[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Ballspielschläger, insbesondere Tennisschläger,
mit mehreren Längssaiten und mehreren zu den Längssaiten im Wesentlichen senkrecht
angeordneten Quersaiten, wobei die Längssaiten mit den Quersaiten Kreuzungspunkte
bilden und wenigstens an einem Teil der Kreuzungspunkte zwischen einer jeweiligen
Längssaite und einer jeweiligen Quersaite gegen Herausfallen gesicherte, elastische
Zwischenglieder vorgesehen sind.
[0002] Ein solcher Ballspielschläger ist aus der DE-OS 2654896 bekannt. Im Mittelpunkt dieser
Druckschrift steht die Aufgabe, sich kreuzende Quer- und Längssaiten eines Ballspielschlägers
an den Kreuzungspunkten zu blockieren, so daß sich die Saiten nicht gegeneinander
verschieben können. Die dort beschriebenen Zwischenglieder sollen aus starrem oder
halbstarrem Material, vorzugsweise aus einem Kunststoff, wie Polyacethal oder Polyamidharz,
aber auch aus einem Metall bestehen. Es wird auch die Möglichkeit angesprochen, daß
die Zwischenglieder elastische Energie speichern und zurückgeben können. Die Zwischenglieder
sind im Wesentlichen vollzylindrisch geformt und haben einen Durchmesser von 3 bis
4 mm. Zur Aufnahme der Saiten sind Nuten vorgesehen, deren Böden einen Abstand zueinander
haben sollen, der zwischen 0 und 0,4 mm liegt.
[0003] Der in der Druckschrift beschriebene Tennisschläger weist eine Saite aus Naturdarm
auf, bei dem es sich um das bevorzugte Material für das Tennisspielen handelt, da
Naturdarm eine elastische Dehnung von 25% aufweist und über einen längeren Zeitraum
keine Materialermüdungserscheinungen zeigt. Naturdarmsaiten sind jedoch sehr kostspielig,
so daß sie den Kaufpreis eines Tennisschlägers erheblich erhöhen.
[0004] Aus diesem Grunde sind derzeit überwiegend Tennisschläger im Einsatz, deren Saiten
aus Nylon® oder Polyester bestehen.
[0005] Um möglichst gute Spieleigenschaften eines Tennisschlägers zu gewährleisten, gibt
es eine Anzahl von Parametern, die bei der Auswahl der Bespannung beachtet werden
müssen. Insbesondere ist hier das verwendete Saitenmaterial und die Dicke der verwendeten
Saite entscheidend, da durch die Elastizitätseigenschaften der Saite die Spieleigenschaften
des fertig bespannten Schlägers bestimmt werden.
[0006] Grundsätzlich bestehen hierbei gegensätzliche Anforderungen. Zum einen werden für
das gefühlvolle Spiel elastische Saiten benötigt, die sich bereits bei geringeren
Beanspruchungen ausreichend dehnen, um insgesamt einen Federeffekt der Bespannung
zu ermöglichen. Andererseits ist für härtere Schläge auch die Festigkeit der Bespannung
wichtig, weil sich die Besaitung bei harten Schlägen nicht so weit verlängern darf,
daß es zu einer Art Trampolin-Effekt kommt, der die Ballrichtung unkontrollierbar
machen würde. Ein zu tiefes Eintauchen in das Saitenbett führt zudem zu einer Absorption
der vom Spieler aufgebrachten Kräfte sowie zu einer Reduzierung der Rückprallkräfte.
[0007] Durch eine Längung der Saiten läßt auch die Elastizität bei herkömmlichen Saiten
sehr schnell nach, bis diese schließlich keine Elastizität mehr aufweisen.
[0008] Es besteht daher Bedarf an einem Ballspielschläger, der über eine hohe Elastizität
verfügt und darüber hinaus geringst mögliche Materialermüdungserscheinungen zeigt.
[0009] Die FR-A-721 797 beschreibt Plättchen aus elastischem Material, die die Elastizität
einer Tennisschlägerbespannung verbessern sollen, in den die Plättchen an den Kreuzungspunkten
der Bespannung jeweils zwischen eine Längs- und eine Quersaite der Bespannung eingefügt
werden. Die Plättchen werden nach dem Einfügen durch den von der Bespannung ausgeübten
Druck nahezu vollständig zusammengedrückt, so daß sie nicht als wirksames Federelement
wirken können. Ähnliches gilt für die in der FR-A-786 619 beschriebenen elastischen
Plättchen, die beispielsweise aus Kautschuk bestehen können, und an den Kreuzungspunkten
einer Tennissaite aus Metall angeordnet sind.
[0010] Die FR-A-2208689 und die DE-A-29 22 631 beschreiben Zwischenglieder, die als Schutzteilchen
für die jeweils eingesetzte Tennissaite dienen, wobei eine Beeinflussung der Spieleigenschaften
der Tennisschlägerbespannung nicht erwünscht ist.
[0011] Die DE 43 05 829 A1 hat eine Saite für die Bespannung eines Tennis-, Badminton- oder
Squashschlägers zum Gegenstand, die aus mehreren, als Rundgeflecht vorliegenden, Einzelfilamenten
besteht. Solche sog. Multifilament-Saiten sind entwikkelt worden, um den Spieleigenschaften
einer Tennissaite aus dem bevorzugten Material Naturdarm möglichst nahe zu kommen.
[0012] Die US-A-4,168,065 zeigt eine Tennisschlägerbespannung mit an den Kreuzungspunkten
angeordneten Abstandsteilchen, die eine konkave Oberflächenform der Schlagfläche bereitstellen.
Die beabsichtigten Änderungen der Spieleigenschaften beziehen sich auf die Vereinfachung
von beispielsweise Top-Spin- oder Side-Spin-Schlägen.
[0013] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Ballspielschläger zu schaffen,
der in seinen Spieleigenschaften variabel ist und diejenigen eines Tennisschlägers
mit Saiten aus Naturdarm unter Verzicht auf das Material Naturdarm möglichst nahe
kommt oder sogar übertrifft.
[0014] Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Ballspielschläger dadurch gelöst, daß
- die Längssaiten und die Quersaiten aus einem Material bestehen, das eine elastische
Längsdehnung von maximal 15% aufweist,
- die Zwischenglieder in Richtung von einer jeweiligen Quersaite zu einer jeweiligen
Längssaite eine elastische Stauchung aufweisen, die bei einem Druck von 22 N/mm2 mindestens 20% beträgt,
- die Zwischenglieder eine Länge von 0,5 bis 2,5 mm aufweisen, und
- die Zwischenglieder in ihrem mittleren Bereich einem Querschnitt aufweisen, der größer
als der Querschnitt der Zwischenglieder an den Stirnseiten ist.
[0015] Da für die Längssaiten und die Quersaiten ein Material vorgesehen ist, dessen elastische
Längsdehnung auf maximal 15% begrenzt ist, kommen erfindungsgemäß Materialien für
die Saiten in Frage, die grundsätzlich geringere Ermüdungserscheinungen durch fortlaufende
Beanspruchung des Ballspielschlägers zeigen als bisher übliche Materialen für Ballspielschlägersaiten.
So liegt die elastische Dehnung bei Nylon®-Saiten bei 28%, während die elastische
Dehnung bei Polyester-Saiten etwa zwischen 15% und 25% liegt. Dem gegenüber kommen
gemäß der Erfindung auch Saitenmaterialien in Frage, die bisher bei Ballspielschlägern
nicht in Erwägung gezogen worden sind. Insbesondere können Stahlsaiten, Aramid-Fasern
mit einer elastischen Dehnung von etwa 4% und Saiten aus Kevlar® eingesetzt werden.
Bevorzugt bestehen die Quersaiten und die Längssaiten jedoch aus hochverstrecktem
Polyester mit einer elastischen Dehnung im Bereich von 8 bis 12%.
[0016] Die im Vergleich zum Stand der Technik fehlende Elastizität der von den Längs- und
den Quersaiten gebildeten Bespannung eines Ballspielschlägers wird erfindungsgemäß
von den Zwischengliedern bereitgestellt, deren elastische Stauchung einen vorbestimmten
Mindestwert überschreitet, d.h., daß ihre Elastizität einen Minimalwert aufweisen
muß.
[0017] Die vorzusehende Anzahl der Zwischenglieder, die bevorzugt gleichmäßig über die Längs-
und Quersaiten verteilt sind, richtet sich nach der gewünschten Elastizität der Bespannung.
Grundsätzlich muß die elastische Stauchung der Zwischenglieder mit abnehmender elastischer
Längsdehnung der Saiten zunehmen. Die Zwischenglieder wirken wie Federelemente, die
durch den Aufprall eines Balles auf die Bespannung zusammengedrückt werden und anschließend
ihre gespeicherte elastische Energie wieder an den Ball zurückgeben. Bevorzugt sind
mindestens 20% der Kreuzungspunkte mit den Zwischengliedern ausgestattet. Zur weiteren
Erhöhung der Elastizität der Bespannung können jedoch auch 50% und sogar 95% der Kreuzungspunkte
mit Zwischengliedern ausgestattet sein. Um den Spieleigenschaften einer Saite aus
Naturdarm besonders nahezukommen oder diese zu übertreffen, sollte der Anteil an mit
Zwischengliedern ausgestatteten Kreuzungspunkten so hoch wie möglich sein.
[0018] Die Zwischenglieder können beispielsweise aus Polyurethan oder Kautschuk bestehen.
Grundsätzlich ist jedoch jedes Material denkbar, das die Anforderungen an die elastische
Stauchung erfüllt. Es sind auch Zwischenglieder denkbar, die aus mehreren Komponenten
bestehen, von denen eine als Federelement ausgebildet ist. Die Materialien Polyurethan
und Kautschuk zeichnen sich jedoch dadurch aus, daß sie dauerhaft beanspruchbar sind,
ohne Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die Zwischenglieder
über die Lebensdauer beispielsweise einer handelsüblichen Tennissaite nur etwa 10
Minuten beansprucht werden.
[0019] Bevorzugt liegt die elastische Stauchung der Zwischenglieder bei einem Druck von
22 N/mm
2 zwischen 40 und 70%, besonders bevorzugt zwischen 50 und 60%. Es hat sich gezeigt,
daß eine Länge eines Material-Vollzylinders aus Polyurethan von 0,8 bis 1,2 mm bei
einem Durchmesser zwischen 1,5 und 2 mm besonders günstig ist.
[0020] Um die Zwischenglieder gegen Herausfallen zu sichern, weisen die einer Längssaite
oder einer Quersaite zugewandten Stirnsaiten der Zwischenglieder bevorzugt jeweils
eine Nut zur Aufnahme der Längs- oder der Quersaite auf. Die Nut kann in ihrer Form
derjenigen einer üblichen Tennissaite angepaßt sein, die einen Durchmesser von 1,0
bis 1,4, bevorzugt von 1,1 bis 1,2 mm, hat.
[0021] Die Zwischenglieder weisen in ihrem mittleren Bereich einen Querschnitt auf, der
größer als der Querschnitt der Zwischenglieder an den Stirnsaiten ist. Auf diese Weise
hat der mittlere Bereich der Zwischenglieder eine erhöhte Federkraft, die für die
Elastizität des Zwischengliedes maßgeblich ist.
[0022] Herkömmliche Saiten weisen beim Aufprall eines Balles einen linearen Kraft-Dehnungsverlauf
auf. Wenn eine Anzahl entsprechender Zwischenglieder in eine Tennisschläger-Besaitung
eingefügt wird, ergibt sich ein progressiver Kraft-Dehnungs-Verlauf und die Spieleigenschaften
der Besaitung verändern sich durch die zusätzliche Elastizität. Beim Aufprall eines
Balles auf die so veränderte Bespannung wirkt auf die Federelemente eine kurzzeitige
Druckkraft, unter der diese zusammengedrückt werden. Dies gilt nicht nur an der Stelle,
an der der Ball unmittelbar auf die Besaitung trifft, sondern durch die miteinander
verwobenen Saiten kommt es zu einer Verteilung der Belastung, wobei an allen Kreuzungspunkten
die jeweiligen beiden sich überkreuzenden Saiten aufeinander gedrückt werden und Zwischenglieder
zusammen gedrückt werden. So bewirkt schon das Einbringen einer geringeren Anzahl
(beispielsweise 15 Stück) der Zwischenglieder eine deutliche Änderung der Spieleigenschaften.
[0023] Durch die elastischen Zwischenglieder besteht nun die Möglichkeit, eine Schlägerbespannung
zur Verfügung zu stellen, die den beiden gegensätzlichen Anforderungen gerecht wird,
sowohl bei schwacher als auch bei starker Beanspruchung ein angemessenes Elastizitätsverhalten
bereitzustellen. Dies wird durch eine Bespannung mit einer sogar relativ unelastischen
Saite erreicht, wobei bei geringer Schlagkraft durch die elastischen Zwischenglieder
eine zufriedenstellende Elastizität erzielt wird. Für das gefühlvolle Tennisspiel
übernehmen so diese Zwischenglieder den Großteil der Rückprallkräfte, da sich bei
der geringen Beanspruchung die relativ unelastische Saite nicht sehr stark verlängert,
jedoch durch das Zusammendrücken der Federelemente insgesamt trotzdem eine hohe Elastizität
erzielt wird. Die Rückprallkräfte sind durch die Auswahl der Härte der Zwischenglieder
(zum Beispiel durch die Form oder das Material) einstellbar. Die Rückprallkräfte können
nahezu ermüdungsfrei aufgebracht werden, da eine kurze Druckbeanspruchung dem Material
nicht so sehr schadet wie eine dauerhafte Zugbeanspruchung und selbst nach langer
Spielzeit insgesamt nur eine sehr kurze Beanspruchungszeit entsteht.
[0024] Für das athletische "Power-Spiel" mit viel Kraft hingegen verleiht die relativ unelastische
Saite die notwendige Kontrolle und Präzision, die ein zu tiefes Eintauchen des Balls
in die Besaitungsfläche und damit einen unerwünschten Trampolin-Effekt verhindert.
[0025] Diese Kombination war bisher mit einer Besaitung nicht möglich, weil diese entweder
relativ elastisch oder unelastisch ausgewählt wurde, je nach Spielweise. Bei bekannten
Besaitungen ist auffällig, daß nach extrem kurzer Zeit (ca. 30 Minuten Spielzeit)
die Rückprallkräfte für das gefühlvolle Tennisspiel verloren gehen. Dies geschieht
aufgrund einer Längung der Saiten bei stärkeren Beanspruchungen, aber auch durch längeres
Liegen der bespannten Schläger. Hieraus resultiert eine fehlende Elastizität der Saiten
beim gefühlvollen Spiel, wobei keine ausreichenden Rückfederkräfte bei gefühlvoll
gespielten Bällen mehr vorhanden sind. Bei Spitzenspielern kann man beobachten, daß
diese in einem Match bis zu sieben Mal ihren Schläger wechseln, um mit der Verwendung
einer Besaitung diesen Effekt zu vermeiden.
[0026] Mit den erfindungsgemäßen Zwischengliedern tritt dieser Effekt nicht auf. Hier wird
das Verhalten bei geringen Kräften (gefühlvolles Spiel) durch die als "Druckfedern"
zu bezeichnenden Zwischenglieder bestimmt, die keiner Ermüdung unterliegen.
[0027] Grundsätzlich ist es möglich, die Anzahl, die Position und die Elastizität der Zwischenglieder
individuell zu wählen, so daß eine optimale Anpassung an jeden Spieltyp erfolgen kann.
Besonders vorteilhaft ist die Anordnung der Zwischenglieder im Randbereich des Schlägers,
wodurch eine sehr gute Abdämpfung der Schwingungen erreicht wird, die über den Rahmen
auf den Schlagarm übertragen werden. Eine Abdämpfung dieser Schwingungen wirkt in
erheblichem Maße der Bildung eines durch die Schwingungen hervorgerufenen Tennisarms
entgegen.
[0028] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnugen näher
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine aus dem Stand der Technik bekannte Ausführungsform eines Zwischengliedes für
einen Tennisschläger;
- Fig. 2
- eine andere aus dem stand der Technik bekannte Ausführungsform eines Zwischengliedes
für einen Tennisschläger;
- Fig. 3
- die Ausführungsform für ein Zwischenglied von Fig. 2 in zusammengedrücktem Zustand;
- Fig. 4
- einen Ausschnitt aus einer Tennisschlägerbesaitung, die mit Zwischengliedern ausgestattet
ist;
- Fig. 5
- einen Tennisschläger, der an seinem Rand mit Zwischengliedern ausgestattet ist; und
- Fig. 6
- eine weitere Ausführungsform eines Zwischengliedes für einen Tennisschläger.
[0029] In Figur 1 ist ein Zwischenglied 1 für eine Saitenkreuzung der Besaitung eines Tennisschlägers
aus hochverstrecktem Polyester mit einer elastischen Dehnung von 10% dargestellt.
Zwischen sich überkreuzenden Saiten (nicht dargestellt) befindet sich das Zwischenglied
1, das aus Polyurethan-Material gefertigt ist. Die beiden Enden 2, 3 des Zwischenglieds
1 sind als nutförmige Halterungen ausgebildet, die zueinander im 90°-Winkel angeordnet
sind und die sich überkreuzenden Saiten teilweise umgreifen. Zwischen diesen beiden
Halterungen ist ein Block 4 aus Polyurethan-Material angeordnet. Dieser Block 4 wird
hier als "Federelement" bezeichnet, weil er hauptsächlich für die Abfederung der Saiten
gegeneinander bei einer Druckbeanspruchung hervorgerufen durch die Längung der Saiten,
verantwortlich ist. Da jedoch das gesamte Zwischenglied einstückig aus dem federnden
Polyurethan-Material gefertigt ist, findet ein Teil der Federung auch im Bereich der
Halterungen statt.
[0030] Bei der in Fig. 1 dargestellten bekannte Ausführungsform eines Zwischengliedes ist
das Federelement als Würfel von ca. 1-2 mm Kantenlänge ausgeführt. Die Halterungen
sind längliche Halbschalen, die beidseitig über das Federelement hinausragen.
[0031] In Fig. 2 ist eine alternative Ausführungsform eines Zwischengliedes 5 aus dem Stand
der Technik dargestellt. Hier ist das Federelement als Quader von ca. 1,5 mm Länge
sowie einer Grundfläche von ca. 1,2 x 1,2 mm ausgeführt. Die an den Saiten anliegenden
schalenförmigen Halterungen schließen bündig mit dem Federelement ab.
[0032] In Figur 3 ist das Zwischenglied 5 aus Fig. 2 dargestellt, wobei durch Schlagbeanspruchung
die beiden Saiten aufeinander gedrückt sind. Dies kann einerseits dadurch geschehen,
daß die Saitenkreuzung direkt vom Ball getroffen wird und so die übereinander liegenden
Saiten aufeinander gedrückt werden. Durch die abwechselnd über- und untereinander
verwobene Anordnung der Besaitung (vgl. Fig. 4) verteilt sich eine solche Druckbeanspruchung
jedoch über die gesamte Bespannungsfläche, so daß auch an solchen Saitenkreuzungen
Druckkräfte entstehen, die vom Auftreffpunkt des Balls entfernt liegen.
[0033] Wie in Figur 3 dargestellt, ist das Federelement unter der Druckbeanspruchung elastisch
zusammengedrückt. Hierdurch kommt es zur Speicherung von Energie in dem Federelement,
die beim anschließenden Rückfedern wieder abgegeben wird. Während hierbei zwar am
einzelnen Kreuzungspunkt nur ein sehr geringer Federweg erreicht wird (die Gesamthöhe
des Zwischenglieds beträgt je nach Ausführungsform etwa 0,5 bis 2,5 mm) ergibt sich
die für die Spieleigenschaften der Bespannung wichtige gesamte Federkraft aus der
Addition der Federkräfte der einzelnen Zwischenelemente. Je nach Anzahl der Längs-Quersaiten
und der daraus resultierenden Kreuzungspunkte der Saiten eines Schlägers beträgt die
Anzahl der möglichen Zwischenelemente 300 bis 400 Stück.
[0034] Im Ausführungsbeispiel wird die Bespannung gebildet aus einer relativ unelastischen,
sonst nicht verwendbaren Saite, beispielweise einer Stahlseite oder einer Kunststoff-Saite
aus hochverstrecktem Polyester (Polyethylenesterephtalat). Nach dem Anbringen der
Bespannung mit relativ geringer'Zugkraft werden die bereits beschriebenen Zwischenglieder
5 an einigen Saitenkreuzungen in die Bespannung eingefügt. Hierdurch ergibt sich eine
größere Spannkraft, weil die Zwischenglieder eine Längsausdehnung von 0,5 bis 2,5
mm aufweisen. Durch das nachträgliche Einbringen dieser Zwischenglieder an einigen
(z. B. 20) Saitenkreuzungen wird die Härte der Bespannung nachträglich vergrößert.
Bespannungen, die bereits einen Teil ihrer Elastizität durch Verlängung der Saiten
unter Beanspruchung eingebüßt haben, können so durch nachträgliches Einfügen der Zwischenglieder
wieder eine erhöhte Bespannungshärte erhalten und bereits verlorengegangene Elastizität
wieder erlangen.
[0035] Der so bespannte und mit Zwischengliedern versehene Schläger weist nun sowohl in
Bereichen starker Beanspruchung (d.h. harter Schläge) als auch bei gefühlvollem Spiel
(z. B. Lobs und Stops) sehr gute Spieleigenschaften auf. Bei gefühlvollem Spiel, d.h.
geringen Beanspruchungen wird die notwendige Elastizität vor allem durch das Zusammendrücken
der Federelemente der Zwischenglieder aufgebracht. Die relativ unelastische Saite
verlängert sich bei solchen Beanspruchungen nur äußerst wenig. Durch die wie oben
beschrieben verteilte Beanspruchung aller Zwischenglieder in der Bespannung ergibt
sich jedoch insgesamt eine sehr hohe Elastizität, die das gefühlvolle Spiel unterstützt.
[0036] Bei hohen Beanspruchungen, d.h. harten Schlägen werden die Federelemente ebenfalls
zusammengedrückt. Aufgrund der sehr starken Beanspruchung dehnt sich jedoch auch das
verwendete Saitenmaterial nun elastisch, so daß es insgesamt zu einem ausreichend
elastischen Spielverhalten kommt. Aufgrund der hohen Festigkeit der verwendeten Saite
wird ein zu hoher "Trampolin-Effekt", bei dem der Ball zu tief in die Besaitung eintaucht
und somit unkontrollierbar wird, vermieden. Die Zwischenglieder werden hierbei, wie
in Fig. 3 dargestellt, zwar maximal zusammengedrückt. Hierdurch entsteht jedoch aufgrund
der vorherrschenden Druckbeanspruchung kein Schaden am Material, d.h. nach dem Schlag
können die Federelemente vollständig elastisch wieder auf die alte Größe zurückfedern.
[0037] Bei der Anordnung der Zwischenglieder in der Tennisschläger-Besaitung wird vorgeschlagen,
diese vor allem im Bereich des sogenannten "Sweet-Spot" anzuordnen. Dies ist der Bereich,
in dem idealerweise der Ball auf den Schläger trifft. Die Wirkung der Zwischenglieder
ist am ausgeprägtesten, wenn sie in diesem Bereich konzentriert sind.
1. Ballspielschläger, insbesondere Tennisschläger, mit mehreren Längssaiten und mehreren
zu den Längssaiten im wesentlichen senkrecht angeordneten Quersaiten, wobei die Längssaiten
mit den Quersaiten Kreuzungspunkte bilden und wenigstens an einem Teil der Kreuzungspunkte
zwischen einer jeweiligen Längssaite und einer jeweiligen Quersaite gegen Herausfallen
gesicherte, elastische Zwischenglieder vorgesehen sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Längssaiten und die Quersaiten aus einem Material bestehen, das eine elastische
Längsdehnung von maximal 15% aufweist,
- die Zwischenglieder (1; 5; 7) in Richtung von einer jeweiligen Quersaite zu einer
jeweiligen Längssaite eine elastische Stauchung aufweisen, die bei einem Druck von
22 N/mm2 mindestens 20% beträgt,
- die Zwischenglieder (1; 5; 7) eine Gesamthöhe von 0,5 bis 2,5 mm aufweisen und
- die Zwischenglieder (7) in ihrem mittleren Bereich einen Querschnitt aufweisen,
der größer als der Querschnitt der Zwischenglieder (7) an den Stirnseiten ist.
2. Ballspielschläger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Quersaiten und die Längssaiten aus hochverstrecktem Polyester mit einer elastischen
Dehnung im Bereich von 8 bis 12 % bestehen.
3. Ballspielschläger nach einem der Ansprüche 1-2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens 20%, bevorzugt mindestens 50% und insbesondere mindestens 95%, der Kreuzungspunkte
mit den Zwischengliedern (1; 5; 7) ausgestattet sind.
4. Ballspielschläger nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenglieder (1; 5; 7) aus Polyurethan oder Kautschuk bestehen.
5. Ballspielschläger nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Stauchung der Zwischenglieder (1; 5; 7) bei einem Druck von 22 N/mm2 zwischen 40 und 70% liegt.
6. Ballspielschläger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Stauchung der Zwischenglieder (1; 5; 7) bei einem Druck von 22 N/mm2 zwischen 50 und 60% liegt.
7. Ballspielschläger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die einer Längssaite oder einer Quersaite zugewandten Stirnseiten der Zwischenglieder
(1; 5) jeweils eine Nut zur Aufnahme der Längs- oder der Quersaite aufweisen.
1. Racket for ball games, in particular a tennis racket, with several longitudinal strings
and several transverse strings, which are essentially arranged vertically to the longitudinal
strings, said longitudinal strings forming points of intersection with the transverse
strings, and elastic intermediate elements, which are secured against falling out,
being provided between a respective longitudinal string and a respective transverse
string for at least part of the points of intersection,
characterised in that
- the longitudinal strings and the transverse strings consist of a material which
has a maximum elastic lengthening strain of 15%,
- the intermediate elements (1; 5; 7) in the direction of a respective transverse
string to a respective longitudinal string have an elastic compression, which is at
least 20% at a pressure of 22 N/mm2,
- the intermediate elements (1; 5; 7) have an overall height of 0.5 to 2.5 mm and
- the intermediate elements (7) have in their central area a cross section greater
than the cross section of the intermediate elements (7) on the front ends.
2. Racket for ball games according to claim 1, characterised in that the transverse strings and the longitudinal strings consist of highly drawn polyester
with an elastic lengthening in the range of 8 to 12 %.
3. Racket for ball games according to one of the claims 1-2, characterised in that at least 20%, preferably at least 50% and in particular at least 95%, of the points
of intersection are fitted with the intermediate elements (1; 5; 7).
4. Racket for ball games according to one of the claims 1-3, characterised in that the intermediate elements (1; 5; 7) consist of polyurethane or caoutchouc.
5. Racket for ball games according to one of the claims 1-4, characterised in that the elastic compression of the intermediate elements (1; 5; 7) lies between 40 and
70% at a pressure of 22 N/mm2.
6. Racket for ball games according to claim 5, characterised in that the elastic compression of the intermediate elements (1; 5; 7) lies between 50 and
60% at a pressure of 22 N/mm2.
7. Racket for ball games according to one of the claims 1 to 6, characterised in that the front ends of the intermediate elements (1; 5) facing a longitudinal string or
a transverse string, respectively, have a groove for the accommodation of the longitudinal
or the transverse string.
1. Raquette pour jeu de balle, en particulier raquette de tennis, avec plusieurs cordes
longitudinales et plusieurs cordes transversales placées substantiellement perpendiculairement
aux cordes longitudinales, les cordes longitudinales formant des points d'intersection
avec les cordes transversales et des éléments intermédiaires élastiques bloqués pour
ne pas tomber étant prévus au moins sur une partie des points d'intersection entre
une corde longitudinale respective et une corde transversale respective,
caractérisée en ce que
- les cordes longitudinales et les cordes transversales sont en une matière qui présente
un allongement élastique en longueur de 15 % maximum,
- les éléments intermédiaires (1 ; 5 ; 7) présentent en direction d'une corde transversale
respective vers une corde longitudinale respective un refoulement élastique qui est
d'au moins 20 % pour une pression de 22 N/mm2,
- les éléments intermédiaires (1 ; 5 ; 7) présentent une hauteur totale de 0,5 à 2,5
mm et
- les éléments intermédiaires (7) présentent une section dans leur zone centrale qui
est plus grande que la section des éléments intermédiaires (7) sur les côtés de face.
2. Raquette pour jeu de balle selon la revendication 1, caractérisée en ce que les cordes transversales et les cordes longitudinales sont constituées par du polyester
fortement étiré avec un allongement élastique de l'ordre de 8 à 12 %.
3. Raquette pour jeu de balle selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisée en ce qu'au moins 20 %, de préférence au moins 50 % et en particulier au moins 95 % des points
d'intersection sont équipés d'éléments intermédiaires (1 ; 5 ; 7).
4. Raquette pour jeu de balle selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que les éléments intermédiaires (1 ; 5 ; 7) sont constitués par du polyuréthane ou du
caoutchouc.
5. Raquette pour jeu de balle selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que le refoulement élastique des éléments intermédiaires (1 ; 5 ; 7) se situe entre 40
et 70 % pour une pression de 22 N/mm2.
6. Raquette pour jeu de balle selon la revendication 5, caractérisée en ce que le refoulement élastique des éléments intermédiaires (1 ; 5 ; 7) se situe entre 50
et 60 % pour une pression de 22 N/mm2.
7. Raquette pour jeu de balle selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que les côtés de face des éléments intermédiaires (1 ; 5) qui sont tournés vers une corde
longitudinale ou une corde transversale présentent respectivement une rainure pour
loger la corde longitudinale ou la corde transversale.