[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verpacken von Abfällen, das
folgende Schritte aufweist:
a) schlauchförmige Folie wird in geraffter Form auf einer im wesentlichen rohrförmigen
Aufnahmevorrichtung bereitgestellt;
b) ein Abschnitt der Folie wird von der Aufnahmevorrichtung nach unten unter elastischer
Aufweitung des Folienmaterials abgezogen;
c) das untere Ende des abgezogenen Folienabschnitts wird unter Bildung eines Beutels
verschlossen;
d) der Beutel wird durch die rohrförmige Aufnahmevorrichtung mit Abfällen befüllt;
e) der befüllte Beutel wird an seinem offenen oberen Ende verschlossen;
f) der befüllte und verschlossene Beutel wird vom Rest der Folie abgetrennt.
[0002] Des weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0003] Ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verpacken von Abfällen dieser Art sind aus
der Druckschrift Patent Abstracts of Japan, Band 18, Nr. 483 (M-1670), 8. September
1994 bekannt. Bei diesem Verfahren werden Müllbeutel aus einer Schlauchfolie hergestellt,
die in geraffter Form oberhalb einer Schweißeinrichtung außenseitig an einem zylindrischen
Einfüllstutzen gehalten ist, von dem sie nach unten abgezogen werden kann, um aus
ihr durch Verschweißen der offenen Unterseite einen Beutel zu bilden, der anschließend
durch den Einfüllstutzen befüllbar ist. Nach dem Einfüllen des zu verpackenden Guts
wird durch den Einfüllstutzen in dem Beutel ein Vakuum gezogen und der Beutel dann
durch die Schweißeinrichtung verschlossen.
[0004] Des weiteren sind Verfahren bekannt, bei denen in ähnlicher Weise Müllbeutel aus
einer Schlauchfolie hergestellt werden, wobei die Müllbeutel nach dem Befüllen ohne
einen Vakuumiervorgang durch Heißsiegeln oder Schweißen verschlossen werden.
[0005] Durch die bekannten Verfahren ist es möglich, Müll auf hygienische Weise unter Vermeidung
von unangenehmen Geruchsbildungen zu verpacken. Ein Problem beim Einsatz von Schweißvorrichtungen
liegt allerdings darin, daß der zu schweißende Bereich frei von Störstoffen sein muß.
Hinzu kommt, daß Faltenbildungen im Schweißbereich ebenfalls zu Problemen führen können.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Verpacken von Abfällen
anzugeben, das auf einfache Weise ein vollständiges Verschließen von Müllbeuteln ermöglicht
und das insbesondere zur Automatisierung geeignet ist. Desweiteren soll eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens angegeben werden.
[0007] Diese Aufgabe ist bei einem gattungsgemäßen Verfahren durch die folgenden Merkmale
gelöst:
g) der Beutel wird von einer Haltevorrichtung fixiert;
h) vor dem Verschließen wird
ha) die Aufnahmevorrichtung mit der darauf gehaltenen Folie gegenüber der Haltevorrichtung
und dem damit fixierten Beutel um eine aufrechte Achse unter Herstellung eines Rödelbereichs
zwischen der Aufnahmevorrichtung und dem Beutel verdrillt oder
hb) die Haltevorrichtung mit dem Beutel gegenüber der Aufnahmevorrichtung um eine
aufrechte Achse unter Bildung eines Rödelbereichs zwischen dem Beutel und der Aufnahmevorrichtung
verdrillt;
i) das Verschließen erfolgt, indem innerhalb des Rödelbereichs wenigstens ein Verschließband
zum dauerhaften Verschluß angebracht wird.
[0008] Erfindungsgemäß erfolgt das Verschließen eines Müllbeutels somit, indem der noch
an der Aufnahmevorrichtung in geraffter Form gehaltene Teil der Schlauchfolie und
der den Müllbeutel bildende Teil der Schlauchfolie gegeneinander unter Bildung einer
dazwischen liegenden Rödelstelle gegeneinander verdreht werden und anschließend an
der Rödelstelle wenigstens ein Verschließband, beispielsweise ein Klebeband, zum dauerhaften
Verschluß angebracht wird. Die Rödelstelle kann dabei definiert festgelegt werden,
indem der zwischen der Aufnahmevorrichtung und dem Müllbeutel gelegene Folienabschnitt
an einer bestimmten Stelle nochmals fixiert wird, wobei an dieser Stelle dann der
Rödelbereich beginnt. Außerdem ist es möglich, Aufnahmevorrichtung und Haltevorrichtung
voneinander wegzubewegen, so daß die Folie im Bereich der Rödelstelle unter Zug gerät.
[0009] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß an dem Rödelbereich
mit Abstand zueinander zwei Verschließbänder angebracht werden und durch eine Trennvorrichtung
der Beutel von dem Rest der Folie zwischen den beiden Verschließbändern getrennt wird.
Durch das obere Verschließband wird dann die Unterseite eines neuen Beutels gebildet.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren ist zur Automatisierung geeignet. So können das Verdrehen
der Aufnahmevorrichtung bzw. der Haltevorrichtung, das Anbringen der Verschließbänder
und auch der Trennvorgang automatisch vorgenommen werden, beispielsweise wenn ein
Beutel ein bestimmtes Gewicht erreicht hat. In diesem Fall kann unterhalb der Haltevorrichtung
eine Waage vorgesehen sein, die das Beutelgewicht ermittelt.
[0011] Die Vorrichtung zur Durchführung des zuvor beschriebenen Verfahrens ist in herkömmlicher
Weise mit einer rohrförmigen Aufnahmevorrichtung, auf die eine Schlauchfolie in geraffter
Form vom oberen Ende her aufschiebbar ist, und von der die Schlauchfolie über ein
unteres Ende vergrößerten Durchmesser unter elastischer Aufweitung des Folienmaterials
abziehbar ist, versehen und dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der Aufnahmevorrichtung
eine Haltevorrichtung zur Fixierung eines Beutels, der aus einem von der Aufnahmevorrichtung
nach unten abgezogenen Folienabschnitt hergestellt und mit Abfällen befüllt ist, vorgesehen
ist, wobei die Aufnahmevorrichtung oder die Haltevorrichtung um eine aufrecht stehende
Achse verdrehbar ist.
[0012] Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche
sowie die nachfolgende Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf
die beiliegende Zeichnung verwiesen. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Verpacken von Abfällen
in schematischer Seitenansicht und
- Fig. 2
- die Vorrichtung aus Fig. 1 während des Verschließvorgangs.
[0013] In der Zeichnung ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Verpacken von Abfällen
in schematischer Weise dargestellt. Zu dieser Vorrichtung gehört eine als Einfüllstutzen
ausgebildete, rohrförmige Aufnahmevorrichtung 1, auf die eine Schlauchfolie 2 in geraffter
Form vom oberen Ende her aufgeschoben ist. In der dargestellten Ausführungsform ist
die Aufnahmevorrichtung 1 am oberen Ende mit einem Deckel 1a versehen, der zum Aufschieben
der Folie abgenommen werden kann. Die Aufnahmevorrichtung 1 besitzt an ihrem unteren
Ende einen vergrößerten Durchmesser, der den Durchmesser der Schlauchfolie 2 übersteigt,
so daß die Schlauchfolie 2 über dieses untere Ende nur unter leichter elastischer
Aufweitung des Folienmaterials abgezogen werden kann.
[0014] Unterhalb der Aufnahmevorrichtung 1 ist eine eimerförmige Haltevorrichtung 3 vorgesehen,
die dazu dient, einen Beutel, der aus einem von der Aufnahmevorrichtung 1 nach unten
abgezogenen Folienabschnitt hergestellt und mit Abfällen befüllt ist, zu fixieren.
[0015] Im Betrieb wird ein Teil der Schlauchfolie 2, welche in geraffter Form an der Aufnahmevorrichtung
1 gehalten ist, über deren unteres Ende vergrößerten Durchmesser unter elastischer
Aufweitung des Folienmaterials nach unten abgezogen. Anschließend wird das untere
Ende des abgezogenen Folienabschnitts auf beliebige Weise verschlossen, um einen Beutel
6 zu bilden. Dieser Beutel kann dann durch die Aufnahmevorrichtung 1 mit Abfall befüllt
werden, ohne daß er von Hand aufgehalten werden muß. Nach dem Befüllen wird der Beutel
6 so weit nach unten abgezogen, daß er durch die Haltevorrichtung 3 fixiert werden
kann. Anschließend wird die Aufnahmevorrichtung 1 um ihre Längsachse gedreht, so daß
zwischen dem aufgrund der Fixierung der Haltevorrichtung 3 oder auch aufgrund seines
Eigengewichts stillstehenden befüllten Beutel 6 und der an der Aufnahmevorrichtung
1 gehaltenen Folie ein Rödelbereich A entsteht. Innerhalb dieses Rödelbereichs A werden
dann beabstandet voneinander zwei Verschließbänder 4, 5 beispielsweise in Form von
Kabelbändern oder Manschetten zum dauerhaften Verschluß angebracht. Anschließend wird
das Folienmaterial zwischen den beiden Verschließbändern 4, 5 getrennt.
[0016] Das Drehen der Aufnahmevorrichtung 1, das Anbringen der Verschließbänder 4, 5 sowie
das Abtrennen können von Hand oder über entsprechende Geräte automatisch durchgeführt
werden. Bei automatischer Ausführung des Schließvorgangs kann zweckmäßigerweise unterhalb
der Haltevorrichtung 3 eine Waage 7 vorgesehen sein, über die der Schließvorgang einem
vorgegebenen Beutelgewicht ausgelöst wird.
[0017] In der dargestellten Ausführungsform ist die Aufnahmevorrichtung 1 drehbar. Alternativ
ist es auch möglich, die Aufnahmevorrichtung 1 unbeweglich zu halten und anstelle
dessen die Haltevorrichtung 3 zusammen mit dem darin fixierten Beutel 6 zu drehen.
Auch ist es möglich, die Aufnahmevorrichtung 1 und die Haltevorrichtung 3 gleichzeitig
in entgegengesetzten Richtungen zu drehen.
1. Verfahren zum Verpacken von Abfällen, das folgende Schritte aufweist:
a) schlauchförmige Folie (2) wird in geraffter Form auf einer im wesentlichen rohrförmigen
Aufnahmevorrichtung (1) bereitgestellt;
b) ein Abschnitt der Folie (2) wird von der Aufnahmevorrichtung (1) nach unten unter
elastischer Aufweitung des Folienmaterials abgezogen;
c) das untere Ende des abgezogenen Folienabschnitts (2a) wird unter Bildung eines
Beutels verschlossen;
d) der Beutel wird durch die rohrförmige Aufnahmevorrichtung (1) mit Abfällen befüllt;
e) der befüllte Beutel wird an seinem offenen oberen Ende verschlossen;
f) der befüllte und verschlossene Beutel wird vom Rest der Folie (2) abgetrennt,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale
g) der Beutel wird von einer Haltevorrichtung (3) fixiert;
h) vor dem Verschließen wird
ha) die Aufnahmevorrichtung (1) mit der darauf gehaltenen Folie (2) gegenüber der
Haltevorrichtung (3) und dem damit fixierten Beutel um eine aufrechte Achse unter
Herstellung eines Rödelbereichs (A) zwischen der Aufnahmevorrichtung (1) und dem Beutel
verdrillt oder
hb) die Haltevorrichtung (3) mit dem Beutel gegenüber der Aufnahmevorrichtung (1)
um eine aufrechte Achse unter Bildung eines Rödelbereichs (A) zwischen dem Beutel
und der Aufnahmevorrichtung (1) verdrillt;
i) das Verschließen erfolgt, indem innerhalb des Rödelbereichs wenigstens ein Verschließband
(4, 5) zum dauerhaften Verschluß angebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Rödelbereich (4, 5) mit Abstand zueinander zwei Verschließbänder (4, 5) angebracht
werden und durch eine Trennvorrichtung der Beutel von dem Rest der Folie (2) zwischen
den beiden Verschließbändern (4, 5) getrennt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdrehen der Aufnahmevorrichtung (1) bzw. der Haltevorrichtung (3) automatisch
erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschließband bzw. die Verschließbänder (4, 5) automatisch an dem Rödelbereich
(A) angebracht werden.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Trennvorgang automatisch erfolgt.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorherigen Ansprüche mit
einer rohrförmigen Aufnahmevorrichtung (1), auf die eine Schlauchfolie (2) in geraffter
Form vom oberen Ende her aufschiebbar ist und von der die Schlauchfolie (2) über ein
unteres Ende vergrößerten Durchmessers unter elastischer Aufweitung des Folienmaterials
abziehbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der Aufnahmevorrichtung (1) eine Haltevorrichtung (3) zur Fixierung eines
Beutels, der aus einem von der Aufnahmevorrichtung (1) nach unten abgezogenen Folienabschnitt
hergestellt und mit Abfällen befüllt ist, vorgesehen ist, wobei die Aufnahmevorrichtung
(1) oder die Haltevorrichtung (3) um eine aufrecht stehende Achse verdrehbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Aufnahmevorrichtung (1) und der Haltevorrichtung (3) eine Einrichtung
zur Anbringung eines Verschließbandes (4, 5) an einem Rödelbereich der Schlauchfolie
(2) vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung geeignet ist, gleichzeitig oder nacheinander an dem Rödelbereich
zwei Verschließbänder (4, 5) mit Abstand zueinander anzubringen.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine Trennvorrichtung vorgesehen ist, um einen aus dem Folienmaterial hergestellten
und mittels eines Verschließbandes (4) verschlossenen Beutels von den in der Aufnahmevorrichtung
(1) gehaltenen Rest der Folie (2) abzutrennen.