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EP 1 153 260 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.09.2005 Patentblatt 2005/38 |
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Anmeldetag: 13.01.2000 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2000/000189 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2000/047945 (17.08.2000 Gazette 2000/33) |
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FLUGKÖRPER ZUR BEKÄMPFUNG VON FAHRZEUGEN MIT AKTIVEM SELBSTSCHUTZ
MISSILE FOR COMBATTING VEHICLES WITH ACTIVE SELF-PROTECTION
MISSILE POUR COMBATTRE DES VEHICULES A AUTOPROTECTION ACTIVE
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Priorität: |
09.02.1999 DE 19905268
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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14.11.2001 Patentblatt 2001/46 |
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Patentinhaber: Dynamit Nobel Defence GmbH |
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57299 Burbach (DE) |
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Erfinder: |
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- SCHÖFFL, Rainer
D-51519 Odenthal (DE)
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Vertreter: Jönsson, Hans-Peter et al |
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Patentanwälte
von Kreisler Selting Werner
Postfach 10 22 41 50462 Köln 50462 Köln (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 3 309 147 DE-C- 3 633 535 DE-C- 4 331 236 GB-A- 2 128 300 US-A- 4 638 737
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DE-A- 4 022 820 DE-C- 4 117 871 FR-A- 2 545 923 US-A- 2 804 823
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Flugkörper nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Flugkörper mit einer oder mehreren Hohlladungen, z. B. in Form eines Tandemgefechtskopfes,
zur Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge sind Stand der Technik und in unterschiedlichsten
Ausführungsformen beschrieben. Nachteil dieser bekannten Ausführungsformen ist, daß
sie von sogenannten aktiven Selbstschutzsystemen der gepanzerten Fahrzeuge in ihrer
Wirkung abgeschwächt oder sogar wirkungslos gemacht werden können. Solche aktiven
Seibstschutzsysteme sind z. B. beschrieben in
- armada international 3/1998 "Panzerstahl ist nicht alles", S. 34 - 46
- europäische Sicherheit 2/98 "Schutztechnologien für Kampf- und Kampfunterstützungsfahrzeuge",
Seiten 26 - 31
- DE 195 05 629 A1
[0003] Grundprinzip der aktiven Selbstschutzsysteme ist eine Sensoranordnung an den gepanzerten
Fahrzeugen, die den anfliegenden Flugkörper erfaßt und eine Platten oder Splitter
verschießende Abwehrmunition, die von der Sensoranordnung ausgelöst wird und den anfliegenden
Flugkörper beschädigt, zerstört oder aus der Flugbahn auslenkt.
[0004] Ein wirksames Gegenmittel besteht darin, zwei Flugkörper kurz hintereinander auf
dasselbe Ziel zu schießen. Der erste Flugkörper würde dabei das aktive Selbstschutzsystem
auslösen, während der zweite Flugkörper dann auf das ungeschützte Ziel treffen würde.
Ein solches Gerät ist aber von einem einzelnen Soldaten, der die Waffe z. B. von der
Schulter verschießen soll, nicht einsetzbar.
[0005] Vielmehr sind spezielle, schwerfällig zu handhabende Abschußgestelle erforderlich.
[0006] Erfindungsgemäß wird deshalb der Flugkörper zur Bekämpfung von Fahrzeugen mit aktivem
Selbstschutz nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 mit einer an der Flugkörperspitze
lösbar angebrachten, mit Eigenantrieb versehenen Vorrichtung ausgestattet, die sich
in geeignetem Abstand vor dem Ziel vom Flugkörper trennt und in so weitem Abstand
davon vorne herfliegt, daß das aktive Selbstschutzsystem durch die Vorrichtung ausgelöst
wird, ohne den nachfolgenden Flugkörper zu gefährden.
[0007] Eine derartige Vorrichtung kann aufgrund ihrer Einfachheit und ihres geringen Gewichtes
selbst von leichten Flugkörpern, z. B. Panzerabwehrhandwaffen, mitgeführt werden.
Vorteilhafterweise wird die erfindungsgemäße Vorrichtung über die in der Regel an
der Spitze von Panzerabwehrflugkörpern befindliche rohrförmigen Verlängerung ganz
oder teilweise geschoben, so daß sich die Länge des Flugkörpers nur unwesentlich erhöht.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann weiterhin mit Einrichtungen zur Vergrößerung
des Radarrückstrahlquerschnittes, z. B. mit einem Reflektor oder Transponder, versehen
werden, um die Erkennbarkeit durch die Sensoranordnung des aktiven Selbstschutzsystems
zu erhöhen.
[0008] Der Abstand des Flugkörpers zum Ziel, bei dem sich die erfindungsgemäße Vorrichtung
mittels Eigenantrieb vom Flugkörper trennt, wird beispielsweise durch einen Abstandssensor
an der Vorrichtung oder am Flugkörper ermittelt. Es kann sich dabei z. B. um einen
Laserentfernungsmesser, einen Radarabstandsmesser oder einen optoelektronischen Abstandssensor
handeln.
[0009] Wird jedoch der Flugkörper von einer Startvorrichtung verschossen, die selbst einen
Laserentfernungsmesser besitzt, so wird in vorteilhafter Weise die Entfernungsinformation
beim Start in den Flugkörper eingegeben, so daß dieser nach entsprechender Flugzeit
die erfindungsgemäße Vorrichtung startet. Im Gegensatz zu eigenen Abstandssensoren
benötigt der Flugkörper dann nur noch einen Zeitgeber.
[0010] Die Erfindung wird anhand eines Beispiels in Figur 1 näher erläutert:
[0011] Die Figur 1 zeigt in vier Phasen - 1A bis 1D - den Einsatz des erfindungsgemäßen
Flugkörpers.
[0012] Das Ziel in Form eines Panzers 1 ist mit einer flugkörpererkennenden Sensoranordnung
2 und splitterbildender Abwehrmunition 3, 3', 3" ausgestattet. Der Flugkörper 4 besteht
aus einem Raketenmotor 5 mit Leitwerk 6 und einem Gefechtskopf 7. Am vorderen Ende
8 des Gefechtskopfes 7 ist eine mit Eigenantrieb versehene Vorrichtung 9 angeordnet.
[0013] Wie in Fig. 1B dargestellt, wird die Vorrichtung 9, durch einen Raketenmotor 10 angetrieben,
vom Flugkörper 4 in Richtung Panzer 1 wegbewegt. Am Flugkörper 4 ist jetzt eine rohrförmige
Verlängerung 11 erkennbar, auf die vorher die Vorrichtung 9 aufgesteckt war.
[0014] In Fig. 1C hat die Vorrichtung 9 dazu geführt, daß die Sensoranordnung 2 am Panzer
1 die Abwehrmunition 3' ausgelöst hat, welche am Ort 12 detoniert. Der Abstand 13
zwischen Vorrichtung 9 und Flugkörper 4 ist dabei so groß, daß der Flugkörper 4 durch
die Splitter der detonierenden Abwehrmunition 3' nicht oder nur gering gefährdet wird.
[0015] In Fig. 1D ist gezeigt, wie der Gefechtskopf 7 des Flugkörpers 4 am Panzer 1 auftrifft,
ohne vorher von der Abwehrmunition 3' (siehe Fig. 1 C) zerstört worden zu sein.
[0016] Fig. 2 zeigt die Vorrichtung 9 aus Fig. 1 im Schnitt.
[0017] Sie besteht aus einem Rohr 14, das auf die rohrförmige Verlängerung 11 des Flugkörpers
4 aufsteckbar ist (siehe Fig. 1 C).
[0018] Im vorderen Teil 15 mit Düsen 16, 16' befindet sich ein Raketentreibsatz 17, der
durch einen Anzünder 18 angezündet werden kann. Zwischen vorderem Teil 15 und Rohr
14 ist ein Zeitgeber 19 angeordnet, der mit dem Anzünder 18 durch ein Kabel 20 verbunden
ist. Der Zeitgeber 19 wird vor dem Start des Flugkörpers 4 über den Anschluß 21 durch
eine entsprechende Elektronik am Abschußgestell eingestellt. Der Anschluß 21 kann
beispielsweise eine selbstlösende Steckverbindung oder ein induktiver Empfänger sein.
[0019] Fig. 3 zeigt in Form eines Ablaufprogrammes die Funktion des erfindungsgemäßen Flugkörpers.
Die dabei angegebenen Zeiten sind typische Werte für einen ganz bestimmten Panzerabwehrflugkörper.
Die angegebenen Bezugszeichen beziehen sich auf die in den Figuren 1 und 2 dargestellten
Teile des Flugkörpers 4 und der Vorrichtung 9.
1. Flugkörper mit einer oder mehreren Hohlladungen, einem Raketenmotor (5) mit Leitwerk
(6) und einem Gefechtskopf (7) zur Bekämpfung von Fahrzeugen mit aktivem Selbstschutz,
wobei an der Flugkörperspitze eine lösbare, mit Eigenantrieb durch einen Raketenantrieb
versehene Vorrichtung (9) angeordnet ist, die auf eine rohrförmige Verlängerung des
Flugkörpers aufgesteckt ist und die sich in geeignetem Abstand zum Ziel vom Flugkörper
trennt, vor dem Flugkörper herfliegt und den aktiven Selbstschutz auslöst, ohne dass
dieser den nachfliegenden Flugkörper gefährdet, wobei der aktive Selbstschutz eine
Sensoranordnung an den Fahrzeugen beinhaltet, welche die anfliegende Vorrichtung (9)
vor deren Auftreffen auf das Fahrzeug detektiert und eine platten- oder splitterverschießende Abwehrmunition umfasst, die
von der Sensoranordnung ausgelöst wird und die anfliegende Vorrichtung (9) beschädigt,
zerstört oder aus der Flugbahn auslenkt.
2. Flugkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (9) eine Einrichtung zur Messung des Abstandes zum Ziel hat und sich
bei einem vorgegebenen Abstand die Vorrichtung (9) vom Flugkörper trennt.
3. Flugkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (9) oder der Flugkörper einen von außerhalb einstellbaren Zeitgeber
hat und nach Ablauf der vorgegebenen Zeit die Vorrichtung (9) vom Flugkörper getrennt
wird.
4. Flugkörper nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellung des Zeitgebers aufgrund einer Entfernungsmessung vom Abschussgestell
her erfolgt.
5. Flugkörper nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellung des Zeitgebers berührungslos erfolgt.
6. Flugkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich an der Vorrichtung (9) eine Einrichtung zur Vergrößerung des Radarrückstrahlquerschnittes
befindet.
1. A missile having one or more hollow charges, a rocket motor (5) with a horizontal
stabilizer (6) and a warhead (7) for combating vehicles with active self-protection,
characterized in that, arranged on the tip of the missite, is a removable device (9) self-propelled by
a rocket drive which is plugged onto a tubular extension of the missile and becomes
detached from the missile at a suitable distance from the target, flies ahead of the
missile and triggers the active self-protection without said active self-protection
endangering the succeeding missile; wherein the active self-protection system includes
a sensor arrangement on the vehicles that detects the approaching device (9) before
it hits the vehicle, and comprises a defense ammunition that fires plates or splinters
and which is triggered by the sensor arrangement and damages or destroys the approaching
device (9) or deflects it out of the flight path.
2. The missile according to claim 1, characterized in that the device (9) has an arrangement for measuring the distance to the target, and the
device (9) becomes detached from the missile at a predetermined distance.
3. The missile according to claim 1 or 2, characterized in that the device (9) or the missile has a timer which can be set remotely, and at the end
of the predetermined time the device (9) becomes detached from the missile.
4. The missile according to claim 3, characterized in that the timer is set on the basis of a measurement of the distance from the launching
frame.
5. The missile according to claim 3 or 4, characterized in that the timer is set in a contact-free manner.
6. The missile according to any of claims 1 to 5, characterized in that an arrangement for increasing the radar reflecting cross-section is located on the
device (9).
1. Missile comportant une ou plusieurs charge(s) creuse(s), un moteur fusée (5) avec
un empennage (6) et une tête active (7) pour combattre des véhicules équipés d'une
autoprotection active, un dispositif (9) détachable doté d'une propulsion propre par
moteur fusée étant disposé à l'avant du missile, lequel dispositif est enfiché sur
un prolongement tubulaire du missile, se sépare du missile à une distance appropriée
de la cible, vole devant le missile et déclenche l'autoprotection du véhicule active
sans que celle-ci puisse menacer le missile qui suit, l'autoprotection active comprenant
un système de détecteurs sur le véhicule, qui détecte le dispositif (9) approchant
avant que celui-ci touche le véhicule, ainsi qu'une munition défensive, qui projette
des plaques ou des éclats, est déclenchée par le système de détecteurs et endommage,
détruit ou détourne de sa trajectoire le dispositif (9) approchant.
2. Missile selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le dispositif (9) comporte un moyen de mesure de la distance par rapport à la cible
et que le dispositif (9) se sépare du missile à une distance prédéterminée de la cible.
3. Missile selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait que le dispositif (9) ou le missile comporte une horloge réglable depuis l'extérieur
et que le dispositif (9) se sépare du missile après un temps prédéterminé.
4. Missile selon la revendication 31, caractérisé par le fait que le réglage de l'horloge a lieu sur la base d'une mesure de la distance par rapport
au châssis de tir du missile.
5. Missile selon la revendication 3 ou 41, caractérisé par le fait que le réglage de l'horloge a lieu sans contact.
6. Missile selon une des revendications 1 à 5, caractérisé par le fait qu'il est prévu sur le dispositif (9) un moyen pour amplifier la section transversale
de rétroréflexion radar.