[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Zuführen von Wäschestücken zu einer Mangel
oder dergleichen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Des weiteren betrifft die
Erfindung eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 8.
[0002] Das maschinelle Zuführen von Wäschestücken zu einer Mangel oder einer sonstigen Wäschebehandlungseinrichtung
erfolgt üblicherweise unter Zuhilfenahme einer Spreizeinrichtung und mindestens eines
Zuführförderers. Es wird jeweils ein Wäschestück mit gegenüberliegenden Ecken manuell
in zwei Klammern der Spreizeinrichtung eingehängt. Durch anschließendes quer zur Zuführrichtung
erfolgendes Auseinanderfahren der Klammern wird das Wäschestück ausgestreckt und dabei
ein zwischen den beiden an den Klammern gehaltenen Ecken befindlicher oberer Rand
des Wäschestücks gestrafft. Mit dem gestrafften oberen Rand wird das Wäschestück dann
von den Klammem auf einem Obertrum des Zuführförderers abgelegt.
[0003] Das Ablegen des vorderen Randes eines Wäschestücks auf dem Obertrum des Zuführförderers
erfolgt bisher bei vom Obertrum beabstandeten Klammem, so dass der am oberen Rand
des Wäschestücks angrenzende Randbereich desselben auf das Obertrum fällt. Dabei kommt
es zu einem Zusammenziehen des zum Ablegen von den Klammem gestreckten oberen Randes
des Wäschestücks. Die Folge ist, dass der vordere Bereich des Wäschestücks nach dem
Auftreffen auf den Zuführförderer mit Falten auf dem Obertrum liegt. Mit diesen Falten
wird die Vorderseite des Wäschestücks in die Mangel eingegeben, wodurch das Wäschestück
mit Falten gemangelt wird. Darunter leidet die Mangelqualität des Wäschestücks.
[0004] Ausgehend vom vorstehenden liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zu schaffen, womit die Wäschestücke im wesentlichen faltenfrei
der Mangel oder einer sonstigen Wäschebehandlungseinrichtung zuführbar sind.
[0005] Ein Verfahren zur Lösung dieser Aufgabe weist die Maßnahmen des Anspruchs 1 auf.
Dadurch, dass das jeweilige Wäschestück von den Klammem im wesentlichen stufenlos
und/oder übergangslos auf den Zuführförderer abgelegt wird, fällt der vordere Rand
des Wäschestücks nicht mehr auf das Obertrum des Zuführförderers. Das ganze Wäschestück,
und zwar auch der vordere Rand desselben, wird im gespreizten Zustand beim Ablegen
auf das Obertrum des Zuführförderers aufgezogen, so dass der obere Bereich des Wäschestücks
mit dem oberen Rand desselben auf dem Obertrum des Zuführförderers aufliegt, wenn
die Klammern das Wäschestück loslassen. Dadurch kommt es beim Ablegen des Wäschestücks
auf das Obertrum des Zuführförderers zu keinem Zusammenziehen des zwischen den Klammern
gestreckten oberen Randes des Wäschestücks und die damit verbundene Faltenbildung,
weil dieses Zusammenziehen beim Aufliegen des vorderen Randes des Wäschestücks auf
dem Obertrum durch die Reibung zwischen dem Obertrum und dem Wäschestück verhindert
wird. Noch zuverlässiger wird ein Zusammenziehen des zwischen den Klammern gestreckten
oberen Randes des Wäschestücks beim stufenlosen, übergangslosen bzw. absatzlosen Auflegen
desselben auf das Obertrum des Zuführförderers vermieden, wenn das Wäschestück mit
Unterdruck auf dem Obertrum fixiert wird.
[0006] Vorzugsweise liegt mindestens zum Zeitpunkt des Ablegens des jeweiligen Wäschestücks
auf dem Obertrum des Zuführförderers wenigstens ein Teil einer Unterseite jeder unteren
Klammerhälfte der Klammern auf dem Obertrum des Zuführförderers an. Dadurch lässt
sich das Wäschestück nahezu stufenlos und/oder übergangslos auf dem Obertrum des Zuführförderers
ablegen. Ein beim Stand der Technik übliches Herunterfallen des vorderen Bereichs
des Wäschestücks auf das Obertrum des Zuführförderers findet dabei nicht statt.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens wird mindestens ein vorderer,
unterer Teil der unteren Klammerhälfte jeder Klammer zum Übergeben des Wäschestücks
an den Zuführförderer an das Obertrum desselben herangefahren. Dadurch wird das Wäschestück
allmählich auf das Obertrum des Zuführförderers aufgezogen, bis es schließlich zum
Zeitpunkt des Entfemens der Klammem von der vorderen Kante mit einem vorderen Bereich
auf den Obertrum des Zuführförderers glatt aufliegt.
[0008] Des weiteren ist vorgesehen, dass zur Übergabe des Wäschestücks an den Zuführförderer
Transportgurte des Zuführförderers und die Klammem gleich laufen, das heißt die Klammern
und der Zuführförderer werden mit gleicher Geschwindigkeit in Zuführrichtung des Wäschestücks
zur Mangel oder dergleichen, angetrieben. Der dadurch gegebene Synchronlauf der Klammern
zum Obertrum des Zuführförderers gewährleistet ein schlupffreies, allmähliches Aufliegen
mindestens des vorderen Teils des Wäschestücks auf das Obertrum des Zuführförderers,
wodurch eine Faltenbildung des von den Klammem zur Übergabe an den Zuführförderer
gestreckten Wäschestücks vermieden wird.
[0009] Des weiteren ist erfindungsgemäß vorgesehen, die Klammem vor und/oder während des
Ablegens des jeweiligen Wäschestücks auf dem Obertrum des Zuführförderers zu verschwenken.
Dieses geschieht zweckmäßigerweise derart, dass ein freies Ende der unteren Klammerhälfte
auf bzw. gegen das Obertrum des Zuführförderers abgesenkt wird. Dadurch kommt es zu
einem übergangslosen Anliegen der unteren Klammerhälfte am Obertrum des Zuführförderers,
was ein kontinuierliches, insbesondere absatzloses bzw. stufenloses Ablegen mindestens
des vorderen Randes des jeweiligen Wäschestücks auf dem Obertrum des Zuführförderers
gewährleistet.
[0010] Vorzugsweise wird der Kontakt mindestens des vorderen freien Endes der Unterseite
der unteren Klammerhälften der Klammem mit dem Obertrum des Zuführförderers wenigstens
während des Ablegens des Wäschestücks auf den Zuführförderer durch eine selbsttätige
Anpassung der Neigung bzw. des Schwenkwinkels der Klammern an den Verlauf des Obertrums
aufrechterhalten. Es erfolgt ein selbsttätiges Verschwenken der Klammer gegenüber
dem Obertrum des Zuführförderers, zum Beispiel derart, dass die vorderen, freien Enden
der unteren Klammerhälften auf dem Obertrum des Zuführförderers quasi spaltfrei anliegen,
was ein faltenfreies, übergangsloses Ablegen mindestens des vorderen Randes des jeweiligen
Wäschestücks auf dem Obertrum des Zuführförderers gewährleistet.
[0011] Schließlich ist verfahrensmäßig vorgesehen, die Klammem nach dem Ablegen des vorderen
Endes des Wäschestücks auf dem Untertrum des Zuführförderers auseinanderzufahren und
dabei außer Kontakt zu dem vorderen Rand des Wäschestücks zu bringen. Hierbei behalten
vorzugsweise mindestens die vorderen Enden der unteren Klammerhälften ihren Kontakt
zum Obertrum des Zuführförderers bei. Dadurch und durch das seitliche Auseinanderfahren
der Klammem zum Lösen der Ecken des Wäschestücks wird ein Zusammenziehen des von den
Klammem gestreckten oberen Randes des Wäschestücks vermieden und gegebenenfalls der
obere Rand des Wäschestücks beim Lösen der Klammem von den Ecken nochmals gestreckt.
[0012] Eine Vorrichtung zur Lösung der eingangs genannten Aufgaben weist die Merkmale des
Anspruchs 8 auf. Dadurch, dass die Klammem relativbeweglich zum Zuführförderer sind,
und zwar derart, dass dabei mindestens ein unterer Teil der Klammem zum Ablegen des
Wäschestücks auf den Zuführförderer zur Anlage mit dem Obertrum desselben gelangt,
ist das jeweilige Wäschestück absatzlos bzw. stufenlos, nämlich sozusagen gleitend,
auf dem Obertrum ablegbar. Dadurch wird beim Ablegen des Wäschestücks ein Zustand
vermieden, in dem ein vorderer Rand des Wäschestücks unkontrolliert auf den Zuführförderer
fällt.
[0013] Zumindest die unteren Klammerhälften der Klammern sind als dünne Zungen ausgebildet.
Dadurch lassen sich von den Klammern auch die in denselben gehaltenen Eckbereiche
des Wäschestücks bis nahe an das Obertrum des Zuführförderers herbewegen, weil die
Eckbereiche nur durch die dünnen Zungen der unteren Klammerhälften vom Untertrum getrennt
werden.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung sind die Klammem verschwenkbar
an quer vor dem Zuführförderer verfahrbaren Schlitten angeordnet. Vorzugsweise sind
die Klammem um eine quer zur Zuführrichtung verlaufende horizontale Achse verschwenkbar,
und zwar vorzugsweise gegenüber den Schlitten. Dadurch lässt sich der Verlauf der
Unterseiten der unteren Klammerhälften der Klammem gegenüber dem Obertrum der Zuführförderers
verändern. Insbesondere lässt die Verschwenkbarkeit der Klammem eine Anpassung der
Unterseiten der unteren Klammerhälften an den Verlauf des Obertrums des Zuführförderers
während des Ablegens des Wäschestücks auf demselben zu.
[0015] Es ist weiterhin vorgesehen, den Klammem Verschwenkmittel zuzuordnen, die die Klammem
verschwenken. Durch die Verschwenkmittel ist es beispielsweise möglich, das manuelle
Eingeben der Ecken des Wäschestücks in die Klammern zu erleichtern, indem die Klammem
zu diesem Zweck in eine ergonomische günstige, insbesondere geneigte, Position gebracht
werden. Danach werden die Klammem wieder so verschwenkt, dass sie in eine günstige
Position zur Übergabe gelangen und schließlich können sie durch die Verschwenkmittel
so verschwenkt werden, dass sie zum Zeitpunkt der Übergabe mindestens mit einem vorderen
freien Ende der unteren Klammerhälften auf dem Obertrum anliegen. Vorzugsweise sind
die Verschwenkmittel so ausgebildet, dass sie noch eine freie Verschwenkbarkeit der
Klammern zulassen, wobei die Verschwenkmittel dieser freien Verschwenkbarkeit lediglich
federnd entgegenwirken. Dadurch können sich die Klammern selbsttätig an den Verlauf
des Obertrums des Zuführförderers anpassen sich also hieran zum Ablegen des Wäschestücks
anlegen.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, einen vomliegenden
Bereich des Zuführförderers in Zuführrichtung schräg ansteigend auszubilden. Im schräg
ansteigenden Bereich des Zuführförderers erfolgt ein Ablegen des vorderen Randes des
Wäschestücks auf dem Zuführförderer. Die Klammern sind auf Bewegungsbahnen in Zuführrichtung
verfahrbar, die gezielt mit dem schrägen Verlauf des vorderen Bereichs des Zuführförderers
korrespondiert, nämlich derart, das die Bewegungsbahn der Klammern in Zuführrichtung
sich dem Obertrum nähert. Dadurch sind auf einfache Weise zumindestens die Unterseiten
der Klammern an das Obertrum des Zuführförderers heranfahrbar, wodurch die Voraussetzung
für die erfindungsgemäße kontinuierliche und/oder übergangslose Ablage von Wäschestücken
auf dem Obertrum des Zuführförderers gegeben ist.
[0017] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische, perspektivische Darstellung der Vorrichtung zum Zuführen von Wäschestücken
zu einer Mangel oder dergleichen,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch die Vorrichtung mit einer Klammer in einer Stellung zum Einhängen
einer Ecke eines Wäschestücks,
- Fig. 3
- die Vorrichtung in einer Darstellung analog zu den Fig. 2 in einer Zwischenstellung
mit hochgeschwenkter Klammer, und
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch die Vorrichtung analog zur Fig. 2 und 3 mit einer sich in
Ablagestellung befindlichen Klammer.
[0018] Die hier gezeigte Vorrichtung dient zum Zuführen von ausgestreckten Wäschestücken
12 zu einer in den Figuren nicht dargestellten Mangel oder einer anderen Wäschebehandlungsmaschine.
Die Vorrichtung verfügt im wesentlichen über eine Spreizeinrichtung 10 und einen dieser
zugeordneten Zuführförderer 11. Vom Zuführförderer 11 ist jeweils ein einzelnes, ausgebreitetes
Wäschestück 12 der Mangel oder dergleichen zuführbar. Es ist auch denkbar, zwischen
dem Zuführförderer 11 und der Mangel einen in den Figuren nicht gezeigten Streckförderer
vorzusehen. Jeweils ein ausgebreitetes Wäschestück 12 wird dann vom Zuführförderer
11 an den Streckförderer übergeben und von diesem in eine durch einen Pfeil 13 angedeutete
Zuführrichtung an die Mangel übergeben. Die Spreizeinrichtung 10 und der Zuführförderer
11 sind an einem gemeinsamen Maschinengestell gelagert, das in der Fig. 1 nur andeutungsweise
dargestellt ist.
[0019] Die Spreizeinrichtung 10 befindet sich in Bezug auf die Zuführrichtung 13 vor dem
Zuführförderer 11. Die hier gezeigte Spreizeinrichtung 10 verfügt über ein Klammerpaar
aus zwei gleich ausgebildeten Klammern 14. Die Klammem 14 sind quer zur Zuführrichtung
13 vor dem Zuführförderer 11 zusammen- und auseinanderfahrbar. Jede Klammer 14 ist
an einem Schlitten 15 befestigt, der mit Laufrollen an einer quer zur Zuführrichtung
13 horizontal verlaufend vor den Zuführförderer 11 (am Maschinengestell) befestigten
Schiene 16 verfahrbar ist. Bei zusammengefahrenen Klammern 14 (Fig. 1) werden manuell
einen oberen Rand 17 des Wäschestücks 12 begrenzende, gegenüberliegende Ecken 18 in
jeweils eine Klammer 14 eingeschoben. Durch Auseinanderfahren der Klammem 14 wird
das Wäschestück 12 ausgebreitet bzw. gespreizt und dabei der obere Rand 17 des Wäschestücks
12 gestreckt. Das Wäschestück 12 wird mit gestrecktem oberen Rand 17 von den Klammem
14 der Spreizeinrichtung 10 in Zuführrichtung 13 zum Zuführförderer 11 bewegt, und
zwar entlang sich in Zuführrichtung 13 erstreckenden, horizontalen Bahnen 19. Anschließend
wird das Wäschestück 12 von den Klammem 14 an den Zuführförderer 11 übergeben.
[0020] Jede der gleich ausgebildeten Klammem 14, von denen in den Fig. 2 bis 4 nur eine
der hintereinanderliegenden Klammem 14 erkennbar ist, verfügt über eine obere Klammerhälfte
20 und eine untere Klammerhälfte 21. Die beiden Klammerhälften 20 und 21 sind relativ
zueinander fest angeordnet. Zwischen den Klammerhälften 20 und 21 befindet sich ein
Klammermaul 22 zur Aufnahme jeweils einer Ecke des Wäschestücks 12. Das Klammermaul
22 ist an einer von der Mangel weggerichteten Seite 23 (entgegen der Zuführrichtung
13) offen. Der oberen Klammerhälfte 20 ist jeweils ein in den Figuren nicht gezeigtes
Klemmmittel zugeordnet, das gegen die untere Klammerhälfte 21 drückt und dadurch eine
Ecke 18 am oberen Rand 17 des Wäschestücks 12 festklemmt. Durch Hochbewegen des jeweiligen
Klemmmittels kann die entsprechende Ecke 18 von der ihr zugeordneten Klammer 14 gelöst
werden. In besonderer Weise ist die untere Klammerhälfte 21 ausgebildet. Sie besteht
aus einer flachen, länglichen Zunge 24 aus einem dünnen Blech.
[0021] Jede Klammer 14 ist gegenüber dem Schlitten 15 verschwenkbar, und zwar in einer vertikalen
Ebene, die sich in Zuführrichtung 13 erstreckt. Dazu ist ein oberer in Zuführrichtung
13 vornliegender Eckbereich der Klammer 14 mit einer Achse 25 drehbar unter dem ihr
zugeordneten Schlitten 15 gelagert. Die Achse 25 verläuft horizontal gerichtet quer
zur Zuführrichtung 13 (Fig. 2 bis 4). Des weiteren ist jeder Klammer 14 ein Verstellmittel
26 zugeordnet. Das Verstellmittel 26 greift mit einem unteren Ende 27 an einem unterhalb
der Achse 25 liegenden Eckbereich der Klammer 14 und mit einem oberen Ende 28 an einem
unteren Bereich des Schlittens 15 an. Die Anlenkpunkte des Verstellmittels 26 am Schlitten
15 und einem der Klammem 14 sind so positioniert, dass sich das Verstellmittel 26
schräg in einer in Zuführrichtung 13 verlaufenden, vertikalen Ebene erstreckt (Fig.
2 bis 4). Das Verstellmittel 26 ist vorzugsweise als ein doppeltwirkender Pneumatikzylinder
ausgebildet. Der Pneumatikzylinder kann die jeweilige Klammer 14 um die Achse 25 in
entgegengesetzte Richtung automatisch verschwenken. Der Pneumatikzylinder lässt aber
auch eine freie Verschwenkbarkeit der Klammer 14 in der vertikalen, längs der Zuführrichtung
13 verlaufenden Ebene zu durch Kompression der Luft im Pneumatikzylinder, wodurch
dieser federnd, insbesondere rückfedemd wirkt.
[0022] Der Zuführförderer 11 verfügt über einen umlaufenden Fördergurt 29, der so breit
ist, dass er sich über die gesamte Breite auch großerer Wäschestücke 12 erstreckt.
Der Fördergurt 29 kann als einzelner vollflächiger Gurt ausgebildet sein, aber auch
aus einer Mehrzahl mit geringen Abständen nebeneinanderliegenden schmalen Gurtstreifen
bestehen. Der Fördergurt 29 ist umlaufend zwischen zwei quer zur Zuführrichtung 13
sich erstreckenden Umlenktrommeln 30 und 31 geführt. Eine Umlenktrommel 30 bzw. 31
ist antreibbar. In besonderer Weise ist ein Obertrum 32 des Fördergurts 29 ausgebildet
bzw. geführt. Dazu ist ein in Zuführrichtung 13 vorderer Bereich des Obertrums 32
als ein schräger Bereich 33 ausgebildet. Dieser schräge Bereich 33 verläuft in Zuführrichtung
13 ansteigend. Die Neigung des schrägen Bereichs 33 beträgt 5° bis 20°, vorzugsweise
etwa 10°. An den schrägen Bereich 13 schließt in Zuführrichtung 13 ein im wesentlichen
horizontaler Bereich 34 des Obertrums 32 an. Einer Unterseite des Obertrums 32 ist
ein Saugkasten 35 zugeordnet, der sich über einen größten Teil des schrägen Bereichs
33 erstreckt und mit Saugluft beaufschlagbar ist. Dadurch kann das jeweilige Wäschestück
12 auf dem Löcher aufweisenden Obertrum 33 des Fördergurts 29 durch Unterdruck gehalten,
nämlich angesaugt werden.
[0023] Der schräge Bereich 33 des Obertrums 32 des Zuführförderers 11 und die horizontalen
Bahnen 19 zum Verfahren der Spreizeinrichtung 10 verlaufen in Zuführrichtung 13 konvergierend
zueinander, das heißt der Abstand zwischen dem schrägen Bereich 33 des Zuführförderers
13 und den horizontalen Bahnen 19 der Spreizeinrichtung 10 verringert sich in Zuführrichtung
13. Im übrigen weisen die Bahnen 19 einen solchen Abstand vom Obertrum 32 des Zuführförderers
11 auf, dass zum Ablegen des an den oberen Rand 17 angrenzenden oberen Bereichs des
Wäschestücks 12 auf den schrägen Bereich 33 des Obertrums 22 eine Unterseite 37 der
Zunge 24 der unteren Klammerhälfte 21 jeder Klammer 14 mindestens teilweise, vorzugsweise
vollständig zur Anlage auf dem schrägen Bereich 33 des Obertrums 32 gelangt (Fig.
4). Es kann aber auch ausreichen, dass nur die zur offenen Seite 23 der jeweiligen
Klammer 14 weisende freie Querkante 36 der jeweiligen Zunge 24 zum Ablegen des Wäschestücks
12 auf dem Zuführförderer 11 auf dem schrägen Bereich 33 des Obertrums 22 anliegt.
[0024] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die zuvor beschriebene
Vorrichtung - ohne dass das Verfahren hierauf beschränkt ist - beschrieben:
[0025] Ein Wäschestück 12 wird manuell in die beiden zusammengefahrenen Klammem 14 mit seinen
den oberen Rand 17 begrenzenden, gegenüberliegenden Ecken 18 eingehängt. Dabei ist
die die Klammem 14 und Schlitten 15 tragende quergerichtete Schiene 16 nach außen
entgegen der Zuführrichtung 13 gegenüber dem Zuführförderer 11 vorgefahren (Fig. 2).
Die Klammermäuler 22 der Klammem 14 sind geöffnet und die Klammern 14 sind heruntergeschwenkt,
so dass die Klammermäuler 22 zu den offenen Seiten 23 hin abwärts geneigt verlaufen.
Bei dieser schräggestellten Position (Fig. 2) der Klammern 14 lassen sich die Ecken
18 des Wäschestücks 12 in ergonomisch besonders günstiger Weise von einer Bedienungsperson
in die Klammermäuler 22 der Klammem 14 einschieben. Nachdem manuell gegenüberliegende
Ecken 18 des jeweiligen Wäschestücks 12 in die Klammermäuler 22 beider Klammern 14
eingeschoben sind, werden sie hierin durch Absenken der den oberen Klammerhälften
20 zugeordneten Klemmmitteln festgeklemmt, nämlich gegen die Innenseiten der Zungen
24 der unteren Klammerhälften 21 gedrückt.
[0026] Nachdem die Klammem 14 mit den Ecken 18 des Wäschestücks 12 beschickt sind, fahren
die Klammern 14 auseinander zum Ausstrecken des Wäschestücks 12 und Spannen des oberen
Randes 17 desselben. Hierbei bzw. nach dem Ausstrecken des Wäschestücks 12 werden
die Klammern 14 wieder zurückgeschwenkt, so dass die flachen Zungen 24 der unteren
Klammerhälften 21 etwa horizontal gerichtet sind (Fig. 3). Dabei erfolgt ein leichtes
Anheben des Wäschestücks 12.
[0027] Die Übergabe des mit gespreiztem oberen Rand 17 ausgestreckt an den Klammem 14 gehaltenen
Wäschestücks 12 an den Zuführförderer 11 erfolgt durch Verfahren der Spreizeinrichtung
10 entlang der horizontalen Bahnen 19 in Zuführrichtung 13. Dabei werden die Klammern
14 wieder verschwenkt, so dass die Unterseiten der Zungen 24 der unteren Klammerhälften
21 gegenüber der Horizontalen leicht geneigt sind, und zwar in Zuführrichtung 13 gesehen
ansteigend. Diese Neigung entspricht vorzugsweise der Neigung des schrägen Bereichs
33 des Obertrums 32 des Zuführförderers 11.
[0028] Aufgrund der horizontal verlaufenden Bahnen 19, deren Abstand zu dem schrägen Bereich
33 des Obertrums 32 des Zuführförderers 11 in Zuführrichtung 13 sich verringert, gelangen
die schräggestellten Klammern 14 beim Verfahren der Spreizeinrichtung 10 auf den horizontalen
Bahnen 19 in Zuführrichtung 13 mit der Unterseite 37 der die unteren Klammerhälften
21 bildenden Zungen 24 zur Anlage auf dem schrägen Bereich 33 des Obertrums 32 des
Zuführförderers 11 (Fig. 4). Dabei wird der vom oberen Rand 17 ausgehende obere Bereich
des Wäschestücks 12 stufenlos und/oder übergangslos bzw. gleitend auf dem schrägen
Bereich 33 des Obertrums 32 des Zuführförderers 11 abgelegt. Dieses erfolgt vorzugsweise
während einer synchronen Bewegungsphase der Spreizeinrichtung 10 mit den Klammem 14
gegenüber dem Zuführförderer 11 in Zuführrichtung 13. Dabei wird mindestens der obere
Bereich des Wäschestücks 12 bei ständiger Anlage der Unterseiten 37 der Zungen 24
der Klammem 14 auf dem schrägen Bereich 33 des Obertrums 32 auf den Zuführförderer
11 aufgezogen, und zwar wegen der gleichen (synchronen) Geschwindigkeit der Klammern
14 und des Obertrums 32 des Zuführförderers 11 in Zuführrichtung 13 ohne einen nennenswerten
Schlupf des Wäschestücks 12 auf bzw. gegenüber dem Obertrum 32.
[0029] Nachdem der gestreckte obere Rand 17 des Wäschestücks 12 seine vorgesehene Position
auf dem schrägen Bereich 33 des Obertrums 32 des Zuführförderers 11 erreicht hat,
werden die Klammem 14 durch Hochbewegen der Klemmmittel in den oberen Klammerhälften
20 geöffnet und soweit auseinandergefahren, dass sie die Ecken 18 des oberen Randes
17 des Wäschestücks 12 freigeben. Die Ecken 18 des Wäschestücks 12 gleiten dabei seitlich
aus den Klammermäulern 22 der Klammern 14 heraus, und zwar ggf. unter leichter weiterer
Streckung des oberen Randes 17 des Wäschestücks 12. Die Klammern 14 werden von der
Spreizeinrichtung 10 dann wieder entgegen der Zuführrichtung 13 vorgefahren und zusammenbewegt.
Es kann dann manuell ein nächstes Wäschestück 12 mit gegenüberliegenden Ecken 18 in
die Klammern 14 eingehängt werden.
[0030] Beim Ablegen des sich an den oberen Rand 17 anschließenden vorderen Bereichs des
Wäschestücks 12 auf den schrägen Bereich 33 des Obertrums 32 des Zuführförderers 11
wird der obere Bereich des Wäschestücks 12 im schrägen Bereich 33 auf dem Obertrum
32 fixiert durch eine Unterdruckbeaufschlagung des Saugkastens 35, wobei durch die
Löcher im Fördergurt 29 hindurch der vordere Bereich des Wäschestücks 12 im schrägen
Bereich 33 des Obertrums 32 auf dem Fördergurt 29 des Zuführförderers 11 festgesaugt
wird, wobei eine Faltenbildung beim Ablegen, insbesondere beim Lösen und Wegbewegen
der Klammern 14 von den Ecken 18 des Wäschestücks 12, wirksam vermieden wird.
Bezugszeichenliste:
[0031]
- 10
- Spreizeinrichtung
- 11
- Zuführförderer
- 12
- Wäschestück
- 13
- Zuführrichtung
- 14
- Klammer
- 15
- Schlitten
- 16
- Schiene
- 17
- oberer Rand
- 18
- Ecke
- 19
- Bahn
- 20
- obere Klammerhälfte
- 21
- untere Klammerhälfte
- 22
- Klammermaul
- 23
- offene Seite
- 24
- Zunge
- 25
- Achse
- 26
- Verstellmittel
- 27
- unteres Ende
- 28
- oberes Ende
- 29
- Fördergurt
- 30
- Umlenktrommel
- 31
- Umlenktrommel
- 32
- Obertrum
- 33
- schräger Bereich
- 34
- horizontaler Bereich
- 35
- Saugkasten
- 36
- freie Querkante
- 37
- Unterseite
1. Verfahren zum Zuführen von Wäschestücken zu einer Mangel oder dergleichen, wobei jeweils
ein Wäschestück mit benachbarten Ecken in zwei Klammem einer Spreizeinrichtung eingehängt,
von der Klammern des Wäschestücks gestreckt und an einen das Wäschestück zu Mangel
oder dergleichen transportierenden Zuführförderer übergeben wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Wäschestück (12) von den Klammem (14) im wesentlichen stufenlos und/oder übergangslos
auf dem Zuführförderer (11) abgelegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wäschestück (12) im wesentlichen stufenlos und/oder übergangslos auf ein Obertrum
(32) eines umlaufend antreibbaren Fördergurts (29) des Zuführförderers (11) abgelegt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Wäschestück (12) unter Anlage mindestens eines Teils der das Wäschestück (12)
von unten haltenden (unteren) Klammerhälften (21) der Klammem (14) auf dem Obertrum
(32) des Zuführförderers (11) abgelegt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein vorderer Teil der unteren Klammerhälften (21) der Klammem (14) zum
kontinuierlichen Ablegen des Wäschestücks (12) auf dem Zuführförderer (11) an das
Obertrum (32) des Zuführförderers (11) herangefahren wird, vorzugsweise mit zumindest
teilweiser Anlage der Unterseite (37) der unteren Klammerhälfte (21) am Obertrum (32)
des Zuführförderers (11), wobei vorzugsweise mindestens bis zur erfolgten Ablage des
Wäschestücks (12) auf dem Obertrum (32) des Zuführförderers (11) die Klammem (14)
gleichlaufend mit insbesondere gleicher Geschwindigkeit zum Obertrum (32) des Zuführförderers
(11) angetrieben werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klammem (14) vor dem Ablegen des jeweiligen Wäschestücks (12) auf dem Zuführförderer
(11) verschwenkt werden, vorzugsweise derart, dass mindestens eine freie Querkante
(36) der jeweiligen Klammerhälfte (21), vorzugsweise die gesamte Unterseite (37) desselben,
abgesenkt wird auf bzw. gegen das Obertrum (32) des Zuführförderers (11).
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontakt mindestens der freien Querkante (36) jeder unteren Klammerhälfte (21)
der Klammern (14) mit dem Obertrum (32) des Zuführförderers (11) wenigstens während
des Ablegens des Wäschestücks (12) auf dem Zuführförderer (11) durch ein selbsttätiges
Anpassen der Neigung der mindestens unteren Klammerhälften (21) der Klammern (14)
an den Verlauf des Obertrums (32) aufrechterhalten wird, vorzugsweise durch ein selbsttätiges
Verschwenken mindestens der unteren Klammerhälften (21) der Klammem (14) gegenüber
dem Obertrum (32) des Zuführförderers (11).
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klammern (14) durch Auseinanderfahren außer Kontakt zum Wäschestück (12) gebracht
werden, wobei während des Auseinanderfahrens der Klammern (14) die unteren Klammerhälften
(21) mindestens teilweise ihre Anlage auf dem Obertrum (32) des Zuführförderers (11)
beibehalten.
8. Vorrichtung zum Zuführen von Wäschestücken zu einer Mangel oder dergleichen, mit einem
zur Mangel oder dergleichen führenden Zuführförderer und eine Spreizeinrichtung, die
mindestens zwei Klammem zum Halten gegenüberliegender Ecken des Wäschestücks aufweist,
wobei die Klammern das Wäschestück ausstrecken und an den Zuführförderer übergeben,
dadurch gekennzeichnet, dass die Klammern (14) derart zum Zuführförderer (11) relativbeweglich sind, dass sie
mit mindestens einem Teil ihrer unteren Klammerhälften (21) zum Ablegen des Wäschestücks
(12) auf dem Zuführförderer (11) zur Anlage auf einem Obertrum (32) des Zuführförderers
(11) gelangen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die unteren Klammerhälften (21) der Klammern (14) als dünne Zungen (24) ausgebildet
sind.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klammern (14) vorzugsweise um quer zur Zuführrichtung (13) verlaufende, horizontale
Achsen (25) verschwenkbar sind, insbesondere verschwenkbar an Schlitten (15) zum Verfahren
der Klammern (14) quer vor dem Zuführförderer (11) angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klammem (14) durch Verstellmittel (26) automatisch verschwenkbar sind, vorzugsweise
in entgegengesetzten Richtungen.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klammem (14) frei verschwenkbar sind, wobei die Verstellmittel (26) der freien
Verschwenkbarkeit federnd, insbesondere rückfedernd, entgegenwirken.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das obere Trum (32) des Zuführförderers (11) in einem in Zuführrichtung (13) des
Wäschestücks (12) vornliegenden Bereich (schräger Bereich 33), auf dem das jeweilige
Wäschestück (12) von den Klammern (14) aufgelegt wird, schräg bzw. geneigt zur Horizontalen
verlaufend ausgebildet ist, vorzugsweise der schräge Bereich (33) in Zuführrichtung
(13) ansteigt, wobei insbesondere die Klammem (14) in eine solche Stellung schwenkbar
sind, in der Unterseiten (37) der unteren Klammerhälften (21) mindestens zum Teil,
vorzugsweise vollständig, parallel zum schrägen Bereich (33) des Obertrums (32) des
Zuführförderers (11) verlaufen.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klammem (14) auf mindestens einer Bewegungsbahn (Bahn 19) verfahrbar sind, die
in Zuführrichtung (13) der Wäschestücke in die Mangel oder dergleichen konvergierend
zum (vorderen) schrägen Bereich (33) der Obertrums (32) des Zuführförderers (11) verläuft.