[0001] Die Erfindung betrifft eine Brennmatte nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Seit Mitte der 30er Jahre ist in Westeuropa die Feuerbestattung gesetzlich mit der
Erdbestattung gleichgestellt. Mitte der 60er Jahre signalisierte die römisch-katholische
Kirche, dass die Feuerbestattung nicht mehr verboten sei. Durch diesen Akt fielen
die religiösen Vorbehalte weltweit mit Ausnahme der orthodoxen Israeliten und machten
den Weg frei für den besseren Schutz der Menschen gegen Infektion und das Umdenken
zur Schonung der Ressourcen und der Erhaltung der Umwelt.
Ein Abbau der religiösen Vorbehalte ist nicht zuletzt dadurch erzielt worden, weil
die Gesetze die Ärzteschaft für die Bestätigung des Todes als Schlusspunkt eines länger
dauernden Prozesses nach dem Herz- und Lungentod und die Polizei für die Verantwortung
der Freigabe des Leichnams zwecks Kremation autorisiert und verpflichtet haben.
Eine Anlage zur Feuerbestattung besteht ausser der Feierhalle die Ofenanlage zur Verbrennung.
Je nachdem, ob die Ofenanlage auf gleicher Höhe wie die Feierhalle oder unter ihr
angeordnet ist, verschwindet der Sarg am Schluss der Feier hinter einer Tür oder einem
Vorhang oder versinkt langsam abwärts. In der Ofenanlage findet dann die Verbrennung
des Leichnams im Sarg mitsamt der Ausstattung des Sarges statt.
Klassische Feuerbestattungsöfen werden als Muffelöfen gebaut und mit Gas, ältere Öfen
wohl noch mit Öl, und moderne vermehrt mit elektrischem Strom beheizt.
[0003] In die Einäscherungskammer wird, unabhängig der Heizung des Ofens, nur Heissluft
eingeführt. Die Feuergase oder die elektrischen Heizkörper beheizen die Kammer von
aussen. Die Luft wird in einem Rekuperator aus Stein oder einem Wärmeaustauscher durch
die Feuergase erhitzt. Damit die sterblichen Überreste nicht durch Menschenhand berührt
oder durch eine Aschenkrücke aus dem Ofen entfernt werden müssen, ist der Einäscherungsrost
so gebaut, dass die Verbrennungsasche unmittelbar auf eine darunter angeordnete Aschenplatte
fällt. Diese ist drehbar und bildet einen dichten Abschluss zwischen Einäscherungskammer
und Nachverbrennungsrost, wodurch verhindert wird, dass sich die Aschenreste (1,5
- 2 kg) von aufeinander folgenden Verbrennungen miteinander mischen. Weil die Öffentlichkeit
an der Minimierung der Emissionen interessiert ist, ist die Betreibung der Krematorien
an behördliche Vorschriften gebunden. Zur Erhöhung der Kapazität wird die Zahl der
Öfen in derselben Anlage erhöht. Jahreszeit und/oder Epidemien bedingte Fluktuationen
sind mit Mehrschichtenbetrieb zu meistern, wobei eine Verbrennung, wenn der Ofen ständig
wie üblich mindestens 800° C heiss gehalten wird, zwischen 50 - 100 Minuten dauert.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Verkürzung der Verbrennungszeit, um die
Tagesleistung des Ofens zu steigern. Ferner sollen die vorgeschlagenen Massnahmen
die Emissionen der Verbrennung mindern helfen. Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, die Dauer der Verbrennungszeit wesentlich zu
verkürzen und die Emissionen erheblich zu mindern.
[0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass die vorgeschlagene Brennmatte ohne die Gefahr einer Explosion imstande ist, den
Brennvorgang zu intensivieren, um die höchste Betriebstemperatur des Ofens schnell
zu erreichen, wobei der Ausbrand der Abgase, dank der erhöhten Verbrennungstemperatur,
von Anbeginn vollständig und die Dauer des Prozesses, wegen der Intensivierung der
Verbrennung, etwa um 25 % zu verkürzen hilft. Ferner will die vorliegende Erfindung
das moderne Prinzip des "lasting nature effect" (Nachhaltigkeit = Berücksichtigung
der über längere Zeit anhaltenden Wirkung) bei der Lösung dieser Aufgabe vor Augen
halten und damit die ganzheitliche Optimierung der Gestaltung, der Werkstoffwahl,
der Technologie und für die Umwelt vorteilhafte Verwendung der Brennmatten sichern.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung, ihre Wirkungsweise, Struktur und Herstellung näher
erläutert.
[0007] Weil der durchschnittliche menschliche Körper von 75 kg aus 45,5 kg O, 12,6 kg C,
7 kg H, 2,1 kg N, 1,05 kg Ca, 700 g P, 175g S, 140g K, 105 g Na, 105 g Cl, 35 g Mg,
4,2 g Fe, 2,3 g Zn, 1,4g Si, 1,1 g Rb, 0,8 g F usw. (nach Kieffer, Sandoz Bull 51-53,
1979) besteht, ist seine Verbrennung exotherm. Dennoch steigt die Ofentemperatur vom
Prozessbeginn zögernd an, weil der Körper vorerst von der Zimmertemperatur bis zur
Verbrennungstemperatur erhitzt werden muss. Es liegt auf der Hand, dass die Zugabe
von Brennstoffen die Lösung wäre, sofern die dosierte Aktivierung der Flammreaktionen
so gelingt, dass es bei der Verbrennung zu keine heftigen, explosionsartigen Reaktionen
kommt. Aus diesem Grunde wird der Brennstoff in Partikel von einer Korngrösse von
≤ 60 µ zerkleinert und in ein einverleibendes Flächengebilde, eine Matrix, verteilt
und so eingeschlossen, dass praktisch keine summarische Reaktion der Brennstoff-Partikel
möglich ist. Als Brennstoff eignen sich die Metalle des Periodensystems der Gruppen
2 und 13, deren chemische Verbindungen wie die Hydride, Oxyde, Sulfide und Halide,
sowie die Legierungen der Metalle. Als Matrix eignen sich Thermoplaste der synthetischen
Kunststoffe der Polymerisate und der Polyadukte, je nach Art des Verarbeitungsverfahrens.
[0008] Die Aufbereitung der Brennstoffpartikel richtet sich nach den Verfahren der Pulvermetallurgie
und der Pyrotechnik je Art des Metalls, respektive der Legierung, wobei mechanische
Verfahren (mahlen, stampfen, granulieren, zerstäuben), physikalischchemische Verfahren
(Reduktion, Elektrolyse,) und reine chemische Herstellung (Umsetzungen, Fällung) in
Frage kommen.
[0009] Die Thermoplaste werden grundsätzlich durch Druck und Wärme geformt. Der Grossverarbeiter
stellt die Compounds aus Kunststoffpulver und die Brennstoffpartikel sowie die Zusatzstoffe
in Heizmischer von bis zu 1500 l Inhalt mit schnell laufenden Mischwerkzeugen, je
nach Erfordernis unter oder ohne Vakuum, in polymerem Zustand und in Form von sandigen
Trockenmischungen (Dry-Blends) oder "Heissmischungen" her. Als Zusatzstoffe werden
Wärme- und Lichtstabilisatoren sowie für die Verarbeitbarkeit wichtige Gleitmittel,
Pigmente und bei manchen Sorten auch Weichmacher mit verarbeitet.
[0010] Der Extruder hat die Aufgabe, den als Dry-Blend aufgegebene Rohstoff zu fördern,
zu verdichten, dabei zu entlüften oder zu entgasen, anzuschmelzen, homogen und distributiv
zu mischen, um die Brennstoffpartikel homogen und äquidistant zu verteilen und schliesslich
in der Düse zu formen. Der Grund für den Einsatz von Schneckenextrudern als Pumpen
bei der Kunststoffverarbeitung ist die viskositätsunabhängige Transportleistung. Es
eignen sich grundsätzlich sowohl Ein- als auch Mehrschneckenextruder. Von besonderer
Bedeutung ist für die Qualitätssicherung die geregelte Kontrolle des Gegendrucks in
der Schmelze am Schneckenausgang und die Massentemperatur. Je nach Laufrichtung der
Folie unterscheidet sich das Verfahren (aufwärts, abwärts oder horizontal) und durch
die Art des Flachlegens. Der Extruder ist mit einem Quer- oder Längsspritzkopf einschliesslich
Ringkühlung und Schlauchleitflächen ausgerüstet. Die Anlage besteht ferner aus Abquetsch-
und Flachlegewalzen, Breithalterollen und schliesslich einer Aufwickelvorrichtung.
[0011] Eine weitere Art der Herstellung von Extrudierfolie kommt direkt aus der Breitschlitzdüse
des Extruders und erfährt nach dem Extrudieren keine weitere Dehnung, bzw. Oberflächenvergrösserung,
so dass ihre Dicke etwa der Spaltweite der Düse entspricht. Das noch warme und plastische
Folienband wird vorteilhafterweise sofort einer zweiten nachgeschalteten Maschine
von Kalander zugeführt und ausgewalzt.
[0012] Zur Konfektionierung wird das schlauchförmige Folienband für einige Körperlängen
in vorzugsweise rechteckige Schlauchmatten abgelängt, oder aufgetrennt in Bahnen geschnitten
und so zu Matten konfektioniert. Schliesslich werden die Matten oder Schlauchmatten
in Bündeln gestapelt für die Anwender verpackt.
[0013] Der Anwender wählt die der Körpergrösse entsprechende Brennmatte in einfacher oder
doppelter Lage und breitet sie vorteilhafterweise über den Körper aus.
Wenn der Sarg in den Ofen kommt, erwärmt sich die Matrix und tröpfelt brennend herab.
Wenn die Brennstoffpartikel entflammen, erhöht sich die Flammentemperatur, so dass
sie 1000° C erreicht. Bei dieser Wärme laufen die Reaktionen der Oxidierung intensiv
und sehr schnell ab, so dass der Ausbrand vom Prozessanfang her vollkommen und der
Anteil der Schadstoffe, wie der Gehalt des Kohlenmonoxids, der Chlorverbindungen,
der Stickoxide und der Dioxine erheblich reduziert wird.
[0014] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels mit den Zeichnungen
wie folgt gezeigt:
Fig. 1 ein Teil der Brennmatte,
Fig. 2 den Querschnitt des Teils der Brennmatte.
Fig. 3 den Längsschnitt des Teils der Brennmatte,
[0015] Der in den Figuren 1 und 2 gezeigte Teil der Brennmatte 1 besteht aus der Matrix
2 und aus den Brennstoffpartikeln 3, 4, 5, 6, 7, die von der Matrix 2 eingefasst und
in der Matrix 2 vorzugsweise gleichmässig verteilt und komplett eingeschlossen sind.
Die Brennstoffpartikel bestehen vorzugsweise aus Metallen des Periodensystems der
Gruppen 2 und 13, deren chemische Verbindungen wie Hydride, Oxyde, Sulfide und Halide,
sowie der Legierungen der Metalle. Die Matrix 2 besteht aus einem Thermoplasten.
1. Brennmatte (1) aus einer Matrix (2), Brennstoffpartikeln (3) und Substanzen anderer
Art in Form eines flächigen Gebildes, die, zwecks der Beschleunigung und Unterstützung
der thermischen Oxidation eines Leichnams, vorzugsweise über den Leichnam gelegt und
mit dem Leichnam, in die Kammer eines Einäscherungsofens geschoben und verbrannt wird.
2. Brennmatte (1) nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Brennstoff (3) hauptsächlich aus Metallpartikeln besteht, die in der Matrix (2)
vorzugsweise äquidistant verteilt und von der Matrix (2) gebunden, überzogen und darin
eingeschlossen sind.
3. Brennmatte (1) nach Ansprüchen 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Matrix (2) ein Thermoplast ist.
4. Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Metallpartikel (3) Berylium enthalten.
5. Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Metallpartikel (3) Magnesium enthalten.
6. Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Metallpartikel (3) Kalzium enthalten.
7. Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Metallpartikel (3) Stronium enthalten.
8. Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Metallpartikel (3) Barium enthalten.
9. Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Metallpartikel (3) Bor enthalten.
10. Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Metallpartikel (3) Aluminium enthalten.
11. Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Metallpartikel (3) Gallium enthalten.
12. Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Metallpartikel (3) Indium enthalten.
13. Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Metallpartikel (3) Thallium enthalten.
14. Verfahren zur Herstellung einer Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 13 dadurch gekennzeichnet, dass aus einem Thermoplast ( ) sowie Brennstoffpartikeln und anderen Zutaten ein Compound
erzeugt wird.
15. Verfahren zur Herstellung einer Brennmatte (1) nach den Ansprüchen 1 bis 13 dadurch gekennzeichnet, dass die Komponenten einer Brennmatte (1, 2, 3) in einem Extruder distributiv gemischt,
verdichtet, entlüftet, entgast, geknetet und angeschmolzen werden und durch eine Düse
den Extruder so verlassen, dass die Brennstoffpartikel (3) in der Matrix (2) zueinander
vorzugsweise äquidistant verteilt sind.
16. Verfahren zur Herstellung einer Brennmatte (1) nach Anspruch 15 dadurch gekennzeichnet, dass die Düse des Extruders eine Ringdüse ist.
17. Verfahren zur Herstellung einer Brennmatte (1) nach Anspruch 15 dadurch gekennzeichnet, dass die Düse des Extruders eine Flachdüse ist.
18. Verfahren zur Herstellung einer Brennmatte (1) nach Anspruch 16 dadurch gekennzeichnet, dass das Gebilde der Brennmatte (1) durch Blasen gedehnt wird.
19. Verfahren zur Herstellung einer Brennmatte (1) nach Anspruch 16 dadurch gekennzeichnet, dass das Gebilde der Brennmatte (1) durch Kalanderwalzen verformt wird.