[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein phosphoreszierendes Material, das mittels
Transfersystemen resp. Transferverfahren für digitale Daten, insbesondere Bilder und
Texte, wie Laser-Beschriftung und insbesondere Ink-jet-Drucker, beschriftbar und bedruckbar
ist. Solche Transfersysteme resp. Transferverfahren oder Transfertechnologien werden
in der Folge als digitale Bildtransfersysteme resp. -verfahren resp. -technologien
bezeichnet.
[0002] Es sind bereits Beschichtungen mit phosphoreszierendem Material bekannt, z.B. Beschichtungen
für Textilien, Fahrräder etc. Solche Beschichtungen erhöhen die Sichtbarkeit der entsprechend
beschichteten Gegenstände im Dunkeln. Sie werden üblicherweise mit Druckverfahren
wie Siebdruck, etc. aufgebracht.
[0003] Die phosphoreszierenden Schichten des Stands der Technik haben allerdings diverse
Nachteile. Da die phosphoreszierenden Materialien unter Lichtbestrahlung nur geringe
Eigenfarbe zeigen, ist deren Kontrast auf hellem Untergrund, z.B. am Tage oder in
einem gut beleuchteten Raum, sehr gering. Zudem werden solche Schichten üblicherweise
im Siebdruckverfahren aufgebracht, d.h. jedes "Motiv" braucht eine entsprechende Schablone.
Bei Kombination phosphoreszierender Materialien mit üblichen Farben, entfällt zwar
der Nachteil des schlechten Kontrastes auf hellem Untergrund bei Lichtbestrahlung,
das Aufbringen verschiedener Farben bedingt aber eine entsprechende Anzahl Druckschablonen.
[0004] Werden phosphoreszierende Schichten alleine z.B. auf ein helles T-Shirt aufgebracht,
so sind sie bei Tage kaum zu sehen. Ein solches T-Shirt hat geringe Anziehungskraft
für Leute, die nicht alleine ein im Dunkeln gut sichtbares Bild resp. einen sichtbaren
Schriftzug auf ihrem T-Shirt haben wollen. Ferner ist aufgrund der bisherig verwendeten
Auftragsverfahren eine individuelle Gestaltung nicht oder nur sehr beschränkt möglich.
Individuelle Gestaltung von z.B. T-Shirts ist sehr gefragt. Materialien und Verfahren
zur individuellen Gestaltung und Herstellung von T-Shirts sind bekannt, z.B. aus EP
0 850 786. Diese T-Shirts nach Stand der Technik sind aber im Dunkeln nicht sichtbar.
[0005] Auch bei Beschriftungen, die im Dunkeln Hinweise geben sollen, sind die bisherigen
Beschriftungsverfahren nur beschränkt tauglich, da sich die Herstellung von Druckschablonen
nur für grosse Stückzahlen lohnt, so dass individuell optimierte Beschriftung kaum
möglich oder sehr teuer ist.
[0006] Ziel der vorliegenden Erfindung war es deshalb, ein mit digitalem Druckverfahren,
resp. entsprechender Techniken bedruckbares resp. beschriftbares phosphoreszierendes
Material bereitzustellen.
[0007] Dieses Ziel wurde erreicht durch die Bereitstellung eines phosphoreszierenden Materials,
das eine Trägerschicht und eine Farbaufnahmeschicht umfasst und das dadurch gekennzeichnet
ist, dass die Farbaufnahmeschicht ein phosphoreszierendes Pigment enthält.
[0008] Überraschenderweise wurde gefunden, dass ein erfindungsgemässes Material gute Tintenaufnahmefähigkeit
aufweist und das Phosphoreszieren einer solchen Schicht durch die digital aufgebrachte
Farbschicht vollkommen überdeckt werden kann, wodurch im Dunkeln ein klares Hell-Dunkel-Bild
entsteht.
[0009] Die Farbaufnahmeschicht kann eine homogene Schicht sein oder aus übereinanderliegenden
Schichten aufgebaut sein, wobei eine Teilschicht, vorzugsweise die näher beim Träger
gelegene Teilschicht, das phosphoreszierende Pigment enthält.
[0010] Damit das digital aufgebrachte Bild, z.B. ein mittels Laser- oder Ink-jet-Bedruckung
oder -Beschriftung aufgebrachtes Farbbild, klar abgebildet wird, d.h. eine gute Auflösung
zeigt, ist es vorteilhaft, wenn die Farbaufnahmeschicht poröse Feststoff-Teilchen
in einem Bindemittel umfasst. Solche poröse Teilchen sind z.B. Keramikteile, wie Zeolithe,
oder Kunststoffteilchen, wobei solche Teilchen durch ein spezielles Herstellungsverfahren
direkt, oder durch nachträgliches Verkleinern oder Agglomerieren erhalten werden können.
Bevorzuge poröse Teilchen sind poröse, feste Thermoplaste. Vorzugsweise haben solche
Teilchen eine spezifische Oberfläche von > 6 m
2/g, insbesondere ≥ 20 m
2/g, eine Teilchengrösse von 0.1-40 µm, insbesondere 5-15 µm, und eine Schmelztemperatur
von < 200°C. Speziell bevorzugt sind Thermoplaste wie die unter dem Namen Orgasol
bekannten Produkte, insbesondere Orgasol® 3501 von z.B. Elf Atochem, Pouteaux, Frankreich
mit einem Teilchendurchmesser von ca. 10 µm und einer Oberfläche von ca. 25 m
2/g.
[0011] Werden z.B. Keramikpartikel verwendet, wie Zeolith, so werden diese vorzugsweise
in Kombination mit porösen festen Thermoplasten, wie Orgasol® 3501, verwendet.
[0012] Wird die Farbaufnahmeschicht aus Teilschichten aufgebaut, wobei 2 Teilschichten bevorzugt
sind, so sind tiefschmelzende poröse Teilchen stark bevorzugt, da diese beim Aufschmelzen
durchsichtig werden. Solche poröse Teilchen können entweder nur in einer Teilschicht,
vorzugsweise der Teilschicht ohne phosphoreszierendes Pigment, oder in beiden Teilschichten
vorhanden sein.
[0013] Für rasche Farbabsorption ist die Anwesenheit poröser Teilchen in der vom Träger
abgewandten Schicht bevorzugt.
[0014] Als phosphoreszierendes Pigment eignen sich nicht-radioaktive, lang phosphoreszierende
Pigmente, wie sie z.B. in EP 0 622 440 = US 5,424,006 beschrieben sind und z.B. von
Nemoto (Europe) B.V. in Amsterdam NL unter dem Namen LumiNova® erhältlich sind. Eingesetzt
werden sie üblicherweise in Mengen von 5-60 %, vorzugsweise in Mengen von ca. 35 %.
Solche Pigmente phosphoreszieren im allgemeinen mindestens 3 Stunden, oft sogar gegen
8 Stunden.
[0015] Zusätzlich bevorzugt ist, wenn nicht nur die Feststoff-Teilchen in der Farbaufnahmeschicht,
sondern auch das Bindemittel porös sind. Durch eine solche erhöhte Porosität lässt
sich die lokale Flüssigkeitsaufnahme, sei es Tinte oder Pigmentschmelze, erhöhen,
was zu einer besseren Durchdringung der gesamten Schicht mit Pigment und klaren Konturen
führt. Ein Verfahren zur Herstellung einer porösen Bindemittelschicht ist z.B. aus
EP 0 850 786 bekannt.
[0016] Das Bindemittel kann ein thermoplastisches Harz sein, das gegebenenfalls nach einmaliger
Erwärmung und Aktivierung weiter vernetzt oder ein bereits vollständig vernetztes,
duroplastisches Harz. Die Wahl des geeigneten Bindemittels richtet sich z.B. nach
dem Verwendungszweck des bedruckten resp. beschrifteten erfindungsgemässen Materials.
[0017] Bevorzugte Bindemittel, insbesondere für Transfermaterialien, umfassen Polyvinylalkohole,
Polyvinylacetate, Polyvinylpyrrolidone, vernetzte, lineare Polyurethane und speziell
bevorzugt Polyamide, für den Transfer auf z.B. Baumwoll-T-Shirts speziell Thermoplaste
mit Schmelzpunkt < 200°C, insbesondere < 140°C.
[0018] Die Farbaufnahmeschicht weist üblicherweise einen Anteil an Bindemittel von 10 bis
90 Gew.-%, vorzugsweise 20-70 Gew.-%, speziell bevorzugt ca. 30 Gew.-%, porösen Teilchen
von 5 bis 85 Gew.-%, vorzugsweise ca. 35 Gew.-% und phosphoreszierendem Pigment von
5 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise ca. 35 Gew.-% auf. Sie wird in Mengen von (in getrocknetem
Zustand) 5 bis 80 g/m
2 auf den Träger aufgebracht.
[0019] Die erfindungsgemässen phosphoreszierenden Materialien umfassen Transferschichten,
z.B. für die Übertragung von Bildern, d.h. der Farbaufnahmeschicht, auf ein Substrat.
Solche Substrate sind z.B. Gewebe, Gewirke, Vliese, insbesondere Textilien wie T-Shirts,
aber auch Gegenstände wie Türen, Fahrräder etc. Neben den Transferschichten umfassen
die erfindungsgemässen phosphoreszierenden Materialien auch "fixe" Materialien, d.h.
Materialien, bei denen die Farbaufnahmeschicht auf der Trägerschicht verbleibt.
[0020] Fixe Materialien sind relativ unkritisch und können eine Vielzahl von verschiedenen
Trägermaterialien aufweisen, vorausgesetzt, dass ihre Flexibilität und die Haftung
der Farbaufnahmeschicht für die Durchführung des Druckverfahrens ausreichend ist.
Zur Erhöhung der Haftung kann gegebenenfalls eine Oberflächenbehandlung des Trägers
oder eine Haftvermittlerschicht zwischen der Träger- und der Farbaufnahmeschicht vorgesehen
werden.
[0021] Bei fixen Materialien ist auch die Farbaufnahmeschicht, insbesondere das Bindemittel
nicht weiter kritisch, solange es ausreichend Zutritt zu den porösen Feststoff-Teilchen
gestattet. Um die Farbpigmente zusätzlich zu fixieren, kann es gegebenenfalls vorteilhaft
sein, ein z.B. thermisch nachvernetzendes thermoplastisches Bindemittel einzusetzen,
das beim Aufschmelzen die porösen, mit Farbpigmenten beladenen Teilchen weiter benetzt
und zumindest teilweise "versiegelt". Es liegt selbstverständlich auch im Rahmen dieser
Erfindung die bedruckte resp. beschriftete Farbaufnahmeschicht durch nachträgliches
Aufbringen einer Abdeckung, z.B. einer Folie, gegen mechanische Beschädigung zu sichern,
z.B. bei Verwendung als Zeichen, wie Bodenbeschriftungen, Armaturen- oder Tastaturen-Bezeichnungen
etc.
[0022] Andere Anwendungen setzen im Rahmen dieser Erfindung als Transfermaterialien bezeichnete
Materialien voraus, bei denen mindestens die Farbaufnahmeschicht auf ein Substrat,
z.B. ein Textil, übertragen wird.
[0023] Nicht phosphoreszierende Transfermaterialien sind bekannt und beispielsweise in EP
0 850 786 beschrieben. Solche Schichtsysteme sind grundsätzlich auch für die phosphoreszierenden
Materialien dieser Erfindung geeignet, sofern sie in der Farbaufnahmeschicht poröse
Feststoffteilchen enthalten, so dass diese Schicht mit phosphoreszierendem Pigment
versehen werden kann, ohne dass Probleme mit einer nur teilweisen Abdeckung der Phosphoreszenz
durch das aufgebrachte Bild resp. den aufgebrachten Schriftzug erzielt wird. Ein "Durchscheinen"
der Phosphoreszenz könnte die klare Aussage des im Dunkeln sichtbaren Bildes beeinträchtigen,
was insbesondere bei wichtigen Beschriftungen, wie z.B. von Notausgängen, unerwünschte
Folgen haben könnte.
[0024] Solche Transfermaterialien müssen neben der ausreichenden Flexibilität und der ausreichenden
Haftung der Farbaufnahmeschicht an der Trägerschicht während des Bedruckens resp.
Beschriftens auch gute Transfereigenschaften aufweisen, d.h. z.B. gute Abziehbarkeit
der Trägerschicht nach Wärmebehandlung, z.B. Aufbügeln oder Heisslaminieren des mit
der Farbaufnahmeschicht auf einem Substrat, z.B. einem Textil, aufliegenden Transfermaterials.
Dieses Trennen von Träger und Farbaufnahmeschicht kann z.B. durch eine Freisetzungsschicht
zwischen Trägerschicht und Farbaufnahmeschicht, z.B. eine Silikonschicht und/oder
eine Schicht aus einem tiefschmelzenden thermoplastischen Polymer, verbessert werden,
wobei eine solche Freisetzungsschicht aus einem tiefschmelzenden thermoplastischen
Polymer zugleich einen Schutzfilm über der auf ein Substrat übertragenen Farbaufnahmeschicht
ausbilden und diese stabilisieren kann. Eine Freisetzungsschicht aus einem tiefschmelzenden
thermoplastischen Polymer weist einen Schmelzpunkt auf, der etwa dem Schmelzpunkt
des Bindemittels in der Farbaufnahmeschicht entspricht. Die Freisetzungsschicht wird
üblicherweise in Mengen von 5 bis 50 g/m
2 (bezogen auf Trockensubstanz) aufgebracht.
[0025] Ein für das Transfersystem bevorzugtes Trägermaterial ist ein einseitig silikonisiertes
Papier mit einem Flächengewicht im Bereich von 50-150 g/m
2.
[0026] Vorzugsweise sind die auf ein Substrat übertragenen Schichten atmungsaktiv, so dass
diese den Träger insbesondere bei sportlicher Betätigung, wie Radfahren, Laufen, Wandern,
aber auch beim Tanzen, nicht beeinträchtigen.
[0027] Die phosphoreszierende Farbaufnahmeschicht kann einfach hergestellt werden, indem
pulverisiertes phosphoreszierendes Pigment mit den anderen Komponenten der Farbaufnahmeschicht
oder einer Teilschicht der Farbaufnahmeschicht vermischt und die resultierende Mischung
auf einen gegebenenfalls vorbehandelten, resp. vorbeschichteten Träger nach gängigem
Verfahren aufgebracht wird.
[0028] Die Verwendung der phosphoreszierenden Materialien der vorliegenden Erfindung ist
sehr vielseitig. Wie bereits erwähnt können diese zur Signalisation von z.B. Notausgängen,
Feuerlöschern etc. verwendet werden, aber auch zur Bezeichnung von Bedienungsanlagen,
deren sichere Bedienung auch oder gerade bei Stromausfall wichtig ist.
[0029] Eine andere Verwendungsmöglichkeit ist beim Bedrucken von Textilien gegeben, insbesondere
bei deren individueller Gestaltung, wo durch das Aufbringen phosphoreszierender "Weissbereiche"
neben dem auch bei bisher angewendeten Materialien erhaltenen ästhetischen Effekt
in heller Umgebung zudem ein ästhetischer Effekt im Dunkeln oder z.B. in einer Diskothek
erzielt wird. Gleichzeitig wird der Träger durch die Phosphoreszenz bei schlechtem
Licht besser sichtbar gemacht, was zu dessen Sicherheit, z.B. als Fussgänger auf schlecht
beleuchteten Strassen oder Wegen, beiträgt.
[0030] Die Erfindung wird nun anhand von Beispielen näher erläutert.
Beispiel:
Verwendete Substanzen:
[0031]
1. Herstellung eines Bindemittellösung für eine poröse Hotmeltschicht:
Ein Polyamid, z.B. Elvamid, wird in einem Gemisch von Wasser und Ethanol oder Wasser
und Methanol gelöst. Für das spätere Eindispergieren der mikroporösen Partikel und
des phosphoreszierenden Pigments und Stabilisierung der stehenden Dispersion kann
zusätzlich ein für organische Füllstoffe typisches Dispergierhilfsmittel eingerührt
werden. Die Konzentration des Polyamids in der Lösung sollte etwa 10 bis 90 Gew.-%
betragen und das Mischungsverhältnis Wasser/Alkohol wird derart eingestellt, dass
sich beim Aufstreichen der viskosen Bindemittellösung auf einen Träger und anschliessendem
Trocknen bei ungefähr 60-80°C porige Schichten bilden.
2. Mikroporöse Partikel:
Polyamidpulver, beispielsweise Orgasol 3501 (Korngrösse ungefähr 10 Mikron, spezifische
Oberfläche ungefähr 25 m2/g).
3. Phosphoreszierendes Pigment:
Nicht-radioaktives, phosphoreszierendes Pigment in Pulverform, beispielsweise Luminova
G 300.
4. Verdünnungsmittel:
Wasser/Alkohol im gleichen Mischungsverhältnis wie oben.
5. Wässrige Dispersion für das Aufbringen der Hotmeltschicht (Grundierung):
Eine Dispersion auf der Basis eines siegelfähigen Ethylen-acrylsäure-Copolymers, beispielsweise
ein Enorex-Typ mit einem Festkörpergehalt von ungefähr 40 %.
Beispiel 1: Herstellung einer Transferfolie:
[0032] In einem ersten Schritt wird mittels eines Beschichtungsverfahrens, z.B. Reverseroll,
die Dispersion für die Hotmeltschicht (Freisetzungsschicht) auf die Silikonseite eines
einseitig silikonisierten Abhäsivpapiers (120 g/m
2) aufgebracht und anschliessend bei einer Temperatur von ungefähr 110°C getrocknet.
Der Trockenauftrag sollte ungefähr 30 g/m
2 betragen. In einem zweiten Schritt wird die Dispersion für die poröse Hotmeltschicht
(Farbaufnahmeschicht) zubereitet. Mittels Rührwerk werden der Bindemittellösung (Punkt
1) unter Dispergierbedingungen abwechslungsweise Portionen des Polyamidpulvers (Punkt
2), des phosphoreszierenden Pigments (Punkt 3) und des Verdünnungsmittels (Punkt 4)
eingerührt, bis eine mit Beschichtungsverfahren, z.B. Reverseroll, beschichtbare,
sämige Dispersion geeigneter Viskosität entsteht. Alternativ können das Polyamidpulver
(Punkt 2) und das phosphoreszierende Pigment (Punkt 3) vorab gemischt und diese Mischung
portionenweise, abwechselnd mit dem Verdünnungsmittels (Punkt 4), eingerührt werden.
Auf die Hotmeltschicht (Freisetzungsschicht/1. Schritt) wird nun mittels Beschichtungsverfahren,
z.B. Reverseroll die Dispersion für die poröse Hotmeltschicht (Farbaufnahmeschicht)
aufgetragen und bei einer Temperatur von ungefähr 60-110°C getrocknet. Der Trockenauftrag
sollte etwa 30 g/m
2 betragen. Der Festkörperanteil des Bindemittels bezogen auf die poröse Hotmeltschicht
liegt vorzugsweise bei etwa 30 Gew.-%, der Anteil an mikroporösen Partikeln bei ca.
35 Gew.-% und der Anteil an phosphoreszierendem Pigment bei ca. 35 Gew.-%.
[0033] Eine solche Schicht weist eine gute mechanische Stabilität und Porosität auf und
lässt sich mit digitalen Bildtransfersystemen gut bedrucken und beschriften, sie kann
aber auch mit üblichen Malhilfsmitteln wie wässrigen und lösungsmittelhaltigen Malstiften,
Wasserfarben und Wachsmalkreiden ähnlich wie gewöhnliches Papier bemalt werden.
[0034] Der Übertrag auf ein Substrat wie weisse und bunte Baumwoll-T-Shirts erfolgt mit
dem Bügeleisen bei etwa 160°C bis 200°C (Wärmestufe für Baumwolle). Das Hotmeltmaterial
wird mit der bedruckten resp. beschrifteten Seite gegen das T-Shirt gelegt und an
die gewünschte Stelle positioniert. Mit dem Bügeleisen wird der Papierrücken unter
kräftigem Druck gründlich überstrichen, damit die Farbe mit der Schicht verschmelzen
kann und diese sich mit dem Stoff verbindet. Wenn sich der heissgewordene Papierrücken
wieder etwas abgekühlt hat, wird das Abhäsivpapier abgezogen. Anschliessend können
mehrere Waschprozesse in einer Waschmaschine mit gängigen Waschmitteln durchgeführt
werden. Das phosphoreszierende Pigment und die Farben zeigten gute Waschechtheit.
[0035] Analog kann der Übertrag auch mittels Heisslaminator auf z.B. ein grösserflächiges
Textil, z.B. ein Banner, erfolgen.
Beispiel 2: Herstellung eines "fixen" Materials:
[0036] Es wird wie in Beispiel 1 beschrieben vorgegangen, wobei die Farbaufnahmeschicht
direkt (ohne Freisetzungsschicht) auf den Träger aufgebracht wird. Da bei einem "fixen"
Material keine Übertragbarkeit gefordert ist, braucht das als Träger verwendete Material
keine die Trennung fördernde Schicht aufzuweisen, z.B. ein zu diesem Zweck verwendetes
Papier nicht silikonisiert zu sein, vielmehr kann - je nach Anforderung - ein Haftvermittler
eingesetzt werden.
1. Mittels Drucktechniken resp. Beschrifttechniken für digitale Daten, insbesondere Daten
von Bildern und Texten, bedruckbares und beschriftbares Material mit einer Trägerschicht
und einer Farbaufnahmeschicht, die poröse Feststoffteilchen und ein Bindemittel enthält,
dadurch gekennzeichnet, dass die Farbaufnahmeschicht zudem ein phosphoreszierendes Pigment enthält.
2. Material gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die porösen Teilchen eine Teilchengrösse von 5-40 µm, insbesondere 5-15 µm, und eine
Oberfläche von ≥ 20 m2/g aufweisen.
3. Material gemäss Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbaufnahmeschicht aus einer einheitlichen Schicht bestehen.
4. Material gemäss Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbaufnahmeschicht aus mindestens zwei und bevorzugt zwei Teilschichten besteht.
5. Material gemäss einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die porösen Teilchen aus thermoplastischem Material sind.
6. Material gemäss Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die porösen Teilchen aus Polyamid sind, einen mittleren Durchmesser von ca. 10 µm
und eine Oberfläche von 25 m2/g aufweisen.
7. Material gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel ein thermoplastisches Bindemittel ist.
8. Material gemäss einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel porös ist.
9. Material gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das phosphoreszierende Pigment ein nicht-radioaktives Pigment mit mindestens 3 Stunden
Phosphoreszenz ist.
10. Material gemäss einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es zwischen der Trägerschicht und der Farbaufnahmeschicht eine Freisetzungsschicht
aufweist, die bei einer Temperatur schmilzt, die maximal der Erweichungstemperatur
des Bindemittels in der Farbaufnahmeschicht entspricht.
11. Verfahren zur Herstellung eines Materials gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das phosphoreszierende Pigment mit den anderen Bestandteilen der Farbaufnahmeschicht
oder einer Teilschicht davon gemischt und auf die gegebenenfalls mit einer Freisetzungsschicht
versehene Trägerschicht aufgebracht wird.
12. Verwendung des Materials nach einem der Ansprüche 1 bis 10 als Markierung.
13. Verwendung des Materials nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zum Bedrucken von Substraten.
14. Verwendung gemäss Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat ein Gewebe, Gewirke oder Vlies ist, insbesondere ein Textil.