[0001] Die Erfindung betrifft eine Turbinenlaufschaufelanordnung mit mehreren in Umfangsrichtung
einer Turbinenscheibe versetzt angeordneten Turbinenlaufschaufeln mit jeweils einem
Schaufelfuß, der jeweils zwei Längsseiten und Stirnseiten aufweist, an seinen Längsseiten
Fußlängszähne hat und der in eine Turbinenscheibennut längs einschiebbar und dort
durch Nutlängszähne, die seine Fußlängszähne formschlüssig hintergreifen, radial auszugsfest
gehalten ist.
[0002] Turbinenlaufschaufelanordnungen mit in Nuten einer Turbinenscheibe eingeschobenen
Füßen sind in ihren Nutbereichen durch die an der Turbinenschaufel bei Drehung der
Turbinenscheibe angreifenden Fliehkräfte stark belastet. Um eine große Auflagefläche
zu haben, sind die Haltevorrichtungen des Fußes in der Nut als angeschrägte Längszähne
ausgebildet. Die Fliehkräfte, die radial nach außen weisen, werden durch die Fußlängszähne
in Nutlängszähne der Nut eingeleitet. Da die Längszähne angeschrägt sind, erfolgt
durch diese Einleitung eine Kraftumlenkung eines Teils der Fliehkraft. Insbesondere
im Stirnseitenbereich des Fußes sind die eingeleiteten Kräfte sehr belastend für den
Nutbereich, da sie dort sprunghaft ansteigen. Hierdurch entsteht insbesondere in dem
unteren Nutbereich eine starke Belastung, die zu Rissen führen kann.
[0003] Zudem wird versucht, bei modernen Turbinenlaufschaufeln eine Effektivitätsverbesserung
dadurch zu erreichen, daß die Turbinenschaufeln in steilen Abströmungswinkeln relativ
zur Arbeitsfluidanströmung eingerichtet werden. Hierbei sind die Laufschaufelfüße
schräg zur Turbinenscheibenachse in die Turbinenscheiben eingesetzt, wodurch die Nuten
und die Schaufelfüße stark inhomogenen Spannungen unter Betriebslast ausgesetzt sind.
Dies bringt eine erhöhte Materialbeanspruchung mit sich, so daß die Schrägstellung
bisher auf Winkel bis ca. 15° beschränkt ist.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Turbinenlaufschaufelanordnung
anzugeben, die es erlaubt, Turbinenlaufschaufeln bei Schrägungswinkeln einzusetzen,
die größer als die bisher erreichten sind, ohne die Festigkeit der Nutbereiche zu
gefährden.
[0005] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Schaufelfuß an seiner Stirnseite eine lokale
Materialschwächung aufweist.
[0006] Die Erfindung hat den Vorteil, daß fliehkraftinduzierte Spannungsspitzen abgefangen
werden und somit nicht in dem stirnseitigen Endbereich in die umgebenden Nutlängszähne
eingeleitet werden, sondern weiter innen, in der Mitte des Schaufelfußes. Dieser Vorteil
wird dadurch erreicht, daß an der Stirnseite das Material lokal geschwächt ist. Eine
Materialschwächung liegt vor, wenn die umgebenden Bereiche eine größere Steifigkeit
aufweisen, beispielsweise dadurch, daß das Material an der Schwächung dünner ist.
Somit wird die gesamte, resultierende Steifigkeit dieses Bereichs reduziert. Denn
bei einer anliegenden Last wird zuerst der weiche, geschwächte Bereich verformt. Das
Material ist somit nicht mehr so starr. Auf diese Weise kann in diesem Bereich nur
eine verminderte Kraftübertragung auf die umgebende Nut stattfinden. Die normalerweise
sehr starren Stirnseiten des Schaufelfußes werden durch die vorgeschlagene Anordnung
gegenüber Spannungen nachgiebiger gemacht. Es findet somit eine Lastumverteilung in
Richtung Schaufelfußmitte statt, die lokale Spannungsüberhöhungen im Nutendbereich
vermindert. Die Materialschwächung ist lokal angebracht, weil der Fuß immer noch eine
ausreichende Festigkeit aufweisen soll und trotz der Schwächung immer noch ein gewisser,
die Schaufel tragender Fliehkraftanteil übertragen werden soll. Durch die vorgeschlagene
Anordnung wird verhindert, daß an den Stirnseiten der Nutlängszähne so hohe Spannungen
angreifen, daß Schädigungen entstehen. Hierdurch können beispielsweise Spannungsspitzen
aufgrund von Passungsfehlern, wie sie selbst bei sehr sorgfältiger Gußnachbearbeitung
der Turbinenschaufelfüße vorkommen, ausgeglichen werden. Durch die vorgeschlagene
Anordnung wird die Lebensdauer der Turbinenschaufelanordnung erhöht und es treten
während des Betriebs weniger Störungen auf.
[0007] Eine gut zu berechnende und reproduzierbar herzustellende Materialschwächung ist
gegeben, wenn der Schaufelfuß an seiner Stirnseite eine Ausnehmung hat. Die Ausnehmung
erweicht den Stirnbereich des Fußes gegenüber der angreifenden Fliehkraft dadurch,
daß sie sich unter dem Kraftangriff elastisch zusammendrücken läßt. Es wird ein geringerer
Anteil der Kraft in den Endbereich der Nut eingeleitet, und somit ein großer Anteil
in den Bereich der Fußmitte. Durch eine Änderung der Form oder der Abmessungen der
Ausnehmung können die elastischen Eigenschaften des Ausnehmungsbereichs wesentlich
beeinflußt werden. Die Ausnehmung an der Stirnseite des Schaufelfußes ist während
des Gießens durch Einsetzen eines Gießkerns von außen oder nachträglich durch mechanische
Bearbeitung einbringbar.
[0008] Wenn die Ausnehmung eine keilförmige Einkerbung an der Stirnseite des Schaufelfußes
im Bereich zwischen den der Achse der Turbinenscheibe nächsten, sich gegenüberliegenden
Fußlängszähnen ist, und die Ausnehmung an einem scheibenachsenseitigen Ende des Schaufelfußes
offen ist, können durch elastisches Zusammenbiegen der Seitenflanken der keilförmigen
Einkerbung Kräfte weich in diesem Bereich abgefangen werden. Es wird ein geringerer
Anteil der Kraft in den umgebenden Nutbereich übertragen. Die Tragkraft wird somit
in einen Bereich in Richtung Schaufelfußmitte umgeleitet. Dieses federartige Zusammenfalten
der keilförmigen Einkerbung ist dadurch beschränkt, daß keine bleibenden plastischen
Verformungen entstehen dürfen. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, daß
Maße und Formen der Ausnehmung, insbesondere eine gewisse Breite und Tiefe eingehalten
werden, die beispielsweise von dem Schaufelgewicht, aber auch der Auflagefläche in
der Nut und den eingehaltenen Fertigungstoleranzen abhängen.
[0009] Eine sehr gute Ableitung der Verspannungen in die Schaufelfußmittenbereiche ist gegeben,
wenn sich die Ausnehmung in Richtung einer Schaufelplattform querschnittsmäßig verjüngt.
Je größer der Querschnitt und insbesondere die Breite und damit je größer der Abstand
der Flanken der Ausnehmung desto weicher ist die Ausnehmung und desto weniger Widerstand
setzt sie einer elastischen Verformung entgegen. Somit werden in den untersten Bereich
der Enden der Nuten, die am stärksten rißgefährdet sind, die geringsten Spannungen
eingeleitet, wohingegen in Nutbereichen, die in einem Abstand zur Scheibenachse in
Richtung Schaufelplattform liegen, höhere Spannungen eingebracht werden. Diese Nutbereiche
sind stabiler ausgebildet und können Biegebeanspruchungen einen größeren Widerstand
entgegensetzen.
[0010] Wenn die Ausnehmung eine in Richtung Schaufelplattform abnehmende maximale Tiefe
aufweist, ist die Ausnehmung im scheibenseitigen Endbereich an der Stirnseite am weichsten
und wird von dort in Richtung Schaufelfußmitte mit abnehmender Breite zunehmend härter.
Die maximale Einkerbungstiefe kann darüberhinaus auf diese Weise leicht an einen eventuellen
Schrägungswinkel des Schaufelfußes angepaßt werden, indem die Tiefe mit wachsendem
Schrägungswinkel vergrößert wird.
[0011] Wenn die Ausnehmung eine abgerundete Kontur aufweist, ist gewährleistet, daß die
Anpreßkräfte weicher abgeleitet werden können. Es ist hierdurch verhindert, daß sich
an der Ausnehmung beispielsweise bei Kraftwechseln und Kraftrichtungsänderungen Rißspitzen
bilden, die zu Schädigungen des Materials führen.
[0012] Wenn jede der beiden Stirnseiten des Schaufelfußes je eine lokale Materialschwächung
aufweist, sind an beiden Stirnseiten, die ähnliche und bei symmetrischer Ausführung
des Schaufelfußes dieselben Spannungsüberhöhungen aufweisen würden, ähnliche bzw.
dieselben vorteilhaften Auswirkungen zu erhalten.
[0013] Durch den Schaufelfuß kann Kühlmittel durchgeleitet werden und zugleich eine Wirkungsgradverbesserung
aufgrund einer Schrägstellung stattfinden, wenn der Schaufelfuß einen Hohlraum aufweist,
der am scheibenachsenseitigen Ende des Schaufelfußes einen Zugang hat und die lokale
Materialschwächung einen derartigen Abstand zu dem Zugang besitzt, daß unter der Betriebslast
der Turbinenlaufschaufel die erforderliche Stabilität gewährleistet ist. Durch den
Zugang kann Kühlmittel durch den Schaufelfuß und durch ihn hindurch in das Schaufelprofil
geleitet werden. Zugleich wird durch die lokale Materialschwächung die angreifende
Fliehkraft in Richtung Schaufelfußmitte verteilt. Darüberhinaus ist die Festigkeit
des Schaufelfußes auch im Stirnbereich dadurch gegeben, daß eine ausreichende Wanddicke
an der Stirnseite des Schaufelfußes trotz der lokalen Materialschwächung gewährleistet
ist. Es können somit alle Vorteile der Erfindung genutzt werden und zugleich eine
Innenkühlung des Schaufelprofiles beziehungsweise eine Gewichtsreduzierung aufgrund
der Aushöhlung des Schaufelfußes vorgenommen werden.
[0014] Wenn der Hohlraum am scheibenachsenseitigen Ende mehrere versetzt auf einer Fußlängsachse
angeordnete Zugänge aufweist und die lokale Materialschwächung an der Stirnseite ebenfalls
zumindest teilweise auf der Fußlängsachse liegt, wird eine Spannungsverteilung mittig
entlang der Fußlängsachse erreicht. Die Spannungseinleitung erfolgt also symmetrisch
zu den beiden Flanken der Nut. Die Kräfte werden gleichmäßig auf beide Nutseiten verteilt,
wodurch auch im Mittenbereich eine eventuelle Spannungsüberhöhung vermieden wird.
Mehrere Zugänge gewährleisten eine Stabilisierung in den Wänden zwischen den Zugängen,
wodurch die Kraftverteilung vergleichmäßigt wird. Insbesondere ist auf einen ausreichenden
stabilitätswahrenden Abstand der lokale Materialschwächung zum Zugang, der der Ausnehmung
am nächsten liegt, zu achten.
[0015] Wenn der Schaufelfuß um sternfömig von der. Scheibenachse ausgehende, durch die Schaufelfüße
verlaufende Radialachsen um einen Winkel gedreht in die Turbinenscheibe eingesetzt
ist, ist eine stark asymmetrische Krafteinleitung und eine damit verbundene Spannungsüberhöhung
im Bereich der Enden der untersten Nutlängszähne zu beobachten. Insbesondere die Nutenden,
die die Stirnbereiche der Füße umfassen, werden durch die auf sie übertragenen Kräfte
stark asymmetrisch belastet. Diese asymmetrische Belastung im Endbereich stellt aufgrund
der dabei entstehenden Biegespannungen und hiermit verbundenen Rißkeimbildung eine
Grenze für die Verbesserung des Wirkungsquerschnitts durch die Schrägstellung der
Laufschaufelfüße dar. Hiergegen wirkt die erfindungsgemäße lokale Materialschwächung
insbesondere die Ausnehmung, indem sich in diesem geschwächten Stirnbereich das Material
des Fußes weicher verhält. Auf diese Weise findet die Hauptlastaufnahme der in Umfangsrichtung
der Turbinenscheibe liegenden Komponente der unter Fliehkraftbelastung entstehenden
Anpreßkraft an den weiter innenliegenden Bereichen der Nut statt. Ein Aufbiegen der
asymmetrisch belasteten Nut ist somit auch bei steilen Winkeln der Schaufelfüße verhindert.
Auf diese Weise kann eine sehr große Wirkungsgradverbesserung durch Einsetzen von
unter großen Abströmwinkeln schräggestellten Schaufeln stattfinden, ohne daß es zu
Festigkeitsverlusten beispielsweise durch Rißkeimbildung aufgrund von Biegespannungen
in den Endbereichen der Nuten kommt.
[0016] Eine individuelle Anpassung der Weichheit der Stirnseite des Fußes auf die Bedürfnisse,
die durch die Schrägstellung der Schaufelfüße entstehen, ist gegeben, wenn die Breite,
die Tiefe und die Form der Ausnehmung auf den Winkel und die Abstände der Turbinenschaufelfüße
abgestimmt sind.
[0017] Eine Erweichung der gesamten Stirnseite des Schaufelfußes ist dadurch gegeben, daß
die Ausnehmung vom scheibenseitigen Ende des Schaufelfußes bis zwischen die zwei plattformnächsten,
sich gegenüberliegenden Fußlängszähne verläuft. Auf diese Weise lassen sich auch Kraftverteilungen
mit großen Maxima ausgleichen.
[0018] In den Figuren ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung gegeben. Es zeigen:
- Fig.1
- eine perspektivische Ansicht einer Turbinenlaufschaufel mit Ausnehmung,
- Fig.2
- einen Längsschnitt durch die Ausnehmung,
- Fig.3a, b, c
- Querschnitte parallel zu einem Plattformbereich durch den Fußbereich mit Ausnehmung,
- Fig.4
- eine schematische Ansicht auf den Turbinenschaufelfuß in der Ansicht II-II,
- Fig.5
- eine schematische Aufsicht auf einen Umfangsbereich einer Turbinenscheibe mit schräg
eingesetzten Turbinenschaufeln und
- Fig.6
- eine Seitenansicht des Fußes mit Ausnehmung.
[0019] Fig.1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Turbinenlaufschaufel 2. Die Turbinenlaufschaufel
2 besteht aus einem Schaufelprofil 10, das an eine parallelogrammförmig geschrägte
Schaufelplattform 11 grenzt, die den Abschluß des darunterliegenden Schaufelfußes
3 bildet. Der Schaufelfuß 3 besitzt ebenfalls einen parallelogrammförmigen Querschnitt
parallel zur Schaufelplattform 11. Die Plattform 11 weist relativ zur Senkrechten
14 auf eine Stirnseite 8 des Schaufelfußes 3 einen Schrägungswinkel 24 auf. Der Schaufelfuß
3 besitzt parallel zu seinen Stirnseite 8 einen tannenbaumförmigen Querschnitt, der
vorspringende, an den beiden parallelen Längsseiten 4 des Schaufelfußes 3 längs untereinander
parallel verlaufende Fußlängszähne 5 aufweist und zu einem scheibenachsenseitigen
Ende 17 des Fußes 3 hin schmaler zuläuft. Die Fußlängszähne 5 sind bezogen auf eine
Schaufellängsachse 23 Hinterschneidungen bildend radial angeschrägt. Der Schaufelfuß
3 wird in einer entsprechend negativ dazu geformten Turbinenscheibennut 6 mit Fußlängszähne
5 aufnehmenden, längs verlaufenden Aussparungen 15 entlang seiner Längsseiten 4 eingeschoben
und bezogen auf die Achse der Turbinenscheibe 1 radial auszugssicher durch korrespondierend
zu den Fußlängszähnen 5 angeschrägte Nutlängszähne 7 gehalten. Der zwischen zwei Schaufeln
2 liegende, im Querschnitt parallel zur Oberfläche ebenfalls parallelogrammförmige
Bereich 26 der Turbinenscheibe 1 wird somit von den beiden benachbarten Turbinenschaufeln
2 in entgegengesetzter Richtung beansprucht. Die Kräfte, dargestellt durch Kraftvektorpfeile
30, in Umfangsrichtung der Turbinenscheibe 1 heben sich im Mittenbereich 28 gegenseitig
annähernd auf, wie in Fig.5 angedeutet. Dies ist jedoch anders in den Endbereichen
29 der Nuten 6. Hier ergeben sich aufgrund der Parallelogrammform des Bereichs 26
im Endbereich 29 fehlenden Gegenkräfte und somit asymmetrischer Kräfteverteilung und
somit eine Biegebeanspruchung. Die Biegebeanspruchung ist umso stärker, je größer
der Schrägungswinkel 24 ist.
[0020] Dem wird erfindungsgemäß dadurch begegnet, daß der Schaufelfuß 3 an der Stirnseite
8 eine lokale Materialschwächung in Form einer Ausnehmung 9 aufweist. In einem Bereich
13 am scheibenachsenseitigen Ende 17 des Fußes 3, an dem der Fuß 3 schmal zuläuft,
befindet sich zwischen den scheibenachsennächsten Fußlängszähnen 5 annähernd mittig
die Ausnehmung 9. Die Ausnehmung 9 hat eine keilartige Form, die in Richtung Plattform
11 und zur anderen Stirnseite 8 hin verjüngt zuläuft, abgerundet zulaufenden Flanken
12. Die Ausnehmung 9 ist zum scheibenachsenseitigen Ende 17 des Fußes 3 hin offen.
Bei einer Belastung des Schaufelfußes 3 mit in Richtung der Schaufellängsachse 23
gerichteten Fliehkräften werden die Fußlängszähne 5 gegen untere Zahnflanken der Nutlängszähne
7 gepreßt. Somit werden die Kräfte in diesem Stirnseitenbereich nicht so stark in
die umgebenden Nutbereiche eingeleitet, sondern die Kraftübertragung weiter in den
Mittenbereich 28 des Bereichs 26 verlegt.
[0021] Fig.2 zeigt einen Längsschnitt durch den Schaufelfußbereich mit Ausnehmung 9. Die
Ausnehmung 9 besitzt ihre größte Höhe 27 direkt an der Stirnseite 8 und fällt zur
Mitte des Schaufelfußes 3 abgerundet ab.
[0022] Fig.3a, b, c zeigen zu der Schaufelplattform 11 parallele Querschnitte durch den
Fußbereich mit der Ausnehmung 9 entlang der Schnittlinien III a, b, c aus Fig.2. Die
Querschnitte weisen eine mit Abstand zum scheibenachsenseitigen Ende 17 und mit Annäherung
an die Schaufelplattform 11 abnehmende maximale Tiefe 18 auf. Ebenso nimmt mit Abstand
zum scheibenachsenseitigen Ende 17 die maximale Breite 16 der Ausnehmung 9 zu. Die
Steigung der Flanken 12 der Ausnehmungen 9 ist an diese Abnahme angepaßt, jedoch im
wesentlichen konstant.
[0023] Fig.4 zeigt eine Aufsicht II-II auf des scheibenachsenseitige Ende 17 des Fußes 3
aus Fig.1. Der Fuß 3 weist neben den an beiden Stirnseiten 8 angeordneten Ausnehmungen
9 vier annähernd gleichartig im Querschnitt elliptisch geformte Zugänge 19 zu einem
innenliegenden Hohlraum auf, der nicht gezeigt ist. Die Zugänge 19 sind durch Mittelwände
22 voneinander getrennt. Sowohl die Zugänge 19 wie auch die Ausnehmungen 9 liegen
mit ihren Längsausdehnungen entlang einer Fußlängsachse 21, die parallel zu den Längsseiten
4 des Fußes 3 mittig zwischen diesen verläuft. Die Ausnehmungen 9 weisen einen Abstand
20 zu den benachbarten Zugängen 19 auf. Zwischen der Ausnehmung 9 und dem benachbarten
Zugang 19 befindet sich somit eine Wand 31, durch die die von der Stirnseite 8 abgelenkte
Krafteinleitung in den umgebenden Nutbereich erfolgt. Durch die Ausnehmungen 9 sind
die Stirnseiten 8 in dem scheibenachsenseitigen Endbereich 17 weicher.
[0024] Durch die Zugänge 19 kann das Schaufelprofil 10 der Turbinenlaufschaufel 2 mit Kühlmittel
versorgt werden. Die Mittelwände 22 verstärken den scheibenachsenseitigen Fußbereich
und gewährleisten einen ausreichenden Widerstand gegen die Belastung durch die angreifenden
Fliehkräfte.
[0025] Fig.5 zeigt eine Aufsicht auf einen Umfang einer Turbinenscheibe 1 mit in Nuten 6
eingesetzten Turbinenlaufschaufeln 2, die zueinander einen Abstand 25 zwischen entsprechenden
Längsseiten 4 aufweisen. Die Plattformen 11 und mit ihnen die Füße weisen einen Winkel
24 zu einer Senkrechten 14 auf Turbinenscheibenstirnseite auf. Beim Rotieren der Turbinenscheibe
1 belastend die Turbinenschaufeln 2 die zwischen den Nuten 6 liegenden Bereiche 26
der Turbinenscheibe. Insbesondere an den Endbereichen der Nuten 6 stehen sich nicht
mehr ausreichend ausgleichende Kräfte von zwei benachbarten Schaufeln gegenüber, so
daß es in diesen Endbereichen, die in der Fig.5 gestrichelt sind, zu einer asymmetrischen
Beanspruchung kommt. Dem wird durch die Ausnehmung 9 im Stirnbereich 8 des Schaufelfußes
3 abgeholfen. Die Ausnehmung 9 macht den Stirnbereich 8 weicher, d.h. es können nicht
mehr so starke Kräfte in diesem Bereich auf die umgebenden Nutbereiche abgegeben werden.
Hierdurch werden die Maxima der Kraftverteilungen verstärkt in Richtung des Mittenbereichs
28 des Bereichs 26 verschoben, wo auch große Kräfte ohne Schaden auch bei großen Winkeln
24 von über 15° aufgenommen werden können.
[0026] Fig.6 zeigt eine Ansicht des Stirnbereichs 8 des Fußes 3. Der Stirnbereich 8 weist
eine längliche Ausnehmung 9 auf. Die Ausnehmung 9 ist am scheibenseitigen Endbereich
17 des Fußes 3 offen und reicht vom scheibenseitigen Endbereich 17 bis zwischen die
obersten Fußlängszähne 5. Hierdurch sind auch die Bereiche zwischen den mittleren
und den oberen, sich gegenüberliegenden Fußlängszähnen 5 elastisch belastbar. Spannungsspitzen
im Stirnbereich 8 können noch effektiver ausgeglichen werden.
1. Turbinenlaufschaufelanordnung mit mehreren in Umfangsrichtung einer Turbinenscheibe
(1) versetzt angeordneten Turbinenlaufschaufeln (2) mit jeweils einem Schaufelfuß
(3), der jeweils zwei Längsseiten (4) und Stirnseiten (8) aufweist, an seinen Längsseiten
(4) Fußlängszähne (5) hat und der in eine Turbinenscheibennut (6) längs einschiebbar
und dort durch Nutlängszähne (7), die seine Fußlängszähne (5) formschlüssig hintergreifen,
radial auszugsfest gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaufelfuß (3) an seiner Stirnseite (8) eine lokale Materialschwächung aufweist.
2. Turbinenlaufschaufelanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaufelfuß (3) an seiner Stirnseite (8) eine Ausnehmung (9) hat.
3. Turbinenlaufschaufelanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (9) eine keilförmige Einkerbung an der Stirnseite (8) des Schaufelfußes
(3) im Bereich (13) zwischen den der Achse der Turbinenscheibe nächsten, sich gegenüberliegenden
Fußlängszähnen (5) ist, und die Ausnehmung (9) an einem scheibenachsenseitigen Ende
(17) des Schaufelfußes (3) offen ist.
4. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Ausnehmung (9) in Richtung einer Schaufelplattform (11) querschnittsmäßig
verjüngt.
5. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (9) eine in Richtung Schaufelplattform (11) abnehmende maximale Tiefe
(18) aufweist.
6. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (9) eine abgerundete Kontur aufweist.
7. Turbinenschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß jede der beiden Stirnseiten (8) des Schaufelfußes (3) je eine lokale Materialschwächung
aufweist.
8. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaufelfuß (3) einen Hohlraum aufweist, der am scheibenachsenseitigen Ende (17)
des Schaufelfußes (3) einen Zugang (19) hat und die lokale Materialschwächung einen
derartigen Abstand (20) zu dem Zugang (19) besitzt, daß unter der Betriebslast der
Turbinenlaufschaufel (2) die erforderliche Stabilität gewährleistet ist.
9. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlraum am scheibenachsenseitigen Ende (17) mehrere versetzt auf einer Fußlängsachse
(21) angeordnete Zugänge (19) aufweist und die lokale Materialschwächung an der Stirnseite
(8) ebenfalls zumindest teilweise auf der Fußlängsachse (21) liegt.
10. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaufelfüße (3) um sternfömig von der Scheibenachse ausgehende, durch die Schaufelfüße
(3) verlaufende Radialachsen um einen Winkel (24) gedreht in die Turbinenscheibe (1)
eingesetzt ist.
11. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (24) größer als annähernd 15° ist.
12. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite (10), die Tiefe (11) und die Form der Ausnehmung (9) auf den Winkel (24)
und die Abstände (25) der Turbinenschaufeln (2) abgestimmt sind.
13. Turbinenlaufschaufelanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (9) vom scheibenseitigen Ende (17) des Schaufelfußes (3) bis zwischen
die zwei plattformnächsten, sich gegenüberliegenden Fußlängszähne (5) verläuft.