(19)
(11) EP 1 158 623 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
06.05.2004  Patentblatt  2004/19

(21) Anmeldenummer: 01114530.7

(22) Anmeldetag:  28.07.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H01R 13/58, H01R 4/24

(54)

Kabelanschluss- oder -verbindungseinrichtung

Cable-connection or cable-joint device

Dispositif de connexion ou de jonction de cables


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE

(30) Priorität: 13.08.1998 DE 19836622

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
28.11.2001  Patentblatt  2001/48

(62) Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ:
99114714.1 / 0980117

(73) Patentinhaber: Phoenix Contact GmbH & Co. KG
32825 Blomberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Lange, Ralf
    32805 Horn-Bad Meinberg (DE)
  • Nehm-Engelberts, Detlef
    32816 Schieder-Schwalenberg (DE)

(74) Vertreter: Gesthuysen, von Rohr & Eggert 
Patentanwälte Postfach 10 13 54
45013 Essen
45013 Essen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 193 196
WO-A-97/06580
US-A- 5 599 202
EP-A- 0 542 164
DE-C- 3 220 006
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Zunächst soll nachfolgend erläutert werden, welche der verwendeten Begriffe bei der dann folgenden Beschreibung zunächst des Standes der Technik, dann der Erfindung welche Bedeutung haben bzw. haben sollen:

    a) Der Begriff Kabel steht für eine elektrische Leitung, die mindestens eine Ader, in der Regel aber mehrere Adern aufweist; sind mehrere Adern vorhanden, so wird von einem mehradrigen Kabel gesprochen.

    b) Die Adern eines Kabels bestehen aus einem Leiter und einer Aderisolation.

    c) In einem Kabel sind die für sich isolierten Leiter, also die mit jeweils einer Aderisolation versehenen Leiter, in ihrer Gesamtheit von einer weiteren Isolation umgeben, der Kabelisolation.



    [0002] Einleitend ist gesagt, daß die Erfindung eine Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung zum elektrisch leitenden Anschließen eines Kabels an ein elektrisches Gerät oder zum elektrisch leitenden Verbinden von zwei Kabeln betrifft. Geht es um das Anschließen eines Kabels an ein elektrisches Gerät, so liegt eine Kabelanschlußeinrichtung vor; sollen zwei Kabel miteinander verbunden werden, so handelt es sich um eine Kabelverbindungseinrichtung. Im folgenden wird überwiegend immer auf eine Kabelanschlußeinrichtung abgestellt. Gleichwohl ist jedoch auch immer eine Kabelverbindungseinrichtung im zuvor erläuterten Sinn gemeint.

    [0003] Einleitend ist auch gesagt, daß die Kabelanschlußeinrichtung zum elektrisch leitenden Anschließen eines Kabels an ein elektrisches Gerät bestimmt ist. Hier ist elektrisches Gerät ganz allgemein zu verstehen; insbesondere sollen unter den Begriff elektrisches Gerät auch elektrische Bauteile, Einrichtungen und Vorrichtungen fallen.

    [0004] Von ihrer grundsätzlichen Struktur her besteht die in Rede stehende Kabelanschlußoder -verbindungseinrichtung aus einem Kabelanschlußbauteil und einem Geräteanschlußbauteil oder aus einem ersten Kabelverbindungsbauteil und einem zweiten Kabelverbindungsbauteil. Handelt es sich um eine Kabelanschlußeinrichtung, so gehören dazu ein Kabelanschlußbauteil und ein Geräteanschlußbauteil. Liegt eine Kabelanschlußverbindungseinrichtung vor, so gehören dazu ein erstes Kabelverbindungsbauteil und ein zweites Kabelverbindungsbauteil.

    [0005] Einleitend ist weiter gesagt, daß bei der in Rede stehenden Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung zu dem Kabelanschlußbauteil bzw. dem ersten Kabelverbindungsbauteil oder dem Geräteanschlußbauteil bzw. dem zweiten Kabelverbindungsbauteil gehören
       eine Überwurfmutter,
       ein Adernaufnahme- und -führungsteil,
       eine mit Schneidklemmen und mit Anschlußelementen versehene Klemmund Anschlußeinheit und
       ein hülsenförmiger Anschluß- oder Verbindungskörper, der mit einem dem Innengewinde der Überwurfmutter entsprechenden Außengewinde versehen ist.

    [0006] Damit ist zunächst bewußt offengelassen, welches von den Einzelteilen Überwurfmutter, Adernaufnahme- und -führungsteil, Klemm- und Anschlußeinheit und Anschluß- oder Verbindungskörper zu dem Kabelanschlußbauteil bzw. dem ersten Kabelverbindungsbauteil oder zu dem Geräteanschlußbauteil bzw. dem zweiten Kabelverbindungsbauteil gehören. Insoweit ist zu ergänzen,
       daß die Überwurfmutter in der Regel zu dem Kabelanschlußbauteil bzw. dem ersten Kabelverbindungsbauteil gehört, aber auch eine Ausführungsform denkbar ist, bei der die Überwurfmutter zu dem Geräteanschlußbauteil bzw. dem zweiten Kabelverbindungsbauteil gehört,
       daß das Adernaufnahme- und -führungsteil zu dem Kabelanschlußbauteil bzw. dem ersten Kabelverbindungsbauteil gehört,
       daß die Klemm- und Anschlußeinheit zu dem Geräteanschlußbauteil bzw. dem zweiten Kabelverbindungsbauteil gehört und
       daß der Anschluß- oder Verbindungskörper in der Regel zu dem Geräteanschlußbauteil bzw. dem zweiten Kabelverbindungsbauteil gehört, jedoch auch eine Ausführungsform denkbar ist, bei der der Anschluß- oder Verbindungskörper zu dem Kabelanschlußbauteil bzw. dem ersten Kabelverbindungsbauteil gehört, nämlich dann, wenn die Überwurfmutter zu dem Geräteanschlußbauteil bzw. dem zweiten Kabelverbindungsbauteil gehört, wie das als eine mögliche Ausführungsform weiter oben dargestellt ist.

    [0007] Einleitend ist weiter ausgeführt, daß die mit den Schneidklemmen kontaktierenden bzw. von den Schneidklemmen einzuklemmenden Aderenden und die zugeordneten Schneidklemmen unter einem Winkel kleiner 180° verlaufen. Das sagt zunächst nur, daß die Aderenden und die zugeordneten Schneidklemmen nicht parallel zueinander verlaufen, weil dann ein funktionsgerechtes Einwirken der Schneidklemmen auf die Aderenden nicht möglich ist. Der Winkel zwischen den mit den Schneidklemmen kontaktierenden bzw. von den Schneidklemmen einzuklemmenden Aderenden und den zugeordneten Schneidklemmen kann sowohl ein spitzer als auch ein rechter Winkel sein; auch ein stumpfer Winkel ist nicht ausgeschlossen.

    [0008] Schließlich ist einleitend gesagt, daß beim Aufschrauben der Überwurfmutter auf den Anschluß- oder Verbindungskörper oder beim Einschrauben des Anschluß- oder Verbindungskörpers in die Überwurfmutter die Schneidklemmen die Aderisolation der Aderenden durchtrennen und mit den Leitern kontaktieren. Das Aufschrauben der Überwurfmutter auf den Anschluß- oder Verbindungskörper oder das Einschrauben des Anschluß- oder Verbindungskörpers in die Überwurfmutter führt ja zu einer Relativbewegung zwischen dem Adernaufnahme- und -führungsteil und der Klemmund Anschlußeinheit und damit zu einer Relativbewegung zwischen den Aderenden und den Schneidklemmen. Diese Relativbewegung führt dazu, daß die Schneidklemmen die Aderisolation der Aderenden durchtrennen und dann mit den Leitern kontaktieren.

    [0009] Reduziert man, nur zum besseren Verständnis, keinesfalls einschränkend, die in Rede stehende Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung auf eine Kabelanschlußeinrichtung mit bevorzugter Zuordnung der einzelnen Bauteile zum Kabelanschlußbauteil einerseits und zum Geräteanschlußbauteil andererseits, so geht es also um eine Kabelanschlußeinrichtung zum elektrisch leitenden Anschließen eines vorzugsweise mehradrigen Kabels an ein elektrisches Gerät, mit einem Kabelanschlußbauteil und mit einem Geräteanschlußbauteil, wobei zu dem Kabelanschlußbauteil eine Überwurfmutter und ein Adernaufnahme- und -führungsteil sowie zu dem Geräteanschlußbauteil eine mit Schneidklemmen und mit Anschlußelementen versehene Klemm- und Anschlußeinheit und ein hülsenförmiger, mit einem dem Innengewinde der Überwurfmutter entsprechenden Außengewinde versehener Anschlußkörper gehören, wobei die mit den Schneidklemmen zu kontaktierenden bzw. von den Schneidklemmen einzuklemmenden Aderenden und die zugeordneten Schneidklemmen unter einem Winkel kleiner 180° verlaufen und wobei beim Aufschrauben der Überwurfmutter auf den Anschlußkörper die Schneidklemmen die Aderisolation der Aderenden durchtrennen und mit den Leitern kontaktieren.

    [0010] Erläuterungsbedürftig sind nunmehr noch die zuvor angesprochenen Einzelteile Adernaufnahme- und -führungsteil, Klemm- und Anschlußeinheit und Anschluß- oder Verbindungskörper. Die nachfolgende Erläuterung dieser Einzelteile bezieht sich auf die zuvor angesprochene Kabelanschlußeinrichtung, bei der dann der Anschluß- oder Verbindungskörper nur noch als Anschlußkörper bezeichnet wird.

    [0011] Das zu dem Kabelanschlußbauteil gehörende Adernaufnahme- und -führungsteil ist üblicherweise kabelseitig mit einer Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung für die Gesamtheit aller Adern oder mit einer der Anzahl der Adern entsprechenden Anzahl von Aufnahme- bzw. Einführungsöffnungen für die einzelnen Adern versehen. Außerdem ist das Adernaufnahme- und -führungsteil mit Aderführungskanälen versehen. Weist das Adernaufnahme- und -führungsteil kabelseitig nur eine Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung auf, so verzweigt sich diese Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung dann in die einzelnen Aderführungskanäle. Ist jedoch kabelseitig eine der Anzahl der einzuführenden Adern entsprechende Anzahl von Aufnahme- bzw. Einführungsöffnungen verwirklicht, dann gehen die einzelnen Aufnahme- bzw. Einführungsöffnungen in die Aderführungskanäle über.

    [0012] Die in dem Adernaufnahme- und -führungsteil verwirklichten Aderführungskanäle sind unter Berücksichtigung der Geometrie und der Anordnung der Schneidklemmen der Klemm- und Anschlußeinheit so gestaltet und geführt, daß die mit den Schneidklemmen kontaktierenden bzw. von den Schneidklemmen einzuklemmenden Aderenden und die zugeordneten Schneidklemmen unter dem gewünschten Winkel verlaufen, beispielsweise unter einem spitzen Winkel oder unter einem rechten Winkel.

    [0013] Die zu dem Geräteanschlußbauteil gehörende Klemm- und Anschlußeinheit ist auf der dem Adernaufnahme- und -führungsteil zugewandten Seite mit Schneidklemmen, an der anderen Seite mit Anschlußelementen versehen. Es handelt sich dabei um in der Regel einstückig ausgeführte Metallteile, die auf einer Seite als Schneidklemmen und auf der anderen Seite als Anschlußelemente ausgestaltet sind. Dazu, wie Schneidklemmen funktionieren und im einzelnen ausgeführt sein können, wird verwiesen auf die deutschen Offenlegungsschriften 24 59 069, 26 21 507, 27 25 551, 28 56 549, 197 49 622, die deutschen Auslegeschriften 19 13 992, 2 010 436, 2 339 800, die deutschen Patentschriften 29 02 536, 32 39 708 sowie die deutsche Gebrauchsmusterschrift 298 02 412. Die Ausführung und Ausgestaltung der Anschlußelemente hängt davon ab, welche Anschlußart für die innere Verdrahtung des entsprechenden elektrischen Gerätes gewünscht wird bzw. zur Verfügung steht. Insbesondere können die Anschlußelemente als Flachsteck-, Wire-Wrap- oder als Lötanschlußelemente ausgeführt sein.

    [0014] Wie bei der in Rede stehenden Kabelanschlußeinrichtung die Überwurfmutter und das Adernaufnahme- und -führungsteil die beiden wesentlichen Funktionselemente des Kabelanschlußbauteils darstellen, bilden der hülsenförmige, mit einem dem Innengewinde der Überwurfmutter entsprechenden Außengewinde versehene Anschlußkörper und die mit Schneidklemmen und mit Anschlußelementen versehene Klemmund Anschlußeinheit die beiden wesentlichen Funktionselemente des Geräteanschlußbauteils. Im verschraubten Zustand, d. h. dann, wenn die Überwurfmutter auf den Anschlußkörper aufgeschraubt ist, bilden die Überwurfmutter und der Anschlußkörper ein abgeschlossenes Gehäuse, das die inneren Funktionselemente, nämlich das Adernaufnahme- und -führungsteil und die Klemm- und Anschlußeinheit, aufnimmt und umschließt.

    [0015] Zum Stand der Technik gehören zunächst Schneidklemmen, wozu auf die Druckschriften verwiesen werden darf, die weiter oben bereits angeführt worden sind.

    [0016] Weiter gehören zum Stand der Technik Kabelanschlußeinrichtungen der zuvor beschriebenen Art, bei denen jedoch die Aderenden radial oder im wesentlichen radial in entsprechend ausgeführte und angeordnete Schneidklemmen eingeführt werden, wobei die Radialbewegung der Aderenden abgeleitet wird aus einer Axialbewegung, nämlich dem Aufschrauben einer Überwurfmutter auf einen Anschlußkörper, der ein dem Innengewinde der Überwurfmutter entsprechendes Außengewinde aufweist (vgl. die deutschen Patentschriften 31 50 568 und 32 20 006).

    [0017] Ferner gehören zum Stand der Technik Leiteranschlußeinrichtungen zum elektrisch leitenden Anschluß mehrerer elektrischer Leiter - oder auch nur eines elektrischen Leiters - an ein elektrisches Gerät (vgl. die deutsche Offenlegungsschrift 32 11 983 und die deutsche Patentschrift 42 03 455). Dabei sind jeweils folgende Konstruktions- und Funktionsmerkmale verwirklicht:

    a) Die Leiterverbindungseinrichtung besteht von ihrer grundsätzlichen Struktur her aus einem Leiteranschlußbauteil und einem Geräteanschlußbauteil.

    b) Das Leiteranschlußbauteil ist als Leiteraufnahme- und -führungsteil ausgeführt, das entweder leiterseitig mehrere Aufnahme- bzw. Einführungsöffnungen aufweist, die in Leiterführungskanäle übergehen, oder leiterseitig eine Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung aufweist, die in einen Leiterführungskanal übergeht.

    c) Zu dem Geräteanschlußbauteil gehören ein Anschlußkörper und jeweils mit einer Schneidklemme und mit einem Anschlußelement versehene Klemmund Anschlußeinheiten oder eine mit einer Schneidklemme und mit einem Anschlußelement versehene Klemm- und Anschlußeinheit.

    d) Die in dem als Leiteraufnahme- und -führungsteil ausgebildeten Leiteranschlußbauteil vorgesehenen Leiterführungskanäle weisen an ihren den Aufnahme- bzw. Einführungsöffnungen fernen Enden eine Umlenkung auf bzw. der Leiteranführungskanal weist an seinem der Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung fernen Ende eine Umlenkung auf.

    e) Die Leiterführungskanäle bzw. der Leiterführungskanal verlaufen bzw. verläuft parallel zu den Schneidklemmen bzw. der Schneidklemme, und zwar auf einer ersten Seite, durchdringen bzw. durchdringt dann die Ebene der Schneidklemmen bzw. der Schneidklemme und verlaufen bzw. verläuft danach auf der anderen Seite der Schneidklemmen bzw. der Schneidklemme.

    f) Das axiale Einführen eines Leiters in eine Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung bzw. in die Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung führt - wegen der Umlenkung, die die Leiterführungskanäle aufweisen bzw. der Leiterführungskanal aufweist - dazu, daß beim Einführen eines Leiters dieser die Ebene der entsprechenden Schneidklemme bzw. der Schneidklemme kreuzt.

    g) Wird das Leiteranschlußbauteil axial relativ zum Geräteanschlußbauteil bewegt (oder umgekehrt), so findet in dem Bereich des eingeführten Leiters, der die Ebene der entsprechenden Schneidklemme bzw. der Schneidklemme kreuzt, eine Kontaktierung zwischen der Schneidklemme und dem eingeführten Leiter statt.



    [0018] Die Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung, von der die Erfindung konkret ausgeht, ist bekannt aus der deutschen Gebrauchsmusterschrift 295 12 585, der im wesentlichen inhaltsgleichen PCT-Offenlegungsschrift WO 97/06.580 und aus dem Firmenprospekt der Firma Phoenix Contact GmbH & Co. "QUICKON Q 1,5 ...", "Schnellanschlußtechnik", Teilkatalog 2 (März 1997).

    [0019] Auch aus der EP 0 542 164 A2 ist eine derartige Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung bekannt, bei der die Adern in den etwa U-förmigen Aderführungskanälen umgelenkt werden, so daß die sich zunächst auf einer Seite der Ebene der zugeordneten Schneidklemmen befindlichen Adern mit den Aderenden auf die andere Seite der Ebenen der Schneidklemmen gelangen. Anschließend führt dann das relative axiale Bewegen von Kabelanschlußbauteil und Geräteanschlußteil zueinander dazu, daß die Schneidklemmen zuerst die Aderisolation der einzelnen Adern durchtrennen und dann die einzelnen Leiter kontaktieren.

    [0020] Die bekannte, zuvor im einzelnen beschriebene Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung, die eine prinzipiell neue Schnellanschluß- bzw. Schnellverbindungstechnik darstellt, hat sich in der Praxis bereits außerordentlich bewährt. Gleichwohl sind unter verschiedenen Gesichtspunkten Verbesserungen, Ausgestaltungen und Weiterentwicklungen angezeigt, die zu lehren Aufgabe der Erfindung ist.

    [0021] Bei der bekannten Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung sind die Überwurfmutter und das Adernaufnahme- und -führungsteil zwei Einzelteile, die zueinander nicht fixiert sind. Eine radiale Fixierung ist auch nicht zulässig, weil ja beim Aufschrauben der Überwurfmutter auf den Anschluß- oder Verbindungskörper sich das Adernaufnahme- und -führungsteil nicht drehen darf bzw. nicht drehen kann. Die nicht verwirklichte axiale Fixierung hat die Konsequenz, daß beim Wiederlösen des Anschlusses bzw. der Verbindung nach dem Abschrauben der Überwurfmutter von dem Anschluß- oder Verbindungskörper das Kabel zunächst noch angeschlossen bzw. verbunden bleibt, weil die Schneidklemmen der Klemm- und Anschlußeinheit die geklemmten Leitern noch "festhalten". Es bedarf also zum Wiederlösen des Anschlusses bzw. der Verbindung nach dem Abschrauben der Überwurfmutter von dem Anschlußoder Verbindungskörper noch eines zusätzlichen Lösens der von den Schneidklemmen gehaltenen Leiter.

    [0022] Die erfindungsgemäße Ausführungsform der eingangs beschriebenen Kabelanschlußoder -verbindungseinrichtung, bei der das zuvor aufgezeigte Problem gelöst ist, ist dadurch gekennzeichnet, die Kontaktierungstaschen stirnseitig jeweils mindestens ein Durchtritts- und Schließelement aufweisen, so daß die Kontaktierungstaschen stirnseitig "rückschlagventilartig" ausgebildet sind, d.h. ein Einführen der Adern in die Kontaktierungstaschen einfach möglich ist, die Adern jedoch nicht ohne weiteres wieder aus den Kontaktierungstaschen austreten können.

    [0023] Während also bei der aus der DE 295 12 585 bekannten Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung beim Einführen des Kabels bzw. der einzelnen Adern des Kabels in das Adernaufnahme - und -führungsteil die einzelnen Adern in den Aderführungskanälen umgelenkt werden, findet eine solche Umlenkung bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform nicht statt. Vielmehr werden die einzelnen Adern durch die Aderführungskanäle so weit hindurchgeführt, bis sie stirnseitig austreten. Danach werden die einzelnen Adern von Hand - oder auch durch ein dafür hergerichtetes Werkzeug - nach außen umgelegt, nämlich in die Kontaktierungstaschen gebracht; danach können dann aus den Kontaktierungstaschen überstehende Aderenden abgeschnitten werden. Mit dem Verbringen der zunächst stirnseitig aus dem Adernaufnahme- und -führungsteil ausgetretenen Adern in die Kontaktierungstaschen gelangen die zunächst auf einer Seite der Ebene der zugeordneten Schneidklemmen befindlichen Adern mit den Aderenden auf die andere Seite der Ebenen der Schneidklemmen, kreuzen also diese Ebenen. Wie im Stand der Technik auch, führt dann das relative axiale Bewegen von Kabelanschlußbauteil bzw. erstem Kabelverbindungsbauteil und Geräteanschlußteil bzw. zweitem Kabelverbindungsteil zueinander dazu, daß die Schneidklemmen zuerst die Aderisolation der einzelnen Adern durchtrennen und dann die einzelnen Leiter kontaktieren.

    [0024] Im einzelnen gibt es nun verschiedene Möglichkeiten, die zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Ausführungsformen von Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtungen auszugestalten und weiterzubilden. Dazu wird verwiesen einerseits auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche, andererseits auf die nachfolgende Beschreibung eines insgesamt bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung. In der Zeichnung zeigt, jeweils perspektivisch und im Längsschnitt,
    Fig. 1
    ein an ein elektrisches Gerät anzuschließendes mehradriges Kabel und das Kabelanschlußbauteil einer erfindungsgemäßen Kabelanschlußeinrichtung,
    Fig. 2
    das Kabel und das Kabelanschlußbauteil nach Fig. 1, das Kabel in das Kabelanschlußbauteil eingeführt,
    Fig. 3
    den Gegenstand nach Fig. 2 mit für das Kontaktieren vorbereiteten Aderenden der Adern des in das Kabelanschlußbauteil eingeführten Kabels und
    Fig. 4
    das Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Kabelanschlußeinrichtung, nämlich den Gegenstand nach Fig. 3, nachdem die Überwurfmutter des Kabelanschlußbauteils auf den Anschlußkörper des Geräteanschlußbauteils aufgeschraubt ist.


    [0025] Gegenstand der Erfindung ist eine Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung zum elektrisch leitenden Anschließen eines Kabels 1 an ein nicht dargestelltes elektrisches Gerät oder, was nicht dargestellt ist, zum elektrisch leitenden Verbinden von zwei Kabeln. Geht es, wie dargestellt, um das Anschließen eines Kabels 1 an ein elektrisches Gerät, so liegt eine Kabelanschlußeinrichtung vor; sollen zwei Kabel miteinander verbunden werden, so handelt es sich um eine Kabelverbindungseinrichtung. Im folgenden wird der Einfachheit halber immer nur auf eine Kabelanschlußeinrichtung abgestellt. Wie aus der dargestellten Kabelanschlußeinrichtung eine Kabelverbindungseinrichtung entsteht, entnimmt der Fachmann insbesondere der PCT-Offenlegungsschrift WO 97/06.580, vgl. der in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Kabelanschlußeinrichtung mit der in Fig. 5 dargestellten Kabelverbindungseinrichtung.

    [0026] Von ihrer grundsätzlichen Struktur her besteht die - insgesamt nur in Fig. 4 - dargestellte Kabelanschlußeinrichtung aus einem - in allen Figuren dargestellten - Kabelanschlußbauteil 2 und einem - nur in Fig. 4 dargestellten - Geräteanschlußbauteil 3. Im einzelnen gehören zu der dargestellten Kabelanschlußeinrichtung eine Überwurfmutter 4, ein Adernaufnahme- und -führungsteil 5, eine mit Schneidklemmen 6 und mit Anschlußelementen 7 versehene Klemm- und Anschlußeinheit 8 und ein hülsenförmiger, mit einem dem Innengewinde 9 der Überwurfmutter 4 entsprechenden Außengewinde 10 versehener Anschlußkörper 11.

    [0027] Allen Figuren, insbesondere Fig. 1, kann entnommen werden, daß das Kabel 1 mehradrig ist, nämlich drei Adern 12 aufweist. Die einzelnen Adern 12 des Kabels 1 bestehen jeweils aus einem Leiter 13 und aus einer Aderisolation 14. In ihrer Gesamtheit sind die Adern 12 von einer Kabelisolation 15 umgeben.

    [0028] Wie im Stand der Technik verlaufen die mit den Schneidklemmen 6 zu kontaktierenden bzw. von den Schneidklemmen 6 einzuklemmenden Aderenden 16 der Adern 12 und die zugeordneten Schneidklemmen 6 unter einem Winkel kleiner 180°, konkret unter einem spitzen Winkel oder unter einem rechten Winkel. Beim Aufschrauben der Überwurfmutter 4 auf den Anschlußkörper 11 wird zuerst die Aderisolation 14 der Aderenden 16 durchtrennt; danach kontaktieren die Schneidklemmen 6 mit den Leitern 13 der einzelnen Adern 12.

    [0029] Wie allen Figuren entnommen werden kann, gehören die Überwurfmutter 4 und das Adernaufnahme- und -führungsteil 5 zu dem Kabelanschlußbauteil 2, während, wie die Fig. 4 zeigt, die Klemm- und Anschlußeinheit 8 und der Anschlußkörper 11 zu dem Geräteanschlußbauteil 3 gehören.

    [0030] Das zu dem Kabelanschlußbauteil 2 gehörende Adernaufnahme- und -führungsteil 5 ist kabelseitig mit einer Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung 17 versehen. Außerdem weist das Adernaufnahme- und -führungsteil 5 Aderführungskanäle 18 auf. Die Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung 17 geht über in die Aderführungskanäle 18.

    [0031] Die zu dem Geräteanschlußbauteil 3 gehörende Klemm- und Anschlußeinheit 8 ist auf der dem Adernaufnahme- und -führungsteil 5 zugewandten Seite mit den Schneidklemmen 6, an der anderen Seite mit den Anschlußelementen 7 versehen. Es handelt sich dabei um einstückig ausgeführte Metallteile, die auf einer Seite die Schneidklemmen 6 und auf der anderen Seite die Anschlußelemente 7 aufweisen. Dazu, wie die Schneidklemmen 6 funktionieren und im einzelnen ausgeführt sein können, wird auf die einleitend angeführten vorveröffentlichten Druckschriften verwiesen; insbesondere wird auf die Fig. 1 bis 4 der deutschen Gebrauchsmusterschrift 295 12 585 und auf die Fig. 1 bis 5 der im wesentlichen inhaltsgleichen PCT-Offenlegungsschrift WO 97/06.580 sowie ferner auf Seite 2, rechtes Bild, des Firmenprospektes der Firma Phoenix Contact GmbH & Co. "QUICKON Q 1,5 ...", "Schnellanschlußtechnik", Teilkatalog 2 (März 1997) verwiesen. Wie dies die Fig. 1 und 2 der deutschen Gebrauchsmusterschrift 295 12 585 und der PCT-Offenlegungsschrift WO 97/06.580 zeigen, vorliegend in den Figuren nur angedeutet ist, ist das Adernaufnahme- und -führungsteil 5 mit Einschnitten 19 versehen, die von der der Klemm- und Anschlußeinheit 8 zugewandten Seite nach innen, also in das Innere des Adernaufnahme- und -führungsteils 5 ragen. Beim Zusammenfügen von Kabelanschlußbauteil 2 und Geräteanschlußbauteil 3, konkret also beim Aufschrauben der Überwurfmutter 4 auf den Anschlußkörper 11, dringen die Schneidklemmen 6 der Klemm- und Anschlußeinheit 8 sukzessive in die in dem Adernaufnahme - und -führungsteil 5 vorgesehenen Einschnitte 19 ein, durchdringen die Aderisolation 14 der einzelnen Adern 12 und kontaktieren dann die einzelnen Leiter 13.

    [0032] Gemäß der Erfindung ist das Adernaufnahme- und -führungsteil 5 in der Überwurfmutter 4 axial fixiert. Das hat den ganz erheblichen Vorteil, daß die mit dem Abschrauben der Überwurfmutter 4 von dem Anschlußkörper 11 einhergehende axiale Relativbewegung zwischen der Überwurfmutter 4 und dem Anschlußkörper 11 dann auch eine axiale Relativbewegung zwischen dem Adernaufnahme- und -führungsteil 5 und dem Anschlußkörper 11 ist, die zwangsläufig dazu führt, daß die zuvor in den Schneidklemmen 6 geklemmten Leiter 13 nun freikommen. Da bei der erfindungsgemäßen Kabelanschlußeinrichtung die Klemm- und Anschlußeinheit 8 in dem Anschlußkörper 11 fixiert ist, und zwar integraler Bestandteil des Anschlußkör-pers 11 ist, liegt erfindungsgemäß also eine Kabelanschlußeinrichtung vor, die - funktional - nur aus zwei Bauteilen besteht, nämlich dem Kabelanschlußbauteil 2 und dem Geräteanschlußbauteil 3.

    [0033] Bei dem dargestellten und bisher beschriebenen besonderen Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Kabelanschlußeinrichtung ist die zuvor in ihrer wesentlichen Struktur erläuterte Lehre der Erfindung ausgestaltet und weitergebildet, was im folgenden erläutert werden soll.

    [0034] Zunächst ist im dargestellten Ausführungsbeispiel zwischen dem kabelseitigen Ende des Adernaufnahme- und -führungsteils 5 und dem kabelseitigen Ende der Überwurfmutter 4 eine Kabelaufnahme 20 vorgesehen. Diese Kabelaufnahme 20 könnte einstückig mit dem Adernaufnahme- und -führungsteil 5 ausgeführt sein. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Kabelaufnahme 20 jedoch als von dem Adernaufnahme- und -führungsteil 5 separates Bauteil ausgeführt und mit dem Adernaufnahmeund -führungsteil 5 durch eine kraft- oder formschlüssige Verbindung axial fixiert; eine axiale Fixierung ist ausreichend, eine radiale Fixierung kann verwirklicht sein, muß aber nicht verwirklicht sein.

    [0035] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine axiale Fixierung des Adernaufnahmeund -führungsteils 5 in der Überwurfmutter 4 dadurch realisiert, daß die Überwurfmutter 4 an ihrem kabelseitigen Ende mit einem umlaufenden Fixierflansch 21 versehen ist und die Kabelaufnahme 20 eine dem Fixierflansch 21 der Überwurfmutter 4 zugeordnete umlaufende Fixiernut 22 aufweist.

    [0036] Wie wiederum alle Figuren zeigen, gilt für das dargestellte Ausführungsbeispiel einer Kabelanschlußeinrichtung, daß die Kabelaufnahme 20 eine - vorzugsweise aus einem weichelastischen Material bestehende - hülsenförmige Zugentlastung 23 aufweist. Die Zugentlastung 23 ist in axialer Richtung spannbar und wird durch axiales Spannen als Zugentlastung wirksam, nämlich dadurch, daß das axiale Spannen zu einer Reduzierung des Innendurchmessers führt.

    [0037] Im übrigen zeigen die Figuren, insbesondere Fig. 4, daß im dargestellten Ausführungsbeispiel die Kabelaufnahme 20 mit einem Dichtring 24 versehen ist und der Dichtring 24 bei auf den Anschlußkörper 11 aufgeschraubter Überwurfmutter 4 an das der Überwurfmutter 4 zugewandte Ende des Anschlußkörpers 11 abdichtend anliegt. Es ist ohne weiteres nachvollziehbar, daß das Aufschrauben der Überwurfmutter 4 auf den Anschlußkörper 11 zu einem axialen Spannen des Dichtringes 24 und - damit einhergehend - zu einer radialen Aufweitung führt.

    [0038] Gemäß der Lehre der Erfindung ist die dargestellte und bisher beschriebene Kabelanschlußeinrichtung dadurch gekennzeichnet, daß die in dem Adernaufnahme- und - führungsteil 5 vorgesehenen Aderführungskanäle 18 koaxial zueinander verlaufen sowie einerseits stirnseitig offen sind und andererseits in radial nach außen offene Kontaktierungstaschen 25 münden wobei die Kontaktierungstaschen 25 stirnseitig ein Durchtritts- und Schließelement aufweisen. Während also bei der bekannten Kabelanschlußeinrichtung, von der die Erfindung ausgeht, beim Einführen des Kabels bzw. der einzelnen Adern des Kabels in das Adernaufnahme- und -führungsteil die einzelnen Adern in den Aderführungskanälen umgelenkt werden, findet eine solche Umlenkung bei der zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Ausführungsform nicht statt. Bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform werden vielmehr die einzelnen Adern 12 des Kabels 1 durch die Aderführungskanäle 18 so weit hindurchgeführt, bis sie stimseitig austreten, wie das in Fig. 2 dargestellt ist. Danach werden dann die einzelnen Adern 12 von Hand - ggf. auch durch ein dafür vorgesehenes Werkzeug - nach außen umgelegt, nämlich in die Kontaktierungstaschen 25 gebracht, wie das in den Fig. 3 und 4 dargestellt ist. Mit dem Verbringen der zunächst stirnseitig aus dem Adernaufnahmeund -führungsteil 5 ausgetretenen Adern 12 in die Kontaktierungstaschen 25 findet dann das statt, was im Stand der Technik, von dem die Erfindung ausgeht, bereits durch das Einführen der Adern bzw. durch das Hindurchführen der Adern durch die Aderführungskanäle erfolgt; die zunächst auf einer Seite der Ebene der zugeordneten Schneidklemmen 6 befindlichen Adern 12 gelangen mit den Aderenden 16 auf die andere Seite der Ebenen der Schneidklemmen 6, kreuzen also diese Ebenen. Wie im Stand der Technik auch, führt dann das relative axiale Bewegen von Kabelanschlußbauteil 2 und Geräteanschlußteil 3 zueinander, also das Aufschrauben der Überwurfmutter 4 auf den Anschlußkörper 11, dazu, daß die Schneidklemmen 6 zuerst die Aderisolation 14 der einzelnen Adern 12 durchtrennen und dann die einzelnen Leiter 13 kontaktieren.

    [0039] Bei dem dargestellten und bisher beschriebenen besonderen Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Kabelanschlußeinrichtung ist die zuvor in ihrer wesentlichen Struktur erläuterte Lehre der Erfindung ausgestaltet und weitergebildet, was im folgenden erläutert werden soll.

    [0040] Bei der Kabelanschlußeinrichtung, von der die Erfindung ausgeht, ist es funktionsnotwendig, daß das Adernaufnahme- und -führungsteil separate Aderführungskanäle aufweist, weil ja diese Aderführungskanäle die Aufgabe haben, die eingeführten Adern so umzulenken, daß die Aderenden die Ebenen der Schneidklemmen kreuzen. Da bei der erfindungsgemäßen Kabelanschlußeinrichtung die zuvor erläuterte Notwendigkeit nicht gegeben ist, ist es auch nicht erforderlich, daß das Adernaufnahmeund -führungsteil 5 separate Aderführungskanäle 18 aufweist. Vielmehr können die Aderführungskanäle 18, die funktional für jede Ader 12 des Kabels 1 erforderlich sind, im vorliegenden Fall also drei Aderführungskanäle 18 räumlich und baulich zusammengefaßt sein, also ohne Materialtrennung ineinander übergehen.

    [0041] Bei der Ausführungsform einer Kabelanschlußeinrichtung gemäß der Lehre der Erfindung, die zuvor erläutert worden ist, ist es auch möglich, daß die Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung 17 in die Gesamtheit der Aderführungskanäle 18 ohne weiteres übergeht. Es kann sich aber auch anbieten, zwischen der Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung 17 und der Gesamtheit der Aderführungskanäle 19 einen beispielsweise stufig ausgeführten Übergang zu realisieren. Dabei kann dann der stufige Übergang zwischen der Aufnahme- bzw. Einführungsöffnung 17 und der Gesamtheit der Aderführungskanäle 18 gleichsam einen Anschlag für das eingeführte Kabel 1, genauer für dessen Kabelisolation 15, darstellen.

    [0042] In Verbindung mit der Erläuterung der Lehre der Erfindung ist bisher dargestellt worden, daß die in dem Aderaufnahme- und -führungsteil 5 vorgesehenen Aderführungskanäle 18 stirnseitig offen sind, - so daß die einzelnen Adern 12 des Kabels 1, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist, stirnseitig aus dem Adernaufnahme- und -führungsteil 5 austreten können. Zwingend notwendig ist das nicht.

    [0043] Für das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Kabelanschlußeinrichtung gilt nun weiter, daß die in dem Adernaufnahme- und führungsteil 5 verwirklichten Kontaktierungstaschen 25 stirnseitig "rückschlagventilartig" ausgebildet sind. "Rückschlagventilartig" meint, daß die stirnseitige Ausbildung der Kontaktierungstaschen 25 so ist, daß die zunächst stirnseitig ausgetretenen Aderenden 16 der einzelnen Adern 12 zwar ohne weiteres in die Kontaktierungstaschen 25 verbracht werden können, darin jedoch dann "gefangen sind", also nicht ohne weiteres, auch nicht durch die Rückstellkraft der einzelnen Adern 12, wieder austreten können. Diese "rückschlagventilartige" Ausbildung ist im dargestellten Ausführungsbeispiel dadurch realisiert, daß die Kontaktierungstaschen 25 stirnseitig jeweils zwei Durchtritts- und Schließelemente 26 aufweisen, die als elastische Zungen ausgeführt sind, und zwar so, daß sie in Durchtrittsrichtung, also zum Einführen der Aderenden 16 der einzelnen Adern 12 in die Kontakttaschen 25, "relativ nachgiebig", aber entgegen der Durchtrittsrichtung "wenig nachgiebig" ausgeführt sind.

    [0044] In Verbindung mit dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind Details nicht beschrieben, die bei der Kabelanschlußeinrichtung verwirklicht sind, von der die Erfindung ausgeht, die aber auch bei der erfindungsgemäßen Kabelanschlußeinrichtung verwirklicht werden können. Das gilt beispielsweise für die weiter oben erläuterte, die einzelnen Leiter betreffende Zugentlastung, aber auch für die ebenfalls weiter oben erläuterten Codierelemente. Zur Vermeidung von insoweit überflüssigen Ausführungen wird hier nochmals vewiesen auf das deutsche Gebrauchsmuster 295 12 585, auf die PCT-Offenlegungsschrift WO 97/06.580 und ferner auf den Firmenprospekt der Firma Phoenix Contact GmbH & Co. "QUICKON Q 1,5 ...", "Schnellanschlußtechnik", Teilkatalog 2 (März 1997).


    Ansprüche

    1. Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung zum elektrisch leitenden Anschluß eines vorzugsweise mehradrigen Kabels (1) an ein elektrisches Gerät oder zum elektrisch leitenden Verbinden von zwei vorzugsweise mehradrigen Kabeln, mit einem Kabelanschlußbauteil (2) und mit einem Geräteanschlußbauteil (3) oder mit einem ersten Kabelverbindungsbauteil und einem zweiten Kabelverbindungsbauteil, wobei zu dem Kabelanschlußbauteil (2) bzw. dem ersten Kabelverbindungsbauteil oder dem Geräteanschlußbauteil (3) bzw. dem zweiten Kabelverbindungsteil eine Überwurfmutter (4), ein Adernaufnahme- und -führungsteil (5), eine mit Schneidklemmen (6) und mit Anschlußelementen (7) versehene Klemm- und Anschlußeinheit (8) und ein hülsenförmiger, mit einem dem Innengewinde (9) der Überwurfmutter (4) entsprechenden Außengewinde (10) versehener Anschlußkörper (10) oder Verbindungskörper gehören, wobei die mit den Schneidklemmen (6) zu kontaktierenden bzw. von den Schneidklemmen (6) einzuklemmenden Aderenden (16) und die zugeordneten Schneidklemmen (6) unter einem Winkel kleiner 180° verlaufen und wobei beim Aufschrauben der Überwurfmutter (4) auf den Anschlußkörper (11) oder den Verbindungskörper oder beim Einschrauben des Anschlußkörpers (11) oder des Verbindungskörpers in die Überwurfmutter (4) die Schneidklemmen (6) die Aderisolation (14) der Aderenden durchtrennen und mit den Leitern (13) kontaktieren, wobei die in dem Adernaufnahme- und -führungsteil (5) vorgesehenen Adernführungskanäle (18) zumindest im wesentlichen koaxial zueinander verlaufen sowie einerseits stirnseitig offen sind und andererseits in radial nach außen offene Kontaktierungstaschen (25) münden
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Kontaktierungstaschen (25) stirnseitig jeweils mindestens ein Durchtritts- und Schließelement (26) aufweisen, so daß die Kontaktierungstaschen (25) stirnseitig "rückschlagventilartig" ausgebildet sind, d.h. ein Einführen der Adern (12) in die Kontaktierungstaschen (25) von der stirnseite aus und an dem Durchtritts- und Schließelement vorbei möglich ist, die Adern (12) jedoch nicht ohne weiteres wieder stirnseitig aus den Kontaktierungstaschen (25) austreten können.
     
    2. Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktierungstaschen (25) stirnseitig jeweils zwei Durchtritts- und Schließelemente (26) aufweisen.
     
    3. Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtritts- und Schließelemente (26) als elastische Zungen ausgeführt sind.
     
    4. Kabelanschluß- oder -verbindungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtritts- und Schließelemente (26) in Durchtrittsrichtung "relativ nachgiebig" und entgegen der Durchtrittsrichtung "wenig nachgiebig" ausgeführt sind.
     


    Claims

    1. A cable terminal or connecting device for electrically conductive connecting of a preferably multicore cable (1) to an electrical unit or for electrically conductive connecting of two preferably multicore cables, having a cable terminal component (2) and a device interface component (3) or having a first cable connection component and a second cable connection component, whereby a swivel nut (4), a core pick-up and guide component (5), a clamp and terminal unit (8) fitted with cutting clamps (6) and terminal elements (7), and a socket-shaped terminal body (10) or connecting body provided with an outer thread (10) corresponding to the inner thread (9) of the swivel nut (4) belong to the cable terminal component (2) or to the first cable connection component or to the interface component (3) or to the first cable connection component, whereby the core ends (16) for contacting the cutting clamps (6) or to be crimped by the cutting clamps (6) and the assigned cutting clamps (6) are at an angle of less than 180°C, and whereby the cutting clamps (6) transect the core insulation (14) of the core ends, when the swivel nut (4) is screwed onto the terminal body (11) or the connecting body or when the terminal body (11) or the connecting body is screwed into the swivel nut (4), and make contact with conductors (13), whereby the core guide channels (18) provided in the core pick-up and guide component (5) run at least essentially coaxially to one another, and on the one hand are open on the front side and on the other hand terminate in contact pockets (25) opening radially outwards,
    characterised in
    that the contact pockets (25) each having at least one through element and closing element (26) on the front side, so that the contact pockets (25) are designed in the manner of a return valve on the front side, i.e. insertion of the cable cores (12) into the contact pockets (25) from the front side and passing the through element and closing element (26) is possible, but the cable cores (12) cannot easily re-emerge out of the contact pockets (25) on the front side.
     
    2. The cable terminal or connecting device as claimed in Claim 1, characterised in that the contact pockets (25) having two through elements and closing elements (26) on the front side in each case.
     
    3. The cable terminal or connecting device as claimed in Claim 1 or 2, characterised in that the through elements and closing elements (26) are designed as elastic tongues.
     
    4. The cable terminal or connecting device as claimed in any one of Claim 1 to 3, characterised in that the through elements and closing elements (26) in the through direction are designed relatively flexible, but only slightly flexible against the through direction.
     


    Revendications

    1. Dispositif de raccordement ou de liaison par câble pour le raccordement à conduction électrique d'un câble (1) de préférence à plusieurs fils à un appareil électrique ou pour la liaison à conduction électrique de deux câbles de préférence à plusieurs fils, avec une composante de raccordement de câble (2) et avec une composante de raccordement d'appareils (3) ou avec une première composante de liaison par câble et une deuxième composante de liaison par câble, un écrou à chapeau (4), une pièce de réception et de guidage de fil (5), une unité de serrage et raccordement (8) munie de bornes de coupure (6) et d'éléments de raccordement (7) et un corps de raccordement (10) ou corps de liaison de forme tubulaire comportant un filetage extérieur (10) correspondant au filetage intérieur (9) de l'écrou à chapeau (4) faisant partie de la composante de raccordement de câble (2) ou de la première composante de liaison par câble ou de la composante de raccordement d'appareils (3) ou de la deuxième composante de liaison par câble, les extrémités de fils (16) à mettre en contact avec les bornes de coupure (6) ou à faire serrer (6) par les bornes de coupure (6) et les bornes de coupure associées (6) étant orientées dans un angle inférieur à 180° et les bornes de coupure (6) séparant l'isolation des fils (14) des extrémités de fils et les mettant en contact avec les conducteurs (13) lors du vissage de l'écrou à chapeau (4) sur le corps de raccordement (11) ou le corps de liaison, ou lors du vissage du corps de raccordement (11) ou du corps de liaison dans l'écrou à chapeau (4), et les canaux de guidage de fils (18) prévus dans la pièce de réception et de guidage de fils (5) sont orientés en substance de manière coaxiale les uns par rapport aux autres, de même qu'ils sont d'une part ouverts sur leur face frontale et d'autre part débouchent dans des poches de contact (25) ouvertes vers l'extérieur dans le sens radial,
    caractérisé en ce
    que les poches de contact (25) présentent sur leur face frontale respectivement au moin une éléments de transition et de fermeture (26), afin que les poches de contact (25) sont configurées sur la face frontale selon un "type soupape anti-retour", c'est-à-dire que l'introduction du fils (12) du câble dans les poches de contact (25) de la face frontale et devant les éléments de transition et de fermeture (26) est possible, mais les fils (12) du câble ne peuvent donc en ressortir facilement des poches de contact (25).
     
    2. Dispositif de raccordement ou de liaison par câble selon la revendication 1, caractérisé en ce que les poches de contact (25) présentent sur leur face frontale respectivement deux éléments de transition et de fermeture (26).
     
    3. Dispositif de raccordement ou de liaison par câble selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les éléments de transition et de fermeture (26) sont conçus sous forme de languettes élastiques.
     
    4. Dispositif de raccordement ou de liaison par câble selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les éléments de transition et de fermeture (26) dans le sens de transition ils soient configurés de manière "relativement souple", mais "peu souple" dans le sens contraire à la transition.
     




    Zeichnung