[0001] Die Erfindung betrifft ein Überspannungsschutzelement zur Ableitung von transienten
Überspannungen, mit zwei jeweils einen Stromanschluß aufweisenden, parallel zueinander
angeordneten Elektroden, einer zwischen den Elektroden wirksamen Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
und einem die Elektroden aufnehmenden Gehäuse, wobei das die Elektroden aufnehmende
Gehäuse geschlossen sowie druckdicht und druckfest ausgeführt ist und einen zylindrischen
Gehäusemantel und zwei jeweils an einem Ende des Gehäusemantels vorgesehene Gehäuseflansche
aufweist. Ein solches Überspannungsschutzelement ist z. B. aus der
DE 919 056 C bekannt.
[0002] Elektrische, insbesondere aber elektronische Meß-, Steuer-, Regel- und Schaltkreise,
vor allem auch Fernmeldeeinrichtungen und -anlagen, sind empfindlich gegen transiente
Überspannungen, wie sie insbesondere durch atmosphärische Entladungen, also durch
Blitzströme, aber auch durch Kurzschlüsse und Schalthandlungen in Energieversorgungsnetzen
auftreten können. Diese Empfindlichkeit hat in dem Maße zugenommen, in dem elektronische
Bauelemente, insbesondere Transistoren und Thyristoren verwendet werden; vor allem
sind seit vielen Jahren zunehmend eingesetzte integrierte Schaltkreise in starkem
Maße durch transiente Überspannungen gefährdet.
[0003] Neben dem Überspannungsschutzelement, von dem die Erfindung ausgeht, also einem solchen
mit einer Luft-Durchschlag-Funkenstrecke, gibt es Überspannungsschutzelemente mit
einer Luft-Überschlag-Funkenstrecke, bei denen also beim Ansprechen eine Gleitentladung
auftritt (vgl. die
DE 27 18 188 A1, die
DE 29 34 236 A1 und die
DE 31 01 354 A1).
[0004] Überspannungsschutzelemente der Art, von der die Erfindung ausgeht, also solche mit
einer Luft-Durchschlag-Funkenstrecke, haben gegenüber Überspannungsschutzelementen
mit einer Luft-Überschlag-Funkenstrecke den Vorteil einer höheren Stoßstromtragfähigkeit,
jedoch den Nachteil einer höheren - und auch nicht sonderlich konstanten - Ansprechspannung.
[0006] Das aus der
DE 44 02 615 A1 bekannte Überspannungsschutzelement hat bereits in der Praxis erhebliche Bedeutung
erlangt, wird nämlich von der Anmelderin hergestellt und unter der Bezeichnung FLASHTRAB
FLT vertrieben (vgl. den Katalog '98/99 der Firma Phoenix Contact GmbH & Co., Teilkatalog
7 "TRABTECH Überspannungsschutz" und die dort gegebenen Erläuterungen zur Problematik
von Überspannungen, insbesondere auf den Seiten 3 bis 5 sowie den Seiten 12 bis 17).
Bei diesem bekannten Überspannungsschutzelement weist jede Elektrode einen Anschlußschenkel
und ein unter einem spitzen Winkel zu dem Anschlußschenkel verlaufendes Funkenhorn
auf und bilden die Funkenhömer der beiden - mit Abstand zueinander angeordneten -
Elektroden zusammen die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke. Dabei ist zwischen den sich
gegenüberstehenden Enden der Anschlußschenkel der beiden Elektroden eine - eine Gleitentladung
auslösende - Zündhilfe vorgesehen. Zusätzlich kann der
DE 44 02 615 A1 entnommen werden, daß es vorteilhaft ist, wenn die Funkenhörner der Elektroden in
ihren an die Anschlußschenkel angrenzenden Bereichen mit einer Bohrung versehen sind.
[0007] Das zuvor angesprochene, aus der
DE 44 02 615 A1 bekannte Überspannungsschutzelement ist in der praktischen Realisierung so ausgeführt,
daß es einerseits eine Stoßstromtragfähigkeit von 100 kA hat, andererseits zur Löschung
von Netzfolgeströmen bis in den Bereich von 100 A geeignet ist.
[0008] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Überspannungsschutzelement der
gattungsgemäßen Art bereitzustellen, das einfach und kostengünstig aufgebaut ist,
auf einfache Weise bei seiner Herstellung an unterschiedliche Anforderungen anpaßbar
ist und auch nach mehrfachem Ansprechen noch funktionstüchtig ist.
[0009] Das erfindungsgemäße Überspannungsschutzelement ist durch die Merkmale des Patentanspruchs
1 gekennzeichnet.
[0010] Im einzelnen gibt es nun verschiedene Möglichkeiten, das erfindungsgemäße Überspannungsschutzelemente
auszugestalten und weiterzubilden. Dazu wird verwiesen einerseits auf die dem Patentanspruch
1 nachgeordneten Patentansprüche, andererseits auf ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel,
das in Verbindung mit der Zeichnung nachfolgend erläutert wird. In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Überspannungsschutzelements,
- Fig. 2
- das Überspannungsschutzelement nach Fig. 1, nach dem der das eigentliche Gehäuse aufnehmende
Druckzylinder geöffnet worden ist, und
- Fig. 3
- das Überspannungsschutzelement nach den Fig. 1 und 2 bei geöffnetem Gehäuse.
[0011] Das erfindungsgemäße, in den Figuren dargestellte Überspannungsschutzelement dient
zur Ableitung von transienten Überspannungen und zur Begrenzung von Stoßströmen, insbesondere
von Blitzstoßströmen, sowie zur Löschung von Netzfolgeströmen; es können Blitzstoßströme
bis zu 100 kA abgeleitet und Netzfolgeströme von typisch 3 bis 4 kA, maximal von 25
kA oder sogar von 50 kA, gelöscht werden.
[0012] Das erfindungsgemäße Überspannungsschutzelement besteht in seinem wesentlichen Aufbau
aus zwei jeweils einen Stromanschluß 1, 2 aufweisende Elektroden 3, 4, einer zwischen
den Elektroden 3, 4 wirksamen Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 5 und einem die Elektroden
3, 4 aufnehmenden Gehäuse 6.
[0013] Wie die Figuren zeigen, sind die Elektroden 3, 4 parallel zueinander angeordnet.
Die Elektroden 3, 4 sind nebeneinander angeordnet; ihre Längsachsen fallen also auseinander.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Elektroden 3, 4 zylindrisch ausgeführt;
sie weisen einen kreisförmigen Querschnitt auf.
[0014] Wie die Fig. 1 und 3 zeigen, gilt für das dargestellte Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Überspannungsschutzelements, daß die Elektroden 3, 4 über ihre Länge
unterschiedliche Querschnitte aufweisen; die Elektroden 3, 4 haben also Elektrodenabschnitte
3a, 3b, 3c, 3d und 3e bzw. 4a, 4b, 4c, 4d und 4e. Dabei haben die Elektrodenabschnitte
3c und 4c den größten Durchmesser. Zwischen den Elektrodenabschnitten 3c und 4c besteht
somit der geringste Abstand, so daß zwischen den Elektrodenabschnitten 3c und 4c die
Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 5 ausgebildet ist.
[0015] Bei einem erfindungsgemäßen Überspannungsschutzelement könnten die Stromanschlüsse
beider Elektroden auf der gleichen Seite liegen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
liegen jedoch die Stromanschlüsse 1 bzw. 2 beider Elektroden 3 bzw. 4 auf gegenüberliegenden
Seiten. Sie verlaufen, wie den Figuren ohne weiteres entnommen werden kann, parallel
zueinander. Denkbar sind jedoch auch Ausführungsbeispiele, bei denen die Stromanschlüsse
beider Elektroden unter einem spitzen Winkel zueinander verlaufen.
[0016] Für die Funktionstüchtigkeit des erfindungsgemäßen Überpannungsschutzelements ist
es von besonderem Vorteil, wenn, was die Figuren nicht zeigen, der Innenraum des die
Elektroden 3, 4 aufnehmenden Gehäuses 6 ausgekleidet ist, wobei die Auskleidung vorzugsweise
aus POM-Teflon besteht.
[0017] Das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Überspannungsschutzelements
ist insoweit ein besonders vorteilhaftes, als das die Elektroden 3, 4 aufnehmende
Gehäuse 6 geschlossen und druckfest ausgeführt ist. Im einzelnen besteht das die Elektroden
3, 4 aufnehmende Gehäuse 6 aus einem zylindrischen Gehäusemantel 7 und zwei jeweils
an einem Ende des Gehäusemantels 7 vorgesehenen Gehäuseflanschen 8, 9.
[0018] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist bei dem zuvor geschilderten Aufbau des die
Elektroden 3, 4 aufnehmenden Gehäuses 6 die Druckfestigkeit des Gehäuses 6 in Verbindung
mit einem äußeren Druckzylinder 10 realisiert. Im einzelnen gilt, daß der Druckzylinder
10 eine Druckhülse 11 aufweist, die Druckhülse 11 auf der einen Seite mit einem Außengewinde
12 und auf der anderen Seite mit einem nach innen ragenden Flansch 13 versehen ist,
eine Überwurfmutter 14 vorgesehen ist und die Überwurfmutter 14 auf die Druckhülse
11 aufgeschraubt ist.
[0019] Die Herstellung des erfindungsgemäßen Überspannungsschutzelements, das heißt die
Herstellung der Einzelteile und der Zusammenbau dieser Einzelteile, ist ausgesprochen
einfach und damit kostengünstig. Bei den Stromanschlüssen 1, 2, den Elektroden 3,
4, den Einzelteilen des Gehäuses 6, nämlich dem Gehäusemantel 7 und den Gehäuseflanschen
8, 9, sowie den Einzelteilen des äußeren Druckzylinders 10, also der Druckhülse 11
und der Überwurfmutter 14, handelt es sich um rotationssymmetrische Teile, die entweder
ohne weiteres zur Verfügung stehen oder als Drehteile auf modernen Werkzeugmaschinen
serienmäßig hergestellt werden können.
[0020] Wie insbesondere die Fig. 1 zeigt, ist jeder Gehäuseflansch 8, 9 sowohl mit einer
Durchgangsbohrung 15, 16, als auch mit einer Sackbohrung 17, 18 versehen. Die so ausgebildeten
Gehäuseflansche 8, 9 erlauben also sowohl das Hindurchführen der Stromanschlüsse 1,
2, als auch - auf der jeweils anderen Seite - eine endseitige Lagerung der Elektroden
3, 4, nämlich im Bereich der Elektrodenabschnitte 3e, 4e.
[0021] Für das dargestellte, besonders vorteilhafte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Überspannungsschutzelementes gilt, daß die Gehäuseflansche 8, 9 abdichtend gegen den
zylindrischen Gehäusemantel 7 verspannt werden können, und zwar mit Hilfe des äußeren
Druckzylinders 10, nämlich dadurch, daß die Überwurfmutter 14 auf die Druckhülse 11
aufgeschraubt wird.
[0022] Bei dem erfindungsgemäßen Überspannungsschutzelement kann das die Elektroden 3, 4
aufnehmende Gehäuse 6 als Löschgas Luft aufweisen; es kann jedoch auch mit einem anderen
bekannten Löschgas versehen sein, zum Beispiel mit SF
6. Im übrigen kann das Löschgas in dem die Elektroden 3, 4 aufnehmenden Gehäuse 6 unter
atmosphärischen Druck stehen, denkbar ist jedoch auch, und zwar bei dem beschriebenen
Ausführungsbeispiel, bei dem das die Elektroden 3, 4 aufnehmende Gehäuse 6 druckdicht
und druckfest ausgeführt ist, daß das Löschgas unter einem vom atmosphärischen Druck
abweichenden Druck steht.
1. Überspannungsschutzelement zur Ableitung von transienten Überspannungen, mit zwei
jeweils einen Stromanschluß (1, 2) aufweisenden, parallel zueinander angeordneten
Elektroden (3, 4), einer zwischen den Elektroden (3, 4) wirksamen Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
(5) und einem die Elektroden (3, 4) aufnehmenden Gehäuse (6), wobei das die Elektroden
(3, 4) aufnehmende Gehäuse (6) geschlossen sowie druckdicht und druckfest ausgeführt
ist und einen zylindrischen Gehäusemantel (7) und zwei jeweils an einem Ende des Gehäusemantels
(7) vorgesehene Gehäuseflansche (8, 9) aufweist,
das Gehäuse (6) in einem äußeren Druckzylinder (10) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Druckzylinder (10) eine Druckhülse (11) aufweist, die Druckhülse (11) auf der
einen Seite mit einem Außengewinde (12) und auf der anderen Seite mit einem nach innen
ragenden Flansch (13) versehen ist,
und eine Überwurfmutter (14) vorgesehen ist und die Überwurfmutter (14) auf die Druckhülse
(11) aufgeschraubt ist.
2. Überspannungsschutzelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das die Elektroden (3, 4) aufnehmende Gehäuse (6) als Löschgas Luft aufweist.
3. Überspannungsschutzelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das die Elektroden (3, 4) aufnehmende Gehäuse (6) als Löschgas SF6 aufweist.
4. Überspannungsschutzelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Löschgas unter atmosphärischem Druck steht.
5. Überspannungsschutzelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Löschgas unter einem vom atmosphärischen Druck abweichenden Druck steht.
1. Overvoltage protection element for diverting transient overvoltages with two electrodes
(3, 4) arranged parallel to one another, each of which having one current terminal
(1, 2), an air-breakdown spark gap (5) which acts between the electrodes (3, 4), and
a housing (6) which holds the electrodes (3, 4), wherein the housing (6) holding the
electrodes (3, 4) is closed as well as pressure resistant and pressure-tight and has
a cylindrical housing jacket (7) and two housing flanges (8, 9) provided each on an
end of the housing jacket (7), wherein the housing (6) is arranged in an outer pressure
cylinder (10)
characterized in
that the pressure cylinder (10) has a pressure sleeve (11), the pressure sleeve (11) being
provided with, on one side an outer thread (12), and on the other side, with a flange
(13) which projects inwardly,
and a union nut (14) is provided, the union nut (14) being screwed onto the pressure
sleeve (11).
2. Overvoltage protection element according to claim 1, characterized in that the housing (6) holding the electrodes (3, 4) has air as an extinguishing gas.
3. Overvoltage protection element according to claim 1 or 2, characterized in that the housing (6) holding the electrodes (3, 4) has SF6 as the extinguishing gas.
4. Overvoltage protection element according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the extinguishing gas is under atmospheric pressure.
5. Overvoltage protection element according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the extinguishing gas is under a pressure that differs from atmospheric pressure.
1. Elément de protection contre la surtension servant à dériver des surtensions transitoires,
comportant deux électrodes (3, 4) présentant respectivement un contact de courant
(1, 2) et disposées parallèlement l'une à l'autre, un éclateur à claquage à air (5)
agissant entre les électrodes (3, 4) et un boîtier (6) recevant les électrodes (3,
4), le boîtier (6) recevant les électrodes (3, 4) étant conçu fermé ainsi qu'étanche
à la pression et résistant à la pression et présentant une chemise de boîtier cylindrique
(7) et deux brides de boîtier (8, 9) prévues respectivement à une extrémité de la
chemise du boîtier (7), où le boîtier (6) est disposé dans un cylindre à pression
extérieur (10)
caractérisé en ce que
le cylindre à pression (10) présente une bague (11), que la bague (11) est pourvue
d'un côté d'un filetage externe (12) et de l'autre côté d'une bride (13) dépassant
vers l'intérieur,
et qu'un écrou de couverture (14) est prévu et que l'écrou de couverture (14) est
vissé sur la bague (11).
2. Elément de protection contre la surtension selon la revendication 1, caractérisé en ce que le boîtier (6) recevant les électrodes (3, 4) présente comme gaz d'extinction de
l'air.
3. Elément de protection contre la surtension selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le boîtier (6) recevant les électrodes (3, 4) présente comme gaz d'extinction du
SF6.
4. Elément de protection contre la surtension selon l'une quelconque des revendications
1 à 3, caractérisé en ce que le gaz d'extinction est sous pression atmosphérique.
5. Elément de protection contre la surtension selon l'une quelconque des revendications
1 à 3, caractérisé en ce que le gaz d'extinction est sous une pression différente de la pression atmosphérique.