Figur 1 hervorgeht, ist das Hydraulikfluid-Ausgleichsbehältnis
32 zweckmäßigerweise ebenfalls Bestandteil der Antriebseinheit 3 und kann in das Gehäuse
6 integriert oder an dessen rückwärtige Stirnseite 25 angesetzt sein.
[0035] Hinsichtlich der für den Betrieb notwendigen Energiezufuhr von außen her ist die
Antriebsvorrichtung 2 als monoenergetisches Gerät ausgeführt. Bedingt durch den intern
geschlossenen Hydraulikkreis bedarf es keiner Zufuhr und/oder Abfuhr hydraulischer
Betätigungsenergie, so dass die Antriebsvorrichtung 2 zur Energieeinspeisung ausschließlich
über elektrische Anschlussmittel 35 verfügt, über die die für den Betrieb des Elektromotors
23 benötigte elektrische Energie eingespeist wird. Es kann sich dabei beispielsweise
um Steckanschlussmittel handeln oder, wie beim Ausführungsbeispiel, um ein abgehendes,
zu einer elektrischen Energiequelle geführtes Anschlusskabel.
[0036] In Baueinheit mit den elektrischen Anschlussmitteln oder über separate weitere elektrische
Anschlussmittel kann auch eine Anbindung der Antriebsvorrichtung 2 an eine externe
elektronische Steuereinrichtung erfolgen, die auch Positionserfassungssignale berücksichtigen
kann, welche in Abhängigkeit von der Position der Abtriebseinheit 13 erzeugt werden.
Die Antriebsvorrichtung 2 läßt sich auf diese Weise bei Bedarf in ein Fertigungs-
oder Montagesystem integrieren, dessen Betriebsabläufe elektronisch gesteuert werden.
[0037] Die zur Vorgabe des Betriebszustandes der Hydraulikpumpe 22 dienenden Einstellmittel
24 können bei Bedarf abseits von der Antriebsvorrichtung 2 platziert sein und über
entsprechende Signalverbindungen mit dem Elektromotor 23 zusammenwirken. Sämtliche
für den Betrieb der Antriebsvorrichtung 2 benötigten Signale können auch drahtlos
übermittelt werden.
[0038] Vorzugsweise ist dem Hydraulikantrieb 5 ein Wegmeßsystem 61 zugeordnet, das die Position
des Antriebskolbens 8 oder einer mit diesem bewegungsgekoppelten Komponente erfassen
kann, um in Abhängigkeit von bestimmten Positionen den Elektromotor 23 nach Bedarf
ansteuern zu können. Dabei können die Positionserfassungssignale den Einstellmitteln
24 zugeführt werden, die hierbei zweckmäßigerweise mit einem Positionsregler ausgestattet
sind.
[0039] Die beiden Hydraulikschaltungen 26, 27 sind beim Ausführungsbeispiel in das Gehäuse
6 des Hydraulikantriebes 5 integriert, wobei sie in Figur 1 nur strichpunktiert schematisch
angedeutet sind, während ihr bevorzugter Aufbau im einzelnen in Figur 3 gezeigt ist.
[0040] So enthalten beide Hydraulikschaltungen zweckmäßigerweise jeweils ein entsperrbares
Rückschlagventil 36a, 36b, also ein Rückschlagventil, das sich unter bestimmten Umständen
entsperren läßt, so dass es auch in der normalerweise gesperrten Durchflussrichtung
einen Fluiddurchlass ermöglicht.
[0041] Die entsperrbaren Rückschlagventile 36a, 36b sind so in die jeweilige Hydraulikschaltung
26, 27 eingegliedert, dass sie normalerweise eine Fluidströmung von der Hydraulikpumpe
22 zur jeweils angeschlossenen Arbeitskammer 17, 18 zulassen und in Gegenrichtung
verhindern. Das entsperrbare Rückschlagventil 36a, 36b einer jeweiligen Hydraulikschaltung
26, 27 steht allerdings über einen in Figur 3 gestrichelt angedeuteten Entsperrkanal
37a, 37b mit demjenigen Kanalabschnitt der jeweils anderen Hydraulikschaltung 27,
26 in Fluidverbindung, der sich zwischen der Hydraulikpumpe 22 und dem dortigen entsperrbaren
Rückschlagventil befindet. Auf diese Weise wird in einer jeweiligen Hydraulikschaltung
26, 27 der von der Hydraulikpumpe aufrecht erhaltenden Druck abgegriffen und dem in
der anderen Hydraulikschaltung platzierten entsperrbaren Rückschlagventil als Entsperrsignal
zugeleitet. Wird also die Hydraulikpumpe 22 beispielsweise so betrieben, dass in der
ersten Hydraulikschaltung 26 ein Druckaufbau stattfindet und durch das sich dabei
öffnende zugeordnete entsperrbare Rückschlagventil 36a ein Einspeisen von Hydraulikfluid
in die erste Arbeitskammer 17 erfolgt, bewirkt der aufgebaute Druck gleichzeitig eine
Entsperren und Öffnen des entsperrbaren Rückschlagventils 36b der zweiten Hydraulikschaltung
27, so dass aus der zweiten Arbeitskammer 18 verdrängtes Hydraulikmedium zur Hydraulikpumpe
22 zurückströmen kann. Der entsprechende Ablauf ergibt sich bei umgekehrter Förderrichtung
der Hydraulikpumpe 22.
[0042] Durch die entsperrbaren Rückschlagventile 36a, 36b ergibt sich der Vorteil, dass
die Abtriebseinheit 13 bei deaktivierter Hydraulikpumpe 22 in ihrer momentanen Position
festgehalten wird, weil das in den Arbeitskammern 17, 18 und in den sich daran anschließend
bis hin zu den entsperrbaren Rückschlagventilen 36a und 36b in den Hydraulikschaltungen
26, 27 befindliche Fluid fest eingesperrt ist. Zum Halten einer bestimmten Position
der Abtriebseinheit 13 wird somit keine Energie benötigt.
[0043] Die Realisierung eines weiteren Ausstattungsmerkmals der Antriebsvorrichtung 2 empfiehlt
sich insbesondere bei Anwendungsfällen, die ein sehr dynamisches Bewegungsverhalten
der Abtriebseinheit 13 erfordern, also abwechselnd hohe Beschleunigungen bzw. Geschwindigkeiten
und starkes Abbremsen. Dieses Ausstattungsmerkmal besteht in einem zweckmäßigerweise
in jede Hydraulikschaltung 26, 27 integrierten Vorspannventil 38a, 38b, das die Fluidverbindung
von der zugeordneten Arbeitskammer 17, 18 hin zur Hydraulikpumpe 22 nur freigibt,
wenn und solange sich in der momentan ausströmseitigen Arbeitskammer ein vorbestimmter
Mindestdruck aufgebaut hat, der als Öffnungsdruck bezeichnet sei. Dieser Öffnungsdruck
bewegt sich typischerweise im Bereich zwischen 10% und 90% und dabei vorzugsweise
in einer Größenordnung zwischen 30% und 50% des von der Hydraulikpumpe 22 maximal
erzeugbaren Betriebsdruckes. Beim Ausführungsbeispiel, bei dem der Arbeitsbereich
der Hydraulikpumpe 22 zwischen 24 und 100 bar liegt, sind die beiden Vorspannventile
38a, 38b auf einen Öffnungsdruck von etwa 50 bar ausgelegt.
[0044] Die auch als Druckbegrenzungsventile bezeichenbaren, druckabhängig öffnenden Vorspannventile
38a, 38b bewirken, dass der Abtriebseinheit 13 zusätzlich zu der eigentlich zu bewegenden
Last eine Bremslast auferlegt wird, die es erst durch entsprechende Druckerzeugung
der Hydraulikpumpe 22 zu überwinden gilt, um die Abtriebseinheit 13 in Bewegung zu
versetzen. Vernachlässigt man einmal die durch das Kraftabgriffsteil 14 zu betätigende
externe Last und die auftretende Reibung, so würde sich beim geschilderten Ausführungsbeispiel
erst dann eine Bewegung der Abtriebseinheit 13 einstellen, wenn durch das eingespeiste
Hydraulikmedium ein über 50 bar liegender Druck aufgebaut wird.
[0045] Wird die Abtriebseinheit 13 durch entsprechenden Druckaufbau mit hoher Geschwindigkeit
verlagert, so läßt sich der Abbremsvorgang durch Reduzieren der Pumpleistung sehr
einfach beherrschen, weil der durch die Fluidvorspannung in der ausströmseitigen Arbeitskammer
herrschende Öffnungsdruck eine als Bremskraft wirkende Gegenkraft zur Folge hat.
[0046] Beim Ausführungsbeispiel enthalten die Vorspannventile jeweils ein bewegliches Absperrglied
42, das durch eine dem Öffnungsdruck entsprechende Federkraft in eine die Fluidverbindung
normalerweise unterbrechende Schließstellung vorgespannt ist. Die Federkraft wird
beispielsweise durch eine mechanische Federeinrichtung 43 und/oder durch eine Gasfeder
geliefert. Durch schematisch angedeutete Einstellmittel 44 läßt sich die Federvorspannung
zweckmäßigerweise variabel einstellen, um den Öffnungsdruck zu beeinflussen und dementsprechend
eine Anpassung an den momentanen Einsatzfall der Antriebsvorrichtung 2 zu ermöglichen.
[0047] Das Absperrglied 42 wird vom Hydraulikfluid der aüsströmseitigen Arbeitskammer entgegen
der Federkraft im Öffnungssinne beaufschlagt und verlagert das Absperrglied in die
Offenstellung, wenn die aus dem Öffnungsdruck resultierende Stellkraft größer ist
als die Federkraft. Die Auslegung ist dabei zweckmäßigerweise so getroffen, dass ein
digitales Schaltverhalten vorliegt und das Vorspannventil schlagartig in die maximale
Offenstellung umschaltet.
[0048] Es versteht sich, dass auch lediglich eine der Hydraulikschaltungen mit einem Vorspannventil
ausgestattet sein kann. Dies insbesondere dann, wenn nur in einer Bewegungsrichtung
dynamische Bewegungen der geschilderten Art auftreten.
[0049] Da die Vorspannventile 38a, 38b in der betreffenden Hydraulikschaltung 26, 27 eine
Fluidströmung von der Hydraulikpumpe 22 zum Hydraulikantrieb 5 nicht zulassen, ist
ihnen jeweils ein Rückschlagventil 45a, 45b parallel geschaltet, das in der genannten
Richtung eine Fluidströmung zulässt und in Gegenrichtung, hin zur Hydraulikpumpe 22,
absperrt.
[0050] Innerhalb einer jeweiligen Hydraulikschaltung 26, 27 ist das entsperrbare Rückschlagventil
36a, 36b mit den parallel geschalteten Vorspann- und Rückschlagventilen 38a, 45a;
38b, 45b in Reihe geschaltet. Dabei befindet sich das Vorspannventil 38a, 38b zweckmäßigerweise
in demjenigen Kanalabschnitt, der sich zwischen dem entsperrbaren Rückschlagventil
36a, 36b und dem Hydraulikantrieb 5 erstreckt.
[0051] Wie eingangs schon erwähnt, sind der Hydraulikantrieb 5, die Hydraulikpumpe 22, die
Hydraulikschaltungen 26, 27, der Elektromotor 23 und das gegebenenfalls vorhandene
Hydraulikfluid-Ausgleichsbehältnis 32 zu der Antriebseinheit 3 zusammengefasst. Dabei
können die rückseitig an das Gehäuse 6 angesetzten Komponenten durch ein am Gehäuse
6 fixiertes Schutzgehäuse 46 abgedeckt sein, das vor Eindringen von Verunreinigungen
und Feuchtigkeit abschirmt.
[0052] Es wäre auch möglich, den Hydraulikantrieb 5, den Ausgleichs-bzw. Vorratsbehälter
32, die Hydraulikpumpe 22, den Elektromotor 23 mit Einstellmitteln 24, sowie die hydraulischen
Schaltungen 26, 27 in ein gemeinsames Gehäuse zu integrieren.
[0053] Die Antriebsvorrichtung 2 läßt sich prinzipiell zu beliebigen Antriebszwecken einsetzen,
wobei auch unterschiedliche Bauarten des Hydraulikantriebes 5 denkbar wären, beispielsweise
auch kolbenstangenlose Ausführungsformen. Besonders vorteilhaft gestaltet sich der
Einsatz der Antriebsvorrichtung 2 in einer zu einer Antriebseinheit 3 zusammengefassten
Bauform in Verbindung mit einer Spannvorrichtung 1, wobei an die vordere Stirnseite
15 des Gehäuses 6 die oben erwähnte Spanneinheit 4 angesetzt ist. Letztere kann wie
abgebildet einen an das Gehäuse 6 angeflanschten Lagerungskopf 47 enthalten, in den
das aus dem Gehäuse 6 herausragende Ende der Abtriebseinheit 13 eintaucht und der
einen schwenkbeweglichen Spannarm 48 trägt. Dabei sind die Kraftabgriffsmittel 16
der Abtriebseinheit 13 über einen Kniehebelmechanismus 49 derart mit dem Spannarm
48 bewegungsgekoppelt, dass aus der Linearbewegung der Abtriebseinheit 13 eine Dreh-
bzw. Schwenkbewegung des Spannarmes 48 abgeleitet wird. Dieser verfügt beim Ausführungsbeispiel
über einen drehfest verbundenen Schwenkhebel 50, an dem an einer zur Schwenkachse
52 des Spannarmes 48 beabstandeten Lagerstelle 53 ein laschenartiges Zwischenglied
54 angelenkt ist, das über eine weitere Lagerstelle 55 mit den Kraftabgriffsmitteln
16 gelenkig gekoppelt ist.
[0054] Um das Kraftabgriffsteil 14 und die diesem zugeordnete, im Bereich einer vorderen
Abschlusswand 59 des Kolbenaufnahmeraums 7 platzierte Dichtung 58 vor zu starkem Verschleiß
zu schützen, ist das Kraftabgriffsteil 14 mit seinem äußeren Endabschnitt an Führungsmitteln
56 längsverschiebbar geführt und zugleich in Querrichtung bezüglich der Schwenkachse
52 abgestützt. Die Führungsmittel 56 können beispielsweise von einer oder mehreren,
insbesondere nutartig ausgebildeten Führungsbahnen gebildet sein.
[0055] Durch Betätigung des Hydraulikantriebs 5 kann der Schwenkarm 48 gemäß Doppelpfeil
57 zu einer Schwenkbewegung um die Schwenkachse 52 veranlasst werden, um ihn wahlweise
in einer Spannstellung oder einer Freigabestellung zu positionieren. In der Spannstellung
kann er auf ein nicht näher dargestelltes Werkstück einwirken, um dieses so fest zu
spannen, dass es bearbeitet werden kann. Die Spannvorrichtung 1 eignet sich besonders
zum Zusammenspannen von zu verschweißenden Werkstücken.
[0056] Wie auch aus der Rückansicht der Figur 2 ersichtlich ist, ermöglicht die Antriebseinheit
3 eine besonders schmale Bauweise. Es ist insbesondere möglich, die Querschnittsabmessungen
der Antriebseinheit 3 so zu wählen, dass sie gleich oder geringer sind als diejenigen,
des Lagerungskopfes 47.
[0057] Da die Antriebsvorrichtung 2 weder servobetätigte Steuerventile bzw. Proportionalventile
noch Drosselventile benötigt, sind an das verwendete Hydraulikmedium keine besonders
hohen Qualitätsanforderungen gestellt, was die zur Aufbereitung notwendigen Maßnahmen
auf ein Minimum reduziert. Häufiges Auswechseln des Hydraulikmediums und Reinigen
von Filtereinrichtungen erübrigt sich. Die Bewegungsrichtung der Abtriebseinheit 13
wird allein durch die Drehrichtung des Gleichstrommotors vorgegeben, wie auch die
Hubgeschwindigkeit der Abtriebseinheit 13 eine Funktion der Geschwindigkeit des Gleichstrommotors
bzw. der Pumpendrehzahl ist. Die einzige Variable während des Betriebes der Antriebsvorrichtung
2 ist beim Ausführungsbeispiel der Betriebszustand der Hydraulikpumpe bzw. deren Drehzahl.
[0058] Zum Ausführungsbeispiel kann nochmals zusammengefasst werden, dass es sich vorzugsweise
um eine Antriebsvorrichtung mit einem durch ein hydraulisches Medium betätigbaren
Hydraulikantrieb 5 handelt, dem eine Hydraulikpumpe 22 zur Zufuhr des hydraulischen
Mediums zugeordnet ist. Der Druckaufbau im aktivierten Hydraulikantrieb 5 wird durch
einstellbare Druckbegrenzungsventile (Vorspannventile 38a, 38b), die druckabhängig
öffnend ausgebildet sind, sowie zu diesen parallelgeschaltete Rückschlagventile 45a,
45b, gesteuert. Die Geschwindigkeit des Antriebskolbens 8 des aktivierten Hydraulikantriebes
5 wird ausschließlich vom Volumenstrom des hydraulischen Mediums in den hydraulischen
Schaltungen 26, 27 bestimmt.
1. Antriebsvorrichtung, mit einem geschlossenen Hydraulikkreis, der einen durch hydraulisches
Medium betätigbaren Hydraulikantrieb (5) und eine die Zufuhr und Abfuhr des hydraulischen
Mediums bezüglich dem Hydraulikantrieb (5) veranlassende Hydraulikpumpe (22) enthält,
wobei zur Betätigung der Hydraulikpumpe (22) ein Elektromotor (23) vorgesehen ist
und die Aktivierung des Hydraulikantriebes (5) durch den Betriebszustand der Hydraulikpumpe
(22) bestimmt wird.
2. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen allein in Abhängigkeit von der Drehzahl der Hydraulikpumpe (22) erfolgenden
Druckaufbau unterschiedlicher Betätigungsdrücke im Hydraulikantrieb (5).
3. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch Einstellmittel (24) zur variablen Vorgabe der die Pumpendrehzahl der Hydraulikpumpe
(22) bestimmenden Motordrehzahl des Elektromotors (23).
4. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Einstellmittel (24) Drehzahlrampen erzeugbar sind, die eine gleichförmige
Antriebsbewegung des Hydraulikantriebes (5) hervorrufen.
5. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass dem Hydraulikantrieb (5) ein Wegmeßsystem zugeordnet ist, dessen Signale den Einstellmitteln
(24) zugeführt werden, welche hierbei zweckmäßigerweise einen Positionsregler enthalten.
6. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (23) als drehzahlgesteuerter oder drehzahlgeregelter Antriebsmotor
ausgebildet ist.
7. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl der Hydraulikpumpe (22) die Bewegungsgeschwindigkeit des Antriebskolbens
(8) des Hydraulikantriebes bestimmt.
8. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydraulikpumpe als reversierbare Volumenstrompumpe ausgebildet ist.
9. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Hydraulikantrieb (5) mindestens einen mit einem Kraftabgriffsteil (14) bewegungsgekoppelten
Antriebskolben (8) aufweist, der zwei Arbeitskammern (17, 18) fluiddicht voneinander
abteilt, die beide über jeweils eine Hydraulikschaltung (26, 27) mit der Hydraulikpumpe
(22) verbunden sind, wobei das Einspeisen von Hydraulikfluid in die eine Arbeitskammer
(17, 18) mit dem gleichzeitigen Ausströmen von Hydraulikfluid aus der anderen Arbeitskammer
(18, 17) einhergeht.
10. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydraulikpumpe (22) wahlweise zu einer linksdrehenden oder einer rechtsdrehenden
Rotationsbewegung antreibbar ist, um Hydraulikmedium wahlweise in die eine oder andere
der beiden Arbeitskammern (17, 18) einzuspeisen und dementsprechend die Bewegungsrichtung
des Antriebskolbens (8) vorzugeben.
11. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass beide Hydraulikschaltungen (26, 27) ein entsperrbares Rückschlagventil (36a, 36b)
enthalten, das normalerweise eine Fluidströmung von der Hydraulikpumpe (22) zum Hydraulikantrieb
(5) zulässt und in Gegenrichtung verhindert, wobei jedes Rückschlagventil (36a, 36b)
durch den in der jeweils anderen Hydraulikschaltung von der Hydraulikpumpe (22) aufrecht
erhaltenen Druck entsperrbar ist, um eine Fluidströmung vom Hydraulikantrieb (5) zurück
zur Hydraulikpumpe (22) zu ermöglichen.
12. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Hydraulikschaltung (26, 27) ein Vorspannventil (38a, 38b) enthält,
das die Fluidverbindung von der betreffenden Arbeitskammer (17, 18) hin zur Hydraulikpumpe
(22) nur freigibt, wenn und solange sich in der ausströmseitigen Arbeitskammer ein
vorbestimmter Öffnungsdruck aufgebaut hat.
13. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslegung so getroffen ist, dass der Öffnungsdruck im Bereich zwischen 10% und
90% und dabei vorzugsweise im Bereich zwischen 30% und 50% des von der Hydraulikpumpe
(22) maximal erzeugbaren Betriebsdruckes liegt.
14. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, gekennzeichnet durch Einstellmittel (44) zur veränderlichen Vorgabe des Öffnungsdruckes.
15. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorspannventil (38a, 38b) ein bewegliches Absperrglied (42) aufweist, das durch
eine dem Öffnungsdruck entsprechende Federkraft in eine die Fluidverbindung unterbrechende
Schließstellung vorgespannt ist und das vom Hydraulikfluid der ausströmseitigen Arbeitskammer
entgegen der Federkraft im Öffnungssinne beaufschlagt wird.
16. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass jede Hydraulikschaltung (26, 27) ein Vorspannventil (36a, 36b) enthält.
17. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 16 in Verbindung mit Anspruch
11, dadurch gekennzeichnet, dass in einer betreffenden Hydraulikschaltung (26, 27) das entsperrbare Rückschlagventil
(36a, 36b) und das Vorspannventil (38a, 38b) in Reihe geschaltet sind.
18. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Vorspannventil (38a, 38b) ein in Richtung zum Hydraulikantrieb (5) öffnendes
und in Gegenrichtung sperrendes Rückschlagventil (45a, 45b) parallel geschaltet ist.
19. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass jede Hydraulikschaltung (26, 27) mit einem Hydraulikfluid-Ausgleichsbehältnis (33)
verbunden ist.
20. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der Hydraulikantrieb (5), die Hydraulikpumpe (22), die gegebenenfalls vorhandene
Hydraulikschaltungen (26, 27) und der Elektromotor (23) zu einer Antriebseinheit (3)
zusammengefasst sind.
21. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (3) zur Energieeinspeisung ausschließlich über elektrische Anschlussmittel
(35) verfügt.
22. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, als Bestandteil einer insbesondere
als Kniehebel-Spannvorrichtung ausgebildeten Spannvorrichtung (1), wobei das Kraftabgriffsteil
(14) des Hydraulikantriebes (5) mit einem schwenkbeweglichen Spannarm (48) in Antriebsverbindung
steht.
23. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 22 in Verbindung mit Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, dass stirnseitig an der Antriebseinheit (3) ein den Schwenkarm (48) tragender Lagerungskopf
(47) angeordnet ist.
24. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsabmessungen der Antriebseinheit (3) gleich oder geringer sind als
diejenigen des Lagerungskopfes (47).
25. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass der Hydraulikantrieb (5) ein Drehantrieb ist.
26. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass der Hydraulikantrieb (5) ein Linearantrieb ist.