[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Faserverarbeitungsmaschine, insbesondere
eine Spinnereivorbereitungseinrichtung, mit einem Steiglattentuch und einem beweglichen
Rückführmittel, beispielsweise einer drehbaren Rückstreifwalze, gemäss dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Spinnereivorbereitungseinrichtungen finden im wesentlichen Anwendung bei Putzereilinien
für das Aufbereiten von Baumwolle, um diese für das Spinnen vorzubereiten. Putzereilinien
bestehen im wesentlichen aus einem Ballenöffner, der die angelieferte Rohbaumwolle
öffnet, die dann in Form von Flocken weitertransportiert wird. Dabei werden auch grobe
Verunreinigungen der Baumwolle ausgeschieden. In der Regel kommen die Faserflocken
dann in einen Mischer, der beispielsweise über verschiedenen Schächte für eine Durchmischung
der Faserflocken sorgt. Die Fasern werden dem Mischer anschliessend mittels eines
Steiglattentuches dem Mischer entnommen und weitertransportiert. Ein derartiges Tuch
fördert das Fasergut meistens schräg nach oben aus einem Füllkasten.
[0003] Aus DE-A-546 201 ist es bekannt, dem Tuch einer solchen Faserentnahmevorrichtung
ein Hacker zuzuordnen, der zu grosse Anhäufungen des Fasermaterialgutes auf dem Nadeltuch
wieder abkämmt. DE 41 30 822 zeigt eine Walze (16), die anscheinend eine entsprechende
Funktion erfüllen soll. EP 392 869 wiederum zeigt eine weitere Alternative in der
Form eines zweiten Lattentuches (S), der mit dem Steiglattentuch zusammenarbeitet.
Schliesslich ist die von der Anmelderfirma angebotene Mischmaschine UNlmix B 7/3 auch
mit einem Steiglattentuch und einer sogenannten Rückstreifwalze versehen. Die letztere
Maschine bildet den nächstliegenden Stand der Technik, wie nachfolgend anhand der
Figuren näher erklärt wird.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es die Wirkung solcher Anordnungen zu verbessern.
Insbesondere soll sowohl die Förderleistung der beschriebenen Faserentnahmevorrichtungen
erhöht werden, als auch die Fasermaterial-Durchmischung im Speicher und die Auflösung
der Faserklumpen verbessert werden.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Faserverarbeitungsmaschine bzw. ein Verarbeitungsverfahren
dadurch gelöst, dass einem Steiglattentuch ein bewegliches Rückführmittel zugeordnet
wird, das mit dem Tuch in einem vorgegebenen Bereich (Arbeitsbereich) zusammenarbeitet,
wobei im Arbeitsbereich die Bewegungsrichtungen des Tuches und des Rückführmittels
gleich (im Gleichlauf) sind. Ein weiteres wichtiges Merkmal der erfindungsgemässen
Vorrichtung bzw. Verfahren ist die Verwendung eines Ablenkbleches oberhalb des Rückführmittels.
Das Ablenkblech steht der Rückführmitteloberfläche in einem geeigneten Abstand gegenüber.
Durch diese Anordnung wird überschüssiges Fasermaterial über das Rückführmittel hinweg,
zwischen Rückführmittel und Ablenkblech, in den Speicher zurückgefördert.
[0006] Überraschend und unerwarteterweise haben Versuche ergeben, dass der Betrieb eines
Rückstreifmittels, insbesondere einer Rückstreifwalze, im Gleichlauf mit der Bewegungsrichtung
des Tuches (Steiglattentuches) im Arbeitsbereich zu einer erhöhten Förderwirkung und
zu einer besseren Auflösung der Faserklumpen führt, unter Beibehaltung oder gar Verbesserung
der Durchmischung im Speicher. Eine weitere unerwartete Eigenschaft der erfindungsgemässen
Anordnung ist, dass die erhöhte Fördermenge keine Verstopfungsprobleme verursacht,
da die nachfolgende Abnehmerwalze den erhöhten Fasermaterialdurchsatz problemlos weiterleiten
kann. Dazu muss die Abnehmerwalze jedoch eine höhere Umfangsgeschwindigkeit aufweisen,
als die Geschwindigkeit der Tuchoberfläche. Weitere vorteilhafte Wirkungen der erfindungsgemässen
Funktionsweise und Anordnung werden weiter unten beschrieben.
[0007] Die Faserverarbeitungsmaschine kann insbesondere ein Mischer, insbesondere ein Schachtmischer
sein. Mittels des Schachtmischers wird eine gute Durchmischung der Fasern erreicht,
während eine einfache Entnahme der durchmischten Fasern mittels des Steiglattentuchs
erzielt wird.
[0008] Im Anschluss am Steiglattentuch kann in Transporteinrichtung ein pneumatisches Faser-
bzw Flockentransportmittel vorgesehen werden. Es hat sich hierfür eine Rohrleitung
mit einer Luftströmung bewährt, da dadurch die Faserflocken einfach und sicher weitertransportiert
werden können. Es ist aber auch (z.B. aus EP-A-874 070) bekannt, im Anschluss an das
Steiglattentuch eine Ausscheidevorrichtung vorzusehen, insbesondere zum Ausscheiden
von Fremdmaterial im Sinne von Fremdfasern. Die pneumatische Transporteinrichtung
wird dann im Anschluss an der Ausscheidevorrichtung vorgesehen. Es ist weiterhin bekannt,
zwischen dem Lattentuch und der Transporteinrichtung eine Reinigungsstelle vorzusehen
- siehe dazu z.B. EP-A-810 309 (Maschine 90).
[0009] In folgenden wird die Erfindung anhand von zeichnerischen Darstellungen beschrieben.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Spinnereivorbereitungseinrichtung in Form einer Putzereianlage in schematischer
Darstellung,
- Figur 2
- einen Schachtmischer im Schnitt mit nachgeordneter Ausscheideeinrichtung gemäss EP-A-874070,
- Figur 3
- ein Steiglattentuch für die Entnahme von Faserflocken aus dem Mischer,
- Figur 4
- eine schematische Darstellung einer Faserentnahmevorrichtung gemäss dem Stand der
Technik,
- Figur 5
- ein Detail im Umkehrbereich einer Anordnung gemäss Figur 4 bzw. eine Modifikation
der Anordnung gemäss Figur 2,
- Figur 6
- ein Detail im Umkehrbereich einer Anordnung gemäss der vorliegenden Erfindung,
- Figur 7
- eine schematische Darstellung einer Faserentnahmevorrichtung gemäss der vorliegenden
Erfindung
- Figur 8
- eine mögliche Ausgestaltung eines Erfindungsmerkmals
- Figur 9
- Ein mögliches Rückführmittel mit unterschiedlichen Garnituren (Blechgarnituren)
[0010] Die Spinnereivorbereitungseinrichtung von Fig. 1 zeigt eine komplette Putzereilinie.
Diese besteht aus einem Ballenöffner 1, dem eine Grobreinigung 2 (z.B. nach EP-B-381
860) nachgeordnet ist. Beide sind über eine pneumatische Rohrleitung 11, die die Faserflocken
in einem Luftstrom vom Ballenöffner 1 zur Grobreinigung 2 transportiert, verbunden.
Ebenfalls über eine pneumatische Rohrleitung 11 werden die Faserflocken nach der Grobreinigung
2 in einen Mischer 3 gefördert, wo die Fasern vor der Weiterverarbeitung gemischt
werden. In den pneumatischen Rohrleitungen werden die Faserflocken wolkenartig befördert.
Sie sind in teilweise dicken Knäueln oder Faserklumpen vermengt und sind vor ihrer
Reinigung mit verschiedenen Fremdstoffen durchsetzt.
[0011] Für das Mischen der Fasern stehen verschiedenartige Ausführungsformen von Mischern
zur Verfügung. Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen Schachtmischer 3, vgl.
Fig. 2, bei dem Fasern zuerst in Schachten verschiedener Länge abgelegt werden, um
daraus wieder entnommen zu werden, wodurch eine Durchmischung erfolgt. Beim Ablegen
der Flocken in den Schächten muss die Transportluft abgeschieden werden. Entnommen
werden die Fasern über ein Steiglattentuch 10, das entlang der Schächte bzw. der darin
enthaltenen Fasern entlangstreicht. Im Beispiel der Figur 2 übergibt das Steiglattentuch
10 die Fasern an eine Ausscheideeinrichtung 4. Dies stellt das Arbeitsprinzip der
Erfindung gemäss EP-A-874070 dar, wobei dieses Prinzip für die nun vorliegende Erfindung
ohne Bedeutung ist. Eine Alternative wird nachfolgend im Zusammenhang mit den Figuren
5 und 6 beschrieben werden. In der Ausscheideeinrichtung 4 werden die Gutfasern von
Fremdfasern getrennt. Vollständigkeitshalber wird die Ausscheideeinrichtung 4 auch
nachfolgend beschrieben werden.
[0012] Nach dem Ausscheiden von Fremdfasern werden die weitergeleiteten Fasern von der Ausscheideeinrichtung
4 an eine Transporteinrichtung 6 in Form einer weiteren pneumatischen Rohrleitung
11 übergeben und gelangen über diese zu einer Einrichtung 5 zum Feinreinigen, (z.B.
nach US-B-5,123,145) der eine Vorrichtung zum Intensivreinigen 5a nachfolgt. Nach
dem Verlassen der Intensivreinigung 5a gelangen die Fasern zu einem Kardenspeiser
60, der mehrere Karden 7 mit Fasern bzw. Faserflocken versorgt (z.B. nach EP-B-303
023). Fig. 1 zeigt die wesentlichen Putzereimaschinen einer Putzereilinie, wobei in
einzelnen Fällen die eine oder andere Maschine, beispielsweise die Intensivreinigung,
nicht erforderlich sein kann oder einzelne beschriebene Maschinen mehrfach vorkommen
können. In modernen Putzereilinien können beispielsweise die Feinreiniger 5 und 5a,
sowie Kardenspeiser 60 zu einer einzigen Maschine und Feinreinigungsstufe zusammengefasst
sein. Einer solche Faserverarbeitungsmaschine entspricht zum Beispiel der Feinreiniger
B60 vom Anmelder.
[0013] Figur 2 zeigt den Schachtmischer 3 von Fig. 1 im Schnitt. Der Schachtmischer 3 ist
in verschiedene Schächte 29 unterteilt, die an ihrer Oberseite offen und an die pneumatische
Rohrleitung 11 angeschlossen sind. Über einen Verteiler werden die ankommenden Faserflocken
gleichmässig auf die verschiedenen Schächte 29 verteilt. Nach dem Verteiler erstrecken
sich die Schächte zunächst in vertikaler Richtung, bevor sie eine 90°-Biegung machen,
so dass sich die Schächte bzw. deren Flockenfüllungen nunmehr in horizontaler Richtung
erstrecken. Ihre horizontaler Erstreckung endet vor einem Steiglattentuch 10, das
an allen Schächten, schräg (im wesentlichen in vertikaler Richtung) von unter nach
oben vorbeistreicht und die Fasern entnimmt. Durch diese Ausbildung des Mischers als
Schachtmischer 3 wird erreicht, dass bedingt durch die verschiedenen Längen der Schächte,
das heisst also Weglängen, welche die Fasern zurücklegen müssen, im links dargestellten
Schacht die Fasern später entnommen werden, als im rechts dargestellten Schacht. Dies
ist anhand der verschiedenen Schraffuren erkennbar. Dadurch erfolgt eine Durchmischung
der Fasern bzw. Faserflocken mit anderen Fasern bzw. Faserflocken, die zu anderen
Zeiten dem Mischer zugeführt wurden.
[0014] Nachdem die Fasern aus den Schächten durch das Steiglattentuch 10 entnommen wurden,
werden die Fasern im wesentlichen vertikal hochtransportiert und vom Steiglattentuch
10, das mit einer Rückstreifwalze 17 zusammenarbeitet, an die Ausscheidevorrichtung
weitergegeben. Nach dem Passieren der Ausscheideeinrichtung 4 werden die Fasern von
der Transporteinrichtung 6 übernommen und beispielsweise an den Feinreiniger 5 (vgl.
Fig. 1) oder an eine beliebige andere Putzereimaschine übergeben.
[0015] Die Vorrichtung 4 ist so ausgebildet, dass das vom Steiglattentuch 10 übernommene
Faservlies sich sowohl vor den Sensoren 41 als auch vor den Ausblasdüsen 44 in vertikaler
Richtung bewegt. Dazu erfährt das Faservlies über die Transportwalze 210 eine Umlenkung
um ca. 90°. Die Ausscheideeinrichtung 4 enthält ebenfalls einen Computer 43, der über
eine Datenleitung 42 mit den optischen Sensoren 41 verbunden ist. Ebenso ist er steuerungsmässig
mit den Ausblasdüsen 44 verbunden. Die Sensoren 41 sind auf der vom Mischer 3 abgewandten
Seite des Faservlieses 22 in einer horizontalen Reihe angeordnet. Von den Sensoren
festgestellten Fremdfasern werden durch die gesteuerte Betätigung der Ausblasdüsen
44 aus dem Flockenstrom entfernt.
[0016] Figur 3 zeigt ein aus dem allgemeinen Stand der Technik bekanntes Steiglattentuch
10, wie es in der Vorrichtung von Fig. 2 zur Entnahme der Fasern aus dem Schachtmischer
Verwendung findet. Das Steiglattentuch 10 ist in Form eines Nadellattentuchs ausgebildet,
das in bekannter Weise bei Spinnereivorbereitungsmaschinen als Förderer und Öffnungsorgan
Verwendung findet. Es besteht im wesentlichen aus einem endlosen Tuch mit Riemen und
darauf in geringen Abständen aufgebrachten Querstäben 100, in denen schrägstehende
Stahlstifte 101 eingelassen sind, die den Flockentransport bewerkstelligen. Das Tuch
wird auf einem Träger (nicht gezeigt) montiert, um einen länglichen, endlosen Pfad
mit oberen und unteren Umkehrbereiche zu bilden. Das Entnahmegerät, wovon das Tuch
ein Teil bildet, umfasst auch einen Antrieb (auch nicht gezeigt), so dass die Querstäbe
100 im Uhrzeigersinn gemäss den Figuren 2 und 3 bewegt werden. Wenn in der vorliegenden
Schrift allgemein von einem "Tuch" gesprochen wird, so dann kann darunter ein beliebiges
für den Transport von Fasermaterial geeignetes Transportband verstanden werden, so
auch Steiglattentücher bzw. Nadellattentücher.
[0017] Die aus dem Stand der Technik bekannte Rückstreifwalze 17 (auch Mischwalze genannt),
oder das Rückführmittel im Allgemeinen, befindet sich in der Nähe des oberen Umkehrbereiches
des Tuches und zwar da, wo (soweit vorhanden) die Querstäbe des Tuches bzw. die Tuchoberfläche
die (fast) vertikale Strecke des endlosen Pfades verlassen und sich in die Umkehrstrecke
bewegen (vergleiche Figur 2). Überschüssiges Material wird somit in den Speicher 12
zurückgeworfen. Nur dasjenige Fasermaterial wird weiterbefördert, das im Arbeitsbereich
zwischen der Rückstreifwalze und dem Tuch passt.
[0018] Anhand der schematischen Darstellung von Figur 4 soll die Funktionsweise eines aus
dem Stand der Technik bekannten Mischers mit zugehöriger Faserentnahmevorrichtung
erklärt werden. Die Mischer durchmischen das Fasermaterial hauptsächlich durch die
Umlenkung der Schächte 29 in horizontaler Richtung und den unterschiedlich zurückgelegten
Weglängen (siehe Erklärungen zu Figur 2). In der Zeichnung wird dies als "1. Durchmischung"
bezeichnet. Das Fasermaterial bzw. die horizontale Schichten werden über ein Transportband
30 an das Tuch 100 befördert. Das Tuch 100, zum Beispiel ein Nadellattentuch, trägt
mit seinen Nadeln die horizontalen und relativ dichten Schichten ab und befördert
so das abgetragene Material fast senkrecht nach oben. Das abgetragene und vom Tuch
transportierte Fasermaterial passiert nach der Abtragung durch die Nadeln zuerst eine
Engstelle 31 bevor es in den erweiterten Bereich des Speichers 32 gelangt (auch Mischkammer
genannt). Dabei kann sich das bis dahin verhältnismässig dichte bzw. komprimierte
Fasermaterial ausdehnen. Das aus den horziontalen Schichten stammende Fasermaterial
oder Watte ist jedoch nicht homogen, es weist Dichteveränderungen auf. Das Ausdehnen
des Fasermaterial und die Dichteveränderungen verursachen, dass sich nach dem Passieren
der Engstelle 31 "Klumpen" lösen und vom Tuch in den Speicher oder Mischkammer 32
fallen. Ohnehin trennt sich auf dem fast senkrechten Förderweg des Tuches 100 immer
wieder Fasermaterial vom Tuch ab und fällt in den Speicher. Im oberen Umkehrbereich
des Tuches 100 befindet sich eine Rückstreifwalze 17, welche sich im Uhrzeigersinn
dreht. Im Arbeitsbereich AB zwischen Rückstreifwalze und Tuch 100 wird Fasermaterial,
dass sich nicht am Tuch und dessen Nadeln halten kann, in den Speicher bzw. Mischkammer
32 zurückgestreift bzw. zurückgeworfen. Im Speicher 32 entsteht eine rotierende Bewegung
des darin enthaltenen Fasermaterials. Diese Bewegung - in der Figur als "2. Durchmischung"
angegeben - verursacht zum einen eine weitere Durchmischung der Fasern. Zum anderen
werden die vorhin erwähnten und aus Fasern bestehenden "Klumpen" in kleinere Faserflocken
aufgelöst. Diese weitere Durchmischung kann die "1. Durchmischung" merklich verbessern
und die Effizienz Vorrichtung steigern.- Das am Tuch haftende Fasermaterial, welches
die Rückstreifwalze nicht in absteifen konnte, wird über den oberen Umkehrbereich
transportiert und von einer Abnahme- bzw. Abstreichwalze 76 vom Tuch vollständig gelöst.
Die obere und seitliche Abdeckung 33 hat dabei nur die zwei Funktionen für die Faserentnahmevorrichtung
einen geeigneten Speicher 32 zu bilden und die Vorrichtung von anderen Teilen des
Mischers zu trennen, um zu verhindern dass Fasern entweichen können. Einen "Ablenk-"
oder "Führungsfunktion" wie bei der im folgenden beschriebenen erfindungsgemässen
Vorrichtung haben die Abdeckungen aus dem Stand der Technik nicht.
Um die Fördermenge an Fasern zu steuern besitzt die in Figur 4 gezeigte Misch- und
Faserentnahmevorrichtung zwei Möglichkeiten: Erstens, sowohl das Transportband 30,
als auch das Tuch 100 stoppen, zum Beispiel wegen der folgenden Maschine. Zweitens,
die Niveauregulierung der Faserentnahmevorrichtung steuert die Fördermenge. Dazu besitzt
der Speicher ab einer gewissen Höhe die Sensoren 34. Erreicht die mehr oder weniger
rotierende Fasermasse im Speicher 32 die Höhe des höchsten Sensors (z.B. eine Lichtschranke),
so ist der Speicher 32 voll: Das Transportband 30 stoppt die Zulieferung, während
das Tuch 100 weiterfördert. Das Tuch 100 kann somit kein weiteres Fasermaterial aus
dem horizontalen Schichten entnehmen und fördert daher Faserflocken aus dem Speicher
32 weiter. Dadurch nimmt die im Speicher 32 vorhanden Fasermenge ab. Unterschreitet
die gespeicherte Fasermenge die Höhe des untersten Sensors, so schaltet sich das Transportband
30 wieder ein. Nebst diesen beiden Möglichkeiten (quasi "Stop and go" der Endlosbänder)
zur Steuerung der Fördermenge besitzen diese traditionellen Anlagen noch weitere Einstellmöglichkeiten
zum Dosieren der Fördermenge. Dazu gehört die Möglichkeit den Abstand zwischen Rückstreifwalze
17 und Tuch 100 oder zwischen Abstreichwalze 76 und Tuch 100 zu variieren, sowie den
relativen Geschwindigkeitsunterschied zwischen der Oberfläche bzw. Zähne der Rückstreifwalze
und der Tuchoberfläche zu verändern. Diese Einstellungen werden bei traditionellen
Anlagen eigentlich nur einmal vorgenommen und während dem Betrieb der Anlage nicht
mehr verändert. Ein Nachteil der traditionellen Anlagen ist, dass sich durch Anpassen
dieser Einstellmöglichkeiten die Fördermenge nur begrenzt steigern lässt. Die genannten
Einstellmöglichkeiten bestehen auch bei der erfindungsgemässen Vorrichtung, nur dass
man dadurch die Fördermenge wesentlich mehr beeinflussen, d.h. steigern kann. Beim
Anmeldungsgegenstand ist es aber auch vorgesehen, die genannten Einstellmöglichkeiten
während dem Betrieb der Anlage zu verändern.
[0019] Die Kombination des Mischers mit der Ausscheidevorrichtung stellt eine spezielle
Anwendung dar, die für diese Erfindung unwichtig ist. Die Figuren 5 und 6 zeigen je
eine Ausführung ohne eine solche Ausscheidevorrichtung, beispielsweise eine Mischmaschine
zur Anwendung in einer Putzerei gemäss EP-A-810309 (siehe Fig 4 und 5 der letztgenannten
Schrift). Die Figur 5 dient in der vorliegenden Anmeldung wie die Figur 4 zur Erklärung
des Standes der Technik, während die Figur 6 zur näheren Erklärung einer Anordnung
gemäss der Erfindung dient. Die gleichen Bezugszeichen dienen in den Figuren 4, 5
und 6 zum Hinweisen auf die schon im Zusammenhang mit den Figuren 1 bis 3 beschriebenen
Komponenten. Es wird dementsprechend auch in Fig 3 bzw. Fig. 5 die Rückstreifwalze
17 sowie derjenige Teil des Tuches 100 gezeigt, welcher mit der Walze 17 den jeweiligen
Umkehrbereich bildet. Das Bezugszeichen 70 deutet in jeder dieser Figuren auf Teile
des Maschinengestells, welches in beiden Fällen einen Antriebsmotor 72 für die Walze
17 trägt. In der Figur 5 beinhaltet das Maschinengestell 70 die Abdeckung 33 (gemäss
Figur 4), welche aber nicht genauer dargestellt ist. Der Motor 72 ist mit der Walze
17 über einem Riemen 74 verbunden.
[0020] Ebenfalls auf dem Maschinengestell montiert ist in jeder dieser Anordnungen auch
eine sogenannte Abnahme- bzw. Abstreichwalze 76 und ein jeweiliger Antriebsmotor 78.
Diese Walze ist dem Fachmann aus dem Stand der Technik wohl bekannt, sie übt auch
in beiden dargestellten Ausführungen ihre gewöhnliche Funktion aus und wird deshalb
nicht näher beschrieben. Ein nicht gezeigter Antrieb bewegt das Steiglattentuch auf
einem Endlospfad in Richtung des Pfeils A (wiederum im Uhrzeigersinn). Am Steiglattentuch
sind Querstäbe mit daran befestigten Stahlstiften 101 angebracht.
[0021] In der traditionellen Anordnung gemäss der Figur 5 treibt der Motor 72 - wie schon
in Figur 4 beschrieben - die Walze 17 in die mit dem Pfeil B angedeutete Drehrichtung
an, d.h. ebenfalls im Uhrzeigersinn. Die Walze 17 dreht demgemäss gegenläufig zum
Tuch im Arbeitsbereich AB und wirft überschüssiges Fasermaterial unmittelbar in den
Speicher (in den Figuren 5 und 6 nicht gezeigt) zurück. Dies verbessert die Durchmischung,
führt aber allenfalls auch zu einer erhöhten Bearbeitung der Fasern und gegebenenfalls
zu Nissenbildung. Die Gestaltung der Walze 17 (insbesondere ihrer Garnitur) und die
geeignete Drehzahl der Walze 17 sind dem Fachmann ebenfalls bekannt, siehe dazu die
Beschreibung zur Figur 9.
[0022] In der neuen erfindungsgemässen Anordnung nach der Figur 6, treibt der Motor 72 die
Walze 17 gleicher Konstruktion in die mit dem Pfeil C angedeutete Drehrichtung an,
d.h. im Gegenuhrzeigersinn. Die Walze 17 dreht daher gleichläufig zum Tuch im Arbeitsbereich
AB und hilft dementsprechend mit, das vom Tuch getragene Fasermaterial zu fördern.
Bei einer geeigneten Auswahl der Geschwindigkeit der Walze relativ zur Geschwindigkeit
der Querstäbe des Tuches ist es nun möglich eine zusätzliche Öffnung des beförderten
Materials zu bewirken. Der Walze 17 wirft trotzdem überschüssiges Fasermaterial in
den Speicher zurück, allerdings nicht mehr unmittelbar sondern durch Beförderung über
den Teil des Walzenumfanges, welcher vom Tuch entfernt ist. Die Gestaltung der Walze
17 und die Drehzahl der Walze können mittels Versuche optimiert werden, um die erwähnten
Wirkungen zu optimieren.
[0023] Die Funktionsweise der Erfindung wird nun anhand der Figur 7 genauer erklärt. Die
schematische Darstellung der erfindungsgemässen Vorrichtung ähnelt dem aus Figur 4
bekannten Mischer mit zugehöriger Faserentnahmevorrichtung. Tatsächlich bewirken die
wenigen erfindungsgemässen, konstruktiven Änderungen eine wesentliche Verbesserung
der Arbeitsweise und Förderleistung der Anlage Die gleichen Komponenten tragen daher
dieselben Bezugszeichen wie in Figur 4.
Auch hier ist die Wirkungsweise des Tuches 100 und des Speichers 32 dieselbe. Im Gegensatz
zum Stand der Technik dreht die Rückstreifwalze aber in entgegengesetzter Richtung,
d.h. im Gegenuhrzeigersinn. Dadurch verliert die Rückstreifwalze 17 ihre ursprüngliche
Funktion des "Rückstreifens" oder "Zurückwerfens" und gewinnt dafür eine eigentlich
neue Funktion: Sie hilft dem Tuch 100 Fasermaterial zu "fördern": Im Arbeitsbereich
AB bleibt das vom Tuch 100 geförderte Fasermaterial entweder auf dem Tuch und wird
über den oberen Umkehrbereich transportiert, oder aber, es wird von der im Gegenuhrzeigersinn
drehenden Rückstreifwalze 17 erfasst. Im Gegensatz zu traditionellen Anlagen wird
das von der Rückstreifwalze 17 erfasste Material aber nicht zurückgeworfen, sondern
in Transportrichtung des Tuches gefördert bzw. geschleudert. Das Rückführmittel befördert
anschliessend am Arbeitsbereich AB das erfasste Material in zwei Richtungen (in der
Figur durch zwei verbundene Pfeile dargestellt). Die Fasern werden entweder in Transportrichtung
des Tuches in den oberen Umkehrbereich gefördert, oder sie folgen der rotierenden
Rückführmitteloberfläche und werden über dem Rückführmittel hinweg zurück in den Speicher
bzw. Mischkammer 32 gefördert. Bei diesem zweiten Transportweg werden die von der
Rückführmitteloberfläche erfassten Faserflocken zuerst durch die Fliehkraft gegen
die Abdeckung 35 oder 36 geschleudert. Der vom rotierenden Rückführmittel erzeugte
Luftstrom zieht dann die Faserflocken in Rotationsrichtung des Rückführmittels mit.
Bis die vom Luftstrom transportierten Faserflocken zurück in den Speicher 32 gelangen,
können sie mehrere Male zwischen Abdeckung und Rückführmitteloberfläche hin und her
geschleudert werden. Diese erfindungsgemässe Wirkung wird dadurch begünstigt, dass
oberhalb des Rückstreifmittels ein geeignetes Ablenkmittel vorhanden ist (zum Beispiel
wie in Figur 7 dargestellt, ein Ablenkblech 35). Besonders für den Aufbau der erwähnten
Luftströmung kann die Anwesenheit einer Abdeckung bzw. eines Ablenkbleches wichtig
sein. Das Ablenkblech oder die angepasste Abdeckung muss in einem geeigneten Abstand
zur Rückführmitteloberfläche positioniert sein, damit ein geeigneter Luftstrom entstehen
kann. Der geeignetste Abstand wird am besten in Versuchen ermittelt. Das Ablenkblech
35 bewirkt auch, dass das zurück zu befördernde Fasermaterial zwischen Rückführmitteloberfläche
und Ablenkblech in Richtung des Speicher transportiert wird und nicht in den Umkehrbereich
des Tuches gelangt. Das Ablenkblech 35 in Figur 7 ist besonders günstig geformt, weil
es sozusagen der Rückführmitteloberfläche im geeigneten Abstand folgt. Dies bewirkt
sowohl eine optimale Luftströmung, als auch eine ideale Lenkung der Faserflocken zurück
in den Speicher bzw. Mischkammer 32. Die Formgebung des Ablenkbleches kann aber auch
einfacher gewählt werden ev. eine beliebige Form aufweisen. Eventuell sich an bestehenden
Anlagen auch nur kleinere oder sogar gar keine Modifikationen an den Abdeckungen bzw.
Maschinengestellen (siehe Figur 5, Komponente 70) notwendig, um ein erfindungsgemässes
Ablenkblech darzustellen. Das in den Patentansprüchen beanspruchte Ablenkblech muss
daher keine bestimmte Form aufweisen, sondern nur die Funktion erfüllen, einen Teil
des von dem Rückführmittel erfassten Fasermaterial zurück in den Speicher zu befördern.
Um das Aufteilen der transportierten Fasermenge in zwei Massenströme zu verbessern,
weist die erfindungsgemässe Vorrichtung vorzugsweise auch eine "Nase" 36 auf. Diese
Nase verbessert und unterstützt auch die Wirkung des Ablenkbleches 35 (Ablenkung der
Flokken in die gewünschte Richtung und Erzeugung einer Luftströmung).
Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass das über das Rückführmittel hinweg geförderte
bzw. geschleuderte Fasermaterial quasi eine weitere Behandlung erfährt. Dadurch, dass
sich das Material zwischen der Garnitur des Rückführmittels und der Abdeckung mehrmals
hin und her bewegt, wird das Material besser aufgelöst. Speziell die weiter vorne
erwähnten Klumpen werden so eliminiert. In den Speicher bzw. Mischkammer 32 werden
so kleinere Flocken zurückgeführt. Mit der erfindungsgemässen Anlage erhält man somit
eine bessere Auflösung der Flocken und eine bessere Durchmischung.
Nebst der verbesserten Leistung des Mischers bezüglich Durchmischung, Auflösung und
Flockengrösse sind mit der erfindungsgemässen Anlage auch merklich höhere Förder-
bzw. Durchsatzmengen an Fasermaterial möglich. Die Einstellmöglichkeiten wie Abstand
Rückführmittel - Tuch, Abstand Tuch - Abnehmerwalze, sowie absolute wie relative Geschwindigkeiten
der genannten Komponenten haben bei der erfindungsgemässen Anlage ein hohen Einfluss
auf die effektive Produktion. Bevorzugterweise dreht sich beim Erfindungsgegenstand
die Rückstreifwalze (mit einem Durchmesser von 250 mm) mit einer Drehzahl von 560
Umdrehungen pro Minute, das Nadellattentuch besitzt einen Wirkdurchmesser von 160
mm und dreht sich in einem Bereich von 21.6 bis 216 Umdrehungen pro Minute, während
die Abnahmewalze mit eine Durchmesser von 250 mm eine Drehzahl von 660 Umdrehungen
pro Minute hat.
Die Gefahr einer Verstopfung im oberen Umkehrbereich bei erhöhter Förder- und Durchsatzmenge
besteht bei der genannten Drehzahl des Abnehmers nicht. Allfällig wäre in einem solchen
Fall die Drehzahl zu erhöhen.
[0024] Die Figur 8 zeigt die Erfindung mit einer anderen Ausgestaltung des Ablenkbleches.
Hier ist kein speziell geformtes Ablenkblech und auch keine eigentliche Nase vorhanden.
Die aus Figur 4 bekannte Abdeckung 33 wurde lediglich mit dem Führungsblech 35 ergänzt.
Dieses Führungsblech 35 übernimmt in der Anordnung gemäss Figur 8 die Funktion des
Ablenkbleches und der Nase der Figur 7. Das Führungsblech 35 ist in seiner Wirkung
nicht so günstig wie das Ablenkblech mit zugehöriger Nase, doch es kann auch eine
geeignete Ablenkung der Flocken in die gewünschte Richtung über das Rückführmittel
hinweg bewirken. Falls es die Anordnung (Abstand) der Abdeckung bzw. das Maschinengestell
zum Rückführmittel erlaubt, wie bei der Abdeckung 33 in Figur 8, kann auch so eine
genügende Luftströmung erzeugt werden. Die Erfindung beansprucht daher auch diese,
vereinfachte und äquivalente Form eines Ablenkbleches.
[0025] Figur 9 zeigt zwei mögliche Garnituren (Blechgarnituren) auf der Rückstreifwalze
17. Selbstverständlich sind auch weitere Garnituren denk- und einsetzbar, zum Beispiel
eine Zahn- oder eine Nadelgarnitur. Die Dimensionen und die Dichte der Garnitur (z.B.
Abstand zwischen den Blechen und deren Höhe) sind entsprechend den Bedürfnissen anzupassen.
[0026] Es sei darauf hingewiesen, dass sich diese Anmeldung nicht auf Rückführmittel in
Form von Rückstreifwalzen gemäss dem Bezugszeichen 17 beschränkt. Die Erfindung lässt
sich auch auf weitere Rückführmittel anwenden, z. B. auf Rückführmittel gemäss EP
392 869.
[0027] Die Erfindung sieht dementsprechend eine Faserverarbeitungsmaschine mit einem Steiglattentuch,
einem beweglichen Rückführmittel, das mit dem Tuch in einem vorgegebenen Bereich (Arbeitsbereich)
zusammenarbeitet und einem Antrieb für das Rückführmittel vor, wobei der Antrieb derart
betätigt werden kann, dass im Arbeitsbereich die Bewegungsrichtungen des Tuches und
des Rückführmittels gleich (im Gleichlauf) sind. Selbstverständlich sind auch Ausführungen
denkbar, bei denen mehrere Steiglattentücher oder Rückführmittel vorhanden sind. Der
Erfindungsgedanke bezieht sich auch auf diese Vorrichtungen.
Diese Faserverarbeitungsmaschine weist oberhalb des Rückführmittels ein Ablenkblech
auf, welches in einem geeigneten Abstand der Rückführmitteloberfläche gegenübersteht,
so dass durch die Bewegung des Rückführmittels eine Luftströmung entsteht, welche
zusammen mit der Bewegung der Rückführmitteloberfläche in der Lage ist das überschüssige
Fasermaterial über dem Rückführmittel hinweg zurück in den Speicher zu befördern.
Die Faserverarbeitungsmaschine kann oberhalb des Arbeitsbereiches eine Nase aufweisen.
In einer bevorzugten Ausführungsform gehen die Nase und das Ablenkblech ineinander
über.
Die genannte Faserverarbeitungsmaschine kann als Rückführmittel eine drehbare Rückführwalze
(17) aufweisen. Diese Rückführwalze (17) kann mit einer Garnitur versehen sein, vorzugsweise
einer Blechgarnitur. Es sind auch Anordnungen vorstellbar, bei denen das Rückführmittel
aus mehreren Rückführwalzen bestehen.
Die erfindungsgemässe Faserverarbeitungsmaschine ist derart eingestellt, dass die
Geschwindigkeit des Rückführmittels an seiner Oberfläche grösser ist, als die Geschwindigkeit
der Tuchoberfläche, vorzugsweise bewegen sich die beiden genannten Mittel nach mindestens
einem der folgenden Geschwindigkeitsparameter: Die Oberfläche des Rückführmittels
bewegt sich mit einer Geschwindigkeit zwischen 4 bis 8 m/s schneller als die Oberfläche
des Tuches, die Tuchoberfläche bewegt sich mit einer Geschwindigkeit zwischen 0.1
und 3 m/s, das Rückführmittel hat eine Geschwindigkeit von 5 bis 10 m/s, vorzugsweise
7.33 m/s, an seiner Oberfläche.
Vorzugsweise ist bei der Faserverarbeitungsmaschine die Umfangsgeschwindigkeit der
Abnahmewalze grösser, als die Geschwindigkeit des Tuches. Bevorzugt beträgt die Umfangsgeschwindigkeit
der Abnahmewalze 7 bis 10 m/s, vorzugsweise 8.63 m/s.
Bei der beschriebenen Faserverarbeitungsmaschine kann zum Weitertransport der Fasern
eine Rohrleitung (11) mit einer Luftströmung als Transporteinrichtung (6) vorgesehen
sein.
Die genannte Faserverarbeitungsmaschine kann gemäss den gemachten Ausführungen - muss
aber nicht - ein Mischer (3) sein, insbesondere ein Schachtmischer, ein Mischballenöffner
oder ein Mischöffner sein.
Bei der erfindungsgemässen Faserverarbeitungsmaschine lassen sich mindestens eine
der zwei folgenden Positionen variieren: Die Position und der Abstand vom Rückführmittel,
insbesondere Rückführwalze, zum Tuch, der Abstand und die Position der Abnahmewalze
zum Tuch, vorzugsweise lassen sich diese Positionen während dem Betrieb der Faserverarbeitungsmaschine
einstellen.
[0028] Bei den beschriebenen Faserverarbeitungsmaschinen kann sich der Arbeitsbereich im
Umkehrbereich des Steiglattentuches befinden.
Die Erfindung umfasst offensichtlich auch ein Verfahren für Faserverarbeitungsmaschinen,
welche mindestens ein Steiglattentuch und mindestens ein bewegliches Rückführmittel
enthalten, wobei das oder die Rückführmittel mit dem Steiglattentuch in einem vorgegebenen
Bereich (Arbeitsbereich) zusammenarbeitet und ein Antrieb für das/die Rückführmittel
vorhanden ist, wobei der Antrieb für das oder die Rückführmittel derart betätigt wird,
dass im Arbeitsbereich die Bewegungsrichtungen des Tuches und des/der Rückführmittel
gleich (im Gleichlauf) sind.
[0029] Die Erfindung ist nicht auf diese Beispiele eingeschränkt. Wie bereits erwähnt, sind
andere Rückführmittel aus dem Stand der Technik bekannt, wie z.B. anhand der in der
Einleitung erwähnten Schriften erklärt wurde. Es sind auch Anordnungen vorstellbar,
bei denen das Rückführmittel aus mehreren Rückführwalzen besteht. Anordnungen mit
mehreren Rückführwalzen sind beispielsweise beim Mischballenöffner B3/4 oder beim
Mischöffner B3/3 des Anmelders bekannt. Bekannte Rückführmittel können gemäss der
vorliegenden Erfindung modifiziert werden. Die Erfindung ist nicht auf die Anwendung
in einen Mischer eingeschränkt. Ebenso können anstelle des Tuches auch andere geeignete
Transportvorrichtungen, insbesondere andere Transportbänder, verwendet werden. Es
sind Kombinationen der einzelnen Ausführungen ebenso wie andere Formen und Gestaltungen
der erfindungsgemäßen Einrichtung möglich.
1. Faserverarbeitungsmaschine mit einem Steiglattentuch, einem beweglichen Rückführmittel,
das mit dem Tuch in einem vorgegebenen Bereich (Arbeitsbereich) zusammenarbeitet und
einem Antrieb für das Rückführmittel,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Antrieb derart betätigt werden kann, dass im Arbeitsbereich die Bewegungsrichtungen
des Tuches und des Rückführmittels gleich (im Gleichlauf) sind.
2. Faserverarbeitungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb des Rückführmittels ein Ablenkblech vorhanden ist, welches der Rückführmitteloberfläche
in einem geeigneten Abstand gegenübersteht, so dass das überschüssige Fasermaterial
über dem Rückführmittel hinweg zurück in den Speicher befördert wird.
3. Faserverarbeitungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb des Arbeitsbereiches eine Nase vorhanden ist, wobei in einer bevorzugten
Ausführungsform die Nase und das Ablenkblech ineinander übergehen.
4. Faserverarbeitungsmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückführmittel eine drehbare Rückführwalze (17) ist.
5. Faserverarbeitungsmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückführwalze (17) mit einer Garnitur versehen ist, vorzugsweise einer Blechgarnitur.
6. Faserverarbeitungsmaschine nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit des Rückführmittels an seiner Oberfläche grösser ist, als die
Geschwindigkeit der Tuchoberfläche, vorzugsweise bewegen sich die beiden genannten
Mittel nach mindestens einem der folgenden Geschwindigkeitsparameter: Die Oberfläche
des Rückführmittels bewegt sich mit einer Geschwindigkeit zwischen 4 bis 8 m/s schneller
als die Oberfläche des Tuches, die Tuchoberfläche bewegt sich mit einer Geschwindigkeit
zwischen 0.1 und 3 m/s, das Rückführmittel hat eine Geschwindigkeit von 5 bis 10 m/s,
vorzugsweise 7.33 m/s, an seiner Oberfläche.
7. Faserverarbeitungsmaschine nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Umfangsgeschwindigkeit der Abnahmewalze grösser ist, als die Geschwindigkeit
des Tuches, vorzugsweise beträgt die Umfangsgeschwindigkeit der Abnahmewalze 7 bis
10 m/s, besonders bevorzugt 8.63 m/s.
8. Faserverarbeitungsmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass zum Weitertransport der Fasern eine Rohrleitung (11) mit einer Luftströmung als Transporteinrichtung
(6) vorgesehen ist.
9. Faserverarbeitungsmaschine nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschine ein Mischer (3), insbesondere ein Schachtmischer, ein Mischballenöffner
oder ein Mischöffner ist.
10. Faserverarbeitungsmaschine nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich mindestens eine der zwei folgenden Positionen variieren lassen: Die Position
und der Abstand vom Rückführmittel zum Tuch, der Abstand und die Position der Abnahmewalze
zum Tuch, vorzugsweise lassen sich diese Positionen während dem Betrieb der Faserverarbeitungsmaschine
einstellen.
11. Faserverarbeitungsmaschine nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Arbeitsbereich im Umkehrbereich des Steiglattentuches befindet.
12. Verfahren für Faserverarbeitungsmaschinen, welche Steiglattentücher und mindestens
ein bewegliches Rückführmittel enthalten, wobei das oder die Rückführmittel mit dem
Steiglattentuch in einem vorgegebenen Bereich (Arbeitsbereich) zusammenarbeitet und
ein Antrieb für das/die Rückführmittel vorhanden ist, dadurch gekennzeichnet, dass
der Antrieb für das oder die Rückführmittel derart betätigt wird, dass im Arbeitsbereich
die Bewegungsrichtungen des Tuches und des/der Rückführmittel gleich (im Gleichlauf)
sind.