[0001] Die Erfindung betrifft einen als Zyklon ausgebildeten Fliehkraftabscheider zum Abscheiden
von festen Stoffen oder von Flüssigkeiten aus Gasen oder aus Flüssigkeiten, an dessen
Wirbelkammer sich ein rohrförmiger Abströmkanal anschließt.
[0002] Bei Zyklonen der vorgenannten Art tritt in der Wirbelkammer und auch in dem sich
daran anschließenden rohrförmigen Abströmkanal eine erhebliche Abnutzung auf. Diese
Abnutzung führt zu einer sehr schnellen Zerstörung des Zyklons, so daß innerhalb verhältnismäßig
kurzer Zeitabstände die Wirbelkammer oder der gesamte Zyklon ausgewechselt werden
müssen. Dadurch ergeben sich sehr häufige Stillstandzeiten für die betreffenden Anlagen,
die erhebliche Kosten verursachen.
[0003] Es sind Zyklone bekannt bei denen in den besonders starkem Verschleiß ausgesetzten
Bereichen auswechselbare Teile vorgesehen sind. Derartige Zyklone müssen daher nicht
vollständig erneuert werden, wenn an einer bestimmten Stelle eine Beschädigung auftritt,
sondern es muß nur das zerstörte Teil ausgetauscht werden. Dadurch werden zwar die
Kosten für die übrigen Teile des Zyklons eingespart. Da aber auch für das Auswechseln
einzelner Teile eines Zyklons die betreffende Anlage stillgesetzt werden muß, werden
durch diese bekannten Zyklone die durch die sehr häufigen Stillstandzeiten der Anlagen
verursachten Kosten nicht vermindert.
[0004] Es sind auch bereits Zyklone bekannt bei denen die besonders starkem Verschleiß ausgesetzten
Teile aus einem abriebbeständigen Werkstoff hergestellt sind. Hierdurch wird zwar
die Standzeit der betreffenden Teile etwas verlängert und es werden somit auch die
Stillstandzeiten der Anlagen geringfügig vermindert. Da aber die betreffenden Teile
trotzdem dem Verschleiß unterliegen und außerdem weiterhin die nicht aus abriebbeständigem
Werkstoff hergestellten Teile von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden müssen, sind immer
noch erhebliche Stillstandzeiten der Anlagen hinzunehmen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bei den bekannten Zyklonen auftretende
Abnutzung wesentlich zu verringern und dadurch Stillstandzeiten der die Zyklone enthaltenen
Anlagen weitgehend auszuschließen.
[0006] Eine Lösung der gestellten Aufgabe besteht darin, daß bei dem Zyklon der eingangs
genannten Art zumindest die die Innenflächen der Wirbelkammer und die die Innenflächen
des rohrförmigen Abströmkanals aufweisenden Bereiche des Zyklons aus einem pulvermetallurgisch
hergestellten, gesinterten Hartstoff gebildet sind. Als derartige Hartstoffe kommen
beispielsweise Titankarbid, Titannitrid, Titandiborit, Zirkoniumkarbid, Zirkonimdiborid,
Niobkarbid, Tantalkarbid, Chromkarbid, Chromborid, Molybdänsilicid und Wolframkarbid
- mit einem Bindemittel, beispielsweise Nickel oder Kobalt - in Betracht. Eine besondere
Bedeutung kommt hierbei den Karbiden zu.
[0007] Eine andere Lösung der gestellten Aufgabe besteht darin, daß zumindest die die Innenflächen
der Wirbelkammer und die die Innenflächen des rohrförmigen Abströmkanals aufweisenden
Bereiche des Zyklons aus einem nichtmetallischen Hartstoff gebildet sind. Als derartige
Hartstoffe kommen beispielsweise kubisches Bornitrid, Borkabid, Siliziumkarbid und
Korund in Betracht.
[0008] Metallische oder nichtmetallische Hartstoffe der vorgenannten Art weisen hinsichtlich
eines Verschleißes durch Abrieb - wie er bei Zyklonen auftritt - sehr gute Eigenschaften
auf und können praktisch in jeder beliebigen Form hergestellt werden. Bei dem erfindungsgemäßen
Zyklon sind alle durch die Verwirbelung betroffenen und somit hohem Verschleiß ausgesetzten
Teile geschützt. Hierzu können aus den vorgenannten Hartstoffen gebildete Formteile
in die Wirbelkammer und den Abströmkänal eingesetzt sein. Ein Schutz des Abströmkanals
kann auch dadurch bewirkt werden, daß in den rohrförmigen Abströmkanal ein ebenfalls
rohrförmiges Formteil aus metallischem oder nichtmetallischem Hartstoff eingefügt
wird. Eine feste Verbindung zwischen dem rohrförmigen Abströmkanal und dem Formteil
aus metallischem oder nichtmetallischem Hartstoff kann beispielsweise dadurch erzielt
werden, daß man den rohrförmigen Abströmkanal, der im Allgemeinen aus Stahl besteht,
auf das Formteil aus metallischem oder nichtmetallischem Hartstoff aufschrumpft.
[0009] In Ausgestaltung der Erfindung sind die Innenflächen der Wirbelkammer und die Innenflächen
des rohrförmigen Abströmkanals des Zyklons durch Hartstoffphasendiffusion gehärtet
bzw. durch Abscheidung von Hartstoffphasen beschichtet. Dadurch wird die Verschleißfestigeit
der Innenflächen der Wirbelkammer und der Innenflächen des Abströmkanals wesentlich
erhöht. Diese Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Zyklons ist insbesondere dann zweckmäßig,
wenn der auftretende Verschleiß besonders groß ist, beispielsweise dann, wenn in dem
zu trennenden Gemisch Sand enthalten ist.
[0010] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Zyklone wird der zusätzliche sehr wesentliche
Vorteil erzielt, daß wegen der Beibehaltung der inneren Konturen der Wirbelkammer
und des Abströmkanals infolge der Vermeidung von Abrieb der Wirkungsgrad des Zyklons
konstant bleibt.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die gesamte Wirbelkammer und/oder der
gesamte Abströmkanal aus einem metallischem oder nichtmetallischem Hartstoff gebildet.
Hierbei wird zwar ein höherer Anteil an Hartstoff benötigt, die Herstellung einer
derartigen Wirbelkammer und/oder eines derartigen Abströmkanals ist aber verhältnismäßig
kostengünstig. Außerdem können komplett aus metallischem oder nichtmetallischem Hartstoff
gebildete Teile eine erheblich geringere Wandstärke aufweisen.
[0012] Der erfindungsgemäße Zyklon kann noch dadurch verbessert werden, daß die Wirbelkammer
und der rohrförmige Abströmkanal durch Verbindungselemente miteinander verbunden sind.
Dies ermöglicht einen einfachen und schnellen Ein- und Ausbau des Zyklons.
[0013] Zweckmäßigerweise ist die Wirbelkammer aus mindestens zwei Teilstücken gebildet,
die durch Verbindungselemente miteinander verbunden sind. Hierdurch kann in bestimmten
Fällen - je nach dem Verwendungszweck des Zyklons - die Herstellung der Wirbelkammer
erleichtert werden.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist auch der rohrförmige Abströmkanal
aus mindestens zwei Teilstücken gebildet, die durch Verbindungselemente miteinander
verbunden sind. Einerseits sind derartige Teilstücke leichter herzustellen als ein
kompletter Abströmkanal, andererseits sind sie einfacher zu handhaben und können daher
ohne besondere Hilfsmittel von Hand an die betreffende Stelle gebracht und eingebaut
werden.
[0015] Eine weitere Verbesserung des erfindungsgemäße Zyklons wird dadurch erzielt, daß
die Verbindungselemente aus Stahl gebildet sind. Derartige Verbindungselemente sind
sowohl kostengünstig herzustellen als auch hinreichend stabil.
[0016] Ein besonders einfacher und schneller Ein- und Ausbau des erfindungsgemäßen Zyklons
wird dadurch erzielt, daß die Verbindungselemente als Schraubverbindung ausgebildet
sind. Schraubverbindungen lassen sich leicht lösen und auch leicht wieder verbinden.
[0017] Die Verbindungselemente können durch Kleben oder Löten mit der Wirbelkammer bzw.
deren Teilstücken und dem rohrförmigen Abströmkanal bzw. dessen Teilstücken verbunden
sein. Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht jedoch darin, daß die
Verbindungselemente auf die Wirbelkammer bzw. deren Teilstücke und auf den rohrförmigen
Abströmkanal bzw. dessen Teilstücke aufgeschrumpft sind.
[0018] Nach einem anderen Merkmal der Erfindung sind die Verbindungselemente aus Kunststoff
gebildet. Hierbei können die Verbindungselemente als Muffen ausgebildet sein, die
die jeweilige Verbindungsstelle übergreifen, wobei die Muffe beispielsweise mittels
eines Klebers befestigt werden kann. Die Verbindungselemente können aber auch aus
einem mit Kunststoff getränkten Band bestehen, das vor der Vernetzung des Kunststoffs
auf die jeweilige Verbindungsstelle aufgebracht wird und das nach dem Aushärten des
Kunststoffs einen festen Verband bildet.
[0019] Um den Zyklon gegen Stoßbeanspruchungen zu schützen ist in Weiterbildung der Erfindung
zumindest der rohrförmige Abströmkanal mit einer Armierung versehen. Diese Armierung
kann aus einem auf den rohrfömigen Abströmkanal aufgeschobenen Rohr aus Metall, beispielsweise
aus Aluminium bestehen.
[0020] Besonders zweckmäßig ist eine durch eine Kunststoffschicht gebildete Armierung. Eine
derartige Armierung kann aus einem auf den rohrförmigen Abströmkanal aufgeschobenen
Kunststoffrohr bestehen oder aus einem mit Kunststoff getränkten Band bzw. einer mit
Kunststoff getränkten Matte. Das Band bzw. die Matte werden vor der Vernetzung des
Kunststoffs auf den rohrfömigen Abströmkanal aufgebracht und bilden nach dem Aushärten
des Kunststoffs eine feste Schicht.
[0021] Eine andere zweckmäßige Armierung ist durch eine Gummischicht gebildet. Diese Armierung
kann entweder aus einem auf den rohrförmigen Abströmkanal aufgeschobenen Gummirohr
gebildet sein oder es kann eine Kautschukschicht auf die zu armierenden Teile aufgetragen
und anschließend vulkanisiert werden.
[0022] Je nach Ausbildung der Armierung und nach dem Verwendungszweck des Zyklons kann die
Armierung gleichzeitig als Verbindungselement zum Verbinden der Wirbelkammer mit dem
rohrfömigen Abströmkanal bzw. deren Teilstücken miteinander dienen.
[0023] In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen als Zyklon
ausgebildeten Fliehkraftabscheiders zum Abscheiden von festen Stoffen oder von Flüssigkeiten
aus Gasen oder aus Flüssigkeiten dargestellt und nachstehend näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Zyklon in einem Längsschnitt;
- Fig. 2
- einen anderen Zyklon, ebenfalls in einem Längsschnitt;
- Fig. 3
- die Wirbelkammer des in Fig. 1 dargestellten Zyklons in Vorderansicht;
- Fig. 4
- die in Fig. 3 dargestellte Wirbelkammer in Seitenansicht;
- Fig. 5
- die Wirbelkammer des in Fig. 2 dargestellten Zyklons in Vorderansicht;
- Fig. 6
- die in Fig. 5 dargestellte Wirbelkammer in Seitenansicht.
[0024] Der in Fig. 1 dargestellte Zyklon besteht aus einer Wirbelkammer 1 und einem rohrförmigen
Abströmkanal 2, die durch Verbindungselemente 3 miteinander verbunden sind. Die Wirbelkammer
1 besitzt einen zylindrische Teil 4 und einen konischen Teil 5. In den konischen Teil
5 ist ein aus einem metallischen oder nichtmetallischen Hartstoff gebildeter trichterförmiger
Einsatz 6 eingesetzt. Der zylindrische Teil 4 der Wirbelkammer 1 und der rohrförmige
Abströmkanal 2 bestehen komplett aus einem metallischen oder nichtmetallischen Hartstoff.
Der rohrförmige Abströmkanal 2 besteht aus den beiden Teilstücken 7 und 8, die durch
Verbindungselemente 9 miteinander verbunden sind.
[0025] In Fig. 2 ist ein Zyklon dargestellte, der aus einer Wirbelkammer 11 und einem Abströmkanal
12 besteht. Der rohrförmige Abströmkanal 12 weist die beiden Teilstücke 17 und 18
auf, die durch Verbindungselemente 19 miteinander verbunden sind.
[0026] Wie aus den Fig. 3 und 4 sowie aus den Fig. 5 und 6 zu ersehen ist, können die Wirbelkammern
sehr unterschiedlich gestaltet sein.
1. Als Zyklon ausgebildeter Fliehkraftabscheider zum Abscheiden von festen Stoffen oder
von Flüssigkeiten aus Gasen oder aus Flüssigkeiten, an dessen Wirbelkammer (1, 11)
sich ein rohrförmiger Abströmkanal (2, 12) anschließt, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die die Innenflächen der Wirbelkammer (1, 11) und die die Innenflächen
des rohrförmigen Abströmkanals (2, 12) aufweisenden Bereiche des Zyklons aus einem
pulvermetallurgisch hergestellten, gesinterten Hartstoff gebildet sind.
2. Als Zyklon ausgebildeter Fliehkraftabscheider zum Abscheiden von festen Stoffen oder
von Flüssigkeiten aus Gasen oder aus Flüssigkeiten, an dessen Wirbelkammer (1, 11)
sich ein rohrförmiger Abströmkanal (2, 12) anschließt, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die die Innenflächen der Wirbelkammer (1, 11) und die die Innenflächen
des rohrförmigen Abströmkanals (2, 12) aufweisenden Bereiche des Zyklons aus einem
nichtmetallischen Hartstoff gebildet sind.
3. Zyklon nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenflächen der Wirbelkammer (1, 11) und die Innenflächen des rohrförmigen Abströmkanals
(2, 12) des Zyklons durch Hartstoffphasendiffusion gehärtet bzw. durch Abscheidung
von Hartstoffphasen beschichtet sind.
4. Zyklon nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte Wirbelkammer (1, 11) und/oder der gesamte rohrförmige Abströmkanal (2,
12) aus einem Hartstoff gebildet ist.
5. Zyklon nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wirbelkammer (1) und der rohrförmige Abströmkanal (2) durch Verbindungselemente
(3) miteinander verbunden sind.
6. Zyklon nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wirbelkammer (1) aus mindestens zwei Teilstücken (4, 5) gebildet ist, die durch
Verbindungselemente miteinander verbunden sind.
7. Zyklon nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der rohrförmige Abströmkanal (2, 12) aus mindestens zwei Teilstücken (7, 8; 17, 18)
gebildet ist, die durch Verbindungselemente (9, 19) miteinander verbunden sind.
8. Zyklon nach Anspruch 5, 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente (3, 9, 19) aus Stahl gebildet sind.
9. Zyklon nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente (3, 9, 19) als Schraubverbindung ausgebildet sind.
10. Zyklon nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente (3, 9, 19) auf die Wirbelkammer (1, 11) bzw. deren Teilstücke
(4, 5) und auf den rohrförmigen Abströmkanal (2, 12) bzw. auf dessen Teilstücke (7,
8; 17, 18) aufgeschrumpft sind.
11. Zyklon nach Anspruch 5, 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente (3, 9, 19) aus Kunststoff gebildet sind.
12. Zyklon nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der rohrförmige Abströmkanal (2, 12) oder dessen Teilstücke (7, 8; 17,
18) mit einer Armierung versehen sind.
13. Zyklon nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierung durch eine Kunststoffschicht gebildet ist.
14. Zyklon nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierung durch eine Gummischicht gebildet ist.