(19)
(11) EP 1 160 349 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
18.08.2004  Patentblatt  2004/34

(21) Anmeldenummer: 00111129.3

(22) Anmeldetag:  24.05.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7C23C 8/22, C23C 8/32

(54)

Verfahren und Vorrichtung zur Wärmebehandlung metallischer Werkstücke

Process and apparatus for heat treating of metallic workpieces

Procédé et appareil de traitement thermique de pièces métalliques


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE ES FR GB IT LI

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
05.12.2001  Patentblatt  2001/49

(73) Patentinhaber: Ipsen International GmbH
47533 Kleve (DE)

(72) Erfinder:
  • Lerche, Wolfgang, Dr.
    47533 Kleve (DE)
  • Edenhofer, Bernd, Dr.
    47533 Kleve (DE)
  • Lohrmann, Michael, Dr.
    47533 Kleve (DE)

(74) Vertreter: Stenger, Watzke & Ring Patentanwälte 
Kaiser-Friedrich-Ring 70
40547 Düsseldorf
40547 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 080 124
FR-A- 2 777 911
DE-C- 19 704 871
US-A- 5 139 584
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Wärmebehandlung metallischer Werkstücke, insbesondere zum Aufkohlen oder Carbonitrieren von Eisenwerkstoffen. Sie bezieht sich ferner auf eine Vorrichtung, mit der sich ein solches Verfahren durchführen lässt.

    [0002] Zum Erzeugen von definierten Werkstückeigenschaften, wie etwa einer hohen Verschleiß- oder Wechselfestigkeit, werden metallische Werkstücke einer thermochemischen Wärmebehandlung unterzogen. Das Ergebnis der Wärmebehandlung ist beim Aufkohlen oder Carbonitrieren die Anreicherung der Randschicht der Werkstücke mit Kohlenstoff und/oder Stickstoff, um aufgrund der veränderten Werkstoffzusammensetzung den Werkstücken nach einem anschließenden Härten die geforderten mechanischen Eigenschaften zu verleihen.

    [0003] Von besonderem Einfluss auf das Behandlungsergebnis ist neben den allgemeinen Prozessparametem Druck, Temperatur und Behandlungsdauer in erster Linie die Zusammensetzung einer die Anreicherung der Randschicht mit Kohlenstoff und/oder Stickstoff bewirkenden Gasatmosphäre. So kann es etwa erforderlich sein, der Gasatmosphäre ein Reduktionsmittel beizugeben, um eine unzulässig hohe Oxidation der Oberfläche der Werkstücke durch den sich beim Beladen der Werkstücke in einen Wärmebehandlungsofen aufgrund des unvermeidlichen Lufteintritts bemerkbar machenden Sauerstoff zu vermeiden.

    [0004] Im Stand der Technik sind darüber hinaus eine Reihe von Verfahrensweisen bekannt, um die Zusammensetzung der Gasatmosphäre in Hinsicht auf das angestrebte Behandlungsergebnis anzupassen. Die Gasatmosphäre ist dabei in Abhängigkeit von der Aufkohlungstemperatur in ihrer Aufkohlungswirkung an die jeweiligen Erfordernisse anzupassen. Eine übliche Verfahrensweise ist das sogenannte Sättigungs-Ausgleichs-Verfahren, bei dem während einer Anreicherungsphase die maximal mögliche Kohlenstoffmenge in der Gasatmosphäre bereitgestellt wird, um eine Sättigung der Randschicht mit Kohlenstoff in kurzer Zeit zu erreichen. Zum Erhalt des gewünschten Kohlenstoffgehalts in der Randschicht wird dann während einer sich anschließenden Diffusionsphase der Stoffaustausch mit der Gasatmosphäre eingeschränkt oder unterbunden, indem entweder eine Gasatmosphäre mit herabgesetztem Kohlenstoffangebot eingestellt oder die Gasatmosphäre evakuiert beziehungsweise gegen ein Inertgas ausgetauscht wird.

    [0005] Ein hierauf basierendes Verfahren offenbart die DE-A-31 39 622, wobei die Anreicherungsphase dabei durch unterschiedliche Regelung des Kohlenstoffpegels der Gasatmosphäre in eine erste und eine zweite Periode unterteilt ist. Während der ersten Periode wird das maximal mögliche Kohlenstoffpotentialgefälle zwischen Gasatmosphäre und der Randschicht zur Beschleunigung des Stoffübergangs und damit der Diffusion ausgenutzt. Mit Beginn der zweiten Periode wird das Kohlenstoffpotentialgefälle zur Vermeidung einer schädlichen Carbidbildung verringert und der Kohlenstoffpegel der Gasatmosphäre soweit abgesenkt, dass während der weiteren Diffusionsphase eine vorbestimmte Grenze des Kohlenstoffgehaltes der Randschicht nicht überschritten wird.

    [0006] Überdies ist aus der EP-A-0 080 124 ein Verfahren zum Einsatzhärten metallischer Werkstücke bekannt, bei dem durch pulsierende Zugabe kohlenstoffhaltiger Gaskomponenten ein hohes Kohlenstoffpotentialgefälle erreicht wird. Die Zufuhr des kohlenstoffhaltigen Gases findet dabei in mehreren Zyklen statt und wird jeweils unterbrochen, sobald in der Randschicht eine Sättigung mit Kohlenstoff erreicht ist. Daneben offenbart die GB-A-2 202 238 ein Verfahren zum Aufkohlen von Werkstücken, bei dem sich die Anreicherungsphase und die Diffusionsphase bis zum Erreichen einer angestrebten Aufkohlungstiefe periodisch abwechseln, um den gewünschten Kohlenstoffgehalt der Randschicht und die angestrebte Aufkohlungstiefe weitgehend unabhängig voneinander und in möglichst kurzer Zeit zu erreichen.

    [0007] Ein Verfahren sowie einer Vorrichtung zur thermischen oder thermomechanischen Behandlung von Stahl ist zudem aus der US 5,139,584 bekannt. Beschrieben wird mit dieser Patentschrift ein zweistufiges Behandlungsverfahren, das wie folgt durchgeführt wird: Eine erste Phase bei möglicher maximaler Temperatur, definiert ausgehend von metallurgischen Kriterien, mit Steuerung der Eintrittsmenge von Kohlenwasserstoffen zum Erhalt einer maximalen Konzentration von Kohlenstoffen an der Oberfläche, wobei diese maximale Konzentration wenigstens gleich der Sätttigungskonzentration von Kohlenstoff von Austenit ist; eine zweite Phase bei der möglichen maximalen Temperatur, definiert ausgehend von metallurgischen Kriterien, während der der Kohlenstoff-Fluß, der von der Gasphase übertragen wird, null ist, um das Kohlenstoffkonzentrationsprofil und insbesondere die Konzentration an der Oberfläche auf einen vorbestimmten Wert einzustellen, der nach metallurgischen Gründen gewählt ist. Vorgeschlagen wird dabei ein Wert von 0,7% bis 0,8% bei konventionellen Aufkohlungsstähle.

    [0008] Nachteilig bei all diesen Verfahren ist ein nicht immer befriedigendes Behandlungsergebnis. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass während einer sich an die Anreicherungsphase anschließenden Diffusionsphase oder Temperaturausgleichsphase keine unmittelbare Einflussnahme mehr auf den Kohlenstoffgehalt der Randschicht besteht. Dieser Umstand kommt in besonderem Maße dann zum Tragen, wenn sich geringe Anteile an Kohlendioxid oder Wasserdampf in der Gasatmosphäre befinden, die zum Beispiel aufgrund eines Lufteintritts an Leckstellen eines Wärmebehandlungsofens gebildet werden und die einen verstärkten Abbau des Kohlenstoffs in der Randschicht hervorrufen. Darüber hinaus enthalten die zur Regelung des Kohlenstoffpegels während der Anreicherungsphase eingesetzten Prozessgase erhebliche Anteile an sauerstoffhaltigen Komponenten, wie etwa Kohlenmonoxid, Kohlendioxid oder Wasserdampf, die aufgrund des Partialdruckes von Sauerstoff im äußeren Randbereich der aufgekohlten Randschicht eine unerwünschten Randoxidation verursachen.

    [0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Wärmebehandlung metallischer Werkstücke zu schaffen, mit denen sich bei Vermeidung einer Carbidbildung auf der Oberfläche der zu behandelnden Werkstücke auf vergleichsweise einfache Weise ein verbessertes Behandlungsergebnis erzielen lässt.

    [0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Wärmebehandlung metallischer Werkstücke, insbesondere zum Aufkohlen oder Carbonitrieren von Eisenwerkstoffen, gelöst, das folgende Verfahrensschritte aufweist:

    a) Erwärmen der Werkstücke auf eine bestimmte Temperatur in einer Stickstoff und einen Kohtenwasserstoff enthaltenden Gasatmosphäre während einer Aufheizphase, wobei die Zufuhr der Mengen an Stickstoff und Kohlenwasserstoff in die Gasatmosphäre derart geregelt wird, dass sich auf den Werkstücken eine Randschicht mit einem Kohlenstoffgehalt innerhalb eines vorgegebenen Bereichs bildet;

    b) Halten der Werkstücke auf der am Ende der Aufheizphase erreichten Temperatur für eine bestimmte Zeitdauer während einer sich anschließenden Ausgleichsphase, wobei durch die mit der Gasatmosphäre zugeführten Mengen an Stickstoff und Kohlenwasserstoff der Kohlenstoffgehalt der Randschicht weiterhin innerhalb des vorgegebenen Bereichs liegt;

    c) Variieren der Mengen an Stickstoff und Kohlenwasserstoff in der Gasatmosphäre während einer sich an die Ausgleichsphase anschließenden Anreicherungsphase und einer hierauf folgenden Diffusionsphase, wobei jeweils zunächst in einem ersten Abschnitt zum Erreichen einer vorgegebenen Obergrenze des Kohlenstoffgehalts der Randschicht der Anteil an Stickstoff reduziert und der Anteil an Kohlenwasserstoff erhöht wird und nachfolgend in einem zweiten Abschnitt zum Erreichen einer vorgegebenen Untergrenze des Kohlenstoffgehalts der Randschicht der Anteil an Stickstoff erhöht und der Anteil an Kohlenwasserstoff reduziert wird;

    d) Abkühlen der Werkstücke auf Raumtemperatur während einer sich an die Diffusionsphase anschließenden Abkühlungsphase.



    [0011] Ein solches Verfahren macht sich die Erkenntnis zu Eigen, dass sich ein verbessertes Behandlungsergebnis der Werkstücke dann erreichen lässt, wenn sowohl während der Anreicherungsphase als auch während der Diffusionsphase der Kohlenstoffgehalt der Randschicht durch Variieren der der Gasatmosphäre zugeführten Volumenströme an Stickstoff und Kohlenwasserstoff gezielt in einem vorgegebenen Intervall zwischen einer Untergrenze und einer Obergrenze eingestellt wird. Indem jeweils zunächst in einem ersten Abschnitt der Anteil an Stickstoff reduziert und der Anteil an Kohlenwasserstoff erhöht wird, ergibt sich ein hohes Kohlenstoffangebot in der Gasatmosphäre, das in verhältnismäßig kurzer Zeit den Kohlenstoffgehalt der Randschicht bis zu der vorgegebenen Obergrenze anreichert. Durch die nachfolgende Erhöhung des Anteils an Stickstoff und Reduzierung des Anteils an Kohlenwasserstoff in einem zweiten Abschnitt verringert sich das Kohlenstoffpotentialgefälle zwischen Gasatmosphäre und der Randschicht mit der Folge, dass der Kohlenstoffgehalt der Randschicht infolge der Diffusion des Kohlenstoffs in das Innere der Werkstücke auf die vorgegebene Untergrenze absinkt. Auf diese Weise lässt sich ein hinsichtlich der Oberfläche der zu behandelnden Werkstücke optimiertes Kohlenstoffangebot in der Gasatmosphäre bereitstellen, während es zugleich möglich ist, eine unerwünschte Carbid- oder Rußbildung auf der Oberfläche der Werkstücke zu vermeiden.

    [0012] Die Temperatur, auf die in der Aufheizphase erwärmt wird, die Zeitdauer, für welche die Werkstücke auf dieser Temperatur während der Ausgleichsphase gehalten werden, die Temperaturen, die in der Anreicherungsphase und der Diffusionsphase eingestellt werden, und die in den jeweiligen Verfahrensstadien zugeführten Mengen an Stickstoff und Kohlenstoff richten sich vor allem nach dem Werkstoff der zu behandelnden Werkstücke, der zum Erreichen des angestrebten Kohlenstoffgehalts der Randschicht erforderlichen spezifischen Zusammensetzung der Gasatmosphäre und dem angestrebten Behandlungserfolg, etwa der gewünschten Aufkohlungstiefe. Da die Prozessparameter von den Werkstoffeigenschaften der zu behandelnden Werkstücke abhängen, lassen sich aus allgemein zugänglichen Datenbanken, wie etwa der Calphad (Calculation of phase diagrams), Stockholm, die für eine bestimmte Stahlzusammensetzung notwendigen Parameterwerte in Hinsicht auf den angestrebten Kohlenstoffgehalt in der Randschicht entnehmen.

    [0013] Besonders vorteilhaft ist es, durch eine abwechselnde Wiederholung der ersten und zweiten Abschnitte während der Anreicherungsphase und/oder der Diffusionsphase die Anreicherung der Randschicht mit Kohlenstoff entsprechend dem von dem jeweiligen Werkstoff abhängenden Aufnahmevermögen der Werkstücke anzupassen. In Hinsicht auf die beim Carbonitrieren erforderliche Freisetzung von diffusionsfähigem Stickstoff kann es zudem von Vorteil sein, während der Anreicherungsphase und/oder der Diffusionsphase der Gasatmosphäre Ammoniak, vorzugsweise in einer Größenordnung von 2 Vol.-% bis 20 Vol.-% der Gesamtbegasungsrate, zuzusetzen. Als vorteilhaft hat sich ferner herausgestellt, die Mengen an Stickstoff und Kohlenwasserstoff in der Gasatmosphäre während der Anreicherungsphase und der Diffusionsphase derart zu variieren, dass die Untergrenze des Kohlenstoffgehalts der Randschicht zwischen 0,5 Gew.-% und 0,8 Gew.-% liegt. Bei solch einem Kohlenstoffgehalt der Randschicht ist der Anteil an Stickstoff in der Gasatmosphäre noch ausreichend hoch, um eine sichere Wärmebehandlung zu gewährleisten.

    [0014] Um eine unerwünschte Carbid- oder Rußbildung auf der Oberfläche der Werkstücke definitiv auszuschließen, werden die Mengen an Stickstoff und Kohlenwasserstoff in der Gasatmosphäre während der Anreicherungsphase und/oder der Diffusionsphase vorteilhafterweise derart variiert, dass die Obergrenze des Kohlenstoffgehalts der Randschicht geringfügig unterhalb der durch eine bei der jeweils herrschenden Temperatur auftretenden Carbidbildung gekennzeichneten Sättigung von Austenit liegt. Die Obergrenze des Kohlenstoffgehalts der Randschicht kann dabei während der Diffusionsphase so gewählt werden, dass sie den Erfordernissen eines in der nachfolgenden Abkühlungsphase stattfindenden Härteprozesses entspricht.

    [0015] Eine besonders vorteilhafte Verfahrensführung ist außerdem dann gegeben, wenn die Werkstücke während der Aufheizphase auf eine für ein Aufkohlen oder Carbonitrieren günstige Temperatur zwischen 750°C und 1050°C erwärmt werden. Von besonderem Vorteil ist zudem ein Kohlenstoffgehalt der Randschicht während der Aufheizphase im Bereich zwischen 0,2 Gew.-% und 0,5 Gew.-%. Möglicherweise auf den Werkstücken vorhandene Oxid- oder Passivschichten werden auf diese Weise beseitigt oder zumindest so umgewandelt, dass eine gleichmäßige Diffusion des Kohlenstoffs in den Werkstoff begünstigt wird. Zu diesem Zweck ist es überdies nützlich, die Werkstücke während der Ausgleichsphase für eine Zeitdauer von 0,1 h bis 1 h auf der am Ende der Aufheizphase erreichten Temperatur zu halten. Im Hinblick auf eine dem angestrebten Behandlungserfolg entsprechende Verfahrensführung kann außerdem eine bezüglich der Anreicherungsphase reduzierte Temperatur während der Diffusionsphase zweckdienlich sein.

    [0016] Eine besonders vorteilhafte Verfahrensführung ist ferner dann gegeben, wenn ungesättigte Kohlenwasserstoffe des Typs CnH2n, vorzugsweise Alkene wie etwa Ethylen (C2H4) und Propylen (C3H6), gesättigte Kohlenwasserstoffe des Typs CnH2n+2, vorzugsweise Alkane wie etwa Ethan (C2H6) und Propan (C3H8), oder Alkine wie etwa Acetylen (C2H2) der Gasatmosphäre beigegeben werden. Vornehmlich Alkine, die sich durch einen geringen Anteil an Wasserstoff auszeichnen, bieten den Vorteil, dass keine weiteren Spaltprodukte erzeugt werden und der Anteil an Wasserstoff in der Gasatmosphäre dementsprechend gering bleibt. Um bei gegebenenfalls in der Gasatmosphäre vorhandenem Sauerstoff, der beispielsweise von einem Lufteintritt an Leckstellen eines Wärmebehandlungsofens herrührt, einen reduzierenden und damit eine Oxidation der zu behandelnden Werkstücke vermeidenden Zustand der Gasatmosphäre zu erhalten, wird in vorteilhafter Weise ein Reduktionsmittel, vorzugsweise Wasserstoff, der Gasatmosphäre in konstanter oder variabler Menge beigegeben. Der Zeitpunkt und die Menge der Zufuhr an Reduktionsmittel richten sich dabei nach den jeweils vorhandenen Umständen.

    [0017] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wird die Zufuhr der Mengen an Stickstoff und Kohlenwasserstoff in die Gasatmosphäre in Abhängigkeit von einem den Kohlenstoffgehalt in der Randschicht repräsentierenden Kennwert, vorzugsweise der Kohlungskennzahl Kc, geregelt oder datenbankbezogen gesteuert. Die datenbankbezogene Steuerung ist dann von Vorteil, wenn ein den Kohlenstoffgehalt in der Randschicht repräsentierender Kennwert etwa aufgrund messtechnischer Schwierigkeiten nicht zur Verfügung steht. Die Regelung der Zufuhr in Abhängigkeit von einem den Kohlenstoffgehalt in der Randschicht repräsentierenden Kennwert hingegen ermöglicht eine genaue Einstellung des angestrebten Kohlenstoffgehalts der Randschicht, und zwar ohne dass es in besonderem Maße auf die jeweilige Größe der Oberfläche der zu behandelnden Werkstücke ankommt. Die über den Kohlenstoffgehalt in der Randschicht Aufschluss gebende Kohlungskennzahl Kc wird beispielsweise durch den Quotienten des Partialdrucks von Methan (pCH4) und des Quadrats des Partialdrucks von Wasserstoff (pH22) errechnet (Kc = pCH4 / pH22).

    [0018] Zweckmäßigerweise werden die Werkstücke während der Abkühlungsphase in einer reduzierenden oder neutralen Gasatmosphäre oder in einem flüssigen Abschreckmedium auf Raumtemperatur abgekühlt.

    [0019] Zur Lösung der obigen Aufgabe wird außerdem eine Vorrichtung zur Wärmebehandlung metallischetwerkstücke vorgeschlagen, die eine Heizkammer, in der die Werkstücke erwärmbar und einer Stickstoff und einen Kohlenwasserstoff enthaltenden Gasatmosphäre aussetzbar sind, aufweist und sich dadurch auszeichnet, dass Mittel vorgesehen sind, mit denen die Zufuhr der Mengen an Stickstoff und Kohlenwasserstoff in die Gasatmosphäre in Abhängigkeit von einem den Kohlenstoffgehalt in der Randschicht repräsentierenden Kennwert, vorzugsweise der Kohlungskennzahl Kc, regelbar oder datenbankbezogen steuerbar ist, wobei als Mittel zur Messung des den Kohlenstoffgehalt in der Randschicht repräsentierenden Kennwertes ein innerhalb der Heizkammer angeordneter Drahtsensor vorgesehen ist, und daß Mittel vorgesehen sind, mit denen die Zufuhr der Menge eines Reduktionsmittels, vorzugsweise Wasserstoff, und/oder Ammoniak regelbar oder datenbankbezogen steuerbar ist. Mit solch einer Vorrichtung lässt sich das erfindungsgemäße Verfahren in zuverlässiger Weise durchführen.

    [0020] In Weiterbildung dieser Vorrichtung wird ferner vorgeschlagen, dass die Heizkammer hermetisch abschließbar ausgebildet ist, um das Eindringen von Luft und damit Sauerstoff in die Gasatmosphäre zu vermeiden. Schließlich wird vorgeschlagen, dass die Heizkammer mit einem Inertgas, vorzugsweise Stickstoff, spülbar ist, so dass unabhängig vom Volumen der Heizkammer der Gehalt an Sauerstoff in der Atmosphäre der Heizkammer nach Einbringen der zu behandelnden Werkstücke in vergleichsweise kurzer Zeit auf < 1 Vol.-% reduzierbar und eine unerwünschte Oxidation der zu behandelnden Werkstücke hierdurch vermeidbar ist.

    [0021] Einzelheiten und weitere Vorteile der Gegenstände der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispieles. In der zugehörigen Zeichnung zeigt die einzige Figur:

    Ein den Verlauf von Temperatur, Kohlenstoffgehalt und verschiedener Volumenströme über der Zeit veranschaulichendes Diagramm.



    [0022] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Diagramm sind auf der Abszisse die Zeit t und auf der Ordinate die Temperatur ϑ, der sich in der Randschicht zu behandelnder Werkstücke ergebende Kohlenstoffgehalt wc, und die einer Gasatmosphäre zu diesem Zweck zugeführten Volumenströme an Wasserstoff H2, Stickstoff N2, Ammoniak NH, und dem Kohlenwasserstoff Acetylen C2H2 abgetragen. Das in Fig. 1 gezeigte Wärmebehandlungsverfahren dient vornehmlich zum Aufkohlen metallischer Werkstücke, die aus unterschiedlichen Stählen bestehen können. Der gesamte Verfahrensablauf lässt sich in fünf Phasen untergliedern. In einer ersten Phase, der Aufheizphase A, werden die Werkstücke auf eine Aufkohlungstemperatur ϑ von zum Beispiel 930°C erwärmt. Der zu diesem Zweck verwendete Wärmebehandlungsofen, ein Atmosphärenofen, ist nach Einbringen der Werkstücke in kurzer Zeit mit Stickstoff gespült und anschließend mit einer Stickstoff und Acetylen enthaltenden Gasatmosphäre geflutet worden. Die Größe der der Gasatmosphäre zugeführten Volumenströme an Stickstoff N2 und Acetylen C2H2 ist derart, dass sich auf den Werkstücken eine Randschicht mit einem Kohlenstoffgehalt wc von ca. 0,35 Gew.-% einstellt. Die Zufuhr der Mengen an Stickstoff N2 und Acetylen C2H2 in die Gasatmosphäre wird dabei in Abhängigkeit von einem den Kohlenstoffgehalt wc in der Randschicht repräsentierenden Kennwert geregelt, der durch ein Messgerät ermittelt wird. Als Messgerät dient ein in dem Wärmebehandlungsofen angeordneter Drahtsensor, wie er in dem Aufsatz von K.-H. Weissohn in HTM 49 (1994) 2, Seite 118 bis 122 beschrieben ist. Wie Fig. 1 ferner erkennen lässt, wird der Gasatmosphäre während der Aufheizphase A zudem ein konstanter Volumenstrom an Wasserstoff H2 von ca. 0,3 m3/h zugeführt, um die Gasatmosphäre in einen ausreichend reduzierenden Zustand zu versetzen.

    [0023] Während einer auf die Aufheizphase A folgenden Ausgleichsphase B werden die Werkstücke auf der am Ende der Aufheizphase A erreichten Temperatur ϑ von ca. 930 °C für ca. 20 min gehalten. Die dabei in die Gasatmosphäre zugeführten Mengen an Stickstoff N2 und Acetylen C2H2 werden weiterhin so geregelt, dass sich ein Kohlenstoffgehalt wc in der Randschicht der Werkstücke von ca. 0,35 Gew.-% ergibt. Der Volumenstrom an Wasserstoff H2 wird hingegen auf einen Wert von weniger als 0,2 m3/h verringert.

    [0024] In einer sich an die Ausgleichsphase B anschießenden Anreicherungsphase C werden die der Gasatmosphäre zugeführten Volumenströme an Stickstoff N2 und Acetylen C2H2 derart variiert, dass sich ein Kohlenstoffgehalt wc der Randschicht - in einem Intervall zwischen einer Untergrenze Gu von ca. 0,7 Gew.-% und einer Obergrenze Go von ca. 1,2 Gew.-% einstellt. Bei der in der Anreicherungsphase C fortgesetzt herrschenden Temperatur ϑ von ca. 930 °C liegt die Obergrenze Go von ca. 1,2 Gew.-% unterhalb der für unlegierte Einsatzstähle durch eine auftretende Carbid- und Rußbildung gekennzeichneten Sättigungsgrenze von Austenit. Um zunächst die Obergrenze Go zu erreichen, wird in einem ersten Abschnitt der Volumenstrom an Stickstoff N2 reduziert und der Volumenstrom an Acetylen C2H2 erhöht. Sobald der Kohlenstoffgehalt wc die Obergrenze Go erreicht hat, wird zum Erreichen der Untergrenze Gu in einem zweiten Abschnitt der Volumenstrom an Stickstoff N2 wieder erhöht, wohingegen der Volumenstrom an Acetylen C2H2 reduziert wird. Die ersten und zweiten Abschnitte werden innerhalb der Anreicherungsphase C abwechselnd wiederholt, wodurch eine Anpassung der Anreicherung der Randschicht mit Kohlenstoff entsprechend dem von dem jeweiligen Werkstoff abhängenden Aufnahmevermögen der Werkstücke erreicht wird. Zu diesem Zweck ist zudem die Dauer und damit die jeweilige Größe der Volumenströme an Stickstoff N2 und Acetylen C2H2 während den ersten und zweiten Abschnitten ungleichmäßig, wie den unterschiedlich steilen Flanken der Kurve des Kohlenstoffgehalts wc in Fig. 1 zu entnehmen ist. Der anlagen- und prozessangepasste Volumenstrom an Wasserstoff H2 wird während der Anreicherungsphase C auf ca. 0,2 m3/h erhöht.

    [0025] Auf die Anreicherungsphase C folgt eine Diffusionsphase D, bei der die Temperatur ϑ auf ca. 880°C verringert wird. In Hinsicht auf einen nachfolgenden Härteprozess wird die Obergrenze Go auf ca. 0,8 Gew.-% herabgesetzt. Entsprechend der Vorgehensweise während der Anreicherungsphase C wird das thermodynamische Gleichgewicht zwischen der Gasatmosphäre und der Randschicht der zu behandelnden Werkstücke durch Variieren der der Gasatmosphäre zugeführten Volumenströme an Stickstoff N2 und Acetylen C2H2 in ersten und zweiten Abschnitten derart eingestellt, dass der Kohlenstoffgehalt wc der Randschicht im Intervall zwischen der Untergrenze Gu von ca. 0,7 Gew.-% und der Obergrenze Go von ca. 0,8 Gew.-% liegt. Der anlagen- und prozessangepasste Volumenstrom an Wasserstoff H2 wird während der Diffusionsphase D erneut auf einen Wert unterhalb von 0,2 m3/h vermindert. Schließlich werden die Werkstücke während einer der Diffusionsphase D nachfolgenden Abkühlungsphase E auf Raumtemperatur abgekühlt.

    [0026] Findet anstelle eines reinen Aufkohlungsprozesses ein Carbonitrieren statt, kann - wie in Fig. 1 ersichtlich - der Gasatmosphäre während der Anreicherungsphase C und der Diffusionsphase D zusätzlich Ammoniak NH3 zugeführt werden, wobei sich die Menge an zugeführtem Ammoniak NH3 in einer Größenordnung von 2 Vol.-% bis 20 Vol.-% der Gesamtbegasungsrate bewegt.

    [0027] Das zuvor beschriebene Verfahren zeichnet sich durch die volumenstrommäßige Regelung der der Gasatmosphäre zugeführten Mengen an Stickstoff N2 und Acetylen C2H2 in den einzelnen Verfahrensstadien aus, wodurch ein im Vergleich mit herkömmlichen Aufkohlungsverfahren verbessertes Behandlungsergebnis erzielt wird. Ursächlich hierfür ist vor allem, dass das Kohlenstoffangebot in der Gasatmosphäre auf diese Weise entsprechend dem Werkstoff und der Oberfläche der zu behandelnden Werkstücke und damit dem Aufnahmevermögen der Randschicht anpassbar ist. Nicht zuletzt trägt zu diesem Ergebnis in besonderem Maße auch die Möglichkeit bei, abwechselnde erste und zweite Abschnitte unterschiedlicher Kohlenstoffgehalte wc während der Anreicherungsphase C und der Diffusionsphase D vorzusehen.

    Bezugszeichenliste



    [0028] 
    A
    Aufheizphase
    B
    Ausgleichsphase
    C
    Anreicherungsphase
    D
    Diffusionsphase
    E
    Abkühlungsphase
    t
    Zeit
    ϑ
    Temperatur
    wc
    Kohlenstoffgehalt
    Go
    Obergrenze Kohlenstoffgehalt
    Gu
    Untergrenze Kohlenstoffgehalt
    C2H2
    Volumenstrom Acetylen
    N2
    Volumenstrom Stickstoff
    H2
    Volumenstrom Wasserstoff
    NH3
    Volumenstrom Ammoniak



    Ansprüche

    1. Verfahren zur Wärmebehandlung metallischer Werkstücke, insbesondere zum Aufkohlen oder Carbonitrieren von Eisenwerkstoffen, bestehend aus folgenden Verfahrensschritten:

    a) Erwärmen der Werkstücke auf eine bestimmte Temperatur (ϑ) in einer Stickstoff und einen Kohlenwasserstoff enthaltenden Gasatmosphäre während einer Aufheizphase (A), wobei die Zufuhr der Mengen an Stickstoff (N2) und Kohlenwasserstoff (C2H2) in die Gasatmosphäre derart geregelt wird, dass sich auf den Werkstücken eine Randschicht mit einem Kohlenstoffgehalt (wc) innerhalb eines vorgegebenen Bereichs bildet;

    b) Halten der Werkstücke auf der am Ende der Aufheizphase (A) erreichten Temperatur (ϑ) für eine bestimmte Zeitdauer während einer sich anschließenden Ausgleichsphase (B), wobei durch die mit der Gasatmosphäre zugeführten Mengen an Stickstoff (N2) und Kohlenwasserstoff (C2H2) der Kohlenstoffgehalt (wc) der Randschicht weiterhin innerhalb des vorgegebenen Bereichs liegt;

    c) Variieren der Mengen an Stickstoff (N2) und Kohlenwasserstoff (C2H2) in der Gasatmosphäre während einer sich an die Ausgleichsphase (B) anschließenden Anreicherungsphase (C) und einer hierauf folgenden Diffusionsphase (D), wobei jeweils zunächst in einem ersten Abschnitt zum Erreichen einer vorgegebenen Obergrenze (Go) des Kohlenstoffgehalts (wc) der Randschicht der Anteil an Stickstoff (N2) reduziert und der Anteil an Kohlenwasserstoff (C2H2) erhöht wird und nachfolgend in einem zweiten Abschnitt zum Erreichen einer vorgegebenen Untergrenze (Gu) des Kohlenstoffgehalts (wc) der Randschicht der Anteil an Stickstoff (N2) erhöht und der Anteil an Kohlenwasserstoff (C2H2) reduziert wird;

    d) Abkühlen der Werkstücke auf Raumtemperatur während einer sich an die Diffusionsphase (D) anschließenden Abkühlungsphase (E).


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine abwechselnde Wiederholung der ersten und zweiten Abschnitte während der Anreicherungsphase (C) und/oder der Diffusionsphase (D).
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass während der Anreicherungsphase (C) und/oder der Diffusionsphase (D) der Gasatmosphäre Ammoniak (NH2), vorzugsweise in einer Größenordnung von 2 Vol.-% bis 20 Vol.-% der Gesamtbegasungsrate, zugesetzt wird.
     
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mengen an Stickstoff (N2) und Kohlenwasserstoff (C2H2) in der Gasatmosphäre während der Anreicherungsphase (C) und der Diffusionsphase (D) derart variiert werden, dass die Untergrenze (Gu) des Kohlenstoffgehalts (wc) der Randschicht zwischen 0,5 Gew.-% und 0,8 Gew.-% liegt.
     
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mengen an Stickstoff (N2) und Kohlenwasserstoff (C2H2) in der Gasatmosphäre während der Anreicherungsphase (C) derart variiert werden, dass die Obergrenze (Go) des Kohlenstoffgehalts (wc) der Randschicht geringfügig unterhalb der durch eine bei der jeweils herrschenden Temperatur (ϑ) auftretenden Carbidbildung gekennzeichneten Sättigung von Austenit liegt.
     
    6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkstücke während der Aufheizphase (A) auf eine Temperatur (ϑ) zwischen 750°C und 1050°C erwärmt werden.
     
    7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch einen Kohlenstoffgehalt (wc) der Randschicht während der Aufheizphase (A) im Bereich zwischen 0,2 Gew.-% und 0,5 Gew.-%.
     
    8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkstücke während der Ausgleichsphase (B) für eine Zeitdauer von 0,1 h bis 1 h auf der am Ende der Aufheizphase (A) erreichten Temperatur (ϑ) gehalten werden.
     
    9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch eine bezüglich der Anreicherungsphase (C) reduzierte Temperatur (ϑ) während der Diffusionsphase (D).
     
    10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ungesättigte Kohlenwasserstoffe des Typs CnH2n, vorzugsweise Alkene wie etwa Ethylen (C2H4) und Propylen (C3H6), gesättigte Kohlenwasserstoffe des Typs CnH2n+2, vorzugsweise Alkane wie etwa Ethan (C2H6) und Propan (C3H8), oder Alkine wie etwa Acetylen (C2H2) der Gasatmosphäre beigegeben werden.
     
    11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Reduktionsmittel, vorzugsweise Wasserstoff (H2), der Gasatmosphäre in konstanter oder variabler Menge beigegeben wird.
     
    12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zufuhr der Mengen an Stickstoff (N2) und Kohlenwasserstoff (C2H2) in die Gasatmosphäre in Abhängigkeit von einem den Kohlenstoffgehalt (wc) in der Randschicht repräsentierenden Kennwert, vorzugsweise der Kohlungskennzahl Kc, geregelt oder datenbankbezogen gesteuert wird.
     
    13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkstücke während der Abkühlungsphase (E) in einer reduzierenden oder neutralen Gasatmosphäre oder in einem flüssigen Abschreckmedium auf Raumtemperatur abgekühlt werden.
     
    14. Vorrichtung zur Wärmebehandlung metallischer Werkstücke, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 13, mit einer Heizkammer, in der die Werkstücke erwärmbar und einer Stickstoff und einen Kohlenwasserstoff enthaltenden Gasatmosphäre aussetzbar sind,
       dadurch gekennzeichnet, ,
    dass Mittel vorgesehen sind, mit denen die Zufuhr der Mengen an Stickstoff (N2) und Kohlenwasserstoff (C2H2) in die Gasatmosphäre in Abhängigkeit von einem den Kohlenstoffgehalt (wc) in der Randschicht repräsentierenden Kennwert, vorzugsweise der Kohlungskennzahl Kc, regelbar oder datenbankbezogen steuerbar ist, wobei als Mittel zur Messung des den Kohlenstoffgehalt in der Randschicht repräsentierenden Kennwertes ein innerhalb der Heizkammer angeordneter Drahtsensor vorgesehen ist, und daß Mittel vorgesehen sind, mit denen die Zufuhr der Menge eines Reduktionsmittels, vorzugsweise Wasserstoff (V̇H2), und/oder Ammoniak (V̇NH3) regelbar oder datenbankbezogen steuerbar ist.
     
    15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizkammer hermetisch abschließbar ausgebildet ist.
     
    16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizkammer mit einem Inertgas, vorzugsweise Stickstoff, spülbar ist.
     


    Claims

    1. Method of heat treatment of metal workpieces, particularly for carburising or carbonitriding iron workpieces, comprising the following method steps:

    a) heating of the workpieces to a specific temperature (ϑ) in a gaseous atmosphere containing nitrogen and a hydrocarbon during a heating phase (A), wherein the supply of quantities of nitrogen (C2H2) and hydrocarbon (C2H2) into the gaseous atmosphere is regulated in such a way that an edge layer forms on the workpieces with a carbon content (wc) within a predetermined range;

    b) keeping the workpieces at the temperature (ϑ) reached at the end of the heating phase (A) for a specific period of time during a subsequent balancing phase (B), wherein the carbon content (wc) of the edge layer still lies within the predetermined range due to the quantities of nitrogen (N2) and hydrocarbon (C2H2) supplied with the gaseous atmosphere;

    c) varying the quantities of nitrogen (N2) and hydrocarbon (C2H2) in the gaseous atmosphere during an enrichment phase (C) which follows the balancing phase (B) and during a subsequent diffusion phase (D), wherein in each case first of all in a first period in order to reach a predetermined upper limit (Go) of the carbon content (wc) of the edge layer the proportion of nitrogen ( N2) is reduced and the proportion of hydrocarbon (C2H2) is increased and then in a second period in order to reach a predetermined lower limit (Gu) of the carbon content (wc) of the edge layer the proportion of nitrogen (N2) is increased and the proportion of hydrocarbon (C2H2) is reduced;

    d) cooling of the workpieces to room temperature during a cooling phase (E) following the diffusion phase (D).


     
    2. Method as claimed in Claim 1, characterised by an alternating repetition of the first and second periods during the enrichment phase (C) and/or the diffusion phase (D).
     
    3. Method as claimed in either Claim 1 or Claim 2, characterised in that during the enrichment phase (C) and/or the diffusion phase (D) ammonia (NH3) is added to the gaseous atmosphere, preferably in the order of magnitude of 2% to 20% by volume of the total quantity of gas injected.
     
    4. Method as claimed in any one of Claims 1 to 3, characterised in that the quantities of nitrogen (N2) and hydrocarbon (C2H2) in the gaseous atmosphere are varied during the enrichment phase (C) and the diffusion phase (D) in such a way that the lower limit (Gu) of the carbon content (wc) of the edge layer is between 0.5% and 0.8% by weight.
     
    5. Method as claimed in any one of Claims 1 to 4, characterised in that the quantities of nitrogen (N2) and hydrocarbon (C2H2) in the gaseous atmosphere are varied during the enrichment phase (C) in such a way that the upper limit (Go) of the carbon content (wc) of the edge layer is slightly below the austenite saturation characterised by a carbide formation at the respective prevailing temperature (ϑ).
     
    6. Method as claimed in any one of Claims 1 to 5, characterised in that the workpieces are heated during the heating phase (A) to a temperature (ϑ) between 750°C and 1050°C.
     
    7. Method as claimed in any one of Claims 1 to 6, characterised by a carbon content (wc) of the edge layer during the heating phase (A) in the range between 0.2% by weight and 0.5% by weight.
     
    8. Method as claimed in any one of Claims 1 to 7, characterised in that during the balancing phase (B) the workpieces are kept for a period of 0.1 h to 1 h at the temperature (ϑ) reached at the end of the heating phase (A).
     
    9. Method as claimed in any one of Claims 1 to 8, characterised by a temperature (ϑ) during the diffusion phase (D) which is reduced relative to the enrichment phase (C).
     
    10. Method as claimed in any one of Claims 1 to 9, characterised in that unsaturated hydrocarbons of the CnH2n type, preferably alkenes such as for instance ethylene (C2H4) and propylene (C3H6), saturated hydrocarbons of the CnH2n+2 type, preferably alkanes such as for instance ethane (C2H6) and propane (C3H8), or alkynes such as for instance acetylene (C2H2) are added to the gaseous atmosphere.
     
    11. Method as claimed in any one of Claims 1 to 10, characterised in that a reducing agent, preferably hydrogen (.VH2), is added to the gaseous atmosphere in a constant or variable quantity.
     
    12. Method as claimed in any one of Claims 1 to 11, characterised in that the supply of quantities of nitrogen (N2) and hydrocarbon (C2H2) to the gaseous atmosphere is regulated as a function of a characteristic value representing the carbon content (wc) in the edge layer, preferably the carbonisation characteristic quantity Kc, or is controlled in relation to a database.
     
    13. Method as claimed in any one of Claims 1 to 12, characterised in that the during the cooling phase (E) the workpieces are cooled to room temperature in a reducing or neutral gaseous atmosphere or in a liquid quenching medium.
     
    14. Apparatus for the heat treatment of metal workpieces, particularly for carrying out the method as claimed in any one of Claims 1 to 13, with a heating chamber in which the workpieces can be heated and can be exposed to a gaseous atmosphere containing nitrogen and a hydrocarbon, characterised in that means are provided by which the supply of quantities of nitrogen (N2) and hydrocarbon (C2H2) to the gaseous atmosphere is regulated as a function of a characteristic value representing the carbon content (wc) in the edge layer, preferably the carbonisation characteristic quantity Kc, or is controlled in relation to a database, wherein a wire sensor disposed inside the heating chamber is provided as means for measuring the characteristic value representing the carbon content in the edge layer, and that means are provided by which the supply of the quantity of a reducing agent, preferably hydrogen (H2), and/or ammonia (NH3) can be regulated or can be controlled in relation to a database.
     
    15. Apparatus as claimed in Claim 14, characterised in that the heating chamber is constructed so that it can be hermetically sealed.
     
    16. Apparatus as claimed in either one of Claims 14 or 15, characterised in that the heating chamber can be flushed with an inert gas, preferably nitrogen.
     


    Revendications

    1. Procédé de traitement thermique de pièces d'oeuvre métalliques, notamment procédé de carburation ou de carbonitruration de produits sidérurgiques, comprenant les étapes de procédé suivantes :

    a) chauffage des pièces d'oeuvre à une température déterminée (ϑ), dans une atmosphère gazeuse contenant de l'azote et un hydrocarbure, pendant une phase d'échauffement (A), l'amenée des quantités d'azote (V̇N2) et d'hydrocarbure (V̇C2H2) dans l'atmosphère gazeuse étant réglée de telle sorte qu'il se forme sur les pièces d'oeuvre une couche superficielle ayant une teneur en carbone (wc) comprise à l'intérieur d'une fourchette prescrite ;

    b) maintien des pièces d'oeuvre à la température (ϑ) atteinte à la fin de la phase d'échauffement (A) pendant un laps de temps déterminé au cours d'une phase de compensation subséquente (B), la teneur en carbone (wc) de la couche superficielle se situant toujours à l'intérieur de la fourchette prescrite grâce aux quantités d'azote (V̇N2) et d'hydrocarbure (V̇C2H2) amenées avec l'atmosphère gazeuse ;

    c) modification des quantités d'azote (V̇N2) et d'hydrocarbure (V̇C2H2) dans l'atmosphère gazeuse au cours d'une phase d'enrichissement (C) qui suit la phase de compensation (B) et au cours d'une phase de diffusion (D) succédant à ladite phase d'enrichissement, la proportion d'azote (V̇N2) et la proportion d'hydrocarbure (V̇C2H2) étant chaque fois tout d'abord respectivement réduite et accrue au cours d'une première partie pour atteindre une limite supérieure (Go) prescrite de la teneur en carbone (wc) de la couche superficielle puis, au cours d'une seconde partie, la proportion d'azote (V̇N2) étant accrue et la proportion d'hydrocarbure (V̇C2H2) étant réduite pour atteindre une limite inférieure (Gu) prescrite de la teneur en carbone (wc) de la couche superficielle ;

    d) refroidissement des pièces d'oeuvre à la température ambiante au cours d'une phase de refroidissement (E) succédant à la phase de diffusion (D).


     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par une répétition alternée des première et seconde parties au cours de la phase d'enrichissement (C) et/ou de la phase de diffusion (D).
     
    3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que de l'ammoniac (V̇NH3) est ajouté à l'atmosphère gazeuse, de préférence dans une quantité de l'ordre de 2 % à 20 % en volume du taux global d'absorption de gaz, au cours de la phase d'enrichissement (C) et/ou de la phase de diffusion (D).
     
    4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les quantités d'azote (V̇N2) et d'hydrocarbure (V̇C2H2) dans l'atmosphère gazeuse sont modifiées au cours de la phase d'enrichissement (C) et de la phase de diffusion (D) de telle sorte que la limite inférieure (Gu) de la teneur en carbone (wc) de la couche superficielle se situe entre 0,5 % et 0,8 % en poids.
     
    5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les quantités d'azote (V̇N2) et d'hydrocarbure (V̇C2H2) dans l'atmosphère gazeuse sont modifiées au cours de la phase d'enrichissement (C) de telle sorte que la limite supérieure (Go) de la teneur en carbone (wc) de la couche superficielle se situe un peu au-dessous de la saturation d'austénite caractérisée par une formation de carbure se produisant à la température (ϑ) qui règne à ce moment-là.
     
    6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les pièces d'oeuvre sont chauffées à une température (ϑ) comprise entre 750 °C et 1 050 °C pendant la phase d'échauffement (A).
     
    7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé par une teneur en carbone (wc) de la couche superficielle au cours de la phase d'échauffement (A) qui se situe dans une fourchette de 0,2 % à 0,5 % en poids.
     
    8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que, pendant la phase de compensation (B), les pièces d'oeuvre sont maintenues pendant un laps de temps compris entre 0,1 et 1 heure à la température (ϑ) atteinte à la fin de la phase d'échauffement (A).
     
    9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé par l'établissement, au cours de la phase de diffusion (D), d'une température (ϑ) réduite par rapport à la phase d'enrichissement (C).
     
    10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que des hydrocarbures non saturés du type CnH2n, de préférence des alcènes tels que l'éthylène (C2H4) et le propylène (C3H6), des hydrocarbures saturés du type CnH2n+2, de préférence des alcanes tels que l'éthane (C2H6) et le propane (C3H8), ou des alcines tels que l'acétylène (C2H2) sont ajoutés à l'atmosphère gazeuse.
     
    11. Procédé selon l'une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce qu'un agent de réduction, de préférence de l'hydrogène (V̇H2), est ajouté à l'atmosphère gazeuse en quantité constante ou variable.
     
    12. Procédé selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que l'amenée des quantités d'azote (V̇N2) et d'hydrocarbure (V̇C2H2) dans l'atmosphère gazeuse est réglée en fonction d'une valeur caractéristique représentant la teneur en carbone (wc) dans la couche superficielle, de préférence en fonction de l'indice de carburation KC, ou est commandée en liaison avec une banque de données.
     
    13. Procédé selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que les pièces d'oeuvre sont refroidies au cours de la phase de refroidissement (E) jusqu'à la température ambiante dans une atmosphère gazeuse réductrice ou neutre ou dans un milieu de trempe liquide.
     
    14. Dispositif de traitement thermique de pièces d'oeuvre métalliques, notamment destiné à mettre en oeuvre le procédé selon l'une des revendications 1 à 13, comportant une chambre de chauffe dans laquelle les pièces d'oeuvre peuvent être chauffées et exposées à une atmosphère gazeuse contenant de l'azote et un hydrocarbure, caractérisé en ce qu'il est prévu des moyens avec lesquels l'amenée des quantités d'azote (V̇N2) et d'hydrocarbure (V̇C2H2) dans l'atmosphère gazeuse peut être réglée en fonction d'une valeur caractéristique représentant la teneur en carbone (wc) dans la couche superficielle, de préférence en fonction de l'indice de carburation KC, ou peut être commandée en liaison avec une banque de données, un capteur à fil disposé à l'intérieur de la chambre de chauffe étant prévu comme moyen de mesurage de la valeur caractéristique représentant la teneur en carbone dans la couche superficielle, et en ce qu'il est prévu des moyens avec lesquels l'amenée de la quantité d'un agent de réduction, de préférence de l'hydrogène (V̇H2) et/ou de l'ammoniac (V̇NH3), est réglable ou peut être commandée en liaison avec une banque de données.
     
    15. Dispositif selon la revendication 14, caractérisé en ce que la chambre de chauffe est réalisée de manière à pouvoir être hermétiquement fermée.
     
    16. Dispositif selon l'une des revendications 14 ou 15, caractérisé en ce que la chambre de chauffe peut être purgée à l'aide d'un gaz inerte, de préférence de l'azote.
     




    Zeichnung