[0001] Die Erfindung betrifft eine Dichtungsvorrichtung für eine Bewegungsfuge zwischen
zwei Bauwerkskörpern, mit zwei auf jeweils gegenüberliegenden Seiten der Bewegungsfuge
angeordneten und mit dem jeweils zugeordneten Bauwerkskörper verbundenen Verankerungseinheiten
sowie einer elastischen Überbrückungseinheit, die an ihren Längsrändern mit den Verankerungseinheiten
derart verbunden ist, daß sie - ausgehend von der Bewegungsfuge - beidseitig durch
eine auf der dem Bauwerkskörper abgewandten Seite offene Längsnut, die zu der Bewegungsfuge
hin von einem Entlastungsschenkel begrenzt wird, und anschließend um einen Halteschenkel
geführt ist und mittels einer Klemmleiste zumindest kraftschlüssig an dem Halteschenkel
befestigt ist.
[0002] Eine derartige Dichtungsvorrichtung ist beispielsweise aus der DE 196 02 982 C1 bekannt.
Der Halteschenkel der Verankerungseinheit besitzt dort einen Ω-förmigen Querschnitt,
über den die Überbrückungseinheit ebenfalls Ω-förmig geführt ist. Mit Hilfe einer
aufklipsbaren Ω-förmigen Klemmleiste aus Federstahl wird eine kraftschlüssige Verbindung
zwischen der Überbrückungseinheit und dem Verankerungsprofil in diesem Bereich geschaffen.
[0003] Ein Nachteil dieser bekannten Vorrichtung ist darin zu sehen, daß die Querschnittstoleranzen
sowohl bei dem Halteschenkel als auch bei der entsprechend geformten Klemmleiste extrem
klein gehalten werden müssen, um die Eigenschaft der Wasserdichtheit derartiger Bewegungsfugenprofile
sicher zu gewährleisten. Eine zu enge Passung der beiden vorgenannten Bauteile ist
jedoch gleichfalls zu vermeiden, weil dann die Gefahr besteht, daß die Klemmleiste
nicht mehr einfach aufgeklipst werden kann. Außerdem besteht ein Problem der bekannten
Dichtungsvorrichtung darin, daß die gummielastische Überbrückungseinheit selbst nicht
vollständig gegen Belastungen, z.B. durch Fahrverkehr, geschützt ist. Es kann daher
insbesondere bei längerer und häufigerer Frequentierung der Vorrichtung zu einem Verschleiß,
insbesondere zu einem übermäßigen Abrieb des gummielastischen Materials der Überbrückungseinheit
kommen.
[0004] Der Stand der Technik umfaßt des weiteren die in der DE 30 20 035 C2 offenbarte Bewegungsfugen-Dichtungsvorrichtung.
Bei dieser ebenfalls wasserdicht ausgeführten Vorrichtung wird die Überbrückungseinheit
im Bereich der Verankerungseinheiten mit Hilfe von Schrauben und jeweils einer von
diesen angepreßten Klemmleiste befestigt. Der wesentliche Nachteil dieser Konstruktion
besteht darin, daß zur Montage der Schrauben die Überbrückungseinheit an den betreffenden
Stellen durchbohrt werden muß. Aufgrund dieser Durchbohrungen des abdichtenden Bauteils
besteht die Gefahr, daß insbesondere bei nicht fachgerechter Montage eine Fehlstelle
in der Abdichtung entsteht.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Überbrückung einer
Dehn- und/oder Bewegungsfuge zu schaffen, die sich verhältnismäßig kostengünstig herstellen
und ohne die Gefahr von Undichtigkeiten einfach und sicher montieren läßt. Außerdem
soll die Überbrückungseinheit möglichst vollständig gegenüber den Belastungen, beispielsweise
von Fahrverkehr, geschützt sein.
[0006] Ausgehend von der Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art, wird diese Aufgabe
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Klemmleisten sich bis über den Entlastungsschenkel
erstrecken und im Bereich der Längsnuten mit Durchbrüchen versehen sind, durch die
Preßelemente hindurchführbar sind, mit denen infolge ihrer Verkürzung in den Längsnuten
angeordnete elastische Stauchkörper komprimierbar und dadurch mit gegenüberliegenden
Seitenflächen gegen die Überbrückungseinheit preßbar sind, wodurch diese wiederum
gegen Laibungen der Längsnut preßbar ist.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Dichtungsvorrichtung sind keinerlei als kritisch einzustufende
Bohrungen in den Rändern der Überbrückungseinheit bei der Montage anzubringen. Die
nach der Erfindung vorgeschlagenen Fixierelemente in Form von Stauchkörpern befinden
sich jeweils innerhalb der nach oben offenen Längsnut und können daher nach dem Einlegen
der Überbrückungseinheit in die Längsnut problemlos von oben eingesetzt werden, und
zwar bei entsprechender Dimensionierung so weit, daß sie nicht über das Niveau des
fertigen Fußbodens überstehen.
[0008] Wenn die Stauchkörper in die Nut eingesetzt werden, befinden sich diese in ihrem
Neutralzustand, in dem ihre Breite senkrecht zur Längsachse der Nut nicht größer als
die Nutbreite im Klemmbereich sein sollte. Im zusammengepreßten Zustand der Preßelemente,
d.h. im seitlich verbreiterten Zustand der Stauchkörper, klemmen diese zwischen sich
und dem Entlastungsschenkel einerseits und dem Halteschenkel andererseits die Überbrückungseinheit
ein und bewirken aufgrund von Reibkräften sehr sicher, daß die Überbrückungseinheit
bei einer Belastung der Vorrichtung, sei es durch Fahrzeuge oder eine stärkere Relativbewegung
der durch die Fuge getrennten Bauwerkskörper zueinander, nicht herausgezogen werden
kann. Da der Arbeitsgang der Anfertigung von Bohrungen entfällt, läßt sich die Montage
des weiteren schneller als bei der aus der DE 30 20 035 C2 bekannten Vorrichtung durchführen,
was sich positiv auf die Kosten auswirkt.
[0009] Im Vergleich mit der Vorrichtung gemäß der DE 196 02 982 sind die Anforderungen an
die Fertigungsgenauigkeit der Bauteile deutlich geringer, was wiederum zu geringeren
Herstellkosten führt. Des weiteren ist durch die verlängerten Klemmleisten, die sich
bis in Bereiche der Bewegungsfuge erstrecken, die Belastung der gummielastischen und
daher nicht besonders abriebfesten Überbrückungseinheit minimiert, da der Abstand
zwischen den aufeinander zu gerichteten Stirnseiten der gegenüberliegenden Klemmleisten
in der Regel derart klein ist, daß beispielsweise Autoreifen nicht in den niveaumäßig
tiefer liegenden Bereich der Überbrückungseinheit vordringen können.
[0010] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß
die Längsnut schwalbenschwanzartig hinterschnitten ist. Aufgrund der geneigten Nutlaibungen
kommt es in diesem Fall im expandierten Zustand der Stauchkörper zu einem Formschluß
zwischen der eingeklemmten Überbrückungseinheit bzw. dem Stauchkörper und der Verankerungseinheit,
so daß die Sicherheit gegen ein ungewolltes Herauslösen der Überbrückungseinheit weiter
gesteigert wird.
[0011] Wenn die Preßelemente als Schrauben ausgeführt sind, deren Köpfe sich an der Klemmleiste
abstützen, lassen sich die Stauchkörper besonders einfach und kontrolliert, d.h. bis
zu jedem gewünschten Expansionsgrad, verformen. Außerdem läßt sich die Verformung
durch ein Herausdrehen der Schrauben wieder einfach rückgängig machen. Sinnvollerweise
werden Senkkopfschrauben verwendet, deren Köpfe bündig mit der Oberseite der Klemmleiste
abschließen, so daß sich eine durchgängig glatte Oberseite der Dichtungsvorrichtung
ergibt.
[0012] Die Erfindung weiter ausgestaltend, wird vorgeschlagen, daß die Stauchkörper Durchbrüche
aufweisen, durch die die Preßelemente hindurchführbar sind, mit denen eine Anpreßplatte
gegen die der Klemmleiste gegenüberliegende Seite der Stauchkörper preßbar ist. Mit
Hilfe der Anpreßplatte kann in diesem Fall eine Vergleichmäßigung der durch die Preßelemente
eingeleiteten Kompressionskraft erreicht werden.
[0013] Eine besonders einfache Möglichkeit zur Herstellung der Stauchkörper besteht darin,
daß die Anpreßplatte mit mindestens einer Gewindebohrung für das Preßelement versehen
und an die Stauchkörper anvulkanisiert ist, was gleichzeitig bei der beispielsweise
spritzgußtechnischen Herstellung der Stauchkörper erfolgen kann.
[0014] Um zu verhindern, daß sich beim Vorgang des Komprimierens und Auseinanderdrückens
der Stauchkörper, insbesondere bei der Verwendung von Schrauben, die Stauchkörper
aufgrund eines noch nicht hinreichenden Reibschlusses mitdrehen, so daß es zu keiner
Verkürzung der Preßelemente und somit zu keiner Expansion der Stauchkörper kommt,
wird vorgeschlagen, daß die in Richtung der Längsnut gemessene Länge der Stauchkörper
größer als die Breite der Längsnut im Klemmbereich ist. Auf diese Weise wird ein unbeabsichtigtes
"Durchdrehen" der Stauchkörper sicher verhindert. Die Stauchkörper können beispielsweise
in Form von leistenartigen Körpern ausgeführt werden, die mit einer langgestreckten
oder mehreren kurzen Halteplatten versehen sein können und über eine Mehrzahl von
Durchbrüchen für Preßelemente verfügen können.
[0015] Je nach Anwendungsfall der Dichtungsvorrichtung kann es sinnvoll sein, daß der Halteschenkel
eine Verankerungsnut aufweist, in die ein Endabschnitt eines Ergänzungsstreifens der
Überbrückungseinheit eingreift, wobei der als eigenständiges Bauteil ausgeführte Ergänzungsstreifen
einen Randstreifen der Überbrückungseinheit im Bereich des Halteschenkels dichtend
überlappt.
[0016] Um die Festigung des Ergänzungsstreifens in der Verankerungsnut zu verbessern, wird
vorgeschlagen, daß der Endabschnitt des Ergänzungsstreifens um 90° abgewinkelt und
mit Widerhaken versehen ist.
[0017] Eine bevorzugte Ausführungsform besteht in diesem Fall darin, daß die der Bewegungsfuge
abgewandte Laibung der Verankerungsnut um die Dicke des Ergänzungsstreifens im Vergleich
zu der gegenüberliegenden Laibung zurückspringt. Hierdurch kann mit Hilfe der von
oben auf den Überlappungsbereich wirkenden Klemmleiste eine zuverlässige Abdichtung
erzielt werden.
[0018] Um im Falle von Kräften, wie sie beispielsweise von Fahrzeugen beim Beschleunigen
oder Verzögern auch in horizontale Richtung in die Vorrichtung eingeleitet werden,
eine bestmögliche Schonung sowohl der Überbrückungseinheit als auch der Stauchkörper
zu gewährleisten, ist vorgesehen, daß die Klemmleiste auf der der Bewegungsfuge abgewandten
Seite einen um ca. 90° zu dem zugeordneten Bauwerksboden abgewinkelten Randstreifen
besitzt. Dieser abgewinkelte Randstreifen kann sich großflächig - eventuell über ein
Ausgleichsmaterial - an der Stirnseite des Fußbodenbelags abstützen und eignet sich
daher zur schonenden Ableitung der von außen eingeleiteten Horizontalkräfte.
[0019] Schließlich ist gemäß der Erfindung noch vorgesehen, daß die Klemmleiste auf der
der Bewegungsfuge zugewandten Seite einen konvex gewölbten Randstreifen besitzt, der
über den Entlastungsschenkel vorsteht. Hierdurch wird neben einem weiteren Schutz
für den Mittelteil der Überbrückungseinheit auch eine weiter erhöhte Sicherheit gegen
Lockerung oder eine unbeabsichtigte Horizontalverschiebung der Klemmleiste im Falle
einer externen Querkrafteinleitung bewirkt.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Ausführungsbeispiele einer Dichtungsvorrichtung,
die in der Zeichnung dargestellt ist, näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch eine Hälfte einer Dichtungsvorrichtung mit einer einteiligen
Überbrückungseinheit;
- Fig. 2
- wie Fig. 1, jedoch mit einer dreiteiligen Überbrückungseinheit sowie einer zusätzlichen
Verankerungsnut in einem Halteschenkel einer Verankerungseinheit;
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch einen Stauchkörper im Zustand vor dessen Kompression;
- Fig. 4
- wie Fig. 3, jedoch nach dessen Kompression, und
- Fig. 5
- eine vergrößerte Darstellung des Halteschenkels der Dichtungsvorrichtung gemäß Fig.
2
[0021] Die in Fig. 1 lediglich mit ihrer rechten Hälfte gezeigte und zu einer Mittelebene
M einer Dehn- oder Bewegungsfuge F spiegelsymmetrisch aufgebaute Dichtungsvorrichtung
1 weist zwei Verankerungseinheiten 2 und eine aus einem gummielastischen Material
bestehende Überbrückungseinheit 3 auf, die an ihren Längsrändern mit den Verankerungseinheiten
2 auf eine noch näher beschriebene Art kraft- und formschlüssig verbunden ist. Die
Verankerungseinheiten 2, die sich - ebenso wie die Überbrückungseinheit 3 - in Längsrichtung
der Fuge F erstrecken, sind mit Hilfe von Schrauben 4 und Dübeln 5 in den die Fuge
F beidseitig begrenzenden Bauwerkskörpern 6 sowie einer darauf aufgebrachten Ausgleichs-
oder Nivellierschicht 7 verankert. Des weiteren besitzen die Verankerungseinheiten
2 einen im wesentlichen parallel zu der Mittelebene M der Fuge F verlaufenden und
in deren Querschnitt vorstehenden Entlastungsschenkel 8 sowie einen in bezug auf die
Fuge F zurückversetzten Halteschenkel 9. Der Entlastungsschenkel 8 und der Halteschenkel
9 verleihen den Verankerungseinheiten 2 ungefähr die Form eines liegenden F. Zwischen
dem Entlastungsschenkel 8 und dem Halteschenkel 9 ist eine in ihrem Querschnitt schwalbenschwanzförmig
hinterschnittene Längsnut 10 ausgebildet.
[0022] Randstreifen der Überbrückungseinheit 3 verlaufen zunächst oberhalb der Stirnseite
des Entlastungsschenkels 8, sodann - den Laibungen und dem Grund der Längsnut 10 folgend
- entlang der Stirnseite und der Rückseite des Halteschenkels 9, um danach mit einem
horizontalen Endabschnitt abzuschließen.
[0023] Der obere Abschluß der Verankerungseinheiten 2 wird jeweils von einer metallischen
Klemmleiste 11 gebildet, die einen L-förmigen Querschnitt besitzt. Ein horizontal
verlaufender Schenkel 12 ist mit einer Mehrzahl von gesenkten Bohrungen versehen,
durch die Senkkopfschrauben 13 hindurchgeführt sind, die sich mit ihren Köpfen an
der Klemmleiste 11 abstützen. Die Senkkopfschrauben 13 durchdringen in ihrem Querschnitt
ovalförmige und mit einer zylindrischen Bohrung für die Senkkopfschrauben 13 versehene
Stauchkörper 14, die mit einem an deren unterer Stirnseite angeordneten Anpreßplatte
15 durch Anvulkanisieren verbunden sind. Die Halteplatte 15 weist eine Gewindebohrung
auf, in die die Senkkopfschrauben 13 eindrehbar sind.
[0024] Aus den Fig. 3 und 4 sind der Aufbau und die Funktionsweise der Stauchkörper 14 ersichtlich:
[0025] Fig. 3 stellt einen Stauchkörper 14 in der unkomprimierten Ausgangsform dar, in der
dieser (bzw. mehrere davon in Längsrichtung des Profils verteilt) zusammen mit der
Klemmleiste 11 auf die Verankerungseinheiten 2 aufgesetzt werden, wobei die Stauchkörper
in die Längsnut 10, in die bereits der Randstreifen der Überbrückungseinheit eingelegt
wurde, eindringen können, da der Durchmesser der aus einem gummielastischen Material
hergestellten Stauchkörper 14 kleiner als die lichte Öffnungsweite der Längsnut 10
ist.
[0026] Durch Drehen der Senkkopfschrauben 13 wird die Anpreßplatte 15 in Richtung des Schraubenkopfes
gezogen, wodurch der Stauchkörper 14 komprimiert wird, was wiederum zu einer Vergrößerung
von dessen Breite unter Bildung einer balligen Außenkontur führt (Fig. 4).
[0027] Der Fig. 1 läßt sich wiederum entnehmen, wie ein derart komprimierter und somit seitlich
expandierter Stauchkörper 14 dazu führt, daß die Überbrückungseinheit 2 im Bereich
des engsten Querschnitts der Längsnut 10 gegen deren Laibungen gepreßt wird. Hierdurch
entsteht eine kraft- und zugleich formschlüssige Verbindung zwischen dem Stauchkörper
14, der Überbrückungseinheit 3 und der Verankerungseinheit 2. Die Befestigung der
Überbrückungseinheit 3 an den Verankerungseinheiten 2 läßt sich durch einfaches Eindrehen
der Senkkopfschrauben 13 herstellen und auf ebenso einfache Weise wieder aufheben.
Dabei ist der Arbeitsvorgang denkbar einfach und erfordert keinerlei Verletzung der
Randstreifen der Überbrückungseinheit 3, weshalb die Gefahr einer fehlerhaften Montage
und einer daraus eventuell resultierenden Undichtigkeit extrem gering ist.
[0028] An vertikal nach unten abgewinkelte Schenkei 16 der Klemmleiste 11 schließt sich
eine nach deren Montage eingebrachte Dichtmasse 17 an, die eine Abdichtung des Zwischenraums
zwischen der Klemmleiste 11 und einer dieser zugewandten Stirnseite eines Fußbodenbelags
18 bildet. Die Oberseiten der Klemmleiste 11 der Dichtmasse 17 und des Fußbodenbelags
18 liegen innerhalb einer einzigen Ebene, so daß sich in Verbindung mit einem vergleichsweise
geringen Absatz zwischen der Klemmleiste 11 und der Oberseite der Überbrückungseinheit
3 in deren Mittelbereich eine von Fahrzeugen im wesentlichen stoßfrei überfahrbare
Anordnung ergibt. Dabei gewährleistet der vertikal abgewinkelte Schenkel 16 der Klemmleiste
11 eine Abstützung von in die Klemmleiste 11 eingeleiteten Horizontalkräften über
die vergleichsweise steife Dichtmasse 17 in den Fußbodenbelag 18. Die Stauchkörper
14 werden daher keinen nennenswerten dynamischen Horizontalkräften ausgesetzt. Derselbe
Effekt der Horizontalkraftentlastung der Stauchkörper 14 wird durch einen der Bewegungsfuge
F zugewandten konvex gewölbten Randstreifen 19 der Klemmleiste 11 erreicht, der ein
gewisses Maß über den Entlastungsschenkel 8 in den Fugenquerschnitt vorsteht. Des
weiteren wird durch die vertikal tiefer liegende Oberfläche des Mittelbereichs der
Überbrückungseinheit deren elastische und daher gegenüber Abrieb vergleichsweise empfindliche
Oberfläche vor dem Kontakt durch Fahrzeugreifen nahezu vollständig geschützt.
[0029] Die in Fig. 2 dargestellte alternative Dichtungsvorrichtung 1' weist eine Verankerungseinheit
2' auf, deren Halteschenkel 9' mit einer vertikal ausgerichteten und nach oben offenen
Verankerungsnut 20 versehen ist. Ansonsten stimmt die Verankerungseinheit 2' mit der
Verankerungseinheit 2 gemäß der Dichtungsvorrichtung 1 gemäß Fig. 1 überein. Eine
derartige Übereinstimmung gilt auch für den Mittelbereich der Überbrückungseinheiten
3 und 3' sowie deren entlang der Laibungen der Längsnut 10 verlaufenden Randstreifen.
Im Gegensatz zu der einteilig ausgebildeten Überbrückungseinheit 3 ist die Überbrückungseinheit
3' gemäß Fig. 2 dreiteilig ausgeführt, da sie auf beiden Seiten der Fuge Fjeweils
einen aus Fig. 5 ersichtlichen Ergänzungsstreifen 21 aufweist. Dessen Endabschnitt
22 greift in die Verankerungsnut 20 der Verankerungseinheit 3' ein und weist als Sicherung
gegen ein unbeabsichtigtes Herausziehen eine mit Widerhaken versehene Oberfläche auf.
Außerdem überlappen sich ein horizontal auslaufender Randstreifen 23 der Überbrückungseinheit
3' und der Ergänzungsstreifen 21 in einem Überlappungsbereich 24 und gewährleisten
somit eine Verbindung mit dem Anpreßdruck der Klemmleiste 11 eine dichtende Verbindung
zwischen diesen Bauteilen. Entgegen der Darstellung in Fig. 5 ist zwischen dem Randstreifen
23 und dem Ergänzungsstreifen 21 kein Spalt vorhanden. Dieser soll in Fig. 5 lediglich
verdeutlichen, daß es sich bei dem Ergänzungsstreifen 21 um ein separates Bauteil
handelt.
[0030] Um einen dichtenden Anschluß des Ergänzungsstreifens 21 an die Überbrückungseinheit
3' zu erzielen, ist die der Bewegungsfuge F zugewandte Laibung 25 der Verankerungsnut
20 im Vergleich zu der gegenüberliegenden Laibung 26 um einen Betrag zurückversetzt,
der geringfügig kleiner ist als die Dicke des Ergänzungsstreifens 21 im Bereich eines
Horizontalabschnitts 27. Auf diese Weise wird durch die vertikal nach unten gerichtete
Anpreßwirkung der Klemmleiste 11 eine dichte Anlage der Überbrückungseinheit 3' an
den Horizontalabschnitt 27 des Ergänzungsstreifens 21 erzielt.
1. Dichtungsvorrichtung (1, 1') für eine Bewegungsfuge (F) zwischen zwei Bauwerkskörpern
(6), mit zwei auf jeweils gegenüberliegenden Seiten der Bewegungsfuge (F) angeordneten
und mit den jeweils zugeordneten Bauwerkskörpern (6) verbindbaren Verankerungseinheiten
(2, 2') sowie einer elastischen Überbrückungseinheit (3, 3'), die an ihren Längsrändern
mit den Verankerungseinheiten (2, 2') derart verbunden ist, daß sie - ausgehend von
der Bewegungsfuge (F) - beidseitig durch eine auf der den Bauwerkskörpern (6) jeweils
abgewandten Seite offene Längsnut (10), die zu der Bewegungsfuge (F) von einem Entlastungsschenkel
(8) begrenzt wird, und anschließend um einen Halteschenkel (9, 9') geführt ist und
mittels einer Klemmleiste (11) zumindest kraftschlüssig an dem Halteschenkel (9, 9')
befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmleisten (11) sich bis über den Entlastungsschenkel (8) erstrecken und im
Bereich der Längsnuten (10) mit Durchbrüchen versehen sind, durch die Preßelemente
hindurchführbar sind, mit denen infolge ihrer Verkürzung in den Längsnuten (10) angeordnete
elastische Stauchkörper (14) komprimierbar und dadurch mit gegenüberliegenden Seitenflächen
(S) gegen die Überbrückungseinheit (3, 3') preßbar sind, wodurch diese wiederum gegen
Laibungen der Längsnut (10) preßbar ist.
2. Dichtungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsnut (10) schwalbenschwanzartig hinterschnitten ist.
3. Dichtungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßelemente Schrauben sind, deren Köpfe sich an der Klemmleiste (11) abstützen.
4. Dichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stauchkörper (14) Durchbrüche aufweisen, durch die die Preßelemente hindurchführbar
sind, mit denen die Anpreßplatte (15) gegen die der Klemmleiste (11) abgewandte Seite
der Stauchkörper (14) preßbar ist.
5. Dichtungsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Anpreßplatte (15) mit mindestens einer Gewindebohrung für das Preßelement versehen
und an die Stauchkörper (14) anvulkanisiert ist.
6. Dichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die in Richtung der Längsnut (10) gemessene Länge der Stauchkörper (14) größer als
die Breite der Längsnut (10) in einem Klemmbereich ist.
7. Dichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Halteschenkel (9') eine Verankerungsnut (20) aufweist, in die ein Endabschnitt
(22) eines Ergänzungsstreifens (21) der Überbrückungseinheit (3') eingreift, wobei
der als eigenständiges Bauteil ausgeführte Ergänzungsstreifen (21) einen Randstreifen
der Überbrückungseinheit (3') im Bereich des Halteschenkels (9') dichtend überlappt.
8. Dichtungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Endabschnitt (22) des Ergänzungsstreifens (21) um 90° abgewinkelt und mit Widerhaken
versehen ist.
9. Dichtungsvorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die der Bewegungsfuge (F) abgewandte Laibung (25) der Verankerungsnut (20) um die
Dicke des Ergänzungsstreifens (21) im Vergleich zu der gegenüberliegenden Laibung
(26) der Verankerungsnut (20) zurückspringt.
10. Dichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmleiste (11) auf der der Bewegungsfuge (11) abgewandten Seite einen um ca.
90° abgewinkelten Schenkel (16) besitzt.
11. Dichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmleisten (11) auf der der Bewegungsfuge (F) zugewandten Seite einen konvex
gewölbten Randstreifen (19) besitzen, die über die Entlastungsschenkel (8) vorstehen.