(19)
(11) EP 1 139 375 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.10.2001  Patentblatt  2001/40

(21) Anmeldenummer: 01106785.7

(22) Anmeldetag:  19.03.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H01J 5/46, H01J 5/50
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 30.03.2000 DE 10015558

(71) Anmelder: Heraeus Noblelight GmbH
63450 Hanau (DE)

(72) Erfinder:
  • Ullrich, Bernd
    63526 Erlensee (DE)
  • Spitzenberg, Klaus
    63533 Mainhausen (DE)

(74) Vertreter: Kühn, Hans-Christian 
Heraeus Holding GmbH, Stabsstelle Schutzrechte, Heraeusstrasse 12-14
63450 Hanau
63450 Hanau (DE)

   


(54) Optischer Strahler


(57) Die Erfindung betrifft einen optischer Strahler, insbesondere für ultraviolette oder infrarote Strahlung, mit einem einseitig kittlos gesockelten Lampenkolben, aus dem mindestens zwei Anschlussdrähte jeweils über eine Quetschung am oberen und am unteren Ende des Lampenkolbens herausgeführt sind, wobei der erste Anschlussdraht am oberen Ende des Lampenkolbens mit einem oberen Ende eines biegesteifen Haltebügels fest verbunden ist, und wobei ein unteres Ende des Haltebügels als Anschlussstift durch eine erste Bohrung in einem Lampensockel geführt ist und an diesem mit einer Durchrutschsicherung befestigt ist. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen optischen Strahler bereitzustellen, der aus möglichst wenigen Einzelteilen schnell und kostengünstig hergestellt werden kann. Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der zweite Anschlussdraht am unteren Ende des Lampenkolbens schwebend durch eine zweite Bohrung im Lampensockel geführt ist.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen optischer Strahler, insbesondere für ultraviolette oder infrarote Strahlung, mit einem einseitig kittlos gesockelten Lampenkolben, aus dem mindestens zwei Anschlussdrähte jeweils über eine Quetschung am oberen und am unteren Ende des Lampenkolbens herausgeführt sind, wobei der erste Anschlussdraht am oberen Ende des Lampenkolbens mit einem oberen Ende eines biegesteifen Haltebügels fest verbunden ist, und wobei ein unteres Ende des Haltebügels als Anschlussstift durch eine erste Bohrung in einem Lampensockel geführt ist und an diesem mit einer Durchrutschsicherung befestigt ist.

[0002] Die Erfindung bezieht sich auf optische Strahler, wie sie beispielsweise als Wärmestrahler oder als UV-Strahler für die Bräunung, Entkeimung, Behandlung von Oberflächen oder für die Trocknung und Aushärtung dünner Schichten eingesetzt werden. Aufgrund hoher Leistungen der UV- oder IR-Strahler werden relativ hohe Temperaturen erzeugt, so dass damit einhergehende Wärmedehnungen und Temperaturbelastungen bei der konstruktiven Ausgestaltung und der Materialauswahl der Strahler eine wichtige Rolle spielen.

[0003] Derartige Strahler sind aus der DE 197 52 120 A1 bekannt. Hier ist ein einseitig kittlos gesockelter optischer Strahler mit einem keramischen Lampensockel offenbart, durch welchen zwei Anschlussstifte zur Kontaktierung der oben und unten aus dem Lampenkolben ragenden Anschlußdrähte geführt sind. Dabei ist der Anschlußstift zur Kontaktierung des oberen Anschlußdrahtes einteilig mit einem biegesteifen Haltebügel ausgeführt. Der Anschlußstift zur Kontaktierung des unteren Anschlußdrahtes wird entweder abgewinkelt oder gerade ausgeführt. Bei einer geraden Ausbildung dieses Anschlußstiftes wird der untere Anschlußdraht abgewinkelt. Die Verbindung zwischen Anschlußstiften beziehungsweise Haltebügel und Anschlußdrähten erfolgt vorzugsweise durch eine Punktschweißung. Die beiden Anschlußstifte sind beiderseits der Bohrungen im Lampensockel, durch welche sie geführt sind, mit einer Durchrutschsicherung versehen. Unter einer Durchrutschsicherung wird dabei eine geeignete Gestaltung des Anschlußstiftes oder ein am Anschlußstift angreifendes Bauteil verstanden, womit ein vollständiges Durchrutschen des Anschlußstiftes durch die Bohrung des Lampensockels verhindert wird. Ein Spiel des Anschlußstiftes innerhalb der Bohrung wird dadurch nicht ausgeschlossen.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen optischen Strahler bereitzustellen, der aus möglichst wenigen Einzelteilen schnell und kostengünstig hergestellt werden kann.

[0005] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der zweite Anschlussdraht am unteren Ende des Lampenkolbens schwebend durch eine zweite Bohrung im Lampensockel geführt ist. Dadurch kann einerseits auf einen zusätzlichen Anschlußstift zur Kontaktierung dieses zweiten Anschlussdrahts am unteren Ende des Lampenkolbens und andererseits auf die Durchrutschsicherungen an diesem Anschlußstift verzichtet werden. Der zweite Anschlussdraht am unteren Ende des Lampenkolbens wird demnach nicht mit dem Lampensockel verbunden, sondern die zweite Bohrung dient lediglich als Führung für den zweiten Anschlußdraht. Durch die einseitig schwebende Aufhängung des Lampenkolbens sind Wärmedehnungen aufgrund der hohen Leistungen und Temperaturen der UV- oder IR-Strahler problemlos möglich. Die Montage des Strahlers ist wesentlich vereinfacht, was sich neben der Einsparung an Teilen zusätzlich kostensenkend auswirkt.

[0006] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der zweite Anschlussdraht und das als Anschlussstift ausgeführte untere Ende des Haltebügels auf der dem Lampenkolben abgewandten Seite des Lampensockels jeweils mit einer flexiblen Anschlussleitung verbunden sind. Die Verbindung kann beispielsweise durch Schweißen erfolgen. Die Anschlussleitungen sollten zur Vermeidung von Kurzschlüssen beispielsweise mit einer isolierenden Gewebeschicht umgeben sein. Idealerweise weist der Lampensockel eine Befestigungsvorrichtung auf. Dabei wird unter einer Befestigungsvorrichtung jede erdenkliche konstruktive Ausgestaltung des Lampensockels verstanden, die dazu geeignet ist, den optischen Strahler an seinem späteren Einsatzort zu befestigen. Es kommen beispielsweise Verschraubungen, Steckverbindungen oder Klemmverbindungen in Frage. Die Befestigungvorrichtung dient also rein einer mechanischen Fixierung und nicht der elektrischen Kontaktierung des Strahlers. Die elektrische Kontaktierung des Strahlers erfolgt über die flexiblen Anschlußleitungen, wobei eine Zugentlastung der elektrischen Kontaktierung durch die Befestigungsvorrichtung erreicht wird.

[0007] Eine mögliche Ausgestaltungsform der Befestigungsvorrichtung bilden zwei Öffnungen beziehungsweise Einschnitte auf der dem Lampenkolben abgewandten Seite des Lampensockels. Durch die beiden Öffnungen können beispielsweise Schrauben geführt werden, um den Strahler am Einsatzort zu fixieren. Die beiden Öffnungen können aber auch für eine Steckverbindung genutzt werden.

[0008] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Haltebügel im Bereich des Lampensockels eine Ausbuchtung aufweist, die gleichzeitig als Durchrutschsicherung und als Verdrehsicherung fungiert. Dazu eignen sich beispielsweise U-förmig Ausbuchtungen des Haltebügels oder Ausbuchtungen, die durch eine Veränderung im Querschnitt des Haltebügels gebildet sind.

[0009] Die Länge des optischen Strahlers kann vorteilhaft dadurch verkürzt werden, dass der Lampensockel auf der dem Lampenkolben zugewandten Seite im Bereich der zweiten Bohrung eine Einbuchtung aufweist und dass die Quetschung am unteren Ende des Lampenkolbens, durch welche der zweite Anschlussdraht herausgeführt ist, mindestens teilweise in die Einbuchtung eintaucht. Diese Ausführungform ist besonders dann zu empfehlen, wenn am Einsatzort wenig Raum zum Einbau des Strahlers zur Verfügung steht.

[0010] Vorteilhaft ist es auch, wenn die erste Bohrung auf der dem Lampenkolben zugewandeten Seite des Lampensockels als Verdrehsicherung der Ausbuchtung des Haltebügels formschlüssig angepasst ist.

[0011] Die Figuren 1 bis 6d zeigen beispielhaft eine mögliche Ausführungsform eines erfindungsgemäßen optischen Strahlers, wobei verdeckte Linien im Vergleich zu sichtbaren Linien in dünnerer Strichstärke dargestellt sind.

Fig. 1: Einsatzfähiger optischer Strahler in dreidimensionaler Darstellung

Fig. 2: Lampensockel in dreidimensionaler Darstellung

Fig. 3: Lampensockel aus Fig. 2 in der Draufsicht

Fig. 4: Lampensockel aus Fig. 2 in der Seitenansicht

Fig. 5: Lampensockel aus Fig. 2 im Schnittbild

Fig. 6a bis 6d: Haltebügel mit einer U-förmigen Ausbuchtung aus unterschiedlichen Blickwinkeln



[0012] Fig. 1 zeigt einen optischen Strahler 1 mit einem Lampenkolben 2, aus dem zwei Anschlußdrähte 3a; 3b jeweils über eine Quetschung 4a; 4b am oberen und am unteren Ende des Lampenkolbens 2 geführt sind. Desweiteren ist ein Lampensockel 5 und ein Haltebügel 6 mit einer U-förmigen Ausbuchtung 6a dargestellt. Der Haltebügel 6 ist an seinem oberen Ende mit dem ersten Anschlußdraht 3a durch eine Punktschweißung verbunden. Das untere Ende des Haltebügels 6 und der Anschlußdraht 3b sind durch den Lampensockel 5 geführt und auf der dem Lampenkolben 2 abgewandten Seite des Lampensockels 5 jeweils durch eine Schweißverbindung mit einer flexiblen Anschlussleitung 7 elektrisch leitend verbunden. Auf der dem Lampenkolben 2 abgewandten Seite des Lampensockels 5 ist am Haltebügel 6 eine hier nicht dargestellte Durchrutschsicherung angeordnet, die den Haltebügel 6 ortsfest mit dem Lampensockel 5 verbindet. Dabei bestimmt der Haltebügel 6 die räumliche Lage des Lampenkolbens 2.

[0013] Fig. 2 zeigt den Lampensockel 5 aus Fig. 1 mit einer Befestigungsvorrichtung, die durch zwei Öffnungen 8 auf der dem Lampenkolben 2 abgewandten Seite des Lampensockels 5 gebildet ist. Es ist eine Einbuchtung 9 mit einer zentrisch angeordneten zweiten Bohrung 10 im Lampensockel 5 zu erkennen, wobei die zweite Bohrung 10 zur Aufnahme des zweiten Anschlußdrahtes 3b und die Einbuchtung 9 zur Aufnahme der Quetschung 4b am unteren Ende des Lampenkolbens 2 geeignet ist. Neben der Einbuchtung 9 befindet sich das dem Lampenkolben 2 zugewandte Ende 11 der ersten Bohrung 12, wobei das Ende 11 der Bohrung 12 formschlüssig der Ausbuchtung 6a des Haltebügels 6 angepasst ist. Die beiden Bohrungen 10; 12 werden auf der dem Lampenkolben 2 abgewandten Seite des Lampensockels 5 von jeweils einer Einfräsung 13 durchkreuzt, die das Anbringen einer Durchrutschsicherung am Haltebügel 6 beziehungsweise den Anschluß der flexiblen Anschußleitungen an den Haltebügel 6 und den zweiten Anschlußdraht 3b ermöglichen oder zumindest erleichtern.

[0014] Fig. 3 zeigt den Lampensockel 5 aus Fig. 2 in einer Draufsicht, wobei die zweite Bohrung 10 mit der Einbuchtung 9 sowie die erste Bohrung 12 mit ihrem Ende 11 erkennbar ist.

[0015] Fig. 4 zeigt den Lampensockel 5 aus Fig. 2 in einer Seitenansicht, wobei die erste Bohrung 12 mit ihrem Ende 11, die zweite Bohrung 10, die Einfräsungen 13 und Einbuchtung 9 im Lampensockel 5 verdeckt angeordnet sind.

[0016] Fig. 5 zeigt den Lampensockel aus Fig. 2 im Schnittbild, wobei die zur mechanischen Befestigung des Lampensockels vorgesehenen Öffnungen 8, die Einfräsungen 13 sowie ein Absatz 14 unterhalb der Bohrung 12 zu erkennen sind, welcher hier zum Anbringen einer nicht gezeigten Durchrutschsicherung dient. Der Durchmesser der ersten Bohrung 12 ist auf den Haltebügel 6 abgestimmt, während der Durchmesser der zweiten Bohrung 10 auf den zweiten Anschlußdraht 3b abgestimmt ist. Das obere, dem Lampenkolben 2 zugeordnete Ende 11 der ersten Bohrung 12 ist mit einer Schräge im Bereich der U-förmigen Ausbuchtung 6a des Haltebügels 6 versehen, um die Ausbuchtung 6a des Haltebügels 6 zumindest teilweise möglichst formschlüssig zu umgeben.

[0017] Fig. 6a bis 6c zeigen einen biegesteifen, drahtförmigen Haltebügel 6 mit einer U-förmigen Ausbuchtung 6a aus unterschiedlichen Blickwinkeln
Fig. 6d zeigt das obere Ende des Haltebügels 6 im Bereich der Verbindung mit dem ersten Anschlußdraht 3a, wobei das obere Ende eine einseitig abgeflachte Spitze aufweist, die den Punktschweißvorgang vereinfacht.


Ansprüche

1. Optischer Strahler, insbesondere für ultraviolette oder infrarote Strahlung, mit einem einseitig kittlos gesockelten Lampenkolben, aus dem mindestens zwei Anschlussdrähte jeweils über eine Quetschung am oberen und am unteren Ende des Lampenkolbens herausgeführt sind, wobei der erste Anschlussdraht am oberen Ende des Lampenkolbens mit einem oberen Ende eines biegesteifen Haltebügels fest verbunden ist, und wobei ein unteres Ende des Haltebügels als Anschlussstift durch eine erste Bohrung in einem Lampensockel geführt ist und an diesem mit einer Durchrutschsicherung befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Anschlussdraht ( 3b ) am unteren Ende des Lampenkolbens ( 2 ) schwebend durch eine zweite Bohrung ( 10 ) im Lampensockel ( 5 ) geführt ist.
 
2. Optischer Strahler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Anschlussdraht ( 3b ) und das als Anschlussstift ausgeführte untere Ende des Haltebügels ( 6 ) auf der dem Lampenkolben ( 2 ) abgewandten Seite des Lampensockels ( 5 ) jeweils mit einer flexiblen Anschlussleitung ( 7 ) verbunden sind.
 
3. Optischer Strahler nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Lampensockel ( 5 ) eine Befestigungsvorrichtung aufweist.
 
4. Optischer Strahler nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung durch zwei Öffnungen ( 8 ) auf der dem Lampenkolben ( 2 ) abgewandten Seite des Lampensockels ( 5 ) gebildet ist.
 
5. Optischer Strahler nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltebügel ( 6 ) im Bereich des Lampensockels ( 5 ) eine Ausbuchtung ( 6a ) aufweist.
 
6. Optischer Strahler nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbuchtung ( 6a ) U-förmig ist.
 
7. Optischer Strahler nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbuchtung ( 6a ) durch eine Veränderung im Querschnitt des Haltebügels ( 6 ) gebildet ist.
 
8. Optischer Strahler nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Lampensockel ( 5 ) auf der dem Lampenkolben ( 2 ) zugewandten Seite im Bereich der zweiten Bohrung ( 10 ) eine Einbuchtung ( 9 ) aufweist und dass die Quetschung ( 4b ) am unteren Ende des Lampenkolbens ( 2 ), durch welche der zweite Anschlussdraht ( 3b ) herausgeführt ist, mindestens teilweise in die Einbuchtung ( 9 ) eintaucht.
 
9. Optischer Strahler nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Ende ( 11 ) der ersten Bohrung ( 12 ) auf der dem Lampenkolben ( 2 ) zugewandeten Seite des Lampensockels ( 5 ) mindestens teilweise als Verdrehsicherung der Ausbuchtung ( 6a ) des Haltebügels ( 6 ) formschlüssig angepasst ist.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht