[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Pflegemittel für wasserfeste Oberflächen aus
dem Gebäude- und Fahrzeugbereich, insbesondere Fußböden, das insbesondere in verdünntem
Zustand zur Pflege der Oberflächen eingesetzt werden kann. In einer bevorzugten Ausführungsform
enthält das Mittel auch reinigende Komponenten, so daß es als Wischpflegemittel, das
heißt eine Kombination aus Reinigungs- und Pflegemittel, zur Reinigung und Pflege
der Oberflächen eingesetzt werden kann.
[0002] Zur Reinigung und Pflege von Fußböden sind bereits zahlreiche Verfahren und Mittel
entwickelt worden. Mittel zur Pflege und Konservierung von Oberflächen enthalten Wachse
oder filmbildende Polymere sowie vernetzende Stoffe, wie Schwermetallsalze, die nach
dem Trocknen auf der behandelten Oberfläche einen Film erzeugen. Die Entfernung derartiger
Filme, beispielsweise wegen Abnutzung oder Verschmutzung, ist aber nur schwer möglich.
[0003] Handelsübliche Wischpflegen, mit denen Reinigung und Konservierung der Oberfläche
in einem Arbeitsgang möglich sein sollen, enthalten Tenside beziehungsweise eine Tensid/Polymerkombination.
In einigen Fällen kann auch noch eine Wachsdispersion enthalten sein. Ein Beispiel
für die Kombination aus einem speziellen Tensid und einem Polymer als Pflege-/Reinigungskomponente
in einem Wischpflegemittel findet sich in WO 94 20 595 A.
[0004] WO 93 22 412 A1 offenbart eine im wesentlichen nicht wässrige flüssige Reinigungszusammensetzung,
die eine teilchenförmige feste Phase umfasst, die suspendiert ist in einer nicht wässrigen
flüssigen Phase, wobei die feste Phase Tonmaterial einschließt, das aus Plättchen
besteht, die eine mittlere größte Ausdehnung von weniger als 1 µm aufweisen.
[0005] GB 1 205 711 A offenbart hochvoluminöse Metall- und Metalloidoxide in nicht wässrigen
flüssigen Detergenszusammensetzungen.
[0006] EP 0 266 199 A offenbart nicht wässrige flüssige Detergenszusmmensetzungen, die Tone
einschließen.
[0007] GB 2 210 382 A offenbart die Verwendung von kationisch modifizierten Smektit-Tonmineralen
in nicht wässrigen flüssigen Detergenszusammensetzungen. GB 2 208 168 A offenbart
die Verwendung von ähnlichen Tonen.
[0008] EP 0 120 659 A offenbart die Verwendung von bestimmten Tonen, wie Kaolin, Montmorillonit
und Natriumbentonit in nicht wässrigen flüssigen Detergensprodukten.
[0009] Auf Tensiden basierende Wischpflegen müssen zur Erzielung einer ansprechenden Optik
in zweistufigen Wischverfahren beziehungsweise mit Hilfe von Reinigungsautomaten angewandt
werden. Es ist in der Regel eine nachträgliche Politur erforderlich. Polymerhaltige
Wischpflegen, bei denen dies vermieden werden kann, neigen besonders leicht, insbesondere
bei täglicher Anwendung, beispielsweise in Krankenhäusern, zu einem Aufbau der Pflegeschichten,
was durch die Einlagerung von Schmutz und die ungleiche Stärke des Schichtaufbaus
infolge unterschiedlicher mechanischer Belastung, etwa im Bereich von Laufstraßen,
zu einem unansehnlichen Erscheinungsbild führt.
[0010] Ausgehend von diesem Stand der Technik soll nun erfindungsgemäß ein Mittel zur Pflege
von wasserfesten Oberflächen bereitgestellt werden, das folgende Eigenschaften aufweist:
- geringer oder kein Schichtaufbau, das heißt wasserlösliches/wasserdispergierbares
Mittel, so daß Rückstände zum großen Teil beim nächsten Reinigen mitsamt dem Schmutz
entfernt werden;
- verringerte Wiederanschmutzung beziehungsweise erleichterte Entfernbarkeit des Schmutzes;
- Trittsicherheit.
[0011] Ferner soll ein Wischpflegemittel bereitgestellt werden, das zusätzlich folgende
Eigenschaften aufweist:
- gutes Schmutzlösevermögen, gute Benetzung;
- gute Optik bei einstufigem Wischverfahren, das heißt keine Bildung von Schlieren oder
Flecken und Entwicklung von Glanz auch ohne Polieren, wobei die behandelte Oberfläche
jedoch polierbar sein soll.
[0012] Erfindungsgemäß wird nun ein wässriges Mittel zur pflegenden Behandlung von wasserfesten
Oberflächen mit den genannten Eigenschaften bereitgestellt, das
- mindestens ein Mineral aus der Gruppe der Schichtsilicate mit kolloidalen Dimensionen
und einer mittleren Größe der Mineralplättchen < 10-7 m;
- ein nichtionisches Tensid; wobei das Verhältnis Schichtsilicat : Tensid 5:1 bis 1:7
beträgt; und/oder
- Polyethylenglycol und/oder Polypropylenglycol
enthält.
[0013] Das Mittel ergibt nach Verdampfen von Wasser und Lösemitteln einen transparenten
verfilmten Trockenrückstand. Das Mineral quillt in Wasser zu einer transparenten Lösung.
Unter "Lösung" ist hier ein transparentes kolloid-disperses System (kolloidale Lösung;
Sol oder Gel) oder ein molekulardisperses System (echte Lösung) zu verstehen.
[0014] Erfindungsgemäß wurde festgestellt, daß, um eine geringe Anschmutzungsneigung und
ein gutes Strichaufnahmevermögen der behandelten Oberfläche zu erzielen, der Lufttrockenrückstand
des Mittels fest und nicht klebrig oder spröde sein sollte. Ferner sollte er schnell
trocknend sein. Ist der Rückstand (nach Verdampfen von Wasser und Lösemitteln) flüssig,
so zieht er Staub an, so daß das Ziel einer geringeren Wiederanschmutzung nicht erreicht
werden kann. Ein zu fester Rückstand ist bröckelig. Außerdem wurde festgestellt, daß
eine optimale Optik, das heißt Glanz und Fleckenfreiheit auch ohne Politur, mit einem
transparenten, gut verfilmten Trockenrückstand erhalten werden kann. Eine halbfeste
Konsistenz ist optimal.
[0015] Der vorstehende Befund ist insofern überraschend, als der Lufttrockenrückstand eines
Pflegemittels oder Reinigungsmittels wenig mit dem zu tun hat, was auf dem Boden als
pflegendes Prinzip zurückbleibt. Das Produkt kommt sehr verdünnt zum Einsatz, so daß
die Ausbildung eines mehr oder weniger geschlossenen Films auf der Oberfläche nicht
zu erwarten ist.
[0016] Erfindungsgemäß ist es ferner von Bedeutung, daß die zurückbleibenden Substanzen
ausreichend wasserlöslich sind, um nicht aufzubauen, aber so schlecht beziehungsweise
langsam löslich sind, daß sie langfristig in Poren zurückbleiben, so daß eine ausreichende
Konservierung der Oberfläche gewährleistet ist. Es ist darauf hinzuweisen, daß diese
Eigenschaften mit der gängigen Kombination von Tensid und Arcylat/Styrolacrylat als
Polymer in Wischpflegemitteln nicht erzielt werden. Die verfilmten Polymere sind wenig
wasserlöslich, und das Verhältnis nichtionisches Tensid/Polymer ist zur Erzielung
eines festen Rückstands klein zu halten.
[0017] Demgegenüber kann erfindungsgemäß ein Wischpflegemittel mit einem hohen Anteil eines
nichtionischen Tensids bereitgestellt werden, das keine Schlieren hinterläßt und sehr
gut netzend ist. Die gute Benetzung des Bodens, die unter Verwendung des erfindungsgemäßen
Wischpflegemittels möglich ist, verhindert nicht nur Wasserflecken, sondern ermöglicht
es auch, daß eine ausreichende Reinigungswirkung bei einstufigem Wischen erzielt wird.
Die nach dem Wischen zurückbleibenden Substanzen ermöglichen es, daß anfallende Verschmutzungen
leicht beim nächsten Reinigungsvorgang entfernt werden können.
[0018] Erfindungsgemäß wird auch ein Mittel zur pflegenden Behandlung von wasserfesten Oberflächen
bereitgestellt, das nur eine geringe oder keine Reinigungswirkung hat. Dieses Mittel
enthält keine Tenside oder vorzugsweise nur einen geringen Anteil sehr gut netzender
Tenside. Einen halbfesten, transparenten Film erhält man insbesondere durch eine Kombination
des Schichtsilicats mit einem Polyethylenglycol und/oder Polypropylenglycol.
[0019] Aus dem Stand der Technik sind bereits Reinigungsmittel bekannt, die Silicate enthalten;
diese Mittel eignen sich jedoch nicht zur pflegenden Behandlung von Oberflächen, und
zur Erzielung der gewünschten Reinigungswirkung erfolgt ein möglichst vollständiges
Abspülen oder Abwischen der Mittel. So beschreibt WO 96/27654 A1 Reinigungsmittel
in Form sprühbarer thixotroper Zusammensetzungen, deren Reinigungswirkung auf ihrem
Säuregehalt beruht. Tenside sind in den Mitteln nicht oder nur in sehr geringer Menge
enthalten. DE 38 06 674 A1 betrifft Reinigungsmittel, die speziell zur Reinigung (Entfettung)
metallischer Oberflächen vorgeschlagen werden. Die als geeignet genannten Silicate
quellen jedoch in Wasser allenfalls wenig und bilden keine kolloidalen Lösungen, so
dass auch keine Bildung transparenter Filme möglich ist.
[0020] Die Inhaltsstoffe des erfindungsgemäßen Mittels zur pflegenden Behandlung von wasserfesten
Oberflächen sowie bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden nachstehend erläutert.
[0021] Das erfindungsgemäße Mittel enthält wenigstens ein Mineral aus der Gruppe der Schichtsilicate
mit einer mittleren Größe der Mineralplättchen ≤ 10
-7 m . Vorzugsweise liegt die mittlere Größe unter 10
-7 m, beispielsweise bei 8.10
-8 m oder darunter, bei 5.10
-8 m oder darunter oder bei 3.10
-8 m oder darunter. Ferner ist es bevorzugt, wenn das mineralische Material keinen erheblichen
Anteil an Teilchen, die wesentlich größer als 10
-6 m oder besser als 10
-7 m sind, enthält. Typischerweise enthält das Material nicht mehr als 10 %, besser
nicht mehr als 1 % und insbesondere nicht mehr als 0,1 % (jeweils bezogen auf das
Gewicht) an Teilchen mit einer Größe von 10
-7 m oder darüber.
[0022] Die erfindungsgemäß eingesetzten Silicate bilden typischerweise Kristallplättchen
mit einer im Vergleich zum Durchmesser geringen Dicke. Sofern hier auf die Größe der
Teilchen Bezug genommen wird, soll damit die Primärteilchengröße bei vollständiger
Dispergierung und spezieller der Durchmesser der Teilchen gemeint sein. Unabhängig
von der genauen Teilchenform kommt es jeweils auf die größte Abmessung an. Bei Kristallplättchen
kann der Durchmesser beispielsweise mehr als das 10-Fache oder mehr als das 20-Fache
der Dicke betragen. Auch Plättchen, deren Durchmesser das 25-Fache oder mehr der Dicke
beträgt, sind geeignet. Die Dicke kann beispielsweise 9.10
-10 bis 4.10
-9 m betragen.
[0023] Erfindungsgemäß ist es wesentlich, dass die Teilchen aus dem Schichtsilicat kolloidale
Dimensionen aufweisen. Dies ist von Bedeutung für eine vollständige Quellung unter
Bildung eines kolloidalen transparenten Systems. Bei den erfindungsgemäß verwendeten
Silicaten erfolgt häufig eine vollständige Quellung in weniger als 1 Stunde. Silicate,
die in Wasser eine Suspension bzw. ein trübes System bilden, und zwar insbesondere
aufgrund unvollständiger Quellung, sind für die Erfindung nicht geeignet. Das Quellungsverhalten
kann der Fachmann leicht testen, indem er ein Silicat in einer Menge, wie sie für
das erfindungsgemäße Mittel in Betracht kommt, mit Wasser versetzt, zweckmäßigerweise
unter Rühren oder Schütteln, und dann beobachtet, ob das erhaltene System transparent
oder trüb ist.
[0024] Bei dem erfindungsgemäß verwendeten Schichtsilicat handelt es sich um ein natürliches
oder synthetisches Schichtsilicat, wobei synthetische Materialien bevorzugt sind.
Die eingesetzten Schichtsilicate sind vorzugsweise frei von Verunreinigungen, die
die Bildung einer transparenten kolloidalen Lösung in Wasser stören oder hemmen.
[0025] Bei einer bevorzugten Silicatkomponente handelt es sich um ein glimmerartiges Schichtsilicat.
Beispiele umfassen natürliche Smectite und auf Basis natürlicher Smectite hergestellte
oder synthetische Schichtsilicate mit einer den Smectiten ähnlichen Zusammensetzung.
Besonders bevorzugt sind Hectorit sowie synthetische trioktaedrische Natriummagnesiumsilicate.
Insbesondere mit diesen letztgenannten Schichtsilicaten kann ein vollkommen klarer
Trockenrückstand erzielt werden.
[0026] Die erfindungsgemäß in Betracht kommenden Schichtsilicate sind als solche bekannt
(vergleiche zum Beispiel Römpp Chemie Lexikon, 9. Auflage). Dies gilt speziell auch
für die glimmerartigen Schichtsilicate (vergleiche zum Beispiel Ullmanns Encyklopädie
der technischen Chemie, 4. Auflage, Band 21, Seiten 373 bis 375). Sie leiten sich
von Pyrophyllit (Al
2(OH)
2[Si
4O
10]) und Talk (Mg
3(OH)
2[Si
4O
10]) ab und haben folgende allgemeine Formel:

[0027] Die Schichtladung (x+y) beträgt allgemein 0 bis 2. Smectite weisen eine Schichtladung
x+y je (Si, Al)
4O
10-Einheit von 0,2 - ca. 0,6 auf, wobei gilt: x>y. Typische Kationen in der Oktaederschicht
sind Al
3+ und Mg
2+, in der Zwischenschicht Mg
2+, Ca
2+, Na
+, K
+ und Li. Überwiegen die Mg
2+-Ionen in der Oktaederschicht, spricht man von trioktaedrischen Silicaten. Es können
sowohl natürliche als auch synthetische Materialien eingesetzt werden, wobei synthetische
Produkte jedoch bevorzugt sind.
[0028] Erfindungsgemäß ist es von Bedeutung, daß diese Schichtsilicate, gegebenenfalls zusammen
mit weiteren Inhaltsstoffen, wie sie in den Mitteln der vorliegenden Erfindung Verwendung
finden, verfilmen können. Produkte auf der Basis von Attapulgit, einem Magnesium-Aluminium-Hydrosilicat
in Stäbchen- und Bündelform, ergaben keine geeigneten Dispersionen oder Filme.
[0029] Erfindungsgemäß ist ferner die Größe der Mineralplättchen von Bedeutung. Wird als
Silicatkomponente ein Material verwendet, beispielsweise auf der Basis natürlicher
Smectite (wie Bentonit, dessen Hauptkomponente Smectite sind), so können geeignete
Dispersionen oder Filme nicht erzielt werden, wenn die Plättchen > 10
-7 m sind. So verliefen Versuche mit Silicaten auf Basis von natürlichem Bentonit (Avocado,
Rheox), natürlichem Hectorit (Celeste) und Attapulgit (Chemie Mineralien) negativ;
die Dispersionen in einer Tensidlösung (Simulsol® NW 900) waren schmutzigtrüb. Die
Lufttrockenrückstände waren trüb, pulverig oder schmierig, jedenfalls wenig verfilmt
und nicht transparent. Auch Bentonite, Kaoline und/oder Hectorite, die in Wasser bei
Raumtemperatur innerhalb von 24 Stunden allenfalls unvollständig quellen, sind ungeeignet.
[0030] Allgemein sollte die erfindungsgemäß verwendete Silicatkomponente in Wasser zu einer
transparenten Lösung quellen und beim Eintrocknen der wäßrigen Lösung transparente
feste Filme ergeben. Für die Transparenz der Dispersion und eine Verfilmung sind die
Quellung des Silicats, die durch Verunreinigungen beeinträchtigt sein kann, und die
Teilchengröße von entscheidender Bedeutung.
[0031] Erfindungsgemäß ist es ferner bevorzugt, wenn die Mineralplättchen der Silicatkomponente
den elektrischen Strom leiten und/oder Feuchtigkeit unter Bildung eines stromleitenden
Materials aufnehmen. Dies führt zu einem antistatischen Effekt auf der behandelten
Oberfläche. Eine Folge davon ist eine verminderte Staubanziehung.
[0032] Wie bereits erwähnt, werden in der vorliegenden Erfindung Smectite als Silicatkomponente
bevorzugt, da sie besonders gut mit Wasser quellen. Stärker bevorzugt sind synthetische
trioktaedrische Alkalimetallmagnesiumsilicate, wobei sich die synthetischen Produkte
gegenüber natürlichen Mineralien im allgemeinen durch höhere Reinheit und gut eingestellte
Teilchengröße auszeichnen.
[0033] Synthetische Alkalimetallmagnesiumsilicate, die in ihrer Zusammensetzung den Smectiten,
genauer gesagt den Hectoriten ähneln, sind im Handel zum Beispiel als Laponite® RD/RDS
(Laporte) und Optigel® SH/EX (Süd-Chemie) erhältlich. Derartige Produkte sind durch
Mineralplättchen mit einer geringen Größe (maximal 10
-7 m) charakterisiert. Sie finden als Thixotropiermittel Einsatz. Der Thixotropie-Effekt
ist in der vorliegenden Erfindung jedoch ohne Bedeutung und wird vorzugsweise sogar
vermieden.
[0034] Laponite® RD (Laporte, CAS-Nr. 53320-86-8) ist ein synthetisches Schichtsilicat,
das als weißes, freifließendes Pulver in den Handel kommt. In Wasser dispergiert bildet
es ein thixotropes, transparentes Gel, sofern die Gelbildung nicht durch geeignete
Zusätze verhindert wird. Bei diesen Zusätzen, die auch als Verflüssiger bezeichnet
werden, handelt es sich beispielsweise um bestimmte Phosphonate, kondensierte Phosphate,
zum Beispiel Tetrakaliumpyrophosphat, niedermolekulare Polyethylenglycole oder Polypropylenglycole.
Beispiele für Verflüssiger sind in EP 0 675 176 A angegeben. Verflüssiger mit Stabilität
gegenüber Hydrolyse sind bevorzugt, um Mittel bereitzustellen, die ihre Konsistenz
für längere Zeit behalten. Die Menge des Verflüssigers kann abhängig von der gewünschten
Konsistenz (Viskosität) des Mittels gewählt werden. Ein Beispiel für ein Silicat,
das mit einem derartigen Verflüssiger versetzt ist, ist Laponite® RDS (Laporte, CAS-Nr.
53320-86-6). Dieses Produkt enthält Tetranatriumpyrophosphat und bildet in Wasser
dispergiert ein transparentes, freifließendes Sol.
[0035] Die Verwendung eines Verflüssigers ist erfindungsgemäß bevorzugt. Der Verflüssiger
ist allerdings nicht von Bedeutung für die Pflegewirkung des Mittels. Durch die Verdickungswirkung
des Silicats können allerdings die Anwendungseigenschaften des Mittels in manchen
Fällen schlechter sein, wenn kein Verflüssiger eingesetzt wird. Es ist für die Eigenschaften
des Mittels zur pflegenden Behandlung von wasserfesten Oberflächen unerheblich, ob
ein Verflüssiger bereits dem Silicat zugesetzt oder erst bei der Herstellung des Mittels
zugegeben wird.
[0036] Weitere synthetische Silicate, die erfindungsgemäß verwendet werden können, sind
im Handel als Optigel® SH (Süd-Chemie, CAS-Nr. 12173-47-6), das in Wasser bereits
bei niedriger Dosierung hochviskose, transparente Gele bildet, und Optigel® EX, das
in Wasser dispergiert transparente, niedrigviskose Suspensionen bildet, wobei eine
Zugabemenge von bis zu 25 % technisch gehandhabt werden kann, erhältlich.
[0037] Die erfindungsgemäß verwendeten Schichtsilicate weisen typischerweise Schüttdichten
von mehr als 650 g/l und insbesondere Schüttdichten im Bereich von 800 bis 1000 g/l
auf.
[0038] Wird das erfindungsgemäße Mittel als Konzentrat bereitgestellt, so beträgt der Gehalt
der Silicatkomponente, bezogen auf 100 Teile des Mittels, vorzugsweise 0,5 bis 20
Teile, insbesondere 1 bis 15 Teile und ganz besonders bevorzugt 2 bis 5 Teile.
[0039] Neben dem Schichtsilicat enthält das erfindungsgemäße Wischpflegemittel ein nichtionisches
Tensid. Nichtionische Tenside sind meist flüssig. Sie sind häufig bessere Netzmittel
als andere Arten von Tensiden und bilden auf einer behandelten Oberfläche keine Schlieren.
Als nichtionische Tenside kommen prinzipiell alle Arten von nichtionischen Tensiden
in Betracht.
[0040] Besonders geeignet ist ein Tensid, das Ethylenglycolgruppen und/oder Propylenglycolgruppen
enthält. Solche Tenside sind zum Beispiel Additionsprodukte von 3 bis 20 Mol Ethylenoxid
an primäre C
8-C
20-Alkohole, wie zum Beispiel an Kokos- oder Talgfettalkohole, Isotridecylalkohole,
Oleylalkohol, Oxoalkohole, oder sekundäre Alkohole mit dieser Kettenlänge. Gleichfalls
in Betracht kommen die entsprechenden Ethoxylierungsprodukte anderer langkettiger
Verbindungen, wie von Fettsäuren oder Fettsäureamiden mit 12 bis 18 C-Atomen. Anstelle
der Ethylenoxid-Additionsprodukte können auch Produkte verwendet werden, bei denen
das Ethylenoxid ganz oder teilweise durch Propylenoxid ersetzt ist. Außerdem kommen
die wasserlöslichen, 20 bis 250 Ethylenglycolethergruppen und 10 bis 100 Propylenglycolethergruppen
enthaltenden Additionsprodukte von Ethylenoxid an Polypropylenglycol, Alkylendiaminpolypropylenglycol
und Alkylpolypropylenglycol mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette, wobei
die Polypropylenglycolkette einen hydrophoben Rest darstellt, in Betracht. Erfindungsgemäß
bevorzugt unter den genannten nichtionischen Tensiden sind die Additionsprodukte von
3 bis 10 Mol Ethylenoxid an langkettige primäre Alkohole mit 8 bis 18 C-Atomen aus
der Gruppe der Oxoalkohole und der natürlichen Fettalkohole. Ein besonders bevorzugtes
nichtionisches Tensid ist von einem Fettalkohol und von Alkylenoxidgruppen abgeleitet,
zeigt eine geringe Schaumbildung, ist ein sehr gutes Netzmittel und biologisch abbaubar.
Ein Beispiel für ein derartiges Produkt ist Simulsol® NW 900 der Firma Seppic.
[0041] Außer den bereits genannten nichtionischen Tensiden kommen beispielsweise auch Alkylpolyglycoside
in Betracht. Dies sind Tenside mit der allgemeinen Formel R-O(-G)
n, worin R einen Alkylrest mit 8 bis 22 C-Atomen bezeichnet, G einen glycosidisch gebundenen
Rest eines Monosaccharids bezeichnet und n einen Wert zwischen 1 und 10 bedeutet.
[0042] Wird das erfindungsgemäße Mittel als Konzentrat bereitgestellt, so kann das nichtionische
Tensid in dem Mittel in einer Menge von bis zu 40 Gewichtsteilen, bezogen auf 100
Teile des Mittels, enthalten sein. Vorzugsweise beträgt die Menge des Tensids 1 bis
15 Teile und insbesondere 2 bis 10 Gewichtsteile.
[0043] Das erfindungsgemäße Mittel kann ferner Polyethylenglycol (PEG) und/oder Polypropylenglycol
(PPG) enthalten, wobei insbesondere Verbindungen mit einem mittleren Molekulargewicht
(Zahlenmittel) zwischen 200 und 20000 und vorzugsweise 1000 bis 10000 zum Einsatz
kommen.
[0044] Durch Variation des Verhältnisses der Bestandteile nichtionisches Tensid, Polyethylenglycol
und Polypropylenglycol einerseits zu dem Schichtsilicat andererseits, läßt sich die
Härte des Lufttrockenrückstands einstellen. Eine mögliche Erklärung, die den Umfang
der Erfindung jedoch nicht beschränken soll, besteht darin, daß das Tensid beziehungsweise
das Polyethylenglycol oder Polypropylenglycol zwischen den Mineralplättchen eingelagert
werden, die Aggregierung der Mineralplättchen beim Verdampfen von Wasser bzw. organischen
Lösemitteln behindern und so eine Weichmacherwirkung ausüben. Erfindungsgemäß wurde
festgestellt, daß ein mittelharter (das heißt fester, aber nicht spröder) Rückstand
zu einem Produkt mit den besten Eigenschaften führt.
[0045] In dem erfindungsgemäßen Mittel beträgt das Verhältnis Schichtsilicat/Tensid 5:1
bis 1:7. Der genaue Wert hängt vom gewählten nichtionischen Tensid ab. Bevorzugt ist
ein Verhältnis im Bereich von 3:1 bis 1:5, stärker bevorzugt von 2:1 bis 1:5 und speziell
von 1:1 bis 1:4, wobei bei einem Verhältnis von 1:2 besonders gute Eigenschaften erzielt
werden, insbesondere wenn ein erfindungsgemäß bevorzugtes Tensid entsprechend den
vorstehenden Angaben verwendet wird. Die Verhältniswerte beziehen sich auf das Gewicht.
Dies gilt auch für alle anderen Verhältniswerte, Mengen und Prozentangaben, sofern
nicht ausdrücklich etwas anderes gesagt ist.
[0046] Das Verhältnis von Silicat einerseits zu Polyethylenglycol und Polypropylenglycol
andererseits beträgt vorzugsweise etwa 1:10 bis 20:1 und stärker bevorzugt 1:5 bis
15:1. Der genaue Wert hängt vom gewählten PEG oder PPG und auch vom Tensid ab, falls
ein Tensid verwendet wird, und kann leicht durch Versuche bestimmt werden. Wird beispielsweise
ein PEG mit einem mittleren Molekulargewicht von 4000 verwendet, so beträgt das Verhältnis
Silicat zu PEG vorzugsweise etwa 10:1.
[0047] Das erfindungsgemäße Mittel zur pflegenden Behandlung von wasserfesten Oberflächen
kann noch einen oder mehrere optionale Inhaltsstoffe enthalten. Dazu gehören
(a) Netzmittel/Verlaufmittel, zum Beispiel ein Fluortensid oder Diisooctylsulfosuccinat.
Als Fluortensid kann beispielsweise Fluorad® FC-129 (3M Deutschland) verwendet werden.
Diese Komponente verbessert Benetzung und Verlauf.
Das erfindungsgemäße Mittel kann außerdem
(b) ein Sequestriermittel, wie Nitrilotriacetat, enthalten.
Weiterhin ist es möglich,
(c) ein Mittel zur Einstellung des pH-Wertes, wie Citronensäure oder Kalilauge, zu
verwenden, um den pH-Wert festzulegen. Typischerweise reagiert das erfindungsgemäße
Mittel schwach sauer bis schwach alkalisch (pH-Wert 3 bis 12). Unabhängig davon, ob
ein Mittel zur Einstellung des pH-Werts enthalten ist oder nicht, ist es bevorzugt,
wenn das erfindungsgemäße Mittel zur pflegenden Behandlung einen pH-Wert im angegebenen
Bereich hat. In jedem Fall ist es stärker bevorzugt, wenn der pH-Wert im Bereich von
4 bis 11, besser von 4 bis 10 und insbesondere von 5 bis 10 liegt. Ein neutraler oder
annähernd neutraler pH-Wert, beispielsweise von 6 bis 9, ist speziell bevorzugt.
Das erfindungsgemäße Mittel enthält typischerweise Wasser als Lösemittel. Daneben
ist es möglich,
(d) ein mit Wasser mischbares, organisches Lösemittel zuzusetzen. Beispiele dafür
sind Alkohole und Glycole, wie Isopropanol und Butyldiglycol. Das organische Lösemittel
kann in einer Menge von 0 % bis 10 % und vorzugsweise 2 % bis 7 % enthalten sein.
Isopropanol beispielsweise wirkt als Lösungsvermittler und intensiviert, falls ein
Parfüm enthalten ist, die Wirkung dieser Komponente.
Es kann auch
(e) ein Lösungsvermittler, wie Natriumcumolsulfonat, verwendet werden. Diese Verbindung
wird beispielsweise als etwa 40 %ige Lösung eingesetzt. Der Lösungsvermittler dient
unter anderem dazu, den Trübungspunkt der Tensidlösung zu erhöhen.
Dem erfindungsgemäßen Mittel können ferner
(f) übliche Konservierungsmittel und
(g) Parfümöle zugesetzt werden.
Außerdem kann das Mittel auch
(h) anionische Tenside enthalten.
Als anionische Tenside kommen beispielsweise synthetische anionische Tenside, wie
solche vom Sulfonat- oder Sulfat-Typ, in Betracht. Beispiele für Tenside vom Sulfonat-Typ
sind Alkylbenzolsulfonate und Alkansulfonate. Beispiele für Tenside vom Sulfat-Typ
sind Schwefelsäuremonoester von langkettigen Alkoholen sowie andere sulfatierte aliphatische
Verbindungen, wie insbesondere Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid
ethoxylierten aliphatischen langkettigen primären Alkohole beziehungsweise ethoxylierten
sekundären Alkohole. Die anionischen Tenside werden vorzugsweise als Alkalisalze,
insbesondere Natriumsalze, eingesetzt. Da anionische Tenside leicht zu einem recht
festen Trockenrückstand führen, werden sie in dem erfindungsgemäßen Mittel zur pflegenden
Behandlung von wasserfesten Oberflächen vorzugsweise in geringerer Menge eingesetzt.
Das erfindungsgemäße Mittel kann auch
(i) kationische Tenside enthalten.
Dies sind beispielsweise quaternäre Ammoniumverbindungen. Da bei Einsatz dieser Verbindungen
in größeren Mengen die Gefahr besteht, daß schwer zu entfernende Rückstände auf der
behandelten Oberfläche zurückbleiben, werden kationische Tenside vorzugsweise nur
in geringen Mengen eingesetzt.
Ferner kann das erfindungsgemäße Mittel auch andere Tenside, wie
(j) amphotere Tenside und
(k) Seifen, enthalten, falls dies zur Erzielung besonderer Wirkungen zweckmäßig ist
und die übrigen guten Eigenschaften des Mittels dadurch nicht beeinträchtigt werden.
[0048] Das erfindungsgemäße Mittel wird zur Pflege beziehungsweise zur Reinigung und Pflege
von wasserfesten Oberflächen eingesetzt. Es eignet sich insbesondere für wasserfeste
Hartbodenbeläge, zum Beispiel Linoleum, PVC, Mipolam®, Polyolefin, versiegeltes Holz/Parkett,
Laminat, Kunststein/Naturstein und Feinsteinzeugfliesen. Speziell geeignet ist es
auch für Acrylat-/Polyurethanbeschichtete Bodenbeläge. Die Behandlung erfolgt typischerweise
nach einem Verfahren, bei dem zunächst das Mittel mit Wasser auf eine Anwendungskonzentration
verdünnt wird und das verdünnte Mittel dann auf die Oberfläche aufgebracht wird. Ist
das erfindungsgemäße Mittel als Wischpflege formuliert, die als Konzentrat vorliegt
und 1 % bis 45 %, vorzugsweise 2 % bis 30 %, insbesondere 4 % bis 15 % und ganz besonders
bevorzugt 5 % bis 10 %, eines Gemisches aus Silicat und nichtionischem Tensid enthält,
dann wird es nach Verdünnen mit Wasser beispielsweise mit einem Fransenmop oder Naßwischbezug
auf der Oberfläche gleichmäßig verteilt. Die Anwendungskonzentration des Mittels hängt
vom beabsichtigten Verwendungszweck ab. Enthält das Konzentrat beispielsweise 4 %
Tensid und 2 % Silicatkomponente, so kann das Mittel in einer Verdünnung mit Wasser
auf 0,1 % bis 30 % zum Einsatz gelangen. Bei der Ersteinpflege wird vorzugsweise eine
hohe Konzentration, beispielsweise von 10 %, verwendet. Für die tägliche Reinigung
ist eine wesentlich geringere Konzentration, beispielsweise eine Verdünnung auf 0,25
%, bevorzugt. Zum Spray-Cleanern kann beispielsweise eine Konzentration von 20 % angewandt
werden. Selbstverständlich kann das erfindungsgemäße Mittel für die verschiedenen
Anwendungen auch als gebrauchsfertiges Präparat bereitgestellt werden, so daß das
Verdünnen entfällt. Typischerweise erfolgt die Anwendung einstufig; bei starker Verschmutzung
ist jedoch ein zweistufiges Naßwischen möglich. Ein Polieren nach dem Abtrocknen ist
durch den Tensidgehalt möglich, jedoch nicht erforderlich. Um die gewünschte Pflegewirkung
zu erzielen, muß eine ausreichende Menge der nichtflüchtigen Inhaltsstoffe des erfindungsgemäßen
Mittels auf der behandelten Oberfläche zurückbleiben.
[0049] Das erfindungsgemäße Mittel kann auch als Spray-Wischpflege formuliert werden. Die
Anwendung erfolgt dann, indem eine verdünnte Sprühlösung angesetzt wird, verschmutzte
Stellen eingesprüht werden und die Schmutzflotte mit einem saugfähigen Wischbezug
aufgenommen wird. Die Verwendung erfindungsgemäßer Mittel als Spray-Wischpflege ist
besonders bevorzugt.
[0050] Zur Herstellung des erfindungsgemäßen Mittels ist es bevorzugt, zunächst das Silicat,
gegebenenfalls zusammen mit einem Verflüssiger, in reinem Wasser zu dispergieren und
dann die anderen Komponenten zuzusetzen. Das Silicat kann auch in Form einer konzentrierten
Lösung oder Suspension sowie einer Stammpaste eingesetzt werden.
[0051] Die Erfindung wird nun weiter durch Beispiele erläutert.
Beispiel 1:
[0052]
| Rezeptur für ein Pflegemittel |
| Inhaltsstoff |
Gewichtsteile |
| Wasser |
70 |
| Optigel® EX 0482 (synthetisches Schichtsilicat, Süd-Chemie) |
5 |
| Rewopol® SBDO 75 (Diisooctylsulfosuccinat, 75 %, Schnellnetzer, Witco Surfactants) |
0,2 |
| Polyethylenglycol 4000 (mittleres Molekulargewicht = 4000, Hoechst) |
0,5 |
| Parfümöl, Alkohole, Konservierungsmittel etc. |
q.s. |
Beispiel 2:
[0053]
| Rezeptur für ein Wischpflegemittel |
| Inhaltsstoff |
Gewichtsteile |
| Wasser |
87,4 |
| Optigel EX 0482 |
2,2 |
| Isopropanol |
4,5 |
| Simulsol NW 900 |
4,4 |
| Parfümöl |
q.s. |
| Farbstoff |
q.s. |
| Fluorad FC 129 (Netzmittel) |
0,044 |
| Na-Cumolsulfonat |
0,35 |
Beispiel 3:
Glätte und Glanz von behandelten Oberflächen
[0054] Um die Wirkung der erfindungsgemäß eingesetzten Silicatkomponente zu untersuchen
und insbesondere den Zusammenhang zwischen der Konsistenz des Trockenrückstands und
der Glätte und dem Glanz von behandelten Oberflächen zu ermitteln, wurden Untersuchungen
mit drei Testrezepturen durchgeführt.
[0055] Testrezeptur 1, die einen festen Trockenrückstand ergab, hatte folgende Zusammensetzung
(Gewichtsteile):
| Inhaltsstoff |
Gewichtsteile |
| Wasser |
100 |
| Optigel® EX (synthetisches Schichtsilicat, Süd-Chemie) |
5 |
| Simulsol NW 900 (nichtionisches Tensid, Seppic) |
5 |
| Isopropanol |
5 |
[0056] Testrezeptur 2, die einen halbfesten Trockenrückstand ergab, hatte folgende Zusammensetzung:
| Inhaltsstoff |
Gewichtsteile |
| Wasser |
100 |
| Optigel® EX |
2,5 |
| Simulsol NW 900 |
5 |
| Isopropanol |
5 |
[0057] Testrezeptur 3 schließlich enthielt kein Silicat und ergab einen flüssigen Trockenrückstand.
Sie hatte folgende Zusammensetzung:
| Inhaltsstoff |
Gewichtsteile |
| Wasser |
100 |
| Simulsol NW 900 |
10 |
[0058] Anwendungslösungen wurden hergestellt, indem 20 ml Reiniger mit jeweils der vorstehend
angegebenen Zusammensetzung in 10 1 Wasser gegeben wurden. Damit wurden dann Bodenbeläge
aus schwarzem Linoleum und weißem PVC täglich einstufig gewischt. Die gewischten Böden
befanden sich in Gängen von Büros, die durchschnittlich frequentiert wurden, so daß
die Beläge entsprechend Beanspruchung und Verschmutzung unterlagen. In Abständen von
jeweils einigen Tagen wurden die Glätte und der Glanz bestimmt. Die Messung der Glätte
erfolgte mit einem Gerät der Bezeichnung Floor-slide-Control FSC 2000 der Firma Elcon
GmbH. Die Glanzmessung erfolgte nach DIN 67530 mit einem Einwinkelreflektometer mit
der Bezeichnung REFO 60 der Firma Langer. Die Ergebnisse sind in den nachstehenden
Tabellen zusammengefaßt:
| Glättewerte für schwarzen Linoleum: |
| Test-rezeptur |
Tag 1 (Beginn) |
Tag 13 |
Tag 27 |
Tag 35 |
Tag 46 |
Tag 57 |
| 1 |
0,27 |
0,28 |
0,29 |
0,31 |
0,32 |
0,35 |
| 2 |
0,27 |
0,28 |
0,30 |
0,35 |
0,40 |
0,42 |
| 3 |
0,28 |
0,28 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,31 |
| Glättewerte für weißen PVC: |
| Test-rezeptur |
Tag 1 (Beginn) |
Tag 13 |
Tag 27 |
Tag 35 |
Tag 46 |
Tag 57 |
| 1 |
0,51 |
0,54 |
0,56 |
0,60 |
0,57 |
0,61 |
| 2 |
0,51 |
0,55 |
0,58 |
0,64 |
0,61 |
0,66 |
| 3 |
0,50 |
0,50 |
0,52 |
0,55 |
0,53 |
0,55 |
[0059] Die Glättewerte geben die Trittsicherheit wieder, wobei die Werte in folgende Bereiche
eingeteilt werden können:
| 0,63 - 1,00 |
sehr sicher |
| 0,42 - 0,63 |
sicher |
| 0,29 - 0,42 |
bedingt sicher |
| 0,21 - 0,29 |
unsicher |
| 0,00 - 0,21 |
sehr unsicher |
[0060] Anmerkung: Die in den Tabellen ermittelten Meßwerte am Tag 1 beschreiben den Blindwert, der
auf nicht eingepflegtem Belag ermittelt wurde.
| Glanzwerte für schwarzen Linoleum: |
| Test-rezeptur |
Tag 1 (Beginn) |
Tag 13 |
Tag 27 |
Tag 35 |
Tag 46 |
Tag 57 |
| 1 |
4,0 |
4,5 |
4,9 |
5,5 |
6,3 |
6,3 |
| 2 |
3,9 |
4,2 |
5,0 |
5,4 |
5,5 |
5,9 |
| 3 |
4,1 |
2,6 |
2,8 |
3,5 |
4,0 |
4,1 |
| Glanzwerte für weißen PVC: |
| Test-rezeptur |
Tag 1 (Beginn) |
Tag 13 |
Tag 27 |
Tag 35 |
Tag 46 |
Tag 57 |
| 1 |
28,3 |
32,6 |
32,8 |
34,9 |
38,7 |
38,9 |
| 2 |
28,3 |
29,4 |
34,1 |
37,0 |
40,0 |
44,3 |
| 3 |
28,2 |
33,9 |
34,0 |
34,9 |
36,5 |
38,0 |
[0061] In den Tabellen bedeuten höhere Zahlenwerte einen stärkeren Glanz.
[0062] Anmerkung: Die in den Tabellen ermittelten Meßwerte am Tag 1 beschreiben den Blindwert, der
auf nicht eingepflegtem Belag ermittelt wurde.
[0063] Die vorstehenden Daten zeigen, daß bei Einsatz eines Schichtsilicats in Kombination
mit einem nichtionischen Tensid sowohl guter Glanz als auch gute Trittsicherheit erzielt
werden können, die denen, die allein bei Verwendung eines Tensids erzielt werden,
überlegen sind. Ferner zeigen die Versuchsergebnisse, daß die besten Werte mit einem
Mittel erhalten werden, das einen halbfesten Trockenrückstand ergibt.
1. Wässriges Mittel zur pflegenden Behandlung von wasserfesten Oberflächen, enthaltend:
- mindestens ein Mineral aus der Gruppe der Schichtsilicate mit kolloidalen Dimensionen
und einer mittleren Größe der Mineralplättchen < 10-7 m;
- ein nichtionisches Tensid, wobei das Verhältnis Schichtsilicat : nichtionischem
Tensid 5:1 bis 1:7 bezogen auf das Gewicht beträgt; und/oder
- Polyethylenglycol und/oder Polypropylenglycol.
2. Mittel nach Anspruch 1, wobei es sich bei dem Schichtsilicat um ein synthetisches
Material handelt.
3. Mittel nach Anspruch 1 oder 2, wobei es sich bei dem Schichtsilicat um ein glimmerartiges
Schichtsilicat handelt.
4. Mittel nach Anspruch 3, wobei die Silicatkomponente unter natürlichen Smectiten und
auf Basis natürlicher Smectite hergestellter oder synthetischer Schichtsilicate mit
einer den Smectiten ähnlichen Zusammensetzung ausgewählt ist.
5. Mittel nach Anspruch 4, wobei es sich bei dem Schichtsilicat um Hectorit oder ein
synthetisches trioktaedrisches Alkalimetallmagnesiumsilicat handelt.
6. Mittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, das zusätzlich einen Verflüssiger enthält,
um den Thixotropie-Effekt des Schichtsilicats aufzuheben.
7. Mittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, das ein nichtionisches Tensid mit Ethylenglycolgruppen
und/oder Propylenglycolgruppen enthält.
8. Mittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, das Polyethylenglycol und/oder Polypropylenglycol
mit einem Molekulargewicht im Bereich zwischen 200 und 20000 enthält.
9. Mittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, das zusätzlich einen oder mehrere der
folgenden Inhaltsstoffe enthält:
(a) Netzmittel/Verlaufmittel,
(b) Sequestriermittel,
(c) Mittel zur Einstellung des pH-Wertes,
(d) mit Wasser mischbares organisches Lösemittel,
(e) Lösungsvermittler,
(f) Konservierungsmittel,
(g) Parfümöl,
(h) anionisches Tensid,
(i) kationisches Tensid,
(j) amphoteres Tensid,
(k) Seife.
10. Mittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Verhältnis Schichtsilicat
: Tensid 3:1 bis 1:5 beträgt.
11. Mittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei dieses 1 bis 45 Gew.-% der Kombination
aus Schichtsilicat und nichtionischem Tensid, Wasser als Rest und optionale Inhaltsstoffe
enthält.
12. Mittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Verhältnis Silicat zu Polyethylenglycol
und Polypropylenglycol 1:10 bis 20:1 bezogen auf das Gewicht beträgt.
13. Verwendung eines Minerals aus der Gruppe der Schichtsilicate mit einer mittleren Größe
der Mineralplättchen < 10-7 m zur pflegenden Behandlung von wasserfesten Oberflächen.
14. Verfahren zur Reinigung und Pflege von wasserfesten Oberflächen, bei dem zunächst
ein Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 12 mit Wasser auf die Anwendungskonzentration
verdünnt und das verdünnte Mittel dann auf die Oberfläche aufgebracht wird.
1. Aqueous composition for the care and maintenance of water-resistant surfaces, comprising:
- at least one mineral from the group of sheet silicates with colloidal dimensions
and an average mineral lamina size of < 10-7 m;
- a non-ionic surfactant, the ratio of sheet silicate to surfactant ranging from 5:1
to 1:7 based on the weight; and/or
- polyethylene glycol and/or polypropylene glycol.
2. Composition as claimed in claim 1, wherein the sheet silicate is a synthetic material.
3. Composition as claimed in claim 1 or 2, wherein the sheet silicate is a mica-like
sheet silicate.
4. Composition as claimed in claim 3, wherein the silicate component has been chosen
from among natural smectites and sheet silicates prepared on the basis of natural
smectites or synthetic sheet silicates with a composition similar to that of smectites.
5. Composition as claimed in claim 4, wherein the sheet silicate is hectorite or a synthetic
trioctahedral alkali metal magnesium silicate.
6. Composition as claimed in any of the preceding claims, which in addition contains
a liquefier, in order to eliminate the thixotropy effect of the sheet silicate.
7. Composition as claimed in any of the preceding claims, which contains a non-ionic
surfactant with ethylene glycol groups and/or propylene glycol groups.
8. Composition as claimed in any of the preceding claims, which contains polyethylene
glycol and/or polypropylene glycol with a molecular weight in the range between 200
and 20,000.
9. Composition as claimed in any of the preceding claims, which in addition contains
one or more of the following ingredients:
(a) wetting agent/flow-control agent,
(b) sequestering agent,
(c) agent for adjusting the pH value,
(d) water-miscible organic solvent,
(e) solubilizer,
(f) preservative,
(g) perfume oil,
(h) anionic surfactant,
(i) cationic surfactant,
(j) amphoteric surfactant,
(k) soap.
10. Composition as claimed in any of the preceding claims, wherein the ratio of sheet
silicate to surfactant ranges from 3:1 to 1:5.
11. Composition as claimed in claim 10, wherein the composition contains 1 to 45 % by
weight of the combination of sheet silicate and non-ionic surfactant, the rest water
and optional ingredients.
12. Composition as claimed in any of the preceding claims, wherein the ratio of silicate
to polyethylene glycol and polypropylene glycol ranges from 1:10 to 20:1 based on
the weight.
13. Use of a mineral from the group of sheet silicates with an average mineral lamina
size < 10-7 m for the care and maintenance of water-resistant surfaces.
14. Method for the cleaning and care of water-resistant surfaces, wherein first of all
a composition as claimed in any of claims 1 to 12 is diluted with water to the use-level
and the dilute composition is then applied onto the surface.
1. Agent aqueux pour le traitement d'entretien de surfaces résistantes à l'eau, contenant
:
- au moins un minéral du groupe des phyllosilicates avec des dimensions colloïdales
et une taille moyenne des particules minérales < 10-7 m,
- un tensioactif non ionique sachant que le rapport phyllosilicate : tensioactif non
ionique est de 5:1 à 1:7 par rapport au poids ; et/ou
- du polyéthylèneglycol et/ou du polypropylèneglycol.
2. Agent selon la revendication 1, sachant que le phyllosilicate est un matériau synthétique.
3. Agent selon la revendication 1 ou 2, sachant que le phyllosilicate est un phyllosilicate
micacique.
4. Agent selon la revendication 3, sachant que les composants silicates sont choisis
parmi des smectites naturelles et des phyllosilicates fabriqués à base de smectites
naturelles ou des phyllosilicates synthétiques avec une composition similaire à celle
des smectites.
5. Agent selon la revendication 4, sachant que le phyllosilicate est de l'hectorite ou
un silicate de magnésium-métal alcalin tri-octaédrique synthétique.
6. Agent selon l'une des revendications précédentes contenant en plus un fluidifiant
pour compenser l'effet thixotrope du phyllosilicate.
7. Agent selon l'une des revendications précédentes contenant un tensioactif non ionique
avec des groupes éthylèneglycol et/ou des groupes propylèneglycol.
8. Agent selon l'une des revendications précédentes contenant du polyéthylèneglycol et/ou
du polypropylèneglycol avec une masse moléculaire dans la plage comprise entre 200
et 20 000.
9. Agent selon l'une des revendications précédentes contenant en plus une ou plusieurs
des substances suivantes :
(a) agent mouillant/ agent d'écoulement,
(b) séquestrant,
(c) agent d'ajustement du pH,
(d) solvant organique miscible à l'eau,
(e) agent de solubilisation,
(f) conservateur,
(g) huile parfumée,
(h) tensioactif anionique,
(i) tensioactif cationique,
(j) tensioactif amphotère,
(k) savon.
10. Agent selon l'une des revendications précédentes dans lequel le rapport phyllosilicate
: tensioactif est de 3:1 à 1:5.
11. Agent selon l'une des revendications précédentes sachant que celui-ci contient 1 à
45% en poids de la combinaison de phyllosilicate et de tensioactif non ionique, de
l'eau pour le reste et des substances optionnelles.
12. Agent selon l'une des revendications précédentes dans lequel le rapport silicate sur
polyéthylèneglycol et polypropylèneglycol est de 1:10 à 20:1 par rapport au poids.
13. Utilisation d'un minéral du groupe des phyllosilicates avec une taille moyenne de
particules minérales < 10-7 m pour le traitement d'entretien de surfaces résistantes à l'eau.
14. Procédé de nettoyage et entretien de surfaces résistantes à l'eau dans lequel un agent
selon l'une des revendications 1 à 12 est dilué avec de l'eau à la concentration d'utilisation,
l'agent dilué étant ensuite appliqué sur la surface.