[0001] Die Erfindung betrifft eine Fadenschneidvorrichtung für Webmaschinen nach dem Oberbegriff
des Patenanspruchs 1.
[0002] Bei Webmaschinen wird der Schussfaden von Vorratsspulen abgezogen, einem Eintragsorgan
zugeführt und von diesem in das Webfach eingetragen. Im Bereich der Webkanten sind
spezielle Fadenschneidvorrichtungen vorgesehen, die den von der Vorratsspule abgezogenen,
in das Webfach eingetragenen und an die Gewebekante angeschlagenen Schussfaden abschneiden.
Fadenschneidvorrichtungen werden auch zum Abschneiden von Fadenüberständen an den
Gewebekanten eingesetzt. Als Schussfadenschneidvorrichtungen werden z.B. Scheren verwendet,
die dicht am Geweberand angeordnet sind. Bekannt sind direkt mechanisch von der Webmaschine
angetriebene Scheren, als auch solche, die von einem eigenen elektromotorischen oder
pneumatischen Antrieb betätigt werden.
[0003] Die DE-PS 37 03 638 lehrt eine Schussfadenschneidvorrichtung mit einem feststehenden
Scherenteil und einem durch eine Exzenteranordnung beweglichen Scherenteil, wobei
die Exzenteranordnung mit dem Hauptantrieb der Webmaschine gekoppelt und von diesem
betätigt wird.
Aus der DE 40 00 856 A1 ist eine Fadenschneidvorrichtung zum Abtrennen des eingetragenen
Schussfadens bei Webmaschinen bekannt, welche über einen Nockenmechanismus oder dergleichen
ebenfalls mit dem Hauptantrieb der Webmaschine mechanisch gekoppelt ist. Die Fadenschneidvorrichtung
arbeitet synchron zum Maschinenrhythmus. Der Zeitpunkt des Schneidvorgangs ist deshalb
in Bezug auf den Webzyklus fest vorgegeben und nicht oder nur durch größere mechanische
Umbauten veränderbar.
[0004] Eine wesentlich flexiblere Schneidvorrichtung für Schussfäden ist aus der EP 0 284
766 B1 bekannt. Diese Schneidvorrichtung besitzt einen vom Hauptantrieb unabhängigen
Antrieb, so dass der Zeitpunkt des Schneidvorgangs in Bezug auf den Webzyklus mittels
einer programmierbaren Steuerung beliebig vorgegeben werden kann. Der Antrieb besteht
hierbei aus einem Schrittmotor, auf dessen Welle die bewegliche Klinge befestigt ist,
wobei der Schrittmotor oszillierend in beiden Drehrichtungen angetrieben wird. Der
oszillierende Antrieb besitzt jedoch den Nachteil, dass der Schrittmotor hoher Beanspruchung
und hohem Verschleiß durch fortwährende Beschleunigungs- und Bremsvorgänge ausgesetzt
ist. Weiterhin ist keine Überwachung der Schneidevorrichtung auf Funktion oder Beschädigung
vorgesehen.
Eine ähnliche durch einen Schrittmotor angetriebene Fadenschere in Webmaschinen offenbart
die DE 197 13 089 A1, wobei jedoch der Schrittmotor nicht oszillierend sondern permanent
in einer Drehrichtung betrieben wird. Dies vermindert den Verschleiß und die Beanspruchung
des Motors gegenüber der Schneidevorrichtung gemäss EP 0 284 766.
[0005] Nachteile der oben genannten Konstruktionen von Schneidvorrichtungen mit den erwähnten
Antrieben ergeben sich z.B. aus hohem Platzbedarf, und daraus, dass die Mittel zur
mechanischen Kraftübertragung auf das zumindest eine Scherenteil einem relativ hohen
Verschleiss unterliegen.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Fadenschneidvorrichtung
für Webmaschinen vorzuschlagen, die bei geringem Platzbedarf relativ verschleissarm
arbeitet.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0008] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass der Antrieb der Fadenschneidvorrichtung
als elektrisch bestromter Linearmotor ausgebildet ist.
[0009] Mit der Erfindung wird eine kompakte, flache Bauweise der Fadenschneidvorrichtung
erreicht, verbunden mit verminderter Reibung und geringem Spiel und einer günstigen
Drehpunktlage der Klingenträger. Ein weiterer Vorteil ist die große Anfahrschubkraft
von Linermotoren, die sofort nach dem Einschalten des Motors ihren Maximalwert erreicht.
[0010] Bevorzugte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Patentansprüchen angegeben.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass eine der
Klingen an einem, bezogen auf die Montagefläche der Fadenschneidvorrichtung, feststehenden,
vorzugsweise jedoch in seiner Position justierbaren Klingenträger angeordnet ist.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen,
dass wenigstens eine der Klingen an einem linear beweglichen, vom Linearmotor betätigbaren
Klingenträger angeordnet ist. Die Klinge dieses linear bewegten Klingenträgers wird
gegenüber der Klinge des anderen, vorzugsweise feststehend angeordneten Klingenträgers
zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung verfahren.
Dabei stimmt die Bewegungsrichtung des bewegten Klingenträgers, also die Kraftwirkung
des Linearmotors, etwa mit der Längsachse des Klingenträgers überein.
[0013] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist wenigstens eine der Klingen an
einem in einem Drehpunkt drehbar gelagerten Klingenträger angeordnet, wobei der drehbar
gelagerte Klingenträger durch den Linearmotor bewegbar ist. Die Bewegungsrichtung
des drehbaren Klingenträgers, also die Kraftwirkung des Linearmotors, ist im wesentlichen
senkrecht zur Längsachse des Klingenträgers gerichtet.
[0014] Es kann ebenfalls vorgesehen sein, dass beide Klingenträger der Fadenschneidvorrichtung
von jeweils einem Linearmotor linear zueinander beweglich sind.
Alternativ können beide Klingenträger in einem Drehpunkt gelagert sein und von jeweils
einem Linearmotor bewegt werden.
[0015] In einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Fadenschneidvorrichtung
zur Überwachung der Position von mindestens einer der Klingen bzw. Klingenträger mit
einer Wegmesseinrichtung ausgerüstet ist. Die Wegmesseinrichtung kann dazu im Linearmotor
integriert oder direkt mit dem oder den beweglichen Klingenträgern gekoppelt sein.
[0016] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnungsfiguren
näher erläutert. Es zeigt:
- Figur 1:
- eine erste Ausführungsform der Fadenschneidvorrichtung in Seitenansicht;
- Figur 2:
- eine zweite Ausführungsform der Fadenschneidvorrichtung in Seitenansicht;
- Figur 3:
- die Ausführungsform gemäss Figur 2 in Draufsicht;
- Figur 4:
- eine dritte Ausführungsform der Fadenschneidvorrichtung in Seitenansicht in Offenstellung
der Klingen;
- Figur 5:
- die Ausführungsform gemäss Figur 4 in Schließstellung der Klingen;
- Figur 6:
- die Ausführungsform gemäss den Figuren 4 und 5 in Draufsicht.
[0017] Eine erste Ausführungsform der Fadenschneidvorrichtung umfasst eine Montagefläche
1, auf welcher ein feststehender Klingenträger 2 angeordnet ist, der eine Klinge 3
trägt. Mit der Klinge 3 des ersten feststehenden Klingenträgers 2 wirkt eine Klinge
6 eines zweiten beweglichen Klingenträgers 5 zusammen, welcher durch einen Linearmotor
7 oszillierend hin und her bewegt wird. Der Stator 8 des Linearmotors 7 ist auf der
Montagefläche 1 befestigt, wobei der Läufer des Linearmotors 7 durch den Klingenträger
5 gebildet wird, welcher in Pfeilrichtung 9 hin- und herbeweglich ist.
[0018] In den Linearmotor 7 kann eine Wegmesseinrichtung 24 integriert sein, mittels welcher
die Stellung, die Bewegungsrichtung und die Geschwindigkeit der Bewegung des Klingenträgers
5 kontrolliert und geregelt werden kann.
[0019] Die Figuren 2 und 3 zeigen eine weitere Ausführungsform der Erfindung mit einem auf
der Montagefläche 1 feststehend angeordneten Klingenträger 2, welcher in einem Drehpunkt
4 gelagert ist, um diesen bei Bedarf in seiner Position justieren zu können. In einem
weiteren Drehpunkt 12 ist ein beweglicher Klingenträger 10 gelagert, welcher den Läufer
des Linearmotors 7 bildet. Der Stator 8 des Linearmotors 7 ist wiederum fest auf der
Montagefläche 1 befestigt. Bei Betrieb des Linearmotors 7 wird der Klingenträger 10
um einen gewissen Betrag um den Drehpunkt 12 verschwenkt und führt so die Schneidbewegung
der Klingen 3, 11 der beiden Klingenträger 2, 10 aus, wie dies gestrichelt durch die
Position 10' des Klingenträgers 10 angedeutet ist. Die Schneidbewegung wird in Pfeilrichtung
13 ausgeführt, wobei die Bewegungsrichtung 14 des Klingenträgers 10 in diesem Falle
im wesentlichen senkrecht zur Längsachse des Klingenträgers 10 verläuft.
[0020] In den beiden oben beschriebenen Ausführungsbeispielen besitzen die Fadenschneidvorrichtungen
jeweils nur eine bewegliche Klinge. Im Ausführungsbeispiel nach den Figuren 4 bis
6 ist eine Fadenschneidvorrichtung mit zwei beweglichen Klingen 16, 18 dargestellt.
Die beweglichen Klingen 16, 18 sind an den im Drehpunkt 19 gelagerten Klingenträgern
15, 17 angeordnet, wobei die Klingenträger 15, 17 natürlich auch in separaten Drehpunkten
gelagert werden können.
[0021] Zur Betätigung der Klingenträger 15, 17 ist wiederum ein Linearmotor 20 vorgesehen,
wobei die Klingenträger 15, 17 jeweils als Läufer des Linearmotors ausgebildet sind.
Dabei muss der Linearmotor 20 so ausgebildet sein, dass sich bei dessen Erregung die
Klingenträger 15, 17 immer entgegengesetzt in Pfeilrichtung 21 bzw. 22 bewegen, um
eine Schneidebewegung der Klingen 16, 18 in Pfeilrichtung 23 sicherzustellen. Bei
Verwendung eines elektrischen Linearmotors kann dies durch entsprechende Ausbildung
des Stators erreicht werden bzw. auch durch zwei separate Statoren, welche auf die
Klingenträger 15, 17 wirken.
Figur 4 zeigt die Schneidvorrichtung in geöffnetem Zustand, wogegen Figur 5 die Schneidvorrichtung
in geschlossenem Zustand zeigt. Die Linearmotoren 7, 20 gemäss den Ausführungsbeispiel
sind lediglich schematisch dargestellt, da der Aufbau und die Funktionsweise von Linearmotoren
einem Fachmann geläufig ist.
Zeichnungslegende
[0022]
- 1
- Montagefläche
- 2
- Klingenträger
- 3
- Klinge
- 4
- Drehpunkt
- 5
- Klingenträger
- 6
- Klinge
- 7
- Linearmotor
- 8
- Stator
- 9
- Pfeilrichtung
- 10
- Klingenträger
- 11
- Klinge
- 12
- Drehpunkt
- 13
- Pfeilrichtung
- 14
- Pfeilrichtung
- 15
- Klingenträger
- 16
- Klinge
- 17
- Klingenträger
- 18
- Klinge
- 19
- Drehpunkt
- 20
- Linearmotor
- 21
- Pfeilrichtung
- 22
- Pfeilrichtung
- 23
- Pfeilrichtung
- 24
- Wegmesseinrichtung
1. Fadenschneidvorrichtung für Webmaschinen mit einem ersten Klingenträger (2; 15) mit
endseitiger Klinge (3;16) und einem zweiten Klingenträger (5; 10; 17) mit endseitiger
Klinge (6;11;18), wobei wenigstens ein Klingenträger (5;10;15;17) mit einem Antrieb
in Wirkverbindung steht, um zwischen den Klingen (3,6;3,11;16,18) eine Fadenschneidfunktion
auszuführen, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb als elektrisch bestromter Linearmotor (7;20) ausgebildet ist.
2. Fadenschneidvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Klingenträger (2) auf einer Montagefläche (1) ortsfest angeordnet ist,
dass der Linearmotor (7) winkelversetzt zum ersten Klingenträger (2) auf der Montagefläche
(1) angeordnet ist und das wenigstens ein Klingenträger (5;10;15;17) der Läufer des
Linearmotors ist.
3. Fadenschneidvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Klingenträger (10;15;17) an dem der Klinge (11;16;18) abgewandten freien Ende
um eine feste Achse (12;19) an einer Montagefläche (1) schwenkbar gelagert ist und
dass der Linearmotor (7), beabstandet von der Achse (12;19) wenigstens einen der Klingenträger
(10;15;17) in eine oszillatorische hin- und hergehende Bewegung versetzt.
4. Fadenschneidvorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearmotor zur Überwachung der Positionen der Klingenträger ein Wegmesssystem
(24) besitzt.