[0001] Die Erfindung betrifft einen Stufenschalter für Stufentransformatoren gemäß dem Oberbegriff
des ersten Patentanspruches. Die Erfindung betrifft weiterhin einen für einen solchen
Stufenschalter besonders geeigneten Schirmring.
[0002] Gattungsgemäße Stufenschalter für Stufentransformatoren sind aus der Druckschrift
"Stufenschalter Typ V" der Anmelderin bekannt. Sie bestehen im Wesentlichen aus einem
von einem Isolierstoffzylinder gebildeten Ölgefäß und einem darin befindlichen Stufenschaltereinsatz.
An der Innenwandung des Ölgefäßes sind in unterschiedlichen horizontalen Ebenen die
feststehenden Kontakte angeordnet, deren Anschlusselemente jeweils durch die Wandung
nach außen geführt sind und mit einer Anzapfung der Regelwicklung des zu beschaltenden
Stufentransformators in Verbindung stehen. Der Stufenschaltereinsatz enthält das gesamte
bewegliche Kontaktsystem. Er umfasst eine im Inneren des Ölgefäßes zentrisch gelagerte
drehbare Schaltersäule, an der übereinander, jeweils in den gleichen horizontalen
Ebenen wie die zugehörigen zu beschaltenden festen Kontakte, Kontaktträger befestigt
bzw. angelenkt sind. Die Kontaktträger ihrerseits tragen die beweglichen Schaltkontakte
bzw. -rollen und andere Schaltmittel bzw. -elemente des Stufenschalters. Beidseitig
der jeweiligen Kontaktträger sind um die Schaltersäule herum konzentrisch verlaufende
Schirmringe vorgesehen, die in der Regel einen annähernd kreisförmigen oder ovalen,
in Richtung auf das zugehörige Kontaktsystem hin offenen, Querschnitt aufweisen. An
diese Schirmringe sind Befestigungwinkel oder -laschen angeformt, mittels derer die
Schirmringe am Umfang der Schaltersäule verschraubt werden.
[0003] Eine ganz ähnliche Anordnung ist aus der DE 44 14 951 C1 bekannt. Hierbei wird jeder
Kontaktträger durch einen zweiteiligen Klemmring, der die Schaltersäule umfasst, an
dieser befestigt. Der Klemmring seinerseits weist an seinem äußeren Umfang Flansche
auf, an denen jeweils ein Schirmring befestigt werden kann. Auch hierzu sind Befestigungswinkel
o. ä. an dem jeweiligen Schirmring zum Verschrauben mit den Flanschen erforderlich.
[0004] Diese Befestigungswinkel verkomplizieren die Herstellung der Schirmringe; nach deren
Rollen müssen die Befestigungswinkel separat, z. B. mittels Punktschweißen, angebracht
werden. Dies muss zudem mit hoher Genauigkeit geschehen, um ein Korrespondieren mit
den entsprechenden Gewindebohrungen für die Befestigung sicherzustellen. Davon abgesehen
ergibt sich ein hoher Montageaufwand durch die zahlreichen Befestigungsschrauben.
Weiterhin können die hochfrequenten Schwingungen des Transformators, an dem der Stufenschalter
befestigt ist, im Betrieb zur Ermüdung und letztendlich zum Brechen der Befestigungswinkel
führen.
[0005] Aus dem DE-GM 94 07 087 ist es auch bereits bekannt, am Umfang der Schaltersäule
jeweils in einer horizontalen Ebene mehrere offene Federklammern vorzusehen, an denen
die einzelnen Schirmringe dadurch befestigt werden, dass sie in die Federklammern
eingedrückt werden und in diesen einrasten. Auch diese Befestigungsmöglichkeit ist
jedoch aufwendig; die einzelnen Federklammern ihrerseits müssen wiederum durch separate
Befestigungsschrauben fixiert werden.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Stufenschalter vorzusehen, an dem auf einfache
Weise und ohne zusätzliche Befestigungsmittel Schirmringe befestigt sind.
[0007] Weitere Aufgabe der Erfindung ist es, einen dafür geeigneten, möglichst einfach aufgebauten
Schirmring, der sich leicht herstellen und montieren lässt, anzugeben.
[0008] Diese Aufgaben werden durch die Erfindung gelöst.
[0009] Der erfindungsgemäße Stufenschalter besitzt den großen Vorteil, dass an seiner Schaltersäule
die Schirmringe jedes Kontaktsystems jeweils direkt an den beiden Klemmringen bzw.
Befestigungsschellen, die die Schaltersäule umfassen und auf bekannte Weise den Kontaktträger
kraft- und formschlüssig auf dieser befestigen, mit eingeklemmt werden. Damit entfallen
einerseits separate Befestigungsmittel für die Schirmringe, andererseits gestaltet
sich die Montage selbst einfacher. Gemeinsam mit dem Befestigen des jeweiligen Kontaktträgers
auf der Schaltersäule durch Verspannen der jeweiligen Klemmringe bzw. Befestigungsschellen
erfolgt ein Verklemmen der Schirmringe.
[0010] Die erfindungsgemäßen Schirmringe, die für ein solches Verklemmen geeignet sind,
weisen dazu einen besonders ausgebildeten konzentrischen Klemmschaft mit einem Klemmbereich
auf. Diese Schirmringe sind vorteilhafter Weise einstückig ausgebildet und müssen
nicht mit zusätzlichen Winkeln o. a. Befestigungsmitteln versehen werden; sie sind
in einem einzigen Arbeitsgang herstellbar und bedürfen insofern keiner großen Nach-
bzw. Weiterbearbeitung oder Vormontage zusätzlicher Teile.
[0011] Die Erfindung soll nachfolgend an Hand von Zeichnungen beispielhaft noch näher erläutert
werden.
Es zeigen:
[0012]
- Figur 1
- eine seitliche Schnittdarstellung eines Bereiches einer Schaltersäule eines erfindungsgemäßen
Stufenschalters komplett mit montierten Schirmringen zu beiden Seiten eines Kontaktträgers
- Figur 2
- einen erfindungsgemäßen Schirmring in perspektivischer Darstellung allein
- Figur 3
- eine schematische Schnittdarstellung des in Figur 1 dargestellten Stufenschalters
in der Ebene A-A, jedoch ohne Schirmringe.
[0013] Zunächst soll Figur 1 näher erläutert werden. Im Inneren des nicht dargestellten,
von einem Isolierstoffzylinder gebildeten, Gehäuses des Stufenschalters erstreckt
sich längs und zentrisch durch diesen eine bekannte Schaltersäule 1, vorzugsweise
aus GFK oder anderem Isolierstoff, die alle beweglichen Schaltelemente trägt. Die
Schaltersäule 1 ist auf bekannte Weise drehbar; dazu dienen üblicherweise Malteserantriebe,
die hier nicht dargestellt sind. Ebenso nicht dargestellt ist die Lagerung der nur
auszugsweise gezeigten Schaltersäule 1. Die Schaltersäule 1 trägt in jeder Ebene der
zu beschaltenden - nicht dargestellten - festen Stufenkontakte, hier ist nur eine
solche Ebene 2 gezeigt, einen Lagerbock 3. Der Lagerbock 3 weist jeweils einen oberen
zweiteiligen Klemmring 4 und einen unteren, ebenfalls zweiteiligen Klemmring 5 zur
Befestigung auf. Beide Teile 41, 42 des oberen Klemmrings 4 als auch beide Teile 51,
52 der unteren Klemmringes 5 umfassen die Schaltersäule 1 und sind jeweils durch außerhalb
der Schaltersäule 1 angeordnete Spannschrauben 6, 7 kraftschlüssig auf der Schaltersäule
1 verspannbar. Jeweils ein Teil 41, 51 jedes Klemmringes 4, 5 ist dabei als integraler
Bestandteil des Lagerbockes 3 ausgebildet; der jeweils andere Teil 42, 52 jedes Klemmringes
4, 5 ist als korrespondierende Befestigungsschelle ausgebildet. Der Lagerbock 3 seinerseits
weist eine Lagerstelle 31 auf, an der der eigentliche - hier nicht dargestellte-Kontaktträger,
der die mechanischen und elektrischen Schaltelemente aufnimmt, beweglich angelenkt
ist. Eine solche bewegliche Anlenkung ist in der DE 198 21 775 C1 detailliert beschrieben.
[0014] Neben dieser in Figur 1 dargestellten Variante ist es ebenso gut auch möglich, den
Kontaktträger selbst, unter Verzicht auf eine bewegliche Anlenkung, d. h. mögliche
Relativbewegung, starr an der Schaltersäule 1 mittels der beschriebenen jeweiligen
oberen und unteren Klemmringe 4, 5 zu befestigen, so wie dies in der DE 44 14 951
C1 beschrieben ist.
[0015] Für die vorliegende Erfindung von Bedeutung ist allein die mittelbare oder unmittelbare
Befestigung des Kontaktträgers jeweils durch kraft- und formschlüssiges Verspannen
eines oberen Klemmringes 4, der aus zwei Teilen 41, 42 besteht, und eines unteren
Klemmringes 5, der seinerseits ebenfalls aus zwei Teilen 51, 52 besteht, wobei, wie
erläutert, jeweils die korrespondierenden Teile 41, 42 bzw. 51, 52 die Schaltersäule
1 umfassen.
[0016] In der Figur 1 sind weiterhin noch zwei Fixierbolzen 8, 9 dargestellt, die jeweils
mit einer ihrer Seiten in eine Bohrung 10, 11 in der Schaltersäule 1 und mit ihrer
jeweils anderen Seite in eine weitere Bohrung 12, 13 im Lagerbock 3 eingreifen. Dadurch
wird einerseits eine Montagehilfe gegeben, d. h. es ist eine eindeutige Lagezuordnung
der auf der Schaltersäule 1 zu befestigenden Teile vorgegeben. Zusätzlich wird dadurch
eine formschlüssige Verbindung, d. h. eine Verdrehsicherung, gewährleistet.
[0017] Weiterhin weisen beide Teile 41, 42 des oberen Klemmringes 4 als auch beide Teile
51, 52 des unteren Klemmringes 5 jeweils an ihrer der Schaltersäule 1 zugewandten
zylindrischen Innenfläche eine umlaufende Klemmnut 411, 421; 511, 521 auf.
[0018] Weiter ist in Figur 1 zu erkennen, dass ein oberer Schirmring 14, mit seiner offenen
Seite dem Kontaktsystem zugewandt, im Bereich des oberen Klemmringes 4 in dessen umlaufender
Klemmnut 411, 421 befestigt ist und ein weiterer, identischer Schirmring 14 in umgedrehter
Einbaulage, ebenfalls mit der offenen Seite dem Kontaktsystem zugewandt, im Bereich
des unteren Klemmringes 5 in dessen Klemmnut 511, 521 befestigt ist. Damit sind die
Schirmringe 14 auf einfache Weise an der Schaltersäule 1 befestigt, ohne dass es hierfür
zusätzlicher Befestigungsmittel bedarf.
[0019] In Figur 2 ist ein solcher Schirmring 14 allein dargestellt. Er besteht aus dünnem
Material, vorzugsweise aus dünnem Stahlblech, aus dem er in einem kombinierten Arbeitsgang
durch Drücken und Rollen gefertigt werden kann. Er weist einen Abschirmteller 141
auf, dessen freie Seite oben offen ist; dieser Bereich realisiert die eigentliche
elektrische Abschirmwirkung. An diesem Abschirmteller 141 ist ein umlaufenden, gerollter
Rand 142 angeformt, der nach einer Seite offen ist. Der Schirmring 14 weist weiterhin
einen angeformten, tulpenförmigen Befestigungsschaft 143 auf, der seinerseits einen
Führungsbereich 144 und an seinem freien Ende einen Klemmbereich 145 besitzt. Der
Schirmring 14 insgesamt ist ein vollständig rotationssymmetrisches Bauteil, dessen
angeformter Befestigungsschaft 143 derart dimensioniert ist, dass der gesamte Schirmring
14 über die Schaltersäule 1 geschoben werden kann. Der Innendurchmesser des Führungsbereiches
144 ist dabei nur geringfügig größer als der Außendurchmesser der entsprechenden Schaltersäule
1. Der Klemmbereich 145 des Schirmringes 14 besitzt an dessen freiem Ende einen etwas
größeren Durchmesser als der Führungsbereich 144, so dass er mit der jeweiligen Klemmnut
411, 421; 511, 521 des jeweiligen Klemmringes 4, 5 korrespondiert und in diesen formschlüssig
in axialer Richtung eingreift. Durch nachfolgendes Anziehen der Spannschrauben 6,
7 werden die Klemmringe 4, 5 auf der Schaltersäule 1 verspannt, und gleichzeitig ist
eine axiale Fixierung des jeweiligen Schirmringes 14 gewährleistet.
[0020] Um zu der durch dieses Verspannen erzielten kraftschlüssigen Verbindung eine zusätzliche
formschlüssige Verbindung in axialer Richtung zwischen Schirmring 14 und jeweiligem
Klemmring 4, 5 zu erreichen, ist es besonders vorteilhaft, die Kontur der Klemmnuten
411, 421; 511, 521 zackenförmig auszubilden, beispielsweise durch Fräsen. Diese Zacken
412, 422, die in der nachfolgend erläuterten Figur 3 dargestellt sind, verformen den
jeweils angeklemmten Schirmring 14 in dessen Klemmbereich 145 beim Verspannen dermaßen,
dass zusätzlich eine gute formschlüssige Verbindung gegeben ist.
[0021] In Figur 3 ist noch einmal ein Schnitt von oben durch den in Figur 1 bereits dargestellten
Stufenschalter in der Schnittebene A-A gezeigt, jedoch ohne montierte Schirmringe.
Es sind hierbei die beiden Teile 41, 42 des oberen Klemmringes 4 sowie der Lagerbock
3 zu erkennen. Weiterhin sind die Klemmnuten 411, 421 gezeigt, die hier - wie bereits
als besonders vorteilhaft erläutert - nach innen gerichtete Zacken 412, 422 aufweisen,
mittels der bei Montage eines Schirmringes 14 dessen eingelegter Klemmbereich 145
beim Anziehen der Spannschrauben 6 verformbar ist. Die beiden Teile 51, 52 des hier
nicht dargestellten unteren Klemmringes 5 weisen ganz analog ebenfalls Klemmnuten
mit Zacken auf.
[0022] Die Vorteile des beschriebenen erfindungsgemäßen Schirmringes 14 sind vielfältig.
Zunächst einmal handelt es sich um ein völlig rotationssymmetrisches Bauteil mit nahezu
idealen elektrischen Abschirmeigenschaften. Ein solcher Schirmring 14 ist leicht herstellbar,
leicht montier- und demontierbar und nicht zuletzt durch die einstückige Bauweise
in sich stabil und resistent gegen Belastungen aller Art, insbesondere auch gegen
vom Transformator herrührende Vibrationen.
1. Stufenschalter für Stufentransformatoren mit folgenden Merkmalen:
― einem das Gehäuse bildenden Isolierstoffzylinder, an dessen Innenseite feste, beschaltbare
Stufenkontakte angeordnet sind,
― einer im Inneren angeordneten, durch Antriebsmittel drehbaren Schaltersäule (1),
― wobei an der Schaltersäule (1) mindestens in einer horizontalen Ebene (2) mindestens
ein Lagerbock (3) für einen daran anlenkbaren Kontaktträger oder mindestens ein solcher
Kontaktträger direkt jeweils mittels eines oberen zweiteiligen (41, 42) Klemmringes
(4) und eines unteren zweiteiligen (51, 52) Klemmringes (5) kraftschlüssig befestigt
ist, derart, dass die jeweils beiden Teile (41, 42; 51, 52) jedes Klemmringes (4,
5) jeweils durch mindestens eine Spannschraube (6, 7) miteinander verspannbar sind,
― wobei sowohl oberer zweiteiliger (41, 42) Klemmring (4) als auch unterer zweiteiliger
(51, 52) Klemmring (5) jeweils an ihrer der Schaltersäule (1) zugewandten Innenfläche
eine umlaufende Klemmnut (411, 421, 511, 521) aufweisen,
― wobei beidseitig jedes Lagerbockes (3) oder jedes Kontaktträgers jeweils ein Schirmring
(14) angeordnet ist, derart, dass die offene Seite der beiden beidseitig jedes Lagerbockes
(3) oder Kontaktträgers angeordneten Schirmringe (14) einander zugewandt sind,
― und wobei jeder Schirmring (14) einen Befestigungsschaft (143) besitzt, der wiederum
an seinem freien Ende einen zylindrischen Klemmbereich (145) aufweist, dessen Durchmesser
mit der jeweiligen Klemmnut (411, 421, 511, 521) korrespondiert und der in dieser
zwischen dem jeweiligen oberen oder unteren Klemmring (4, 5) und der Schaltersäule
(1) eingeklemmt ist.
2. Stufenschalter nach Patentanspruch 1,
wobei die Kontur der jeweiligen Klemmnut (411, 421, 511, 521) mit Zacken (412, 422)
versehen ist, derart, dass beim Einklemmen des jeweiligen Schirmringes (14) dessen
Klemmbereich (145) verformbar ist.
3. Schirmring (14) zur Befestigung an einer Schaltersäule (1) eines Stufenschalters gemäß
Patentanspruch 1 mit folgenden Merkmalen:
― bestehend aus dünnem Blech und einstückig als im Wesentlichen rotationssymmetrisches
Bauteil ausgebildet,
― wobei ein Abschirmteller (141) mit einem umlaufenden, gerollten, nach einer Seite
offenen Rand (142) vorgesehen ist,
― wobei an dem Abschirmteller (141) ein in Richtung der offenen Seite des Randes (142)
sich erstreckender tulpenförmiger Befestigungsschaft angeformt ist,
― und wobei der Befestigungsschaft (143) seinerseits an seinem freien Ende einen Klemmbereich
(145) aufweist, dessen Durchmesser größer ist als der des übrigen Befestigungsschaftes
(143) und der mit der jeweiligen Klemmnut (411, 421, 511, 521) korrespondiert, derart,
dass er in dieser und damit an der Schaltersäule (1) einklemmbar ist.