[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Rillengleisabschnitt wie Rillenschiene oder
Rillenschienenherzstück mit vergüteter Rillenkante oder -flanke wie Fahr- und Leitkante
bzw. -flanke. Ferner bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zum Vergüten einer
Rillenkante oder - flanke eines Rillengleisabschnitts wie Rillenschiene oder Rillenschienenherzstücks
mittels Schweißens.
[0002] Um einem besonderen Verschleiß ausgesetzte Bereiche der Rillen von Rillenschienen
bzw. Rillenschienenherzstücke zu vergüten, werden in den entsprechenden Bereichen
der Rillen wie in den Kantenbereichen Ausnehmungen ausgearbeitet, in die vorzugsweise
durch Auftragsschweißen Material hoher Verschleißfestigkeit eingebracht wird. Anschließend
wird der aufgebrachte Materialbereich bearbeitet, damit ein bündiger Übergang zu der
Rille selbst erfolgt.
[0003] Nach der DE 550 505 wird in einer Aussparung eines Fahr- oder Leitkopfes einer Rillenschiene
eine verschleißfeste Leiste eingebracht, die unter Winkel verlaufende Abschnitte aufweist,
um widerhakenähnlich fixiert zu werden.
[0004] Die DE 550 506 sieht vor, in Köpfen von Rillenschienen Füllstücke aus Manganhartstahl
einzubringen, wobei zuvor Aussparungen ausgefräst werden.
[0005] Die DE 195 39 590 A 1 offenbart ein Verfahren zum Reprofilieren auftragsgeschweißter
Rillenschienen.
[0006] Entsprechende dem Stand der Technik zu entnehmende Maßnahmen sind aufwendig und somit
kostenintensiv.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zu Grunde, einen Rillengleisabschnitt
bzw. ein Verfahren zum Ausbilden eines solchen derart weiterzubilden, dass überaus
präzise und mit konstruktiv einfachen Maßnahmen kostengünstig gezielt Bereiche einer
Rille mit verschleißfestem Material versehen werden können.
[0008] Erfindungsgemäß wird das Problem durch einen Rillengleisabschnitt der eingangs genannten
Art im Wesentlichen dadurch gelöst, dass der Gleisabschnitt aus einem Konstruktionsprofil
mit Vollkopfprofil besteht, dass in dessen Kopf im Bereich zumindest einer Ausnehmung
eingearbeitet und mit verschleißfestem Material ausgefüllt ist und dass die ausgefüllte
Ausnehmung von der nach dem Ausfüllen der Ausnehmung ausgebildeten Rille geschnitten
ist. Dabei ist insbesondere die Ausnehmung wie Nut durch Auftragsschweißen ausgefüllt,
wobei mehrere Lagen mit gegebenenfalls voneinander abweichenden Materialeigenschaften
vorgesehen sein können.
[0009] Ferner kann die Aussparung oder Ausnehmung eine Tiefe t mit 10 mm ≤ t ≤ 30 mm, insbesondere
t in etwa 20 mm und/oder eine Breite b mit 3 mm ≤ b ≤ 15 mm, insbesondere b in etwa
8 mm - 10 mm aufweisen.
[0010] Ein Verfahren zum Vergüten einer Rillenkante oder -flanke eines Rillengleisabschnitts
mit verschleißfestem Material zeichnet sich durch die Verfahrensschritte aus:
- Einarbeiten einer Ausnehmung in einem Kopf eines ein Vollkopfprofil aufweisenden Konstruktionsprofils
im Bereich vorzusehender Rille,
- Ausfüllen der Ausnehmung mit verschleißfestem Material und
- Ausbilden der Rille, deren Verlauf die Ausnehmung schneidet.
[0011] Dabei wird die Ausnehmung wie Nut insbesondere durch Auftragsschweißung ausgefüllt,
wobei mehrere Lagen mit gegebenenfalls unterschiedlichen Materialeigenschaften ausgebildet
werden können.
[0012] Die Ausnehmung wie Nut selbst wird mit einer Tiefe t mit 10 mm ≤ t ≤ 30 mm und/oder
einer Breite b mit 3 mm ≤ b ≤ 15 mm in den Kopf des Konstruktionsprofils eingearbeitet.
Sodann wird in die Ausnehmung wie Nut insbesondere durch Auftragsschweißung als Material
ein solches mit einem Zusatzwerkstoff eingebracht, der sowohl für Verbindungsschweißung
zum Beispiel für hochlegierte rostfreie Stähle und Mischverbindungen zwischen diesen
und normalen Baustählen als auch als Auftragswerkstoffe für Schienen und Weichenteile
üblich ist.
[0013] Durch die erfindungsgemäße Lehre kann gezielt der Bereich des Kopfes mit verschleißfestem
Material versehen werden, in dem einem hohen Verschleiß ausgesetzte Kanten bzw. Flanken
einer Rille verlaufen. Somit kann eine optimale Ausnutzung eingebrachten Schweißgutes
erfolgen. Außerdem wird eine Qualitätsverbesserung in den erzielbaren Form- und Lagetoleranzen
sowie eine höhere Oberflächengüte erreicht. Ferner ist von Vorteil, dass sich eine
bessere Wirtschaftlichkeit ergibt, d. h. bei weniger Arbeitsaufwand kann ein größerer
Bereich der zu schützenden Fahr- bzw. Leitkanten schweißtechnisch vergütet werden.
Hierzu erfolgt das Ausbilden der Rille sowie die Oberflächenbehandlung des vergüteten
Bereichs in einem Arbeitsgang, nämlich beim Einarbeiten wie Fräsen der Rille.
[0014] Dadurch, dass ein Schweißen in einem Vollmaterial erfolgt, ist eine bessere Wärmeführung
im Vergleich zum Auftragsschweißen im Bereich einer bereits ausgearbeiteten Rille
möglich. Auch besteht die Möglichkeit eines gezielteren und kontrollierten Vorwärmens.
All diese Möglichkeiten bietet der Stand der Technik nicht, nach dem im Bereich einer
bereits vorhandenen Rille ein Schweißen erfolgt.
[0015] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich nicht nur
aus den Ansprüchen, den diesen zu entnehmenden Merkmalen - für sich und/oder in Kombination
-, sondern auch aus der nachfolgenden Beschreibung eines der Zeichnungen zu entnehmenden
bevorzugten Ausführungsbeispiels.
[0016] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch eine Rillenschiene und
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung des Kopfes der Rillenschiene gemäß Fig. 1 vor Einarbeiten
einer Rille.
[0017] In Fig. 1 ist ein Querschnitt durch eine Rillenschiene 10 mit Fuß 12, Steg 14 und
Kopf 16 dargestellt, in dem eine Rille 18 zum Führen eines Rades eingearbeitet ist.
Um die einem besonderen Verschleiß ausgesetzten Fahr- bzw. Leitkanten 20, 21 zu vergüten,
d.h. mit einem verschleißfesten Material insbesondere durch Auftragsschweißung zu
versehen, wird als Ausgangsmaterial ein Konstruktionsprofil mit Vollkopfprofil benutzt,
also ein solches ohne ausgebildete Rille. Ein Kopf 24 eines entsprechenden Konstruktionsprofils
ist in der Fig. 2 dargestellt. Der Bereich, in dem die Rille 18 eingearbeitet werden
soll, ist punktstrichiert. Bei dem Konstruktionsprofil kann es sich z. B. um eine
Dickstegschiene, ein Vierkantprofil oder sonstiges Profilelement mit Vollkopf handeln.
[0018] Um die Bereiche der Kanten 20, 21 mit verschleißfestem Material zu versehen, werden
zunächst von der Fahrfläche 26 des Kopfes 24 ausgehend Nuten 28, 30 eingearbeitet,
die von den Kanten 20, 21 der später auszubildenden Rille 18 geschnitten werden. Sodann
werden die Nuten 28, 30 durch Auftragsschweißen vorzugsweise mehrlagig ausgefüllt
(Bereiche 31, 33), wobei dem Schweißmaterial Zusatzwerkstoffe zugegeben werden, die
die gewünschten verschleißarmen Eigenschaften aufweisen. Nach Ausfüllen der Nuten
28, 30 wird sodann die Rille 18, die erwähntermaßen die Nuten 28, 30 schneiden, eingearbeitet.
[0019] Dies bedeutet, dass die Nachbearbeitung der Auftragsschweißung und die Herstellung
der Rille 18 in einem gemeinsamen Arbeitsgang durchgeführt wird, wodurch sich eine
Erhöhung der Wirtschaftlichkeit ergibt. Ferner können problemlos größere Bereiche
der zu schützenden Fahr- und Leitkanten schweißtechnisch vergütet werden. So können
die die Rille 18 begrenzenden Flanken 32, 34 bis zu einer Breite b von zum Beispiel
8 mm oder mehr aus verschleißfestem Material bestehen, wobei von der Fahrfläche 26
ausgehend Tiefen t von zum Beispiel 20 mm schweißtechnisch vergütet sein können. Mit
anderen Worten kann mit weniger Arbeitsaufwand ein größerer Bereich der zu schützenden
Kanten bzw. Flanken der Rille 18 schweißtechnisch vergütet werden.
1. Rillengleisabschnitt wie Rillenschiene (10) oder Rillenschienenherzstück mit insbesondere
schweißtechnisch vergüteter Rillenkante oder -flanke (32, 34) wie Fahr- oder Leitkante
(20, 21),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gleisabschnitt aus einem Konstruktionsprofil mit Vollkopfprofil besteht, in dessen
Kopf (24) im Bereich der Kante (20, 21) zumindest eine eingearbeitete Ausnehmung (28,
30) mit verschleißfestem Material ausgefüllt ist, wobei die die ausgefüllte Ausnehmung
schneidende Rille (18) nach Ausfüllen der Ausnehmung ausgebildet ist.
2. Rillengleisabschnitt nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausnehmung oder Aussparung wie Nut (28, 30) durch Auftragsschweißen ausgefüllt
ist.
3. Rillengleisabschnitt nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausnehmung oder Aussparung (28, 30) mehrlagig mit gegebenenfalls voneinander
abweichenden Materialeigenschaften ausgebildet ist.
4. Rillengleisabschnitt nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausnehmung (28, 30) mit einer Tiefe t mit 10 mm ≤ t ≤ 30 mm, insbesondere t in
etwa 20 mm in den Schienenkopf (24) eingearbeitet ist.
5. Rillengleisabschnitt nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausnehmung (28, 30) mit einer Breite b mit 3 mm ≤ b ≤ 15 mm, insbesondere b in
etwa 10 mm in den Kopf (24) eingearbeitet ist.
6. Verfahren zum Vergüten einer Rillenkante oder -flanke eines Rillengleisabschnitts
mit verschleißfestem Material
gekennzeichnet durch die Verfahrensschritte:
- Einarbeiten zumindest einer Ausnehmung in einen Kopf eines ein Vollkopfprofil aufweisenden
Konstruktionsprofils im Bereich vorzusehender Rillen- kante oder -flanke,
- Ausfüllen der Ausnehmung mit verschleißfestem Material und
- Ausbilden der Rille, deren Verlauf die Ausnehmung schneidet.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausnehmung wie Nut durch Auftragsschweißen ausgefüllt wird.
8. Verfahren nach Ansprüchen 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausnehmung mehrlagig ausgefüllt wird.
9. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausnehmung mit einer Tiefe t mit 10 mm ≤ t ≤ 30 mm, insbesondere t in etwa 20
mm und/oder mit einer Breite b mit in etwa 3 mm ≤ b ≤ 15 mm, insbesondere b in etwa
10 mm in den Kopf eingearbeitet wird.
10. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem zum Auftragen benutzten Schweißmaterial verschleißfeste Zusatzwerkstoffe zugegeben
werden und/oder dass die Ausnehmung wie Nut mehrlagig ausgefüllt wird.