[0001] Die Erfindung betrifft ein Verbundprofil für Fenster, Fassaden, Wandelemente, Lichtdächer
und/oder Türen, insbesondere Brandschutz-Verbundprofil, mit wenigstens einem, vorzugsweise
zwei, Metallprofil(en) aus Metall, insbesondere aus Stahl, wobei das wenigstens eine
Metallprofil wenigstens eine Aufnahmenut für einen mit Verankerungselementen versehenen
Isoliersteg, insbesondere aus Kunststoff, aufweist, und wobei das wenigstens eine
Metallprofil und der wenigstens eine Isoliersteg jeweils vorzugsweise durch Anpressen
oder Anrollen wenigstens eines Nutsteges der Aufnahmenut an den wenigstens einen Isoliersteg
formschlüssig miteinander verbunden sind sowie ein Verbundprofil nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 18.
[0002] Ein gattungsgemäßes Verbundprofil nach Art eines Rahmenwerkes aus Metallprofilen
in Brandschutzausführung ist aus der EP 0 717 165 B1 bekannt. Das gattungsgemäße Rahmenwerk
besteht aus einem Leichtmetall wie Aluminium und weist zwei Metallprofile auf, die
durch ein Mittelprofil (Isoliersteg) miteinander verbunden sind. Dabei bilden die
Metallprofile Kammern aus, in welche Brandschutzleisten oder Brandschutzformkörper
aus einem wärmebindenden, hydrophilen Adsorbens mit hohem Kristallwasseranteil einsetzbar
sind. Das in den verwendeten Brandschutzleisten oder Brandschutzformkörpern vorhandene
Kristallwasser wird je nach Zusammensetzung der Brandschutzleisten oder Brandschutzformkörper
im Brandfall bei einer Temperatureinwirkung von 73 bis 215 °C freigesetzt. Die Kammern
der Aluminiumprofile sind geschlossen ausgebildet, so daß die in die Kammern einsetzbaren
Brandschutzleisten oder Brandschutzformkörper aus dem hydrophilen Adsorbens nicht
aus den Metallprofilen ausfallen können.
[0003] Die Isolierstege bestehen in der Regel aus Kunststoff, um eine gute Wänneisolierung
zwischen den beiden Metallprofilen zu erzielen. Parallel zum Isoliersteg bzw. am Isoliersteg
(KS-Isoliersteg) sind metallische Verankerungselemente ausgebildet, die aus Metalleisten
bestehen, die mit Aussparungen bzw. Ausstanzungen versehen sind, um den Wärmefluß
zwischen den beiden Metallprofilen möglichst gering zu halten. Die Verankerungselemente
sollen einerseits stabil genug ausgelegt sein, um Haltekräfte zwischen den beiden
Metallprofilen erzeugen zu können, sie sollen aber andererseits möglichst geringe
Dimensionen aufweisen, um den Wärmefluß zwischen den beiden Metallprofilen nicht unnötig
zu erhöhen.
[0004] Profile, die aus einem Verbund aus Einzelprofilen bzw. -schalen und Isolierstegen
bestehen, weisen das Problem auf, daß der Verbund, der in der Regel durch Andrücken
der metallischen Außenschalen an die Isolierstege hergestellt wird, sowohl in Quer-
wie auch insbesondere in Längsrichtung durch das Andrücken allein nicht stabil genug
ausgebildet ist.
[0005] Zur Vermeidung dieser Probleme ist es bei einem bekannten Brandschutz-Stahlprofil
bekannt, zur Verbesserung der Quer- und Längsschubfestigkeit den anzuformenden Nutsteg
der Aufnahmenut für die Isolierleiste bzw. den Isoliersteg am Brandschutzstahlprofil
in geringen Abständen einzuprägen, um derart einen Formschluß zwischen den beiden
Bauteilen zu realisieren. Dieser Formschluß bzw. diese Verbindung ist zwar vorteilhaft,
es ist aber nicht möglich, allein durch diese Maßnahme die in der Praxis geforderten
Festigkeitswerte zu erreichen. Dies liegt u.a. daran, daß sich die Prägung nicht in
die Isolierleiste hinein erstrecken kann, da diese eine hohe Druckfestigkeit aufweist
und somit praktisch inkompressibel ist.
[0006] Vor diesem Hintergrund zielt die Erfindung darauf ab, ein Verbundprofil der gattungsgemäßen
Art, insbesondere aus Stahl, derart weiterzubilden, daß die Verbindung der Metallprofile
mit dem Isoliersteg auf einfache Weise eine erhöhte Längs- und vorzugsweise auch Querschubfestigkeit
aufweist.
[0007] Die Erfindung erreicht dieses Ziel durch den Gegentand des Anspruches 1.
[0008] Danach ist der wenigstens eine Isoliersteg in seinen mit Verankerungselementen versehenen
und in die wenigstens eine Aufnahmenut eingreifenden Bereichen derart mit wenigstens
einem Vorsprung und/oder wenigstens einer Ausnehmung versehen, daß sich beim Anpressen
oder Anrollen des Nutsteges an den wenigstens einen Isoliersteg wenigstens eine quer
zur Längserstreckungsrichtung des Verbundprofils erstreckende Verformung des Nutsteges
ausbildet, welche das wenigstens eine Metallprofil und den wenigstens einen Isoliersteg
mit den Verankerungselementen gegen Relativverschiebungen in der Längs- und vorzugsweise
auch in der Quererstreckungsrichtung des Verbundprofils sichert. Bevorzugt bildet
die Verformung einen besonders gut sichernden Kantbereich aus. Der Vorsprung kann
auch durch das Verankerungselement gebildet werden.
[0009] Die Erfindung beruht somit zunächst auf dem Gedanken, beim Verbinden bzw. Anrollen
des Verbundprofiles eine sich in Längsrichtung erstreckende Verformung der Befestigungsnut
bzw. des die Befestigungsnut begrenzenden Nutsteges zum Ausbilden einer formschlüssigen
und längsverschubresistenten Verbindung zwischen dem Isoliersteg und dem Metallprofil
zu nutzen.
[0010] Ein besonderer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß der eigentliche Montagevorgang
des Verbundprofiles, d.h. insbesondere das Zusammenrollen der einzelnen Schalen mit
den Isolierstegen durch die Erfindung nicht erhöht wird. Das eigentliche Anrollen
geschieht nämlich genau wie beim Stand der Technik.
[0011] Die Erfindung eignet sich für Verbundprofile verschiedener Art. So können die Verbundprofile
aus Aluminium bestehen. Besonders bevorzugt bestehen sie allerdings aus Stahl(blech),
wobei nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform durch den Isoliersteg zwei
Metallprofile miteinander verbunden werden.
[0012] Nach der Erfindung sind - insbesondere zur Ausbildung eines Brandschutzprofils -
vorzugsweise in die Ausnehmungen der Isolierstege Verankerungselemente eingesetzt
(die aber z.B. auch direkt an die Isolierstege angesetzt werden können), welche flacher
oder höher ausgebildet sind als die Ausnehmungen der Isolierstege. Dadurch, daß die
Bauhöhe der Verankerungselemente geringer oder höher ist als die Erstreckung der Ausnehmungen
in den Isolierstegen, wird insbesondere im Bereich der Verankerungselemente auf einfache
Weise beim Anformen der Aufnahmenutstege der erfindungsgemäße Formschluß gegen Längsverschiebungen
realisiert.
[0013] Hinsichtlich der Geometrie der Verankerungselemente hat sich als besonders vorteilhaft
herausgestellt, die Verankerungselemente im Querschnitt mit einer C- oder U-Form zu
versehen. Durch diese Form wird auch in Querrichtung ein Formschluß erreicht und somit
auf einfache Weise auch die Querschubfestigkeit des Verbundprofiles gesichert. Hierin
liegt insbesondere auch ein deutlicher zusätzlicher Vorteil gegenüber einer alleinigen
Längsverschubsicherung allein durch Verformen der Nutstege, denn es wird auf einfachste
Weise sowohl ein Längsverschub- als auch eine Querverschubsicherung realisiert und
das Verbundprofil derart auf einfache Weise in (quasi) allen Richtungen umfassend
gegen Relativverschiebungen seiner Einzelelemente bzw. Einzelprofile gesichert. Dies
gilt insbesondere auch in dem einfach zu realisierenden Fall, daß der Nutsteg das
jeweilige Verankerungselementende in seinem durchgeformten Bereich in den Nutgrund
der Aufnahmenut preßt, so daß das Verankerungselement formschlüssig festgelegt und
derart das Verbundprofil besonders gut in Längs- als auch in Quererstreckungsrichtung
des Verbundprofils gegen Relativverschiebungen gesichert ist.
[0014] Eine besonders einfache Herstellbarkeit bei hoher Stabilität der Verankerungselemente
ergibt sich, wenn die Verankerungselemente metallisch ausgebildet sind und einen Formschluß
zu den beiden Metallprofilen ausbilden und wenn die Verankerungselemente als Stanzbiegeteile
aus Stahlblech bestehen.
[0015] Nach einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die
Verankerungselemente zumindestens im Anrollbereich zu den Metallprofilen mit Ausnehmungen
und/oder Vorsprüngen versehen, insbesondere mit Zackungen oder Wellungen, welche die
Längsschubfestigkeit nochmals weiter erhöhen.
[0016] In ihren an die Isolierstege angrenzenden Randbereichen können die Verankerungselemente
ferner zumindestens teilweise angeschrägt ausgebildet sein, damit in diesen Randbereichen
keine scharfkantigen Übergänge zu den Isolierstegen entstehen.
[0017] Die Verankerungselemente werden vorteilhaft mit den Isolierstegen verklebt. Alternativ
ist auch ein Anklemmen an die oder Verrasten an den Isolierstege(n) denkbar, so daß
die Verankerungselemente von außen nicht sichtbar sind und eine leichte Montage der
Isolierstege (Einführen in die Aufnahmenuten der Profile) möglich ist. Die Isolierstege
werden zum Einsetzen der Verankerungselemente in den für die Verankerungselemente
bestimmten Bereichen vorzugsweise durch Ausfräsen in die gewünschte Form gebracht.
[0018] Hinsichtlich der Ausbildung der Verankerungselemente ist noch anzumerken, daß die
Verankerungselemente vorzugsweise derart ausgebildet werden, daß eine geringe Wärmeübertragung
zwischen den Außenprofilen erfolgt. Dies wird z.B. durch eine H-Form mit einem zwei
Grundstege verbindenden Quersteg gesichert, da im Bereich des Quersteges nur eine
relativ geringe Wärmeübertragung möglich ist. Andererseits sind die Verankerungselemente
im Bereich der Grundstege im wesentlichen formschlüssig und stabil mit den Isolierstegen
verbunden.
[0019] Nach einem weiteren, auch unabhängig zu betrachtenden Gedanken der Erfindung (Anspruch
18) weisen die Metallprofile im Querschnitt im wesentlichen eine L-, C- oder U-Form
mit einem Grundsteg und wenigstens einem winklig zum Grundsteg ausgebildeten Längssteg
auf, wobei die Quer- und Längsstege wenigstens eine zumindest teilweise nach außen
offene Hohlkammer ausbilden, in welche Brandschutzleisten eingesetzt sind, die durch
wenigstens einen Vorsprung an den Quer- und/oder Längsstegen der Metallprofile gegen
Herausfallen aus den Metallprofilen gesichert sind. Ein Verkleben, Verklemmen oder
Verrasten der Brandschutzleisten und/oder -platten mit den Metallprofilen ist damit
nicht erforderlich, obwohl die Hohlkammern teilweise nach außen hin offen stehen.
Dies ist insbesondere bei Stahlprofilen vorteilhaft, bei denen das Ausbilden von rundum
geschlossenen Hohlkammern relativ kompliziert ist. Insbesondere bei diesen Stahlprofilen
ergibt sich durch das Anrollen eines Vorsprunges, vorzugsweise an die Längsstege,
eine einfache Möglichkeit zur Sicherung gegen Herausfallen.
[0020] Die Brandschutzleisten oder -platten liegen vorzugsweise im wesentlichen formschlüssig
in den Metallprofilen und werden vorzugsweise als hydrophiles Adsorbens ausgebildet.
Beispiele für geeignete Stoffe sind der gattungsgemäßen EP 0 717 165 B1 zu entnehmen.
[0021] Weitere Ausführungsformen sind den übrigen Unteransprüchen zu entnehmen. Nachfolgend
wird die Erfindung unter Bezug auf die Zeichnung näher erläutert.
[0022] Es zeigt:
- Figur 1
- einen Querschnitt eines ersten erfindungsgemäßen Verbundprofiles, welches als Brandschutzprofil
ausgebildet ist;
- Figur 2
- einen relativ zur Figur 1 längs versetzten weiteren Querschnitt durch das Ausführungsbeispiel
der Figur 2 im Bereich eines Verankerungselementes vor dem Anrollen der Aufnahmenut
des Metallprofils;
- Figur 3
- den Querschnitt des Ausführungsbeispiels der Figur 2 nach dem Anrollen der Aufnahmenut
des Metallprofils;
- Figur 4
- eine perspektivische Ansicht des Ausführungsbeispiels aus Figur 1;
- Figur 5
- eine Seitenansicht eines Verankerungselementes;
- Figur 6
- eine um 90° gegenüber Figur 5 gedrehte Ansicht des Verankerungselementes aus Figur
5;
- Figuren 7 und 8
- eine Draufsicht auf einen Teilabschnitt eines Isoliersteges mit einem darauf aufgeklebten
Verankerungselement sowie eine Schnittdarstellung dieser Ansicht in der Ebene A-A;
- Figur 9
- eine weitere Ausführungsform eines Verankerungselementes für erfindungsgemäße Verbundprofile.
[0023] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Brandschutzstahlprofil 1, das aus einem ersten
C-förmigen Außen-Metallprofil 2 und einem zweiten C-förmigen Außen-Metallprofil 3
(auch Außen- und Innenschale genannt) gebildet wird, die durch zwei zueinander parallele
Isolierstege 4 miteinander verbunden sind.
[0024] Sowohl das C-förmige Metallprofil 2 als auch das C-förmige Metallprofil 3 weisen
jeweils einen Grundsteg 2a, 3a sowie zwei im wesentlichen senkrecht zu den Grundstegen
2a, 3a verlaufende Längsstege 2b, 3b und 2c, 3c auf, an welche wiederum nach innen
hin Vorsprünge 2d, 3d und 2e, 3e angeformt sind. Brandschutzprofile 7 und 8 sind jeweils
in Hohlkammern 5 und 6 der Metallprofile 2 und 3 angeordnet und liegen dort im wesentlichen
formschlüssig. Die Hohlkammern 5, 6 werden im wesentlichen von den Grundstegen 2a,
3a sowie den zwei im wesentlichen senkrecht zu den Grundstegen 2a, 3a verlaufenden
Längsstegen 2b, 3b und 2c, 3c begrenzt, wobei die Vorsprünge 2d, 3d und 2e, 3e die
Brandschutzleisten 7, 8 gegen Herausfallen aus den Hohlkammern 7, 8 sichern. Die nach
innen weisenden Vorsprünge 3d und 3e an den Längsstegen 3b und 3c bilden wiederum
Isolierstegaufnahmenuten 9 aus, die zur Aufnahme der Isolierstegfüße 10 dienen.
[0025] Die Metallprofile 2, 3 bestehen aus einem Stahlblech, welches nach Art der Figur
1 in die gewünschte Profilform umgebogen bzw. rollgeformt ist, d.h., sowohl die Längsstege
als auch die Querstege werden direkt aus einem Blech hergestellt. Analoges gilt für
die Isoliersteg-Aufnahmenuten 9, welche aus den Randbereichen des Bleches geformt
sind. Die Isolierstegfüße 10 liegen seitlich nach innen versetzt unterhalb der Isolierstegoberfläche
13.
[0026] Die Isolierstegfüße 10 sind formschlüssig in die Aufnahmenuten 9 eingesetzt. Dies
erfolgt dadurch, daß bei dem Verbinden der Metallprofile mit den Isolierstegen des
Hohlprofils die Nutstege 11 in den äußeren Bereichen 12 plastisch verformt werden,
d.h., die Nutstege 11 werden mit den Bereichen 12 an die Isolierstege herangedrückt
bzw. herangerollt. Auf diese Weise entsteht eine kraft- und formschlüssige Verbindung
zwischen den Metallprofilen und den Isolierstegen.
[0027] Die Isolierstegoberfläche 13 kann eine bündige Oberfläche mit Teilbereichen der Innen-
und Außenmetallprofile 2, 3 ausbilden oder die Metallprofile sind derart ausgebildet,
daß oberhalb des Isolierstegs eine offene Hohlkammer 14 entsteht. Diese Hohlkammer
dient z.B. zur Aufnahme von aufschäumenden Brandschutzbändern oder zur Aufnahme von
Befestigungsmitteln wie Nutsteinen für Beschlagteile (hier nicht dargestellt). In
Fig. 1 oberhalb der Hohlkammer 14 ist eine Beschlagsebene 15 ausgebildet, auf der
z.B. Stulpschienen für Schlösser aufliegen können.
[0028] Durch das Anrollen der Nutstege 11 wird eine formschlüssige Verbindung mit einem
Hinterschnitt in den Anrollbereichen 12 der Profile und der Isolierstegfüße 10 in
der Querschubrichtung X erreicht. In dieser Richtung ist das Verbundprofil 1 damit
gegen Relativverschiebungen seiner Elemente gesichert.
[0029] In der Längsschubrichtung - hier senkrecht zur Schnittebene verlaufend - wird dagegen
durch die Erfindung die kraftschlüssige Verbindung zwischen den Metallprofilen und
den Isolierstegen deutlich verbessert. Dies wird nachfolgend näher erläutert.
[0030] Figur 2 zeigt - wie Fig. 1 - das erfindungsgemäße Brandschutz-Verbundprofil 1 im
Schnitt, jedoch ergänzt um Verankerungselemente 16, die unterhalb der Isolierstege
4, d.h. zum Profilinneren hin angeordnet sind. Die Verankerungselemente 16 sind somit
von außen nicht sichtbar. Der Querschnitt der Verankerungselemente 16 überlappt sich
im Nutbereich 9 mit dem Querschnitt der Isolierstege. Der Querschnitt der Verankerungselemente
16 ist kleiner als der Querschnitt der Isolierstegfüße 10. Die Verankerungselemente
16 werden abschnittsweise in seitliche Aussparungen 20 (siehe hierzu auch Fig. 4)
der Isolierstege 4 eingesetzt und vorteilhaft an der Unterseite 17 der Isolierstege
verklebt oder verrastet.
[0031] Die Verankerungselemente 16 weisen im Querschnitt der Fig. 2 und 3 im wesentlichen
eine C-Form auf (s. hierzu Fig. 5). In Fig. 4 wird zudem deutlich, daß die Verankerungselemente
in einer hierzu senkrechten Ebene ferner H-förmig ausgebildet sind.
[0032] Beim Anrollen der Nutstege 11 werden diese bis auf die Oberfläche 19 der Verankerungselemente
16 herabgedrückt (siehe hierzu Fig. 3). Der hierdurch entstehende Höhenunterschied
H bewirkt den erfindungsgemäßen Formschluß zwischen den Metallprofilen 2, 3 und dem
Isoliersteg 4 in der Längsschubrichtung. Die C- oder U-förmigen Enden 18 der Verankerungselemente
verbessern den Formschluß in der Querschubrichtung X.
[0033] Figur 4 zeigt das Brandschutz-Stahlprofil in einer perspektivischen Ansicht. Wie
gut zu erkennen, ist das Verankerungselement 16 in seinem an den Nutsteg 11 angerollten
Zustand dargestellt. Die U-förmigen Enden 18 der Verankerungselemente 16 liegen in
den Aussparungen 20 der Isolierstege 4.
[0034] Die Profilstege 11 der Aufnahmenuten 9 werden erfindungsgemäß vorteilhaft im Bereich
21 der Verankerungselemente abgesenkt. Insbesondere die sich hierdurch ausbildenden
Kantbereiche 22 in den Profilstegen 11 bewirken die erfindungsgemäße formschlüssige
Verbindung in der Längsschubrichtung Y.
[0035] Wie in Figur 5 und Figur 6 zu erkennen, weist das H-förmige Verankerungselement 16
einen Quersteg 23 mit einem relativ geringen Querschnitt auf, so daß die Wärmeleitfähigkeit
des Bereich des Quersteges 23 relativ niedrig ist. Ausstanzungen 24 rechts und links
zum mittleren Quersteg 23 (hier im wesentlichen rechteckig) können beliebig ausgestaltet
werden und auch andere Formen, wie z.B. eine dreieckige Form oder eine Halbkreisform
aufweisen.
[0036] Figur 7 veranschaulicht, daß der Isoliersteg 4 und das Verankerungselement 16 vorzugsweise
zum Bilden einer vormontierten Einheit einfach durch Verkleben (oder alternativ -
hier nicht dargestellt - durch Verrasten) der beiden Bauteile miteinander verbunden
werden. Das Verkleben oder Verrasten der beiden Bauteile im Bereich der Klebefläche
25 wird vorteilhaft vor der eigentlichen Montage des Verbundprofils werkseitig vorgenommen.
Der Isoliersteg 4 und seine Verankerungselemente 16 bilden derart die vormontierte
Baueinheit, welche lediglich noch durch ein einfaches Anrollen nach Art herkömmlich
ausgestalteter Isolierstege mit den Metallprofilen verbunden werden muß. Die Verankerungselemente
16 können je nach Auslegung beliebig oft am Isoliersteg 4 angeordnet werden.
[0037] Figur 9 veranschaulicht, daß die Enden 18 des Verankerungselementes 16 gezackt ausgebildet
sein können (s. Zacken 26). Die gezackte Form in Längsrichtung erhöht nochmals den
Widerstand gegen Längsverschiebungen des Profils. Ebenso tragen Ein- und Auslaufschrägen
27 an den Enden bei einer entsprechenden Dimensionierung u.U. auch zur Erhöhung der
Längsschubfestigkeit bei. Die Zacken und/oder Schrägen 26, 27 können je nach der gewünschten
Auslegung beliebig häufig ausgebildet werden.
[0038] Die Ein- und Auslaufschrägen 27 verhindern insbesondere auch in unkomplizierter Weise
ein Verhaken der Verankerungselemente 16 an den Profilen beim Einführen der Isolierstege
in die Profile.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Verbundprofil
- 2
- Außenschale
- 3
- Außenschale
- 2a, 3a
- Grundsteg
- 2b, 3b
- Grundsteg
- 2c, 3c
- Grundsteg
- 2d, 3d
- Vorsprung
- 2e, 3e
- Vorsprung
- 4
- Isoliersteg
- 5
- Hohlkammer
- 6
- Hohlkammer
- 7
- Brandschutzleiste
- 8
- Brandschutzleiste
- 9
- Aufnahmenut
- 10
- Isolierstegfuß
- 11
- Nutsteg
- 12
- Stegbereich
- 13
- Außenfläche
- 14
- Hohlkammer
- 15
- Beschlagsebene
- 16
- Verankerungselement
- 17
- Unterseite
- 18
- Verankerungselementenden
- 19
- Oberfläche
- 20
- Ausnehmung
- 21
- Bereich
- 22
- Kantbereich
- 23
- Quersteg
- 24
- Ausstanzung
- 25
- Klebefläche
- 26
- Zacken
- 27
- Ein-/Auslaufschräge
- Y
- Längsschub
- X
- Querschub
- Z
- Seitenansicht
- H
- Höhendifferenz
1. Verbundprofil für Fenster, Fassaden, Wandelemente, Lichtdächer und/oder Türen, insbesondere
Brandschutz-Verbundprofil, mit:
- wenigstens einem, vorzugsweise zwei, Metallprofil(en) aus Metall, insbesondere aus
Stahl,
- wobei das wenigstens eine Metallprofil wenigstens eine Aufnahmenut für einen mit
Verankerungselementen versehenen Isoliersteg, insbesondere aus Kunststoff, aufweist,
und
- wobei das wenigstens eine Metallprofil und der wenigstens eine Isoliersteg jeweils
vorzugsweise durch Anpressen oder Anrollen wenigstens eines Nutsteges der Aufnahmenut
an den wenigstens einen Isoliersteg formschlüssig miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
- der wenigstens eine Isoliersteg (4) in seinen mit Verankerungselementen versehenen
und in die wenigstens eine Aufnahmenut (9) eingreifenden Bereichen derart mit wenigstens
einem Vorsprung und/oder wenigstens einer Ausnehmung (20) versehen ist, daß sich beim Anpressen oder Anrollen des Nutsteges (11) an den wenigstens einen Isoliersteg
(4) wenigstens eine quer zur Längserstreckungsrichtung des Verbundprofils erstreckende
Verformung des Nutsteges (11) ausbildet, welche das wenigstens eine Metallprofil (2,
3) und den wenigstens einen Isoliersteg (4) mit den Verankerungselementen (16) gegen
Relativverschiebungen in der Längserstreckungsrichtung des Verbundprofils sichert.
2. Verbundprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verformung wenigstens einen Kantbereich (22) ausbildet.
3. Verbundprofil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorsprünge durch die Verankerungselemente (16) gebildet werden.
4. Verbundprofil nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungselemente (16) in Ausnehmungen (20) der Isolierstege (4) eingesetzt
sind, wobei die Bauhöhe der Verankerungselemente (16) geringer oder höher ist als
die Erstreckung der Ausnehmungen (20) in den Isolierstegen (4).
5. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungselemente (16) im Querschnitt eine C- oder U-Form und in einer hierzu
senkrechten Ansicht im wesentlichen eine H-Form aufweisen.
6. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Nutsteg (11) das jeweilige Verankerungselementende (16) in seinem durchgeformten
Bereich (21) in den Nutgrund der Aufnahmenut (9) preßt, so daß das Verankerungselement (16) formschlüssig festgelegt ist.
7. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungselemente (16) metallisch ausgebildet sind und einen Formschluß zu
dem wenigstens einen Metallprofil (2, 3) ausbilden.
8. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungselemente (16) als Stanzbiegeteile aus Stahlblech ausgebildet sind.
9. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungselemente (16) im Anrollbereich zu den Metallprofilen Ausnehmungen
und/oder Vorsprünge aufweisen.
10. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungselemente (16) zumindest im Anrollbereich zu den Metallprofilen (2,3)
teilweise gezackt oder gewellt ausgebildet sind.
11. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, au gekennzeichnet, daß die Verankerungselemente
(16) in ihren an die Isolierstege (4) angrenzenden Randbereichen zumindest teilweise
angeschrägt ausgebildet sind.
12. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungselemente (16) auf die Isolierstege (4) aufgeklebt, aufgerastet oder
aufgeklemmt sind.
13. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallprofile (2,3) im Querschnitt im wesentlichen eine L-, C- oder U-Form mit
einem Grundsteg und wenigstens einem winklig zum Grundsteg ausgebildeten Längssteg
aufweisen, wobei die Grund- und Querstege eine zumindest abschnittsweise nach außen
offene Hohlkammer (14) ausbilden.
14. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in die Hohlkammern (14) der Metallprofile (2,3) Brandschutzleisten (7, 8) eingesetzt
und durch wenigstens einen Vorsprung an den Längsstegen der Metallprofile (2,3) gegen
Ausfallen aus den Metallprofilen (2,3) gesichert sind.
15. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Brandschutzleisten (7, 8) aus einem hydrophilen Adsorbens bestehen.
16. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Brandschutzleisten (7, 8) verklebungsfrei formschlüssig in die Hohlkammern (14)
eingesetzt sind.
17. Verbundprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallprofile (2, 3) aus einem Stahlblech durch einen Rollprozeß gefertigt sind.
18. Verbundprofil für Fenster, Fassaden, Wandelemente, Lichtdächer und/oder Türen, insbesondere
Brandschutz-Verbundprofil, mit:
- wenigstens einem, vorzugsweise zwei, Metallprofil(en) aus Metall, insbesondere aus
Stahl,
- wobei das wenigstens eine Metallprofil wenigstens eine Aufnahmenut für einen vorzugsweise
mit Verankerungselementen versehenen Isoliersteg, insbesondere aus Kunststoff, aufweist,
und
- wobei das wenigstens eine Metallprofil und der wenigstens eine Isoliersteg jeweils
vorzugsweise durch Anpressen oder Anrollen wenigstens eines Nutsteges der Aufnahmenut
an den wenigstens einen Isoliersteg formschlüssig miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die Metallprofile (2,3) im Querschnitt im wesentlichen eine L-, C- oder U-Form
mit einem Grundsteg (3a) und wenigstens einem winklig zum Grundsteg ausgebildeten
Längssteg (3b, 3c) aufweisen, wobei die Quer- und Längsstege wenigstens eine zumindest
teilweise nach außen offene Hohlkammer (14) ausbilden, in welche Brandschutzleisten
(7, 8) eingesetzt sind, und die Brandschutzleisten (7, 8) durch wenigstens einen Vorsprung
an den Quer- und/oder Längsstegen der Metallprofile (2,3) gegen Ausfallen aus den
Metallprofilen (2,3) gesichert sind.