[0001] Die Erfindung betrifft ein Preßpolster für den Einsatz in Ein- oder Mehretagen-Heizpressen,
bestehend aus einem Gewebe.
[0002] Derartige Preßpolster können für den Einsatz in verschiedensten Arten von Hoch- und
Niederdruckpressen, z.B. Kurztakt- und Etagenpressen für die Kaschierung von Spanplatten
mit Melamin etc., Hochdruckpressen für die Herstellung von Hochdrucklaminaten oder
sonstigen Pressen für viele andere Anwendungsbereiche verwendet werden. Typisch für
derartige Preßpolster ist, daß sie in Form eines Gewebes aufgebaut sind, das aus Materialien
besteht bzw. Materialien enthält, die für den Einsatz bei hohen Temperaturen bis oberhalb
von 200°C geeignet sind und dabei sowohl ein möglichst großes Rückstellvermögen bei
einer intermittierenden Druckbelastung als auch eine möglichst große Wärmeleitfähigkeit
besitzen.
[0003] Da sowohl die Bauteile der vorgenannten Pressen selbst als auch das Preßgut mehr
oder weniger große Toleranzen aufweisen, haben die Preßpolster die Aufgabe, diese
Toleranzen auszugleichen und den Preßdruck gleichmäßig und vollflächig auf das Preßgut
zu übertragen und dabei für eine ebenfalls gleichmäßige und vollflächige Wärmeübertragung
zu sorgen.
[0004] Ein Preßpolster der eingangs beschriebenen Art ist beispielsweise aus der DE 90 17
587 U1 bekannt. Hierbei handelt es sich um ein flexibles Preßpolstergewebe aus einem
Garn aus aromatischem Polyamid, das gegebenenfalls mit anderen Garnmaterialien gemischt
ist. Das textile Gewebe soll, bezogen auf das Gesamtgewicht des Preßpolsters, Metallfäden
in einem Anteil zwischen 0 und 70 Gew.-% enthalten, um die Wärmeleitfähigkeit auf
den erforderlichen Wert einzustellen.
[0005] Des weiteren ist aus der EP 0 713 762 A2 ein Preßpolster für Hoch- und Niederdruckpressen
aus einem Material bekannt, das durch die folgenden Bestandteile gekennzeichnet ist:
Gruppe 1:
1.1 Garn aus aromatischem Polyamid, das gegebenenfalls mit anderen Garnmaterialien
gemischt ist und Metallfäden in beliebigen Anteilen enthält
1.2 Metallgarn
Gruppe 2:
2.1 Hitzebeständiges Filament aus Gummi oder Gummimischung
2.2 Hitzebeständiges Filament aus Silikon oder Silikonmischung
2.3 Hitzebeständiges elastisches Kunststoff-Filament
2.4 Material der Gruppen 2.1, 2.2 und/oder 2.3 mit Metallseele, wobei diese nicht
mit dem sie umgebenden Material fest verbunden sein muß
2.5 Material wenigstens einer der Gruppen 2.1 bis 2.4, mit Metallfäden umlegt
2.6 Garn der Gruppe 1.1, jedoch ohne Metallfäden.
[0006] Zum Stand der Technik zählt des weiteren das aus der EP 0 735 949 B1 bekannte Preßpolster,
bei dem die Kettfäden und/oder die Schußfäden ein Silikonelastomer aufweisen, das
in dem Gewebe beispielsweise in Form von Vollfäden oder in Form von mit Silikon ummanteltem
Metalldraht enthalten sein kann.
[0007] Durch den Trend zu immer kürzeren Preßzeiten und den damit verbundenen höheren Heizplattentemperaturen
bei den Pressenanlagen sind die an die Preßpolster zu stellenden Anforderungen in
der jüngeren Vergangenheit stetig angewachsen. Ein Nachteil der bisherigen Preßpolster
ist u.a. darin zu sehen, daß ihre chemische Beständigkeit, beispielsweise gegenüber
Hydrauliköl, das bei Ölleckagen aus den Hydraulikpressen in das Polstergewebe eindringen
kann, nicht ausreichend groß ist. So ist insbesondere die chemische Beständigkeit
von Silikonelastomeren oder Polyamiden gegenüber heißen Ölen, Benzin, aliphatischen
und aromatischen Olefinen und Chlorkohlenwasserstoffen sowie Säuren schlecht bzw.
überhaupt nicht gegeben.
[0008] Außerdem entstehen bei der Polykondensation von Aminoplastharzen in den Pressenanlagen
chemische Spaltprodukte, die ebenfalls in die Polstergewebe eindringen und diese angreifen
können.
[0009] Des weiteren hat sich herausgestellt, daß die bisher eingesetzten Preßpolstertypen
bei den relativ hohen Dauertemperaturen von 100°C bis 250°C vorzeitig verspröden oder
hydrolisieren und somit über keine Polstereigenschaften mehr verfügen.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Preßpolster vorzuschlagen, mit dem
die heutigen Anforderungen bei technisch innovativen Anwendungen erfüllt werden können.
[0011] Insbesondere soll eine hohe Dauertemperaturbeständigkeit bei Temperaturen über 250°C
und eine chemische Beständigkeit gegenüber heißen Ölen, Benzin, aliphatischen und
aromatischen Olefinen, Chlorkohlenwasserstoffen sowie Säuren gegeben sein. Außerdem
soll auch eine hohe Flexibilität sowie gute Rückstelleigenschaft des Gewebematerials
gewährleistet sein.
[0012] Ausgehend von einem Preßpolster der eingangs beschriebenen Art, wird diese Aufgabe
erfindungsgemäß zum einen dadurch gelöst, daß das Gewebe einen wesentlichen Anteil
eines Fluorelastomers und/oder eines Silikon-Fluorelastomers aufweist.
[0013] Fluorelastomere zeichnen sich durch eine hervorragende Wärmebeständigkeit aus, die
über 250°C hinausgeht und das erfindungsgemäße Preßpolster daher für einen Einsatz
auch bei kürzesten Taktzeiten mit entsprechend hohen Heizplattentemperaturen prädestiniert.
Außerdem ist die chemische Beständigkeit von Fluorelastomeren sehr gut. Sie sind beispielsweise
gegenüber heißen Ölen, Benzin, aliphatischen und aromatischen Olefinen, Fluorkohlenwasserstoffen
und Säuren absolut resistent. Des weiteren zeichnen sich Fluorelastomere durch ihre
hohe Elastizität auch bei hohen Dauertemperaturen von über 250°C aus. Mit dem Preßpolster
gemäß der Erfindung lassen sich daher auch unter härtesten Einsatzbedingungen wesentlich
längere Standzeiten erzielen, als dies bei den bekannten Polstertypen der Fall ist.
[0014] Das Grundmolekül eines (reinen) Silikonkautschuks hat die folgende Struktur:

[0015] R steht dabei für eine Organo-Gruppe. Die vorstehende Strukturformel läßt sich durch
folgende Summenformel wiedergeben:
― [R
2SiO]
n
[0016] Aus einem derartigen Silikonkautschuk, dessen Einsatz bei Preßpolstern zum Stand
der Technik zählt, entsteht durch Vernetzung Silikonelastomer. Anstelle von Silikonelastomer
ist auch die Bezeichnung (Silikon-)Gummi oder (Silikon-)Vulkanisat gebräuchlich.
[0017] Von dem vorgenannten Silikonkautschuk bzw. -elastomer unterscheidet sich das erfindungsgemäß
vorgeschlagene Silikon-Fluorelastomer dadurch, daß partiell Organo-Gruppen in dem
Grundmolekül des Silikonkautschuks durch Tri-Fluoralkylgruppen ersetzt werden. Ist
als Tri-Fluoralkylgruppe beispielsweise eine Tri-Fluormethylgruppe vorhanden, so besitzt
das Silikon-Fluorelastomer folgende Strukturformel:

[0018] Silikon-Fluorelastomere unterscheiden sich von herkömmlichen Silikonelastomeren nicht
nur durch eine gänzlich unterschiedliche Herstellungsweise, sondern auch durch erheblich
voneinander abweichende chemische und physikalische Eigenschaften:
[0019] Silikon-Fluorelastomere zeichnen sich durch eine hervorragende Wärmebeständigkeit
aus, die über 250°C hinausgeht und das erfindungsgemäße Preßpolster daher für einen
Einsatz auch bei kürzesten Taktzeiten mit entsprechend hohen Heizplattentemperaturen
prädestiniert. Außerdem ist die chemische Beständigkeit von Silikon-Fluorelastomeren
sehr gut. Sie sind beispielsweise gegenüber heißen Ölen, Benzin, aliphatischen und
aromatischen Olefinen, Fluorkohlenwasserstoffen und Säuren weitestgehend resistent.
Des weiteren zeichnen sich Silikon-Fluorelastomere durch ihre hohe Elastizität auch
bei hohen Dauertemperaturen von über 250°C aus. Gegenüber reinen Fluorelastomeren
bzw. Fluorkautschuken, die keinerlei Siliziumatome aufweisen, zeichnen sich die erfindungsgemäß
verwendeten Silikon-Fluorelastomere durch ihre höhere Elastizität und ihre besseren
Rückstelleigenschaften aus. Mit dem Preßpolster gemäß der Erfindung lassen sich daher
auch unter härtesten Einsatzbedingungen wesentlich längere Standzeiten erzielen, als
dies bei den bekannten Polstertypen der Fall ist.
[0020] Nach der Erfindung ist es auch möglich, in dem Preßpolster zugleich sowohl ein Fluorelastomer
als auch ein Silikon-Fluorelastomer zu verwenden, und zwar mit verschiedenen Anteilen
zueinander. Die beiden vorgenannten Elastomerarten sind miteinander gut verträglich
und können sich in ihren Eigenschaften ergänzen.
[0021] Unter einem wesentlichen Anteil im Sinne der Erfindung ist dabei ein Gehalt an Fluorelastomer
und/oder Silikon-Fluorelastomer an dem Gesamtgewicht des Preßpolsters von wenigstens
10 %, vorzugweise von mehr als 20 %, zu verstehen.
[0022] Nach der Erfindung kann entweder Fluorelastomer und/oder Silikon-Fluorelastomer in
reiner Form, d.h. ohne weitere Beimischungen, in dem Gewebe vorhanden sein oder aber
es liegt nach einer alternativen erfindungsgemäßen Lösung ein sogenanntes Blend-Elastomer
vor, bei dem vor der Vernetzung eine Mischung aus einem (herkömmlichen) Silikonkautschuk
und einem Fluorkautschuk und/oder einem Silikon-Fluorkautschuk hergestellt wird. Durch
Variation der Anteile von Silikonkautschuk einerseits und Fluorkautschuk und/oder
Silikon-Flourkautschuk andererseits lassen sich die Polstereigenschaften je nach Anwendungsfall
individuell einstellen. Der Anteil des Fluorkautschuks und/oder des Silikon-Fluorkautschuks
an dem "Blend-Kautschuk" sollte dabei vorzugsweise mehr als 5 Gew.%, besser mehr als
10 Gew.-%, betragen. Durch die Verwendung von Blend-Elastomeren können die Materialkosten
bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Preßpolsters bedarfsweise deutlich gesenkt
werden, wobei gegenüber reinen Silikonelastomeren dennoch auch bei relativ geringen
Anteilen von Fluorkautschuk und/oder Silikon-Fluorkautschuk eine drastische Verbesserung
der beim Preßpolstereinsatz relevanten chemischen und physikalischen Eigenschaften
erzielt wird.
[0023] Unter einem wesentlichen Anteil eines Blend-Elastomers ist im Sinne der Erfindung
ein Anteil von wenigstens 10 Gew.-%, vorzugsweise mehr als 20 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtgewicht des Preßpolsters, zu verstehen.
[0024] Neben der Möglichkeit, Fluorkautschuk, Silikon-Fluorkautschuk und/oder einen vorstehend
beschriebenen Blendkautschuk beispielsweise auf ein Metallsiebgewebe aufzutragen und
dann zu vulkanisieren, ist es als besonders vorteilhaft anzusehen, daß Kett- und/oder
Schußfäden einen wesentlichen Anteil eines der vorgenannten Silikon-Elastomere aufweisen.
Hierbei können jeweils sämtliche Kett- und/oder Schußfäden mit dem jeweiligen Elastomer
versehen sein oder aber jeweils nur ein Teil der Kett- und/oder Schußfäden.
[0025] Bei Elastomeren handelt es sich um Formstoffe, die sich im Bereich ihrer Gebrauchstemperatur,
die sowohl unterhalb als auch oberhalb der Raumtemperatur liegen kann, gummielastisch
verhalten. Geringe Spannungen lassen eine relativ große Verformung zu, d.h. der Elastizitätsmodul
von Elastomeren ist relativ gering. Wird die Spannung aufgehoben, gehen die Elastomere
wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück. Die Bruchdehnung im Zugversuch liegt
bei mehreren 100 %.
[0026] Die Moleküle von Elastomeren sind weitmaschig vernetzt. Nach Produkt und Vernetzungsgrad
ist dieser Zustand sowohl bei Temperaturen unter 0°C als auch bei sehr hohen Temperaturen,
d.h. bis nahe an die Zersetzungstemperatur, die bei über 250°C liegen kann, vorhanden.
Der Zugverformungsrest von Elastomeren ist sehr klein und liegt typischerweise etwa
bei 2 %.
[0027] Elastomere werden durch Vernetzung (Vulkanisation) von Kautschuk unter Verwendung
von Vernetzungsmitteln hergestellt. Sie können weder durch Hitzeeinwirkung noch durch
mäßigen Druck wesentlich bleibend verformt werden. Als Ausgangsstoff dient entweder
Naturkautschuk, bei dem es sich um eine reine Kohlenwasserstoffverbindung handelt,
oder synthetische Kautschuke, die durch Polymerisation, Polykondensation oder Polyaddition
hergestellt werden. Der Ausgangsstoff wird daher als Kautschuk, hingegen das fertige
vernetzte Produkt als Vulkanisat, Gummi oder Elastomer bezeichnet.
[0028] Im Gegensatz zu Elastomeren handelt es sich bei Thermoplasten um lineare bzw. mehr
oder weniger verzweigte unvernetzte Polymere. Thermoplaste sind oberhalb der Gebrauchstemperatur
wiederholt umformbar und schmelzflüssig verarbeitbar. Die Molekülketten sind durch
Nebenvalenzkräfte miteinander verbunden, die bei der Erwärmung bzw. Plastifizierung
aufgehoben werden und somit eine Verarbeitung, beispielsweise in Form von Spritzgießen,
Extrudieren, Blasformen, Thermoformen usw., ermöglichen. Sofern Thermoplaste nicht
bei der Verarbeitung durch übermäßige thermische Beanspruchung chemisch geschädigt
werden, d.h. einen starken molekularen Abbau erleiden, können sie nach heutigen Erkenntnissen
mehrfach wiederverarbeitet werden, ohne daß eine wesentliche Einbuße bei den Materialeigenschaften
eintritt.
[0029] Der Zugverformungsrest von Thermoplasten ist größer als 50 %, und oberhalb ihres
Gebrauchstemperaturbereichs weisen sie einen Fließtemperaturbereich auf, der im praktischen
Einsatz möglichst vermieden werden muß. Die möglichen Bruchdehnungen sind wesentlich
geringer als bei Elastomeren. Hingegen ist der Elastizitätsmodul größer als bei Elastomeren,
so daß Thermoplaste kaum Elastizitätseigenschaften wie beispielsweise Elastomere aufweisen.
Als thermoplastische Polymere mit einem Fluoranteil sind beispielsweise Polytetrafluorethylen
(PTFE), Ethylentetrafluorethylen (ETF), Perfluoralkoxy-Copolymer (PFA), Polytrifluorethylen
(PCTFE), Ethylenchlortrifluorethylen (ECTFE), Polyvinylfluorid (PVF), Polyvinylidenfluorid
(PVDF), Tetrafluorethylen/Hexafluorpropylen-Copolymer (FEP) bekannt.
[0030] Die physikalischen Eigenschaften der vorgenannten thermoplastischen Verbindungen
unterscheiden sich von denen der Elastomere (bzw. Kautschuke) grundsätzlich.
[0031] Zur Verbesserung der Wärmeleitfähigkeitseigenschaften des Preßpolsters wird vorgeschlagen,
daß Kett- und/oder Schußfäden einen Metallanteil aufweisen. Dieser Metallanteil kann
einerseits in Form von Metallpulver in einen Elastomerwerkstoff, beispielsweise in
das Silikon-Fluorelastomer oder das Blend-Elastomer eingebracht werden oder aber in
Form von Metallfäden in den Kett- und/oder Schußfäden enthalten sein.
[0032] Bei einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Preßpolsters
sind die Kett- und/oder Schußfäden aus einem Fadenkern aus einem hochfesten und temperaturbeständigen
Garnmaterial und einem Fadenmantel aus Fluorelastomer, Silikon-Fluorelastomer und/oder
einem wie vorstehend beschriebenen Blend-Elastomer zusammengesetzt. Im Vergleich zu
der Verarbeitung von Vollfäden aus Elastomer wird die webtechnische Verarbeitung wesentlich
vereinfacht, wenn ein das Elastomermaterial enthaltender Faden zugleich auch einen
Fadenkern mit einem wesentlich größeren Elastizitätsmodul aufweist.
[0033] Die Erfindung weiter ausgestaltend, ist vorgesehen, daß der Fadenkern aus Metall
besteht, insbesondere aus einer Mehrzahl von Einzelfilamenten, die üblicherweise als
Litzen bezeichnet werden.
[0034] Aufgrund der guten Wärmeleitfähigkeit von Kupfer und seinen Legierungen bzw. aufgrund
der hohen Resistenz von Edelstahl besteht der Fadenkern sinnvollerweise aus Kupferlitze
oder Messinglitze oder (Edel)Stahllitze.
[0035] Schließlich wird erfindungsgemäß noch vorgeschlagen, daß das Fluorelastomer mittels
Co- oder Terpolymerisation von Vinylchlorid mit Hexafluorpropylen (HTP), Tetrafluorethylen
(TFE), 1-Hydropentafluorpropylen (HTPE) oder Perfluormethylvinylether (FMVE) erzeugt
ist.
[0036] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels, das in der Zeichnung
dargestellt ist, näher erläutert. Die Zeichnungsfigur zeigt einen Querschnitt durch
einen Schußfaden eines erfindungsgemäßen Preßpolstergewebes.
[0037] Ein Schußfaden 1 ist aus einem Fadenkern 2 und einem diesen allseits umgebenden Fadenmantel
3 zusammengesetzt. Der Fadenkern 2 besteht aus einer Kupferlitze, die aus einer Vielzahl
von einzelnen dünnen Kupferdrähten 4, die miteinander verdrillt sein können, zusammengesetzt
ist. Der Fadenmantel 3 besteht aus einem Fluorelastomer- oder Silikon-Fluorelastomermaterial.
Alternativ hierzu ist es auch möglich, für den Fadenmantel 3 ein Blend-Elastomer zu
verwenden, das aus Vernetzung einer Mischung aus einem (herkömmlichen) Silikonkautschuk
und aus einem Fluorkautschuk und/oder einem Silikon-Fluorkautschuk hergestellt ist.
[0038] Ein Preßpolstergewebe mit ausgezeichneter thermischer Beständigkeit und Resistenz
gegenüber fast allen im Presseneinsatz auftretenden chemischen Verbindungen sowie
mit sehr guten Polster- bzw. Elastizitätseigenschaften besitzt Kettfäden aus Messing-
oder Kupferlitze und Schußfäden 1 der zuvor beschriebenen Art. In Abhängigkeit von
eventuell besonderen Einsatzanforderungen können eventuell in beiden Fadensystemen
noch weitere Garne hinzugefügt werden.
1. Preßpolster für den Einsatz in Ein- oder Mehretagen-Heizpressen, bestehend aus einem
Gewebe, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe einen wesentlichen Anteil eines Fluorelastomers und/oder eines Silikon-Fluorelastomers
aufweist.
2. Preßpolster nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe einen wesentlichen Anteil eines Blend-Elastomers aufweist, das durch Vernetzung
einer Mischung aus einem Silikonkautschuk und einem Fluorkautschuk oder einem Silikon-Fluorkautschuk
hergestellt ist.
3. Preßpolster nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des Fluorkautschuks und/oder des Silikon-Fluorkautschuks an der Mischung
mindestens 5 Gew.%, vorzugsweise mindestens 10 Gew.-%, beträgt.
4. Preßpolster nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Kett- und/oder Schußfäden (1) einen wesentlichen Anteil eines Fluorelastomers, eines
Silikon-Fluorelastomers und/oder eines Blend-Elastomers gemäß Anspruch 2 aufweisen.
5. Preßpolster nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß Kett- und/oder Schußfäden (1) einen Metallanteil aufweisen.
6. Preßpolster nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß Kett- und/oder Schußfäden (1) Metallfäden enthalten.
7. Preßpolster nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Kett- und/oder Schußfäden (1) aus einem Fadenkern (2) aus einem hochfesten und temperaturbeständigen
Garnmaterial und einem Fadenmantel (3) aus Fluorelastomer, Silikon-Fluorelastomer
und/oder einem Blend-Elastomer gemäß Anspruch 2 zusammengesetzt sind.
8. Preßpolster nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Fadenkern (2) aus Metall besteht.
9. Preßpolster nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Fadenkern (2) aus einer Mehrzahl von Einzelfilamenten (4) besteht.
10. Preßpolster nach den Ansprüchen 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Fadenkern (2) aus Kupferlitze oder Messinglitze oder (Edel)Stahllitze besteht.
11. Preßpolster nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Fluorelastomer mittels Co- oder Terpolymerisation von Vinylchlorid mit Hexafluorpropylen
(HTP), Tetrafluorethylen (TFE), 1-Hydropentafluorpropylen (HTPE) oder Perfluormethylvinylether
(FMVE) erzeugt ist.