[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verschmelzen der axialen Enden von gebündelten
Fasern aus thermoplastischem Kunststoff, bei dem die Faserenden mit einer erhitzten
Fläche eines Stempels in Berührung gebracht werden. Ferner betrifft die Erfindung
eine Vorrichtung zur Befestigung von Borstenbüscheln für Bürsten an Trägerplättchen
aus thermoplastischem Kunststoff. Die Trägerplättchen mit den daran befestigten Borstenbüscheln
werden in Bürstenkörper eingebaut, insbesondere zur Herstellung von Zahnbürsten.
[0002] Zur Herstellung von Bürsten sind mehrere Verfahren bekannt. Grundsätzlich können
Bürstenkörper mit einem Lochfeld bereitgestellt werden, das dem gewünschten Borstenfeld
entspricht. Die Borstenbündel werden dann in die Löcher des Bürstenkörpers eingesetzt
und darin verankert. Die Verankerung der Borstenbüschel im Bürstenkörper mittels Ankerplättchen
oder Schlingen erfordert aber sehr leistungsfähige und daher aufwendige Maschinen.
[0003] Nach einem alternativen Bürstenherstellungsverfahren werden die Borstenbüschel an
einem Trägerplättchen befestigt, das dann in einen Bürstenkörper eingebaut wird. Das
Trägerplättchen kann mit dem Bürstenkörper durch Umspritzen oder Verschweißen verbunden
werden. Das Trägerplättchen wird mit Löchern entsprechend dem gewünschten Lochbild
versehen. Die Borstenbüschel werden in die Löcher eingesetzt, wobei auf einer Fläche
des Trägers die nutzungsseitigen Enden der Borstenbüschel und auf der gegenüberliegenden
Seite die in der Bürste zu verankernden axialen Enden der Borstenbüschel geringfügig
herausragen. Gegen diese in dem Bürstenkörper zu verankernden Enden der Borstenbüschel
wird ein erhitzter Stempel angedrückt, durch den die Enden der Borstenbüschel miteinander
verschmolzen und gegebenenfalls zu einer Verdickung umgeformt werden. Bei der anschließenden
Trennung des Stempels von den verschmolzenen Faserenden kommt es zur Bildung von Ziehfäden
und Verschmierungen der zähen Kunststoffschmelze. Da ferner sowohl die Borstenenden
als auch das Trägerplättchen erhitzt werden, ist es schwierig, einerseits die für
eine einwandfreie Verankerung der Borsten erforderliche Verformung derselben zu bewirken
und andererseits eine unerwünschte Verformung des Trägerplättchens zu verhindern,
zumal Trägerplättchen und Borsten gewöhnlich aus verschiedenen Kunststoffen bestehen.
[0004] Durch die Erfindung wird ein Verfahren zum Verschmelzen der axialen Enden von gebündelten
Fasern aus thermoplastischem Kunststoff bereitgestellt, bei dem die Faserenden mit
einer erhitzten Fläche eines Stempels in Berührung gebracht werden. Bei dem Verfahren
wird der Stempel durch gesteuerten elektrischen Stromfluß in seiner Masse erhitzt,
wodurch extrem schnelle und präzise steuerbare Temperaturänderungen des Stempels ermöglicht
werden.
[0005] Bei einer ersten Variante des Verfahrens werden die Faserenden mit einer erhitzten
Fläche eines Stempels in Berührung gebracht, die dann plötzlich abgekühlt wird. Erst
nach erfolgter Abkühlung der Fläche werden die Faserenden von dieser getrennt. Dadurch
lassen sich die verschmolzenen Faserenden sauber von der erhitzten Fläche ablösen
und haben eine durch die Form der Fläche bestimmte Geometrie. Bei dieser Variante
ist die Verwendung einer Antihaftbeschichtung vorteilhaft.
[0006] Bei einer zweiten Variante des Verfahrens werden die Faserenden zunächst ebenso wie
bei der ersten Variante mit einer auf eine erste Temperatur erhitzten Fläche in Berührung
gebracht. Anschließend wird die Fläche von den Faserenden getrennt, wobei jedoch die
Temperatur der Fläche unverändert beibehalten wird. Danach wird die Fläche auf eine
zweite, höhere Temperatur gebracht, um an der Fläche haftende Rückstände des Fasermaterials
zu verdampfen. Im letzten Verfahrensschritt wird die Fläche wieder auf die erste Temperatur
abgekühlt. Bei dieser Variante sind die Hafteigenschaften der erhitzten Fläche gegenüber
dem erhitzten Fasermaterial unkritisch, so daß sich eine Antihaftschicht erübrigt.
[0007] Beide Varianten des Verfahrens eignen sich besonders zur Herstellung von Borstenfeldern
für die Herstellung von Bürsten. Fasern für die Bürstenherstellung bestehen zumeist
aus einem thermoplastischen Kunststoff wie Poyamid ("Nylon"). Dieses Material läßt
sich mit dem angegebenen Verfahren gut umformen.
[0008] Durch die Erfindung wird ferner eine Vorrichtung zur Befestigung von Borstenbüscheln
an Trägerplättchen für die Herstellung von Bürsten zur Verfügung gestellt, mit der
die Einwirkung des Stempels auf die Borstenenden in kontrollierter und gut reproduzierbarer
Weise erfolgt, so daß die gewünschte Verformung der Borstenenden ohne unerwünschte
Verformung des Trägerplättchens gewährleistet ist. Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung
wird der Stempel durch elektrischen Stromfluß beheizt und durch ein strömendes Kühlmedium
abgekühlt. Der Stempel läßt sich durch elektrischen Stromfluß sehr schnell und gezielt
erhitzen, besonders dann, wenn er gemäß der bevorzugten Ausführungsform eine geringe
Wärmekapazität aufweist, so daß er schnell einen Temperaturzyklus durchlaufen kann,
wobei er in einer Phase des Zyklus durch das strömende Kühlmedium wieder rasch abgekühlt
werden kann. Da die Borstenenden nur sehr kurzzeitig erhitzt und anschließend sofort
wieder abgekühlt werden, wird ein Verschmieren des erhitzten Borstenmaterials auf
dem Trägerplättchen vermieden. Alternativ dazu kann der Stempel durch Steuerung des
elektrischen Stromes abwechselnd auf eine erste Temperatur, bei der er mit den Faserenden
in Berührung gebracht wird, und auf eine zweite, höhere Temperatur erhitzt werden,
bei der sich an der Fläche anhaftendes Fasermaterial verflüchtigt. Das Trägerplättchen
selbst wird nur wenig aufgeheizt, da der Stempel durch den elektrischen Stromfluß
nur kurzzeitig auf die zum Verschmelzen der Borstenenden erforderliche Temperatur
erhitzt und dann sofort wieder abgekühlt wird. Durch Steuerung des elektrischen Stomflusses,
insbesondere durch Pulsdauermodulation, lassen sich Stärke und Dauer der Erhitzung
gut steuern.
[0009] Der Stempel weist vorzugsweise einen Körper aus elektrisch leitfähigem Material auf,
an dem zwei elektrische Hochstrom-Anschlüsse in Form von abgewinkelten Kontaktschuhen
angeformt sind. Der Körper des Stempels hat eine dünnwandige Stempelplatte, die durch
einen abgewinkelten Randstreifen versteift sein kann. Geeignete Werkstoffe zur Herstellung
des Stempels sind Metalle, die einerseits eine ausreichende mechanische Festigkeit
aufweisen, so daß die für den schnellen Temperaturwechsel angestrebte geringe Wärmekapazität
gewährleistet ist, andererseits aber einen nur mäßig hohen spezifischen Widerstand
aufweisen, damit die elektrische Heizleistung durch eine unkritisch niedrige elektrische
Spannung bereitgestellt werden kann. Die erforderlichen Heizströme liegen dann zwar
bei Werten von hundert Ampère und mehr, beispielsweise zweihundert Ampère bei 7 Volt,
jedoch lassen sich derart hohe Ströme mit verfügbaren Halbleiterbauelementen gut steuern.
Aufgrund der genannten Kriterien sind rostfreier Stahl, Titan und NiCr-haltige Legierungen
geeignete Werkstoffe zur Herstellung des Stempels.
[0010] Zur Abkühlung des Stempels wird vorzugsweise Druckluft verwendet. Aufgrund der geringen
Wärmekapazität des Stempels kann er durch direktes Anblasen mit Druckluft in kürzester
Zeit wieder abgekühlt werden, so daß Taktzeiten im Bereich von einer Sekunde möglich
sind.
[0011] Bei der bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung sind mehrere Stempel in einer
Gruppe an einer Stempel-Trägerplatte angeordnet, und die gleiche Anzahl der Trägerplättchen
wird in Gegenüberlage zu den Stempeln in entsprechende Öffnungen einer Stützplatte
eingesetzt. Die Stempel sind an der Stempel-Trägerplatte vorzugsweise elektrisch in
Serie verschaltet, so daß die Stromstärke des Heizstroms nicht ansteigt. Diese Maßnahme
ist besonders dann zweckmäßig, wenn die Stempel-Trägerplatte mit den Stempeln relativ
zu den in der Stützplatte angeordneten Trägerplättchen hin und her bewegt wird, wobei
dann die elektrischen Zuleitungen für den Heizstrom mitbewegt werden müssen, so daß
große Leiterquerschnitte ungünstig wären.
[0012] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
und aus den beigefügten Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1 bis 4
- Skizzen zur Veranschaulichung einer ersten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Fig. 5
- eine schematische Perspektivansicht der Vorrichtung;
- Fig. 6
- eine vergrößerte Schnittansicht eines Teils der Vorrichtung;
- Fig. 7
- eine vergrößerte Perspektivansicht eines Teils der Vorrichtung;
- Fig. 8
- eine perspektivische Detailansicht eines Stempels der Vorrichtung;
- Fig. 9
- eine Schnittansicht, die eine Variante der in Fig. 2 gezeigten Anordnung zeigt; und
- Fig. 10
- schematisch eine weitere Ausführungsform.
- Fig. 11 bis 15
- Skizzen zur Veranschaulichung einer zweiten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens;
[0013] Bei der in den Fig. 1 bis 4 schematisch dargestellten ersten Variante des Verfahrens
werden Fasern 1 aus Kunststoff gebündelt, insbesondere mittels z.B. einer Lochplatte
2, und auf einen Anschlag 3 aufgesetzt. Der Anschlag 3 kann flach sein oder auch eine
profilierte Formfläche aufweisen und somit zum Profilieren der Borsten mittels axialen
Verschiebens der Borsten auf bekannte Art und Weise eingesetzt werden. Die freien
Faserenden befinden sich in Gegenüberlage zu einem durch elektrischen Stromfluß beheizbaren
Stempel 4, der eine beliebige Form, insbesondere auch mit einer Formfläche, aufweisen
kann. Der Stempel 4 hat eine geringe Wärmekapazität, so daß er durch elektrische Widerstandsheizung
sehr schnell erhitzt und durch ein strömendes Kühlmedium ebenso schnell wieder abgekühlt
werden kann.
[0014] In einem ersten Schritt wird der Stempel 4 auf eine Temperatur T
1 erhitzt. In einem zweiten Schritt wird der Stempel 4 gegen die Faserenden angedrückt,
wie in Fig. 1 und 2 gezeigt. Dabei werden die Faserenden verschmolzen und umgeformt.
In einem dritten Schritt, Fig. 3, wird dann der Stempel 4 durch gezieltes Anblasen
mit Preßluft rasch abgekühlt. Erst dann wird in einem vierten Schritt, Fig. 4, der
Stempel von den nun verschmolzenen aund sauber umgeformten Faserenden getrennt.
[0015] Bei der beschriebenen Ausführungsform der Vorrichtung dient diese zur Herstellung
von Zahnbürsten, bei denen ein mit Borstenbüscheln versehenes Trägerplättchen in einen
Bürstenkopf eingesetzt und mit diesem verschweißt wird. Einzelheiten einer solchen
Vorrichtung sind beispielsweise der EP 0 972 464 A1 und der EP 0 972 465 A1 zu entnehmen.
[0016] An einem Ständer 10 (Fig. 5) ist eine Stempel-Trägerplatte 12 mittels Führungsstangen
14 vertikal hin und her verschiebbar angeordnet, wobei der Antrieb durch einen pneumatischen
Zylinder 16 gewährleistet wird. An der Unterseite der Trägerplatte 12 sind vier Stützsockel
18 befestigt, die jeweils einen nach unten gerichteten erhitzbaren Stempel 20 tragen.
Unter der Stempel-Trägerplatte 12 im Abstand und parlallel zu dieser befindet sich
eine Stützplatte 22 mit vier Öffnungen 24 in Gegenüberlage zu den Stempeln 20. In
jede dieser Öffnungen 24 ist ein Trägerplättchen 26 aus Kunststoff einsetzbar, das
mit einem Lochfeld entsprechend dem gewünschten Borstenfeld versehen ist.
[0017] Über eine an der Stempel-Trägerplatte 12 verzweigte Druckluft-Leitung 28 können der
Vorrichtung gezielte Druckluft-Stöße zugeführt werden, die direkt auf die Stempel
20 gerichtet sind. Zu der Stempel-Trägerplatte 12 rühren ferner zwei flexible Starkstromkabel
30, über die ein durch Pulsdauermodulation geregelter elektrischer Strom zugeführt
werden kann.
[0018] Fig. 6 zeigt Einzelheiten der Vorrichtung im Bereich eines einzelnen Stempels. Dieser
Stempel 20, dessen Ausbildung aus Fig. 5 näher ersichtlich ist, besteht aus einem
metallischen Körper, insbesondere aus rostfreiem Stahl, mit einer dünnwandigen Stempelplatte
20a und zwei angeformten, abgewinkelten Hochstrom-Anschlüssen in Form von rechtwinkligen
Kontaktschuhen 20b, 20c. Diese Kontaktschuhe 20b, 20c dienen gleichzeitig zur Befestigung
des Stempels 20 an den Stützsockeln 18, über die ferner die elektrische Verschaltung
der vier Stempel 20 bewerkstelligt ist. Wie aus Fig. 6 ersichtlich ist, werden die
Stromkabel 30 unmittelbar jeweils an einem Kabelschuh angeschlossen. Die Stützsockel
18 sind mit Durchbrüchen 18a versehen, die durch die Stempel-Trägerplatte 12 hindurch
mit der Druckluft-Leitung 28 verbunden sind und den Druckluft-Strom unmittelbar gegen
die Stempelplatte 20a richten.
[0019] Wie weiterhin aus Fig. 6 ersichtlich ist, wird das Trägerplättchen 26 in solcher
Weise in die Öffnung 24 der Stützplatte 22 eingesetzt, daß sein Umfangsrand durch
die Berandung der Öffnung 24 allseitig abgestützt ist. Die in die Löcher der Trägerplättchen
eingesetzten Borstenbüschel 32 ragen auf der Seite des Stempels 20 um 2 bis 3 Millimeter
aus dem Trägerplättchen 26 heraus und sind auf der gegenüberliegenden Seite auf einem
Stoßplättchen oder Anschlag 34 abgestützt. Dieser Anschlag kann dabei entweder flach
gestaltet oder mit einer Formfläche versehen sein, die gleichzeitig zum Profilieren
der Borstenbüschel durch axiales Verschieben der einzelnen Borsten innerhalb eines
Büschels eingesetzt wird. Der Stempel 20 ist auf seiner dem Trägerplättchen zugewandten
Fläche mit spitzen Vorsprüngen 36 versehen, deren Spitzen gegen den Bereich des Trägerplättchens
gerichtet sind, der die Löcher, und somit die Borstenbüschel, umgibt. Ferner ist die
gegen das Trägerplättchen gerichtete Fläche des Stempels mit einer Antihaftbeschichtung
versehen.
[0020] Wie aus Fig. 7 ersichtlich ist, sind die vier Stempel 20 an der Stempel-Trägerplatte
12 elektrisch in Serie geschaltet. Die Verschaltung der Stempel kann durch einzelne
Kabelabschnitte oder auch durch geeignete Gestaltung der Stützsockel 18 erfolgen.
[0021] Aus der Darstellung in Fig. 8 ist ersichtlich, daß der Stempel ein dünnwandiges Bauteil
ist, dem durch geeignete Rundungen, angeformte Rippen, einen hochgebogenen Umfangsrand
und die Abwinklung der Kontaktschuhe eine hohe Formsteifigkeit verliehen wird.
[0022] Wie ferner aus Fig. 7 ersichtlich ist, ist wenigstens einem der Stempel 20, vorzugsweise
aber jedem Stempel, ein Temperaturfühler 40 zugeordnet. Der bzw. jeder Temperaturfühler
40 ist mit einem Regler 42 verbunden, der eine elektrische Stromversorgung 44 ansteuert,
an deren Ausgängen die Stromkabel 30 angeschlossen sind. Die Stromversorgung 44 arbeitet
vorzugsweise mit Pulsdauermodulation.
[0023] Bei einer typischen Ausführungsform der Vorrichtung besteht der Körper jedes Stempels
20 aus rostfreiem Stahl. Die Wandstärke im Bereich der Stempelplatte 20a beträgt nur
einen Bruchteil eines Millimeters. Bei einer Länge der Stempelplatte im Bereich von
20 Millimeter und einer Breite von etwa 10 Millimeter ergibt sich eine Heizleistung
von etwa 1400 Watt, entsprechend einem Strom von 200 Ampère bei 7 Volt. Der Körper
des Stempels hat dabei eine so geringe Wärmekapazität, daß der aus Aufheizen und Abkühlen
bestehende Zyklus in einer Größenordnung von einer Sekunde liegen kann. Die rasche
Abkühlung erfolgt allein durch einen gesteuerten Druckluftstoß, der gegen die Fläche
der Stempelplatte gerichtet wird.
[0024] Bei der in Fig. 9 gezeigten Ausführungsvariante wird das Trägerplättchen 26 zusätzlich
zu der Stützplatte 22 von einem beweglichen Stützring 48 übergriffen. Der Stützring
48 ist mit einer Druchgangsöffnung für den Druchtritt des Stempels 20 versehen. Der
Strützring 48 verbessert die Abstützung am Umfangsrand des Trägerplättchens 26, um
einer Verformung desselben durch die Einwirkung des erhitzten Stempels 20 vorzubeugen.
Mit dieser Ausführung der Vorrichtung wird eine besonders gute Maßhaltigkeit der Trägerplättchen
26 gewährleistet, so daß bei der anschließenden Verschweißung mit dem Bürstenkopf
eine saubere Verbindung entsteht.
[0025] Bei der in Fig. 10 gezeigten Ausführungsform sind die Durchgangslöcher auf der Seite
der zu verschmelzenden Faserenden erweitert, insbesondere kegelförmig. Beim Andrücken
der erhitzten Fläche des Stempels wird plastifizierte Masse der verschmolzenen Faserenden
in diese Erweiterungen eingedrückt, wodurch an den verschmolzenen Faserenden kegelstumpfförmige
Verdickungen gebildet werden, die in Fig. 10 mit 5 bezeichnet sind. Durch diese Verdickungen
wird die "Auszugskraft", d.h. die Zugkraft in Richtung "A" in Fig. 10, bei der sich
ein Büschel von dem Trägerplättchen 26 löst, erheblich vergrößert. Eine weitere Steigerung
wird dadurch erreicht, daß die plastifizierte Masse der verschmolzenen Faserenden
durch Andrücken des erhitzten Stempels wenigstens bereichsweise zu einer durchgehenden
Schicht umgeformt wird, wie bei 6 in Fig. 10 angedeutet. Um das Einsetzen der Faserbüschel
1 in die Durchgangslöcher des Trägerplättchens 26 zu erleichtern, sind diese Durchgangslöcher
auch auf der gegenüberliegenden Seite des Trägerplättchens 26 erweitert, wie in Fig.
10 bei 7 angedeutet.
[0026] Die in den Fig. 11 bis 15 schematisch dargestellte zweite Variante des Verfahrens
geht von der gleichen Anordnung aus wie die erste Variante des Verfahrens (Fig. 1
bis 4). Gleiche Teile sind mit den gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
[0027] Die ersten beiden Schritte der zweiten Variante des Verfahrens entsprechen den ersten
beiden Schritten der ersten Variante. Der Stempel 4 wird auf eine erste Temperatur
T
1 erhitzt und gegen die Faserenden angedrückt, wie in Fig. 11 und 12 gezeigt. In einem
dritten Schritt wird jetzt der Stempel 4 von den Faserenden abgehoben, wobei jedoch
seine Temperatur unverändert beibehalten wird (Fig. 13). Nach dem Abheben des Stempels
4 bei der Temperatur T
1 bleibt zuweilen etwas Fasermaterial an ihm haften. Um dieses zu beseitigen, wird
in einem vierten Schritt der Stempel 4 auf eine zweite, höhere Temperatur T
2 erhitzt (Fig. 14), die so hoch gewählt ist, daß durch Pyrolyse das Fasermaterial
erst in Monomere zerfällt und dann vollständig verdampft, so dass der Stempel 4 wieder
sauber ist und keine Rückstände des Fasermaterials aufweist. Im letzten Schritt wird
der Stempel 4 durch gezieltes Anblasen mit Preßluft schnell auf die Temperatur T
1 abgekühlt (Fig. 15). Bei Verwendung von Polyamid-Fasern beträgt die Temperatur T
1 etwa 250°C bis 300°C und die Temperatur T
2 etwa 600°C bis 700°C.
1. Verfahren zum Verschmelzen der axialen Enden von gebündelten Fasern (1)aus thermoplastischem
Kunststoff, bei dem die Faserenden mit einer erhitzten Fläche eines Stempels (4) in
Berührung gebracht werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Stempel (4) durch gesteuerten elektrischen Stromfluß in seiner Masse erhitzt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche des Stempels (4) plötzlich abgekühlt wird und die Faserenden erst nach
erfolgter Abkühlung der Fläche von dieser getrennt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche durch ein strömendes Kühlmedium abgekühlt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche des Stempels (4) durch Steuerung des elektrischen Stromflusses abwechselnd
auf eine erste Temperatur, bei der sie mit den Faserenden in Berührung gebracht wird,
und auf eine zweite, höhere Temperatur erhitzt wird, bei der sich an der Fläche anhaftendes
Fasermaterial verflüchtigt.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Büschel von Fasern (1) für die Herstellung von Bürsten gebildet werden, indem die
am Bürstenkörper zu befestigenden Faserenden verschmolzen werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß gleichzeitig mehrere Büschelenden mit der Fläche des Stempels (4) in Berührung gebracht
werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Büschel in Durchgangslöcher eines Trägerplättchens (26) eingesetzt und durch
Verschmelzen ihrer Enden daran befestigt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchgangslöcher auf der Seite der zu verschmelzenden Faserenden erweitert sind
und plastifizierte Masse der verschmolzenen Faserenden durch Andrücken der erhitzten
Fläche in die Erweiterungen der Durchgangslöcher eingedrückt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die plastifizierte Masse der verschmolzenen Faserenden durch Andrücken der erhitzten
Fläche mindestens bereichsweise in eine zusammenhängende Schicht umgeformt wird.
10. Vorrichtung zur Befestigung von Borstenbüscheln für Bürsten an Trägerplättchen (26)
aus thermoplastischem Kunststoff, die mit einem dem Borstenfeld der Bürste entsprechenden
Lochfeld versehen sind, mit einem erhitzbaren Stempel (20), der gegen die aus den
Löchern des Lochfeldes auf einer Seite des Trägerplättchens (26) herausragenden Enden
der Borstenbüschel andrückbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Stempel (20) durch gesteuerten elektrischen Stromfluß beheizbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Stempel (20) durch ein strömendes Kühlmedium abkühlbar ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Stempel (22) einen Körper aus elektrisch leitfähigem Material aufweist, an dem
zwei elektrische Hochstrom-Anschlüsse angeformt sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper des Stempels eine dünnwandige Stempelplatte (20a) mit zwei angeformten
Kontaktschuhen (20b, 20c) aufweist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Stempelplatte (20a) durch einen abgewinkelten Randstreifen versteift ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktschuhe (20b, 20c) abgewinkelt sind.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktschuhe (20b, 20c) zugleich Stützwinkel zur Befestigung des Stempels (20)
an einem Stempelträger (12) bilden.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Stempel (20) auf seiner dem Trägerplättchen (26) zugewandten Fläche mit Vorsprüngen
versehen ist, deren Spitzen Lochberandungsflächen des Trägerplättchens (26) gegenüberliegen.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Stempel (20) auf seiner dem Trägerplättchen (26) zugewandten Fläche mit einer
Antihaftbeschichtung versehen ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägerplättchen (26) in eine Öffnung (24) eine Stützplatte (22) einsetzbar ist,
deren Berandung den Umfangsrand des Trägerplättchens (26) während der Einwirkung des
Stempels (20) abstützt.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß ein mit einer Durchgangsöffnung für den Stempel (20) versehener beweglicher Stützring
(48) den Umfangsrand des in die Öffnung der Stützplatte (22) eingesetzten Trägerplättchens
(26) umgreift.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das strömende Kühlmedium durch direkt gegen den Stempel (20) gerichtete Druckluft
gebildet ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Stempel (20) in einer Gruppe an einer Stempel-Trägerplatte (12) angeordnet
und eine gleiche Anzahl von Trägerplättchen (26) in Gegenüberlage zu den Stempeln
(20) in entsprechende Öffnungen (24) einer Stützplatte (22) einsetzbar sind.
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Stempel-Trägerplatte (12) relativ zu der Stützplatte (22) hin und her beweglich
ist.
24. Vorrichtung nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Stempel-Trägerplatte (12) mit in Gegenüberlage zu den Stempeln (20) mündenden
Strömungskanälen für das Kühlmedium versehen ist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Stempel (20) elektrisch in Serie geschaltet sind.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper des Stempels (20) aus einem Metall von relativ hohem spezifischen Widerstand
wie rostfreier Stahl oder Titan besteht.
27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Heizleistung für den Stempel (20) durch einen Stromstoß von einigen
hundert Ampère, insbesondere etwa 200 Ampère zur Herstellung von Zahnbürsten, bei
einer Spannung von wenigen Volt bereitgestellt wird.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß dem Stempel (20) wenigstens ein Temperaturfühler (40) zugeordnet ist und die elektrische
Heizleistung entsprechend der gemessenen Temperatur gesteuert wird.
29. Vorrichtung nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Heizleistung mit Pulsdauermodulation geregelt wird.