[0001] Die Erfindung betrifft ein wärmedämmendes und gegen Brand geschütztes Anschlussbauteil
zum Anschluss eines getragenen Bauteils an ein tragendes Bauteil.
[0002] Die angesprochenen Anschlussbauteile sind insbesondere aus der Gebäudetechnik bekannt,
um an ein tragendes Bauteil wie eine Gebäudedeckenplatte ein getragenes Bauteil wie
eine auskragende Balkonplatte oder eine Fertigtreppe anzuschließen.
[0003] Dem Anschlussbauteil sind dabei sämtliche Elemente oder Teile zuzuordnen, die bei
der Verbindung des tragenden und getragenen Bauteils eine Rolle spielen. In einem
Anschlussbauteil sind daher inbegriffen: Montageträger, mit denen das getragene Bauteil
an das tragende Bauteil angeschlossen wird; Isoliermaterial, das aus Wärmeschutzgründen
zwischen dem tragenden und getragenen Bauteil angeordnet wird; etwaige Verkleidungen,
mit denen die Montageträger oder das Isoliermaterial abgedeckt werden; und dergleichen.
Darüber hinaus steht die genaue Ausführungsform des Anschlussbauteils in einem unmittelbaren
Zusammenhang mit der Gestaltung der zu verbindenden Bauteile, da die Montageträger
des Anschlussbauteils mit den zu verbindenden Bauteilen verankert werden und die Anschlussflächen
zwischen den einzelnen Bauteilen möglichst passgenau sein sollten.
[0004] Neben dem Wärmeschutz sind häufig zusätzliche Brandschutzmaßnahmen erforderlich,
um im Brandfall ein Durchbrennen zum Isoliermaterial zu verhindern. Die EP 0 658 660
A1 schlägt daher einen Isolierkörper vor, der an der Ober- und Unterseite mit Brandschutzplatten
bestückt ist. Die obere Brandschutzplatte erstreckt sich beidseitig über die Breite
des Isolierkörpers hinaus, um Spalte abzudecken, die aufgrund einer Zugbelastung zwischen
dem Isolierkörper und den angrenzenden Bauteilen auftreten können. Ein solcher Überstand
des Brandschutzmaterials ist bei der unteren Brandschutzplatte nicht notwendig, da
sich der untere Abschnitt der Dämmfuge im Druckbereich befindet.
[0005] Von Seiten der Anmelderin wird darüber hinaus eine Brandschutzlösung für ein Anschlussbauteil
angeboten, wonach ähnlich wie bei der EP 0 658 660 A1 ein Isolierkörper verwendet
wird, der mit einer beidseitig überstehenden oberen Brandschutzplatten bestückt ist.
Die beiden überstehenden Abschnitte der oberen Brandschutzplatte werden jeweils von
einer Aussparung aufgenommen, die in der Anschlussfläche der angrenzenden Bauteile
ausgebildet ist. Dadurch bilden die Oberseiten der angrenzenden Bauteile und der oberen
Brandschutzplatte eine plane Fläche. Außerdem wird empfohlen, den Isolierkörper unterseitig
mit einer 2 cm und oberseitig mit einer 1 cm dicken Brandschutzplatte zu schützen,
wodurch eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten (F90) erzielt wird.
[0006] Des weiteren schlägt die EP 0 892 118 A1 einen Isolierkörper vor, auf dessen Ober-
und Unterseite eine Hohlkammer aus hartem Wandmaterial geklemmt oder gesteckt wird,
die zumindest teilweise mit einem Brandschutzmaterial gefüllt ist. Es wird vorgeschlagen,
den oberen Hohlraum einige Millimeter oder Zentimeter über den Isolierkörper überstehen
zu lassen, sodass der Hohlraum die aufgrund der Zugbelastung auftretenden Spalte feuerfest
abdecken kann. Als Alternative zu der Verbreiterung des oberen Hohlraums wird vorgeschlagen,
den oberen Hohlraum mit Streifen aus Intumeszenzmaterial zu bestücken, die unter Hitzeeinwirkung
aufquellen und im Umgebungsbereich vorliegende Spalte abdichten.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein wärmedämmendes Anschlussbauteil zum
Anschluss eines getragenen Bauteils an ein tragendes Bauteil zu schaffen, das mit
einem kostengünstigen und zuverlässigen Brandschutz versehen ist und sich einfach
mit dem getragenen oder tragenden Bauteil verbinden lässt.
[0008] Diese Aufgabe wird durch ein Anschlussbauteil gemäß Patentanspruch 1 gelöst, das
dadurch gekennzeichnet ist, dass der mit Brandschutzplatten bedeckte Isolierkörper
an seiner von einer oberseitigen Brandschutzplatte bedeckten Längskante mit einem
Rücksprung versehen ist, um einen von der Anschlussfläche des getragenen Bauteils
und/oder tragenden Bauteils vorragenden Vorsprung aufzunehmen, durch den die oberseitige
Brandschutzplatte von unten abdichtbar ist.
[0009] Während bei dem besprochenen Stand der Technik vorgeschlagen wird, den durch Zugbelastung
auftretenden Spalt zwischen der oberen Brandschutzplatte und dem jeweils angrenzenden
Bauteil von oben durch Brandschutzmaterial abzudecken, sieht die Erfindung vor, diesen
Spalt von unten durch den von dem Rücksprung aufzunehmenden Vorsprung abzudichten.
Dadurch lässt sich das über den Spalt überstehende Brandschutzmaterial einsparen,
was zu einem erheblichen Kostenvorteil führt.
[0010] Um eine zuverlässige Abdichtung der oberseitigen Brandschutzplatte zu gewährleisten,
wird empfohlen, dass der Rücksprung von der Längskante des Isolierkörpers aus eine
Tiefe von mindestens etwa 0,2 bis 0,5 cm hat, um einen Vorsprung mit entsprechendem
Überstand aufnehmen zu können. Damit wird nicht nur der Spaltbildung durch Zugkräfte
sondern auch der Erwärmung im Brandfall ausreichend Rechnung getragen.
[0011] Der Isolierkörper sollte unterseitig von einer mindestens 1 bis 2 cm und oberseitig
von einer mindestens 1 bis 1,5 cm dicken Brandschutzplatte bedeckt sein, damit eine
Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten erzielt wird.
[0012] Abgesehen von dem Rücksprung sollte der durch Längsseiten des Isolierkörpers und
die Brandschutzplatten vorgegebene Verlauf der Anschlussfläche des Anschlussbauteils
im wesentlichen geradlinig sein, damit sich Fertigung und Montage vereinfachen.
[0013] Der Isolierkörper kann beispielsweise ein einstückiger Block aus Isoliermaterial
wie etwa Styropor sein, auf den als Brandschutzplatten glasfaserverstärkte Leichtbauplatten
aufgeklebt werden. Der Isolierkörper kann jedoch auch aus mehreren Teilblöcken bestehen,
die von den aufgeklebten Brandschutzplatten zusammengehalten werden. Um die Verlegung
der Montageträger in dem Isolierkörper zu erleichtern, werden die Montageträger vorzugsweise
mit kastenförmigen Kunststoffmanschetten umgeben, die innen mit Rippen versteift sein
können. Die Manschetten, durch deren Inneres die Montageträger verlaufen, werden in
Aussparungen des Isoliermaterials eingesetzt, wobei das Isoliermaterial und die Manschetten
gemeinsam den Isolierkörper bilden. Der erfindungsgemäß an der Längskante des Isolierkörpers
vorgesehene Rücksprung wird in diesem Fall sowohl von dem Isoliermaterial als auch
von den Kunststoffmanschetten gebildet.
[0014] Das tragende und/oder getragene Bauteil kann ein Betonbauteil wie etwa eine Betonplatte
sein. Betonbauteile werden üblicherweise durch Schalformen in einer Schalung hergestellt.
Dieses Verfahren hat unter anderem den Vorteil, dass sich die zum Anschluss dienenden
Montageträger des Anschlussbauteils bereits bei der Herstellung des Betonbauteils
in das Betonbauteil eingießen und verankern lassen und dass das sich ergebende Fertigbauteil
bei der Montage vor Ort nur noch an das entsprechend andere Bauteil angeschlossen
werden muss. Es bietet sich an, die Montageträger des Anschlussbauteils zunächst in
das getragene Bauteil einzugießen und das sich ergebende Fertigbauteil dann vor Ort
mit dem tragenden Bauteil zu verbinden, indem die freien Montageträgerenden in das
tragende Bauteil eingegossen werden.
[0015] Wenn die Montageträger des Anschlussbauteils in ein Betonbauteil eingegossen werden,
lässt sich die mit dem Rücksprung versehene Längsseite des Isolierkörpers dazu nutzen,
die Anschlussfläche des Betonbauteils zu formen. Beim Betonieren füllt der Beton den
Rücksprung in dem Isolierkörper mit Beton auf, sodass an der Anschlussfläche des Betonbauteils
einstückig der Vorsprung ausgebildet wird, der die oberseitige Brandschutzplatte des
Anschlussbauteils von unten abdichtet.
[0016] Ein typisches Beispiel für ein solches Fertigbauteil, das auf die oben genannte Weise
hergestellt wird, ist eine Balkonplatte. Da die begehbare Oberseite einer Balkonplatte
möglichst glatt sein sollte, wird das mit der Balkonplatte zu verbindende Anschlussbauteil
an oder in der Schalung mit der Oberseite nach unten angeordnet, damit die spätere
Oberseite der Balkonplatte vom Schalungsboden geformt wird. Die mit dem Anschlussbauteil
versehene fertiggegossene Balkonplatte wird dann vor Ort, d.h. auf der Baustelle,
auskragend an eine Gebäudedeckenplatte angeschlossen.
[0017] Aus Kostengründen werden mit derselben Schalung häufig nicht nur Fertigbauteile verschiedener
Länge hergestellt, sondern auch Fertigbauteile, bei denen das Anschlussbauteil nicht
gegen Brand geschützt ist. Die Seite der Schalung, an der das Anschlussbauteil positioniert
wird, ist daher üblicherweise von einer verschiebbaren Anschlagschiene begrenzt, mit
der die Lage der Anschlussfläche zwischen Betonplatte und Anschlussbauteil fixiert
wird. Da die Erfindung es ermöglicht, das Anschlussbauteil mit Brandschutzplatten
zu bestücken, deren Längsseiten nicht über den Isolierkörper überstehen, kann das
mit Brandschutzplatten versehene Anschlussbauteil die gleichen Abmessungen wie ein
Anschlussbauteil ohne Brandschutzausrüstung haben. Im Gegensatz zu den aus dem Stand
der Technik bekannten Anschlussbauteilen, bei denen das Brandschutzmaterial auf der
Oberseite des Isolierkörpers übersteht, erlaubt also die Erfindung, die Fertigung
zwischen Anschlussbauteilen mit und ohne Brandschutzausrüstung umzustellen, ohne die
Anschlagschiene wegen überstehenden Brandschutzmaterials verschieben zu müssen.
[0018] Vorstehend wurde der Fall beschrieben, dass der die obere Brandschutzplatte von unten
abdichtende Vorsprung erst bei der Anbringung des Anschlussbauteils an das getragene
oder tragende Bauteil gebildet wird. Es ist jedoch auch vorstellbar, dass der von
der Anschlussfläche des getragenen oder tragenden Bauteils vorragende Vorsprung bereits
vorgeformt ist, bevor das Anschlussbauteil angebracht wird. Der Vorsprung kann auch
gebildet werden, indem an der Anschlussfläche des getragenen oder tragenden Bauteils
eine von dem Rücksprung in dem Isolierkörper aufnehmbare Profilleiste aus Metall,
Gipslaminat oder einem anderen geeigneten Werkstoff angebracht wird, mit der die obere
Brandschutzplatte von unten abdichtbar ist.
[0019] Die oben genannte Variante einer durch einen separaten Arbeitsschritt an das jeweilige
Bauteil anzubringenden Profilleiste ist teurer als die direkte Ausbildung eines Vorsprungs
durch Betonieren. Jedoch eröffnet diese Variante die Möglichkeit, das Anschlussbauteil
unabhängig von der Anschlussflächengestaltung des tragenden oder getragenen Bauteils
mit einem Brandschutz zu versehen. Es können somit auch standardmäßig hergestellte
Bauteile, für die bei der Herstellung zunächst keine Brandschutzausrüstung vorgesehen
war, nachträglich mit der erfindungsgemäßen Brandschutzlösung versehen werden.
[0020] Im folgenden wird die Erfindung nun unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele beschrieben. Die Beschreibung erfolgt am Beispiel
einer auskragenden Balkonplatte (getragenes Bauteil), die an eine Gebäudedeckenplatte
(tragendes Bauteil) angeschlossen ist. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt, der in Kragrichtung eine erste Gestaltung des Anschlussbereichs
zwischen einer Balkonplatte, einem Anschlussbauteil und einer Deckenplatte zeigt;
Fig. 2 eine Ausschnittvergrößerung des mit einer Strichpunktlinie bezeichneten Bereichs
in Fig. 1;
Fig. 3 einen Längsschnitt, der in Kragrichtung eine zweite Gestaltung des Anschlussbereichs
zwischen der Balkonplatte, dem Anschlussbauteil und der Deckenplatte zeigt;
Fig. 4 eine Draufsicht auf die Oberseite eines Anschlussbauteils; und
Fig. 5 eine Ansicht der längsseitigen Anschlussfläche eines Anschlussbauteils.
[0021] Fig. 1 zeigt eine Balkonplatte 1 und eine Deckenplatte 2, die über ein dazwischenliegendes
Anschlussbauteil verbunden sind, das aus einem ober- und unterseitig von Brandschutzplatten
3, 4 bedeckten Isolierkörper 5 besteht, durch den Montageträger 6a, 6b und 7 hindurchgehen.
Fig. 4 zeigt eine Draufsicht auf das Anschlussbauteil, bevor es mit der Balkonplatte
1 und der Deckenplatte 2 verbunden wurde.
[0022] Wie insbesondere in der Ausschnittvergrößerung in Fig. 2 deutlich wird, weist der
Isolierkörper 5 an seinen von der oberseitigen Brandschutzplatte 3 bedeckten Längskanten
Rücksprünge 5a auf. Diese Rücksprünge 5a nehmen jeweils einen von der Anschlussfläche
der angrenzenden Balkonplatte 1 vorragenden Vorsprung 1a und einen von der Anschlussfläche
der angrenzenden Deckenplatte 2 vorragenden Vorsprung 2a auf. Die Vorsprünge 1a, 2a
dichten die den Isolierkörper oberseitig bedeckende Brandschutzplatte 3 von unten
ab.
[0023] Die Tiefe der Vorsprünge 5a bzw. der Überstand der Vorsprünge 1a, 2a von der Anschlussfläche
beträgt 0,2 bis 0,5 cm, um auch dann eine Abdichtung zu gewährleisten, wenn aufgrund
von Zugkräften oder aufgrund einer Wärmedehnung im Anschlussbereich zwischen dem vertikalen
Teil der Anschlussflächen der Balkon- und Deckenplatte 1, 2 und der Längsseite der
Brandschutzplatte 3 ein Spalt auftritt. Die Oberseiten der Balkon- und Deckenplatte
1, 2 und der oberen Brandschutzplatte 3 bilden eine plane Fläche.
[0024] Um die bei der Auskragung entstehenden Zug-, Druck- und Querkräfte aufzunehmen, werden
verschiedene Arten von Montageträgern verwendet. Im oberen Anschlussbereich, in dem
insbesondere Zugkräfte auftreten, werden Zugstäbe 6a, 6b verwendet. Im unteren Anschlussbereich,
in dem insbesondere Druckkräfte auftreten, wird ein Druckstab 7 verwendet. Der Druckstab
7 besteht aus zwei in Längsrichtung verlaufenden gewinkelten Profilen, die in rechteckförmigen
Druckplatten enden, damit die Druck-kräfte besser aufgenommen werden können.
[0025] Fig. 3 zeigt die Gestaltung des Anschlussbereichs an einer anderen Stelle des Anschlussbauteils.
Dieser Anschlussbereich unterscheidet sich von dem oben beschriebenen dadurch, dass
statt des Druckstabs 7, ein Druckstab 8 zur Aufnahme der Druckkräfte und zusätzliche
Diagonalstäbe 9 zur Aufnahme der Querkräfte vorhanden sind. Der Druckstab 8 besteht
aus einem in Längsrichtung verlaufenden Stab, der in rechteckförmigen Druckplatten
endet.
[0026] Die durch den Isolierkörper 5 hindurchgehenden Montageträger 6a, 7, 8, 9 bestehen
aus Edelstahl, während die im Inneren der Balkon- und Deckenplatte 1, 2 verlaufenden
Montageträger 6b aus Baustahl bestehen.
[0027] Als Alternative zu der in den Figuren 1 und 3 gezeigten Gestaltung, bei der die Montageträger
6a, 7, 8, 9 direkt durch den Isolierkörper 5 hindurchgehen, ist es auch denkbar, die
Montageträger mit Manschetten 10 zu umgeben, wie es in Fig. 5 gezeigt ist. Die Manschetten
10 wie auch das sie umgebende Isoliermaterial sind als Bestandteil des Isolierkörpers
5 an der von der oberen Brandschutzplatte 3 bedeckten Längskante mit einem Vorsprung
5a versehen.
[0028] Wie in Fig. 3 gezeigt ist, ist die Anschlussfläche der Balkonplatte 1 an der Stelle,
in der die Diagonalstäbe 9 in die Balkonplatte 1 eintreten, mit einer Verdickung 1b
versehen. Außerhalb des Anschlussbereichs der Diagonalstäbe 9 ist diese Verdickung
1b jedoch nicht erforderlich, sodass die Längsseite des Isolierkörpers 5, abgesehen
von dem Rücksprung 5a, über die gesamte Längsseite gesehen gegenüber der Balkonplatte
1 eine im wesentlichen gradlinige Anschlussfläche bildet. Die Anschlussfläche der
Deckenplatte ist dagegen bis auf den Vorsprung 2a plan. Die Anschlussfläche des Isolierkörpers
5 hat also auf dieser Seite, abgesehen von dem Rücksprung 5a, einen vollständig geradlinigen
Verlauf.
[0029] Der Isolierkörper 5 ist auf der Unterseite von einer Brandschutzplatte 4 bedeckt.
Dadurch, dass in dem unteren Anschlussbereich Druckkräfte vorherrschen, ist eine Spaltbildung
unwahrscheinlich. Daher bedarf die untere Brandschutzplatte 4 keiner Abdichtung wie
sie für die obere Brandschutzplatte 3 vorgesehen ist.
[0030] Das Anschlussbauteil wird mit der Balkonplatte 1 und der Deckenplatte 2 vorzugsweise
wie folgt verbunden:
[0031] Zunächst wird durch Betonieren in einer Schalung eine quaderförmige Balkonplatte
1 geformt, in die das eine Ende der Montageträger 6a, 6b, 7, 8, 9 eingegossen wird.
Bei dem Gießvorgang bildet die Längsseite des von den Brandschutzplatten 3, 4 bedeckten
und mit dem Rücksprung 5a versehenen Isolierkörpers 5 eine Seitenfläche der Schalung
und formt die Anschlussfläche der Balkonplatte mit dem Vorsprung 1a. Die Oberseite
des Anschlussbauteils, d.h. die obere Brandschutzplatte 3, befindet sich bei der Fertigung
unten, sodass die spätere Oberseite der Balkonplatte 1 beim Betonieren in der Schalung
zuunterst liegt. Dadurch wird eine glatte Oberseite, d.h. eine glatte begehbare Fläche,
erzielt.
[0032] Das auf die vorstehend erläuterte Weise erhaltene Fertigbauteil aus Balkonplatte
1 und Anschlussbauteil wird erst auf der Baustelle an die Gebäudedeckenplatte 2 angeschlossen.
In der teilweise vorgefertigen Deckenplatte 2 ist eine Aussparung zur Aufnahme der
freien Enden der Montageträger 6a, 6b, 7, 8, 9 vorgesehen. Die Anschlussfläche des
Anschlussbauteils wird an die Deckenplatte 2 gesetzt und die freien Enden der Montageträger
6a, 6b, 7, 8, 9 in die Aussparung eingegossen und verankert. Bei diesem Gießvorgang
dient die Längsseite des von den Brandschutzplatten 3, 4 bedeckten und mit dem Rücksprung
5a versehenen Isolierkörpers 5 dazu, die Anschlussfläche der Deckenplatte 2 mit dem
Vorsprung 2a zu formen.
[0033] Nach Fertigstellung der Verbindung ergibt sich eine von der Deckenplatte 2 auskragende
Balkonplatte 1 mit einem durch den Isolierkörper 5 gebildeten Dämmfugenbereich, der
ober- und unterseitig von den Brandschutzplatten 3, 4 bedeckt ist. Im Brandfall wird
ein Durchbrennen zu dem Isolierkörper 5 durch die von den Rücksprüngen 5a aufgenommenen
Vorsprünge 1a, 2a verhindert, die die obere Brandschutzplatte 3 von unten abdichten.
1. Anschlussbauteil zum Anschluss eines getragenen Bauteils (1) an ein tragendes Bauteil
(2), mit
einem Isolierkörper (5), der ober- und unterseitig von Brandschutzplatten (3, 4) bedeckt
ist; und
durch die Längsseiten des Isolierkörpers (5) hindurchgehenden Montageträgern (6a,
6b, 7, 8, 9), die mit dem getragenen Bauteil (1) und dem tragenden Bauteil (2) verbindbar
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Isolierkörper (5) an seiner von einer oberseitigen Brandschutzplatte (3) bedeckten
Längskante mit einem Rücksprung (5a) versehen ist, um einen von der Anschlussfläche
des getragenen Bauteils (1) und/oder tragenden Bauteils (2) vorragenden Vorsprung
(1a, 2a) aufzunehmen, durch den die oberseitige Brandschutzplatte (3) von unten abdichtbar
ist.
2. Anschlussbauteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Rücksprung (5a) von der Längsseite des Isolierkörpers (5) aus eine Tiefe von mindestens
0,2 cm hat.
3. Anschlussbauteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Isolierkörper (5) unterseitig von einer mindestens 1 bis 2 cm dicken Brandschutzplatte
(4) und oberseitig von einer mindestens 1 bis 1,5 cm dicken Brandschutzplatte (3)
bedeckt ist.
4. Anschlussbauteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Längsseiten des Isolierkörpers (5) und auch der Brandschutzplatten (3, 4) abgesehen
von dem Rücksprung (5a) eine im wesentlichen geradlinig verlaufende Anschlussfläche
bilden.
5. Anschlussbauteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Isolierkörper (5) Manschetten (10) aufweist, die die Montageträger (6a, 6b, 7,
8, 9) umgeben und die an ihren von der oberseitigen Brandschutzplatte (3) bedeckten
Längskanten ebenfalls mit dem Rücksprung (5a) versehen sind.
6. Verfahren zur Verbindung eines Anschlussbauteils nach einem der vorangehenden Ansprüche
mit einem getragenen Bauteil (1) oder einem tragenden Bauteil (2), welches ein Betonbauteil
ist, in das die Montageträger (6a, 6b, 7, 8, 9) eingegossen werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
durch die mit dem Rücksprung (5a) versehene Längsseite des Isolierkörpers (5) unter
einstückiger Ausbildung des Vorsprungs (1a, 2a) die Anschlussfläche des Betonbauteils
geformt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die mit dem Rücksprung (5a) versehene Längsseite des Isolierkörpers (5) als eine Seitenfläche
einer Schalung dient, in der das Betonbauteil geformt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Oberseite des Anschlussbauteils bei der Formung des Betonbauteils zuunterst
befindet.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
das getragene Bauteil (1) eine Balkonplatte und das tragende Bauteil (2) eine Gebäudedeckenplatte
ist und das Anschlussbauteil zuerst mit der Balkonplatte verbunden wird, um dann mit
der Gebäudedeckenplatte verbunden zu werden.