[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Modulsystem zur Ansteuerung und Überwachung von
Hydraulikelementen in der Spanntechnik, die zum Positionieren und Festsetzen von Werkstücken
auf Paletten oder Maschinentischen dienen.
[0002] Hydraulikelemente und Vorrichtungen dienen zu Spannen, Schieben, Stützen, Heben und
Verriegeln von Werkstücken, die auf Paletten oder Maschinentischen aufgebracht sind.
Die während des Bearbeitungsvorganges auf das Werkstück einwirkenden Kräfte sind relativ
groß, so daß an die Hydraulikelemente große Anforderungen gestellt werden. Die unterschiedlichen
Funktionen, die von den Hydraulikelementen bewältigt werden müssen, bedingen unterschiedliche
Drücke in den hydraulischen Zuleitungen. Dieses führt dazu, daß die einzelnen Hydraulikelemente
separat angesteuert werden müssen, was zu einer Vielzahl von Hydraulikanschlüssen
führt. Der Platzbedarf und die Größe der Kontaktflächen wirken sich negativ aus. Hinzu
kommt, daß die Paletten unterschiedlichen Arbeitsfunktionen zugeordnet werden müssen,
was ein Umsetzen auf verschiedene Bearbeitungsmaschinen erfordert.
[0003] Das Umsetzen der Paletten bedingt somit jedesmal das Abtrennen aller Hydraulikanschlüsse
und das erneute Anschliessen. In der Praxis werden daher hydraulische Kupplungssysteme
eingesetzt, die ein schnelleres Lösen und Anschliessen der Hydraulik möglich machen.
Der Nachteil besteht jedoch weiterhin in der Vielzahl der Hydraulikanschlüsse, bedingt
durch die unterschiedlichen Anwendungsfälle. Man ist daher dazu übergegangen Ventilblöcke
zu bilden, die dann aber speziell den Arbeitsfunktionen angepasst werden müssen. Somit
wird eine Vielzahl von Ventilblöcken benötigt.
[0004] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde ein System zu schaffen, das für alle
erforderlichen Arbeitsfunktionen mit Modulen bestückt ist, die beliebig zusammenfügbar
und den unterschiedlichen Hydraulikdrücken anpassbar sind und mit nur einer hydraulischen
Zuleitung auskommen.
[0005] Die Lösung der Erfindung ist in den kennzeichnenden Merkmalen der Ansprüche enthalten.
[0006] Die Erfindung ist in den Zeichnungen näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt die Seitenansicht eines Moduls
- Fig. 2
- zeigt das Modul in der Perspektive
- Fig. 3
- zeigt den Zusammenschluss von fünf Modulen
- Fig. 4
- zeigt die Zusammenschaltung und Verknüpfung der fünf Module
[0007] In den Fig. 1 und 2 ist das Modul 1 gezeigt, das aus einer Modulplatine 2 besteht,
auf die ein Zuschaltventil 3 und ein Druckregelventil 4 aufgebracht sind. In der Modulplatine
2 sind Kanäle 5 eingebracht. Die Kanäle sind so geführt, daß die Platinen zusammenfügbar
und ihre Kanäle untereinander verbindbar sind. Diese Kanäle 5 können wahlweise zum
Arbeitskanal bestimmt werden als auch als reine Durchgangskanäle dienen und sind somit
verschiedenen Zwecken zuführbar. Die Zahl der Kanäle ist unterschiedlich und den Verwendungszwecken
angepasst. Die Kanäle 5 können sowohl als Hydraulik-Kanäle, was überwiegend der Fall
ist, als auch als Pneumatik-Kanal und auch als Eelektrik-Kanal ausgelegt sein um somit
die Steuerungsmöglichkeit zu variieren.
[0008] In der Fig. 3 ist der Zusammenschluss von fünf Modulen durch Zusammenfügen ihrer
Platinen gezeigt. Diese Moduleinheit erfordert nur einen hydraulischen Anschluss 6.
Wird eine solche Moduleinheit auf einer Palette montiert können fünf verschieden wirkende
Arbeitszylinder 7 angesteuert werden. Die Kanäle 5 sind untereinander verknüpft und
werden durch die äusseren Module abgeschlossen. Ebenso ist nur das Modul mit einem
Hydraulik-Anschluß versehen, das als erstes zur Einleitung der Funktionen dient. Dieses
Modul muß nicht immer eines der aussen liegenden Module sein, sondern kann an jeder
beliebigen Stelle in der Reihenanordnung liegen.
[0009] Das Zusammenwirken der einzelnen Module ist in einem Diagramm in Fig. 4 gezeigt.
Diesem Diagramm liegt die Zusammenfügung von fünf Modulen, wie in Fig. 3 dargestellt
zugrunde. Die Moduleinheit ist so aufgebaut, daß in der einen Ebene alle Zuschaltventile
3 und in der anderen Ebene alle Druckregelventile 4 liegen. Ausserhalb dieser Moduleinheit
befinden sich die Arbeitszylinder 7, die den Spannelementen zum Halten und Stützen
der auf der Palette montierten Werkstücke zugeordnet sind.
[0010] Die hydraulische Zuleitung 6 ist für die Moduleinheit nur einmal vorhanden. Damit
ist bei einem Umsetzen der Palette auf andere Maschinentische auch nur diese eine
Zuleitung zu entkuppeln. Der Hydraulikanschluss 6 ist hier dem ersten Modul zugeordnet
und mit einem Filter 8 versehen, der die Aufgabe hat die Hydraulik von Fremdkörpern
frei zu halten. Unmittelbar hinter dem Hydraulikanschluss ist ein Rückschlagventil
9 angeordnet. Dieses Rückschlagventil ist als entsperrbares Ventil ausgebildet, so
daß es einmal die Wirkung hat bei einem Druckabfall in der Zuleitung den Druck im
System aufrecht zu erhalten und zum anderen im Bedarfsfall durch Entsperrung den Druck
abzubauen. Die übrigen Module sind nun in eine Abhängigkeit gebracht, die den Arbeitsabläufen
angepasst ist. Beaufschlagt werden die Arbeitszylinder 7 A-E, von denen Zylinder A
zum Anlegen an das Werkstück, Zylinder B zum zentrieren, Zylinder C und D zum Spannen
und Zylinder D zum Verblocken des Werkstückes dienen.
Der Funktionsablauf ist wie folgt:
[0011] Wird die Hydraulikleitung 6 beaufschlagt, so gelangt die Hydraulik über Filter 8
zum Rückschlagventil 9 und von da zum Druckregelventil 4A. Dieses Druckregelventil
4A ist auf den Druck begrenzt, der vom Arbeitszylinder 7A benötigt wird. Somit spricht
der Arbeitszylinder 7A an. Im Hydrauliksystem steht jedoch ein höherer Druck an, als
durch die Druckregelventile 4 vorgegeben. Dieser höhere Druck wird zur Ansteuerung
der Zuschaltventile 3 in vorbestimmter Reihenfolge benötigt. Die Zuschaltventile 3
sind auf unterschiedliche Drücke zum Durchschalten eingestellt. Diese Durchschaltung
erfolgt in der Reihenfolge, in der sie ansprechen sollen.
[0012] Die Zuschaltventile 3 sind ferner so ausgelegt, daß sie nur in aufsteigender Druckfolge
ansprechen. Damit kann ein nachfolgendes Zuschaltventil immer erst ansprechen, wenn
das vor ihm liegende Zuschaltventil durchgeschaltet hat. Der Hydraulikanschluß für
jedes nachfolgende Zuschaltventil liegt somit immer in der Ausgangshydraulikleitung
des vorher liegenden Zuschaltventils. In der Fig. 4 spricht das auf einen bestimmten,
in der Reihe jedoch niedrigsten Druck (50 bar) ausgelegte Zuschaltventil 3B als erstes
an und schaltet zu seinem Druckbegrenzungsventil 4B durch, das seinerseits den Arbeitszylinder
7B in Aktion treten läßt. Das bedeutet, daß Zuschaltventil 3B dann erst die Leitung
für das nachfolgende Zuschaltventil 3C frei gibt, das bei 70 bar anspricht, und seinerseits
die Leitung für das nächste frei gibt, das bei 90 bar anspricht usw. bis zum letzen
in der Reihe liegenden Zuschaltventil 3E, das auf 110 bar eingestellt ist. Mit dem
Durchschalten eines der Zuschaltventile 3 wird also einmal der Hydraulikfluss zu den
nachgeschalteten Druckregelventilen 4 frei gegeben und zum anderen in der vorgegebenen
Reihenfolge das nächste Zuschaltventil angesteuert. Die Abhängigkeit der aufsteigenden
Druckfolge für die Zuschaltventile 3 ist erforderlich , um die Reihenfolge des Ansprechens
der Arbeitszylinder zu bestimmen.
[0013] Die Druckregelventile 4 sind von dieser aufsteigenden Druckfolge unabhängig und können
beliebigen differenten Drücken zugeordnet sein, die von den jeweils nachgeschalteten
Arbeitzylindern bestimmt werden.
[0014] Diese Moduleinheit kann aus beliebig vielen Modulen zusammen gestellt sein. Auf einer
Palette können auch mehrere Moduleinheiten angeordnet werden. Der Vorteil liegt darin,
daß die Moduleinheit auf kleinstem Raum unterbringbar ist und zudem nur jeweils einen
Anschluss für die Hydraulik benötigt. Wie bereits erwähnt weisen die Modulplatinen
2 die Durchgangskanäle 5 auf, die auch pneumatisch oder elektrisch betätigbar sein
können. Dazu bedarf es entsprechender Anschlußkupplungen zwischen den einzelnen Moduleinheiten.
Ausserdem sind die Zuschaltventile 3 mit zusätzlichen Schaltelementen für die Pneumatik
und/oder Elektrik bestückt. Somit ist eine Ansteuerung der Zuschaltventile 3 in allen
genannten Arten möglich. Dieses bietet den Vorteil der Ansteuerung unabhängig vom
Systemdruck.
1. Modulsystem zur Ansteuerung und Betätigung von hydraulisch wirkenden Arbeitszylindern,
die Vorrichtungen zum Spannen von Werkstücken zugeordnet und auf Paletten oder Arbeitstischen
montierbar sind und die unterschiedliche Funktionen mit unterschiedlichen Arbeitsdrücken
durchführen, dadurch gekennzeichnet, daß das Modul (1) aus einer Platine (2) besteht auf der ein Zuschaltventil (3) und ein
Druckregelventil (4) angeordnet sind und daß in der Platine (2) mehrere Kanäle (5)
geführt sind, die wahlweise zu Arbeits- oder Durchgangskanäle bestimmbar sind.
2. Modulsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Module (1) zu einer Moduleinheit, bestehend aus mehreren Modulen zusammenfügbar
sind und daß die Kanäle (5) untereinander verbindbar sind.
3. Modulsystem nach Anspruch 1 u. 2, dadurch gekennzeichnet, daß die aus mehreren Modulen (1) gebildete Moduleinheit mit vorbestimmten Kanälen (5)
so verbunden ist, daß die zugehörigen Zuschaltventile (3) in vorgegebener Reihenfolge
ansteuerbar sind.
4. Modulsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Durchschalten eines jeden folgenden Zuschaltventils von dem Durchschalten des
vorherigen Zuschaltventils abhängig ist.
5. Modulsystem nach Anspruch 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß die zu einer Moduleinheit zusammen geschalteten Module (1) mit nur einem Hygraulikanschluss
versehen sind, der dem Modul in der Reihe zugeordnet ist, das die erste Durchschaltung
vollzieht.
6. Modulsystem nach Anspruch 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß die den Modulen (1) zugeordneten Zuschaltventile (3) in der Reihe ihrer Zuordnung
ansteuerbar sind, in Abhängigkeit der Durchschaltung des jeweils in der Reihe zuvor
liegenden Zuschaltventils.
7. Modulsystem nach Anspruch 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuschaltventile (3) druckabhängig ansteuerbar sind, und zwar in aufsteigender
Druckfolge in ihrer Reihenschaltung.
8. Modulsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindest zwei der Durchgangskanäle (5) pneumatisch beaufschlagt sind und daß die Zuschaltventile
über zugehörige pneumatisch wirkende Schaltelemente ansteuerbar sind.
9. Modulsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in mindest zwei Durchgangskanälen (5) eine elektrische Leitung verlegt und zwischen
je zwei Modulen (1) in diesen Kanälen ein elektrisches Kupplungssystem vorgesehen
ist und daß die Zuschaltventile (3) mit elektrischen Steuerelementen versehen sind,
so daß ihre Ansteuerung elektrisch vollziehbar ist.