[0001] Die vorliegende Anmeldung betrifft eine Stützscheibe für eine Stützscheibenlagerung
für Offenend-Spinnrotoren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Gattungsgemäße Stützscheiben sind beispielsweise durch eine Lagerung für Spinnrotoren
aus der DE 33 24 129 A1 bekannt. Die Stützscheiben bestehen aus einem Grundkörper,
der beispielsweise aus Kunststoff oder Metall ausgebildet wird und der an seinem Außenumfang
einen Kunststoffring besitzt, der die Lauffläche für den gelagerten Rotorschaft bildet.
Der Kunststoffring ist durch Aufspritzen auf den Grundkörper auf diesen aufgebracht.
Das im wesentlichen im Stand der Technik dazu verwendete Material für den auf dem
Umfang des Rotorschaftes ablaufenden Kunststoffring ist ein Polyurethan-Elastomer.
[0003] Dieser elastische Kunststoffring, der die Lauffläche für den Rotorschaft bildet,
hat die Eigenschaft, daß er Dämpfungseigenschaften besitzt, so daß der unruhige Lauf
des Spinnrotors, der beispielsweise durch Unwucht oder durch Stöße des antreibenden
Tangentialriemens erfolgt, gedämpft werden kann. Mit den bekannten Stützscheibenlagerungen
und den Stützscheiben mit einem Garniturbelag aus Polyurethan sind Drehzahlen des
Rotorschaftes bis zu 110.000 Umdrehungen pro Minute und mehr möglich.
[0004] Neben den erwähnten Vorteilen haben die Stützscheibenbeläge aus Polyurethan jedoch
auch den Nachteil, daß sie verschleißen. Durch die ständigen Verformungen an der Oberfläche
des Laufbelages wird dieser beispielsweise durch die Walkarbeit so stark erwärmt,
daß eine Zerstörung des Belages stattfindet. Um dieses Verhalten der Stützscheiben
zurückzudrängen, ist aus dem Stand der Technik bekannt, eine Kühlnut in den Belag
der Stützscheibe einzubringen. Diese ist beispielsweise in der US-P 5,178,473 gezeigt.
[0005] Daneben haben die bekannten Stützscheiben den weiteren Nachteil, daß sich der Polyurethan-Laufbelag
vom Grundkörper ablöst, wodurch eine Zerstörung der Stützscheibe erfolgt. Um diese
Problematik zu verbessern sind im Stand der Technik Stützscheiben bekannt, bei denen
der Kunststoffbelag auf einen Grundkörper aufgebracht ist, der derart ausgestaltet
ist, daß in radialer Richtung der Stützscheibe betrachtet, eine formschlüssige Verbindung
zwischen Grundkörper und Kunststoffbelag vorhanden ist. Eine derartige Stützscheibe
ist beispielsweise aus der DE 42 27 489 A1 bekannt. Aus der DE 19824286 A1 ist eine
Stützscheibe bekannt, die neben einer Kühlnut noch eine Reinigungsnut besitzt sowie
weitere Maßnahmen vorsieht, um während des Betriebs der Rotorspinnvorrichtung eine
Verschmutzung des Rotorschaftes zu verhindern, welche zu zusätzlichen Wartungsarbeiten
Anlaß gibt.
[0006] Es hat sich gezeigt, daß die Stützscheiben des Standes der Technik bei ihrem Einsatz
Mängel aufweisen und trotz der bekannten Maßnahmen, nur eine eingeschränkte Lebensdauer
besitzen, die ihren Einsatz bei modernen Rotorspinnmaschinen einschränken. Die dort
auftretenden Belastungen führen frühzeitig zum Ausfall der Stützscheiben, so daß neben
dem hohen Kostenaufwand für die benötigten Ersatzteile die Produktivität der Spinnmaschine
durch die erforderlichen Wartungsarbeiten vermindert ist.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Anmeldung ist es, die Nachteile des Standes der Technik
zu beseitigen und eine Stützscheibe vorzuschlagen, die geeignet ist Offenend-Spinnrotoren
auch bei höchsten Drehzahlen zu lagern, ohne den Nachteil einer nicht ausreichenden
Lebensdauer zu besitzen.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird durch eine Stützscheibe gemäß dem Patentanspruch
1 gelöst.
[0009] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Stützscheibe wird vorteilhaft erreicht,
daß zwischen Grundkörper und Lauffläche der Stützscheibe eine sichere Verbindung geschaffen
wird, die auch den bei höchsten Drehzahlen und Belastungen, wie beispielsweise durch
die Walkarbeit auftretenden Kräften widersteht. Eine Ablösung des Belages vom Grundkörper
findet nicht statt. Darüber hinaus besitzt die erfindungsgemäß ausgestaltete Stützscheibe
sehr gute Abrolleigenschaften für den gelagerten Rotorschaft. So werden ein unruhiges
Laufverhalten des Rotors durch die guten Dämpfungseigenschaften der Stützscheibe wesentlich
gemildert und Schwingungen abgedämpft. Die im Belag der Stützscheibe auftretende Dämpfungsarbeit
kann vorteilhaft vom Belag aufgenommen werden, ohne daß es zu Beeinträchtigungen der
Qualität der Lauffläche der Stützscheibe kommt. Insbesondere die günstigen Dämpfungseigenschaften
des erfindungsgemäß verwendeten Belages der Lauffläche der erfindungsgemäß ausgebildeten
Stützscheibe ermöglichen es, die Dicke des Belages der Stützscheibe gering zu halten,
was wiederum die Wärmeabfuhr aus dem Belag der Lauffläche erleichtert. Die in die
Lauffläche eingebrachte Walkarbeit führt daher nicht zu einer übermäßigen Erwärmung
des Belages. Das erhöht dessen Lebensdauer und damit auch die der Stützscheibe beträchtlich.
[0010] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung besitzt der Belag der Stützscheibe eine
Kühlnut zur noch besseren Abfuhr von während des Betriebs entstehender Wärme aus dem
Belag. Dadurch erhöht sich weiter die Verschleißbeständigkeit der Stützscheibe.
[0011] Durch die günstige Ausgestaltung des Grundkörpers mit einer Profilierung für eine
in radialer Richtung formschlüssig wirkende Verbindung zwischen Grundkörper und Belag
wird vorteilhaft erreicht, daß eine noch sicherere Verbindung zwischen Grundkörper
und Belag erreicht wird. Auch wenn dies bei derzeitigen Anwendungen nicht erforderlich
scheint, so ermöglicht es doch künftige, noch höhere Belastungen der Stützscheibe.
[0012] Durch die Ausbildung des Belages mit einer Reinigungsnut zum Verhindern von Ablagerungen
auf dem Rotorschaft werden Störungen im Betrieb reduziert. Diese werden vorteilhaft
auch dadurch verhindert, daß der Belag der Stützscheibe einen geringen elektrischen
Widerstand von vorteilhaft weniger als 1,0 x 10
9 Ohm hat. Um dies zu erreichen, wird günstigerweise der Kautschuk-Werkstoff mit einem
Zusatz zur Erhöhung seiner elektrischen Leitfähigkeit versetzt.
[0013] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung besteht der Belag der Stützscheibe aus
Nitrilkautschuk (NBR). Dieser Werkstoff hat besonders günstige mechanische Eigenschaften,
die ihn besonders verschleißfest bei rauhen Betriebsbedingungen machen. Besonders
vorteilhafte Eigenschaften besitzt der Kautschuk H-NBR.
[0014] Der Kautschuk kann Additive beinhalten, so daß er keine Auslagerungszeit benötigt,
wie beispielsweise das im Stand der Technik verwendete Polyurethan. NBR bzw. H-NBR
verhält sich mit diesen Additiven wie ein bereits gealterter Werkstoff und hat somit
von Anfang an gleichbleibende Eigenschaften.
[0015] Günstigerweise findet zur vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ein Kautschuk
nach Anspruch 1 mit einer Reißfestigkeit von wenigstens 28 N/mm
2 Anwendung. Vorteilhaft findet ein Kautschuk mit einer Härte Shore A 85 bis 105 Anwendung.
Dadurch werden günstige Dämpfungswerte für die Lagerung erreicht. Ebenso vorteilhaft
mit einem Kautschuk mit einer Härte zwischen Shore D 45 bis 70. Die Verwendung eines
Kautschuks für die Stützscheibe mit einer Elastizität von wenigstens 29 % gewährleistet
hohe Verschleißfestigkeit bei guter Dämpfung.
[0016] Besitzt die Stützscheibe auf dem Umfang des Belages eine oder mehrere Nuten, so kann
in besonders vorteilhafter Weise der Stützscheibenbelag auch höchsten Belastungen
Stand halten. Die Nut kann dabei mehrere Aufgaben erfüllen. So kann sie beispielsweise
zur Kühlung des Belags oder zur Reinigung des Schaftes des offenen Spinnrotors genutzt
werden. Durch den Einsatz der Nuten wird darüber hinaus auch der Abrollwiderstand
des Schaftes auf den Stützscheiben beeinflusst.
[0017] Reichen die Nuten bis zum Grundkörper der Stützscheibe, das heißt ist der Belag mit
mehreren einzelnen, voneinander unabhängigen Elementen ausgeführt, so ist eine außerordentlich
gute Kühlung des Belags und der Stützscheiben gewährleistet. Die Haftung des erfindungsgemäßen
Kautschuks des Belages auf dem Grundkörper der Stützscheiben, insbesondere wenn dieser
aus Aluminium ausgeführt ist, ist dabei derart gut, daß es möglich ist, den Belag
auch ohne oder gegebenenfalls aus fertigungstechnischen Gründen mit geringem seitlichen
Kontakt direkt an seiner Umfangsfläche mit dem Grundkörper zu befestigen. Die Ablösung
des Belags von den Stützscheiben ist mit der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Belages
bei vorhersehbaren Belastungen nicht zu befürchten.
[0018] Weist der Belag eine Dicke von weniger als 4 mm auf oder ist er geringer als die
1,9-fache Höhe der tiefsten Nut, so hat sich ein besonders gutes Verhältnis des Belags
hinsichtlich seiner Festigkeit und der Kühl- und Reinigungseffekte der Nut ergeben.
[0019] Je nach Einsatzfall kann es vorteilhaft sein, wenn eine oder mehrere Reinigungsnuten
an dem Belag der Stützscheibe angeordnet sind.
[0020] Ist der Grundkörper oberflächenbehandelt, insbesondere, wenn es sich bei dem Grundkörper
um ein Aluminiumteil handelt, eloxiert, so werden mehrere zusätzliche Vorteile erzielt.
Durch die Oberflächenbehandlung wird eine Beschädigung des Materials des Grundkörpers,
beispielsweise durch Oxidation verhindert. Außerdem sind durch die Oberflächenbehandlung
farbliche Kennzeichnungen des Grundkörpers möglich, so daß der Einsatz verschiedener
Stützscheiben auf einfache Art und Weise farblich markiert sein kann und somit Verwechslungen
vermieden werden. Durch die besondere Eigenart des Materials des erfindungsgemäßen
Belags der Stützscheiben ist es sogar möglich, daß beispielsweise eine Eloxalschicht
sogar nach dem Aufbringen des Belages der Stützscheibe aufgebracht werden kann. Durch
die beispielsweise eloxierte Schicht, d. h. das Eloxieren der Stützscheibe auch mit
ihrem Belag, wird der Belag nicht angegriffen und seine Wirkung nicht vermindert.
Das Eloxieren kann dabei nach der Fertigbearbeitung der Stützscheibe erfolgen.
[0021] Erfindungsgemäße Stützscheiben mit einem Außendurchmesser zwischen 50 und 80 mm haben
sich für den Einsatz der Lagerung von Spinnrotoren als besonders gut erwiesen.
[0022] Die Kontaktfläche zwischen Belag und Rotorschaft weist vorteilhafterweise eine Breite
zwischen 4 und 12 mm auf. Dies ist ausreichend, um einerseits einen weitgehend schlupffreien
Abrollvorgang des Rotorschaftes auf den Stützscheiben zu bewirken und andererseits
den Rollwiderstand möglichst gering zu halten.
[0023] Als Mindestbreite eines Belages hat sich ein Wert von etwa 2 mm als besonders vorteilhaft
erwiesen. Bei diesem Wert ist es sogar noch möglich, eine direkte Befestigung des
Belages am Umfang des Grundkörpers ohne seitlichen Kontakt zwischen Grundkörper und
Belag zu bewerkstelligen. Es ist hier insbesondere bei einem Grundkörper aus Aluminium
eine ausreichende Haftung des erfindungsgemäßen Belages gegeben. Außerdem sind die
2 mm ausreichend, um ein seitliches Ausknicken des Belages zu vermeiden.
[0024] Im folgenden wird die Erfindung anhand zeichnerischer Darstellungen beschrieben.
Es zeigen:
- Figur 1
- Eine Prinzipdarstellung einer Lagerung für einen Offenend-Spinnrotor;
- Figur 2
- einen Schnitt durch eine Stützscheibe der Lagerung von Figur 1;
- Figur 3
- einen Schnitt durch eine Stützscheibe mit ebener Umfangsfläche des Grundkörpers;
- Figur 4
- verschiedene Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Stützscheibe.
[0025] Figur 1 zeigt eine Prinzipdarstellung einer Lagerung 1 für einen Offenend-Spinnrotor
2, wie sie standardmäßig an Offenend-Spinnmaschinen zum Einsatz kommt. Die Lagerung
1 besteht im wesentlichen aus einem Lagerbock 11, der die Stützscheibenlager 12 trägt.
Die Stützscheibenlager 12 lagern je eine Welle 13, die ihrerseits an jedem ihrer Enden
über eine Preßverbindung mit einer Stützscheibe 14 verbunden ist. Die Stützscheiben
14 bilden je zwei Stützscheibenpaare, so daß zwei Keilspalte 141 gebildet werden.
Die Stützscheiben 14 tragen den Rotorschaft 21 des Offenend-Spinnrotors 2. Wird der
Offenend-Spinnrotor 2 beispielsweise über einen Tangentialriemen (nicht gezeigt) angetrieben,
rollt er in den Keilspalten 141 an den Stützscheiben 14 ab. Dadurch werden diese in
Drehung versetzt. Die Stützscheiben 14 sind mit einer Reinigungsnut 3 versehen, die
bei der Rotation der Stützscheiben 14 mit ihren Kanten 31 entlang der Berührlinie
des Rotorschaftes wandert. Die Reinigungsnut 3 ist in den Belag 143 in Form einer
endlosen Nut eingebracht. Da der Ablauf des Rotorschaftes 21 auf den Stützscheiben
14 nicht schlupffrei erfolgt, ist gewährleistet, daß die Kante 31 jede Stelle des
Rotorschaftes erreicht und diesen von Ablagerungen reinigt.
[0026] Die Wellen 13, die die Stützscheiben aufnehmen und lagern, sind zueinander nicht
parallel, sondern windschief gelagert, so daß auf den Rotorschaft 21 durch die Stützscheiben
ein Axialschub ausgeübt wird. Dieser stützt sich in bekannter Weise an einem Axiallager
101 ab. Dieses kann beispielsweise als Spurlager ausgebildet sein, oder wie im Ausführungsbeispiel
von Figur 1 angedeutet, in Form eines aerostatischen Axiallagers. Durch die Lagerung
des Rotorschaftes 21 in den Keilspalten 141 der Stützscheiben 14 erfolgt eine relativ
hohe Anpressung des Rotorschaftes auf den Belag 143 der Stützscheiben 14. Dieser Andruck
wird dadurch erzeugt, daß der tangential über den Rotorschaft 21 laufende Tangentialriemen
seinerseits mit einer radialen Kraft auf den Rotorschaft 21 aufgepreßt wird. Dieser
Andruck ist erforderlich, um den Schlupf zwischen dem Tangentialriemen und dem Rotorschaft
21 klein zu halten, so daß der Rotorschaft 21 und mit ihm der von diesem gelagerte
Offenend-Spinnrotor 2 weitgehend verlustfrei angetrieben werden können. Dieser Anpreßdruck
muß vom Belag 143 jeder Stützscheibe 14 aufgenommen werden. Dadurch, daß sich die
Stützscheiben drehen und der Rotorschaft 21 auf diesen abrollt, wird auf den Belag
143 eine wechselnde Druckkraft ausgeübt, die den Belag 143 beansprucht. Die Beanspruchung
durch die wechselnde Druckkraft führt zu einer Erwärmung des Belages 143, und damit
zu einer thermischen Belastung.
[0027] Neben dieser Art der Beanspruchung des Belages 143 erfolgt zusätzlich ein ständiges
Reiben des Rotorschaftes 21 senkrecht zur Ebene der Stützscheibe über deren Belag
143. Dies hat seine Ursache in der, wie oben bereits erwähnt, parallelen Anordnung
der beiden Wellen 13 zueinander. Dieses Reiben der Stützscheiben über den Rotorschaft
führt zu einer Belastung der Oberfläche der Stützscheibe auf mechanische Art und Weise
und zusätzlich über eine dadurch erzeugte Erwärmung des Belages 143.
[0028] Die in Figur 2 im Schnitt dargestellte Stützscheibe 14 besitzt eine Reinigungsnut
3 im Belag 143. Dieser bildet an seinem Außenumfang die Lauffläche 144 auf der der
Rotorschaft 21 abrollt. Die Stützscheibe 14 besteht aus einem Grundkörper 5, der beispielsweise
aus Aluminium, als Spritzgußteil ausgebildet werden kann, oder auch aus Kunststoff
besteht. Die Stützscheibe 14 besitzt in ihrer Mitte eine Bohrung 51, über die sie
an der Welle 13 eines Stützscheibenlagers 12 mittels einer Preßpassung befestigt werden
kann (vgl. Figur 1). Im Bereich des Übergangs des Grundkörpers 5 und Belags 143 kann
der Außenumfang des Grundkörpers 5 in besonderer, nicht dargestellter Art, beispielsweise
V- oder hammerförmig ausgestaltet sein, damit eine bessere Haftung zwischen Grundkörper
5 und Belag 143 gewährleistet werden kann. In günstiger Ausgestaltung ist der Grundkörper
5 dabei so ausgestaltet, daß im Bereich einer Nut im Belag 143, hier der Reinigungsnut
3, eine genügende Dicke des Belages 143 vorhanden ist.
[0029] Die sichere Befestigung des Belages 143 auf dem Grundkörper 5 der Stützscheibe 14
erfolgt aber nicht ausschließlich über eine formschlüssige Verbindung zwischen Grundkörper
5 und Belag 143, wie dies in Figur 2 beschrieben ist, sondern auch durch die Haftung
des Belages 143 auf dem Grundkörper 5. Diese Haftung ist bei einer erfindungsgemäß
ausgebildeten Stützscheibe wesentlich höher, als bei Stützscheiben des Standes der
Technik, bei denen der Belag 143 aus Polyurethan gefertigt ist. Der erfindungsgemäße
Belag aus Kautschuk hat von sich aus eine wesentlich höhere Haftkraft auf dem Grundkörper
als Beläge des Standes der Technik. Außerdem neigt der erfindungsgemäße Stützscheibenbelag
aus Kautschuk weniger zu Lunkern, wodurch seine Haftkraft nochmals verbessert wird.
[0030] Durch die vorteilhafte, geringere Neigung Lunker auszubilden ist es durch einen Belag
143 der Stützscheibe 14 aus Kautschuk nach Anspruch 1, insbesondere aus Nitrilkautschuk,
ermöglicht, den Belag 143 als dünne Schicht auf dem Außenumfang des Grundkörpers 5
aufzubringen.
[0031] Die in Figur 3 dargestellte Stützscheibe 14, deren Darstellung ebenfalls im Schnitt
ausgeführt ist, besitzt einen Grundkörper 5, der eine ebene, zylinderförmige Fläche
am Umfang besitzt, auf dem der Kautschukbelag 143 gemäß der Erfindung aufgebracht
ist. Durch die besonderen physikalischen Eigenschaften des Kautschuks nach Anspruch
1, insbesondere seine günstige Haftkraft, die erforderlichenfalls durch Haftvermittler
und/oder Aufrauhen der Kontaktfläche noch wesentlich verbessert werden kann, ist es
möglich, ohne einen am Außenumfang profilierten Grundkörper 5, eine sichere Verbindung
zwischen dem Belag 143 und dem Grundkörper 5 auszuführen. Der bei der Stützscheibe
von Figur 3 verwendete Belag 143 besitzt eine mittig über den Umfang verlaufende Nut
30, die die Aufgabe einer Kühlnut zur Kühlung des Belages 143 hat. Solche zur Kühlung
eingesetzten Nuten sind im Stand der Technik üblich. Die Dicke des Belages 143, wie
er in Figur 3 dargestellt ist, stellt eine Ausgestaltungsmöglichkeit dar. Je nach
Verwendung von verschieden eingestellten Kautschukbelägen, ist es möglich, die Beläge
wesentlich dünner auszubilden, als dies beispielsweise bei Polyurethan-Belägen des
Standes der Technik erforderlich ist. Dadurch wird vorteilhaft erreicht, daß der Belag
143 eine geringere Masse erhält, wodurch wiederum seine Verbindung zum Grundkörper
eine wesentlich kleinere Belastung durch die Fliehkräfte erfährt, wie dies Beläge
des Standes der Technik erfahren. Trotzdem werden mit einem erfindungsgemäßen Belag
143 aus Kautschuk die erforderlichen Dämpfungseigenschaften zur Dämpfung des Rotorschaftes
während dessen Abrollens erreicht. Durch die Verringerung der Dicke wird gleichzeitig
die durch die Walkarbeit erzeugte Wärme näher hin zum Grundkörper 5 verlagert, so
daß der Wärmeübergang, insbesondere bei Stützscheibengrundkörpern aus Metall wesentlich
verbessert wird. Dies erhöht ebenfalls die Lebensdauer des Belages 143 und damit der
Stützscheibe 14.
[0032] Die günstigen Eigenschaften des Stützscheibenbelag-Werkstoffs ermöglichen eine weitere
Ausgestaltung des Stützscheibenbelages, insbesondere der Lauffläche 144, da der erfindungsgemäße
Belag 143 widerstandsfähiger, d.h. verschleißfester ist. Dadurch können beispielsweise
schmälere Stützscheiben eingesetzt werden, wodurch vorteilhaft das Lager kleiner baut
und eine geringere Masse hat. Auch eine vorteilhafte Verkleinerung des Durchmessers
der Stützscheiben ist infolge des erfindungsgemäßen Werkstoffs für die Lauffläche
nunmehr möglich.
[0033] In Figur 4 sind verschiedene Ausführungsbeispiele einer jeweils erfindungsgemäßen
Stützscheibe dargestellt. Das Ausführungsbeispiel a zeigt dabei eine Nut 30 in einem
Belag 143, welche bis nahezu an den Grundkörper 5 (gestrichelte Linie) heranreicht.
Durch den Zusammenhalt des Belages an seinem inneren Umfang ist eine besonders stabile
Ausführung geschaffen, da sichdrie nach außen hin zweiteilige Belag an seiner Befestigungsstelle
gegenseitig abstützt.
[0034] In Figur 4b ist eine Stützscheibe 14 dargestellt, welche zwei Nuten 30 in ihrem Umfang
aufweist. Es sind hierdurch drei Stützflächen für den Rotorschaft durch den Belag
143 geschaffen.
[0035] In Figur 4c sind drei Nuten 30 in dem Stützscheibenbelag 143 angeordnet. Wie in dem
Schnitt der Figur 4c dargestellt, reichen dabei die äußeren zwei der Nuten 30 weniger
tief in die Belagdicke hinein, als die mittlere, dritte Nut es tut. Die mittlere Nut
30 ist dabei ebenso wie gemäß Figur 4a bis nahe an den Grundkörper 5 heran in den
Belag 143 eingeschnitten.
[0036] Figur 4d zeigt Reinigungsnuten 3, welche in axialer Richtung geneigt in dem Belag
143 angeordnet sind. Hierdurch entsteht eine axiale Kraft auf die Verschmutzung des
Rotorschaftes, wodurch diese nach und nach gelöst wird und der Rotorschaft in diesem
Bereich nahezu schmutzfrei gehalten wird.
[0037] In Figur 4e ist eine Stützscheibe 14 dargestellt, welche aus zwei Belägen 143 besteht.
Jeder dieser Beläge 143 ist ohne Kontakt mit dem anderen Belag 143 auf dem Grundkörper
5 der Stützscheibe 14 befestigt. Durch die Eigenart des Materials des Belags 143 ist
eine besonders gute Haftung sogar bei dieser Ausführung, bei welcher kein oder ggf.
nur ein geringer seitlicher Kontakt mit dem Grundkörper 5 der Stützscheibe 14 vorhanden
ist, ausreichend.
[0038] Eine erfindungsgemäß ausgebildete Stützscheibenlagerung ist allgemein weniger empfindlich
gegenüber Fertigungs- und Montagetoleranzen und ermöglicht dadurch eine kostengünstigere
Herstellung. So ist es beispielsweise möglich ohne anschließender seitlicher spanender
Bearbeitung den Stützscheibenbelag aufzuspritzen. Zur Feinbearbeitung ist lediglich
die Umfangsfläche zu bearbeiten.
[0039] Weitere Vorteile ergeben sich aus den vorteilhaften Werkstoffeigenschaften. So hat
der Kautschuk nach Anspruch 1, von Natur aus einen geringeren elektrischen Widerstand
im Vergleich zum Stützscheibenbelag von Stützscheiben des Standes der Technik.
1. Stützscheibe für eine Stützscheibenlagerung eines Offenend-Spinnrotors (2), die einen
Grundkörper (5) besitzt mit einer Verbindung für eine Welle (13) zur Lagerung der
Stützscheibe (14) und einem Außenumfang zur Aufnahme eines Belages (143) aus Kunststoff
zur Lagerung eines Offenend-Spinnrotors (2), dadurch gekennzeichnet, daß der Belag (143) aus Kautschuk ist und wahlweise im wesentlichen aus Nitrilkautschuk
(NBR) oder aus dem Kautschuk H-NBR besteht.
2. Stützscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Belag (143) aus Kautschuk mit einer Reißfestigkeit von wenigstens 28 N/mm2 besteht.
3. Stützscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Belag (143)aus einem Kautschuk mit einer Härte zwischen Shore A 85 und 105 besteht.
4. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kautschuk eine Härte zwischen 45 und 70 Shore D besitzt.
5. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kautschuk eine Elastizität von wenigstens 29 % besitzt.
6. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützscheibe (14) auf dem Umfang des Belages (143) eine oder mehrere Nuten (3,
30) besitzt.
7. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut(en) (3, 30) bis zum Grundkörper (5) reichen.
8. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützscheibe wenigstens eine Nut (30) zur Kühlung des Belags (143) auf dem Umfang
des Belages (143) besitzt.
9. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Belag (143) eine Dicke von weniger als 4 mm besitzt oder weniger als dem 1,9-fachen
der tiefsten Nut (3, 30).
10. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Belag (143) der Stützscheibe (14) auf dem Umfang mindestens eine, vorzugsweise
zwei Reinigungsnuten (3) besitzt.
11. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Widerstand des Belags (143) einen Wert von weniger als 1,0 x 109 Ohm hat.
12. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Belag (143) einen Zusatz enthält zur Verminderung des elektrischen Widerstandes
auf unter 1,0 x 109 Ohm.
13. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (5), insbesondere nach dem Aufbringen des Belages (143) oberflächenbehandelt,
insbesondere eloxiert ist.
14. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützscheibe (14) einen Außendurchmesser zwischen 50 und 80 mm aufweist.
15. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktfläche zwischen Belag (143) und Rotorschaft (21) eine Breite zwischen
4 und 12 mm aufweist.
16. Stützscheibe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Mindestbreite eines Belages (143) 2 mm beträgt.
1. A supporting disc for bearing, with supporting discs , an open-end spinning rotor
(2) which has a principal body (5) having a connection to a shaft (13) for bearing
the supporting disc (14) and an outer circumference that accepts a covering (143)
of plastic for bearing the open-end spinning rotor (2) wherein the covering (143) is made of rubber and which can, optionally, consist primarily
of nitrile rubber (NBR) or of H-NBR rubber.
2. A supporting disc according to Claim 1, wherein the covering (143) of rubber has an ultimate tensile strength of at least 28 N/mm2.
3. A supporting disc according to Claim 1 or 2, wherein the covering (143) of rubber has hardness of between Shore A 85 and 105.
4. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 3, wherein the rubber has a hardness of between 45 and 70 Shore D.
5. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 4, wherein the rubber has an elasticity of at least 29%.
6. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 5, wherein the supporting disc (14) has one or more grooves (3, 30) on the circumference of
the covering (143).
7. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 6, wherein the groove(s) (3, 30) reach down to the principal body (5).
8. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 7, wherein the supporting disc has at least one groove (30) for cooling the covering (143) on
the circumference of the covering (143).
9. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 8, wherein the covering (143) has a thickness of less than 4 mm or of less than 1.9 times the
deepest groove (3, 30).
10. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 9, wherein the covering (143) of the supporting disc (14) has at least one, favourably two,
cleaning grooves (3) on its circumference.
11. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 10, wherein the electrical resistance of the covering (143) has a value of less than 1.0 x 109 ohm.
12. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 11, wherein the covering (143) contains an additive to reduce the electrical resistance to less
than 1.0 x 109 ohm.
13. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 12, wherein the surface of the principal body (5) is treated, particularly after the covering
(143) has been applied, particularly through anodising.
14. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 13, wherein the supporting disc (14) has an external diameter of between 50 and 80 mm.
15. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 14, wherein the contact area between the covering (143) and the rotor shaft (21) has a width
of between 4 and 12 mm.
16. A supporting disc according to one or more of Claims 1 to 15, wherein the minimum width of a covering (143) is 2 mm.
1. Rondelle support pour un logement sur rondelle support d'un rotor de filature à bout
libéré (2), qui comporte un corps de base (5) avec une connexion pour un arbre (13)
pour le logement de la rondelle support (14) et une circonférence extérieure pour
l'accueil d'un enrobement (143) de matière synthétique pour le logement d'un rotor
de filature à bout libéré (2), caractérisée en ce que l'enrobement (143) est réalisé en caoutchouc et qu'il se compose au choix de caoutchouc
nitrile (NBR) ou de caoutchouc H-NBR.
2. Rondelle support selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'enrobement (143) est réalisé en caoutchouc possédant une résistance à la déchirure
de 28 N/mm2 au moins.
3. Rondelle support selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que l'enrobement (143) est réalisé à partir d'un caoutchouc possédant une dureté située
entre Shore A 85 et 105.
4. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 3, caractérisée en ce que le caoutchouc possède une dureté située entre 45 et 70 Shore D.
5. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 4, caractérisée en ce que le caoutchouc possède une élasticité de 29 % au moins.
6. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 5, caractérisée en ce que la rondelle support (14) comporte une ou plusieurs rainures (3, 30) sur la circonférence
de l'enrobement (143).
7. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 6, caractérisée en ce que les rainures (3, 30) s'étendent jusqu'au corps de base (5).
8. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 7, caractérisée en ce que la rondelle support comporte au moins une rainure (30) pour le refroidissement de
l'enrobement (143) sur la circonférence de l'enrobement (143).
9. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 8, caractérisée en ce que l'enrobement (143) comporte une épaisseur inférieure à 4 mm ou inférieure à une valeur
de 1,9 fois la rainure la plus profonde (3, 30).
10. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 9, caractérisée en ce que l'enrobement (143) de la rondelle support (14) comporte en sa circonférence une,
mais de préférence deux rainures de nettoyage (3).
11. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 10, caractérisée en ce que la résistance électrique de l'enrobement (143) possède une valeur inférieure à 1,0
x 109 Ohm.
12. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 11, caractérisée en ce que l'enrobement contient un additif destiné à la réduction de la résistance électrique
à une valeur inférieure à 1,0 x 109 Ohm.
13. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 12, caractérisée en ce que le corps de base (5), notamment après l'application de l'enrobement (143), est à
surface traitée, notamment anodisée.
14. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 13, caractérisée en ce que la rondelle support (14) présente un diamètre extérieur compris entre 50 et 80 mm.
15. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 14, caractérisée en ce que la surface de contact entre l'enrobement (143) et la tige (21) du rotor présente
une largeur comprise entre 4 et 12 mm.
16. Rondelle support selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications de brevet
1 à 15, caractérisée en ce que la largeur minimale d'un enrobement (143) est de 2 mm.