[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Schneid-Klemmkontakt für einen mehrere Drähte
aufweisenden Leiter mit einem Kontaktmesser zur Kontaktierung des Leiters mittels
der sogenannten Durchdringungstechnik.
[0002] Bei einer Leiterkontaktierung mittels Durchdringungstechnik erfolgt die Kontaktierung
eines oder mehrerer Leiter, beispielsweise der Leiter eines Flachbandkabels, mit Hilfe
des sogenannten "Piercing". Bei diesem Kontaktierungsverfahren wird die Leiterisolierung
durch ein Kontaktmesser, beispielsweise ein Dorn, durchdrungen oder durchbohrt, und
das Kontaktmesser dringt in den Leiter ein. Der Leiter weist dabei ein Bündel einzelner
Drähte, insbesondere sogenannte Litzendrähte auf.
[0003] Bei einem solchen Schneid-Klemmkontakt wird der Kontaktdruck, also das Anpressen
des Kontaktmessers an die Litzendrähte, durch die Isolierung aufgebracht. Diese übt
nämlich aufgrund ihrer Verdrängung beim Durchstoßen mit dem Kontaktmesser einen Druck
auf das Kontaktmesser zu den Litzendrähten aus.
[0004] Diese Durchdringungskontaktierung wird im Allgemeinen lediglich für Ströme von einigen
100mA angewendet. Für höhere Ströme ist diese Kontaktierungstechnik nur bedingt geeignet.
Denn zum einen steigt bei höheren Strömen die thermische Belastung insbesondere der
Isolierung stark an. Bei höheren Temperaturen wird das Isoliermaterial, welches in
der Regel PVC ist, weich und "fließt" quasi vom Kontaktmesser weg. Dadurch wird der
von der Isolierung aufgebrachte Druck auf das Kontaktmesser und damit der Kontaktdruck
vermindert. Dies führt unter Umständen zu einer Erhöhung des Kontaktwiderstands zwischen
den Litzendrähten und dem Kontaktmesser, wodurch die Temperatur an der Kontaktstelle
weiter ansteigt. Der "Fließeffekt" der Isolierung wird dadurch weiter verstärkt. Da
die Isolierung auch bei Abkühlung nicht wieder reversibel in ihren Ursprungszustand
zurückkehrt, besteht dieses thermische Problem sowohl bei Wechselbelastung als auch
bei Dauerbelastung des Leiters.
[0005] Ein weiteres Problem ist das Auftreten eines Kurzschlussstroms, der im kA-Bereich
liegen kann und über die Kontaktstelle fließt. Ein solcher Kurzschlussstrom führt
zum einen zu einer Erwärmung der Kontaktstelle, mitunter treten sogar Lichtbögen auf.
Dies führt zu den beschriebenen Problemen im Hinblick auf die thermische Belastung.
Zum anderen erzeugt der Kurzschlussstrom aber auch hohe dynamische Kräfte, die zur
Veränderung der Kontaktstelle führen. Die Kontaktstelle ist nach Auftreten eines Kurzschlussstroms
in der Regel zerstört. Aufgrund der Veränderung der Kontaktstelle kann der Kontaktwiderstand
so hoch werden, dass trotz vorgesehener Leitungsschutzsicherung die Gefahr eines Kabelbrands
besteht.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen zuverlässigen Schneid-Klemmkontakt
anzugeben.
[0007] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass bei einem Schneid-Klemmkontakt
für einen mehrere Drähte aufweisenden Leiter eine Anzahl der Drähte zwischen zumindest
zwei Kontaktmessern einklemmbar sind.
[0008] Die wesentliche zugrundeliegende Idee ist darin zu sehen, dass der Kontaktdruck von
zwei Kontaktmessern aus Metall aufgebracht wird und damit unabhängig von der Leiterisolierung
ist. Die Bereitstellung eines ausreichenden Kontaktdrucks wird also von Kabeleigenschaften,
insbesondere von den Eigenschaften der Isolierung, auf die Kontaktmesser oder auf
eine Kontaktierungsvorrichtung übertragen, die die Kontaktmesser trägt. Durch das
Einklemmen der Drähte zwischen den Kontaktmessern ist ein gleichbleibender Kontaktdruck
gewährleistet, was eine sichere und langzeitstabile Kontaktierung sicherstellt. Dies
gilt auch bei einer thermischen Belastung oder bei Auftreten eines Kurzschlussstroms,
da die Kontaktmesser sich nicht von den zwischen Ihnen eingeklemmten Drähten abdrängen
lassen. Dies gilt insbesondere für den Fall, wenn die beiden Kontaktmesser mechanisch
fest miteinander verbunden sind, entweder unmittelbar über ein Verbindungselement
oder mittelbar über ein gemeinsames Kontaktierungsgehäuse.
[0009] In einer bevorzugten Ausführung erstrecken sich die Kontaktmesser im Kontaktierungszustand
von zwei Seiten in den Leiter. Die Kontaktmesser dringen also von gegenüberliegenden
Seiten radial in den Leiter ein. Eine solche beidseitige Kontaktierung verhindert
ein unerwünschtes Herausrutschen der Kontaktmesser aus dem Leiter, beispielsweise
aufgrund von außen auf den Leiter einwirkenden Kräften, da dieser zwischen den Kontaktmessern
eingeklemmt und fixiert ist.
[0010] In einer vorteilhaften Ausführungsform alternativ zu der beidseitigen Kontaktierung
wird der Leiter von den Kontaktmessern einseitig kontaktiert, d.h. bei dem Schneid-Klemmkontakt
weisen die Kontaktmesser in die gleiche Richtung. Dies erlaubt eine einfache und schnelle
Kontaktierung.
[0011] Um eine mechanisch feste Verbindung zwischen den beiden Kontaktmessern zu erhalten,
sind diese vorteilhafterweise endseitig über ein Querjoch miteinander verbunden. Die
Kontaktmesser erstrecken sich also von dem Querjoch, das eine gemeinsame Grundplatte
oder einen gemeinsamen Grundsteg bildet, zu ihren freiendseitigen Messerspitzen. Die
feste mechanische Verbindung gewährleistet die sichere und dauerhafte Ausübung eines
ausreichend hohen Kontaktdrucks.
[0012] In einer bevorzugten Ausführung ist am Querjoch ein Kontaktelement, insbesondere
eine sogenannte Krimphülse, angeordnet. Über die Krimphülse ist es in einfacher Weise
möglich, einen weiteren Leiter mit dem ersten Leiter mittels einer Krimpverbindung
leitend zu verbinden. Bei der Krimpverbindung wird der weitere Leiter mit Hilfe eines
entsprechenden Werkzeugs in die Krimphülse eingequetscht.
[0013] Um eine Verletzung der Drähte oder Litzen des mehrdrahtigen Leiters möglichst zu
vermeiden, verlaufen die Kontaktmesser, insbesondere ihre Schneiden, parallel zu den
Drähten.
[0014] Vorteilhafterweise weist zumindest eines der Kontaktmesser einen drahtseitig abgeschrägten
Schneidbereich auf, so dass beim Einstoßen des Kontaktmessers in den Leiter die Drähte
vom Kontaktmesser mit dem abgeschrägten Schneidbereich in Richtung zu dem zweiten
Kontaktmesser verdrängt und somit komprimiert werden. Durch dieses Komprimierung oder
Verdichtung der Drähte wird eine besonders sichere Kontaktierung mit einem hohen Kontaktdruck
erzeugt. Bevorzugt ist dabei das Kontaktmesser in seinem Schneidbereich nur einseitig
abgeschrägt, um eine Verdrängung der Drähte um die gesamte Breite des Kontaktmessers
zu ermöglichen. Dieser Effekt wird natürlich vorteilhafterweise verstärkt, wenn die
beiden gegenüberliegenden Kontaktmesser, zwischen denen die Drähte eingeklemmt sind,
solche abgeschrägten Schneidbereiche aufweisen.
[0015] Dieser Effekt wird weiterhin in zweckdienlicher Weise verstärkt, wenn zumindest eines
der Kontaktmesser drahtseitig sich zu seinem Schneidbereich hin verjüngt. Auch dadurch
wird die zur Verfügung stehende Querschnittsfläche für die eingeklemmten Drähte im
Verlauf des Kontaktierens reduziert und damit der Kontaktdruck erhöht. Das Kontaktmesser
ist also vorzugsweise sowohl in seinem Schneidbereich als auch in seinem Schaftbereich
zu den eingeklemmten Drähten hin abgeschrägt. Vorzugsweise sind alle beteiligten Kontaktmesser
derart ausgebildet.
[0016] In einer zweckdienlichen Ausgestaltung sind die Kontaktmesser in Längsrichtung des
Leiters zueinander versetzt angeordnet. Dadurch wirkt der Kontaktdruck nicht mehr
senkrecht, sondern schräg zur Längsrichtung des Leiters. Aufgrund der versetzten Anordnung
vereinfacht sich insbesondere bei Leitern mit kleinem Leiterquerschnitt die Anordnung
der Kontaktmesser, beispielsweise an einem Kontaktierungsgehäuse.
[0017] In einer bevorzugten Ausführung überlappen sich die Kontaktmesser zumindest im Kontaktierungszustand
in Längsrichtung in einem Teilbereich, und zwar insbesondere in ihren den Schneidbereichen
abgewandten Schaftbereichen. Durch diesen Überlapp werden die eingeklemmten Drähte
beim Kontaktieren aus ihrer ursprünglichen Längsausrichtung in einen schlangenlinienförmigen
Verlauf gepresst. Die Drähte schmiegen sich also um die Kontaktmesser herum, wodurch
ein hoher Kontaktdruck für eine sichere Kontaktierung gewährleistet ist.
[0018] Vorzugsweise ist der Teilbereich dabei durch eine Abkröpfung gebildet, die im einfachsten
Fall ein Stanzgrat sein kann.
[0019] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist zumindest eines der Kontaktmesser derart
gewendelt, dass es beim Kontaktierungsvorgang auf die Drähte zu verdreht wird. Zu
Beginn des Kontaktierungsvorgangs wird hierbei das Kontaktmesser mit seinem Schneidbereich
zunächst parallel zu den Drähten angesetzt. Beim Einpressen des Kontaktmessers verdreht
sich dieses aufgrund der wendelförmigen Ausgestaltung automatisch nach Art eines Korkenziehers
und ist im Kontaktierungszustand schräg zu den Drähten ausgerichtet. Durch das Verdrehen
werden die Drähte wiederum verdichtet, so dass sich der Kontaktdruck erhöht.
[0020] Vorzugsweise sind beide Kontaktmesser gewendelt und über ein Querjoch miteinander
verbunden, und zwar derart, dass sich das komplette Gebilde aus den beiden Kontaktmessern
und dem Querjoch aufgrund der gewendelten Ausbildung beim Einführen in den Leiter
verdreht und dabei die eingeklemmten Drähte verdichtet. Sind die Kontaktmesser in
Längsrichtung versetzt zueinander angeordnet, werden mit dem Verdrehen der Kontaktmesser
die Drähte in die schlangenlinienförmige Ausrichtung gedrängt.
[0021] Um eine besonders sichere Kontaktierung zu gewährleisten, sind in einer vorteilhaften
Ausgestaltung mehr als zwei Kontaktmesser, und zwar insbesondere drei oder vier, vorgesehen.
[0022] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen jeweils in schematischen Darstellungen:
- Fig. 1
- eine Querschnittansicht eines Leiters, der einseitig von zwei Kontaktmessern kontaktiert
ist,
- Fig. 2
- eine Querschnittansicht eines Leiters, der beidseitig von zwei Kontaktmessern kontaktiert
ist,
- Fig. 3
- eine Aufsicht auf einen Längsschnitt durch einen Leiter, bei dem die Kontaktmesser
unversetzt zueinander angeordnet sind,
- Fig. 4
- eine Aufsicht auf einen Längsschnitt eines Leiters mit vier Kontaktmessern, die in
Längsrichtung des Leiters zueinander versetzt angeordnet sind,
- Fig. 5
- eine Aufsicht auf einen Längsschnitt durch einen Leiter mit zwei versetzt angeordneten
Kontaktmessern, die eine Abkröpfung aufweisen, wodurch die eingespannten Drähte schlangenlinienförmig
verlaufen,
- Fig. 6
- eine Aufsicht auf einen Längsschnitt durch den Leiter mit drei versetzt angeordneten
Kontaktmessern, die eine Abkröpfung aufweisen,
- Fig. 7
- eine Aufsicht auf einen Längsschnitt durch einen Leiter mit zwei zueinander versetzt
angeordneten Kontaktmessern mit wendelförmiger Ausgestaltung in ihrer Stellung vor
der Kontaktierung und im Kontaktierungsendzustand,
- Fig. 8
- eine Seitenansicht eines Längsschnitts durch den Leiter gemäß Fig. 6, und
- Fig. 9
- eine Seitenansicht eines Längsschnitts durch den Leiter gemäß den Figuren 5 oder 7
mit einem angekrimpten weiteren Leiter.
[0023] In den Figuren sind gleichwirkende Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0024] Gemäß Fig. 1 sind bei einem Leiter 2 Drähte 4, insbesondere Litzendrähte, von einer
Isolierung 6 ummantelt. Die Drähte 4 sind mit Hilfe eines Schneid-Klemmkontakts 8
kontaktiert. Dabei ist eine Anzahl der Drähte 4A zwischen zwei parallel zueinander
verlaufenden Kontaktmessern 10 des Schneid-Klemmkontakts 8 eingeklemmt. Die Kontaktmesser
10 sind stift- oder dornförmig ausgebildet und weisen im Bereich ihrer Messerspitzen
12 jeweils einen Schneidbereich 14 auf, der jeweils in einen Schaft 16 übergeht. Die
beiden Kontaktmesser 10 sind schaftendseitig über ein Querjoch 18 miteinander fest
verbunden. Auf dem Querjoch 18 ist eine Krimphülse 20 angeordnet.
[0025] Zur Kontaktierung des Leiters 2 werden die beiden Kontaktmesser 10 von einer Seite
zunächst durch die Isolierung 6 durchgestoßen und in die Drähte 4 eingesteckt, bis
die Kontaktmesser 10 mit ihren Messerspitzen 12 in die gegenüberliegende Isolierung
6 reichen. Dabei wird ein Teil der Drähte 4A zwischen den Kontaktmessern 10 eingeklemmt.
Dieser Kontaktierungsvorgang zählt zu der Durchdringungstechnik und wird auch als
"Piercen" bezeichnet. Die Schneidbereiche 14 sind kegelartig ausgebildet, so dass
die Drähte 4A beim Einfügen der Kontaktmesser 10 zusammengepresst werden. Dies führt
zu einem vergleichsweise hohen Kontaktdruck zwischen den Kontaktmessern 10 und den
Drähten 4A. Der Kontaktdruck wird aufgrund der Einklemmung zwischen den Kontaktmessem
10 sicher und langfristig aufrecht erhalten. Insbesondere wird die Aufrechterhaltung
des Kontaktdrucks durch die mechanische Verbindung über das Querjoch 18 unterstützt.
Ein hoher Kontaktdruck ist maßgebend für einen geringen Kontaktwiderstand und damit
eine gute Stromleitung. Der geringe Kontaktwiderstand ist unbeeinflusst von thermischen
Einflüssen sowie von einem eventuell auftretenden Kurzschlussstrom.
[0026] Beim herkömmlichen Kontaktierungsverfahren mittels Piercing ist nur ein Kontaktierungsmesser
vorgesehen. Dieses wird aufgrund der Elastizität der verdrängten Isolierung 6 von
dieser gegen die Drähte 4 gepresst. Der von der Isolierung 6 ausgeübte Druck ist jedoch
sehr empfindlich im Hinblick auf thermische Belastungen und insbesondere ist er deutlich
geringer als der von den beiden einander gegenüberliegenden Kontaktmessern 10.
[0027] Ein weiterer Vorteil ist in der Krimphülse 20 zu sehen, wodurch in einfacher Weise
ein weiterer Leiter 22 mit dem ersten Leiter 2 elektrisch leitend verbunden werden
kann. Hierzu wird der weitere Leiter 22 mit Hilfe eines Werkzeuges in der Krimphülse
20 eingequetscht.
[0028] Die einseitige Kontaktierung gemäß Fig. 1 erlaubt eine schnelle und einfache Handhabung.
[0029] Gemäß Fig. 2 umfasst der Schneid-Klemmkontakt 8 zwei zunächst voneinander getrennte
Kontaktmesser 10, die jeweils schaftendseitig einen Tragsteg oder eine Grundplatte
24 aufweisen. Der Schneidbereich 14 ist im Gegensatz zu dem in Fig. 1 dargestellten
nur einseitig abgeschrägt, und zwar zu den eingeklemmten Drähten 4A hin orientiert.
Dabei erstreckt sich die Schräge über die gesamte Breite B der Kontaktmesser 10 im
Schneidbereich 14. Der sich an den Schneidbereich 14 anschließende Schaft 16 verbreitet
sich stetig in Richtung zur Grundplatte 24. Anders ausgedrückt: Er verjüngt sich in
Richtung zum Schneidbereich 14. Durch diese Ausführung der Kontaktmesser 10 werden
die Drähte 4A von jedem einzelnen der Kontaktmesser 10 um die Breite B des Schafts
16 im Bereich der eingeklemmten Drähte 4A zusammengepresst. Dadurch wird ein hoher
Kontaktdruck erzeugt. Die beiden Kontaktmesser 10 sind vorzugsweise in einem nicht
dargestellten Kontaktierungsgehäuse mechanisch gehalten, so dass ihre Relativposition
zueinander festgelegt und die Aufrechterhaltung des Kontaktdrucks gewährleistet ist.
[0030] Die beidseitige Kontaktierung gemäß Fig. 2 verhindert ein Abgleiten des Leiters 2
von den Kontaktmessern 10, beispielsweise aufgrund von außen einwirkenden Kräften
wie der Gewichtskraft. Der Leiter 2 ist fest zwischen den Grundplatten 24 gehalten.
[0031] Gemäß Fig. 3, einer Aufsicht auf einen Längsschnitt senkrecht zu den Kontaktmessern
10, sind eine Anzahl der Drähte 4A zwischen den beiden Kontaktmessern 10 zusammengepresst
und eingeklemmt. Die Kontaktmesser 10 sind einander unmittelbar gegenüberliegend angeordnet.
Der von Ihnen ausgeübte Kontaktdruck wirkt somit senkrecht auf die Drähte 4A. Durch
das Zusammenpressen der eingeklemmten Drähte 4A werden diese aus ihrer geradlinig
verlaufenden Ausrichtung in einen gebogenen Verlauf überführt.
[0032] Der Abstand D1 der beiden Kontaktmesser 10 voneinander ist aus Sicherheitsgründen
kleiner gewählt als der Innenabstand D2 der Isolierung 6. Damit ist gewährleistet,
dass beide Kontaktmesser 10 mit den Drähten 4 in Kontakt stehen. Zwar wird dadurch
die effektive Querschnittsfläche für die Stromleitung über den Klemmkontakt reduziert,
jedoch wird dies durch die sichere Kontaktierung aufgewogen.
[0033] Aus Fig. 4 ist zu entnehmen, dass gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel mehrere,
und zwar insgesamt vier, Kontaktmesser 10 vorgesehen sind, die in Längsrichtung 26
des Leiters 2 versetzt zueinander angeordnet sind. Im Unterschied zu der Fig. 3 liegen
die Kontaktmesser 10 also einander nicht gegenüber. Die von den Kontaktelementen 10
ausgeübten Kräfte wirken im Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 4 schräg oder diagonal
zu den einzelne Drähten 4A und komprimieren diese dadurch. Die Drähte 4A verlaufen
ebenfalls gebogen durch den durch die Kontaktmesser 10 definierten Kontaktbereich.
Die versetzte Anordnung der Kontaktmesser 10 ermöglicht deren einfache Anordnung beispielsweise
an einem Kontaktierungsgehäuse. Denn durch die versetzte Anordnung ist für ihre Befestigung
am Kontaktierungsgehäuse mehr Platz geschaffen. Die Erhöhung der Anzahl der Kontaktmesser
10 bewirkt eine Verbesserung der Kontaktsicherheit. Die Anzahl der Kontaktmesser 10
kann ohne weiteres weiter erhöht werden. Eine höhere Anzahl von Kontaktmessern 10
ist auch bei einer nicht versetzten Anordnung möglich.
[0034] In weiteren Ausführungsbeispielen gemäß den Fig. 5 bis 7 werden die eingeklemmten
oder eingespannten Drähte 4A durch die Kontaktmesser 10 in einen S-förmigen oder schlangenlinienförmigen
Verlauf gepresst. Die eingespannten Drähte 4A oder Einzelleiter sind in diesen Figuren
der Einfachheit halber als kompakter Strang dargestellt und einzeln nicht mehr unterscheidbar.
Allen drei Ausführungsbeispielen ist gemeinsam, dass die Kontaktmesser 10 im Kontaktierungszustand
sich in Längsrichtung 26 in einem Teilbereich überlappen. Dieser Teilbereich, im Folgenden
als Überlapp 27 bezeichnet, ist ursächlich für den schlangenlinienförmigen Verlauf
der eingespannten Drähte 4A.
[0035] Gemäß den Fig. 5 und 6 weisen hierzu die Kontaktmesser 10 an ihren aufeinander zugewandten
Stirnseiten eine Abwinklung oder eine Abkröpfung 30 auf. Diese dann im einfachsten
Fall von einem Stanzgrat gebildet werden.
[0036] Um die Drähte 4A beim Kontaktierungsvorgang in den schlangenlinienförmigen Verlauf
zu pressen, verjüngt sich die Abkröpfung 30 in Richtung zur Messerspitze 12, und zwar
derart, dass sich die beiden Kontaktmesser 10 im Bereich der Messerspitze 12 nicht
überlappen. Vielmehr definiert der Abstand zwischen den Messerspitzen 12 die Anzahl
der erfassten und eingeklemmten Drähte 4A.
[0037] Der Unterschied zwischen den Ausführungsbeispielen der Fig. 5 und der Fig. 6 liegt
darin, dass gemäß Fig. 5 zwei Kontaktmesser 10 und gemäß Fig. 6 drei Kontaktmesser
10 vorgesehen sind, und dass demnach nach Fig. 6 die Drähte 4 um insgesamt vier Umkehrpunkte
28 verlaufen.
[0038] Zur Ausbildung des Überlapps 27 sind im Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 7 vorzugsweise
beide Kontaktmesser 10 wendelförmig nach Art eines Korkenziehers ausgebildet, so dass
sie sich beim Einpressen in den Leiter 2 in Richtung zu den Drähten 4 verdrehen. Die
Kontaktmesser 10 sind einmal schraffiert und einmal als weiße Blöcke dargestellt.
Die schraffiert dargestellten Kontaktmesser 10 geben deren Ausgangsposition vor dem
eigentlichen Kontaktieren an, in der sie parallel zu den Drähten 4 ausgerichtet sind.
Erst während des Einstoßens oder Eindrehens werden die Kontaktmesser 10 in die durch
die weißen Blöcke dargestellte Endlage mittels einer Drehung automatisch überführt.
Dabei werden die eingeklemmten Drähte 4A in den schlangenlinienförmigen Verlauf gepresst.
Die beiden Kontaktmesser 10 sind vorzugsweise mechanisch unmittelbar miteinander verbunden,
beispielsweise über ein Querjoch 18, wie es in der Fig. 1 dargestellt ist. Die Kontaktmesser
10 bilden demnach mit einem solchen Querjoch 18 ein einheitliches Bauelement, das
sich in den Leiter 2 hineinwindet.
[0039] Die in den Fig. 3 bis 7 dargestellten Kontaktmesser 10 können sowohl zur einseitigen
Kontaktierung gemäß Fig. 1 oder auch zur beidseitigen Kontaktierung gemäß Fig. 2 ausgebildet
sein.
[0040] In Fig. 8 ist eine Seitenansicht eines Längsschnitts durch den Leiter gemäß Fig.
6 dargestellt, wobei der Längsschnitt parallel zu den Kontaktmessern 10 verläuft.
Der Fig. 8 ist zu entnehmen, dass die beiden äußeren Kontaktmesser 10 eine dreiecksförmige
Querschnittsfläche aufweisen. Das mittlere Kontaktmesser 10 hat eine im Wesentlichen
rechteckförmig ausgebildete Querschnittsfläche, die zur Messerspitze 12 hin spitz
zuläuft. Die drei Kontaktmesser 10 sind über ein Querjoch 18 miteinander verbunden.
Zur Illustration ist die Abkröpfung 30 gestrichelt dargestellt. Es ist zu erkennen,
dass die Abkröpfung 30 von der Messerspitze 12 beabstandet beginnt.
[0041] In Fig. 9 ist eine zur Fig. 8 ähnliche Schnittansicht durch den Leiter gemäß der
Fig. 5 oder der Fig. 7 dargestellt. Die beiden Kontaktelemente 10 weisen ebenfalls
wie gemäß Fig. 8 eine dreiecksförmige Querschnittsfläche auf. Sie sind über ein Querjoch
18 miteinander verbunden, an dem mehrere, und zwar insgesamt drei, Krimphülsen 20
angebracht sind, in denen der weitere Leiter 22 befestigt ist. Der weitere Leiter
22 weist ebenso wie der Leiter 2 eine Anzahl von Drähten 4 oder Litzendrähten auf,
die von einer Isolierung 6 ummantelt sind.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 2
- Leiter
- 4
- Drähte
- 4A
- eingeklemmte Drähte
- 6
- Isolierung
- 8
- Schneid-Klemmkontakt
- 10
- Kontaktmesser
- 12
- Messerspitze
- 14
- Schneidbereich
- 16
- Schaft
- 18
- Querjoch
- 20
- Krimphülse
- 22
- weiterer Leiter
- 24
- Grundplatte
- 26
- Längsrichtung
- 27
- Überlapp (Teilbereich)
- 28
- Umlenkpunkt
- 30
- Abkröpfung
- B
- Breite
- D1
- Abstand zw. den Kontaktmessern
- D2
- Innenabstand der Isolierung
1. Schneid-Klemmkontakt (8) für einen mehrere Drähte (4) aufweisenden Leiter (2) mit
einem Kontaktmesser (10),
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Anzahl der Drähte (4A) zwischen zumindest zwei Kontaktmessern (10) einklemmbar
sind.
2. Schneid-Klemmkontakt (8) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kontaktmesser (10) im Kontaktierungszustand sich von zwei Seiten in den Leiter
(2) erstrecken.
3. Schneid-Klemmkontakt (8) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kontaktmesser (10) in die gleiche Richtung weisen.
4. Schneid-Klemmkontakt (8) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Kontaktmesser (10) endseitig über ein Querjoch (18) miteinander verbunden
sind.
5. Schneid-Klemmkontakt (8) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Querjoch (18) ein Kontaktelement, insbesondere eine Krimphülse (20), angeordnet
ist.
6. Schneid-Klemmkontakt (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kontaktmesser (10) parallel zu den Drähten (4) verlaufen.
7. Schneid-Klemmkontakt (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eines der Kontaktmesser (10) einen drahtseitig abgeschrägten Schneidbereich
(14) aufweist.
8. Schneid-Klemmkontakt (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eines der Kontaktmesser (10) drahtseitig sich zu seinem Schneidbereich
(14) hin verjüngt.
9. Schneid-Klemmkontakt (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kontaktmesser (10) in Längsrichtung (26) des Leiters (2) zueinander versetzt
angeordnet sind.
10. Schneid-Klemmkontakt (8) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kontaktmesser (10) zumindest im Kontaktierungszustand sich in Längsrichtung
(26) des Leiters (2) in einem Teilbereich (27) derart überlappen, dass die eingeklemmten
Drähte (4A) etwa s-förmig gebogen sind.
11. Schneid-Klemmkontakt (8) nach Anspruch 10
dadurch gekennzeichnet,
dass der Teilbereich (27) durch eine Abkröpfung (30) gebildet ist.
12. Schneid-Klemmkontakt (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eines der Kontaktmesser (10) derart gewendelt ist, dass das Kontaktmesser
(10) beim Kontaktierungsvorgang auf die Drähte (4A) zu verdreht wird.
13. Schneid-Klemmkontakt (8) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass beide Kontaktmesser (10) gewendelt und über ein Querjoch (18) miteinander verbunden
sind.
14. Schneid-Klemmkontakt (8) nach einer der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehr als zwei Kontaktmesser (10) vorgesehen sind.