[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Streckgitters gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein nach diesem Verfahren hergestelltes Streckgitter.
[0002] Unter einem Streckgitter versteht man eine Materialbahn bevorzugt aus Metall, in
die eine Vielzahl von Einschnitten parallel zueinander eingebracht und dann anschließend
quer zur Richtung der Einschnitte auseinandergezogen ist. Diesbezüglich existieren
vielfältige Verfahren, die ein Metallband über eine Fördereinrichtung führen, wobei
eine Schneideinrichtung während des Fördervorganges Einschnitte in das Metallband
ausführt, deren Schnittlinien entweder parallel oder quer zur Förderrichtung verlaufen.
Die Einschnitte sind in geradlinigen Reihen eingebracht und in aufeinanderfolgenden
Reihen versetzt zueinander angeordnet. Bei Einschnitten, die parallel zur Förderrichtung
in das Metallband eingebracht wurden, werden in einer nachgeordneten Streckeinrichtung
die beiden Seitenränder des Metallbandes während des Fördervorganges erfaßt und nach
außen gezogen, so daß das Metallband quer zur Förderrichtung gestreckt wird. Dadurch
entsteht ein Streckgitter, dessen Endbreite größer als seine Ausgangsbreite ist.
[0003] Die EP 0 599 782 A1 als nächstkommender Stand der Technik zeigt ein Verfahren zur
Herstellung eines Streckgitters, bei dem die Einschnitte in das Metallband quer zur
Förderrichtung eingebracht werden. Diese Einschnitte sind in Reihen quer zur Förderrichtung
eingebracht und in aufeinanderfolgenden Reihen versetzt zueinander angeordnet. Das
Blechband wird nun kontinuierlich mit einer ersten Geschwindigkeit durch ein erstes
Fördermittel und mit einer im Verhältnis zur ersten Geschwindigkeit erhöhten zweiten
Geschwindigkeit durch ein zweites Fördermittel gefördert. Dadurch wird der zwischen
dem ersten und zweiten Fördermittel befindliche Bandabschnitt unter Bildung einer
dreidimensionalen Streckgitterstruktur gestreckt. Die Herstellung basiert auf der
plastischen Verformbarkeit der Materialbahn, wobei der zwischen den Einschnitten gebildete
Querstreifen oder Gittersteg der Bahn auf ein erforderliches Maß gestreckt wird, indem
das Metall nicht nur unelastisch gebogen, sondern auch gedehnt wird. Die Fördermittel
verfügen über Vorsprünge oder Stifte, die auf Walzen angeordnet sind, und mit denen
sie in zusätzlich in die Materialbahn eingebrachte Löcher eingreifen und die Materialbahn
dadurch festhalten, damit die Materialbahn schlupffrei gestreckt werden kann. Da sich
das Streckgitter beim Streckvorgang in seiner Breite zusammenzieht, ist es erforderlich,
die Eingriffeinrichtungen von Walze zu Walze unterschiedlich zu beabstanden, damit
eine beim Strecken ausgebildete Masche exakt von einem Eingriffstift oder dergl. erfaßt
wird.
[0004] Bei der Herstellung eines Streckgitters aus dünnem Aluminiumblech, wie das bei der
Produktion von Wakaflex (eingetragene Marke) gemäß DE 36 42 063 oder Aerograt (eingetragene
Marke) gemäß DE 38 16 015 als sogenannter Bleiersatz für die Anformung an dreidimensionale
Strukturen insbesondere im Dachbereich der Fall ist, wird weichgeglühtes Aluminiumblech
in einer Dicke von ca. 0,5 mm verwendet, da sich gezeigt hat, daß damit die gewünschte
bleiähnliche, plastische Verformbarkeit am ehesten zu erreichen ist. Die daran anschließende
herkömmliche Streckung der eingeschnittenen Bahn führt hierbei, insbesondere an den
Gitterstegen, zu einer Dehnung des Metalls. Dadurch wird die Festkörperstruktur des
Metalls verändert, was wiederum in einer Erhöhung der Metallhärte resultiert, so daß
das gestreckte Aluminiumgitter anschließend noch einmal weichgeglüht werden muß. Dies
geschieht als Rekristallisationsglühen über eine Dauer von drei Stunden bei ca. 300°
C. Damit ist die derzeitige Herstellung eines solchen Streckgitters zeit- und kostenaufwendig.
Die weichgeglühten Streckgitterrollen sind sehr empfindlich. Sie dürfen nicht angestoßen
werden und benötigen spezielle Spulen, auf denen sie geglüht und anschließend transportiert
werden müssen. Jeder Stoß an das Gitter verursacht eine Deformierung, die es unbrauchbar
werden läßt. Damit stellt dieser Verfahrensschritt des nachträglichen Weichglühens
einen erheblichen Nachteil bei der Herstellung eines derartigen Streckgitters dar.
[0005] Bei der herkömmlichen Herstellung eines Streckgitters aus Weichmetall, insbesondere
aus Aluminium, wie es beispielsweise in der DE 38 16 015 beschrieben ist, ist durch
die Dehnung eine Streckgrenze gegeben, die einen Streckwinkel von maximal nahezu 90°
zuläßt. Quadratische Löcher (Winkel = 90°) sind wegen der hohen erforderlichen Dehnung
von ca. 40 % in herkömmlichen Verfahren dann nur mit besonderem, tiefziehfähigem Material
zu erreichen. Als Stahlblech ist hierfür nur die Güte MST (mikrolegierter Sondertiefziehstahl)
mit 42 % Mindestbruchdehnung geeignet.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung liegt nun darin, ein Herstellungsverfahren für Streckgitter,
insbesondere aus einem weichen Metall aufzuzeigen, das die oben erwähnten Nachteile
eliminiert und mit dem ein Streckgitter hergestellt werden kann, das nach der Streckung
keinem weiteren Rekristallisationsprozeß, insbesondere einem Weichglühen unterzogen
werden muß. Darüber hinaus ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung
weicher Streckmetallgitter aufzuzeigen, mit dem Streckwinkel von weit über 90° möglich
sind.
[0007] Die Aufgaben der Erfindung werden gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0008] Grundlage des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, daß die Materialbahn nur in der Streckrichtung
zwangsgeführt wird. Das bedeutet, daß sich die Bahn während des Streckvorgangs frei
in ihrer Breite zusammenziehen kann. Das Maß der Breitenkontraktion ist ausschließlich
durch die Kraft bestimmt, die zur Streckung der Materialbahn ausgeübt wird. Damit
ist eine Streckung möglich, mit der eine Dehnung des Materials verhindert werden kann
und das Material seine Materialeigenschaften in unveränderter Form beibehält. Bei
dem Auseinanderziehen der geschlitzten Materialbahn bleiben die Zwischenstege ungedehnt
und sie werden im Bereich der Knoten im wesentlichen nur leicht gebogen, so daß sie
ihre plastische Verformbarkeit und Korrosionsbeständigkeit beibehalten. Durch die
Erfindung können somit einwandfreie, mit rautenförmigen bzw. rhombischen Maschen versehene
Metallnetze hergestellt werden, bei denen eine Veränderung der metallurgischen Eigenschaften
der die Maschen begrenzenden Stege in Folge einer Dehnstreckung vermieden wird.
Diesbezüglich eignet sich das Verfahren vorteilhaft für die Verarbeitung von weichen
Metallen, da die Materialschonung hier eine bedeutende Rolle spielt, weil weiche Metalle
hinsichtlich ihrer zu konservierenden Materialeigenschaften anfälliger auf eine Streckung
reagieren.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, Streckgitter mit größerem Streckwinkel
herzustellen. Durch das Verfahren der Erfindung werden auch die Herstellungskosten
eines Streckgitters bedeutend reduziert.
In einer vorteilhaften Weiterbildung wird die Materialbahn zwischen zwei glatten Förderwalzen
gefördert, so daß gewährleistet ist, daß das Zusammenziehen in der Breite nicht durch
Eingriffe in die Bahn begrenzt wird.
Es können auch Stifte oder Zähne vorgesehen sein, die während des Streckvorgangs in
die Maschenöffnungen oder in zusätzlich eingebrachte Löcher eingreifen, damit die
Materialbahn sicher und schlupffrei gehalten wird. Diese Stifte bzw. Zähne sind dann
so gehalten, daß sich ihr gegenseitiger Abstand quer zur Streckrichung der Breitenkontraktion
der Materialbahn von alleine anpassen kann.
[0009] Die Herstellung des Streckgitters kann in einem Verfahrensschritt ablaufen, der zum
einen das Einschneiden und zum anderen die Streckung der Materialbahn umfaßt. Vorteilhaft
werden die Einschnitte quer zur Förderrichtung gemacht und die Materialbahn in Förderrichtung
gestreckt. Die Herstellung kann jedoch auch in die zwei voneinander getrennten Verfahrensschritte
des Einschneidens bzw. des Streckens unterteilt werden, die zeitlich und/oder örtlich
voneinander getrennt ablaufen. Das eingeschnittene und noch ungestreckte Material
kann dann auf Spulen, Walzen oder Kernen aufgewickelt werden und erst zu einem anderen
Zeitpunkt einem Streckvorgang unterzogen werden. Diese Lösung hat den Vorteil, daß
der aufgewickelte Coil in kompakter Form transportiert werden kann, wodurch weniger
Raum benötigt wird und das Material selbst gegen Beschädigungen weniger anfällig ist.
[0010] In einer vorteilhaften Weiterbildung können die Einschnitte kostengünstig über eine
rotierende Schneidwalze in die Materialbahn eingebracht werden.
[0011] Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen in Verbindung mit einer Metallbahn
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf einen mit versetzten Einschnitten versehenen, noch ungestreckten
Metallbahnabschnitt,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf einen aus dem Metallbahnabschnitt von Fig. 1 gebildeten Streckgitterabschnitt,
- Fig. 3
- eine weitere Draufsicht des stärker gestreckten Materialbahnabschnittes von Fig. 2,
- Fig. 4
- einen vergrößerten Ausschnitt des gestreckten Gitters aus einer Draufsicht,
- Fig. 5
- eine weitere Draufsicht des stärker gestreckten Gitters,
- Fig. 6
- die schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Einschneiden und Strecken der Materialbahn,
- Fig. 7
- die schematisch Darstellung einer Vorrichtung zum Einschneiden der Materialbahn mit
zwei hintereinanderliegenden Messern
- Fig. 8
- in Draufsicht das mit der Vorrichtung nach Fig. 7 eingeschnittene Material,
- Fig. 9
- die Anorndung von zwei Rotationsmessern zur Einbringung der Einschnitte im Rollschnittverfahren,
- Fig. 10
- die schematische Darstellung einer Herstellung im Rollschnittverfahren,
- Fig. 11
- ein Streckgitter mit plissierten Seitenrändern,
- Fig. 12 und 13
- ergänzende Darstellung von Messern aus Federbandstahl.
- Fig. 14 bis 16
- die schematische Darstellung einer Herstellung im Bandstahlverfahren.
[0012] Fig. 1 zeigt einen Metallbahnabschnitt 1, der mit parallelen Einschnitten 2a gleicher
Länge versehen ist. Die Einschnitte sind in aufeinanderfolgenden Reihen versetzt zueinander
angeordnet. Der zwischen ihnen belassene Abstand definiert die Gitterknotenpunkte
3.
[0013] Fig. 2 zeigt den mit Einschnitten versehenen Bahnabschnitt der Fig. 1 in bereits
gestreckter Form. Durch die Streckung vergrößern sich die Einschnitte 2a zu geöffneten
Maschen 2b. Die Aufweitung der Maschen und die damit verbundene Verlängerung des Streckgitters
erfolgt ohne Dehnung des Ausgangsmaterials, was bedeutet, daß die Erhöhung der Maschenbreite
b eine Verringerung der Maschenlänge 1 bewirkt (siehe Fig. 4). Wie das aus der Fig.
2 im Vergleich zu Fig. 1 ersichtlich ist, nimmt dabei die Gesamtbreite der Streckgitterbahn
ab.
[0014] Fig. 3 zeigt das Streckgitter aus Fig. 2 in der Draufsicht nach einer weiteren Streckung.
Die Maschenöffnung 2c hat hier noch einmal ohne Dehnung des Ausgangsmaterials zugenommen.
Bei der Streckung verbiegen sich die Knoten 3 aus der Metallbahnebene, wodurch sich
eine dreidimensional profilierte Streckmetallbahn ergibt.
[0015] Wie das aus Fig. 4 zu ersehen ist, ist die Streckung der Metallbahn ohne eine Dehnung
der Gitterstege 7 möglich, weil durch das freie Kontrahieren der Bahn diese Gitterstege
7 lediglich in den Übergangsbereichen 4 von den Stegen 7 zum Gitterknoten 3 eine Ausbiegung
erfahren. Während bei der herkömmlichen Streckgitterfertigung die Maschenlänge 1 durch
die Dehngrenze des Ausgangsmaterials begrenzt ist, so daß der Streckwinkel w im allgemeinen
maximal 90° beträgt, kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ein Streckgitter aus
Weichmetall mit wesentlich größeren Streckwinkeln w von bis zu 180° hergestellt werden.
[0016] Fig. 5 zeigt eine Masche des stärker gestreckten Streckgitters mit entsprechend vergrößertem
Streckwinkel w in zweidimensionaler Abbildung. Aus der Figur wird deutlich, wie mit
der Vergrößerung des Streckwinkels w und der damit verbundenen Vergrößerung der Maschenlänge
1 die Maschenbreite b abnimmt. Die Länge der Maschenstege 7 bleibt erhalten, was bei
Verwendung beispielsweise eines Streckgitters aus weichem Aluminium bedeutet, daß
dessen metallurgische Eigenschaften durch den Streckvorgang nicht verändert werden
und das Aluminium im wesentlichen keine Aushärtung erfährt.
[0017] Wenn ein Blech nach dem herkömmlichen Streckgitterverfahren nur geringfügig gestreckt
wird, so dass der Streckwinkel w sehr klein ist ähnlich Fig. 2, behält es weitgehend
seine Materialeigenschaften und kann durch weiteres Strecken bei Querkontraktion ebenfalls
zu einem weichen Streckgitter mit großem Streckwinkel w gezogen werden. Ein solches
Verfahren hat den Vorteil, dass die bereits vorhandenen Maschen durch ein gezieltes
Eingreifen mit entsprechenden Nocken die weitere Streckung erleichtern.
[0018] Die definierte Maschenausbildung geschieht entweder entsprechend Fig. 6 unmittelbar
nach dem Einschneiden, indem zwei Abzugswalzen 9a und 9b, die nach dem Schneidwerkzeug
10 angeordnet sind, das eingeschnittene Blech 1 mit einer Geschwindigkeit ziehen,
die höher als die Geschwindigkeit der Zuführwalzen 8a und 8b ist. A gibt die Förderrichtung
der Metallbahn an.
[0019] Fig. 7 beschreibt die Herstellung mit zwei getrennten Schneidwerkzeugen. Zwei Vorschubwalzen
20a und 20b führen das Material 21 zu dem ersten Schneidwerkzeug 22a mit dem Niederhalter
23a und der Schneidplatte 24a. In engem Abstand dahinter schließt sich das zweite
Schneidwerkzeug 22b mit Niederhalter 23b und Schneidplatte 24b an. Die Schneidplatte
24b schließt übergangslos an die Schneidplatte 24a an und ist eben bis auf die geringe
Aussparung 25, die den Arbeitshub des ersten Schneidwerkzeugs 22a ermöglicht.
[0020] Fig. 8 zeigt entsprechend das eingeschnittene Material 26. Das erste Schneidwerkzeug
22a erzeugt die Einschnitte 27a und das zweite Schneidwerkzeug 22b die Einschnitte
27b. Da die Einschnitte 27a das Material 21 nur so schlitzen, dass durchgehende Streifen
28 stehenbleiben, die ein Auseinanderziehen dieser Einschnitte 27a verhindern, kann
der Vorschub auch zwischen den beiden Schneidwerkzeugen 22a und 22b erfolgen. Diese
Möglichkeit ist in Fig. 7 mit den Vorschubwalzen 29a und 29b angedeutet.
[0021] Fig. 9 zeigt die Anordnung von zwei sägezahnförmigen Rotationsmessern 30a und 30b,
die eine kontinuierliche Fertigung im Rollschnittverfahren entsprechend Fig. 1 ermöglichen.
Im Durchlaufverfahren sind Produktionsgeschwindigkeiten von 50-100 m/min erreichbar,
während der konventionelle Streckmetall-Schnitt die Produktionsgeschwindigkeit auf
0,5 - 1,5 m/min beschränkt. In Fig. 10 ist das Ineinandergreifen der einzelnen Zähne
31a und 31b der Rotationsmesser 30a und 30b dargestellt. Fig. 11 zeigt die senkrecht
zur Förderrichtung angeordneten Messerscheiben 32 mit Zähnen 31a oder 31b und Messerscheiben
33, bei denen jeder zweite Zahn entfällt, wie in Fig. 10 durch die gestrichelten Linien
34 dargestellt ist.
[0022] Ebenfalls im Durchlaufverfahren mit rotierenden Messern lassen sich parallel zur
Förderrichtung geschlizte Streckgitter entsprechend Fig. 12 herstellen, wobei die
Maschenweite durch Auseinanderziehen in Pfeilrichtung quer zur Förderrichtung bestimmt
wird. Hierfür werden scheibenförmige Rotationsmesser eingesetzt. Dieses Rollschnittverfahren
ist kombinierbar mit einer Plissierung der nicht eingeschnittenen Randteile 35,36
der Materialbahn gemäß Fig. 13, was eine bis zu ca. 2,5 fache Dehnung dieser Randteile
zwecks Anformung z. B. an Dachpfannen erlaubt.
[0023] Selbstverständlich können auch Streckgitter aus anderen Materialien wie Aluminium
in gleicher Weise gefertigt werden, wenn die Eigenschaften des Ausgangsmaterials erhalten
bleiben sollen. Es können Streckgitter aus Kunststoff, Pappe sowie anderen, insbesondere
reißempfindlichen Werkstoffen nach diesem Verfahren hergestellt werden.
[0024] Eine weiter Herstellungsmöglichkeiten für dünne Materialien ist das sogenannte Bandstahlschnittverfahren:
Messer aus Federbandstahl werden in Holzplatten eingespannt, um Papier, Pappe, Kunststoffplatten
bis ca. 1 mm oder auch Metallfolien auszustanzen. Diese Messer sind mit beliebigen
Unterbrechungen, d. h. mit sogenannten Perforationslinien erhältlich. In Fig. 14,
15 ist eine solche Stanzvorrichtung dargestellt mit versetzten, perforierten Messern.
Die den Messern 40a bzw. 40b gegenüberliegende Schnittplatte 41 kann bei weichen Werkstoffen
wie Pappe aus hartem Kunststoff sein, bei Aluminium ist sie aus gehärtetem Stahl.
Die Stanze wird so eingestellt, dass die Messer nach dem Durchtrennen der Folien einen
minimalen Abstand zu der Schnittplatte (0,01 mm) haben. Für eine kostengünstige Herstellung
kann dieses Verfahren, das auch für Aluminiumblech bis ca. 0,2 mm Stärke anwendbar
ist, auch als Rotationsverfahren entsprechend Fig. 16 eingesetzt werden, wobei die
versetzten Messer 42a bzw. 42b auf einer Welle 43 angeordnet sind und ebenfalls einen
minimalen Abstand zu der gegenüberliegenden gehärteten Welle 44 haben.
1. Verfahren zur Herstellung eines Streckgitters, bei dem eine Materialbahn (1) mittels
eines Schneidwerkzeuges mit parallel versetzten Einschnitten (2a) versehen und darauffolgend
in einer quer zur Schnittlinie der Einschnitte gerichteten Richtung gestreckt wird,
wodurch die Materialbahn (1) eine Längenänderung in der Streckrichtung (A) und eine
Breitenreduzierung quer zur Streckrichtung erfährt und sich die Einschnitte (2a) zu
Maschen (2b, 2c) öffnen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Materialbahn (1) in ihrer Breite während des Streckvorgangs auf ein Maß kontrahiert,
das durch die während des Streckvorgangs auf die Materialbahn ausgeübte Streckkraft
bestimmt ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn nach dem herkömmlichen Streckverfahren, d. h. unter Dehnung der
Gitterstege geringfügig vorgestreckt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Materialbahn aus einem Weichmetall, z.B. Weichaluminium, besteht.
4. Verfahren nach einem Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Materialbahn (1) zum Strecken zwischen glatte Walzen eingespannt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Materialbahn durch Eingriffvorrichtungen, wie beispielsweise Stifte, Noppen oder
Zähne, gegriffen wird, die in die Maschenöffnungen oder zusätzlich eingebrachten Löcher
eingreifen, wobei die Eingriffvorrichtungen so gehalten werden, daß sie die Materialbahn
nur in der Streckrichtung zwangsführen und sie sich während des Streckvorganges quer
zur Streckrichtung zueinander versetzen lassen.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einschnitte in die Materialbahn (1) quer zur Streckrichtung (A) eingebracht werden.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einschnitte durch Schneidwerkzeuge eingebracht werden, die auf rotierenden Schneidwalzen
angeordnet sind.
8. Streckgitter nach dem Herstellungsverfahren des Anspruchs 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Material im wesentlichen keine Veränderungen seiner Material- oder Struktureigenschaften
durch den Streckvorgang aufweist.
9. Streckgitter nach dem Herstellungsverfahren des Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Material geringfügig vorgestreckt, d. h. in den Gitterstegen gedehnt ist und
im übrigen im wesentlichen keine Veränderungen seiner Material-oder Struktureigenschaften
durch den Streckvorgang aufweist.
10. Streckgitter nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass es in seinen nicht eingeschnittenen Randteilen (35,36) plissiert ist.