(19)
(11) EP 1 136 654 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.09.2001  Patentblatt  2001/39

(21) Anmeldenummer: 00106142.3

(22) Anmeldetag:  21.03.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7F01D 5/30
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Tiemann, Peter, Dipl.-Ing.
    58452 Witten (DE)

   


(54) Turbinenlaufschaufel


(57) Um eine Turbinenlaufschaufelanordnung mit mehreren in Umfangsrichtung einer Turbinenscheibe (1) versetzt angeordneten Turbinenlaufschaufeln (2) mit jeweils einem Schaufelfuß (3), der in eine Turbinenscheibennut (6) längs einschiebbar und dort durch Nutlängszähne (7), die seine Fußlängszähne (5) formschlüssig hintergreifen, radial auszugsfest gehalten ist, so auszubilden, daß Turbinenlaufschaufeln (2) bei Schrägungswinkeln einsetzbar sind, die größer als die bisher erreichten sind, wird vorgeschlagen, daß der Schaufelfuß (3) an seiner Stirnseite (8) eine lokale Materialschwächung aufweist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Turbinenlaufschaufelanordnung mit mehreren in Umfangsrichtung einer Turbinenscheibe versetzt angeordneten Turbinenlaufschaufeln mit jeweils einem Schaufelfuß, der jeweils zwei Längsseiten und Stirnseiten aufweist, an seinen Längsseiten Fußlängszähne hat und der in eine Turbinenscheibennut längs einschiebbar und dort durch Nutlängszähne, die seine Fußlängszähne formschlüssig hintergreifen, radial auszugsfest gehalten ist.

[0002] Turbinenlaufschaufelanordnungen mit in Nuten einer Turbinenscheibe eingeschobenen Füßen sind in ihren Nutbereichen durch die an der Turbinenschaufel bei Drehung der Turbinenscheibe angreifenden Fliehkräfte stark belastet. Um eine große Auflagefläche zu haben, sind die Haltevorrichtungen des Fußes in der Nut als angeschrägte Längszähne ausgebildet. Die Fliehkräfte, die radial nach außen weisen, werden durch die Fußlängszähne in Nutlängszähne der Nut eingeleitet. Da die Längszähne angeschrägt sind, erfolgt durch diese Einleitung eine Kraftumlenkung eines Teils der Fliehkraft. Insbesondere im Stirnseitenbereich des Fußes sind die eingeleiteten Kräfte sehr belastend für den Nutbereich, da sie dort sprunghaft ansteigen. Hierdurch entsteht insbesondere in dem unteren Nutbereich eine starke Belastung, die zu Rissen führen kann.

[0003] Zudem wird versucht, bei modernen Turbinenlaufschaufeln eine Effektivitätsverbesserung dadurch zu erreichen, daß die Turbinenschaufeln in steilen Abströmungswinkeln relativ zur Arbeitsfluidanströmung eingerichtet werden. Hierbei sind die Laufschaufelfüße schräg zur Turbinenscheibenachse in die Turbinenscheiben eingesetzt, wodurch die Nuten und die Schaufelfüße stark inhomogenen Spannungen unter Betriebslast ausgesetzt sind. Dies bringt eine erhöhte Materialbeanspruchung mit sich, so daß die Schrägstellung bisher auf Winkel bis ca. 15° beschränkt ist.

[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Turbinenlaufschaufelanordnung anzugeben, die es erlaubt, Turbinenlaufschaufeln bei Schrägungswinkeln einzusetzen, die größer als die bisher erreichten sind, ohne die Festigkeit der Nutbereiche zu gefährden.

[0005] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Schaufelfuß an seiner Stirnseite eine lokale Materialschwächung aufweist.

[0006] Die Erfindung hat den Vorteil, daß fliehkraftinduzierte Spannungsspitzen abgefangen werden und somit nicht in dem stirnseitigen Endbereich in die umgebenden Nutlängszähne eingeleitet werden, sondern weiter innen, in der Mitte des Schaufelfußes. Dieser Vorteil wird dadurch erreicht, daß an der Stirnseite das Material lokal geschwächt ist. Eine Materialschwächung liegt vor, wenn die umgebenden Bereiche eine größere Steifigkeit aufweisen, beispielsweise dadurch, daß das Material an der Schwächung dünner ist. Somit wird die gesamte, resultierende Steifigkeit dieses Bereichs reduziert. Denn bei einer anliegenden Last wird zuerst der weiche, geschwächte Bereich verformt. Das Material ist somit nicht mehr so starr. Auf diese Weise kann in diesem Bereich nur eine verminderte Kraftübertragung auf die umgebende Nut stattfinden. Die normalerweise sehr starren Stirnseiten des Schaufelfußes werden durch die vorgeschlagene Anordnung gegenüber Spannungen nachgiebiger gemacht. Es findet somit eine Lastumverteilung in Richtung Schaufelfußmitte statt, die lokale Spannungsüberhöhungen im Nutendbereich vermindert. Die Materialschwächung ist lokal angebracht, weil der Fuß immer noch eine ausreichende Festigkeit aufweisen soll und trotz der Schwächung immer noch ein gewisser, die Schaufel tragender Fliehkraftanteil übertragen werden soll. Durch die vorgeschlagene Anordnung wird verhindert, daß an den Stirnseiten der Nutlängszähne so hohe Spannungen angreifen, daß Schädigungen entstehen. Hierdurch können beispielsweise Spannungsspitzen aufgrund von Passungsfehlern, wie sie selbst bei sehr sorgfältiger Gußnachbearbeitung der Turbinenschaufelfüße vorkommen, ausgeglichen werden. Durch die vorgeschlagene Anordnung wird die Lebensdauer der Turbinenschaufelanordnung erhöht und es treten während des Betriebs weniger Störungen auf.

[0007] Eine gut zu berechnende und reproduzierbar herzustellende Materialschwächung ist gegeben, wenn der Schaufelfuß an seiner Stirnseite eine Ausnehmung hat. Die Ausnehmung erweicht den Stirnbereich des Fußes gegenüber der angreifenden Fliehkraft dadurch, daß sie sich unter dem Kraftangriff elastisch zusammendrücken läßt. Es wird ein geringerer Anteil der Kraft in den Endbereich der Nut eingeleitet, und somit ein großer Anteil in den Bereich der Fußmitte. Durch eine Änderung der Form oder der Abmessungen der Ausnehmung können die elastischen Eigenschaften des Ausnehmungsbereichs wesentlich beeinflußt werden. Die Ausnehmung an der Stirnseite des Schaufelfußes ist während des Gießens durch Einsetzen eines Gießkerns von außen oder nachträglich durch mechanische Bearbeitung einbringbar.

[0008] Wenn die Ausnehmung eine keilförmige Einkerbung an der Stirnseite des Schaufelfußes im Bereich zwischen den der Achse der Turbinenscheibe nächsten, sich gegenüberliegenden Fußlängszähnen ist, und die Ausnehmung an einem scheibenachsenseitigen Ende des Schaufelfußes offen ist, können durch elastisches Zusammenbiegen der Seitenflanken der keilförmigen Einkerbung Kräfte weich in diesem Bereich abgefangen werden. Es wird ein geringerer Anteil der Kraft in den umgebenden Nutbereich übertragen. Die Tragkraft wird somit in einen Bereich in Richtung Schaufelfußmitte umgeleitet. Dieses federartige Zusammenfalten der keilförmigen Einkerbung ist dadurch beschränkt, daß keine bleibenden plastischen Verformungen entstehen dürfen. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, daß Maße und Formen der Ausnehmung, insbesondere eine gewisse Breite und Tiefe eingehalten werden, die beispielsweise von dem Schaufelgewicht, aber auch der Auflagefläche in der Nut und den eingehaltenen Fertigungstoleranzen abhängen.

[0009] Eine sehr gute Ableitung der Verspannungen in die Schaufelfußmittenbereiche ist gegeben, wenn sich die Ausnehmung in Richtung einer Schaufelplattform querschnittsmäßig verjüngt. Je größer der Querschnitt und insbesondere die Breite und damit je größer der Abstand der Flanken der Ausnehmung desto weicher ist die Ausnehmung und desto weniger Widerstand setzt sie einer elastischen Verformung entgegen. Somit werden in den untersten Bereich der Enden der Nuten, die am stärksten rißgefährdet sind, die geringsten Spannungen eingeleitet, wohingegen in Nutbereichen, die in einem Abstand zur Scheibenachse in Richtung Schaufelplattform liegen, höhere Spannungen eingebracht werden. Diese Nutbereiche sind stabiler ausgebildet und können Biegebeanspruchungen einen größeren Widerstand entgegensetzen.

[0010] Wenn die Ausnehmung eine in Richtung Schaufelplattform abnehmende maximale Tiefe aufweist, ist die Ausnehmung im scheibenseitigen Endbereich an der Stirnseite am weichsten und wird von dort in Richtung Schaufelfußmitte mit abnehmender Breite zunehmend härter. Die maximale Einkerbungstiefe kann darüberhinaus auf diese Weise leicht an einen eventuellen Schrägungswinkel des Schaufelfußes angepaßt werden, indem die Tiefe mit wachsendem Schrägungswinkel vergrößert wird.

[0011] Wenn die Ausnehmung eine abgerundete Kontur aufweist, ist gewährleistet, daß die Anpreßkräfte weicher abgeleitet werden können. Es ist hierdurch verhindert, daß sich an der Ausnehmung beispielsweise bei Kraftwechseln und Kraftrichtungsänderungen Rißspitzen bilden, die zu Schädigungen des Materials führen.

[0012] Wenn jede der beiden Stirnseiten des Schaufelfußes je eine lokale Materialschwächung aufweist, sind an beiden Stirnseiten, die ähnliche und bei symmetrischer Ausführung des Schaufelfußes dieselben Spannungsüberhöhungen aufweisen würden, ähnliche bzw. dieselben vorteilhaften Auswirkungen zu erhalten.

[0013] Durch den Schaufelfuß kann Kühlmittel durchgeleitet werden und zugleich eine Wirkungsgradverbesserung aufgrund einer Schrägstellung stattfinden, wenn der Schaufelfuß einen Hohlraum aufweist, der am scheibenachsenseitigen Ende des Schaufelfußes einen Zugang hat und die lokale Materialschwächung einen derartigen Abstand zu dem Zugang besitzt, daß unter der Betriebslast der Turbinenlaufschaufel die erforderliche Stabilität gewährleistet ist. Durch den Zugang kann Kühlmittel durch den Schaufelfuß und durch ihn hindurch in das Schaufelprofil geleitet werden. Zugleich wird durch die lokale Materialschwächung die angreifende Fliehkraft in Richtung Schaufelfußmitte verteilt. Darüberhinaus ist die Festigkeit des Schaufelfußes auch im Stirnbereich dadurch gegeben, daß eine ausreichende Wanddicke an der Stirnseite des Schaufelfußes trotz der lokalen Materialschwächung gewährleistet ist. Es können somit alle Vorteile der Erfindung genutzt werden und zugleich eine Innenkühlung des Schaufelprofiles beziehungsweise eine Gewichtsreduzierung aufgrund der Aushöhlung des Schaufelfußes vorgenommen werden.

[0014] Wenn der Hohlraum am scheibenachsenseitigen Ende mehrere versetzt auf einer Fußlängsachse angeordnete Zugänge aufweist und die lokale Materialschwächung an der Stirnseite ebenfalls zumindest teilweise auf der Fußlängsachse liegt, wird eine Spannungsverteilung mittig entlang der Fußlängsachse erreicht. Die Spannungseinleitung erfolgt also symmetrisch zu den beiden Flanken der Nut. Die Kräfte werden gleichmäßig auf beide Nutseiten verteilt, wodurch auch im Mittenbereich eine eventuelle Spannungsüberhöhung vermieden wird. Mehrere Zugänge gewährleisten eine Stabilisierung in den Wänden zwischen den Zugängen, wodurch die Kraftverteilung vergleichmäßigt wird. Insbesondere ist auf einen ausreichenden stabilitätswahrenden Abstand der lokale Materialschwächung zum Zugang, der der Ausnehmung am nächsten liegt, zu achten.

[0015] Wenn der Schaufelfuß um sternfömig von der. Scheibenachse ausgehende, durch die Schaufelfüße verlaufende Radialachsen um einen Winkel gedreht in die Turbinenscheibe eingesetzt ist, ist eine stark asymmetrische Krafteinleitung und eine damit verbundene Spannungsüberhöhung im Bereich der Enden der untersten Nutlängszähne zu beobachten. Insbesondere die Nutenden, die die Stirnbereiche der Füße umfassen, werden durch die auf sie übertragenen Kräfte stark asymmetrisch belastet. Diese asymmetrische Belastung im Endbereich stellt aufgrund der dabei entstehenden Biegespannungen und hiermit verbundenen Rißkeimbildung eine Grenze für die Verbesserung des Wirkungsquerschnitts durch die Schrägstellung der Laufschaufelfüße dar. Hiergegen wirkt die erfindungsgemäße lokale Materialschwächung insbesondere die Ausnehmung, indem sich in diesem geschwächten Stirnbereich das Material des Fußes weicher verhält. Auf diese Weise findet die Hauptlastaufnahme der in Umfangsrichtung der Turbinenscheibe liegenden Komponente der unter Fliehkraftbelastung entstehenden Anpreßkraft an den weiter innenliegenden Bereichen der Nut statt. Ein Aufbiegen der asymmetrisch belasteten Nut ist somit auch bei steilen Winkeln der Schaufelfüße verhindert. Auf diese Weise kann eine sehr große Wirkungsgradverbesserung durch Einsetzen von unter großen Abströmwinkeln schräggestellten Schaufeln stattfinden, ohne daß es zu Festigkeitsverlusten beispielsweise durch Rißkeimbildung aufgrund von Biegespannungen in den Endbereichen der Nuten kommt.

[0016] Eine individuelle Anpassung der Weichheit der Stirnseite des Fußes auf die Bedürfnisse, die durch die Schrägstellung der Schaufelfüße entstehen, ist gegeben, wenn die Breite, die Tiefe und die Form der Ausnehmung auf den Winkel und die Abstände der Turbinenschaufelfüße abgestimmt sind.

[0017] Eine Erweichung der gesamten Stirnseite des Schaufelfußes ist dadurch gegeben, daß die Ausnehmung vom scheibenseitigen Ende des Schaufelfußes bis zwischen die zwei plattformnächsten, sich gegenüberliegenden Fußlängszähne verläuft. Auf diese Weise lassen sich auch Kraftverteilungen mit großen Maxima ausgleichen.

[0018] In den Figuren ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung gegeben. Es zeigen:
Fig.1
eine perspektivische Ansicht einer Turbinenlaufschaufel mit Ausnehmung,
Fig.2
einen Längsschnitt durch die Ausnehmung,
Fig.3a, b, c
Querschnitte parallel zu einem Plattformbereich durch den Fußbereich mit Ausnehmung,
Fig.4
eine schematische Ansicht auf den Turbinenschaufelfuß in der Ansicht II-II,
Fig.5
eine schematische Aufsicht auf einen Umfangsbereich einer Turbinenscheibe mit schräg eingesetzten Turbinenschaufeln und
Fig.6
eine Seitenansicht des Fußes mit Ausnehmung.


[0019] Fig.1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Turbinenlaufschaufel 2. Die Turbinenlaufschaufel 2 besteht aus einem Schaufelprofil 10, das an eine parallelogrammförmig geschrägte Schaufelplattform 11 grenzt, die den Abschluß des darunterliegenden Schaufelfußes 3 bildet. Der Schaufelfuß 3 besitzt ebenfalls einen parallelogrammförmigen Querschnitt parallel zur Schaufelplattform 11. Die Plattform 11 weist relativ zur Senkrechten 14 auf eine Stirnseite 8 des Schaufelfußes 3 einen Schrägungswinkel 24 auf. Der Schaufelfuß 3 besitzt parallel zu seinen Stirnseite 8 einen tannenbaumförmigen Querschnitt, der vorspringende, an den beiden parallelen Längsseiten 4 des Schaufelfußes 3 längs untereinander parallel verlaufende Fußlängszähne 5 aufweist und zu einem scheibenachsenseitigen Ende 17 des Fußes 3 hin schmaler zuläuft. Die Fußlängszähne 5 sind bezogen auf eine Schaufellängsachse 23 Hinterschneidungen bildend radial angeschrägt. Der Schaufelfuß 3 wird in einer entsprechend negativ dazu geformten Turbinenscheibennut 6 mit Fußlängszähne 5 aufnehmenden, längs verlaufenden Aussparungen 15 entlang seiner Längsseiten 4 eingeschoben und bezogen auf die Achse der Turbinenscheibe 1 radial auszugssicher durch korrespondierend zu den Fußlängszähnen 5 angeschrägte Nutlängszähne 7 gehalten. Der zwischen zwei Schaufeln 2 liegende, im Querschnitt parallel zur Oberfläche ebenfalls parallelogrammförmige Bereich 26 der Turbinenscheibe 1 wird somit von den beiden benachbarten Turbinenschaufeln 2 in entgegengesetzter Richtung beansprucht. Die Kräfte, dargestellt durch Kraftvektorpfeile 30, in Umfangsrichtung der Turbinenscheibe 1 heben sich im Mittenbereich 28 gegenseitig annähernd auf, wie in Fig.5 angedeutet. Dies ist jedoch anders in den Endbereichen 29 der Nuten 6. Hier ergeben sich aufgrund der Parallelogrammform des Bereichs 26 im Endbereich 29 fehlenden Gegenkräfte und somit asymmetrischer Kräfteverteilung und somit eine Biegebeanspruchung. Die Biegebeanspruchung ist umso stärker, je größer der Schrägungswinkel 24 ist.

[0020] Dem wird erfindungsgemäß dadurch begegnet, daß der Schaufelfuß 3 an der Stirnseite 8 eine lokale Materialschwächung in Form einer Ausnehmung 9 aufweist. In einem Bereich 13 am scheibenachsenseitigen Ende 17 des Fußes 3, an dem der Fuß 3 schmal zuläuft, befindet sich zwischen den scheibenachsennächsten Fußlängszähnen 5 annähernd mittig die Ausnehmung 9. Die Ausnehmung 9 hat eine keilartige Form, die in Richtung Plattform 11 und zur anderen Stirnseite 8 hin verjüngt zuläuft, abgerundet zulaufenden Flanken 12. Die Ausnehmung 9 ist zum scheibenachsenseitigen Ende 17 des Fußes 3 hin offen. Bei einer Belastung des Schaufelfußes 3 mit in Richtung der Schaufellängsachse 23 gerichteten Fliehkräften werden die Fußlängszähne 5 gegen untere Zahnflanken der Nutlängszähne 7 gepreßt. Somit werden die Kräfte in diesem Stirnseitenbereich nicht so stark in die umgebenden Nutbereiche eingeleitet, sondern die Kraftübertragung weiter in den Mittenbereich 28 des Bereichs 26 verlegt.

[0021] Fig.2 zeigt einen Längsschnitt durch den Schaufelfußbereich mit Ausnehmung 9. Die Ausnehmung 9 besitzt ihre größte Höhe 27 direkt an der Stirnseite 8 und fällt zur Mitte des Schaufelfußes 3 abgerundet ab.

[0022] Fig.3a, b, c zeigen zu der Schaufelplattform 11 parallele Querschnitte durch den Fußbereich mit der Ausnehmung 9 entlang der Schnittlinien III a, b, c aus Fig.2. Die Querschnitte weisen eine mit Abstand zum scheibenachsenseitigen Ende 17 und mit Annäherung an die Schaufelplattform 11 abnehmende maximale Tiefe 18 auf. Ebenso nimmt mit Abstand zum scheibenachsenseitigen Ende 17 die maximale Breite 16 der Ausnehmung 9 zu. Die Steigung der Flanken 12 der Ausnehmungen 9 ist an diese Abnahme angepaßt, jedoch im wesentlichen konstant.

[0023] Fig.4 zeigt eine Aufsicht II-II auf des scheibenachsenseitige Ende 17 des Fußes 3 aus Fig.1. Der Fuß 3 weist neben den an beiden Stirnseiten 8 angeordneten Ausnehmungen 9 vier annähernd gleichartig im Querschnitt elliptisch geformte Zugänge 19 zu einem innenliegenden Hohlraum auf, der nicht gezeigt ist. Die Zugänge 19 sind durch Mittelwände 22 voneinander getrennt. Sowohl die Zugänge 19 wie auch die Ausnehmungen 9 liegen mit ihren Längsausdehnungen entlang einer Fußlängsachse 21, die parallel zu den Längsseiten 4 des Fußes 3 mittig zwischen diesen verläuft. Die Ausnehmungen 9 weisen einen Abstand 20 zu den benachbarten Zugängen 19 auf. Zwischen der Ausnehmung 9 und dem benachbarten Zugang 19 befindet sich somit eine Wand 31, durch die die von der Stirnseite 8 abgelenkte Krafteinleitung in den umgebenden Nutbereich erfolgt. Durch die Ausnehmungen 9 sind die Stirnseiten 8 in dem scheibenachsenseitigen Endbereich 17 weicher.

[0024] Durch die Zugänge 19 kann das Schaufelprofil 10 der Turbinenlaufschaufel 2 mit Kühlmittel versorgt werden. Die Mittelwände 22 verstärken den scheibenachsenseitigen Fußbereich und gewährleisten einen ausreichenden Widerstand gegen die Belastung durch die angreifenden Fliehkräfte.

[0025] Fig.5 zeigt eine Aufsicht auf einen Umfang einer Turbinenscheibe 1 mit in Nuten 6 eingesetzten Turbinenlaufschaufeln 2, die zueinander einen Abstand 25 zwischen entsprechenden Längsseiten 4 aufweisen. Die Plattformen 11 und mit ihnen die Füße weisen einen Winkel 24 zu einer Senkrechten 14 auf Turbinenscheibenstirnseite auf. Beim Rotieren der Turbinenscheibe 1 belastend die Turbinenschaufeln 2 die zwischen den Nuten 6 liegenden Bereiche 26 der Turbinenscheibe. Insbesondere an den Endbereichen der Nuten 6 stehen sich nicht mehr ausreichend ausgleichende Kräfte von zwei benachbarten Schaufeln gegenüber, so daß es in diesen Endbereichen, die in der Fig.5 gestrichelt sind, zu einer asymmetrischen Beanspruchung kommt. Dem wird durch die Ausnehmung 9 im Stirnbereich 8 des Schaufelfußes 3 abgeholfen. Die Ausnehmung 9 macht den Stirnbereich 8 weicher, d.h. es können nicht mehr so starke Kräfte in diesem Bereich auf die umgebenden Nutbereiche abgegeben werden. Hierdurch werden die Maxima der Kraftverteilungen verstärkt in Richtung des Mittenbereichs 28 des Bereichs 26 verschoben, wo auch große Kräfte ohne Schaden auch bei großen Winkeln 24 von über 15° aufgenommen werden können.

[0026] Fig.6 zeigt eine Ansicht des Stirnbereichs 8 des Fußes 3. Der Stirnbereich 8 weist eine längliche Ausnehmung 9 auf. Die Ausnehmung 9 ist am scheibenseitigen Endbereich 17 des Fußes 3 offen und reicht vom scheibenseitigen Endbereich 17 bis zwischen die obersten Fußlängszähne 5. Hierdurch sind auch die Bereiche zwischen den mittleren und den oberen, sich gegenüberliegenden Fußlängszähnen 5 elastisch belastbar. Spannungsspitzen im Stirnbereich 8 können noch effektiver ausgeglichen werden.


Ansprüche

1. Turbinenlaufschaufelanordnung mit mehreren in Umfangsrichtung einer Turbinenscheibe (1) versetzt angeordneten Turbinenlaufschaufeln (2) mit jeweils einem Schaufelfuß (3), der jeweils zwei Längsseiten (4) und Stirnseiten (8) aufweist, an seinen Längsseiten (4) Fußlängszähne (5) hat und der in eine Turbinenscheibennut (6) längs einschiebbar und dort durch Nutlängszähne (7), die seine Fußlängszähne (5) formschlüssig hintergreifen, radial auszugsfest gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaufelfuß (3) an seiner Stirnseite (8) eine lokale Materialschwächung aufweist.
 
2. Turbinenlaufschaufelanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaufelfuß (3) an seiner Stirnseite (8) eine Ausnehmung (9) hat.
 
3. Turbinenlaufschaufelanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (9) eine keilförmige Einkerbung an der Stirnseite (8) des Schaufelfußes (3) im Bereich (13) zwischen den der Achse der Turbinenscheibe nächsten, sich gegenüberliegenden Fußlängszähnen (5) ist, und die Ausnehmung (9) an einem scheibenachsenseitigen Ende (17) des Schaufelfußes (3) offen ist.
 
4. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Ausnehmung (9) in Richtung einer Schaufelplattform (11) querschnittsmäßig verjüngt.
 
5. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (9) eine in Richtung Schaufelplattform (11) abnehmende maximale Tiefe (18) aufweist.
 
6. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (9) eine abgerundete Kontur aufweist.
 
7. Turbinenschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß jede der beiden Stirnseiten (8) des Schaufelfußes (3) je eine lokale Materialschwächung aufweist.
 
8. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaufelfuß (3) einen Hohlraum aufweist, der am scheibenachsenseitigen Ende (17) des Schaufelfußes (3) einen Zugang (19) hat und die lokale Materialschwächung einen derartigen Abstand (20) zu dem Zugang (19) besitzt, daß unter der Betriebslast der Turbinenlaufschaufel (2) die erforderliche Stabilität gewährleistet ist.
 
9. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlraum am scheibenachsenseitigen Ende (17) mehrere versetzt auf einer Fußlängsachse (21) angeordnete Zugänge (19) aufweist und die lokale Materialschwächung an der Stirnseite (8) ebenfalls zumindest teilweise auf der Fußlängsachse (21) liegt.
 
10. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaufelfüße (3) um sternfömig von der Scheibenachse ausgehende, durch die Schaufelfüße (3) verlaufende Radialachsen um einen Winkel (24) gedreht in die Turbinenscheibe (1) eingesetzt ist.
 
11. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (24) größer als annähernd 15° ist.
 
12. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite (10), die Tiefe (11) und die Form der Ausnehmung (9) auf den Winkel (24) und die Abstände (25) der Turbinenschaufeln (2) abgestimmt sind.
 
13. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (9) vom scheibenseitigen Ende (17) des Schaufelfußes (3) bis zwischen die zwei plattformnächsten, sich gegenüberliegenden Fußlängszähne (5) verläuft.
 




Zeichnung













Recherchenbericht