(19)
(11) EP 1 160 030 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.12.2001  Patentblatt  2001/49

(21) Anmeldenummer: 01112233.0

(22) Anmeldetag:  18.05.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B22D 41/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 30.05.2000 DE 20009599 U

(71) Anmelder:
  • Hetsch, Walter
    67729 Sippersfeld (DE)
  • FTS Feuerfestprodukte GmbH
    67729 Sippersfeld (DE)

(72) Erfinder:
  • Hetsch, Herr Walter
    67729 Sippersfeld (DE)

(74) Vertreter: Vièl, Christof, Dipl.-Ing. et al
Patentanwaltskanzlei Vièl & Wieske Feldmannstrasse 110
66119 Saarbrücken
66119 Saarbrücken (DE)

   


(54) Vergiesseinrichtung für flüssiges Metall


(57) Die Erfindung betrifft eine Vergießeinrichtung für flüssiges Metall, in deren Boden ein Ausguß (2) zum Entleeren der Vergießeinrichtung vorgesehen ist, dessen Öffnung (3) durch eine in vertikaler Richtung bewegliche Tauchglocke (5) verschließar ist.
Bei dem Vergießen von flüssigem Metall entsteht das Problem, daß beim nicht rechtzeitigen Beenden des Gießvorganges Schlacke am Ende des Gießvorganges austritt, und die jeweiligen Chargen verunreinigt. Wird andererseits der Gießvorgang zu früh abgebrochen, verbleibt Metall ungenutzt in der Vergießeinrichtung.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Ausguß (2) um seine dem Innenbereich der Vergießeinrichtung zugewandte Öffnung (3) eine Erhebung (4) aufweist, so daß die Öffnung oberhalb des Bodens der Vergießeinrichtung angeordnet ist und daß die Tauchglocke (5) an ihrer Unterseite (6) eine der Erhebung (4) entsprechende Aussparung (7) aufweist, so daß der Ausguß (2) durch die Tauchglocke (5) formschlüssig verschließbar ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vergießeinrichtung für flüssiges Metall, in deren Boden ein Ausguß zum Entleeren der Vergießeinrichtung vorgesehen ist, dessen Öffnung durch eine in vertikaler Richtung bewegliche Tauchglocke verschließbar ist.

[0002] Derartige Vergießeinrichtungen werden beispielsweise in Gießereien verwendet, um flüssiges Metall (wie Eisen, Stahl, Aluminium, Grauguß, Sphäroguß, Graphitguß, usw.) z.B. in Gießkästen zu gießen. In aller Regel ist im Boden ein Ausguß aus Feuerfestmaterial eingelassen, der bündig mit dem Boden der Vergießeinrichtung abschließt. Der Ausguß wird durch einen stabförmigen Stopfen verschlossen, dessen in der Regel abgerundetes Ende die Öffnung des Ausgusses verschließt und der für den Gießvorgang angehoben werden kann, wodurch die Öffnung freigegeben wird. Hierbei ergibt sich das Problem, daß, wenn der Gießvorgang nicht rechtzeitig beendet wird, die auf dem flüssigen Metall aufschwimmende Schlacke am Ende des Gießvorganges aus der Vergießeinrichtung austritt und die jeweiligen Chargen verunreinigt. Wird andererseits der Gießvorgang zu früh abgebrochen, verbleibt Metall ungenutzt in der Vergießeinrichtung, was ebenfalls von Nachteil ist.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es somit, sicherzustellen, daß praktisch das gesamte in der Vergießeinrichtung befindliche Metall vergossen werden kann, ohne daß die Gefahr eines Vergießens von Schlacke besteht.

[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Ausguß um seine dem Innenbereich der Vergießeinrichtung zugewandte Öffnung eine Erhebung aufweist, so daß die Öffnung oberhalb des Bodens der Vergießeinrichtung angeordnet ist und daß die Tauchglocke an ihrer Unterseite eine der Erhebung entsprechende Aussparung aufweist, so daß der Ausguß durch die Tauchglocke formschlüssig verschließbar ist.

[0005] Da die leichtere Schlacke auf dem Metall aufschwimmt, tritt bei angehobener Tauchglocke, also bei geöffnetem Ausguß das Metall von unten in die Aussparung der Tauchglocke ein und verläßt die Vergießeinrichtung durch die Öffnung. Die Tauchglocke hält die Schlacke zurück, bis kein Metall mehr in der Vergießeinrichtung enthalten ist und die Schlacke am Boden der Vergießeinrichtung angelangt ist. Die um die Öffnung des Ausgusses angeordnete Öffnung verhindert dann das Austreten der Schlacke.

[0006] Eine Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß die Erhebung bzw. die Aussparung im wesentlichen halbkreisförmig ausgebildet ist.

[0007] Eine andere Ausbildung besteht darin, daß die Erhebung bzw. die Aussparung im wesentlichen konisch ausgebildet ist.

[0008] Im Rahmen der Erfindung liegt auch, daß der Durchmesser der Tauchglocke in ihrem unteren Bereich zu dem unteren Ende hin zunimmt.

[0009] Schließlich besteht eine Weiterbildung der Erfindung darin, daß die Tauchglocke radiale Vorsprünge zum Abhalten von Schlacke aufweist.

[0010] Die Vorteile der Erfindung bestehen im wesentlichen darin, daß ein schlackenfreieres Gießen möglich wird, was aufgrund der dadurch erzielbaren geringeren Menge an Einschlüssen im gegossenen Metall eine Qualitätssteigerung bedeutet. Weiterhin sind auf diese Weise längere Gießzeiten möglich, da das in der Vergießeinrichtung enthaltene Metall praktisch vollständig entleert werden kann.

[0011] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung erläutert.

[0012] Es zeigt
Fig. 1
eine geschnittene Darstellung einer erfindungsgemäßen Vergießeinrichtung.


[0013] Wie in Fig. 1 dargestellt, besteht die erfindungsgemäße Vergießeinrichtung aus einem Behälter, in dessen Boden 1 ein Ausguß 2 angeordnet ist. Dieser Ausguß 2 weist eine Öffnung 3 auf, durch die die Vergießeinrichtung entleert wird. Um die Öffnung 3 herum ist eine Erhebung 4 angeordnet, so daß die Öffnung 3 oberhalb des Bodens 1 der Vergießeinrichtung angeordnet ist. Die Erhebung 4 kann, statt wie hier halbkreisförmig zu sein, beliebige andere Formen aufweisen, z.B. konisch ausgebildet sein. Durch diese Erhebung 4 wird verhindert, daß am Ende des Gießvorganges die auf dem Metall aufschwimmende Schlacke aus der Vergießeinrichtung austritt.

[0014] Die die Öffnung verschließende Tauchglocke 5 weist an ihrer Unterseite 6, die der Öffnung 3 zugewandt ist, eine Aussparung 7 auf, deren Form der der Erhebung 4 entspricht, so daß die Tauchglocke 5, wenn sie auf der Erhebung 4 aufsitzt, die Öffnung 3 formschlüssig verschließt. Das Metall tritt also bei geöffneter Tauchglocke 5 in den Spalt zwischen Ausguß 2 und Tauchglocke 5 ein, läuft nach oben zu der Öffnung 3 und verläßt durch diese die Vergießeinrichtung. Die Schlacke wird hierbei durch die Form der Tauchglocke 5 und der Erhebung 4 am Austreten aus der Vergießeinrichtung gehindert, wobei die Höhe der Erhebung 4 und die Aussparung 7 der Tauchglocke 5 den jeweiligen Verhältnissen angepaßt werden können.

[0015] Wie dargestellt, kann der untere Bereich 8 der Tauchglocke 5 einen zum freien Ende der Tauchglocke 5 hin zunehmenden Durchmesser aufweisen. Weiterhin können Vorsprünge 9 vorgesehen sein, um am Ende des Gießvorganges das Eintreten der Schlacke in die Öffnung 3 zu verhindern.


Ansprüche

1. Vergießeinrichtung für flüssiges Metall, in deren Boden ein Ausguß zum Entleeren der Vergießeinrichtung vorgesehen ist, dessen Öffnung durch eine in vertikaler Richtung bewegliche Tauchglocke verschließbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausguß (2) um seine dem Innenbereich der Vergießeinrichtung zugewandte Öffnung (3) eine Erhebung (4) aufweist, so daß die Öffnung (3) oberhalb des Bodens (1) der Vergießeinrichtung angeordnet ist und daß die Tauchglocke (5) an ihrer Unterseite (6) eine der Erhebung (4) entsprechende Aussparung (7) aufweist, so daß der Ausguß (2) durch die Tauchglocke (5) formschlüssig verschließbar ist.
 
2. Vergießeinrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhebung (4) bzw. die Aussparung (7) im wesentlichen halbkreisförmig ausgebildet ist.
 
3. Vergießeinrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhebung (4) bzw. die Aussparung (7) im wesentlichen konisch ausgebildet ist.
 
4. Vergießeinrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der Tauchglocke (5) in ihrem unteren Bereich (8) zu dem unteren Ende hin zunimmt.
 
5. Vergießeinrichtung gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Tauchglocke (5) radiale Vorsprünge (9) zum Abhalten von Schlacke aufweist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht