[0001] Verfahren zur Verarbeitung einer Kommunikationsanfrage für eine Festnetz-Verbindung
[0002] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verarbeitung einer Kommunikationsanfrage
für eine Kommunikationsverbindung eines leitungsgebundenen Telekommunikationsnetzes
seitens eines über eine Endgeräteschnittstelle an das Netz angebundenen Endgeräts,
an welches die Kommunikationsanfrage gesendet wird, wobei sich die Kommunikationsanfrage
auf die Herstellung einer Verbindung des Netzes von einem Anrufer zu dem Endgerät
bezieht.
[0003] Ebenso betrifft die Erfindung ein Telekommunikationsendgerät, welches über eine Endgeräteschnittstelle
an ein leitungsgebundenes Telekommunikationsnetz anbindbar ist, mit einer Steuereinrichtung,
einer Speichereinrichtung und einer Sende/Empfangseinrichtung zum Empfangen und Senden
von Nachrichten und Signalisierungen über die Endgeräteschnittstelle einschließlich
des Empfangs von Kommunikationsanfragen, welche sich auf die Herstellung einer Verbindung
des Netzes von einem Anrufer zu dem Endgerät beziehen.
[0004] Für einen Teilnehmer eines leitungsgebundenen Telekommunikationsnetzes (= Festnetzes)
ergibt sich oftmals das Problem, dass - während seiner Abwesenheit von seinem Endgerät
- diesem Endgerät Anrufe zugestellt werden, jedoch nicht angenommen oder auf andere
Weise sinnvoll verarbeitet werden können. In vielen Fällen verfügt der Teilnehmer
über ein anderes Endgerät, zu dem jedoch eine Weiterleitung der Verbindung von dem
ersten Endgerät nicht möglich ist (z.B. weil dies über Netzgrenzen hinweg erfolgen
müsste oder weil der betreffende Kommunikationsdienst von dem zweiten Endgeräte nicht
bedient wird) oder von dem Teilnehmer nicht gewünscht ist.
[0005] Von Mobilnetzen her ist es bekannt, dass ein Anrufer, wenn der Angerufene nicht erreichbar
ist oder sein will, eine Mitteilung hinterlassen kann, z.B. in einer sogenannten Mobilbox,
wobei dem ursprünglich Angerufenen eine Kurznachricht zugesandt wird, die auf den
Eingang einer Mobilbox-Nachricht hinweist.
[0006] Des weiteren sind auch für Festnetze Anrufbeantworterdienste bekannt, welche von
Netzbetreibern von Telefonnetzen für dessen Teilnehmer angeboten werden. Hierbei ist
in dem Telefonnetz eine Netzeinrichtung vorgesehen, welche für jene Teilnehmer, die
den Anrufbeantworterdienst in Anspruch nehmen, die Anrufbeantworterfunktionen durchführt.
Die Aktivierung und Konfiguration des Dienstes durch den Teilnehmer erfolgen über
eine Telefonverbindung zu einer Service-Rufnummer des Netzes; ebenso der Zugriff auf
die gespeicherten Nachrichten, wobei jedoch auch von einem anderen Telefonanschluss
aus - nach Eingabe eines PIN-Codes zur Authentifizierung des Teilnehmers - zugegriffen
werden kann. Auch sind in Firmennetzen zentrale Anrufbeantworter-Server für Firmen-Telekommunikationsanlagen
bekannt, die eingehende Nachrichten für Teilnehmer des Firmennetzes zentral verwalten
und ebenfalls die Möglichkeit einer Fernabfrage bieten. Alle diese Möglichkeiten der
Fernabfrage verlangen, dass eine Abfrage durch den Benutzer erfolgt; eine Meldung
hereingekommener Anrufe an eine andere Stelle oder über alternative Übertragungsdienste
ist nicht vorgesehen.
[0007] Bisherige Lösungen innerhalb von Festnetzen gestatten lediglich die Weiterleitung
der Verbindung in dem gleichen Kommunikationsmedium, z.B. eine Anrufweiterleitung
für Telefonanrufe, oder eine Protokollierung der auf dem Gerät eingegangenen Kommunikationsanfragen,
wie z.B. im Falle einer Anruferliste eines Anrufbeantworters. Eine Benachrichtigung,
welche von dem Endgerät zu einer anderen Endstelle ausgeht und in einem von dem ursprünglichen
Verbindungsversuch getrennten Verbindungs- bzw. Signalisierungsvorgang durchgeführt
wird, ist im Rahmen eines Festnetzes nicht bekannt.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Weg zur Benachrichtigung eines Teilnehmers
betreffend auf seinem Festnetz-Endgerät ankommende Verbindungswünsche aufzuzeigen,
wobei die Benachrichtigung zu einer von dem Benutzer konfigurierbaren Zielstelle selbsttätig
durch das Endgerät initiiert und von dem ursprünglichen Verbindungsversuch unabhängig
erfolgen soll.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, bei welchem
folgende Schritte seitens des Endgeräts ausgeführt werden:
a) Empfang der Kommunikationsanfrage über die Endgeräteschnittstelle,
b) Auswerten der Informationen, welche mit der Kommunikationsanfrage empfangen wurden,
und Zwischenspeichern zumindest eines Teils der so gewonnenen Informationen als anrufbezogene
Daten,
c) Erzeugen einer Hinweisnachricht anhand der anrufbezogenen Daten, sowie
d) Aussenden der Hinweisnachricht an zumindest eine konfigurierbare Zieladresse über
die Endgeräteschnittstelle unter Verwendung eines Nachrichtendienstes des leitungsgebundenen
Telekommunikationsnetzes,
wobei das Aussenden der Hinweisnachricht (Schritt d) nach Beendigung des der Kommunikationsanfrage
zugeordneten Kommunikationsvorgangs erfolgt.
[0010] Diese Lösung ermöglicht die unmittelbare Inkenntnissetzung eines Endgerätebenutzers
über eingehende Kommunikationsanfragen und/oder Mitteilungen während seiner Abwesenheit.
Nach der Erfindung werden bei dem Endgerät eintreffende Kommunikationsanfragen, gegebenenfalls
zusammen mit einer Mitteilung des Anrufers, registriert und entsprechend benutzerdefinierter
Vorgaben diesbezügliche Nachrichten erzeugt, die - gegebenenfalls neben der betreffenden
Mitteilung - Informationen über die Kommunikationsanfrage bzw. Mitteilung, wie z.B.
die Rufnummer des Anrufers, die Zeit der Anfrage usw., enthält. Diese Nachricht wird
von dem Endgerät nach Eingang und Verarbeitung der Anfrage über einen geeigneten Messaging-Dienst
an einen oder mehrere Zielteilnehmer gesendet. Im Gegensatz zu dem Endgerät müssen
der anrufende Teilnehmer und der bzw. die Zielteilnehmer nicht unmittelbare Teilnehmer
des Festnetzes sein, sondern können ohne Unterschied für die Erfindung auch einem
anderen Mobil- oder Festnetz angehören.
[0011] Durch den Umstand, dass die Übermittlung der Hinweisnachricht in einem eigenen Kommunikationsvorgang
erfolgt, gestattet die Erfindung zudem vorteilhafterweise die Verwendung eines Nachrichtendienstes,
welcher von dem Kommunikationsdienst der ursprünglichen Kommunikationsanfrage unterschiedlich
sein kann. Dies ermöglicht zusätzlich eine Weiterleitung von anrufbezogenen Informationen,
ohne dass dies dem Anrufer bekannt ist.
[0012] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung gestattet die Übermittlung einer zusätzlichen
Nachricht des Anrufers dadurch, dass seitens des Endgeräts in Schritt b) zusätzlich
die Kommunikationsanfrage angenommen wird, wobei von dem Festnetz eine Verbindung
zu dem Endgerät hergestellt wird, und über diese Verbindung eine Mitteilung des Anrufers
entgegengenommen und mit den anrufbezogenen Daten abgespeichert wird und nach Beendigung
dieser Verbindung in Schritt d) diese abgespeicherte Mitteilung zusammen mit oder
als Teil der Hinweisnachricht an die Zieladresse ausgesendet wird. Hierbei ist es
günstig, wenn noch vorher überprüft wird, ob überhaupt eine Mitteilung akzeptiert
wird. Dies geschieht zweckmäßigerweise dadurch, dass in Schritt b) anhand der anrufbezogenen
Daten überprüft wird, ob gemäß einer voreinstellbaren Vorschrift eine Mitteilung entgegenzunehmen
ist, und nur falls diese Überprüfung positiv ist, die Kommunikationsanfrage angenommen
und eine Mitteilung des Anrufers entgegengenommen wird.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Hinweisnachricht in ein
Kurznachrichten-Format gebracht und die so erzeugte Kurznachricht unter Verwendung
eines Kurznachrichten-Dienstes ausgesendet. Hierbei ist es zweckmäßig, wenn
- vor dem Aussenden der Kurznachricht über eine adäquat spezifizierte Datenverbindungsschicht
ein logischer Verbindungsaufbau realisiert wird und
- die Kurznachricht im Kurznachrichten-Format in einer adäquat spezifizierten physikalischen
Schicht über DTMF- oder FSK-Off-Hook-Signalisierung an ein Short-Message-Dienstzentrum
gesendet wird.
[0014] Für die Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens eignet sich im besonderen ein
Telekommunikationsendgerät der eingangs genannten Art, worin gemäß der Erfindung die
Sende/ Empfangseinrichtung zum Aussenden von Hinweisnachrichten an zumindest eine
konfigurierbare Zieladresse über die Endgeräteschnittstelle unter Verwendung eines
Nachrichtendienstes des leitungsgebundenen Telekommunikationsnetzes eingerichtet ist,
und worin die Steuereinrichtung zum Auswerten von über die Sende/Empfangseinrichtung
empfangenen Kommunikationsanfragen, einschließlich des Ableitens anrufbezogener Daten
und Abspeicherns dieser Daten auf der Speichereinrichtung, und zum Erzeugen von Hinweisnachrichten
betreffend jeweils eine Kommunikationsanfrage anhand der anrufbezogenen Daten und
Weitergabe dieser Nachrichten an die Sende/Empfangseinrichtung eingerichtet ist, wobei
das Aussenden der Hinweisnachrichten jeweils nach Beendigung des Kommunikationsvorgangs
der zugeordneten Kommunikationsanfrage erfolgt.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Endgeräts ist die Sende/Empfangseinrichtung
dazu eingerichtet, die Hinweisnachricht in ein Kurznachrichten-Format zu bringen und
die so erzeugte Kurznachricht unter Verwendung eines Kurznachrichten-Dienstes auszusenden.
Hierbei ist es günstig, wenn die Sende/Empfangseinrichtung Mittel zur Implementierung
des SMS-Übertragungsprotokolls zur Ein/Ausgabe von Kurznachrichten aufweist.
[0016] Die Erfindung samt weiterer Vorzüge wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels
in mehreren Varianten näher erläutert. Hierfür werden die beigefügten Figuren herangezogen,
welche zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Übersicht eines Telefon-Festnetzes mit zumindest einem Endgerät
nach der Erfindung;
- Fig. 2
- einen ersten beispielhaften Benachrichtigungsvorgang;
- Fig. 3
- einen zweiten beispielhaften Benachrichtigungsvorgang;
- Fig. 4
- eine Darstellung des Schichtenmodells (SI-Modells) zur Übertragung von Kurznachrichten
betreffend die Konfiguration eines Endgeräts und Short-Message-Dienstzentrums im Festnetz
nach Fig. 1;
- Fig. 5
- ein Signalisierungsdiagramm für einen vom Telekommunikations-Endgerät initiierten
Verbindungsaufbau zur Übertragung von Kurznachrichten;
- Fig. 6
- ein Signalisierungsdiagramm für einen vom Short-Message-Dienstzentrum initiierten
Verbindungsaufbau zur Übertragung von Kurznachrichten;
- Fig. 7
- eine Darstellung des Aufbaus einer Nachricht zum Start der Kurznachrichten-Übertragungsprozedur
auf der Verbindungsmanagement-Schicht; und
- Fig. 8
- eine Darstellung des zugehörenden Nachrichtenformates auf der Datenverbindungs-Schicht.
[0017] Fig. 1 zeigt ein Telefon-Festnetz PSTN, beispielsweise ein sogenanntes a/b-Netz (oft
nicht ganz zutreffend auch als analoges Netz bezeichnet), an das mehrere Teilnehmer-End-geräte
TNA,TEG,TNZ angeschlossen sind. Das Endgerät TEG ist über eine Telefonschnittstelle
TSS an das Telefonnetz PSTN angebunden und als Einrichtung zur Durchführung der Erfindung
realisiert; das Endgerät TNZ dient als jene Endeinrichtung, zu der erfindungsgemäße
Hinweisnachrichten betreffend auf dem Endgerät TEG eingehende Anrufe gesendet werden
("Zieleinrichtung" bzw. "Zielteilnehmer").
[0018] Das erfindungsgemäße Endgerät TEG weist eine Sende/Empfangseinheit SEE auf, welche
der Realisierung der Kommunikations-funktionen mit dem Festnetz über die Telefonschnittstelle
TSS dient, sowie einen Speicher SPR, eine Steuereinrichtung STE, z.B. in Form einer
Prozessoreinrichtung, und eine Ein/Ausgabe EAG. Die Ein/Ausgabe EAG umfasst beispielsweise
einen Hörer bekannter Art mit Lautsprecher und Mikrophon, eine Tastatur und eine Anzeige,
und dient zudem der Eingabe und Modifizierung der Gerätekonfiguration durch den Benutzer.
Anrufbehandlung mittels einfacher Hinweisnachricht
[0019] Als Ausgangspunkt des im folgenden behandelten Vorgangs richtet ein Anrufer, welcher
mit dem Benutzer des Endgeräts TEG in Verbindung treten möchte, in dem Beispiel der
Teilnehmer TNA, einen Anruf an das Endgerät TEG. Die in der Folge zwischen dem Anrufer
TNA, dem Endgerät TEG und dem Zielteilnehmer TNZ über das Netz PSTN ausgetauschten
Nachrichten sind in dem Signalisierungsablaufdiagramm der Fig. 2 gezeigt.
[0020] In den Signalisierungsabläufen der Figuren verläuft die Zeitachse in vertikaler Richtung,
und es sind der Übersichtlichkeit halber nur die Endgeräte TNA,TEG,TNZ dargestellt,
wogegen die Netzstellen und die Behandlung und Weiterleitung der zwischen den Endstellen
TNA,TEG,TNZ ausgetauschten Nachrichten nicht gezeigt sind.
[0021] Aufgrund des Verbindungswunsches des Anrufers TNA wird von dem Netz PSTN eine Kommunikationsanfrage
1 an das Endgerät TEG gesendet. Die Anfrage 1 ist in dem hier betrachteten Beispiel
eines analogen Netzes durch die Signalisierung eines Anrufs realisiert, welche vorteilhafterweise
durch eine CLIP-Nachricht des sogenannten CLIP-Dienstes ergänzt wird, in welcher eine
Anruferkennung übertragen wird.
[0022] Im Falle eines ISDN-Netzes dient als Kommunikationsanfrage 1 eine SETUP-Nachricht
bekannter Art, welche unter anderem Adressinformation des anrufenden Teilnehmers TNA
enthält.
[0023] Das Endgerät TEG empfängt zwar die Kommunikationsanfrage 1, nimmt jedoch den Verbindungswunsch
nicht an. (Im Falle des ISDN-Netzes bedeutet dies, dass keine CONNECT-Nachricht gesendet
wird.) Auf diese Weise erfolgt kein Aufbau einer Verbindung, und gegenüber dem anrufenden
Teilnehmer fallen keine Gebühren an, die im Zusammenhang mit einer aufgebauten Verbindung
anfallen würden.
[0024] Die Ablehnung des Verbindungswunsches kann dem Anrufer TNA auch explizit angezeigt
werden, z.B. mithilfe einer Besetztsignalisierung 2.
[0025] In der Steuereinheit des Endgeräts wird die empfangene Kommunikationsanfrage 1 ausgewertet;
die den Anrufer TNA betreffende Adressinformation wird zusammen mit weiteren anrufbezogenen
Daten, wie z.B. Datum und Uhrzeit des Anrufs, für die nachfolgende Erstellung einer
Hinweisnachricht 3 zwischengespeichert.
[0026] In dem nächsten Schritt wird die bereits erwähnte Hinweisnachricht 3 erzeugt, wobei
die zwischengespeicherten anrufbezogenen Daten sowie von dem Benutzer konfigurierte
permanente Daten verwendet werden, und die Hinweisnachricht 3 über die Sende/Empfangseinheit
an den Zielteilnehmer TNZ gesendet. Diese Hinweisnachricht wird in Form einer Nachricht
eines geeigneten in dem Festnetz PSTN realisierten Dienstes erstellt, vorzugsweise
ein im Rahmen des Festnetzes ablaufender Messaging-Dienst zur Übertragung von Nachrichten
in Textform. Als Messaging-Dienst eignen sich für die Zwecke der Erfindung insbesondere
ein E-Mail-Dienst ("elektronische Post) oder ein SMS-Dienst ('Short Message Service',
"Kurznachrichten-Dienst").
[0027] Der SMS-Dienst ist vom GSM-Netz her bekannt und stellt dort eine Punkt-zu-Punkt-Übertragung
von Kurznachrichten dar. Ein Beispiel einer Realisierung eines SMS-Dienstes in einem
leitungsgebundenen Telekommunikationsnetz ist weiter unten in dem Abschnitt "Übermittlung
der Hinweisnachricht als Kurznachricht" näher beschrieben. Bei der Verwendung eines
solchen SMS-Dienstes ist die Übermittlung eines bis zu 160 Zeichen langen Nachrichteninhalts
in einer Kurznachricht möglich.
[0028] Als Nachrichteninhalt der Hinweisnachricht 3 kann in dem gerade betrachteten Beispiel
ein Text der Art "Ruf von 004959123456 um 12:01, 2000-03-04" (= 41 Zeichen) verwendet
werden, um den Benutzer darüber zu informieren, dass ein Anrufversuch stattgefunden
hat, einschließlich der Rufnummer des Absenders TNA, der Uhrzeit und des Datums des
Anrufversuchs.
[0029] Falls erforderlich, können in Abhängigkeit von der durch den Benutzer auf dem Endgerät
TEG eingestellten Konfiguration in dem Text der Hinweisnachricht 3 weitere Informationen
aufgenommen werden. Beispiele hierfür - die natürlich auch miteinander kombiniert
werden können - sind:
- eine Kennung des Endgeräts TEG selbst; ein Beispiel eines solchen Nachrichtentextes
ist z.B. "Ruf an EG-1 von 004959123456 um 12:01, 2000-03-04" . Die Kennung - in dem
Beispiel "EG-1" - wird beispielsweise vom Benutzer selbst vergeben und dient der Unterscheidung
verschiedener Endgeräte für den Fall, dass von mehreren Endgeräten auf ein Zielgerät
Benachrichtigungen gesendet werden. Alternativ könnte auch die Rufadresse des Endgeräts
bzw. die entsprechende in der Kommunikationsanfrage 1 verwendete Rufadresse verwendet
werden.
- eine Bezeichnung des Anrufers, die aus der Absender-Rufnummer bestimmt wird; z.B.
"Ruf von Max Meier um 12:01, 2000-03-04" . Hierzu erfolgt eine Abfrage in einem geeigneten
verfügbaren Verzeichnis, wofür auch ein lokal seitens des Endgeräts TEG als "persönliches
Telefonbuch" in Form einer Tabelle gespeichertes Verzeichnis verwendet werden kann.
Die Anruferbezeichnung kann zusätzlich zu oder (wie in dem obigen Beispiel der Name
"Max Meier") anstelle von der Rufnummer des Absenders in der Hinweisnachricht eingetragen
werden.
- eine Bezeichnung des Kommunikationsdienstes und/oder des Netzes der Anfrage 1, z.B.
"Ruf von Mobiltel (GSM-A1) 0043664123456 um 12:01, 2000-03-04" ; dies kann insbesondere
dann von Interesse sein, wenn der anrufende Teilnehmer von einem anderen Netz aus
anruft.
- vom Anrufer zusätzlich gegebene Daten, die in dem vorgegebenen Format der Hinweisnachricht
wiedergegeben werden können; beispielsweise eine Rückrufnummer des Anrufers oder seine
e-Mail-Adresse. Die Eingabe dieser Daten durch den Anrufer geht aus dem nachfolgenden
Beispiel hervor.
Anrufbehandlung mit Empfang einer Mitteilung des Anrufers
[0030] Eine Erweiterung des soeben dargestellten Ablaufs gestattet den Anrufer, eine Mitteilung
zu hinterlassen, die ebenfalls an die Zieleinrichtung TNZ zugestellt wird. Ein zugehörendes
Signalablaufdiagramm ist in Fig. 3 gezeigt.
[0031] Auch in dieser Variante geht von dem Anrufer TNA ein Anruf 1 aus, welcher nach bereits
beschrieben Art dem Endgerät TEG in Form einer Kommunikationsanfrage 1 signalisiert
wird. Das Endgerät TEG empfängt die Kommunikationsanfrage 1 und wertet die empfangene
Kommunikationsanfrage 1 aus; die den Anrufer TNA betreffende Adressinformation wird
zwischengespeichert.
[0032] Im Gegensatz zu dem anhand Fig. 2 beschriebenen Vorgang nimmt in diesem Fall das
Endgerät TEG den Verbindungswunsch an, z.B. durch Signalisierung 21 der Rufannahme
nach bekannter Art in dem analogen Netz bzw. - im Falle eines ISDN-Netzes - durch
Senden einer CONNECT-Nachricht 21, wodurch nunmehr eine Verbindung aufgebaut wird.
[0033] Sodann wird über die Verbindung eine Mitteilung des Anrufers entgegengenommen. Hierfür
wird zunächst eine Aufforderung 22 für eine Mitteilung gesendet. Diese Aufforderung
ist im Falle einer Telefonverbindung z.B. eine Ansage ähnlich jenen, die von Anrufbeantwortern
her bekannt sind, beispielsweise "Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht, diese wird
weitergeleitet."; wenn z.B. ein Telefaxdienst bedient wird, ergeht die übliche Bereitschaftssignalisierung.
Daraufhin wird eine von dem Absender gesendete Mitteilung 24 empfangen und ebenfalls
als Teil der anrufbezogenen Daten gespeichert. Das Ende der Mitteilung wird auf geeignete
Weise angezeigt, im einfachsten Falle durch die Signalisierung 25 des Verbindungsabbaus
nach bekannter Art.
[0034] Daraufhin wird die Hinweisnachricht 31 nach gleicher Art wie die oben beschriebene
Hinweisnachricht 3 erzeugt und an den Zielteilnehmer TNZ gesendet, wobei die Mitteilung
des Absenders TNA als Anhang 4 der Hinweisnachricht 31 gesendet wird. Die eigentliche
Hinweisnachricht 31 und die Mitteilung 4 können als erweiterte Hinweisnachricht 30
aufgefasst werden, deren Übertragung in einem Datenübermittlungsvorgang über die Verbindung
zwischen den Endgeräten TEG und TEZ erfolgt.
[0035] Eine besonders vereinfachte Übertragung ergibt sich, wenn eine in Sprachform gegebene
Mitteilung des Absenders mittels einer Sprache-zu-Text-Konversion in Textform konvertiert
wird, und der so gewonnene Text als der Hinweisnachricht zugeordnete Mitteilung zu
dem Zielteilnehmer übertragen wird. Hierbei kann die Mitteilung als Teil des Textinhalts
der SMS-Hinweisnachricht oder in einer zweiten, der Hinweisnachricht folgenden Kurznachricht
übertragen werden.
Übermittlung der Hinweisnachricht als Kurznachricht
[0036] Der SMS-Dienst dient der Punkt-Zu-Punkt-Übertragung von Kurznachrichten ('Short Messages')
und wird im Rahmen der GSM-Protokollarchitektur auf der Signalisierungsebene realisiert.
Er umfasst dort den Transport paketorientierter Nutzdaten von und zu Mobilstationen.
Die Kurznachrichten werden stets über ein Short-Message-Dienstzentrum (SM SC = 'Short
Message Service Center') im Store-and-Forward-Betrieb transportiert. Das Dienstzentrum
nimmt die maximal 160 Zeichen langen Kurznachrichten von einer Mobilstation als Telekommunikations-Endgerät
entgegen und leitet sie an ein zweites Telekommunikations-Endgerät - eine weitere
Mobilstation oder auch ein Faxgerät od.dgl. - weiter.
[0037] Zur Realisierung des SMS-Dienstes definiert der GSM-Standard eine spezielle Protokollarchitektur.
Diese ist in den ETSI-Spezifikationen festgelegt und wird in der Literatur hinreichend
beschrieben (vgl. etwa J. Eberspächer, H. J. Vögel: 'GSM Global System for mobile
communication', Stuttgart, 1997), sodass eine genauere Beschreibung hier entbehrlich
ist und auf das anhängende Normen-/Dokumentenverzeichnis verwiesen werden kann.
[0038] Die hier vorgeschlagene Realisierung des Kurznachrichtendienstes im Festnetz schließt
den grundlegenden Gedanken ein, ohne Rücksicht auf die tiefgreifenden Systemunterschiede
zwischen Mobilfunknetzen einerseits und den bekannten leitungsgebundenen Netzen andererseits
die bewährte SMS-Protokoll-architektur des GSM-Standards (bzw. auch eine vergleichbare
Architektur des UMTS-Standards) auf das Festnetz gewissermaßen abzubilden und auszuweiten.
[0039] Mit den nachfolgend beschriebenen Spezifikationen wird das Übertragungsprotokoll
und die physikalischen und administrativen Voraussetzungen zur Übertragung von Kurznachrichten
im Short-Message(SMS)-Format zwischen dem Endgerät und dem Short-Message-Dienstzentrum
definiert. Das Übertragungsprotokoll wird hierbei bevorzugt in enger Anlehnung an
das beim GSM-Standard definierte Protokoll festgelegt. Hiermit wird das Ziel verfolgt,
die Übermittlung von Kurznachrichten als für das Festnetz neuen Dienst mit geringem
Aufwand und hoher Kompatibilität mit bestehenden Systemen anzubieten. Es wird ein
einheitliches SMS-Format im GSM-Netz und im Festnetz verwendet, wodurch außerdem die
reibungslose Übermittlung von Kurznachrichten zwischen einem nach dem GSM-Standard
aufgebauten und betriebenen Mobilfunknetz und dem erfindungsgemäß ausgerüsteten Festnetz
gewährleistet wird. Zudem bietet der mit dieser Ausführung der Erfindung eingeschlagene
Weg den erheblichen praktischen Vorteil, dass in der Spezifikation des SMS-Dienstes
weitestgehend auf die anerkannten und mittlerweile erprobten und bewährten GSM-Spezifikationen
zurückgegriffen werden kann.
[0040] In der physikalischen Schicht erfolgt die Datenübertragung zwischen Endgerät und
Dienstzentrum mittels DTMF-Signalisierung und/oder über eine nach ETS 300 659-1 und
ETS 300 659-2 spezifizierte FSK ('Frequency Shift Keying' - Frequenzumtastkodierung)
Off-Hook-Signalisierung. Diese genannten Übertragungsverfahren können in beliebigen
Kombinationen eingesetzt werden. Insbesondere kann das Endgerät eine Signalisierung
mittels DTMF vornehmen und das Dienstzentrum kann die FSK-Modulation nutzen, wobei
natürlich die jeweils empfangende Einheit für das angewandte Verfahren angepasst sein
muss.
[0041] Oberhalb der physikalischen Schicht ist eine Datenverbindungs-Schicht spezifiziert,
die den logischen Verbindungsaufbau und das Aufsetzen auf den Standard GSM-SMS gewährleistet.
Der letztere Standard ist insbesondere in den ETSI-Dokumenten GSM04.07 (ETS 300 556),
GSM04.11 und GSM03.40 definiert. In Kompatibilität hierzu kann die Datenverbindungs-Schicht
in Anpassung an die konkreten Anforderungen frei definiert werden.
[0042] Gemäß einer vorteilhaften Ausprägung dieser Lösung sind die neu definierte physikalische
Schicht und Datenverbindungs-Schicht mit den bestehenden Schichten ('Layers') des
GSM-SMS-Protokollsatzes kombiniert. Hierbei handelt es sich um die Short-Message-Transferschicht
('Short Message Transfer Layer', SM-TL) gemäß ETSI-Dokument GSM 03.40, die Short-Message-Relaisschicht
('Short Message Relay Layer', SM-RL) nach GSM 03.40 und 04.11 sowie die Verbindungsmanagement-Schicht
('Connection Management Layer', CM) nach GSM 04.11.
[0043] In der zuletzt genannten Schicht CM ist speziell eine zusätzliche Nachricht zur Signalisierung
des Verbindungszustandes ('CP-Connect') definiert, deren Format nach GSM 04.07, Kapitel
11, bestimmt ist. Eine spezielle Festlegung gibt es auch hinsichtlich des Formates
einer Nachricht in der Datenverbindungs-Schicht DL. Hierauf wird weiter unten genauer
eingegangen.
[0044] Im folgenden wird unter Bezugnahme auf die Fig. 4 bis 8 die Übermittlung von Kurznachrichten
am Beispiel eines Kurznachrichtenaustausches zwischen einem Endgerät CD (stellvertretend
für eines der Endgeräte TEG,TNZ der Fig. 1) und dem an das Festnetz angeschlossenes
Short-Message-Dienstzentrum SM SC dargestellt. Auf das Zusammenspiel dieser Komponenten
beziehen sich die nachfolgenden Ausführungen zur Erläuterung der Erfindung.
[0045] Fig. 4 zeigt das zugehörige SI-Schichtenmodell, oberhalb der (hier nicht dargestellten)
physikalischen Schicht. Die Schichtstruktur umfasst zunächst eine - weiter unten genauer
spezifizierte - Datenverbindungs-Schicht DL ('Data Link Layer') und weiterhin die
an sich aus dem GSM-SMS-Standard bekannten Schichten Verbindungsmanager CM ('Connection
Manager'), Short-Message-Relaisschicht SM-RL ('SM Relay Layer') und Short-Message-Transferschicht
SM-TL ('SM Transfer Layer') sowie - auf Seiten des Endgerätes - die Anwendungsschicht
('Application').
[0046] Die Protokollbeschreibungen der Schichten SM-TL, SM-RL und CM sind den ETSI-Dokumenten
GSM 03.40 und GSM 04.11 zu entnehmen.
[0047] Die Grundvoraussetzung zur Übertragung von Kurznachrichten über das Festnetz PSTN
ist eine Durchschaltvermittlung zwischen den beteiligten Einheiten (Endgerät CD und
Short-Message-Dienstzentrum SM SC). Es ist dann unerheblich, ob die Einheiten über
ISDN oder eine analoge Schnittstelle angeschlossen sind.
[0048] In Fig. 5 und 6 ist schematisch der Aufbau einer Verbindung ausgehend von einem Telekommunikations-Endgerät
(Fig. 5) bzw. ausgehend von dem Short-Message-Dienstzentrum (Fig. 6) dargestellt.
Diese Diagramme sind für den Fachmann selbst erklärend und bedürfen daher hier keiner
weiteren Erläuterung.
[0049] Im Falle eines ISDN-Netzes sind die Nachrichten ('Messages') funktioneller Art und
werden im ISDN-D-Kanal übertragen. Bei einem analogen Netz handelt es sich um Rufimpulse
und Belegt-Signale. Nach Aufbau der Verbindung werden sämtliche Informationen zwischen
den Einheiten per FSK-Signalisierung im Sprachband übertragen, speziell in Übereinstimmung
mit den ETSI-Spezifikationen ETS 300 659-1 und ETS 300 659-2.
[0050] In Fig. 7 ist der Aufbau einer zusätzlichen Nachricht 'CP-Connect' gezeigt, die zur
Benachrichtigung der rufenden Einheit seitens der angerufenen Einheit über den Aufbau
der Verbindung dient. Diese Benachrichtigung ist erforderlich, um die Abläufe in der
CM-Schicht in Gang zu setzen. Die Nachrichtenartkodierung ist: 0x40 = 0100 0000B,
und das Format folgt GSM 04.7, Kapitel 11.
[0051] Die Schicht DL ermöglicht dem Verbindungsmanager (Schicht CM) die Absendung und den
Empfang von Nachrichten mit der Partner-Einheit, sie stellt die Bitfehlererfassung
bereit und realisiert für eine Nachricht in der Schicht CM ein Ankündigungssignal
('Mark Signal').
[0052] In Fig. 8 ist das Format einer Nachricht in der Datenverbindungs-Schicht dargestellt.
Das Feld "Mark Signal" besteht aus einem Block von 80 ± 25 Bit. Das Feld "Message
Type" umfasst ein Oktett und enthält ein binär kodierte Identifizierungs-Kennzahl
für die Nachricht. Die Kodierung für einen DL_SMS_INFO Message Type ist: 0x11 = 0001
0001B.
Die Kodierung für einen DL_SMS_ERROR Message Type ist:
0x12 = 0001 0010B.
[0053] Das Feld "Message Length" umfasst ein Oktett und enthält die binär kodierte Anzahl
von Oktetts der Nachricht (unter Ausnahme der Oktetts des Message Type, der Message
Length und der Checksum). Insgesamt ist eine Nachrichtenlänge bis zu 255 Oktetts erlaubt.
Das Feld "Checksum" umfasst ein Oktett und enthält die beiden Komplemente der Summe
aller Oktetts in der Nachricht, beginnend vom "Message Type"-Oktett bis zum Ende,
modulo 256.
[0054] Im Falle eines Prüfsummen-Fehlers sendet die Datenverbindungs-Schicht der empfangenden
Einheit eine Nachricht des Typs "DL SMS ERROR" an die (ursprünglich) sendende Einheit.
In dieser Nachricht ist das Datenfeld leer und die Nachrichtenlänge (Message Length)
auf Null gesetzt. Die Datenverbindungs-Schicht der sendenden Einheit hat daraufhin
die letzte gesendete Nachricht zu wiederholen.
[0055] Zur physikalischen Schicht ist noch anzumerken, dass im Falle einer FSK-Signalisierung
eine Halbduplex-1200-Baud-Modulation eingesetzt werden kann. Im Falle einer DTMF-Signalisierung
wird jedes Oktett einer Nachricht in der Datenverbindungs-Schicht in das höhere (obere)
und niedere (untere) Halbbyte aufgeteilt. Jedes Halbbyte wird mit einem DTMF-Bit kodiert.
Zuerst wird das obere Halbbyte gesendet und dann das untere. Im Falle der DTMF-Signalisierung
wird das Ankündigungssignal der DL-Nachricht weggelassen.
[0056] Hinsichtlich der Signalisierungsmethode bestehen diverse Kombinationsmöglichkeiten;
im Normalfall wird im Telekommunikations-Endgerät CD eine Auswahl fest installiert,
die dann vom Nutzer nicht mehr zu verändern ist.
Übermittlung der Hinweisnachricht in Sprachform
[0057] In einer alternativen Variante der Erfindung kann die Hinweisnachricht 3,31 in sprachkodierter
Form übertragen werden. Für diese Variante werden die Teile der Hinweisnachricht,
die in Text- oder Zifferform vorliegen, durch eine Sprachkonversion in Sprachform
kodiert, bzw. für immer wieder vorkommende Textteile (wie z.B. in den obigen Nachrichten:
"Ruf" oder "Ruf an", Tages- und Monatsnamen usf.) vorgegebene Sprachbausteine verwendet.
Auf diese Weise lassen sich z.B. die oben genannten Textinhalte ohne weiteres in Sprachform
konvertieren und im Rahmen einer üblichen Festnetz-Telefonverbindung übertragen. Diese
Variante ist insbesondere in solchen Festnetzen von Vorteil, in denen kein SMS- oder
anderer Messaging-Dienst vorgesehen ist.
Filterung
[0058] In einer Weiterbildung der Erfindung kann seitens des Endgeräts TEG die Bearbeitung
der Kommunikationsanfrage in Abhängigkeit von den darin enthaltenen Daten erfolgen,
wie z.B. der Absender-Rufnummer, dem Sprecher - beispielsweise aufgrund einer Sprechererkennung
-, dem Netz des Anrufenden usw. Auf diese Weise kann eine Filterung der hereinkommenden
Anrufe realisiert werden. Die Filterung kann z.B. nach Empfang der Anfrage 1 erfolgen
- in Fig. 2 und 3 durch fil gekennzeichnet - oder erst vor dem Erstellen bzw. Senden
der Hinweisnachricht 3,31.
[0059] Beispielsweise kann der Benutzer des Endgeräts einstellen, dass eine Benachrichtigung
nur für jene Anfragen erfolgt, welche von bestimmten Absendern stammen, wobei diese
anhand der in der Kommunikationsanfrage enthaltenen Absender-Rufnummer erkannt werden;
hierbei kann auf die Übereinstimmung der gesamten Nummer oder eines Präfixes geprüft
werden, sodass im letzteren Fall alle Anrufe eines Landes oder Gebietes bearbeitet
werden. Vor Erstellen der Hinweisnachricht wird überprüft, ob die Rufnummer des Anrufers
mit einer der Nummern bzw. Präfix-Nummern übereinstimmt, die in einer Liste abgespeichert
sind, welche zuvor von dem Benutzer konfiguriert worden ist. Selbstverständlich kann
aufgrund dieser Liste auch eine negative Auswahl erfolgen, d.h. lediglich für die
so spezifizierten Absender-Nummern erfolgt keine Benachrichtigung.
[0060] Auf gleiche Art kann zum Zeitpunkt fil eine Filterung realisiert werden, gemäß der
für einen Anruf, sofern eine Benachrichtigung zum Zielteilnehmer vorgesehen ist, entschieden
wird, ob die Verarbeitung des Anrufs ohne oder mit Entgegennahme einer Mitteilung
des Anrufers (vgl. Fig. 2 bzw. 3) erfolgt. Die Filterung fi2 kann sich darüber hinaus
auf Daten beziehen, die mit der Mitteilung 24 erhalten wurden.
[0061] Die Benachrichtigung kann auch an mehrere Zielteilnehmer erfolgen. In diesem Fall
(welcher der Übersichtlichkeit halber lediglich in Fig. 2 angedeutet ist) wird nach
Erhalt und Verarbeitung einer Anfrage 1 eine Anzahl von Hinweisnachrichten 3,3',3''
an jeweils eine Zieladresse TNZ,TNZ',TNZ'' gesendet, oder es ergeht nur eine Hinweisnachricht
an eine der möglichen Zieladressen TNZ,TNZ',TNZ'', welche gemäß der Konfiguration
aufgrund der Parameter z.B. der anrufbezogenen Daten ausgewählt wird. Hierbei werden
die Zieladressen und gegebenenfalls eine Filter-Vorschrift, nach der eine Zieladresse
ausgewählt werden soll, ebenfalls von dem Benutzer in einem Konfigurationsvorgang
eingegeben.
[0062] Es sei darauf hingewiesen, dass die Erfindung sich nicht auf die Verwendung einer
Benachrichtigung mittels SMS-Nachrichten für Telefonanrufe im Festnetz beschränkt
ist. Als Dienst für die Aussendung der Hinweisnachricht 3,31 kann jeder geeigneter
Messaging-Dienst des vorliegenden Netzes verwendet werden, wofür z.B. auch e-Mail-Nachrichten,
Telefax-Nachrichten, Sprachbox-Dienste od.dgl. möglich sind, sofern diese von dem
Festnetz PSTN bzw. den betreffenden Endgeräten TEG,TNZ unterstützt werden. Falls mehrere
Nachrichtendienste zu Auswahl stehen, kann die Auswahl aufgrund einer Konfiguration
durch den Benutzer und/oder mit Hilfe eines vorgebbaren oder vom Benutzer eingestellten
Filters erfolgen.
[0063] So kann, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen, aufgrund einer Kommunikationsanfrage
für ein Bildtelefonat eine Mitteilung 24 des Anrufers in Form eines Bildes entgegengenommen
werden, wobei dieses Bild dann in einer Telefaxnachricht, die als Hinweisnachricht
31 nach der Erfindung dient, übertragen wird. Die übrigen Angaben, wie z.B. die Rufadresse
des Anrufers, Anrufzeit usw., liegen in Textform vor und werden vor Beginn der Telefaxaussendung
nach bekannter Art z.B. in eine Titelzeile der Telefaxnachricht konvertiert und der
Übertragung des Bildes per Telefax vorangestellt.
1. Verfahren zur Verarbeitung einer Kommunikationsanfrage (1) für eine Kommunikationsverbindung
eines leitungsgebundenen Telekommunikationsnetzes (PSTN) seitens eines über eine Endgeräteschnittstelle
(TSS) an das Netz (PSTN) angebundenen Endgeräts (TEG), an welches die Kommunikationsanfrage
(1) gesendet wird, wobei sich die Kommunikationsanfrage auf die Herstellung einer
Verbindung des Netzes von einem Anrufer (TNA) zu dem Endgerät (TEG) bezieht,
gekennzeichnet durch folgende seitens des Endgeräts (TEG) ausgeführten Schritte:
a) Empfang der Kommunikationsanfrage (1) über die Endgeräteschnittstelle,
b) Auswerten der Informationen, welche mit der Kommunikationsanfrage empfangen wurden,
und Zwischenspeichern zumindest eines Teils der so gewonnenen Informationen als anrufbezogene
Daten,
c) Erzeugen einer Hinweisnachricht (3,31) anhand der anrufbezogenen Daten, sowie
d) Aussenden der Hinweisnachricht (3,31) an zumindest eine konfigurierbare Zieladresse
(TNZ) über die Endgeräteschnittstelle (TSS) unter Verwendung eines Nachrichtendienstes
des leitungsgebundenen Telekommunikationsnetzes (PSTN),
wobei das Aussenden der Hinweisnachricht (Schritt d) nach Beendigung des der Kommunikationsanfrage
(1) zugeordneten Kommunikationsvorgangs erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass seitens des Endgeräts (TEG)
in Schritt b) zusätzlich die Kommunikationsanfrage (1) angenommen wird, wobei von
dem Festnetz eine Verbindung zu dem Endgerät hergestellt wird (21), und über diese
Verbindung eine Mitteilung (24) des Anrufers (TNA) entgegengenommen und mit den anrufbezogenen
Daten abgespeichert wird und nach Beendigung dieser Verbindung in Schritt d) diese
abgespeicherte Mitteilung (4) zusammen mit oder als Teil der Hinweisnachricht (31)
an die Zieladresse (TNZ) ausgesendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) anhand der anrufbezogenen Daten überprüft wird, ob gemäß einer voreinstellbaren
Vorschrift (fil) eine Mitteilung entgegenzunehmen ist, und nur falls diese Überprüfung
positiv ist, die Kommunikationsanfrage (1) angenommen und eine Mitteilung (24) des
Anrufers entgegengenommen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Hinweisnachricht (3,31) in ein Kurznachrichten-Format gebracht und die so erzeugte
Kurznachricht unter Verwendung eines Kurznachrichten-Dienstes ausgesendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
- vor dem Aussenden der Kurznachricht über eine adäquat spezifizierte Datenverbindungsschicht
(DL) ein logischer Verbindungsaufbau realisiert wird und
- die Kurznachricht im Kurznachrichten-Format in einer adäquat spezifizierten physikalischen
Schicht über DTMF-oder FSK-Off-Hook-Signalisierung an ein Short-Message-Dienstzentrum
(SMSC) gesendet wird.
6. Telekommunikationsendgerät (TEG), welches über eine Endgeräteschnittstelle (TSS) an
ein leitungsgebundenes Telekommunikationsnetz (PSTN) anbindbar ist, mit einer Steuereinrichtung
(STE), einer Speichereinrichtung (SPR) und einer Sende/Empfangseinrichtung (SEE) zum
Empfangen und Senden von Nachrichten und Signalisierungen über die Endgeräteschnittstelle
einschließlich des Empfangs von Kommunikationsanfragen (1), welche sich auf die Herstellung
einer Verbindung des Netzes (PSTN) von einem Anrufer (TNA) zu dem Endgerät (TEG) beziehen,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sende/Empfangseinrichtung (SEE) zum Aussenden von Hinweisnachrichten (3,31) an
zumindest eine konfigurierbare Zieladresse (TNZ) über die Endgeräteschnittstelle (TSS)
unter Verwendung eines Nachrichtendienstes des leitungsgebundenen Telekommunikationsnetzes
(PSTN) eingerichtet ist, und dass die Steuereinrichtung (STE) zum Auswerten von über
die Sende/Empfangseinrichtung empfangenen Kommunikationsanfragen (1), einschließlich
des Ableitens anrufbezogener Daten und Abspeicherns dieser Daten auf der Speichereinrichtung
(SPR), und zum Erzeugen von Hinweisnachrichten (3,31) betreffend jeweils eine Kommunikationsanfrage
(1) anhand der anrufbezogenen Daten und Weitergabe dieser Nachrichten (3,31) an die
Sende/Empfangseinrichtung eingerichtet ist,
wobei das Aussenden der Hinweisnachrichten (3,31) jeweils nach Beendigung des Kommunikationsvorgangs
der zugeordneten Kommunikationsanfrage (1) erfolgt.
7. Endgerät nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sende/Empfangseinrichtung (SEE) dazu eingerichtet ist, die Hinweisnachricht (3,31)
in ein Kurznachrichten-Format zu bringen und die so erzeugte Kurznachricht unter Verwendung
eines Kurznachrichten-Dienstes auszusenden.
8. Endgerät nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sende/Empfangseinrichtung (SEE) Mittel zur Implementierung des SMS-Übertragungsprotokolls
zur Ein/Ausgabe von Kurznachrichten aufweist.