[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erstellen von Werkstückwinkeln, insbesondere
von Blechwinkeln, mit zwei unter einem Biegewinkel zueinander verlaufenden Werkstückschenkeln,
wobei ein Umformstempel und eine diesem zugeordnete Umformmatrize mit einer Arbeitsbewegung
unter Abkanten des zu bearbeitenden Werkstückes relativ zueinander bewegt werden und
bei einer anfänglichen Werkstückbearbeitung ein Werkstückwinkel mit der Sollgröße
des Biegewinkels erstellt wird. Die Erfindung betrifft des weiteren eine Maschine
zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens, mit einem Umformstempel sowie einer
diesem zugeordneten Umformmatrize, wobei der Umformstempel und die Umformmatrize mittels
eines steuerbaren Antriebs mit einer Arbeitsbewegung unter Abkanten des zu bearbeitenden
Werkstückes relativ zueinander bewegbar sind.
[0002] Bekanntermaßen tritt beim Abkanten von Werkstücken mit elastischen Eigenschaften,
etwa beim Abkanten von Blechen, neben der angestrebten plastischen auch eine unerwünschte
elastische Werkstückverformung auf. Aus der elastischen Verformung resultiert nach
der Entlastung des betreffenden Werkstücks von dem Umformwerkzeug ein Auffedern des
im Laufe des vorausgegangenen Abkantvorgangs erstellten Werkstückwinkels und damit
verbunden eine Vergrößerung des von den Schenkeln des Werkstückwinkels am Ende der
Arbeitsbewegung von Umformstempel und Umformmatrize eingeschlossenen Biegewinkels.
Das Abkanten von Werkstücken mit einem Biegewinkel einer vorgegebenen Sollgröße wird
hierdurch erschwert.
[0003] Ein das vorstehend beschriebene Phänomen berücksichtigendes gattungsgemäßes Verfahren
sowie eine entsprechende gattungsgemäße Maschine sind bekannt aus EP-B-0 637 371.
Im Falle des Standes der Technik wird zunächst im Wege einer Probebiegung diejenige
Eindringtiefe eines Umformstempels an einer zugehörigen Umformmatrize gemessen, bei
welcher sich als Ergebnis des Biegevorganges ein Werkstückwinkel ergibt, dessen Biegewinkel
die Sollgröße aufweist. Die so ermittelte Eindringtiefe des Umformstempels wird in
einer Maschinensteuerung hinterlegt. Bei nachfolgenden Werkstückbearbeitungen wird
dann die momentane Größe der Eindringtiefe des Umformstempels an der Umformmatrize
fortlaufend gemessen und die Arbeitsbewegung von Umformstempel und Umformmatrize beendet,
sobald als momentane die zuvor in der Maschinensteuerung hinterlegte Eindringtiefe
gemessen wird. Dementsprechend bedarf die vorbekannte Maschine u.a. einer Vorrichtung
zur Messung der momentanen Eindringtiefe des Umformstempels an der Umformmatrize sowie
einer Vorrichtung zum Vergleich der gemessenen momentanen mit der in der Maschinensteuerung
hinterlegten Eindringtiefe.
[0004] Ausgehend von dem beschriebenen Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren sowie eine Maschine zum Erstellen von Werkstückwinkeln zu
schaffen, das bzw. die es erlaubt, Werkstücke auf einfache Art und Weise und hochgenau
zu Werkstückwinkeln umzuformen, deren Biegewinkel die Sollgröße besitzt.
[0005] Die verfahrensbezogene Aufgabe wird durch die Erfindung gemäß Patentanspruch 1, die
vorrichtungsbezogene Aufgabe durch die Erfindung gemäß Patentanspruch 5 gelöst.
[0006] Demnach läuft das erfindungsgemäße Verfahren unmittelbar positionsgesteuert ab. Ein
Werkstückwinkel mit der Sollgröße des Biegewinkels liegt vor und die Arbeitsbewegung
von Umformstempel und Umformmatrize wird beendet, sobald durch reine Positionsdetektion
festgestellt wird, dass der Steuertaster seine als solche vorgegebene Referenzposition
einnimmt. Abgesehen von einer bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung vorgenommenen
Winkelmessung zur Überprüfung des bei dieser Werkstückbearbeitung erstellten Werkstückwinkels
auf Vorliegen eines Biegewinkels mit der Sollgröße, bedarf es im Falle der Erfindung
zur hochgenauen Reproduktion des Biegewinkels mit der Sollgröße grundsätzlich keiner
das Verfahren komplizierenden und die Genauigkeit der Biegewinkelreproduktion möglicherweise
negativ beeinflussenden Messung.
[0007] Entsprechend erlaubt die erfindungsgemäße Maschine mit einfachen Mitteln eine sehr
genaue Biegewinkelreproduktion.
[0008] Bevorzugte Varianten des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den abhängigen Patentansprüchen
2 bis 4, bevorzugte Bauarten der erfindungsgemäßen Maschine in den abhängigen Patentansprüchen
6 bis 14 beschrieben.
[0009] Die in den Patentansprüchen 2 und 6 angegebenen Maßnahmen erlauben eine Definition
der Referenzposition des Steuertasters auf besonders einfache Art und Weise. Die kennzeichnenden
Merkmale der abhängigen Patentansprüche 3, 7 und 8 sind ebenfalls im Interesse eines
einfachen Ablaufes des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. eines einfachen Aufbaus der
erfindungsgemäßen Maschine vorgesehen. Die kennzeichnenden Merkmale der Patentansprüche
4, 9 und 14 dienen einer möglichst weitgehenden Verfahrens- bzw. Vorrichtungsautomatisierung.
[0010] Die Patentansprüche 11 und 12 beschreiben Bauarten der erfindungsgemäßen Maschine,
im Falle derer eine hochgenaue Reproduktion des Werkstück-Biegewinkels mit Sollgröße
unter Verwendung bewährter funktionssicherer Bauteile realisierbar ist.
[0011] Durch die kennzeichnenden Merkmale der Patentansprüche 10 und 13 schließlich wird
die betreffende Maschine in die Lage versetzt, Werkstückwinkel wahlweise mit Biegewinkeln
unterschiedlicher Sollgröße zu erstellen und/oder Änderungen bezüglich der Rückfederungseigenschaften
der bearbeiteten Werkstücke zu berücksichtigen.
[0012] Nachfolgend wird die Erfindung anhand schematischer Darstellungen zu Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Gesamtansicht einer Maschine zum Erstellen von Werkstückwinkeln in Form einer
Gesenkbiegepresse mit einem Umformstempel, einer Umformmatrize sowie einer ersten
Vorrichtung zur Reproduktion von Biegewinkeln mit Sollgröße,
- Fign. 2 und 3
- schematisierte Schnittdarstellungen zu der Biegewinkel-Reproduktionsvorrichtung gemäß
Fig. 1 mit der Schnittebene II/III in Fig. 1,
- Fign. 4 und 5
- Schnittdarstellungen entsprechend den Fign. 2 und 3 zu einer zweiten Vorrichtung zur
Reproduktion von Biegewinkeln mit Sollgröße und
- Fig. 6
- den umformstempelseitigen Teil der Biegewinkel-Reproduktionsvorrichtung gemäß den
Fign. 4 und 5 in der Ansicht in Richtung des Pfeils VI in Fig. 5.
[0013] Ausweislich Fig. 1 umfasst eine Gesenkbiegepresse 1 ein Maschinengestell mit zwei
Ständern 2, 3. Zwischen den Ständern 2, 3 ist eine Oberwange 4 in einer durch einen
Doppelpfeil 5 veranschaulichten Richtung heb- und senkbar geführt. Die Oberwange 4
geht an ihrem unteren Ende in einen Pressbalken 6 über, der sich über die gesamte
Maschinenfront erstreckt. Zum Anheben und Absenken der Oberwange 4 dienen hydraulische
Presszylinder 7, die an dem Pressbalken 6 angreifen. In einer hinterschnittenen Längsnut
des Pressbalkens 6 ist ein Oberwerkzeug in Form eines leistenartigen Umformstempels
8 gehalten, der nach unten hin in einer Umformkante 9 endet. Der Umformstempel 8 wirkt
mit einem als Umformmatrize 10 ausgebildeten Unterwerkzeug zusammen. Die Umformmatrize
10 ist auf einem Tisch 11 der Gesenkbiegepresse 1 gelagert und weist an ihrer dem
Umformstempel 8 zugewandten Seite eine V-förmige Nut 12 auf.
[0014] In einem Bedienpult 13 ist eine Maschinensteuerung 23 untergebracht, die u.a. die
Presszylinder 7 und damit den Antrieb für die Relativbewegung von Umformstempel 8
und Umformmatrize 10 steuert.
[0015] Die Gesenkbiegepresse 1 dient zum Abkanten eines Werkstückes 14, vorliegend einer
Blechtafel. Im Ausgangszustand ist das Werkstück 14 in Fig. 1 mit ausgezogenen Linien,
im abgekanteten Zustand, d.h. als Werkstückwinkel, gestrichelt dargestellt. An dem
zu einem Werkstückwinkel abgekanteten Werkstück 14 verlaufen zwei Werkstückschenkel
15, 16 unter einem Biegewinkel β zueinander. In Fig. 1 andeutungsweise erkennbar ist
ein umformstempelseitiger Teil 17 einer Vorrichtung zur Reproduktion von Biegewinkeln
mit Sollgröße.
[0016] Gemäß den Fign. 2 und 3 umfasst der in den Umformstempel 8 integrierte Teil 17 der
Vorrichtung zur Reproduktion von Biegewinkeln β mit Sollgröße einen Steuertaster 18
sowie einen Referenztaster 19. Der Steuertaster 18 und der Referenztaster 19 sind
an dem Umformstempel 8 in Richtung des Doppelpfeils 5 geführt und in dieser Richtung
relativ zueinander beweglich. Der Referenztaster 19 ist Bestandteil einer Vorrichtung
20 zur Definition einer Referenzposition des Steuertasters 18 und in dieser Funktion
verbunden mit einem Schaltelement 21 einer Schalteinrichtung 22. Das Schaltelement
21 ist dabei gegenüber dem Referenztaster 19 in Richtung des Doppelpfeiles 5, d.h.
in Richtung der Relativbeweglichkeit von Steuertaster 18 und Referenztaster 19, verstellbar.
Sowohl der Steuertaster 18 als auch der Referenztaster 19 stützen sich an zwei Punkten
auf dem Werkstück 14 ab, wobei die Abstützung des Referenztasters 19 zwischen den
Anlagestellen des Steuertasters 18 erfolgt. Die Stellen der Abstützung des Steuertasters
18 sowie des Referenztasters 19 liegen jeweils symmetrisch beidseits derjenigen Ebene,
die durch die Umformkante 9 des Umformstempels 8 sowie die in den Fign. 2 und 3 strichpunktiert
angedeutete Achse der Relativbewegung von Steuertaster 18 und Referenztaster 19 aufgespannt
wird. Funktionsfähig wäre die beschriebene Anordnung grundsätzlich auch dann, wenn
der Steuertaster 18 und/oder der Referenztaster 19 jeweils lediglich an einer Stelle
auf dem Werkstück 14 auflägen. Die Schalteinrichtung 22 steht mit der Maschinensteuerung
23, im einzelnen mit der Antriebssteuerung für die Relativbewegung von Umformstempel
8 und Umformmatrize 10 in Verbindung.
[0017] Zum Erstellen von Werkstückwinkeln mit gleichbleibend genau eingehaltener Sollgröße
des Biegewinkels β wird zunächst bei einer anfänglichen Werkstückbearbeitung eine
Referenzposition für den Steuertaster 18 definiert. Zu diesem Zweck wird ein Werkstück
14 in herkömmlicher Weise durch Relativbewegung von Umformstempel 8 und Umformmatrize
10 mit einem Biegewinkel β der Sollgröße abgekantet.
[0018] Die Verhältnisse zu Beginn der anfänglichen Werkstückbearbeitung sind in Fig. 2 veranschaulicht.
Der Umformstempel 8 ist auf die Oberseite des noch unverformten Werkstückes 14 aufgelaufen.
Der Steuertaster 18 sowie der Referenztaster 19 liegen beidseits des Umformstempels
8 mit Abstand von dessen Umformkante 9 auf der Oberseite des Werkstückes 14 auf.
[0019] Ausgehend von den Verhältnissen nach Fig. 2 werden der Umformstempel 8 und die Umformmatrize
10 mit ihrer Arbeitsbewegung unter Abkanten des Werkstückes 14 relativ zueinander
bewegt. Wie üblich wird das Werkstück 14 dabei zunächst geringfügig überbogen. Am
Ende der Arbeitsbewegung von Umformstempel 8 und Umformmatrize 10 besitzt das abgekantete,
nach wie vor von Umformstempel 8 und Umformmatrize 10 beaufschlagte Werkstück 14 dementsprechend
einen Biegewinkel β, dessen Größe kleiner ist als die Sollgröße. Das Ausmaß der Überbiegung
wird so gewählt, dass die Größe des Biegewinkels β an dem abgekanteten Werkstück 14
nach dessen Entlastung von dem Umformstempel 8 und der Umformmatrize 10 und der damit
verbundenen elastischen Rückstellbewegung der Werkstückschenkel 15, 16 der Sollgröße
entspricht.
[0020] Fig. 3 zeigt den Umformstempel 8 sowie die Umformmatrize 10, wie diese das abgekantete
Werkstück 14 am Ende derjenigen Arbeitsbewegung beaufschlagen, aufgrund derer sich
ein Werkstückwinkel mit der Sollgröße des Biegewinkels β ergibt. Der Steuertaster
18 sowie der Referenztaster 19 liegen nach wie vor beidseits des Umformstempels 8
an dem Werkstück 14 bzw. an den Werkstückschenkeln 15, 16 an. Unter der Wirkung des
Umformstempels 8 bzw. der Umformmatrize 10 sind der Steuertaster 18 und der Referenztaster
19 über die Werkstückschenkel 15, 16 aus ihrer Lage gemäß Fig. 2 an dem Umformstempel
8 nach oben und dabei auch relativ zueinander verschoben worden. Am Ende der Arbeitsbewegung
von Umformstempel 8 und Umformmatrize 10 nimmt der Steuertaster 18 gegenüber dem Referenztaster
19 eine ganz bestimmte Position, nämlich die Position gemäß Fig. 3 ein. Bei dieser
Position des Steuertasters 18 gegenüber dem Referenztaster 19 ergibt sich an dem Werkstück
14 nach dessen Entlastung von dem Umformstempel 8 sowie der Umformmatrize 10 ein Biegewinkel
β mit der Sollgröße. Diese von dem Steuertaster 18 gegenüber dem Referenztaster 19
eingenommene Position wird als Referenzposition des Steuertasters 18 definiert. Die
Definition erfolgt mittels des Schaltelementes 21 der Schalteinrichtung 22, das in
Richtung der Relativbewegung von Steuertaster 18 und Referenztaster 19 in eine Stellung
bewegt wird, in welcher es von dem Steuertaster 18 berührt wird. Dadurch wird der
Referenzposition des Steuertasters 18 ein Schaltzustand der durch Berührung des Schaltelementes
21 schaltbaren Schalteinrichtung 22 zugeordnet, der über die Maschinensteuerung 23
eine Beendigung der Arbeitsbewegung von Umformstempel 8 und Umformmatrize 10 bewirkt.
Der Steuertaster 18 mit dem ihn berührenden Schaltelement 21 ist ebenfalls in Figur
3 dargestellt.
[0021] Bei auf die anfängliche Werkstückbearbeitung folgenden Werkstückbearbeitungen wird
die Arbeitsbewegung von Umformstempel 8 und Umformmatrize 10 jeweils beendet, sobald
der Steuertaster 18 seine bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung definierte Referenzposition
einnimmt. Das Schaltelement 21 dient dabei als Positionsdetektor zur Erfassung der
Referenzposition des Steuertasters 18. Die erstellten Werkstückwinkel weisen einen
Biegewinkel β exakt mit der Sollgröße auf, sofern die bearbeiteten Werkstücke 14 ein
im wesentlichen übereinstimmendes Rückfederungsverhalten nach der Entlastung von Umformstempel
8 und Umformmatrize 10 zeigen. Von einer derartigen Einheitlichkeit des Rückfederungsverhaltens
kann beispielsweise ausgegangen werden im Falle von Werkstücken ein und derselben
Charge, im Falle von Werkstücken also, die beispielsweise in ihrer Dicke oder - im
Falle von Blechen - in ihrer Walzrichtung weitestgehend übereinstimmen.
[0022] Sind Werkstücke mit gegenüber den zunächst abgekanteten Werkstücken geänderten Rückfederungseigenschaften
zu bearbeiten bzw. sollen Werkstückwinkel mit einem Biegewinkel β einer geänderten
Sollgröße erstellt werden, so ist für den Steuertaster 18 eine neue Referenzposition
zu definieren. Dies geschieht ebenfalls im Rahmen einer anfänglichen Werkstückbearbeitung,
bei welcher dann das Schaltelement 21 der Schalteinrichtung 22 gegenüber seiner zuvor
eingenommenen Position entsprechend in Richtung der Relativbewegung von Steuertaster
18 und Referenztaster 19 zu verstellen ist.
[0023] Eine zweite Bauart einer Vorrichtung zur Reproduktion von Biegewinkeln mit Sollgröße
zur Verwendung an einer Gesenkbiegepresse 1 gemäß Fig. 1 ist den Fign. 4 bis 6 zu
entnehmen.
[0024] In einen mit einer Umformmatrize 110 zusammenwirkenden Umformstempel 108 ist dabei
ein Steuertaster 118 integriert, der gleichzeitig als Referenztaster und als solcher
als Teil einer Vorrichtung 120 zur Definition einer Referenzposition dient. An einem
mit dem Umformstempel 108 verbundenen Führungsstift 124 ist der Steuer- und Referenztaster
118 in Richtung eines Doppelpfeils 105 relativ zu dem Umformstempel 108 verschiebbar
geführt. Außerdem ist der Steuer- und Referenztaster 118 seitlich in Richtung eines
Doppelpfeils 125 auslenkbar.
[0025] An seinem von der Umformmatrize 110 abliegenden Ende ist der Steuer- und Referenztaster
118 mit einem LED-Bügel 126 versehen. Der LED-Bügel 126 trägt eine Lichtquelle 127,
die aus Lichteinheiten in Form von LED's 127/1, 127/2, 127/3, 127/4, 127/5 zusammengesetzt
ist. Letztere folgen in Richtung des Doppelpfeils 105 aufeinander und sind separat
ein- und ausschaltbar.
[0026] Der Lichtquelle 127 zugeordnet ist ein als PSD (Position Sensitive Detector) 128
ausgebildeter optischer Sensor, der seinerseits an einem PSD-Bügel 129 angebracht
ist. Der PSD-Bügel 129 wiederum wird mittels eines Klemmblechs 130 und einer Klemmschraube
131 klemmend an dem Umformstempel 108 gehalten. Dementsprechend veranschaulicht der
Doppelpfeil 105 auch die Richtung der Relativbeweglichkeit von Lichtquelle 127 und
PSD 128. Letzterer ist über eine Steuerleitung mit der Maschinensteuerung 23 der Gesenkbiegepresse
1 und dort mit der Antriebssteuerung für die Relativbewegung von Umformstempel 108
und Umformmatrize 110 verbunden.
[0027] Auch im Falle der Vorrichtung nach den Fign. 4 bis 6 ist zunächst eine Referenzposition
des Steuertasters, in diesem Fall des Steuer- und Referenztasters 118, zu definieren.
Zu diesem Zweck wird bei einer anfänglichen Werkstückbearbeitung ausgehend von den
Verhältnissen gemäß Fig. 4 aus dem zunächst ebenen Werkstück 14 ein Werkstückwinkel
mit einem Biegewinkel β der Sollgröße geformt. Während der betreffenden Arbeitsbewegung
von Umformstempel 108 und Umformmatrize 110 stützt sich der Steuer- und Referenztaster
118 an Werkstückschenkeln 115, 116 des erstellten Werkstückwinkels ab. Von den Werkstückschenkeln
115, 116 wird der Steuer- und Referenztaster 118 während des Umformvorgangs aus seiner
Ausgangslage gemäß Fig. 4 gegenüber dem Umformstempel 108 in Aufwärtsrichtung des
Doppelpfeils 105 verschoben.
[0028] Fig. 5 zeigt den Steuer- und Referenztaster 118 bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung
am Ende derjenigen Arbeitsbewegung von Umformstempel 108 und Umformmatrize 110, bei
welcher sich an dem von dem Umformstempel 108 sowie der Umformmatrize 110 entlasteten
Werkstückwinkel ein Biegewinkel β der Sollgröße ergibt. Die LED 127/4 liegt dabei
der aktiven Fläche des PSD 128 gegenüber. Dementsprechend wird die Referenzposition
des Steuer- und Referenztasters 118 definiert durch die LED 127/4. Diese bildet ebenso
wie der PSD 128 gleichzeitig ein Schaltelement einer Schalteinrichtung 122.
[0029] Aufgrund seiner Auslenkbarkeit in Richtung des Doppelpfeils 125 ist der Steuer- und
Referenztaster 118 auch dann in der Lage, sich an beiden Werkstückschenkeln 115, 116
des erstellten Werkstückwinkels abzustützen, wenn - anders als in Fig. 5 dargestellt
- seine in Fig. 4 strichpunktiert angedeutete Bewegungsachse beispielsweise aufgrund
einer seitlichen Verkippung des Werkstückwinkels nicht mit dessen Winkelhalbierender
zusammenfällt. Die mit einer derartigen Ausgleichsbewegung in Richtung des Doppelpfeils
125 verbundene Verlagerung des Steuer- und Referenztasters 118 in Richtung des Doppelpfeils
105 ist sowohl bei der anfänglichen als auch bei nachfolgenden Werkstückbearbeitungen
vernachlässigbar.
[0030] Bei auf die vorstehend beschriebene anfängliche Werkstückbearbeitung folgenden Werkstückbearbeitungen
ist die LED 127/4 eingeschaltet. Gelangt sie ausgehend von ihrer Anfangsposition unterhalb
des PSD 128 auf Höhe des PSD 128, so nimmt der Steuer- und Referenztaster 118 seine
zuvor definierte Referenzposition ein. Das von der LED 127/4 abgestrahlte Licht trifft
auf die aktive Fläche des PSD 128 und generiert einen Fotostrom, aufgrund dessen die
Maschinensteuerung 23 in einem die Arbeitsbewegung von Umformstempel 108 und Umformmatrize
110 beendenden Sinne angesteuert wird. Die Lichtquelle 127 und der PSD 128 dienen
folglich als Positionsdetektor zur Detektion der Referenzposition des Steuer- und
Referenztasters 118.
[0031] Auch die mittels der LED 127/4 definierte Referenzposition des Steuer- und Referenztasters
118 kann zumindest bei der Bearbeitung von Werkstücken aus ein und derselben Charge,
d.h. von Werkstücken mit identischem Rückfederungsverhalten, beibehalten werden. Es
ergibt sich dann stets ein Werkstückwinkel, dessen Biegewinkel β exakt die Sollgröße
aufweist. Aufgrund des verhältnismäßig weiten seitlichen Abstandes der Stellen der
Abstützung des Steuer- und Referenztasters 118 auf dem Werkstück 14 von dessen Biegelinie
eignet sich der Steuer- und Referenztaster 118 in besonderem Maße für Anwendungsfälle,
in denen Werkstückwinkel mit verhältnismäßig kleinen Biegewinkeln zu erstellen sind.
[0032] Sollen Werkstücke mit verändertem Rückfederungsverhalten bearbeitet werden und/oder
sollen Werkstückwinkel mit einem größeren oder kleineren Biegewinkel erstellt werden,
so ist eine entsprechend geänderte Referenzposition des Steuer- und Referenztasters
118 zu definieren. Dabei kann die Neueinstellung der Referenzposition des Steuer-
und Referenztasters 118 dadurch erfolgen, dass nunmehr bei einer anfänglichen Werkstückbearbeitung
nicht mehr wie zuvor die LED 127/4 sondern vielmehr eine der anderen LED's 127/1,
127/2, 127/3, 127/5 dem PSD 128 zugeordnet wird. Ergänzend oder alternativ kann der
PSD 128 durch entsprechendes Umsetzen des PSD-Bügels 129 in Richtung des Doppelpfeils
105 verlagert werden. Zu diesem Zweck ist lediglich die Klemmschraube 131 zu lösen
und nach dem Umsetzen des PSD-Bügels 129 wieder anzuziehen. Auf diese Art und Weise
kann im übrigen auch vor einer anfänglichen Werkstückbearbeitung eine gegenseitige
Grobjustierung der Lichtquelle 127 sowie des PSD 128 vorgenommen werden.
[0033] Im Sinne einer hohen Genauigkeit der Biegewinkelreproduktion wirkt sich sowohl im
Falle der Vorrichtung nach den Fign. 2 und 3 als auch im Falle der Vorrichtung nach
den Fign. 4 bis 6 der Umstand aus, dass mit der Position des von dem Umformstempel
8, 108 verschiedenen Steuertasters 18, 118 bzw. mit der Position des von dem Umformstempel
8, 108 verschiedenen Referenztasters 19, 118 ein Parameter zur Definition des Zeitpunktes
der Beendigung der Arbeitsbewegung von Umformstempel 8, 108 und Umformmatrize 10,
110 herangezogen wird, der unabhängig ist von den Verhältnissen unmittelbar an der
Spitze des Umformstempels 8, 108. Dies ist insofern vorteilhaft, als die Verhältnisse
unmittelbar an der Spitze des Umformstempels 8, 108 dadurch unbestimmt sind, dass
sich beim Abkanten von Werkstücken 14 - wie beispielhaft und überzeichnet in Fig.
3 dargestellt - im Bereich der Abkantung ein Radius ergibt und folglich der "Scheitel"
des Biegewinkels nicht eindeutig durch die Spitze des Umformstempels 8, 108 definierbar
ist.
1. Verfahren zum Erstellen von Werkstückwinkeln, insbesondere von Blechwinkeln, mit zwei
unter einem Biegewinkel (β) zueinander verlaufenden Werkstückschenkeln (15, 16; 115,
116), wobei ein Umformstempel (8, 108) und eine diesem zugeordnete Umformmatrize (10,
110) mit einer Arbeitsbewegung unter Abkanten des zu bearbeitenden Werkstückes (14)
relativ zueinander bewegt werden und bei einer anfänglichen Werkstückbearbeitung ein
Werkstückwinkel mit der Sollgröße des Biegewinkels (β) erstellt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung eine Referenzposition als solche für wenigstens
einen Steuertaster (18, 118) definiert wird, bei welcher ein Werkstückwinkel mit der
Sollgröße des Biegewinkels (β) vorliegt, dass
der Steuertaster (18, 118) bei einer oder mehreren nachfolgenden Werkstückbearbeitungen
während der Arbeitsbewegung von Umformstempel (8, 108) und Umformmatrize (10, 110)
an zumindest einem der Werkstückschenkel (15, 16; 115, 116) des oder der dann erstellten
Werkstückwinkel angelegt wird und unter der Wirkung des Umformstempels (8, 108) und/oder
der Umformmatrize (10, 110) mit dem oder den zugeordneten Werkstückschenkeln (15,
16; 116, 116) gekoppelt bewegbar ist und dass
die Arbeitsbewegung von Umformstempel (8, 108) und Umformmatrize (10, 110) beendet
wird, sobald durch Positionsdetektion festgestellt wird, dass der Steuertaster (18,
118) seine bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung definierte Referenzposition einnimmt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung während der Arbeitsbewegung von Umformstempel
(8, 108) und Umformmatrize (10, 110) an zumindest einem der Werkstückschenkel (15,
16; 115, 116) wenigstens ein Referenztaster (19, 118) angelegt wird, der unter der
Wirkung des Umformstempels (8, 108) und/oder der Umformmatrize (10, 110) mit dem oder
den zugeordneten Werkstückschenkeln (15, 16; 115, 116) gekoppelt bewegbar ist und
dass die Referenzposition des Steuertasters (18, 118) als solche anhand derjenigen
Position des Referenztasters (19, 118) definiert wird, welche der Referenztaster (19,
118) am Ende derjenigen Arbeitsbewegung von Umformstempel (8, 108) und Umformmatrize
(10, 110) einnimmt, welche die Erstellung des Werkstückwinkels mit der Sollgröße des
Biegewinkels (β) bewirkt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Referenztaster (118) gleichzeitig als Steuertaster (118) verwendet
und bei der oder den auf die anfängliche Werkstückbearbeitung folgenden Werkstückbearbeitungen
die Arbeitsbewegung von Umformstempel (108) und Umformmatrize (110) beendet wird,
sobald der gleichzeitig als Referenz- (118) und als Steuertaster (118) verwendete
Taster seine bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung definierte Referenzposition
einnimmt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es wenigstens teilweise rechnergesteuert durchgeführt wird.
5. Maschine zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit einem Umformstempel (8, 108) sowie einer diesem zugeordneten Umformmatrize (10,
110), wobei der Umformstempel (8, 108) und die Umformmatrize (10, 110) mittels eines
steuerbaren Antriebs mit einer Arbeitsbewegung unter Abkanten des zu bearbeitenden
Werkstückes (14) relativ zueinander bewegbar sind, gekennzeichnet
durch wenigstens einen Steuertaster (18, 118), welcher zumindest bei der oder den
auf die anfängliche Werkstückbearbeitung folgenden Werkstückbearbeitungen während
der Arbeitsbewegung von Umformstempel (8, 108) und Umformmatrize (10, 110) an zumindest
einem Werkstückschenkel (15, 16; 115, 116) des erstellten Werkstückwinkels anlegbar
und unter der Wirkung des Umformstempels (8, 108) und/oder der Umformmatrize (10,
110) mit dem oder den zugeordneten Werkstückschenkeln (15, 16; 115, 116) gekoppelt
bewegbar ist,
durch eine Vorrichtung (20, 120), mittels derer bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung
eine Referenzposition als solche für den Steuertaster (18, 118) definierbar ist, bei
welcher ein Werkstückwinkel mit der Sollgröße des Biegewinkels (β) vorliegt sowie
durch eine Schalteinrichtung (22, 122), welche einen Positionsdetektor (21; 127, 128)
zur Detektion der Position des Steuertasters (18, 118) umfasst und welche bei der
oder den auf die anfängliche Werkstückbearbeitung folgenden Werkstückbearbeitungen
in einen die Beendigung der Arbeitsbewegung von Umformstempel (8, 108) und Umformmatrize
(10, 110) bewirkenden Schaltzustand schaltbar ist, sobald mittels des Positionsdetektors
(21; 127, 128) festgestellt wird, dass der Steuertaster (18, 118) seine bei der anfänglichen
Werkstückbearbeitung definierte Referenzposition einnimmt.
6. Maschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (20, 120) zur Definition der Referenzposition des Steuertasters (18,
118) wenigstens einen Referenztaster (19, 118) umfasst, welcher zumindest bei der
anfänglichen Werkstückbearbeitung während der Arbeitsbewegung von Umformstempel (8,
108) und Umformmatrize (10, 110) an zumindest einem Werkstückschenkel (15, 16; 115,
116) des erstellten Werkstückwinkels anlegbar und unter der Wirkung des Umformstempels
(8, 108) und/ oder der Umformmatrize (10, 110) mit dem oder den zugeordneten Werkstückschenkeln
(15, 16; 115, 116) gekoppelt bewegbar ist, wobei die Referenzposition des Steuertasters
(18, 118) anhand derjenigen Position des Referenztasters (19, 118) definierbar ist,
welche der Referenztaster (19, 118) bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung am Ende
derjenigen Arbeitsbewegung von Umformstempel (8, 108) und Umformmatrize (10, 110)
einnimmt, welche die Erstellung des Werkstückwinkels mit der Sollgröße des Biegewinkels
(β) bewirkt.
7. Maschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenzposition des Steuertasters (18, 118) definierbar ist mittels eines Schaltelementes
(21; 127/1, 127/2, 127/3, 127/4, 127/5) der Schalteinrichtung (22, 122), das über
den seine Referenzposition einnehmenden Steuertaster (18, 118) betätigbar ist unter
Überführen der Schalteinrichtung (22, 122) in einen die Beendigung der Arbeitsbewegung
von Umformstempel (8, 108) und Umformmatrize (10, 110) bewirkenden Schaltzustand.
8. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Referenztaster (118) gleichzeitig als Steuertaster (118) vorgesehen
ist und dass die Schalteinrichtung (122) bei der oder den auf die anfängliche Werkstückbearbeitung
folgenden Werkstückbearbeitungen in einen die Beendigung der Arbeitsbewegung von Umformstempel
(108) und Umformmatrize (110) bewirkenden Schaltzustand überführbar ist, sobald der
gleichzeitig als Referenz- (118) und als Steuertaster (118) vorgesehene Taster seine
bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung definierte Referenzposition einnimmt.
9. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Schalteinrichtung (22, 122) der Antrieb des Umformstempels (8, 108) und/oder
der Umformmatrize (10, 110) steuerbar ist.
10. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenzposition des Steuertasters (18, 118) variabel definierbar ist.
11. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (120) zur Definition der Referenzposition des Steuertasters (118)
und die Schalteinrichtung (122) wenigstens eine gemeinsame Lichtquelle (127) und/
oder wenigstens einen gemeinsamen optischen Sensor (128) aufweisen, wobei die Referenzposition
des Steuertasters (118) durch eine Lage als solche von Lichtquelle (127) und/oder
optischem Sensor (128) definiert ist und die Lichtquelle (127) und der optische Sensor
(128) einen Positionsdetektor und/oder Schaltelemente der Schalteinrichtung (22, 122)
bilden und wobei die Lichtquelle (127) und der optische Sensor (128) bei der oder
den auf die anfängliche Werkstückbearbeitung folgenden Werkstückbearbeitungen mit
dem Steuertaster (118) gekoppelt relativ zueinander bewegbar sind.
12. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (127) und/oder der optische Sensor (128) bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung
mit wenigstens einem Referenztaster (118) gekoppelt bewegbar ist und die Referenzposition
als solche des Steuertasters (118) durch diejenige Lage als solche von Lichtquelle
(127) und/oder optischem Sensor (128) definiert ist, die sich einstellt am Ende derjenigen
Arbeitsbewegung von Umformstempel (108) und Umformmatrize (110), welche die Erstellung
des Werkstückwinkels mit der Sollgröße des Biegewinkels (β) bewirkt.
13. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (127) und der optische Sensor (128) bei der anfänglichen Werkstückbearbeitung
zur Definition der Referenzposition als solcher des Steuertasters (118) und/oder bei
der oder den nachfolgenden Werkstückbearbeitungen relativ zueinander bewegbar sind
und die Lichtquelle (127) mehrere in Richtung der genannten Relativbewegung aufeinander
folgende, separat ein- und ausschaltbare Lichteinheiten (127/1, 127/2, 127/3, 127/4,
127/5) und/oder der optische Sensor (128) mehrere in Richtung der genannten Relativbewegung
aufeinander folgende Sensoreinheiten aufweist.
14. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 13, gekennzeichnet durch eine rechnergestützte Maschinensteuerung (23).