[0001] Die Erfindung betrifft eine Reinigungsmasse für Vorrichtungen zur Verarbeitung von
thermoplastischen Schmelzen.
[0002] Bei der Verarbeitung von Thermoplasten auf Schneckenmaschinen ist der Wechsel von
einem Thermoplasten auf den anderen häufig mit langen Zwischenlaufzeiten verbunden.
Das ist dadurch bedingt, daß bei dem Wechsel von einem Material auf ein anderes thermoplastische
Schmelze des bisher verwendeten Materials in der Schneckenmaschine zurückbleibt. Diese
Reste werden bei einer Umstellung allmählich ausgetragen und verunreinigen die so
hergestellten Formteile und Halbzeuge, so daß diese verworfen werden müssen. Ein solcher
Materialwechsel kann sich über Stunden und Tage hinziehen, was zu hohen Kosten in
Bezug auf Energie und Rohstoffbedarf, zu erheblichem Zeitaufwand und entgangener Maschinennutzung
führt. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn die zu wechselnden Materialien Thermoplasten
sind, die sich hinsichtlich der Verarbeitungstemperatur und/oder ihrem chemischen
Aufbau oder ihrer Zusammensetzung unterscheiden, wenn ein Wechsel von dunklen auf
helle Farben oder von einem undurchsichtigen Produkt auf einen transparenten oder
glasklaren Thermoplasten, wie beispielsweise Polystyrol, erforderlich wird.
[0003] Um diesen Vorgang zu beschleunigen, war es im Stand der Technik üblich, den Extruder
außer Betrieb zu nehmen, Zylinder und Schnecke zu demontieren, zu reinigen und anschließend
im gereinigten Zustand wieder zu montieren. Das Abschalten des Extruders und das anschließende
Reinigen verursachte nicht nur erhebliche Kosten, sondern führte durch die Verwendung
von Werkzeugen auch zu einer Beschädigung der Innenwandungen der Extruderteile. Zudem
besteht bei der Demontage ein hohes Risiko der Beschädigung der Anbauteile, wie z.B.
Thermoelemente oder Dichtungen.
[0004] Um diese umständliche Verfahrensweise zu vermeiden, ist im Stand der Technik durch
die DE-A-23 21 883 auch bekannt geworden, eine Reinigungsmasse zu verwenden, die in
den Extrudereinlaß eingespeist und durch den Extruder gefördert wird, bis die Extruderwandungen
frei sind von Materialresten, insbesondere von inkrustierten Materialresten. Dies
wird erreicht durch eine Zusammensetzung der Reinigungsmasse, die aus einem spröden
thermoplastischen Polymeren besteht, das in ein zweites Polymer eingebettet wird.
Die Reinigungstemperatur im Extruder wird so gesteuert, daß sich dieses zweite Polymer
bei dem Reinigungsvorgang in einem flüssigen oder fließfähigen Zustand befindet. Es
bildet somit einen Träger für die Partikel des ersten Polymers. Wesentlich für das
spröde Polymer ist, daß es beim Durchgang durch die Extruderschnecke zerstoßen oder
zerkleinert werden kann. Die Reinigungswirkung dieser Masse besteht darin, daß die
zerstoßenen oder zerkleinerten Polymerpartikel die Ablagerungen in den verschmutzten
Zonen des Extruders durch Abscheuern lösen und entfernen. Die flüssige oder fließfähige
zweite Polymerkomponente hat die Aufgabe, die Partikel des ersten spröden Polymeren
durch den Extruder zu befördern und von den Oberflächen der Extruderinnenwandungen
losgelöste Ablagerungen aufzunehmen.
[0005] Nachteilig bei diesem Verfahren ist, daß auch hier durch das Verwenden von spröden,
durch Zerkleinern gegebenenfalls auch spitzen Polymerpartikeln, die das Abscheuern
der Innenwandungen der Extruderteile bewirken sollen, Beschädigungen erfolgen können.
Außerdem besteht die Gefahr, daß die zerstoßenen oder zerkleinerten spröden Polymerpartikel
dieser bekannten Reinigungsmasse sich in Hohlräumen des Extruders oder insbesondere
beim Durchgang durch sich verjüngende Verbindungs- oder Zwischenstücke stecken bleiben
und somit den Extruder verstopfen, so daß er doch manuell gereinigt werden muß. Außerdem
ist diese Reinigungsmasse für solche Thermoplasten nicht geeignet, die über der Sprödigkeitstemperatur
des eingesetzten, zerkleinerten ersten Polymers schmelzen, da dann die Polymerpartikel
erweichen, ihre Sprödigkeit und somit ihre reinigende Wirkung verlieren.
[0006] Durch die DE-A-38 02 127 ist ein Verfahren zur Reinigung von Extrudern bekannt geworden,
bei dem ein oder mehrere organische oder anorganische Salze zusammen mit einem oder
mehreren organischen oder anorganischen Lösungsmitteln, in denen sich das jeweilige
Salz löst, durch den Extruder gefördert werden. Nachteilig an diesem Verfahren ist,
daß durch den Einsatz der Lösungsmittel Korrosion im Bereich der Einzugszone der Schnecke
des Extruders auftreten kann. Außerdem zwingt der entstehende Lösungsmitteldampf in
dem heißen Extruder zu besonderen Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen. Nach diesem Verfahren
können Entgasungschnecken nur nach Verschließen der Entgasungsöffnung gereinigt werden,
da das Lösungsmittel im drucklosen Bereich entweicht.
[0007] Die JP-A 55093436 beschreibt eine Reinigungsmasse gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 zum Entfernen von Kunststoff aus Extrudern, die aus einer Mischung eines Styrolharzes
und eines kristallinen, linearen Polyesterharz besteht. Das Polyesterharz weist einen
Schmelzpunkt auf, der über der Verarbeitungstemperatur des Styrolharzes liegt. Die
Reinigungsmasse wird bei einer Temperatur eingespritzt, die höher als die Verarbeitungstemperatur
des Styrolharzes und niedriger als die Verarbeitungstemperatur des Polyesterharzes
liegt, in einer ersten Stufe. In einer zweiten Stufe wird bei einer Temperatur gereinigt,
die höher als der Schmelzpunkt des Polyesterharzes ist.
[0008] Aus der JP-A 55095545 ist eine Reinigungsmasse gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 zum Reinigen von Extrudern bekannt, die aus einem Styrolharz, vorzugsweise Acrylnitril-Acrylkautschuk-Styrol,
und einem kristallinen Polyesterharz besteht. Das Polyesterharz hat eine höhere Schmelztemperatur
als die Verarbeitungstemperatur des Harzes A. Bei dem Polyesterharz handelt es sich
vorzugsweise um Polyethylenterephthalat. Die Reinigung wird bei zwei verschiedenen
Temperaturen in zwei Stufen durchgeführt, die jeweils über den Schmelzpunkten der
Harzmischung liegen. Diese Temperaturen sind beispielsweise 190 bis 230 °C in der
ersten Stufe und 240 bis 280 °C in der zweiten Stufe.
[0009] Ausgehend vom diesen Stand der Technik lag der vorliegenden Erfindung daher die Aufgabe
zugrunde, eine Reinigungsmasse für Vorrichtungen zur Verarbeitung thermoplastischer
Schmelzen bereitzustellen, durch die eine Beschädigung der Extruderinnenwände oder
ein Verstopfen beim Durchgang durch sich verjüngende Teile des Extruders wirksam vermieden
werden kann und gleichzeitig eine hohe Reinigungswirkung erzielt wird.
[0010] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Reinigungsmasse gemäß dem Anspruch 1, die im
wesentlichen diskrete, plastisch deformierbare Teilchen aus einem Thermoplast (A)
(erster Thermoplast) mit einem Schmelzpunkt über 250°C und einer Kristallinität von
kleiner oder gleich 50% und einen amorphen oder teilkristallinen Thermoplasten (B)
(zweiter Thermoplast) mit einer Verarbeitungstemperatur, die unterhalb des Schmelzpunktes
des Thermoplasten (A) liegt, enthält, wobei der Thermoplast (A) mit 1 bis 95 Gew.-%
und der Thermoplast (B) mit 5 bis 99 Gew.-% zugegen sind, und sich die gewichtsprozentualen
Anteile von (A) und (B) jeweils zu 100% oder weniger ergänzen. Der Thermoplast (A)
ist ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus teilaromatischen Polyamiden, Polysulforaten,
Polyethersulfonaten, Polyaryletherketonen, Polyetheretherketonen, Polyphenylenethylen
oder Mischungen davon.
[0011] Bei der erfindungsgemäßen Reinigungsmasse wirken die im wesentlichen diskreten, plastisch
deformierbaren Teilchen aus dem Thermoplasten (A) in sehr effektiver Weise reinigend,
während der amorphe oder teilkristalline Thermoplast (B) als flüssiger oder fließfähiger
Träger für die plastisch deformierbaren Teilchen aus dem Thermoplast (A) und/oder
abgelösten Verunreinigungen wirkt. Durch die sehr effektive Reinigungswirkung verläuft
der Wechsel von einem auf das nächste Material sehr schnell, auch dann, wenn ein Werkstoffwechsel
von dunklen Farben oder schwarz auf helle Farben oder von einem undurchsichtigen oder
farbigen Material auf ein glasklares Material vorgenommen werden soll.
[0012] Besonders vorteilhaft ist auch, daß sich die reinigende Wirkung von (A) nicht nur
dann zeigt, wenn das verwendete Polymer (B) einen Schmelzpunkt unterhalb der Sprödigkeitstemperatur
(Tg) aufweist, sondern daß grundsätzlich jedes Polymer (B) geeignet ist, dessen Schmelzpunkt
unter dem des Polymeren (A) liegt.
[0013] Des weiteren ist vorteilhaft, daß die plastisch deformierbaren Teilchen aus dem Thermoplasten
(A) auch Verjüngungen im Extruder, beispielsweise bei Zwischenoder Verbindungsstücken,
problemlos passieren können. Sie werden aufgrund ihrer plastischen Deformierbarkeit
im Extremfall zu langen dünnen Fäden auseinandergezogen. Entsprechend kann die Reinigungsmasse
auch in Kavitäten mit dünnen Formteilwanddicken von z.B. 0,4 mm eingespritzt werden.
Von besonderem Vorteil ist auch, daß bei Spritzgießmaschinen die Demontage der Maschinendüse
entfällt. Auch Verschlußdüsen können auf der Maschine belassen werden. Der Reinigungsvorgang
kann auch bei Werkzeugen mit Heißkanal durchgeführt werden. Weil die Reinigungsmasse
durch den Heißkanal in die Kavität gespritzt werden kann, läßt sich der Materialwechsel
im Heißkanal beschleunigen.
[0014] Es wurde außerdem festgestellt, daß die Verschleißrate der beanspruchten Reinigungsmasse
äußerst gering ist und nach Versuchen mit einer Modellverschleißmethode für strömende
plastifizierte Kunststofformmassen dem Verschleiß eines nicht gefüllten, d.h. unverstärkten
Thermoplasten entspricht ("Verschleiß in der Kunststoffverarbeitung: Phänomene und
Schutzmaßnahmen", Günter Menning, Hanser Verlag 1990, Seiten 194-197).
[0015] Die gewichtsprozentualen Anteile von Thermoplast (A) zu Thermoplast (B) können 5-30
: 70-95 Gew.%, bevorzugt 5-25 : 75-95 Gew.-% und besonders bevorzugt 7-15: 85-93 Gew.-%
betragen.
[0016] Die teilaromatischen Polyamide können beispielsweise aufgebaut sein aus Terephtalsäure,
Isophtalsäure, Caprolactam, Adipinsäure, Hexamethylendiisocyanat, m-Xylendiamin und/oder
2-Methylpentamethylendiamin.
[0017] Weiterhin sind Polyamide, die durch Copolymerisation zweier oder mehrerer der vorgenannten
Monomeren erhältlich sind, oder Mischungen mehrerer Polyamide geeignet, wobei das
Mischungsverhältnis beliebig ist.
[0018] Derartige teilaromatische, teilkristalline Copolyamide sind beispielsweise aufgebaut
aus Einheiten, die sich von Terephthalsäure und Hexamethylendiamin ableiten. Solche
Einheiten können in einem Anteil von 20 - 90 Gew.-% enthalten sein.
[0019] Neben diesen Einheiten enthalten die Copolyamide Einheiten, die sich von ε-Caprolactam
ableiten und/oder Einheiten, die sich von Adipinsäure und Hexamethylendiamin und/oder
Einheiten, die sich von weiteren polyamidbildenden Monomeren ableiten.
[0020] Der Anteil an Einheiten, die sich von -Caprolactam ableiten, beträgt maximal 50 Gew.-%,
vorzugsweise 20 bis 50 Gew.-%, insbesondere 25 bis 40 Gew.-%, während der Anteil an
Einheiten, die sich von Adipinsäure und Hexamethylendiamin ableiten, bis zu 80 Gew.-%,
vorzugsweise 30 bis 75 Gew.-% und insbesondere 35 bis 60 Gew.-% beträgt.
[0021] Die Copolyamide können auch sowohl Einheiten von ε-Caprolactam als auch Einheiten
von Adipinsäure und Hexamethylendiamin enthalten; in diesem Fall ist es von Vorteil,
wenn der Anteil an Einheiten, die frei von aromatischen Gruppen sind, mindestens 10
Gew.-% beträgt, vorzugsweise mindestens 20 Gew.-%. Das Verhältnis der Einheiten, die
sich von ε-Caprolactum und von Adipnsäure und Hexamethylendiamin ableiten, unterliegt
dabei keiner besonderen Beschränkung.
[0022] Als vorteilhaft sind solche Polyamide zu nennen, die 50 bis 80, insbesondere 60 bis
75 Gew.-% Einheiten, die sich von Terephthalsäure und Hexamethylendiamin ableiten
und 20 bis 50, vorzugsweise 25 bis 40 Gew.-% Einheiten, die sich von ε-Caprolactam
ableiten, enthalten.
[0023] Die teilaromatischen Copolyamide können außerdem bis zu 40, vorzugsweise 10 - 30
Gew.-% und insbesondere 20 - 30 Gew.-% weiterer polyamidbildender Monomere enthalten;
wie sie von anderen Polyamiden bekannt sind. Dabei sind aromatische Dicarbonsäuren
zu nennen, die 8 bis 16 Kohlenstoffatome aufweisen. Geeignete aromatische Dicarbonsäuren
sind beispielsweise Isophthalsäure, substituierte Terephthal- und Isophthalsäuren,
wie 3-t-Butylisophthalsäure, mehrkernige Dicarbonsäuren, z.B. 4,4'- und 3,3'-Diphenyldicarbonsäure,
4,4'- und 3,3'-Diphenylmethandicarbonsäure, 4,4'- und 3,3'-Diphenylsulfondicarbonsäure,
1,4-oder 2,6-Naphthalindicarbonsäure, Phenoxyterephthalsäure, wobei Isophthalsäure
besonders bevorzugt ist.
[0024] Weitere polyamidbildende Monomere können sich von Dicarbonsäuren mit 4 bis 16 Kohlenstoffatomen
und aliphatischen oder cycloaliphatischen Diaminen mit 4 bis 16 Kohlenstoffatomen
sowie von Aminocarbonsäuren bzw. entsprechenden Lactamen mit 7 bis 12 Kohlenstoffatomen
ableiten. Als geeignete Monomeren dieser Typen sind unter anderem Suberinsäure, Azelainsäure
oder Sebacinsäure als Vertreter der aliphatischen Dicarbonsäuren, 1,4-Butandiamin,
1,5-Pentandiamin, Piperazin als Vertreter der Diamine und Capryllactam, Önanthlactam,
ω-Aminoundecansäure und Laurinlactam als Vertreter von Lactamen bzw. Aminocarbonsäuren
zu nennen.
[0025] Hierbei sind folgende Zusammensetzungen der Komponente (A) besonders bevorzugt:
65 bis 85 Gew.-% Einheiten, die sich von Terephthalsäure und Hexamethylendiamin ableiten
und 15 bis 35 Gew.-% Einheiten, die sich von Isophtalsäure und Hexamethylendiamin
ableiten
oder
50 bis 70 Gew.-% Einheiten, die sich von Terephthalsäure und Hexamethylendiamin ableiten
und 10 bis 20 Gew.-% Einheiten, die sich von Adipinsäure und Hexamethylendiamin ableiten
und 20 bis 30 Gew.-% Einheiten, die sich von Isophthalsäure und Hexamethylendiamin
ableiten.
[0026] Sind cyclische aliphatische Diamine als Polyamidbausteine enthalten so sind hierbei
insbesondere als Diaminkomponenten Bis (4-aminocyclohexyl)-methan, Bis (4-amino-3-methylcyclohexyl)methan,
Bis (4-aminocyclohexyl)-2,2-propan, Bis (4-amino-3-methylcyclohexyl)-2,2-propan, Cyclohexandiamin
und Isophorondiamin bevorzugt. Derartige teilaromatische, teilkristalline Polyamide
werden in der DE-A 44 04 250 beschrieben.
[0027] Weiterhin haben sich solche teilaromatischen Copolyamide als besonders vorteilhaft
erwiesen, deren Triamingehalt weniger als 0,5, vorzugsweise weniger als 0,3 Gew.-%
beträgt. Die Herstellung dieser Copolyamide kann nach den in den EP-A 129 195 und
129 196 beschriebenen Verfahren erfolgen.
[0029] Zu den besonders bevorzugten Polymeren zählen solche mit 0 bis 100 Mol-% wiederkehrenden
Einheiten der Formel (II):

und 0 bis 100 Mol-% wiederkehrenden Einheiten der Formel (III):

[0030] Die Molprozentangabe bezieht sich auf den Gehalt an SO
2-Gruppen. Besonders bevorzugt werden die Polymere mit 3 bis 97 Mol-% wiederkehrenden
Einheiten der Formel (II) und 3 bis 97 Mol-% wiederkehrenden Einheiten der Formel
(III) als Thermoplast (A) eingesetzt.
[0031] Polyaryletherketone, die ebenfalls als Thermoplast (A) in der erfindungsgemäßen Reinigungsmasse
eingesetzt werden können, sind an sich bekannt und Methoden zu ihrer Herstellung sind
auch in der Literatur beschrieben.
[0032] Bevorzugte Polyaryletherketone enthalten sich wiederholende Einheiten der allgemeinen
Formel (IV)
(O-Ar
1)
x-(T-Ar
2)
y-OAr
3-CO-(Ar
4-Q
z)-Ar
5 (IV)
[0033] Darin können Ar
1 bis Ar
5 gleich oder verschieden voneinander sein und unabhängig voneinander einen aromatischen
Rest mit 6 bis 18 C-Atomen bedeuten. Beispiele geeigneter Reste Ar
1 bis Ar
5 sind Phenylen, Bisphenylen, Terphenylen, 1,5-Naphtylen, 1,6-Naphtylen, 1,5-Anthrylen,
9,10-Anthrylen oder 2,6-Anthrylen. Darunter werden 1,4-Phenylen und 4,4'-Bisphenylen
bevorzugt. Vorzugsweise sind diese aromatischen Reste nicht substituiert. Sie können
jedoch einen oder mehrere Substituenten tragen. Geeignete Substituenten sind beispielsweise
Alkyl-, Arylalkyl-, Aryl-, Nitro-, Cyano-, Alkoxygruppen oder Halogenatome. Zu den
bevorzugten Substituenten zählen Alkylreste mit bis zu 10 Kohlenstoffatomen, wie Methyl,
Ethyl, i-Propyl, n-Hexyl, i-Hexyl, C
1- bis C
10-Alkoxyreste, wie Methoxy, Ethoxy, n-Propoxy, n-Butoxy, Arylreste mit bis zu 20 Kohlenstoffatomen
wie Phenyl oder Naphthyl sowie Fluor und Chlor. T und Q können gleich oder verschieden
voneinander sein und unabhängig voneinander -O-, SO
2-, -CO- oder -COO- bedeuten, wobei -O- und -CO- bevorzugt sind.
[0034] Die Variablen x, y und z können gleich oder verschieden voneinander sein und unabhängig
voneinander eine ganze Zahl von 0 bis 3 bedeuten.
[0036] Die Polyaryletherketone können auch statistische oder geordnete Copolymere, wie alternierende
oder Blockcopolymere sein. Es können auch Mischungen unterschiedlicher Polyaryletherketone
verwendet werden. In der Regel weisen die Polyaryletherketone Schmelzvolumenindices
(MVI) von 20 bis 500 cm
3/10 min (gemessen nach DIN 53 735, bei 400°C und einer Belastung von 10 kg) auf. Bevorzugt
werden Polyaryletherketone mit Schmelzvolumenindices von 30 bis 450 cm
3/10 min (gemessen nach DIN 53 735, bei 400°C und einer Belastung von 10 kg).
[0037] Der Thermoplast (B) der erfindungsgemäßen Reinigungsmasse kann ausgewählt sein aus
der Gruppe bestehend aus Polyolefinen, Polyoxymethylen- Homo- oder Copolymeren, Polycarbonaten,
Polyestern, Polyamiden, vinylaromatischen Polymeren oder Mischungen davon. Dabei ist
es in Hinblick auf die erwähnten Polyamide selbstverständlich, daß von den Vertretern
dieser Stoffklasse solche verwendet werden, die von denen, die als Thermoplast (A)
verwendet werden können, unterschiedlich sind. Die Auswahl des Vertreters dieser Stoffklasse
richtet sich für Thermoplast (A) und Thermoplast (B) nach den jeweils erforderlichen,
weiter oben angegebenen Eigenschaften.
[0038] Der Thermoplast (A) kann in der Reinigungsmasse granulatförmig vorliegen. Die bevorzugten
geometrischen Abmessungen sind die eines zylinder- oder linsenförmiges Granulates
mit einem Durchmesser von 1 bis 6 mm und einer Länge von 1 bis 8 mm.
[0039] In der erfindungsgemäßen Reinigungsmasse können außerdem ein oder mehrere Zusatzstoffe
enthalten sein, die ausgewählt sind aus Verstärkungsmitteln, Verarbeitungshilfsmitteln,
UV- und Wärmestabilisatoren oder Flammschutzadditiven.
[0040] Im folgenden wird die Erfindung anhand ausgewählter Versuchsbeispiele näher beschrieben.
[0041] Versuche zur Reinigungswirkung der Mischung
Beispiel 1
[0042] Eine Spritzgießmaschine vom Typ Mannesmann Demag Ergotech 100/310 mit einer Schließkraft
von 1000 kN und einem Schneckendurchmesser von 30 mm, auf der glasfaserverstärktes
Polyamid 66 mit schwarzer Einfärbung verarbeitet wird (Verarbeitungstemperatur 285°C)
soll auf ein leichtfließendes, unverstärktes, hellrot eingefärbtes Polyamid 66 (Verarbeitungstemperatur
285°C) umgestellt werden. Bei dem Werkzeug handelt es sich um ein Einfach-Werkzeug
für ein Gehäuse mit außenbeheiztem Heißkanal, Hersteller Eurotool, mit einem Anschnittdurchmesser
von 0,8 mm.
1. Reinigungslauf
[0043] In den Trichter der Spritzgießmaschine werden zunächst 3 kg einer Reinigungsmischung
der nachfolgend angegebenen Zusammensetzung gefüllt und bei unveränderter Verarbeitungstemperatur
(285°C) zu Formteilen verarbeitet. Die Reinigungsmischung besteht aus: Thermoplast
(A) Polyamid 6T/6 im Verhältnis 70:30: mit einer Viskositätszahl (VZ) von 130 g/ml
(gemessen in 96%-iger H
2SO
4 als 0,5 gew.-%ige Lösung), mit einem Schmelzpunkt Tm = 298°C, einer Glasübergangstemperatur
Tg = 105°C (DSC-Messung), einer Kristallinität von 40%, gemessen durch Röntgenstrahlbeugung;
Thermoplast (B) Polyamid 66, VZ = 140 g/ml (gemessen in 96%-iger H
2SO
4 als 0,5 gew.-%ige Lösung), mit einem Mischungsverhältnis von Thermoplast (A) zu Thermoplast
(B) von 1:10, was der Mischung von 0,3 kg Polyamid 6T/6 mit 2,7 kg Polyamid 66 entspricht.
[0044] Der Reinigungsmischung wird dann 3 kg hellrot eingefärbtes Polyamid 66 nachgeschickt.
Der gesamte Zeitaufwand beträgt 40 min. Die anschließend hergestellten Formteile enthalten,
visuell beurteilt, weder dunkle Streifen noch Material aus der Reinigungsmischung.
1. Vergleichs-Reinigungslauf
[0045] Es wird vorgegangen wie bei Reinigungslauf 1, jedoch wird nicht mit der dort genannten
Reinigungsmischung gespült, sondern es wird mit unverstärktem, hellrot eingefärbtem
Polyamid 66 nachgefahren. Zunächst werden 15 kg Polyamid 66 nachgefahren. Die gefertigten
Gehäuse weisen auch nach Fertigung von 50 Schuß noch dunkle Streifen im Angußbereich
auf. Nachfolgend wird die Nadelverschlußdüse demontiert und durch eine gereinigte
Maschinendüse ersetzt. Nach dem Aufheizen der Maschinendüse werden erneut Formteile
gespritzt. Allerdings sind auf der Oberfläche der Formteile noch dunkle Verunreinigungen
erkennbar. Erst nach Fertigung von 400 Formteilen, die verworfen werden, ist die Oberflächenqualität
der Formteile zufriedenstellend. Der Gesamtzeitbedarf beträgt 5 Stunden bei einem
Materialverbrauch von 40 kg.
2. Vergleichs-Reinigungslauf
[0046] Es wird vorgegangen wie bei Reinigungslauf 1. Die Verarbeitungstemperatur beträgt
285°C. Die Reinigungsmischung besteht jedoch aus:
Thermoplast (A): Polyamid 46, VZ 129 g/ml (gemessen in 96%-iger H2SO4 als 0,5 gew.-%ige Lösung), Tm = 295°C, Tg = 75°C, Kristallinität 60%
Thermoplast (B): Polyamid 66, VZ = 140 g/ml (gemessen in 96%-iger H2SO4 als 0,5 gew.-%ige Lösung)
Das Mischungsverhältnis aus Thermoplast (A) und Thermoplast (B) beträgt 1:10 (0,3
kg Polyamid 46 mit 2,7 kg Polyamid 66).
[0047] Bei der Verarbeitungstemperatur von 285°C kann keine Schmelze durch das Angußsystem
gespritzt werden, da nicht aufgeschmolzene Granulatkörner den Anschnitt blockieren.
Die Verarbeitungstemperatur muß auf 310°C erhöht werden. Bei dieser Temperatur ist
das zugesetzte Polyamid 46 geschmolzen und hat keine Reinigungswirkung mehr. Die Reinigung
wird fortgesetzt, wie in dem 1. Vergleichs-Reinigungslauf beschrieben. Der Zeitaufwand
beträgt 5,5 Stunden bei einem Materialverbrauch 40 kg.
Beispiel 2
[0048] Eine Maschine vom Typ Netstal Neomat 170/90 mit einem Schneckendurchmesser von 32
mm, ausgerüstet mit einer federbelasteten Nadelverschlußdüse, auf welcher Gehäuse
aus schwarzem, brandgeschützten Polystyrol (Verarbeitungstemperatur 220°C) hergestellt
werden, soll auf glasklares Polystyrol (Verarbeitungstemperatur 220°C) umgestellt
werden.
1. Reinigunglauf
[0049] Es wird die oben angegebene Reinigungsmischung Polyamid 6T/6 und Polystyrol im Mischungsverhältnis
15:85 eingesetzt.
[0050] Zunächst werden 3 kg Reinigungsmischung bei 220°C durch die Spritzeinheit gefahren.
Anschließend wird mit 3 kg Polystyrol nachgefahren. Die Produktion der glasklaren
Gehäuse aus Polystyrol kann nach insgesamt nur 35 min fortgesetzt werden.
1. Vergleichs-Reinigungslauf
[0051] Es wird 1% einer Reinigungsflüssigkeit, die 84% H
2O und 16% Kaliumcarbonat enthält, zu 3 kg glasklarem Polystyrol zugegeben. Diese Reinigungsflüssigkeit
entspricht den Angaben aus der DE-A-38 02 127. Das Gemisch wird bei 220°C aus der
Spritzeinheit extrudiert. Anschließend werden Formteile aus glasklarem Polystyrol
gespritzt. Die Formteile sind zwar frei von einer schwarzen Einfärbung, sie sind jedoch
nicht glasklar sondern milchig trüb. Dieses Ergebnis ändert sich auch nach der Fertigung
von weiteren 100 Schuß nicht. Die Spritzeinheit muß demontiert und mechanisch gereinigt
werden. Der hierbei erforderliche Zeitaufwand beträgt 6 Stunden.
Beispiel 3
[0052] Eine Spritzgießmaschine vom Typ Klöckner Ferromatik FM160 mit einem Schnekendurchmesser
von 40 mm, auf der Polysulfon verarbeitet wurde (Verarbeitungstemperatur 340°C), soll
auf die Verarbeitung von Polyamid 66 mit einer Verarbeitungstemperatur von 290°C umgestellt
werden. Es werden Reflektoren für Scheinwerfer hergestellt.
Reinigungslauf 1
[0053] In einem ersten Verfahrensschritt werden 5 kg einer Reinigungsmischung, bestehend
aus Polyaryletherketon (PAEK) mit einem Schmelzpunkt Tm = 381°C, einer Glasübergangstemperatur
Tg = 170°C und einer Kristallinität von 33% mit Polyamid 6T/6 (wie in Beispiel 1 beschrieben)
im Mischungsverhältnis 1:10 bei einer Verarbeitungstemperatur von 340°C durch die
Spritzeinheit gefahren. Im nächsten Schritt wird die Verarbeitungstemperatur auf 310°C
abgesenkt und 5 kg desselben Polyaryletherketons als Reinigungsmischung mit Polyamid
66 in einem Mischungsverhältnis von 1:10 nachgefahren. Danach wird die Temperatur
auf 290°C abgesenkt und es werden 3 kg des nachfolgenden Polyamids 66 verarbeitet.
Anschließend wird die Produktion wieder angefahren. Die Formteile sind frei von Fremdmaterial
und weisen eine einwandfreie Oberfläche auf. Der Zeitaufwand betrug 50 min.
Reinigungslauf nach dem Stand der Technik
[0054] Erfahrungsgemäß müssen bei einem Wechsel von Polysulfon auf Polyamid 66 die schmelzeführenden
Metalloberflächen der Spritzeinheit mechanisch gereinigt werden. Die Demontage von
Maschinendüse, Zylinderkopf und Schnecke mit Schneckenspitze, Sperring und Druckring,
die anschließende Reinigung der Metalloberflächen mit Drahtbürste und ähnlichen Gegenständen
sowie die Montage der gereinigten Maschinenteile dauert insgesamt 12 Arbeitsstunden.
In diesem Zeitraum kann die Maschine nicht betrieben werden.
1. Vergleichs-Reinigungslauf
[0055] Der 1. Vergleichs-Reinigungslauf wird durchgerührt wie bei dem Reinigungslauf mit
einer Verarbeitungstemperatur von 285°C, jedoch mit 10 kg einer Reinigungsmischung
bestehend aus Polyamid 46, VZ 129 g/ml (gemessen in 96%-iger H
2SO
4 als 0,5 gew.-%ige Lösung), einem Schmelzpunkt Tm = 295°C, einer Glasübergangstemperatur
Tg = 75°C, einer Kristallinität von 60% und Polyamid 66, VZ = 140 g/ml (gemessen in
96%-iger H
2SO
4 als 0,5 gew.-%ige Lösung) in einem Mischungsverhältnis von 1:10. Anschließend wird
mit 5 kg Polyamid 66 bei 290°C nachgefahren. Die so hergestellten Formteile weisen
braune Schmutzpunkte auf der Oberfläche auf. Der Reinigungvorgang wird wiederholt,
doch es wird nachfolgend keine Verbesserung der Qualität der Formteil-Oberfläche festgestellt.
Der Versuch wird abgebrochen und entsprechend Reinigungslauf 2 verfahren.
Versuche zum Verschleißverhalten der eingesetzten Reinigungsmischungen
[0056] Die Untersuchugen zum Verschleißverhalten wurden mit einem Modell-Verschleißwerkzeug,
daß in "Verschleiß in Kunststoffverarbeitung: Phänomene und Schutzmaßnahmen", Günter
Menning, Hanser Verlag 1990, Seiten 194 bis 197 beschreiben ist, durchgeführt. Es
wurde eine Maschine Arburg Allrounder 270E mit einer Schließkraft von 500 kN und einem
Schneckendurchmesser von 25 mm verwendet. Gemessen wird der Gewichtsverlust an Verschleißeinsätzen
nach der Fertigung von 1000 Formteilen.
1. Reinigungsmasse aus Polyamid 66 mit Polyamid 6/6T bei einer Verarbeitungstemperatur
von 280°C:
Gewichtsverlust < 1 mg
2. Reinigungsmasse aus unverstärktem Polyamid 66 bei einer Verarbeitungstemperatur
von 280°C:
Gewichtsverlust < 1 mg
3. Reinigungsmasse aus mit 35 Gew.-% Glasfasern verstärktem Polyamid 66 bei einer
Verarbeitungstemperatur von 280°C:
Gewichtsverlust: 50 mg
[0057] Die Ergebnisse zeigen, daß in den Versuchen 1 und 2 kein nennenswerter Verschleiß
festgestellt werden konnte. Bei der Verarbeitung von Thermoplasten, die eine Glasfaserverstärkung
enthalten (Produkt 3), ist ein zusätzlicher Verschleißschutz der schmelzführenden
Metalloberflächen in der Praxis üblich.
1. Reinigungsmasse für Vorrichtungen zur Verarbeitung von thermoplastischen Schmelzen,
die im wesentlichen diskrete, plastisch deformierbare Teilchen aus einem ersten Thermoplasten
mit einem Schmelzpunkt über 250°C und einer Kristallinität von kleiner oder gleich
50% und einen amorphen oder teilkristallinen zweiten Thermoplasten mit einer Verarbeitungstemperatur,
die unterhalb des Schmelzpunktes des ersten Thermoplasten liegt, enthält, wobei der
erste Thermoplast mit 1 bis 95 Gew.-% und der zweite Thermoplast mit 5 bis 95 Gew.-%
zugegen sind, und sich die gewichtsprozentualen Anteile des ersten und des zweiten
Thermoplasten jeweils zu 100% oder weniger ergänzen, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Thermoplast ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus teilaromatischen
Polyamiden, Polysulfonaten, Polyethersulfonaten, Polyaryletherketonen, Polyetheretherketonen,
Polyphenylenethern oder Mischungen davon.
2. Reinigungsmasse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gewichtsprozentualen Anteile des ersten Thermoplast zu zweitem Thermoplast 5-30:
70-95 Gew.-% betragen.
3. Reinigungsmasse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Thermoplast ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Polyolefinen,
Polyoxymethylen- Homo- oder Copolymeren, Polycarbonaten, Polyestem, Polyamiden, vinylaromatischen
Polymeren oder Mischungen davon.
4. Reinigungsmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Thermoplast granulatförmig vorliegt.
5. Reinigungsmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Thermoplast ein teilaromatisches Polyamid ist.
6. Reinigungsmasse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das teilaromatische Polyamid aufgebaut ist aus Terephthalsäure, Isophthalsäure, Caprolactam,
Adipinsäure, Hexamethylendiisocyanat, m-Xylendiamin und/oder 2-Methylpentamethylendiamin.
7. Reinigungsmasse nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß Copolymere von zwei oder mehr der genannten Monomere oder Mischungen daraus eingesetzt
werden.
8. Reinigungsmasse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Copolymere aus Einheiten aufgebaut sind, die sich von Terephthalsäure und Hexamethylendiamin
ableiten.
9. Reinigungsmasse nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Polyamide Einheiten enthalten, die sich von ε-Caprolactam und/oder Adipinsäure
und/oder Hexamethylendiamin ableiten.
10. Reinigungsmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungsmasse des weiteren einen oder mehrere Zusatzstoffe, ausgewählt aus
Verstärkungsmitteln, Verarbeitungshilfsmitteln, UV- und Wärmestabilisatoren und Flammschutzadditiven
enthält.
1. A cleaning composition for apparatus for processing thermoplastic melts, which composition
essentially comprises discrete particles capable of plastic deformation and made from
a first thermoplastic with a melting point above 250°C and with a crystallinity of
not more than 50%, and comprises an amorphous or semicrystalline second thermoplastic
with a processing temperature below the melting point of the first thermoplastic,
where the proportion of the first thermoplastic is from 1 to 95% by weight and that
of the second thermoplastic is from 5 to 95% by weight, and the total of the percentage
proportions by weight of the first and second thermoplastics is always 100% or less,
wherein the first thermoplastic has been selected from the group consisting of partially
aromatic polyamides, polysulfonates, polyether sulfonates, polyaryl ether ketones,
polyether ether ketones, polyphenylene ethers and mixtures of these.
2. A cleaning composition as claimed in claim 1, wherein the percentage proportions by
weight of the first thermoplastic and the second thermoplastic are from 5 to 30% by
weight and, respectively, from 70 to 95% by weight.
3. A cleaning composition as claimed in claim 1 or 2, wherein the second thermoplastic
has been selected from the group consisting of polyolefins, polyoxymethylene homo-
or copolymers, polycarbonates, polyesters, polyamides, vinylaromatic polymers and
mixtures of these.
4. A cleaning composition as claimed in any one of claims 1 to 3, wherein the first thermoplastic
is in the form of pellets.
5. A cleaning composition as claimed in any of claims 1 to 4, wherein the first thermoplastic
is a partially aromatic polyamide.
6. A cleaning composition as claimed in claim 5, wherein the structure of the partially
aromatic polyamide is composed of terephthalic acid, isophthalic acid, caprolactam,
adipic acid, hexamethylene diisocyanate, m-xylylenediamine, and/or 2-methylpentamethylenediamine.
7. A cleaning composition as claimed in claim 6, wherein use is made of copolymers of
two or more of the monomers mentioned, or a mixture of these.
8. A cleaning composition as claimed in claim 7, wherein the structure of the copolymers
is composed of units which derive from terephthalic acid and from hexamethylenediamine.
9. A cleaning composition as claimed in claim 8, wherein the polyamides contain units
which derive from the ε-caprolactam and/or from adipic acid and/or from hexamethylenediamine.
10. A cleaning composition as claimed in any one of claims 1 to 9, which additionally
comprises one or more additives selected from reinforcing agents, processing aids,
UV stabilizers, heat stabilizers and flame-retardant additives.
1. Produit de nettoyage pour dispositifs de traitement de masses fondues thermoplastiques,
qui contient des particules sensiblement distinctes, plastiquement déformables, d'une
première matière thermoplastique ayant un point de fusion supérieur à 250°C et une
cristallinité inférieure ou égale à 50% et d'une deuxième matière thermoplastique
amorphe ou partiellement cristalline ayant une température de traitement qui est inférieure
au point de fusion de la première matière thermoplastique, la première matière thermoplastique
étant présente à 1 jusqu'à 95% en poids et la deuxième matière thermoplastique à 5
jusqu'à 95% en poids, les fractions en % en poids des première et deuxième matières
thermoplastiques donnant respectivement 100% ou moins, caractérisé en ce que la première matière thermoplastique est choisie parmi le groupe constitué de polyamides
partiellement aromatiques, de polysulfonates, de polyéthersulfonates, de polyaryléthercétones,
de polyétheréthercétones, de polyphénylèneéthers ou de leurs mélanges.
2. Produit de nettoyage suivant la revendication 1, caractérisé en ce que les fractions en pour-cent en poids de la première matière thermoplastique par rapport
à la deuxième matière thermoplastique sont de 5-30/70-95% en poids.
3. Produit de nettoyage suivant l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que la deuxième matière thermoplastique est choisie parmi le groupe constitué de polyoléfines,
d'homopolymères ou de copolymères de polyoxyméthylène, de polycarbonates, de polyesters,
de polyamides, de polymères vinylaromatiques ou de leurs mélanges.
4. Produit de nettoyage suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la première matière thermoplastique se présente sous la forme d'un produit de granulation.
5. Produit de nettoyage suivant l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le la première matière thermoplastique est un polyamide partiellement aromatique.
6. Produit de nettoyage suivant la revendication 5, caractérisé en ce que le polyamide partiellement aromatique est constitué d'acide téréphtalique, d'acide
isophtalique, de caprolactame, d'acide adipique, de diisocyanate d'hexaméthylène,
de m-xylènediamine et/ou de 2-méthylpentaméthylènediamine.
7. Produit de nettoyage suivant la revendication 6, caractérisé en ce qu'on met en oeuvre des copolymères de deux ou de plusieurs des monomères cités ou des
mélanges de ceux-ci.
8. Produit de nettoyage suivant la revendication 7, caractérisé en ce que les copolymères sont constitués d'unités qui dérivent d'acide téréphtalique et d'hexaméthylènediamine.
9. Produit de nettoyage suivant la revendication 8, caractérisé en ce que les polyamides contiennent des unités qui dérivent d'ε-caprolactame et/ou d'acide
adipique et/ou d'hexaméthylènediamine.
10. Produit de nettoyage suivant l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le produit de nettoyage contient, en outre, un ou plusieurs additifs choisis parmi
des agents épaississants, des adjuvants de traitement, des stabilisants aux U.V. et
à la chaleur et des additifs ignifuges.