[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Nachweis von N-terminalem proBNP
in einer Probe mit mindestens zwei Antikörpern, die verschiedene Epitope des N-terminalen
proBNP erkennen. Das Verfahren kann zur Differenzierung bzw. Klassifizierung von Proben
von Gesunden und Proben von Patienten der NYHA-Klassen I bis IV angewendet werden.
Außerdem betrifft die Erfindung die Verwendung von rekombinantem N-terminalen proBNP
als Standard in einem Verfahren zum Nachweis von N-terminalem proBNP, sowie Antikörper,
die rekombinantes N-tenninales proBNP erkennen, und deren Herstellung.
[0002] Herzinsuffizienz ist ein weit verbreitetes Phänomen insbesondere in der westlichen
Welt. Unter Herzinsuffizienz versteht man gemäß
Roche Lexikon Medizin (1993, Urban & Schwarzenberg) das akute oder chronische Unvermögen des Herzens, bei Belastung oder schon im Ruhezustand
den für den Stoffwechsel erforderlichen Blutauswurf aufzubringen bzw. den venösen
Rückfluss aufzunehmen (sogenannter Back-ward- und Forward-Failure). Es liegt also
eine Schwäche der Pumpenfunktion vor. Die Ursachen für Herzinsuffizienz sind vielschichtig.
Unter anderem sind hier entzündliche und degenerative Veränderungen des Herzmuskels,
koronare Durchblutungsstörung, Herzinfarkt und Verletzungen zu nennen. Dies führt
zu Veränderungen am peripheren Blutkreislauf, Störung der Atmung, der Nierenfunktion
und des Elektrolytstoffwechsels (Ödeme) und zu verminderter Leistungsfähigkeit der
Skelettmuskulatur.
[0003] Gemäß der New York Heart Association (NYHA) wird Herzinsuffizienz anhand von körperlichen
Belastungstests in sogenannte NYHA-Klassen eingeteilt: I bedeutet völlige Beschwerdefreiheit
bei normaler körperlicher Belastung, II bedeutet leichte Einschränkung der körperlichen
Belastbarkeit, III bedeutet starke Einschränkung der Belastbarkeit, IV bedeutet, daß
bei jeder körperlichen Tätigkeit eine Zunahme der meist auch in Ruhe bestehenden lnsuffizienzzeichen
stattfindet.
[0004] Zu einer effektiven medikamentösen Behandlung von Herzinsuffizienz mittels Glykosiden,
Vasodilatoren, ACE-Hemmern und/oder β-Blockern ist es erforderlich, zuvor das Vorliegen
einer Herzinsuffizienz genau zu diagnostizieren und möglichst auch nach ihrem Schweregrad
zu klassifizieren und zusätzlich den Verlauf der Behandlung zu monitoren.
[0005] Im Stand der Technik werden einige Serummarker zur frühen Diagnose von Herzinsuffizienz
wie beispielsweise ANP (N-terminal atrial natriuretic peptide hormon) und proANP,
CNP (C-natriuretic peptide), Adrenomedullin, Neuropeptid Y, Endothelin und BNP (brain
natriuretic peptide) diskutiert. ANP und proANP sind prinzipiell als Marker zur Diagnose
von Herzinsuffizienz geeignet, besitzen jedoch eine geringe Stabilität bzw. kurze
Halbwertzeit im Blut, was diagnostische Messungen erschwert (
Clin. Sci. 95(3) (1998), 235-239;
Cleland et al., Heart 75 (1996), 410-413).
[0006] Ein häufig zitierter und als aussagekräftig angesehener Marker ist das BNP (brain
natriuretic peptide). BNP wurde ursprünglich im Gehirn von Schweinen identifiziert.
Es handelt sich dabei um ein Herzhormon, das strukturelle und funktionelle Ähnlichkeit
mit ANP (atrial natriuretic peptide) besitzt (
Sudoh et al., Nature 332 (1988), 78-81). Das humane BNP, das aus 32 Aminosäuren besteht, wird vor allem von den Herzventrikeln
sekretiert und zirkuliert im humanen Blutplasma. Der Einsatz von BNP als diagnostischer
Marker ist beispielsweise aus der
EP-A-0 542 255 bekannt. BNP besitzt eine intramolekulare Disulfidbrücke und ist als Analyt vermutlich
aufgrund seiner physiologischen Funktion als Hormon, das schnell wieder abgebaut werden
muß, nicht sehr stabil und daher als diagnostischer Marker nur beschränkt geeignet
(
Masuta et al., Clin. Chem. Vol. 44 No. 6 Supplement A (1998), 130;
Tsuji et al., Clin. Chem. 40 (1994), 672).
[0007] Das Vorläufer-Molekül von BNP, das proBNP, besteht aus 108 Aminosäuren, von denen
die zuvor beschriebenen 32 C-terminalen Aminosäuren (77-108), die als BNP bezeichnet
werden, die eigentliche hormonelle Wirkung entfalten. Die vom Precursor abgespaltenen
N-terminalen Aminosäuren 1-76 werden als N-terminales proBNP bezeichnet. Neben BNP
(77-108) zirkuliert auch N-terminales proBNP und weitere Abbauprodukte 1-76) im Plasma
(
Hunt et al., Biochem. Biophys. Res. Com. 214 (1995), 1175-1183), so daß N-terminales proBNP ebenfalls als Marker für Herzinsuffizienz in Frage kommt.
Ob auch das Vorläufer-Molekül proBNP im Plasma vorkommt, ist nicht eindeutig geklärt.
Es wird aber beschrieben (
Hunt et al., Peptides. Vol. 18, No. 10 (1997), 1475-1481), daß eine geringe Ausschüttung von proBNP (1-108) in Plasma nachweisbar ist, aber
aufgrund eines sehr schnellen partiellen Abbaus am N-terminalen Ende einige Aminosäuren
fehlen. Dieses Molekül wird in der Literatur als High Molecluar Weight-BNP bezeichnet.
[0008] In der
WO 93/24531 (
US 5,786,163) wird ein immunologisches Verfahren zum Nachweis von N-terminalem proBNP und dazu
verwendete Antikörper beschrieben. Zur Gewinnung der Antikörper werden hier einzelne
synthetisch hergestellte Peptide aus der Sequenz von N-terminalem proBNP verwendet.
Prinzipiell ist zwar die Gewinnung von Antikörpern mittels Peptidimmunisierung möglich,
doch ist die Affinität zum Gesamtmolekül im allgemeinen zu niedrig, um die erforderliche
Sensitivität in einem Testverfahrens zu erreichen. Darüberhinaus besteht die Gefahr,
daß bei Verwendung von Peptiden Antikörper gewonnen werden, die beispielsweise den
C-Terminus des Peptids erkennen und somit nur dieses Bruchstück des Gesamtmoleküls
binden können. Daraus folgt, daß diese Antikörper das Gesamtmolekül nicht oder nur
schwach binden können. In der
WO 93/24531 werden polyklonale Antikörper gegen ein einziges vom N-terminalen proBNP abgeleitetes
Peptid hergestellt. Es wird gezeigt, daß die erzeugten Antikörper zwar das Immunisierungspeptid
(Aminosäuren 47-64) im kompetitiven Testformat binden. Es wird jedoch nicht gezeigt,
daß die Antikörper in der Lage sind, natives N-terminales proBNP als Gesamtmolekül
in einer Probe zu binden. Der in der
WO 93/24531 beschriebene Sandwichtest in einer Probe kann darüberhinaus nicht wie beschrieben
durchgeführt werden, da kein geeignetes Standardmaterial zur Verfügung stand und keine
Antikörper gegen zwei verschiedene Epitope vorgelegen haben.
[0009] Ein weiteres Problem im Stand der Technik ist die Sensitivität des Tests. Anhand
des in der
WO 93/24531 durchgeführten kompetitiven Tests, bei dem das Peptid 47-64 in markierter Form als
Tracer mit einer Probe bzw. mit dem unmarkierten Peptid-Standard 47-64 um die Bindung
an polyklonale Antikörper aus Kaninchenserum kompetieren, wird nach 48-stündiger Inkubation
nur eine sehr mäßige Kompetition erreicht, aus der bestenfalls eine untere Nachweisgrenze
von etwa 250 fmol/mln abgeleitet werden kann. Dies ist weder für die Differenzierung
von Gesunden und Patienten mit einer Herzinsuffizienz, noch für eine differenzierte
Klassifizierung von Patientenproben nach Schweregrad der Herzinsuffizienz ausreichend.
Außerdem sind die langen Inkubationszeiten des kompetitiven Tests für routinemäßige
Messungen der Proben im automatisierten Labor nicht akzeptabel.
[0010] Von
Hunt et al. (Clinical Endocrinology 47 (1997), 287-296) wird ebenfalls ein kompetitiver Test zum Nachweis von N-terminalem proBNP beschrieben.
Hierzu muß die Plasmaprobe vor Vermessung aufwendig extrahiert werden, was die Gefahr
birgt, daß der Analyt dabei zerstört wird und Fehlmessungen auftreten. Das hier verwendete
Antiserum wird analog zur
WO 93/24531 durch Immunisierung mit einem synthetischen Peptid erzeugt. Bei Hunt et al. wird
das Antiserum durch Immunisierung mit den N-terminalen proBNP-Aminosäuren 1-13 erzeugt,
als Standard wird das Peptid von Aminosäure 1-21 eingesetzt. Auch in diesem Test muß
eine lange Inkubationszeit in Kauf genommen werden. Nach 24-stündiger Inkubation wird
eine untere Nachweisgrenze von 1,3 fmol/ml erreicht.
[0011] Im Stand der Technik existiert somit kein Verfahren zum Nachweis von N-terminalem
proBNP, das bei kurzen Inkubationsdauern einen zuverlässigen, sensitiven Nachweis
von nativem N-terminalem proBNP ermöglicht.
[0012] Aufgabe war es daher, ein Verfahren zum Nachweis von N-terminalem proBNP in einer
Probe bereitzustellen, das die aufgeführten Nachteile des Standes der Technik weitestgehend
vermeidet. Insbesondere sollte eine hohe Sensitivität im Test erreicht Aufgabe war
es daher, ein Verfahren zum Nachweis von N-terminalem proBNP in einer Probe bereitzustellen,
das die aufgeführten Nachteile des Standes der Technik weitestgehend vermeidet. Insbesondere
sollte eine hohe Sensitivität im Test erreicht werden können, damit eine Differenzierung
der Patientenproben von Gesunden und Proben von Patienten der NYHA-Klassen I bis IV
erfolgen kann.
[0013] Die Aufgabe wird gelöst durch das in den Ansprüchen näher definierte Verfahren zum
Nachweis von N-terminalem proBNP in einer Probe. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei Antikörper, die verschiedene Epitope des N-terminalen proBNP erkennen,
verwendet werden, wobei Antikörper durch Immunisieren eines geeigneten Organismus
mit rekombinantem N-terminalen proBNP erhalten werden und die Antikörper im Bereich
von Aminosäure 10-50 des N-terminalen proBNP binder. Das wesentliche am erfindungsgemäßen
Verfahren ist, daß natives N-terminales proBNP in einer Probe erfasst wird. Das heißt,
die Antikörper müssen in der Lage sein, das intakte Molekül und eventuell vorkommendes
ungespaltenes proBNP (1-108) und möglichst auch proteolytisch angedaute Bruchstücke
in einer Probe zu erkennen und spezifisch zu binden. Im Verfahren werden mindestens
zwei verschiedene Antikörper eingesetzt, die verschiedene Epitope des N-terminalen
proBNP binden. Die Epitope können linear oder sogenannte Konformationsepitope sein.
Bevorzugt sind die Epitope so lokalisiert; daß beide Antikörper gleichzeitig binden
können und nicht zu weit voneinander entfernt liegen.
[0014] Da die erfindungsgemäße Methode es nicht erlaubt zwischen N-terminalem proBNP, proBNP
und nahe verwandten Peptiden (Abbauprodukten) zu differenzieren, wird im folgenden
unter NT-proBNP die Gesamtheit aller im Testverfahren erkannter Peptide, insbesondere
das bekannte N-terminale proBNP (1-76), verstanden.
[0015] Unter dem Begriff "Epitop" wird erfindungsgemäß die Bindungsstelle auf einem immunologischen
Bindepartner wie beispielsweise einem Antigen verstanden, an den ein Antikörper spezifisch
bindet. Ein "Epitop" wird meist eindeutig durch 6 bis 8 Aminosäuren definiert. Der
Bindepartner entspricht erfindungsgemäß dem N-terminalen proBNP beziehungsweise einer
Teilsequenz davon. Das Epitop, an das der Antikörper bindet, ist dann ein Teilbereich
auf dem Bindepartner. Das Epitop kann in Linearer Form oder als Konformationsepitop
vorhanden sein. Mittels der beiden Antikörper unterschiedlicher Spezifität ist es
möglich, statt der kompetitiven langwierigen Testführung des Standes der Technik ein
schnelleres Verfahren zum Nachweis des Analyten durchzuführen Das erfindungsgemäße
Nachweisverfahren kann mittels homogener oder heterogener Testführung erfolgen. Bevorzugt
ist die heterogene Testführung und besonders bevorzugt das dem Fachmann geläufige
Sandwich-Verfahren.
[0016] Bevorzugt wird ein solches Verfahren zur Bestimmung des N-terminalen proBNP in folgenden
Schritten durchgeführt:
- a) Umsetzen der Probe mit einem für N-terminales proBNP spezifischen ersten Antikörper,
der eine mit einer Festphase bindefähige Gruppe trägt, über die die Bindung an eine
Festphase erfolgen kann, oder Umsetzen der Probe mit einem für N-terminales proBNP
spezifischen ersten Antikörper, der bereits an eine Festphase gebunden ist,
- b) Umsetzen dieser Lösung mit dem zweiten Antikörper, der ein anderes Epitop von NT-proBNP
erkennt als der erste Antikörper, und der eine Markierung trägt
- c) Bindung des gebildeten Immunkomplexes an eine Festphase, wobei die Festphase bereits
in Schritt a) vorhanden sein kann
- d) Trennung der festen von der flüssigen Phase
- e) Detektion der Markierung in einer oder beiden Phasen.
[0017] Bei quantitativer Bestimmung wird die gleiche Messung mit einer definierten Menge
an N-terminalem proBNP als Standard durchgeführt und nach Bestimmung der Probe als
Schritt f) ein Vergleich der Messwerte des Standards mit dem Wert der Probe und die
Quantifizierung durchgeführt.
[0018] Unter dem Begriff "Antikörper" werden im Sinne der Erfindung mono- oder polyklonale,
chimäre oder humanisierte oder andere durch gentechnologische Modifikationen erhältlichen
Antikörper sowie sämtliche dem Fachmann bekannten Fragmente wie F(ab')
2, Fab' oder Fab-Fragmente verstanden. Lediglich die immunologische spezifische Bindefähigkeit
an N-terminales proBNP muß gewährleistet sein.
[0019] Der erste für N-terminales proBNP spezifische Antikörper kann entweder direkt an
die Festphase gebunden sein, oder die Bindung an die Festphase erfolgt indirekt über
ein spezifisches Bindungssystem. Die direkte Bindung dieses Antikörpers an die Festphase
erfolgt nach dem Fachmann bekannten Methoden, beispielsweise adsorptiv. Wird die Bindung
indirekt über ein spezifisches Bindungssystem durchgeführt, so ist der erste Antikörper
ein Konjugat, das aus einem Antikörper gegen N-terminales proBNP und einem Reaktionspartner
eines spezifischen Bindungssystems besteht. Unter einem spezifischen Bindungssystem
werden hier zwei Partner verstanden die spezifisch miteinander reagieren können. Das
Bindungsvermögen kann dabei auf einer immunologischen Reaktion oder auf einer anderen
spezifischen Reaktion beruhen. Bevorzugt wird als spezifisches Bindungssystem eine
Kombination von Biotin und Avidin oder Biotin und Streptavidin verwendet. Weitere
bevorzugte Kombinationen sind Biotin und Antibiotin. Hapten und Anti-Hapten, Fc-Fragment
eines Antikörpers und Antikörper gegen dieses Fc-Fragment oder Kohlenhydrat und Lectin.
Einer der Reaktionspartner des spezifischen Bindungssystems ist dann Teil des Konjugates.
[0020] Der andere Reaktionspartner des spezifischen Bindungssystems für den ersten Bindepartner
liegt als Beschichtung der festen Phase vor. Bevorzugt wird hier Streptavidin oder
Avidin verwendet. Die Bindung des anderen Reaktionspartners des spezifischen Bindungssystems
an ein unlösliches Trägermaterial kann nach den üblichen, dem Fachmann bekannten Methoden
vorgenommen werden. Hierbei ist sowohl eine kovalente als auch eine adsorptive Bindung
geeignet.
[0021] Als Festphase geeignet sind Reagenzeläschen oder Mikrotiterplatten aus Polystyrol
oder ähnlichen Kunststoffen, die an der Innenoberfläche mit einem Reaktionspartner
des spezifischen Bindungssystems beschichtet sind. Weiterhin geeignet und besonders
bevorzugt sind teilchenförmige Substanzen, wie beispielsweise Latexpartikel, magnetische
Partikel, Molekularsiebmaterialien, Glaskörperchen, Kunststoffschläuche und dergleichen.
Auch poröse, schichtförmige Träger wie Papier oder Nitrocellulose können als Träger
verwendet werden. Besonders bevorzugt werden magnetische Kügelchen, sogenannte Beads
verwendet, die wiederum mit dem entsprechenden Bindepartner des oben beschriebenen
spezifischen Bindesystems beschichtet sind. Diese Mikropartikel können dann nach Ablauf
der Testreaktion für die Durchführung der Nachweisreaktion beispielsweise durch Filtration,
Zentrifugation oder im Falle der magnetischen Partikel durch einen Magneten von der
flüssigen Phase getrennt werden.
[0022] Der zweite spezifische Antikörper erkennt ein anderes Epitop des N-terminalen proBNP
als der erste Antikörper. Der Abstand der beiden Epitope auf dem Molekül muß so groß
sein, daß die gleichzeitige Bindung der beiden Antikörper an das N-terminale proBNP
ohne Einschränkung möglich ist, da ansonsten kein Sandwich-Komplex gebildet werden
kann.
[0023] Die Detektion der spezifischen Bindereaktionen zwischen den Antikörpern gegen N-terminales
proBNP und N-terminalem proBNP kann auf verschiedene Weise erfolgen. Im allgemeinen
ist der zweite Antikörper markiert. Übliche Markierungen sind Chromogene, Fluorophore,
zur Chemi- oder Elektrochemilumineszenz fähige Substanzen, Radioisotope, Haptene,
Enzymmarkierungen oder Substanzen, die wiederum ein spezifisches Bindungspaar bilden
können wie beispielsweise Biotin/Streptavidin. Der Nachweis des Immunkomplexes erfolgt
dann anhand des Signals, das von der Markierung ausgesandt wird. Beispielsweise kann
der zweite Antikörper mit dem Hapten Digoxigenin markiert sein. Dieses Hapten wird
wiederum von einem weiteren, für Digoxigenin spezifischen Antikörper gebunden. Der
für Digoxigenin spezifische Antikörper ist selbst beispielsweise mit einem Enzym wie
Peroxidase markiert. Der letztendliche Nachweis erfolgt dann anhand der bei der Umsetzung
der Peroxidase mit einem entsprechenden Substrat erfolgenden Farb- bzw. Extinktionsänderung.
[0024] Als Proben für die Durchführung des Verfahrens zum Nachweis von N-terminalem proBNP
können alle dem Fachmann geläufigen biologischen Flüssigkeiten verwendet werden. Bevorzugt
werden als Probe Körperflüssigkeiten wie Vollblut, Blutserum, Blutplasma, Urin oder
Speichel, besonders bevorzugt wird Blutserum und -plasma eingesetzt.
[0025] Neben den sogenannten Naßtesten, bei denen die Testreagenzien in flüssiger Phase
vorliegen, können auch alle gängigen Trockentestformate, die zum Nachweis von Antigenen,
Haptenen, Peptiden, Proteinen, Antikörpern etc. geeignet sind, verwendet werden. Bei
diesen Trockentests oder Teststreifen, wie sie beispielsweise in der
EP-A-0 186 799 beschrieben sind, sind im allgemeinen alle Testkomponenten bis auf die zu untersuchende
Probe auf einem Träger aufgebracht. Die Nachweisreaktion erfolgt, wenn der Teststreifen
mit der flüssigen Probe in Kontakt gebracht wird.
[0026] Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß die untere Nachweisgrenze
für N-terminales proBNP unter 1 fmol/ml liegt (entspricht 1 pmol/l). Die erfindungsgemäß
hohe Sensitivität von < 1 fmol/ml wird ohne lange Inkubationszeiten erreicht Insgesamt
liegt die Dauer des Verfahrens bei einem Mikrotiterplattentest unter 2 Stunden, bevorzugt
mit sensitiveren Nachweismethoden wie der Electrochemilumineszenz bei 15 Minuten.
Eine Obergrenze für das Nachweisverfahren bezüglich der nachzuweisenden Konzentration
existiert praktisch nicht. Die technologische Obergrenze wird im allgemeinen durch
die verwendete Meßmethode vorgegeben. Das Verfahren weist prinzipiell auch sehr hohe
Konzentrationen an N-terminalem proBNP nach.
[0027] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die gute Differenzierung
der Proben von Patienten mit und ohne Herzinsuffizienz anhand der erhaltenen Messwerte.
Das Nachweisverfahren ist so sensitiv, daß sogar eine Differenzierung zwischen Patienten
ohne koronarer Erkrankung und Patienten mit einer nur schwach ausgeprägten oder langsam
einsetzenden Herzinsuffizienz der NYHA-Klassen I und II erfolgen kann. Eine solch
frühe Erkennung einer einsetzenden Herzinsuffizienz kann die Entscheidung zu einer
frühzeitigen medikamentösen Behandlung beeinflussen und somit die Überlebensrate des
Patienten deutlich verlängern.
[0028] Offenbart wird weiterhin rekombinant hergestelltes N-terminales proBNP. Unter N-terminalem
proBNP wird der vom 108 Aminosäuren großen Vorläufermolekül proBNP abgespaltene N-terminale
Teil verstanden, der aus den Aminosäuren 1-76 besteht. Unter N-terminalem proBNP werden
auch Teile davon verstanden, die aufgrund von Abbaureaktionen dieses Moleküls im Blut
vorkommen können
[0029] Im Stand der Technik ist bisher kein rekombinantes N-terminales proBNP bekannt, da
dessen Herstellung aufgrund der kurzen Aminosäuresequenz nicht leicht möglich ist.
Die chemische Synthese eines über 30 Aminosäuren großen Peptids ist aufgrund der auftretenden
Fehlsequenzen und der stark abnehmenden Ausbeute pro Synthesezyklus keine Alternative
zur rekombinanten Herstellung in einem Wirtsorganismus.
[0030] Für ein diagnostisches Nachweisverfahren wird jedoch immer ein Standard- oder Kontrollmaterial
benötigt, mit dessen Hilfe zum einen die Bestimmung des Analyten quantitativ erfolgen
kann und zum anderen die Funktionsfähigkeit des Tests überprüft werden kann.. Soll
eine Quantifizierung erfolgen, so muß mittels einer Standardreihe eine definierte
quantitative Eichung vorgenommen werden. Eine solche Eichung ist wiederum auch nur
dann sinnvoll, wenn das als Standard verwendetete Material sich im immunologischen
Test gleich oder sehr ähnlich verhält wie der Analyt. Wesentlich dabei ist, daß der
Standard eine ausreichend große strukturelle und insbesondere immunologische Ähnlichkeit
zum Analyten besitzt, damit die Bindung des Standards an die Nachweisantikörper so
erfolgt, wie sie dann auch beim nativen Molekül in der Probe stattfindet.
[0031] Ein solches Standardmaterial für ein Verfahren zum Nachweis von N-terminalem proBNP
steht im Stand der Technik nicht zur Verfügung. Lediglich kurze synthetische Peptide
werden beschrieben. Erfindungsgemäß ist es nun erstmals möglich gewesen, mit Hilfe
der Gensynthese eine für N-terminales proBNP codierende DNA-Sequenz herzustellen und
anschließend eine rekombinante Expression des N-terminalen proBNP in E. coli zu erreichen.
Die Vorgehensweise ist in Beispiel 1 erläutert.
[0032] Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung von rekombinantem N-terminalen
proBNP als Standard in einem Verfahren zum Nachweis von N-terminalem proBNP in einer
Probe mittels mindestens zweier Antikörper, die verschiedene Epitope des N-terminalen
proBNP erkennen, wobei die Antikörper durch Immunisieren eines geeigneten Organismus
mit rekombinantem N-terminalen proBNP erhalten werden und die Antikörper im Bereich
von Aminosäure 10-50 des N-terminalen proBNP binden.
[0033] Für Immunisierungszwecke wurden im Stand der Technik bislang ebenfalls nur synthetische,
vom N-terminalen proBNP abgeleitete kurze Peptide eingesetzt. Der Nachteil bei Peptidimmunisierungen
ist, daß meist nur sehr niedrig af6ne Antikörper erhalten werden bzw. die gewonnenen
Antikörper nur mit linearen Epitopen reagieren und das nativ gefaltete Antigen in
der Probe nicht gebunden werden kann (siehe Beispiel 3).
[0034] Deshalb ist es wichtig, für Immunisierungen zur Herstellung von Antikörpern ein Immunogen
zu verwenden, das zum letztendlich nachzuweisenden Analyten eine genügend große Ähnlichkeit
aufweist Nur so ist gewährleistet, daß von den Antikörpern der native Analyt in der
Probe mit hoher Affinität gebunden wird.
[0035] Offenbart wird daher auch die Verwendung von rekombinantem N-terminalem proBNP als
Immunogen zur Herstellung von Antikörpern gegen N-terminales proBNP.
[0036] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind Antikörper gegen rekombinantes N-terminales
proBNP. Die Antikörper werden hergestellt durch Immunisieren eines geeigneten Organismus
mit rekombinantem N-terminalen proBNP und sind dadurch gekennzeichnet, dass sie im
Bereich von Aminosäure 10-50 des N-terminalen proBNP binden. Die Definition des Begriffes
Antikörper entspricht der Definition in den Abschnitten über die Testführung. Die
erfindungsgemäßen Antikörper erkennen bevorzugt spezifisch Epitope im N-terminalen
Teil des 76 Aminosäuren großen N-terminalen proBNP, dabei bevorzugt im Bereich von
Aminosäure 10 bis 66, besonders bevorzugt im Bereich von Aminosäure 10 bis 50 oder
10 bis 38. Sinnvoll ist es, wenn die von den Antikörpern erkannten Epitope so lokalisiert
sind, daß auch N-terminales proBNP, das in einer Probe bereits von den Enden her proteolytisch
angedaut ist, diese Epitope noch enthält. Somit ist die Stabilität des Analyten in
der Probe eher zweitrangig. Die Epitope in den bevorzugten Bereichen des N-terminalen
proBNP können linear oder als Konformationsepitope vorliegen.
[0037] Ein bevorzugter Gegenstand der Erfindung sind daher monoklonale Antikörper die von
den Zellinien MAK M 10.1.1 und MAK M 13.4.14, hinterlegt und eingegangen am 26.01.1999
bei der DSMZ - Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, Braunschweig,
Deutschland, produziert werden. Bei den Antikörpern, die von diesen beiden Zellinien
produziert werden, handelt es sich um Antikörper vom IgG-Typ. Die Zellinien M 10.1.11
und M 13.4.14 sind ebenfalls Gegenstand der Erfindung.
[0038] Ebenfalls ein Gegenstand der Erfindung sind Antikörper, die in äquivalenter Weise
wie die von den Zellinien M 10.1.11 und M 13.4.14 produzierten mit N-terminalem proBNP
spezifisch bindefähig sind. Unter dem Begriff "in äquivalenter Weise produzierte"
Antikörper wird verstanden, daß die Antikorper durch Immunisierung mit rekombinantem
N-terminalem pro-BNP gewonnen werden.
[0039] Gegenstand der Erfindung sind auch Verfahren zur Herstellung von Antikörpern, die
spezifisch N-terminales proBNP binden.
[0040] Die Herstellung von polyklonalen Antikörpern erfolgt bevorzugt mit den Schritten
Immunisieren eines geeigneten Organismus wie beispielsweise Schafe mit rekombinant
hergestelltem N-terminalem proBNP, Isolieren der Antikörper. Screenen nach den reaktivsten
Epitopen und Aufreinigung der Antikörper über Immunsorption an geeigneten Peptiden.
Ein solches Verfahren ist in Beispiel 2 beschrieben.
[0041] Die Herstellung von monoklonalen Antikörpern erfolgt bevorzugt mit den Schritten
Immunisieren eines geeigneten Organismus wie beispielsweise Mäuse mit rekombinant
hergestelltem N-terminalem proBNP und Auswahl der Klone bezüglich der Reaktivität
der Antikörper mit nativem N-terminalem proBNP in verschiedenen Pools von Patientenseren.
Ein solches Verfahren ist in Beispiel 3 beschrieben.
[0042] Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung weiter.
Beispiel 1
Verfahren zur Herstellung von rekombinantem N-terminalen proBNP (1-76)
1. Klonierung des rekombinanten N-terminalen proBNPs
[0043] Die Nukleotidsequenz des N-terminalen ProBNPs (Aminosäuresequenz 1-76) wurde mit
Hilfe der Gensynthese hergestellt. Um eine in
E.
coli optimale Expression des Gens zu erreichen, wurde die DNA-Sequenz auf die in
E.
coli am häufigsten verwendeten Codons abgestimmt.Die Sequenzen der Oligonukleotide, die
zur Herstellung des Gens verwendet wurden lauten wie folgt:
Pro5' (SEQ ID NO 1):
5'CCGGATCCCACCCGCTG3




Pro3' (SEQ ID NO 6):
5' CCCAAGCTTAACGCGGAGC3'
[0044] Die Herstellung-des Gens erfolgte mit diesen Primern mit Hilfe der PCR (polymerase
chain reaction). Das amplifizierte Gen wurde in einen geeigneten Vektor wie z.B. den
Vektor pUC19 kloniert und sequenziert. Zur Klonierung des Gens in den Expressionsvektor
pQE8 wurde das Gen über die Restriktionsschnittstellen
Bam HI und
Hind III aus dem Vektor pUC19 herausgeschnitten, in den Vektor pQE8 ligiert, der eine
Expression von Proteinen mit N-terminalem Histidin-Tag erlaubt, und in
E.
coli M15 [pREP4] transformiert.
2. Expression des N-terminalen ProBNPs in E. coli
[0045] Zur Expression des Gens in
E.
coli wurde eine Übernachtkultur eines rekombinanten
E.
coli Klons 1/60 in Luria-Broth (mit 100 µg/ml Ampicillin und 50 µg/ml Kanamycin) überimpft
und bei einer OD 550 von 1 mit IPTG (Isopropylthiogalactosid; 1 mM Endkonzentration)
induziert. Nach der Induktion wurden die Kulturen noch weitere 4 Stunden bei 37°C
inkubiert. Die Kulturen wurden abzentrifugiert und das Zellpellet in 50 mM Na-Phosphatpuffer,
pH 8,0; 300 mM NaCl aufgenommen. Nach Aufschluss der Zellsuspension durch Ultraschall,
wurde die Suspension abzentrifugiert und der Überstand auf eine Ni-NTA (Nitrilo-triacetat)
Säule aufgetragen. Nach einem Waschschritt mit 50 mM Na-Phosphatpuffer, pH 8,0; 300
mM NaCl: 20 mM Imidazol wurde das Histidin-getaggte N-terminale proBNP eluiert mit
50 mM Na-Phosphatpuffer, pH 8,0; 300 mM NaCl; 300 mM Imidazol. Die eluierten Fraktionen
wurden vereinigt und gegen 50 mM Tris pH 8,0 dialysiert. Zur Abtrennung von Verunreinigungen
wurde das Dialysat auf eine Q-Sepharosesäule aufgetragen. Die Masse des aufgereinigten
N-terminalen proBNPs wurde über MALDI-TOF bestimmt.
Beispiel 2
Herstellung von polyklonalen Antikörpern gegen N-terminales pro-BNP
1. Immunisierung
[0046] Schafe wurden mit rekombinantem N-terminalem proBNP(1-76) in kompletten Freund'schem
Adjuvans immunisiert. Die Dosis betrug 0,1 mg je Tier. Die Immunisierungen wurden
über 10 Monate im Abstand von 4 Wochen wiederholt. 6 Wochen nach der ersten Immunisierung
und danach monatlich einmal wurden Serumproben gewonnen und auf Sensitivität und Titer
untersucht.
2. Aufreinigung von polyklonalen Antikörpern aus Schafserum
[0047] Aus dem Rohserum eines mit rekombinantem N-terminalem proBNP immunisierten Schafs
wurden Lipidbestandteile durch Delipidierung mit Aerosil (1,5%) entfernt. Danach wurden
die Immunglobuline mit Ammoniumsulfat (2M) ausgefällt. Der gelöste Niederschlag wurde
gegen 15mM KPO
4, 50mM NaCl pH 7.0 dialysiert und über DEAE-Sepharose chromatographiert. Die IgG-Fraktion,
PAK<rec. NT-pro-BNP>S-IgG(DE), befand sich im Durchlauf.
3. Sequenzielle Affinitätschromatographie zur Herstellung von NT-pro-BNP spezifischen
polyklonalen Antikörpern
[0048] Für die Aufreinigung von NT-proBNP spezifischen, gegen die Aminosäuren 1-21 gerichteten
polyklonalen Antikörpern, PAK<rec. NT-pro-BNP>M-IgG(IS, 1-21), wurde das C-terminal
biotinylierte Peptid HPLGSPGSASDLETSGLQEQR-Bi (1-21-Bi, SEQ ID NO 7) verwendet. Die
Affinitätsmatrix wurde durch Beladen von 10ml Streptavidin beschichteten Methacrylatpolymer-Partikeln
(Boehringer Mannheim, Best. Nr. 1529188) mit 1mg Peptid (1-21-Bi) hergestellt.
[0049] Mit 10ml der Affinitätsmatrix wurde eine Säule gepackt und mit 50mM KPO
4, 150mM NaCl pH 7,5 (PBS) äquilibriert. Für den ersten Schritt der sequenziellen Affinitätschromatographie
wurden 850mg PAK<NT-pro-BNP>S-IgG(DE) auf die Säule aufgezogen. Der Durchlauf wurde
für einen zweiten Schritt (siehe unten) aufgehoben. Die Säule wurde mit PBS und 20mM
KPO
4, 500mM NaCl, 0,1% Triton X-100, 0,5% Na-Deoxicholsäure pH 7,5 gewaschen. Das spezifisch
an die Affinitätsmatrix gebundene IgG wurde mit ImmunoPure
® Gentle Ag/Ab Elution Buffer (Pierce. Product #: 21013) eluiert. Die Affinitätsmatrix
wurde mit 1M Propionsäure regeneriert und in PBS/NaN
3 gelagert.
[0050] Auf die gleiche Art und Weise wie oben beschrieben, wurde das Peptid Bi-ELQVEQTSL
(Bi-30-38 SEQ ID NO 8) für die Herstellung einer Affinitätsmatrix zur Aufreinigung
von NT-pro-BNP spezifischen, gegen die Aminosäuren 30-38 gerichteten Immunoglobulinen
verwendet. PAK<rec. NT-pro-BNP>M-IgG(IS,30-38) wurde aus dem Durchlauf der ersten
Affinitätsreinigung gewonnen.
4. Biotinylierung von PAK<NT-pro-BNP>S-IgG(IS,1-21)
[0051] Die affinitätsgereinigten Antikörper werden gegen den Biotinviierungspuffer (100mM
KPO
4, 70mM NaCl pH 8.0) dialysiert und anschließend wird die Lösung auf eine Proteinkonzentration
von 1mg/ml eingestellt. D-Biotinoyl-Aminocapronsäure-N-Hydroxysuccinimidester wird
in DMSO gelöst und in einem molaren Verhältnis von 1:7.5 der Antikörperlösung beigemischt.
Die Reaktion wird durch Zugabe von L-Lysin gestoppt und das überschüssige Markierungsreagenz
wird durch Dialyse entfernt.
5. Digoxigenylierung von PAK<NT-pro-BNP>S-IgG(IS,30-38)
[0052] Die affinitätsgereinigten Antikörper werden gegen den Digoxigenylierungspuffer (100mM
KPO
4, 70mM NaCl pH 7,6) dialysiert und anschließend wird die Lösung auf eine Proteinkonzentration
von 1 mg/ml eingestellt. Digoxigenin-3-CME-N-Hydroxy-succinimidester wird in DMSO
gelöst und in einem molaren Verhältnis von 1:5 der Antikörperlösung beigemischt. Die
Reaktion wird durch Zugabe von L-Lysin gestoppt und das überschüssige Markierungsreagenz
wird durch Dialyse entfernt.
Beispiel 3
Herstellung und Screening nach monoklonalen Antikörpern gegen N-terminales proBNP
(1-76)
1. Gewinnung von monoklonalen Antikörpern gegen NT-pro-BNP(1-76)
[0053] Balb/c-Mäuse, 8-12 Wochen alt, werden mit 100 µg rekombinantem N-terminalem proBNP-Antigen,
mit komplettem Freundschen Adjuvans, intraperitoneal immunisiert. Nach 6 Wochen werden
drei weitere Immunisierungen in 4 wöchigem Abstand durchgeführt. Eine Woche nach der
letzten Immunisierung erfolgt eine Blutabnahme und die Bestimmung des Antikörpertiters
im Serum der Versuchstiere. Aus positiv reagierenden Mäusen werden aus der Milz dieser
Tiere die B-Lymphozyten gewonnen, die mit einer permanenten Myelomzellinie fusioniert
werden. Die Fusionierung erfolgt nach dem bekannten Verfahren von
Köhler und Millstein (Nature 256, 1975, S. 495 - 497). Die hierbei gebildeten Primärkulturen von Hybridzellen werden in üblicher Weise,
z.B. unter Verwendung eines handelsüblichen Zellsorters oder durch "limiting dilution"
kloniert. Es werden nur die Klonkulturen weiterverarbeitet, die in einem geeigneten
Testverfahren, beispielsweise einem Enzym-Immuno-Assay (ELISA-Verfahren), positiv
mit rekombinantem N-terminalem proBNP reagieren und natürliches N-terminales proBNP
in Patientenseren erkennen (siehe Punkt 2.). Man erhält so mehrere Hybridoma-Zellinien,
die die erfindungsgemäßen monoklonalen Antikörper produzieren.
[0054] Zur Erzeugung von Aszites werden 5 x 10
6 Hybridomzellen intraperitoneal in Balb/c Mäuse gespritzt, die zuvor 1-2 mal mit 0,5
ml Pristan vorbehandelt worden sind. Nach 2-3 Wochen kann aus dem Bauchraum der Mäuse
Aszites-Flüssigkeit gewonnen werden. Hieraus können in üblicher Weise die Antikörper
isoliert werden. Diese monoklonalen Antikörper sind spezifisch gegen humanes N-terminales
proBNP gerichtet. Sie werden im folgenden MAK M 10.1.11 bzw. MAK M 13.4.14 bezeichnet.
Die beiden monoklonalen Antikörper gehören der Subklasse IgGl, kappa an.
[0055] Auf diese Weise konnten die beiden Hybridoma-Zellinien Klon M 10.1.11 und M 13.4.14
isoliert werden, die bei der DSMZ, wie oben erwähnt, hinterlegt wurden.
2. Screening-Test auf Antikörper gegen pro-BNP-Peptide und rekombinantes NT-pro-BNP
[0056] Um die Anwesenheit und Spezifität von Antikörpern gegen NT-proBNP im Serum immunisierter
Mäuse, im Kulturüberstand der Hybridzellen oder in Aszitesflüssigkeit zu erkennen,
wurden die Klone mit folgenden Testprinzipien bewertet:
a) Reaktivität mit rekombinantem N-terminalem proBNP
[0057] Mikrotiterplatten (Fa. Nunc, Maxisorb) werden mit 2,5 µg/ml rekombinantem NT-pro-BNP
als Antigen in Beladungspuffer (Fa. Boehringer, 0,2 M Natriumcarbonat/-Bicarbonat,
pH 9,3-9,5, Cat. No. 726 559) 100 µl/well, 1 Stunde bei Raumtemperatur unter Schütteln,
gebunden. Die Nachbeladung erfolgt in PBS-Puffer (Phosphate Buffered Saline, Fa. Oxid,
Code-BR 14a) und 1% Byco C. 30 Minuten. Anschließend wird mit Waschpuffer gewaschen
(0,9 Natriumchlorid-Lösung, 0,05 % Tween 20). Die Antikörperprobeninkubation erfolgt
mit 100 µl/well, 1 Stunde bei Raumtemperatur unter Schütteln. Dann wird erneut zweimal
mit Waschlösung gewaschen. Dann erfolgt eine weitere Inkubation mit dem Nachweisantikörper
PAK<M-Fcγ>S-Fab-Peroxidasekonjugates (Boehringer Mannheim, Kat. Nr. 1500 686), 100
mU/ml, 100 µl/well, 1 Stunde bei Raumtemperatur unter Schütteln. Nach einem erneuten
Waschschritt mit Waschpuffer wird die Peroxidaseaktivität in üblicher Weise bestimmt
(beispielsweise mit ABTS®, 30 Minuten bei Raumtemperatur, abgelesen wird die Extinktionsdifferenz
in mE, bei 405 nm mittels eines ELISA-Readers.
b) Reaktivität mit N-terminalen proBNP-Peptiden:
[0058] In diesem Fall werden Streptavidin-beladene Mikrotiterplatten mit NT-pro-BNP-Peptid-Biotinkonjugaten
der Sequenzen 1-10. 8-18, 1-21, 16-30, 30-38, 39-50. 50-63 oder 64-76 als Antigen,
250 ng/ml in PBS-Puffer (Phosphate Buffered Saline, Fa. Oxid, Code-BR 14a) mit 0,5
% Byco C , 100 µl/well, 1 Stunde bei Raumtemperatur unter Schütteln, gebunden. Anschließend
wird mit Waschpuffer gewaschen (0.9 Natriumchlorid-Lösung, 0,05% Tween 20). Die Antikörperprobeninkubation
und die Nachweisreaktion erfolgt wie unter a) beschrieben. Aufgrund der Reaktivität
mit bestimmten NT-pro-BNP-Peptiden kann die Lage des Epitops erfaßt werden.
c) Reaktivität mit nativem N-terminalem proBNP in der Patientenprobe
[0059] Mikrotiterplatten (Fa. Nunc, Maxisorb) werden mit 5 µg/ml PAK<human pro-BNP>S-IgG
(IS,(1-21) bzw. (30-38)S-IgG in Beschichtungspuffer(Fa. Boehringer, 0,2 M Natriumcarbonat/-Bicarbonat,
pH 9,3 -9,5, Cat. No. 728 559) 100 µl/well, 1 Stunde bei Raumtemperatur unter Schütteln,
gebunden. Die Nachbeladung erfolgt in PBS-Puffer (Phosphate Buffered Saline, Fa. Oxid,
Code-BR 14a) und 1% Byco C, 30 Minuten. Anschließend wird mit Waschpuffer gewaschen
(0,9 Natriumchlorid-Lösung, 0,05% Tween 20). Die Inkubation mit nativem Antigen in
Patientenplasma, verdünnt in PBS-Puffer-erfolgt mit 100 µl/well. 1 Stunde bei Raumtemperatur
unter Schütteln. Nach einem erneuten Waschschritt erfolgt die Antikörper-probeninkubation
mit 100 µl/well, 1 Stunde bei Raumtemperatur unter Schütteln. Dann wird erneut zweimal
mit Waschlösung gewaschen und es erfolgt eine weitere Inkubation mit dem Nachweisantikörper
PAK<M-Fcγ>S-Fab-Peroxidase-konjugates (Boehringer Mannheim GmbH, Kat. Nr. 1500 686),
100 mU/ml, 100 µl/well, I Stunde bei Raumtemperatur unter Schütteln. Nach einem erneuten
Waschschritt mit Waschpuffer wird die Peroxidaseaktivität in üblicher Weise bestimmt
(beispielsweise mit ABTS®, 30 Minuten bei Raumtemperatur, abgelesen wird die Extinktionsdifferenz
in mE, bei 405 nm mittels eines ELISA-Readers).
3. Ergebnisse: Reaktionsmuster der monoklonalen und polyklonalen Antikörper gegen
N-terminales proBNP
a) Reaktivität der MAKs (c = 5 µg/ml) aus Immunisierung mit N-terminalen proBNP-Peptiden:
[0060]
Tabelle 1:
| MAK |
Immunogen |
Reaktivität mit Pro-BNP-Peptiden |
Rec. pro-BNP |
Natives pro-BNP |
| |
|
1-10 |
8-18 |
1-21 |
16-30 |
30-38 |
39-50 |
50-63 |
64-76 |
|
|
| 5.2.27 |
1-10 |
1.42 |
0.04 |
1.48 |
0.05 |
0.03 |
0.04 |
0.04 |
0.04 |
1.16 |
0.30 |
| 2.1.4 |
16-30 |
0.04 |
0.04 |
0.04 |
1.86 |
0.04 |
0.04 |
0.04 |
0.04 |
0.1 |
0.02 |
| 1.2.6 |
39-50 |
0.04 |
0.04 |
0.03 |
0.04 |
0.03 |
1.23 |
0.03 |
0.04 |
0.44 |
0.06 |
[0061] Die monoklonalen Antikörper, die aus Immunisierungen mit unterschiedlichen Peptiden
erhalten wurden, reagieren sehr stark mit den jeweiligen Peptiden. Die Reaktivität
mit dem rekombinanten N-terminalen proBNP ist nur bei 2 monoklonalen Antikörpern zu
erkennen, während mit nativem N-terminalen proBNP in einem Patientenpool keine Reaktion
erfolgt (siehe Tabelle 1).
b) Reaktivität der monoklonalen Antikörper (MAK) aus Immunisierung mit rekombinantem
N-terminalem proBNP:
[0062]
Tabelle 2:
| MAK |
Reaktivität mit Pro-BNP-Peptiden |
Rec. pro-BNP |
Natives proBNP |
| |
1-10 |
8-18 |
1-21 |
16-30 |
30-38 |
39-50- |
50-63 |
64-76 |
|
|
| 10.1.11 |
0.04 |
0.97 |
1.03 |
0.04 |
0.04 |
0.06 |
0.04 |
0.04 |
1.61 |
1.70 |
| 10.3.19 |
0.04 |
0.04 |
0.04 |
0.04 |
0.04 |
0.05 |
0.04 |
0.03 |
1.24 |
0.91 |
| 10.3.30 |
0.04 |
0.04 |
0.03 |
0.04 |
0.04 |
0.06 |
0.04 |
0.03 |
1.43 |
0.79 |
| 13.4.14. |
0.04 |
0.04 |
0.04 |
0.04 |
0.04 |
0.05 |
0.03 |
0.04 |
1.65 |
1.83 |
| 13.1.18 |
0.04 |
0.04 |
0.03 |
0.04 |
1.14 |
0.03 |
0.04 |
0.04 |
1.47 |
0.56 |
| 13.2.22 |
0.04 |
0.04 |
0.04 |
0.0:1 |
0.04 |
0.03 |
0.04 |
0.04 |
1.82 |
1.61 |
[0063] Die monoklonalen Antikörper aus der Immunisierung mit rekombinantem N-terminalen
proBNP reagieren nur vereinzelt mit Peptiden, aber sehr stark mit rekombinantem N-terminalen
proBNP bzw. mit nativem N-terminalen proBNP in einem Patientenpool. Die Nichtreaktion
einzelner monoklonaler Antikörper mit den Peptiden deutet auf die Erkennung sogenannter
Konformationsepitope hin (siehe Tabelle 2).
c) Reaktivität der PAKs aus Immunisierung mit rekombinantem N-terminalem proBNP:
[0064]
Tabelle 3:
| PAK |
Immun-sorption |
Reaktivität mit Pro-BNP-Peptiden |
Rec. proBNP |
Natives pro-BNP |
| |
|
1-10 |
18-18 |
1-21 |
16-30 |
30-38 |
39-50 |
50-63 |
64-76 |
|
|
| S-9212 |
ohne |
0.13 |
1.81 |
1.98 |
1.16 |
2.99 |
0.83 |
1.22 |
0.06 |
0.89 |
- |
| S-9212 |
1-21 |
0.99 |
2.99 |
2.99 |
1.00 |
0.20 |
0.13 |
0.20 |
0.15 |
1.98 |
1.41 |
| S-9212 |
30-38 |
0.08 |
0.07 |
0.07 |
0.07 |
2.99 |
0.06 |
0.17 |
0.06 |
2.99 |
1.41 |
[0065] Der gewonnene PAK reagierte am stärksten mit den Peptiden 1-21 und 30-38. Aus diesem
Grund wurden diese Epitope ausgewählt und der PAK mit Hilfe dieser Peptide positiv
immunsorbiert. Der mit Peptid 1-21 immunsorbierte PAK reagiert am stärksten mit der
Region 8-20 und deutlich abgeschwächt mit der N-terminalen Sequenz 1-10. Die so immunsorbierten
PAKs reagieren sehr stark mit dem rekombinanten N-terminalen proBNP und im PAK/PAK-Sandwichformat
mit der nativen Probe (siehe Tabelle 3).
Beispiel 4
Hochsensitiver lmmunoassay zur Bestimmung von NT-pro-BNP
[0066] Mit Hilfe der in Beispiel 2 und 3 gewonnenen Antikörper konnte ein hochsensitiver
Immunoassay aufgebaut werden. Generell sind alle Testformate geeignet, bei denen 2
Antikörper mit unterschiedlicher Epitoperkennung eingesetzt werden. Als Beispiel wird
ein sogenannter Sandwich-ELISA beschrieben.
[0067] Als Festphase wurde eine mit Streptavidin beschichtete Mikrotiterplatte (MTP) verwendet.
10 µl unbehandelte Probe oder Kalibrator wird zusammen mit 100 µl Puffer, der die
beiden epitop-spezifischen Antikörper enthält, in die MTP-Näpfe pipettiert und 1 Stunde
bei Raumtemperatur inkubiert. Als Antikörper wurden 1 µg/ml biotinylierter PAK<rec.
NT-pro-BNP>S-IgG(IS,1-21) und 0.5 µg/ml digoxigenylierter PAK< rec. NT-pro-BNP>S-IgG(IS,30-38)
eingesetzt. Anschließend wird die Lösung abgesaugt und 3x mit 350 µl Waschpuffer gewaschen.
Danach werden 100 µl Konjugatösung dazupipettiert und wiederum 1 h bei Raumtemperatur
inkubiert. Als Konjugat wird ein Anti-Digoxin-Antiköper-POD-Konjugat in einer Konzentration
von 100 mIU/ml verwendet. Anschließend wird die Konjugatlösung abgesaugt und 3x mit
350 µl Waschpuffer gewaschen. Zum Schluß wird ABTS®-Substratlösung in die Wells pipettiert
und 30 Minuten bei Raumtemperatur gemessen. Nach Erreichen der 30-minütigen Substratreaktion
wird die Mikrotiterplatte sofort in einem MTP-Reader bei einer Wellenlänge von 405
nm gegen die Referenzwellenlänge von 495 nm vermessen.
[0068] Zur Bestimmung der Sensitivität wurde eine Eichkurve erstellt und die Präzision des
Nullstandards (n = 21) bestimmt. Als Kalibratoren wurde humanes EDTA-Plasma verwendet,
welches mit rekombinantem N-terminalen proBNP in der erforderlichen Konzentration
aufgestockt wurde. Als Nullstandard wurde Rinderplasma verwendet. Die Ergebnisse sind
in Tabelle 4 dargestellt.
Tabelle 4:
| |
Extinktion (Mittelwert) |
Standardabweichung (n=21) |
| Kalibrator a: 0 fmol/ml |
131 mE |
5.7 mE |
| Kalibrator b: 5.04 fmol/ml |
268 mE |
|
| Kalibrator c: 19.9 fmol/ml |
746 mE |
|
| Kalibrator d: 50.5 fmol/ml |
1500 mE |
|
| Kalibrator e: 100.9 fmol/ml |
2401 mE |
|
[0069] Anhand der Eichkurvensteilheit von 22.5 mE x ml/fmol und einem SD von 5,7 mE ergibt
sich nach der Formel von Kaiser folgende untere Nachweisgrenze:

Beispiel 5
Ermittlung der Probenstabilität von N-terminalem proBNP
[0070] Mit Hilfe des in Beispiel 4 beschriebenen Sandwich-ELISA wurde die Analytstabilität
von N-terminalem proBNP vermessen. Dazu wurden 4 Patienten mit NYHA-Klasse II-III
Blut in EDTA-haltigen Abnahmeröhrchen abgenommen und bei Raumtemperatur über 3 Tage
aufbewahrt. Jeden Tag wurde eine Probe entnommen und der Gehalt an N-terminalem proBNP
vermessen. Die Referenzprobe sowie die Proben zur Stabilitätsermittlung in EDTA-Plasma
wurden sofort auf 4°C - 8°C abgekühlt und innerhalb von 15 Minuten zentrifugiert.
Die EDTA-Plasmen wurden bei 4°C und Raumtemperatur aufbewahrt und zu verschiedenen
Zeitpunkten innerhalb einer 24-stündigen Belastungszeit vermessen. Die Ergebnisse
sind in der Tabelle 5 dargestellt.
Tabelle 5:
| Belastungzeit |
Wiederfindung (%) |
| EDTA-Vollblut, Raumtemperatur |
24 h |
98.8 |
| |
48 h |
98.0 |
| |
72 h |
100.5 |
| EDTA-Plasma, 4°C |
2 h |
97.5 |
| |
4 h |
98.5 |
| |
6 h |
102.0 |
| |
24 h |
103.0 |
| EDTA-Plasma. Raumtemperatur |
2 h |
103.0 |
| |
4 h |
104.8 |
| |
6 h |
102.0 |
| |
24 h |
96.0 |
[0071] Diese Daten belegen, daß N-terminales proBNP innerhalb der geprüften Zeitpunkte vollkommen
stabil ist und somit als Routineparameter verwendbar ist. Dieses Ergebnis ist widersprüchlich
zur Literatur (
Hunt et. al., Clinical Endocrinology, 47, 287 (1997)) und bestätigt die Annahme, daß durch Auswahl und Design dieses Testformats mit
2 spezifischen Antikörpern, deren Epitope nicht am äußeren Ende des Analyten liegen,
die Analytstabilität beeinflußt werden kann.
Beispiel 6
Ermittlung der diagnostischen Sensitivität des N-terminalen proBNP-Assays
[0072] Zur Ermittlung der diagnostischen Sensitivität wurde wiederum der in Beispiel 4 beschriebene
Test verwendet. Dazu wurden 1 14 Gesunde und 235 Patienten mit einer NYHA-Klassifizierung
zwischen I und IV vermessen. Normalerweise ist es besonders kritisch, Gesunde von
Patienten mit NYHA-Klasse I zu unterscheiden.
[0073] Mit diesem hochsensitiven Assay wurde bei den 110 gesunden Blutspendern ein Medianwert
von 6,6 fmol/ml NT-proBNP mit einer Standardabweichung von 7,3 fmol/ml ermittelt.
Der niedrigste Wert wurde mit 0,2 fmol/ml ermittelt. Dies zeigt deutlich, daß eine
Sensitivität < 1,0 fmol/ml notwendig ist, um den Referenzbereich genau zu erfassen.
Mit Hilfe dieser Verteilung wurde der obere Normalwertbereich (97.5% Percentile) mit
26.6 fmol/ml ermittlet.
[0074] Unter Annahme des Referenzwertbereichs von 0 - 26.6 fmol/ml wurden von den 233 Patienten
mit NYHA-Klassifizierung I-IV nur 16 Patienten mit einem Wert im Normalbereich ermittelt.
Dies entspricht einer klinischen Sensitivität von 93.3%. Werden nur die Patienten
mit einer NYHA-Klassifizierung von I betrachtet, dann werden 30 der 37 Patienten positiv
erkannt, dies entspricht einer Sensitivität von 81,1%.
[0075] Dieses Ergebnis bestätigt, daß durch diesen hochsensitiven N-terminalen proBNP-Assay
eine deutliche Differenzierung zwischen Patienten mit einer Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse
1 von gesundem Normalkollektiv unterscheidbar ist. Dies konnte mit den bisher im Stand
der Technik verfügbaren Assays (
Dagubatti et al., Cardiovascular Research 36 (1997), 246 nicht erreicht werden.
SEQUENZ PROTOKOLL
[0076]
<110> Roche Diagnostics GmbH
<120> Verfahren zum Nachweis von N-terminalem proBNP
<130> 51810AWO-SZ
<140>
<141>
<160> 6
<170> PatentIn Ver. 2.1
<210> 1
<211> 17
<212> DNA
<213> E. coli
<400> 1
ccggatccca cccgctg 17
<210> 2
<211> 79
<212> DNA
<213> E. coli
<400> 2

<210> 3
<211> 70
<212> DNA
<213> E. coli
<400> 3

<210> 4
<211> 71
<212> DNA
<213> E. coli
<400> 4


<210> 5
<211> 87
<212> DNA
<213> E. coli
<100> 5

<210> 6
<211> 19
<212> DNA
<213> E. coli
<400> 6
cccaagctta acgcggagc 19