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EP 1 151 828 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.09.2007 Patentblatt 2007/37 |
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Anmeldetag: 23.04.2001 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Drehendes Elektrohandwekzeuggerät mit Sicherheitsroutine
Rotatable electric hand tool with security system
Outil éléctrique rotatif avec système de sécurité
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE FR GB LI NL SE |
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Priorität: |
02.05.2000 DE 10021356
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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07.11.2001 Patentblatt 2001/45 |
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Patentinhaber: HILTI Aktiengesellschaft |
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9494 Schaan (LI) |
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Erfinder: |
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- Kristen, Ferdinand
82205 Gilching (DE)
- Bongers-Ambrosius, Hans-Werner
81477 München (DE)
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Vertreter: Wildi, Roland et al |
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Hilti Aktiengesellschaft,
Feldkircherstrasse 100,
Postfach 333 9494 Schaan 9494 Schaan (LI) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 666 148 DE-A- 19 631 517
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DE-A- 3 128 410
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsroutine und ein zugeordnetes drehendes Elektrohandwerkzeuggerät,
insbesondere eine Bohrmaschine, einen Bohrhammer oder einen Kombihammer.
[0002] Bei grossen und leistungsstarken drehenden Elektrohandwerkzeuggeräten besteht die
Gefahr der Verletzung des Nutzers durch unzulässige Verdrehungen des Gehäuses beim
Mitdrehen durch plötzliche Werkzeugblockierungen als Folge der in Elektrohandwerkzeuggeräten
gespeicherten kinetischen Energie. Bei Startblockierern, also bei einer bereits im
Einschaltzeitpunkt vorliegenden Werkzeugblockade, besteht durch das plötzliche Mitdrehen
des Gehäuses eine besonders hohe Verletzungsgefahr.
[0003] Üblicherweise wird der diese Verdrehung durch die Blockierung erzeugende plötzliche
hohe Drehimpuls durch Rutsch- oder Sicherheitskupplungen vom blockierten Werkzeug
getrennt oder bezüglich des Drehmomentes begrenzt. Die Trennung erfolgt jedoch oftmals
verspätet, so dass durch die bereits auf das Gehäuse des Elektrohandwerkzeuggerätes
übertragene Rotationsenergie eine unzulässige Verdrehung des Gehäuses nicht mehr verhindert
werden kann.
[0004] Aus der
DE3128410A1 ist die Messung des auf das Gehäuse wirkenden Drehmoments über den das Elektrohandwerkzeuggerät
führenden Handgriff bekannt. Über die analoge Integration eines dem Drehmoment proportionalen
Signals wird bei Überschreitung eines Grenzwertes eine Sicherheitseinrichtung zur
Vermeidung eines Werkzeugblockierens, Klemmens und Würgens aktiviert. Nachteilig ist
die zum Aufbau der Gegenkraft am Handgriff notwendige Führung des Elektrohandwerkzeuggerätes
durch den Nutzer.
[0005] Aus der
EP666148B1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Vermeidung unzulässig grosser Verdrehwinkel
von Elektrohandwerkzeuggeräten bekannt, welche mit einem Mikrocontroller den in einem
zukünftigen Zeitpunkt zu erwartenden Verdrehwinkel des Gehäuses aus der aktuellen
Winkelbeschleunigung des Gehäuses im voraus berechnet und bei Überschreiten eines
Grenzwertes eine Sicherheitseinrichtung zur Vermeidung dieser Überschreitung aktiviert.
Bei Startblockaden kann es vereinzelt dennoch, insbesondere bei Nutzung an schwachen
Stromnetzen mit einem hohen Innenwiderstand durch die sich dann erst langsam aufbauende
Rotorbeschleunigung des Elektromotors, zu einer derart geringen Winkelbeschleunigung
des Gehäuses kommen, dass der im voraus berechnete Verdrehwinkel des Gehäuses den
Grenzwert nicht überschreitet und folglich die Sicherheitseinrichtung nicht aktiviert
wird.
[0006] Nach der
DE19631517A1 ist die Verwendung von über eine Motorsteuerelektronik drehzahlsteuerbaren kollektor-
und schleifringlosen Elektromotoren, insbesondere geschalteter Reluktanzmotoren, in
Elektrohandwerkzeuggeräten sowie die Luftkühlung der im Gehäuse angeordneten Steuerelektronik
vorbekannt.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache Trennung der Kraftübertragung
bei Elektrohandwerkzeuggeräten aufzuzeigen. Ein weiterer Aspekt besteht in einer weiteren
Lösung zur sicheren Verhinderung einer unzulässig hohen Verdrehung des Gehäuses des
Elektrohandwerkzeuggerätes.
[0008] Die Aufgabe wird im wesentlichen durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0009] Im wesentlichen wird ein über eine Motorsteuerelektronik drehzahlsteuerbarer kollektor-
und schleifringloser Elektromotor, bspw. ein geschalteter Reluktanzmotor, insbesondere
im Falle einer, von einem mit dem Gehäuse verbundenen Sensor und einem Mikrocontroller
registrierten, zukünftig zu erwartenden unzulässigen Verdrehung, über die Motorsteuerelektronik
bezüglich der Drehzahl heruntergebremst, wodurch bei Unterschreitung einer Kupplungsdrehzahl
eine im Kraftübertragungsweg zwischen dem Elektromotor und einem Getriebe angeordnete,
rein mechanische, fliehkraftgesteuerte Kupplung zur Übertragung des Drehmomentes die
Kraftübertragung trennt.
[0010] Die über eine Motorsteuerelektronik drehzahlsteuerbaren kollektor- und schleifringlosen
Elektromotoren können schnell aktiv gebremst werden, wodurch ein unzulässig langes
Nachlaufen sicher verhindert werden kann.
[0011] Ein weiterer Vorteil dieser Lösung besteht zudem im Entfallen der ansonsten für die
Sicherheitsroutine benötigten verwendeten elektromechanischen Kupplung, wodurch das
Gewicht und Herstellungskosten reduziert werden.
[0012] Die Erfindung wird bezüglich eines vorteilhaften Ausführungsbeispiels näher erläutert
mit:
Fig. 1 als Elektrohandwerkzeuggerät.
[0013] Nach Fig. 1 weist ein Bohrhammer als Elektrohandwerkzeuggerät 1 innerhalb eines Gehäuses
2 einen über eine Motorsteuerelektronik 3 drehzahlsteuerbaren kollektor- und schleifringlosen
Elektromotor 4, insbesondere einen geschalteten Reluktanzmotor, welcher im Kraftübertragungsweg
über eine rein mechanische, drehzahlabhängige Kupplung 5 zur Übertragung des Drehmoments
mit einem Getriebe 6 verbunden ist, auf. Zudem ist das Gehäuse 2 mit einem, von einem
Mikrocontroller ausgewerteten, Sensor 7 zur Erfassung einer zukünftigen, unzulässig
hohen, Verdrehung des Gehäuses 2 verbunden.
[0014] Das Verfahren zur Begrenzung einer unzulässig hohen Verdrehung des Gehäuses im Falle
einer Werkzeugblockade beinhaltet
- in einem ersten Schritt im Falle einer, von dem Mikrocontroller mit Sensor registrierten,
zukünftig zu erwartenden unzulässigen Verdrehung, die Auslösung eines Sicherheitssignals
durch den Mikrocontroller,
- in einem zweiten Schritt die Abbremsung der Drehzahl des drehzahlsteuerbaren kollektor-
und schleifringlosen Elektromotors über die Motorsteuerelektronik,
- in einem weiteren Schritt bei Unterschreitung der Kupplungsdrehzahl die Unterbrechung
des Kraftübertragungsweges bezüglich der Übertragung des Drehmoments durch die drehzahlabhängige
Kupplung,
- sowie in einem optionalen letzten Schritt die Abfrage und Auswertung des Fortbestehens
des Sicherheitssignals vor einer Beschleunigung des Elektromotors durch die Motorsteuerelektronik,
wodurch im Falle einer Startblockade ein Anlaufen des Elektromotors und somit eine
unzulässig hohe Verdrehung des Gehäuses sicher verhindert wird.
1. Elektrohandwerkzeuggerät für den Antrieb eines zumindest teilweise eine Drehbewegung
ausführenden Werkzeugs, welches innerhalb eines Gehäuses (2) einen über eine Motorsteuerelektronik
(3) drehzahlsteuerbaren kollektor- und schleifringlosen Elektromotor (4) zur Erzeugung
eines Drehmomentes aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass im Kraftübertragungsweg vom Elektromotor (4) zu einem Getriebe (6) eine drehzahlabhängige
Kupplung (5) zur Übertragung des Drehmoments angeordnet ist.
2. Elektrohandwerkzeuggerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) mit einem Sensor (7) zur Erfassung einer zukünftigen, unzulässig
hohen, Verdrehung des Gehäuses (2) verbunden ist.
3. Elektrohandwerkzeuggerät nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (4) ein geschalteter Reluktanzmotor ist.
4. Verfahren für ein Elektrohandwerkzeuggerät nach Anspruch 2 oder Anspruch 3 zur Begrenzung
einer unzulässig hohen Verdrehung des Gehäuses (2) im Falle einer Werkzeugblockade,
dadurch gekennzeichnet, dass
• in einem ersten Schritt bei einer, von dem Sensor (7) registrierten, zukünftig zu
erwartenden unzulässigen Verdrehung, ein Sicherheitssignal ausgelöst wird,
• in einem zweiten Schritt über die Motorsteuerelektronik (3) die Abbremsung der Drehzahl
des drehzahlsteuerbaren kollektor- und schleifringlosen Elektromotors (4) erfolgt
und
• in einem weiteren Schritt bei Unterschreitung einer Kupplungsdrehzahl die Unterbrechung
des Kraftübertragungsweges bezüglich der Übertragung des Drehmoments durch die drehzahlabhängige
Kupplung (5) erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
• in einem letzten Schritt vor einer Beschleunigung des Elektromotors (4) durch die
Motorsteuerelektronik (3) das Fortbestehen des Sicherheitssignals abgefragt und ausgewertet
wird.
1. Electric hand tool for providing drive to a tool executing at least in part a rotary
motion, which comprises, inside a housing (2), a torque-generating, collector-less
and slip-ring-less, electric motor (4) whose speed is controllable by motor control
electronics (3), characterized in that a speed-governed clutch (5) for transmitting torque is arranged in the power train
from the electric motor (4) to a gear (6).
2. Electric hand tool according to Claim 1, characterized in that the housing (2) is connected to a sensor (7) for detecting a potentially excessive
twisting of the housing (2).
3. Electric hand tool according to Claim 1 or Claim 2, characterized in that the electric motor (4) is a switched reluctance motor.
4. Method for an electric hand tool according to Claim 2 or Claim 3 for limiting an excessive
twisting of the housing (2) in the event of jamming of the tool, characterized in that
in a first step, when potential excessive twisting is recorded by the sensor (7),
a safety signal is triggered,
in a second step, the speed of the speed-controllable collector-less and slip-ring-less
electric motor (4) is braked by the motor control electronics (3), and
in a further step, once the speed falls below a coupling threshold, the power train,
in respect of transmission of torque through the speed-governed clutch (5), is interrupted.
5. Method according to Claim 4, characterized in that
in a final step, before acceleration of the electric motor (4) by the motor control
electronics (3), the continuance of the safety signal is ascertained and evaluated.
1. Appareil électrique portatif pour l'entraînement d'un outil effectuant au moins partiellement
un mouvement de rotation, ledit appareil comportant à l'intérieur d'un carter (2)
un moteur électrique sans collecteur ni bague collectrice (4) à vitesse de rotation
commandée par l'intermédiaire d'une électronique de commande de moteur (3) pour produire
un couple, caractérisé en ce qu'un moyen d'accouplement (5) agissant en fonction de la vitesse de rotation est disposé
sur le trajet de transmission de force entre le moteur électrique (4) et une transmission
(6) pour transmettre le couple.
2. Appareil électrique portatif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le carter (2) est connecté à un capteur (7) pour détecter une future rotation excessive
du carter (2).
3. Appareil électrique portatif selon la revendication 1 ou selon la revendication 2,
caractérisé en ce que le moteur électrique (4) est un moteur à réluctance à commutations.
4. Procédé pour un appareil électrique portatif selon la revendication 2 ou la revendication
3 pour limiter une rotation excessive du carter (2) en cas de blocage de l'outil,
caractérisé en ce que
• dans une première étape, en cas de rotation excessive escomptée et enregistrée par
le capteur (7), un signal de sécurité est déclenché,
• dans une deuxième étape, la vitesse de rotation du moteur électrique sans collecteur
ni bague collectrice (4) à vitesse de rotation commandée est abaissée par l'intermédiaire
de l'électronique de commande de moteur (3), et
• dans une étape ultérieure, en cas de soupassement d'une vitesse de rotation du moyen
d'accouplement, la transmission du couple sur le trajet de transmission de force à
travers le moyen d'accouplement (5) en fonction de la vitesse de rotation est interrompue.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que dans une dernière étape, avant une accélération du moteur électrique (4) par l'électronique
de commande de moteur (3), la persistance du signal de sécurité est interrogée et
analysée.

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