[0001] Die Erfindung betrifft ein Schmuckstück, insbesondere einen Edelstein sowie eine
Fassung für einen Edelstein.
[0002] Edelsteine sind seit langem wesentliche Bestandteile von Schmuckstücken. Um Edelsteine
in Schmuckstücken verarbeiten und verwenden zu können, müssen die Steine "gefaßt",
d.h. dauerhaft an einem Träger aus Metall oder einem sonstigen Material befestigt
werden. Hierzu wird der zu fassende Stein in eine Vorrichtung, die "Fassung" geklemmt,
und so von dieser gehalten.
[0003] Ein Beispiel einer solchen Fassung ist in Fig. 1 schematisch dargestellt. Ein Brillant
100 wird von einer Fassung 110 gehalten, indem er zwischen die Wände 120 der Fassung
geklemmt wird und indem ferner diese Wände an ihren oberen Enden 130 den Brillanten
"umfassen", so daß ein Herausfallen aus der Fassung nicht möglich ist.
[0004] Bei derartigen herkömmlichen Fassungen besteht das grundsätzliche Problem, daß Elemente
der Fassung wie etwa die überstehenden Enden 130 für den Betrachter von außen sichtbar
sind.
[0005] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Edelstein zu schaffen,
der so ausgebildet ist, daß er auf scheinbar "unsichtbare Weise" gefaßt werden kann.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird im wesentlichen gelöst durch den Gegenstand
der unabhängigen Patentansprüche. Die abhängigen Ansprüche definieren bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0007] Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung weist ein Edelstein mindestens eine
Ausnehmung auf, die zur Aufnahme eines Halteelements zur Fassung des Steins dient.
Die Ausnehmung ist dabei so angeordnet, daß sie von einer durch eine Umfassungslinie,
die eine maximal für einen Beobachter sichtbare Fläche definiert, definierten Querschnittsfläche
aus gesehen in zum Beobachter entgegengesetzter Richtung verschoben ist. Dadurch ist
die Ausnehmung hinter der maximalen sichtbaren Querschnittsfläche "verdeckt" angeordnet,
so daß die Ausnehmung wie auch das durch sie aufgenommene Halteelement für den Beobachter
unsichtbar sind. Somit kann der Edelstein in scheinbar unsichtbarer Weise gefaßt werden.
[0008] Vorzugsweise handelt es sich bei dem Edelstein um einen Diamanten oder um einen Brillanten.
Insbesondere für diese Edelsteine ist eine unsichtbare Fassung erwünscht, da sie äußerst
kostbar sind und somit die maximale Fläche dieser Steine für einen Beobachter sichtbar
sein soll.
[0009] Vorzugsweise ist die Ausnehmung in Form einer den Edelstein umlaufenden Kerbe ausgebildet.
Dadurch kann die Fassung in Form eines umlaufenden Rings erfolgen, der in die Kerbe
eingreift und unter Spannung den Edelstein hält. Dadurch wird eine besonders stabile
Fassung erreicht, während gleichzeitig der umlaufende Ring durch die maximal sichtbare
Querschnittsfläche für den Beobachter verdeckt ist.
[0010] Vorzugsweise handelt es sich bei dem Edelstein um einen Brillanten, wobei die Ausnehmung
unterhalb der Rondiste an der der Kalette zugewandten Seite angeordnet ist. Dadurch
kann die gesamte oberhalb der Rondistebene gelegene Fläche des Diamanten für den Beobachter
sichtbar bleiben, ohne daß ein Teil durch die Fassung verdeckt wird.
[0011] Vorzugsweise ist die Ausnehmung das Ergebnis eines Schleifprozesses, insbesondere
eines Schleifprozesses mittels Laserschleifens. Durch das Erzeugen der Ausnehmung
mittels Laserschleifens kann die herkömmliche Beschränkung für die Formgebung eines
Brillanten, die durch dessen Kristallstruktur vorgegeben ist, überwunden werden. Während
bei herkömmlichen Herstellungsverfahren bzw. Schleifverfahren ein Diamant mit einem
Diamant geschliffen wird, wodurch nur eine insgesamt konische Form des Brillanten
erzielbar ist, kann durch das Laserschleifen eine konkave Ausnehmung unterhalb der
Rondistebene des Brillanten angebracht werden, um so eine Fassung in praktisch unsichtbarer
Weise durch Eingreifen von Halteelementen in die Ausnehmung zu ermöglichen.
[0012] Vorzugsweise weist ein Schmuckstück gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung einen Edelstein gemäß der vorliegenden Erfindung auf, sowie ferner eine
Fassung mit mindestens einem Halteelement, um den Edelstein zu fassen. Die Kombination
von Edelstein und entsprechender Fassung führt zu einem Schmuckstück mit besonders
eindrucksvoller Ansicht, da die gesamte maximal sichtbare Fläche des Edelsteins für
den Beobachter sichtbar bleibt. Gleichzeitig ist jedoch der Edelstein sicher in einer
Fassung gefaßt, ohne daß die Gefahr besteht, daß er aus der Fassung herausfällt.
[0013] Vorzugsweise weist das Schmuckstück eine Fassung mit einem im wesentlichen ringförmigen
oder kreisförmigen Anteil auf, der als Halteelement in die Ausnehmung des Edelsteins
eingreift und diesen durch Ausübung einer Druckspannung hält. Hierdurch kann eine
besonders stabile Fassung des Edelsteins gewährleistet werden.
[0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Variante weist die Fassung mindestens zwei Elemente
(Halteelemente) auf, die an zwei im wesentlichen einander gegenüberliegenden Stellen
in eine jeweilige Ausnehmung des Edelsteins eingreifen, um diesen durch Druckspannung
zu halten. Dadurch kann beispielsweise die Konstruktion eines Ringes ermöglicht werden,
bei dem ein Edelstein durch zwei offene Enden des Ringes "geklemmt" gehalten wird,
indem die Enden in die Ausnehmungen des Edelsteins eingreifen, während gleichzeitig
die maximal sichtbare Oberfläche des Edelsteins für den Beobachter sichtbar bleibt.
[0015] Eine weitere vorteilhafte Variante besteht in dem Vorsehen von vier Halteelementen,
um den Edelstein durch Ausübung einer Druckspannung zu halten.
[0016] In einer vorteilhaften Variante handelt es sich bei dem Schmuckstück um einen Ring,
zwischen dessen offene Enden ein Edelstein gemäß der vorliegenden Erfindung geklemmt
oder durch Druckspannung gehalten wird.
[0017] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Halterung oder die Fassung
mit dem Halteelement ein Aufnahmelement zur Aufnahme einer Kette auf. Dadurch kann
das Schmuckstück an einer Kette aufgehängt und um den Hals des Trägers angebracht
werden.
[0018] Das Aufnahmeelement besteht dabei vorzugsweise aus einer Öse, durch die eine Kette
hindurchgeführt werden kann.
[0019] Vorzugsweise ist das Aufnahmelement an der Fassung durch Schweißen befestigt. Dadurch
wird insbesondere auch die Befestigung eines derartigen Aufnahmeelements an der Fassung
eines Diamanten möglich. Die Befestigung des Aufnahmeelements erfolgt dabei vorzugsweise
mittels Laserschweißens.
[0020] Gemäß weiterer bevorzugter Ausführungsformen kann ein Edelstein durch einen Halbedelstein,
einen unedlen Stein, einen Kristall, oder einen künstlich hergestellten Edelstein
anstelle eines Edelsteins ersetzt werden.
[0021] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend im Detail anhand mehrerer Ausführungsbeispiele
unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Brillanten in einer Fassung gemäß dem Stand der Technik;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Brillanten;
- Fig. 3
- einen Edelstein gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 4
- einen Edelstein mit Fassung gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 5a
- eine Ansicht von unten eines Edelsteins gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung;
- Fig. 5b
- eine Seitenansicht eines Edelsteins gemäß eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden
Erfindung;
- Fig. 5c
- eine Draufsicht eines Edelsteins gemäß eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden
Erfindung;
- Fig. 6a
- eine Seitenansicht eines gefaßten Edelsteins gemäß eines Ausführungsbeispiels der
vorliegenden Erfindung;
- Fig. 6b
- eine Draufsicht des Edelsteins gemäß Fig. 6a;
- Fig. 7a
- einen Edelstein mit Kette gemäß eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 7b
- eine vergrößerte Teilansicht der Fig. 7a;
- Fig. 8
- einen Ring gemäß eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 9
- einen Ring gemäß dem Stand der Technik; und
- Fig. 10a bis Fig. 10d
- Beispiele für mögliche Anordnungen von Ausnehmungen oder Einkerbungen in einem Edelstein
gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
[0022] Bevor im einzelnen auf ein Ausführungsbeispiel der Erfindung eingegangen wird, soll
nachfolgend im Zusammenhang mit Fig. 2 zunächst schematisch der Aufbau eines Edelsteins
am Beispiel eines Brillanten erläutert werden.
[0023] Bei einem Brillanten handelt es sich um einen in besonderer Form geschliffenen Diamant,
der sich infolge des Brillantschliffs durch starke Lichtbrechung, funkelnden Glanz
und starkes Farbenspiel auszeichnet. Der Brillant-Schliff entwickelte sich aus der
natürlichen, vorwiegend oktraedischen Kristallform des Diamanten. Ein in Fig. 2 schematisch
dargestellter Brillant 200 besteht aus einem Oberteil 210, einem Unterteil 220, sowie
eine Ober- und Unterteil verbindende Kreisfläche, die Rondistebene, deren umlaufende
Kante Rondiste 230 genannt wird.
[0024] Bei einem Edelstein, wie er in Fig. 2 schematisch dargestellt ist, kann eine Fassung
nur erfolgen, indem ein "Umgreifen" des Steins, etwa durch Überhänge 130 wie in Fig.
1 dargestellt, erfolgt. Derartige Überhänge oder vorstehende Teile einer Fassung sind
für einen Betrachter, der den Stein in Richtung einer Sichtlinie 240 betrachtet, stets
sichtbar.
[0025] Die Sichtbarkeit von Elementen der Fassung bei einer Betrachtung des Steins in einer
Sichtlinie 240 kann vermieden werden durch einen Aufbau eines Steins, wie er schematisch
in Fig. 3 dargestellt ist. Der Stein gemäß Fig. 3 weist eine umlaufende Ausnehmung
300 auf, die unterhalb der Rondiste 320 angeordnet ist. Damit können in die Ausnehmung
300 Elemente einer Fassung eingreifen, wie es schematisch in Fig. 4 dargestellt ist.
Die Elemente 410, 420 der Fassung 400 greifen in die Ausnehmung ein und "klammern"
so den Stein zwischen sich fest, so daß er sicher durch die Fassung 400 gefaßt wird.
Gleichzeitig sind jedoch aufgrund der Ausnehmung die Elemente der Fassung 400 so angeordnet,
daß sie bei Betrachtung des Steins in Richtung der Sichtlinie 405 unsichtbar sind.
[0026] Anstelle einer in Fig. 3 gezeigten einzigen umlaufenden Ausnehmung 300 können auch
mehrere nicht durchgehende Ausnehmungen vorgesehen sein, wie dies später noch unter
Bezugnahme auf die Fig. 10a bis 10d näher erläutert wird.
[0027] Die Rondiste 320 aus Fig. 3 definiert somit eine maximal sichtbare Oberfläche des
Edelsteins für einen Betrachter, der in Sichtrichtung 330 den Edelstein betrachtet.
Um eine Sichtbarkeit der Fassung bzw. der die Fassung aufnehmenden Ausnehmungen zu
vermeiden, sind diese also von der Rondiste 320 aus in einer Richtung verschoben angeordnet,
die von einem Betrachter wegzeigt, der den Stein in Sichtrichtung 330 betrachtet.
Die Rondiste bzw. die zugehörige Rondistebene definieren also eine maximale Ansichtsfläche
des Edelsteins für einen Betrachter in einer bestimmten Sichtrichtung, hier die Sichtrichtung
330, und die Ausnehmungen sind gemäß Fig. 3 so angeordnet, daß sie von der zur maximalen
sichtbaren Oberfläche gehörenden Querschnittsfläche des Edelsteins in vom Betrachter
weg zeigender Richtung verschoben angeordnet sind. In Fig. 3 ist dies schematisch
durch die Richtung des Pfeils 335 angedeutet, der von der Rondiste bzw. der Rondistebene
in dem Betrachter entgegengesetzte Richtung zeigt. Die Ausnehmungen 300, 310 sind
von der Rondistebene verschoben in die Richtung 335 angeordnet, dadurch bleibt die
gesamte durch die Rondiste definierte Ansichtsfläche für einen Betrachter, der in
Richtung 330 den Stein betrachtet, sichtbar.
[0028] Bei dem Beispiel gemäß Fig. 4 sind in dem Edelstein zwei einander gegenüberliegende
Ausnehmungen 410, 420 vorgesehen. Ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Edelsteins ist in Fig. 5a und Fig. 5b gezeigt. Bei diesem Ausführungsbeispiel besteht
die Ausnehmung in einer unterhalb der Rondiste angeordneten kreisförmigen Einkerbung
510, die schematisch in Fig. 5b in einer Seitenansicht dargestellt ist. Bei einer
Ansicht von unten gemäß Fig. 5a ist die Einkerbung für den Betrachter sichtbar, bei
einer Draufsicht gemäß Fig. 5c liegt sie jedoch hinter der Rondiste 520 und ist somit
für den Betrachter unsichtbar. Damit kann eine Fassung oder ein Element (ein Halteelement)
einer Fassung in die Einkerbung 510 in einer Weise eingreifen, die bei einer Draufsicht
für den Betrachter unsichtbar ist. Somit kann der Edelstein für den Betrachter scheinbar
unsichtbar gefaßt werden.
[0029] Eine bevorzugte Fassung eines Edelsteins gemäß Fig. 5a bis 5c ist in Fig. 6a und
Fig. 6b schematisch dargestellt. In die Einkerbung greift dabei ein Runddraht 600,
an dem wiederum eine Aufhängung 610 befestigt ist. Die Aufhängung 610 ist dabei vorzugsweise
durch Schweißen mit dem Runddraht verbunden.
[0030] In die Aufhängung 610 kann beispielsweise eine Kette eingeführt werden, um den so
gefaßten Edelstein scheinbar ohne Fassung an einer Kette "schweben" zu lassen. Die
Aufhängung weist dabei vorzugsweise eine Öse 620 zur Hindurchführung einer Kette auf.
[0031] Das Gesamtsystem aus einem so gefaßten Brillanten mit einer Kette ist schematisch
in Fig. 7a dargestellt. Fig. 7b zeigt schematisch einen vergrößerten Ausschnitt aus
Fig. 7a.
[0032] Bei einer Fassung eines Edelsteins gemäß der beschriebenen Ausführungsform ist die
Fassung für den Betrachter im wesentlichen unsichtbar, d. h. es kann der Eindruck
eines "schwebenden Steines" erweckt werden.
[0033] Ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Schmuckstücks mit einem in der oben beschriebenen
Weise gefaßten Stein ist schematisch in Fig. 8 dargestellt. Dabei handelt es sich
um einen Ring 810, der einen Edelstein 820 trägt. Aufgrund der unterhalb der Rondiste
800 angeordneten Ausnehmungen ist für einen Betrachter eine Oberfläche des Steins
sichtbar, die der Gesamtfläche der Rondistebene entspricht. Demgegenüber wäre bei
einer herkömmlichen Fassung gemäß Fig. 9 ein Teil der Oberfläche des Steins 910 durch
über die Rondistebene übergreifende Überhänge 920 des Rings 900 verdeckt.
[0034] Die Ausnehmungen eines Brillanten gemäß den geschilderten Ausführungsbeispielen werden
vorzugsweise durch Laserschleifen an dem Brillanten angebracht. Dies hat insbesondere
den Vorteil, daß mit hoher Präzision und Genauigkeit Ausnehmungen unterhalb der Rondistebene
am Stein angebracht werden können.
[0035] Zudem können mittels des Laserschweißens Halterungen oder Aufhängeelemente an einer
Fassung eines Edelsteins "verschweißt" werden. Damit können derartige Halterungen
auch an hitzeempfindlichen Steinen angebracht werden, bei denen beispielsweise ein
Löten nicht möglich ist.
[0036] Weitere Modifikationen der geschilderten Ausführungsbeispiele sind in Fig. 10a bis
10d schematisch dargestellt. Die Fig. 10 bis 10d zeigen verschiedene Beispiele für
die Anordnung von Ausnehmungen in dem zu fassenden Stein.
[0037] Während in Fig. 5a bis 5c eine durchgehende unterhalb der Rondistebene vorgesehene
umlaufende Ausnehmung vorgesehen war, sind in den Beispielen gemäß Fig. 10a bis 10d
mehrere Ausnehmungen vorgesehen, deren Anordnung in den Fig. 10a bis 10d schematisch
dargestellt ist.
[0038] So zeigt beispielsweise Fig. 10c vier gleichmäßig angeordnete Ausnehmungen anstelle
der durchgehenden Ausnehmung von Fig. 5c. Die Fassung des Steins kann dann durch Eingreifen
von Halteelementen in diese vier Ausnehmungen erfolgen. Dabei greifen dann vier "klammerähnliche"
Elemente einer nicht gezeigten Fassung die unterhalb der Rondistebene 107 angeordneten
Ausnehmungen, so daß die Klammerelemente der in Fig. 10 gezeigten Anordnung der Ausnehmungen
bzw. Einkerbungen nicht für den Betrachter sichtbar sind.
[0039] Fig. 10a zeigt beispielsweise die Anordnung von zwei gegenüberliegenden Ausnehmungen
bzw. Einkerbungen, die die gleiche Größe aufweisen. Fig. 10b zeigt eine asymmetrische
Anordnung zweier gegenüberliegender Einkerbungen, die hinsichtlich der Größe unterschiedlich
sind. Fig. 10b zeigt dagegen wieder eine symmetrische Anordnung von drei gleich großen
Einkerbungen zur Aufnahme von Halteelementen, um einen Edelstein zu fassen. Dabei
sind in Fig. 10a bis 10d jeweils nur die Ausnehmungen selbst dargestellt, der Stein
selbst ist aufgrund der Übersichtlichkeit der Darstellung weggelassen.
[0040] Weitere Modifikationen der geschilderten Ausführungsbeispiele sind für den Fachmann
ohne weiteres erkennbar. So können beispielsweise anstelle von Diamanten auch andere
Edelsteine, Halbedelsteine, Kristalle, oder auch künstlich erzeugte Edelsteine verwendet
werden. Anstelle eines Diamanten kann jedes in einer Fassung zu fassende Schmuckelement
verwendet werden, bei dem das Bedürfnis besteht, es in einer von außen unsichtbaren
Art und Weise zu "fassen".
[0041] Die Verwendung eines Laserschleifverfahrens zur Erzeugung der Ausnehmungen oder Einkerbungen
unterhalb der Rondistebene eines Brillanten ermöglicht es, eine Formgebung des Brillanten
zu erzielen, die im wesentlichen unabhängig von der durch die Kristallgeometrie vorgegebenen
Grundform des Diamanten ist. Dadurch können beispielsweise Ausnehmungen in beliebiger
Form an dem Diamanten bzw. Brillanten angebracht werden, wodurch eine Anordnung von
in den Ausführungsbeispielen geschilderten Einkerbungen möglich wird, die mit herkömmlichen
Schleifverfahren nicht möglich sind. Dies beruht darauf, daß herkömmliche Schleifverfahren
zum Schleifen eines Diamanten selbst einen Diamanten verwenden, wodurch die erzielbaren
Formen einer natürlichen Beschränkung unterliegen. Durch Verwendung eines Laserschleifers
zum Erzeugen der Ausnehmungen können diese Beschränkungen überwunden werden, was die
Herstellung eines Brillanten gemäß den in der Beschreibung geschilderten Ausführungsbeispielen
ermöglicht.
1. Edelstein für ein Schmuckstück, wobei der Edelstein eine die für den Betrachter in
einer bestimmten Betrachtungsrichtung sichtbare Fläche definierende Umfangslinie aufweist,
gekennzeichnet durch:
mindestens eine Ausnehmung zur Aufnahme eines Halteelements zur Fassung des Steins,
wobei die mindestens eine Ausnehmung von der durch die Umfassungslinie definierten
Querschnittsfläche des Edelsteins aus in zum Beobachter entgegengesetzter Richtung
verschoben angeordnet ist.
2. Edelstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
es sich bei dem Edelstein um einen Diamanten oder Brillanten handelt.
3. Edelstein nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausnehmung in Form einer den Edelstein umlaufenden Kerbe ausgebildet ist.
4. Edelstein nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
es sich bei dem Edelstein um einen Brillanten handelt und die Ausnehmung unterhalb
der Rondiste an der der Kalette zugewandten Seite angeordnet ist.
5. Edelstein nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausnehmung ein Ergebnis eines Schleifprozesses, insbesondere eines Schleifprozesses
mittels eines Laserschleifens, ist.
6. Schmuckstück mit einem Edelstein gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche sowie mit
einer Fassung mit mindestens einem Halteelement, dadurch gekennzeichnet, daß
der Edelstein durch Eingreifen des mindestens einen Halteelements der Fassung in
die Ausnehmung von der Fassung gehalten wird.
7. Schmuckstück nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fassung einen im wesentlichen ringförmigen oder kreisförmigen Anteil aufweist,
der in die Ausnehmung des Edelsteins eingreift und diesen durch Ausübung einer Druckspannung
hält.
8. Schmuckstück nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fassung mindestens zwei Elemente aufweist, die an zwei im wesentlichen einander
gegenüberliegenden Stellen in eine jeweilige Ausnehmung des Edelsteins eingreifen,
um diesen durch eine Druckspannung zu halten.
9. Schmuckstück nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
vier Halteelemente vorgesehen sind, um in eine Ausnehmung einzugreifen und den
Edelstein durch Ausübung einer Druckspannung zu halten.
10. Schmuckstück nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
es sich bei dem Schmuckstück um einen Ring handelt, der nicht vollständig geschlossen
ist und in dessen offenem Teil ein Edelstein gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 durch
Ausüben einer Druckspannung in eine oder mehrere Ausnehmungen gehalten wird.
11. Schmuckstück nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß es ferner aufweist:
ein an der Halterung befestigtes Aufnahmeelement zur Aufnahme einer Kette.
12. Schmuckstück nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
das Aufnahmeelement in Form einer Öse ausgebildet ist.
13. Schmuckstück nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß
das Aufnahmeelement an der Fassung durch Schweißen befestigt ist.
14. Schmuckstück nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
die Befestigung mittels Laserschweißens erfolgt.
15. Schmuckstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es aufweist:
einen Halbedelstein, einen unedlen Stein, einen Kristall, oder einen künstlich
hergestellten Edelstein anstelle eines Edelsteins.