(19)
(11) EP 1 143 098 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.10.2001  Patentblatt  2001/41

(21) Anmeldenummer: 00107438.4

(22) Anmeldetag:  06.04.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E06B 3/54, E06B 5/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(71) Anmelder: Steindl Glas GmbH
6361 Itter (AT)

(72) Erfinder:
  • Eisenbach, Heinz
    6363 Westendorf (AT)

(74) Vertreter: Hofinger, Engelbert, Dr.Dr. et al
Patentanwälte Torggler & Hofinger Wilhelm-Greil-Strasse 16
6020 Innsbruck
6020 Innsbruck (AT)

   


(54) Brandhemmende Verglasung


(57) Brandhemmende Verglasung aus Glasscheiben (3) aus Einscheibensicherheitsglas, die mittels in Ausnehmungen (5) in den Glasscheiben (3) eingreifenden Punkthaltern (2) verankert sind, wobei die Einstandstiefe (e) der Glasscheiben (3) in die Punkthalter (2) geringer ist als die 1,5fache Dicke (d) der Glasscheiben (3).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine brandhemmende Verglasung aus Glasscheiben aus Einscheibensicherheitsglas.

[0002] Bei brandhemmenden Verglasungen war es bisher üblich, die einzelnen Glasscheiben aus Einscheibensicherheitsglas mittels die Glasscheiben einfassenden Metallrahmen zu fixieren. Diese Lösung ist zwar sicher, verlangt jedoch einen hohen konstruktiven Aufwand und ist insofern problematisch, als im Brandfall das Glas und das Metall mit unterschiedlicher Ausdehnung auf die Erwärmung reagieren.

[0003] Im Gegensatz dazu sieht die Erfindung vor, daß die Glasscheiben mittels in Ausnehmungen in den Glasscheiben eingreifenden Punkthaltern verankert sind, wobei die Einstandstiefe der Glasscheiben in die Punkthalter geringer ist als die 1,5fache Dicke der Glasscheiben.

[0004] Umfangreiche Versuche der Anmelderin haben ergeben, daß wider Erwarten nur geringe Einstandstiefen der Glasscheiben in die Punkthalter eine sichere Fixierung im Brandfall gewährleisten. Obwohl die geringe Einstandstiefe zu einer hohen Flächenpressung der Glasscheiben in den Punkthaltern führt, darf die Einspannfläche nicht vergrößert werden, da sonst die unterschiedliche Erwärmung des direkt dem Feuer ausgesetzten Glases und des durch die Punkthalter geschützten Glases zu Spannungen führt, die die Glasscheibe zerstören.

[0005] Einer geringen Einstandstiefe widerspricht auch die Tatsache, daß sich das Glas im Brandfall so hoch erhitzt, daß es erweicht, wodurch die Klemmwirkung im Punkthalter teilweise verlorengeht. Die Glasscheibe hängt dann nur mehr an dem die Ausnehmungen in den Glasscheiben durchsetzenden Bereich der Punkthalter, wobei die Gefahr besteht, daß sich die Ausnehmungen aufweiten und die Glasscheibe von den Punkthaltern freikommt. Auch hier haben umfangreiche Versuche gezeigt, daß eine Einspanntiefe unterhalb des 1,5fachen der Dicke des Glases ausreichend ist.

[0006] Um im Brandfall einen direkten Kontakt der Glasscheibe mit den Punkthaltern zu vermeiden, ist vorzugsweise vorgesehen, daß die Punkthalter in dem die Ausnehmungen durchsetzenden Bereich mit einer feuerfesten Auflage versehen sind.

[0007] Besonders einfach ist es, wenn die feuerfeste Auflage hülsenförmig ausgebildet ist. Als Material für die Auflage haben sich verschiedene Steinmehl-Verbunde bewährt.

[0008] Weitere Merkmale und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung. Dabei zeigt:
Fig. 1
eine Glasscheibe aus Einscheibensicherheitsglas mit Ausnehmungen für Punkthalter und
Fig. 2
einen Schnitt durch zwei aneinandergrenzende Glasscheiben im Bereich der Punkthalter.


[0009] Die erfindungsgemäße brandhemmende Verglasung besteht aus einer Vielzahl von Glasscheiben 3 aus Einscheibensicherheitsglas. Diese Glasscheiben 3 sind mittels Punkthaltern 2 an einem Traggerüst 1 befestigt.

[0010] Dazu weisen die Glasscheiben 3 Ausnehmungen 5 in Form kreisrunder Bohrungen auf. Die Ausnehmungen 5 sind vorzugsweise in den Eckbereichen der Glasscheiben 3 angeordnet. Es können jedoch bei Bedarf auch zusätzliche Ausnehmungen 5 entlang der Seitenkanten der Glasscheiben 3 vorgesehen sein.

[0011] Die Punkthalter 2, die die Ausnehmungen 5 durchsetzen, sind im wesentlichen zweiteilig aufgebaut. Sie bestehen aus einem inneren Teller 6 und einem äußeren Teller 8, die mittels Schrauben 10 miteinander verschraubt sind. Durch die Verschraubung der Teller 6 und 8 wird die Einspannung der Glasscheiben 3 erzielt. Zur Vermeidung eines direkten Kontaktes der Teller 6 und 8 aus Metall mit dem Glas sind Dichtringe 9 aus feuerfestem Material vorgesehen.

[0012] Wesentlich ist die Einstandstiefe e der Glasscheiben 3 in die Punkthalter 2. Die Einstandstiefe e entspricht in etwa der Dicke d der Glasscheiben 3.

[0013] Für den Fall, daß bei starker Erwärmung der Glasscheiben das Glas erweicht und die Klemmwirkung in den Punkthaltern 2 verloren geht, ist in dem die Ausnehmungen 5 in den Glasscheiben 3 durchsetzenden Bereich der Punkthalter 2 eine feuerfeste Auflage 7 vorgesehen. Diese Auflage 7 ist hülsenförmig und besteht aus einem Steinmehl-Verbund. Die Auflage 7 verhindert einerseits einen direkten Kontakt von Glas und Metall. Andererseits ist die Auflage 7 so stabil, daß sie durch das Gewicht der Glasscheibe 3 nicht zusammengedrückt wird, was bewirken würde, daß die Glasscheibe an der gegenüberliegenden Seite aus dem Punkthalter 2 herausrutschen könnte.

[0014] Um die brandhemmende Wirkung der Verglasung auch im Stoßbereich der Glasscheiben 3 sicherzustellen, ist dieser Stoßbereich mit Brandschutzsilikon 4 gefüllt.

[0015] Um zu vermeiden, daß über die Punkthalter 2 Spannungen in die Glasscheiben 3 eingeleitet werden, können die Punkthalter 2, wie an sich bekannt, mit Kugelgelenken 11 ausgebildet sein.


Ansprüche

1. Brandhemmende Verglasung aus Glasscheiben (3) aus Einscheibensicherheitsglas, dadurch gekennzeichnet, daß die Glasscheiben (3) mittels in Ausnehmungen (5) in den Glasscheiben (3) eingreifenden Punkthaltern (2) verankert sind, wobei die Einstandstiefe (e) der Glasscheiben (3) in die Punkthalter (2) geringer ist als die 1,5fache Dicke (d) der Glasscheiben (3).
 
2. Verglasung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstandstiefe (e) in etwa der Dicke (d) der Glasscheiben (3) entspricht.
 
3. Verglasung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Punkthalter (2) in dem die Ausnehmungen (5) durchsetzenden Bereich mit einer feuerfesten Auflage (7) versehen sind.
 
4. Verglasung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die feuerfeste Auflage (7) hülsenförmig ausgebildet ist.
 
5. Verglasung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflage (7) aus einem Steinmehl-Verbund besteht.
 




Zeichnung










Recherchenbericht