[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Poststückdetektierung gemäß des Oberbegriffs
des Anspruchs 1. Die Erfindung kommt für Frankiermaschinen und andere Postverarbeitungsgeräte
mit Poststücktransport zum Einsatz.
[0002] Moderne Frankiermaschinen, wie beispielsweise die aus US 4.746.234 bekannte Thermotransfer-Frankiermaschine,
setzen vollelektronische digitale Druckvorrichtungen ein. Damit ist es prinzipiell
möglich, beliebige Texte und Sonderzeichen im Frankierstempeldruckbereich und ein
beliebiges oder ein einer Kostenstelle zugeordnetes Werbeklischee zu drucken. Beispielsweise
die Frankiermaschine T1000 der Anmelderin hat einen Mikroprozessor, welcher von einem
gesicherten Gehäuse umgeben ist, welches eine Öffnung für die Zuführung eines Briefes
aufweist. Bei einer Briefzuführung übermittelt ein mechanischer Briefsensor (Mikroschalter)
ein Druckanforderungssignal an den Mikroprozessor. Der Frankierabdruck beinhaltet
eine zuvor eingegebene und gespeicherte postalische Information zur Beförderung des
Briefes.
[0003] In der DE 196 05 015 C1 (US 5.949.444) ist bereits eine Ausführung für eine Druckvorrichtung
(JetMail® ) vorgeschlagen worden, die bei einem nichtwaagerechten annähernd vertikalen
Brieftransport einen Frankierdruck mittels einem hinter einer Führungsplatte in einer
Ausnehmung stationär angeordneten Tintenstrahldruckkopf durchführt. Ein Auslöse-Sensor
für den Druckprozess ist zur Briefanfangserkennung kurz vor der Tintenstrahldruckkopf-Ausnehmung
angeordnet und wirkt mit einem Inkrementalgeber zusammen.
[0004] Gemäß der EP 673 001 B1 (US 5.495.103) löst ein optischer Poststücksensor den Druckprozess
aus. Der optische Poststücksensor ist als Reflexlichtschranke ausgebildet. Die Briefoberfläche
sollte deshalb von Anfang an möglichst eben sein. Eine Reflexlichtschranke hat anderenfalls
Nachteile bei der Detektierung der Vorderkante dicker Poststücke.
[0005] Deshalb wird bei der JetMail® der Druckprozess vorzugsweise durch eine Durchlichtschranke
der Frankiermaschine (EP 901 108 A2) ausgelöst. Damit wird die Vorderkante sogar besonders
dicker Poststücke eindeutig erkannt. Ausserdem kommen bei der JetMail® optische Sensoren
zur Poststück-Stauerkennung zum Einsatz. Die Anordnung der Hauptleiter-platte im Abstand
hinter der Führungsplatte erfordert abgeschirmte Kupferkabel. Sowohl Reflexsensor
oder Durchlichtsensor einschliesslich ihrer Montage mit Fixierung an der Führungsplatte,
mit Steckverbindern und mit Kabeln zur Hauptleiterplatte in der Base erfordern allerdings
hohe Herstellungskosten.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zu entwickeln, die eine
robuste Sensorik zur Briefdetektierung bei geringen Herstellungskosten aufweist.
[0007] Die Aufgabe wird mit den Merkmalen der Anordnung nach dem Anspruch 1 gelöst.
[0008] Eine Frankiermaschine oder ein anderes Postverarbeitungsgerät mit Poststücktransport
hat ein Gehäuse mit einer Öffnung für die Poststückzuführung mit einer im Inneren
angeordneten Hauptleiterplatte für die Steuerung. Durch die Platzierung möglichst
aller elektronischen Bauteile auf der Hauptleiterplatte entfällt der kostenaufwendige
Einbau von Sende- und Empfangsmitteln nahe dem Transportpfad in der Öffnung für die
Poststückzuführung. Der Abstand der Hauptleiterplatte zum Messort in der Öffnung wird
durch den erfindungsgemässen Einsatz von starren Lichtleiterelementen überbrückt.
Die starren Licht-leiterelemente und die Sende- und Empfangsmittel auf der Hauptleiter-platte
dienen zur Detektierung des Frankiergutes am Messort nach dem bekannten Durchlichtprinzip,
wobei der Meßort poststromaufwärts von einem in Druckposition positionierten Druckkopf
angeordnet ist.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
bzw. werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführung der
Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigen:
- Figur 1,
- perspektivische Ansicht einer oben offenen Frankiermaschine,
- Figur 2,
- Vorderansicht einer oben durchsichtigen Frankiermaschine,
- Figur 3,
- Schnitt durch die Frankiermaschine bei Seitenansicht.
[0010] Die Figur 1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer oben geöffneten Frankiermaschine
1. Die Poststückzuführung erfolgt durch eine schlitzförmige Öffnung 3 im Gehäuse 4,
das im geschlossenen Zustand die Anordnung zur Poststückdetektierung ausser an der
Öffnung umschließt. Die Transportrichtung für ein zugeführtes - nicht gezeigtes -
Poststück ist durch einen Pfeil gekennzeichnet und verläuft von links oben nach rechts
unten. Das Poststück kommt beim Transport zum Anliegen an eine Führungsplatte 2. Das
oben geöffnete Gehäuse 4 zeigt zwei in Druckposition positionierte Druckköpfe 21,
22.
[0011] Die Figur 2 zeigt eine Vorderansicht der Frankiermaschine 1, die hier - nur der besseren
Anschaulichkeit wegen - mit einem oben durchsichtigen Deckel 14 ausgestattet ist.
Eine Seite der Öffnung 3 ist als Führungsplatte 2 ausgebildet, an welcher das Poststück
12 anliegt und von welcher ausgehend eine Antriebsvorrichtung 5 eine Transportkraft
auf das Poststück 12 in Transportrichtung (Pfeil) ausgeübt wird. An der gegenüberliegenden
Seite der Öffnung 3 ist die Gegen-druckvorrichtung 6 senkrecht federnd zur Transportrichtung
angeordnet. Die Transportrichtung für ein zugeführtes Poststück 12 verläuft von links
nach rechts.
[0012] In der Figur 3 wird ein Schnitt durch die Frankiermaschine bei Seitenansicht dargestellt,
wobei der Schnitt durch den Messort verläuft. Die Frankiermaschine 1 hat ein Gehäuse
4 in dessen Inneren eine Hauptleiterplatte 11 mit Sende- und Empfangsmitteln 7 und
8 sowie mit zugehörigen starren Lichtleiterelementen 9 und 10 angeordnet ist.
[0013] Die Hauptleiterplatte 11 ist im Abstand A von der Führungsplatte 2 auf der einen
Seite und im Abstand B von der gegenüberliegenden Seite der Öffnung angeordnet, wobei
gilt Abstand A > B. Am Meßort in der Nähe des Transportpfades sind starre Lichtleiterelemente
9, 10 beidseitig der Öffnung 3 angeordnet. Ein am Sendemittel 7 angeordnetes starres
Lichtleiterelement 9 hat I-Form und entspricht in der Länge annähernd dem Abstand
B. Es ist vorgesehen, dass zur Fremdlichtminimierung und Erhöhung der Abtastsicherheit
eine getaktete Leuchtemitterdiode LED in einer Frankiermaschine als Sendemittel 7
eingesetzt wird.
[0014] Ein anderes starres Lichtleiterelement 10 hat U-Form, wobei einer der in der Nähe
des Transportpfades liegenden Schenkel in seiner Länge annähernd entsprechend dem
Abstand A verkürzt ist.
[0015] Der andere Schenkel ist bezüglich seiner Länge annähernd bis zum Empfangsmittel 8
reichend ausgebildet.
[0016] Es ist vorgesehen, dass die starren Lichtleiterelemente 9, 10 zur Fixierung und Bündelung
des Lichtstrahles (weisser Pfeil) als transparen-te Kunststofflichtleiter ausgebildet
sind. Der Kunststofflichtleiter besteht vorzugsweise aus Polycarbonat und ist unter
dem Namen "Acryl" bekannt.
[0017] Eine Antriebsvorrichtung 5 kann zum Beispiel eine Antriebsrolle und eine Gegendruckvorrichtung
6 kann zum Beispiel eine Gegendruckrolle umfassen. Die Antriebsvorrichtung 5 und eine
Gegendruckvorrichtung 6 können aber auch beliebig anders ausgebildet sein. Die Sende-
und Empfangsmittel 7 und 8 können Laserdiode, LED und Fotodiode, Fototransistor oder
eine andere geeignete Lichtquelle bzw. Opto/Elektro-Wandler sein. Vorzugsweise wird
eine Sendediode 7 mit sehr engem Abstrahlwinkel, hoher Impulsbelastbarkeit und Zuverlässigkeit
eingesetzt. Geeignet ist beispielsweise eine GaAs-Infrarot-Leucht-Emitter-Diode der
Firma Siemens vom Typ LD 274. Als Fototransistor kann beispielsweise ein NPN-Silizium-Fototransistor
der Firma Siemens vom Typ SFH 300 eingesetzt werden. Natürlich kann die Zuordnung
der starren Lichtleiterelemente 9, 10 zu den Sende- und Empfangsmitteln 7 und 8 vertauscht
werden, d.h. ein am Sendemittel 7 angeordnetes starres Lichtleiterelement 9 hat U-Form
und ein am Empfangsmittel 8 angeordnetes starres Lichtleiterelement 10 hat I-Form.
[0018] Die Erfindung ist nicht auf die vorliegenden Ausführungsform beschränkt. Vielmehr
ist eine Anzahl von Varianten im Rahmen der Ansprüche denkbar. So können offensichtlich
weitere andere Ausführungen der Erfindung entwickelt bzw. eingesetzt werden, die vom
gleichen Grundgedanken der Erfindung ausgehend, die von den anliegenden Ansprüchen
umfaßt werden.
1. Die Anordnung zur Poststückdetektierung, mit Sende- und Empfangsmitteln (7, 8) und
mit einer vom Meßort entfernt angeordneten Hauptleiter-platte (11), die Mittel für
die Steuerung aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Sende- und Empfangsmittel (7, 8) auf der Hauptleiterplatte (11) angeordnet sind,
dass die Hauptleiterplatte (11) im Abstand A vom Meßort und dass starre Lichtleiterelemente
(9, 10) zwischen dem Messort und den Sende- und Empfangsmitteln (7, 8) auf der Hauptleiterplatte
(11) angeordnet sind, wobei die Lichtleiterelemente (9, 10) am Meßort zur Detektierung
von Postgut (12) nach dem an sich bekannten Durchlichtprinzip ausgebildet sind.
2. Anordnung, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gehäuse (4), in deren Inneren die Hauptleiterplatte (11) mit den Sende- und Empfangsmitteln
(7, 8) und mit zugehörigen starren Lichtleiterelementen (9, 10) angeordnet ist, eine
schlitzförmige Öffnung (3) aufweist und die Anordnung zur Poststückdetektierung ausser
an der Öffnung (3) umschließt, dass die starren Lichtleiterelemente (9, 10) beidseitig
der Öffnung am Meßort in der Nähe des Transportpfades angeordnet sind.
3. Anordnung, nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Seite der Öffnung (3) als Führungsplatte (2) ausgebildet ist, an welcher das
Poststück (12) anliegt und von welcher ausgehend eine Transportkraft auf das Poststück
in Transportrichtung ausgeübt wird, dass die Hauptleiterplatte (11) im Abstand A von
der Führungsplatte (2) auf der einen Seite und im Abstand B von der gegenüberliegenden
Seite der Öffnung (3) angeordnet ist, wobei gilt Abstand A > B.
4. Anordnung, nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein am Sendemittel (7) bzw. Empfangsmittel (8) angeordnetes starres Lichtleiterelement
(9) eine I-Form aufweist und in der Länge annähernd dem Abstand B entspricht.
5. Anordnung, nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein starres Lichtleiterelement (10) eine U-Form aufweist, wobei einer der in der
Nähe des Transportpfades liegenden Schenkel in seiner Länge annähernd entsprechend
dem Abstand A verkürzt und der andere Schenkel bezüglich seiner Länge annähernd bis
zum Empfangsmittel (8) bzw. Sendemittel (7) reichend ausgebildet ist.
6. Anordnung, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die starren Lichtleiterelemente (9, 10) zur Fixierung und Bündelung des Lichtstrahles
als transparente Kunststofflichtleiter ausgebildet sind.
7. Anordnung, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Fremdlichtminimierung und Erhöhung der Abtastsicherheit eine getaktete Leuchtemitterdiode
(LED) als Sendemittel (7) eingesetzt wird.
8. Anordnung, nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Frankiermaschine (1) das Gehäuse (4) aufweist, welches die Anordnung zur Poststückdetektierung
ausser an der Öffnung umschließt.
9. Anordnung, nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Meßort poststromaufwärts von einem in Druckposition positionierten Druckkopf
(21, 22) der Frankiermaschine (1) angeordnet ist.