[0001] Die Erfindung betrifft eine Arbeitsspindelanordnung für eine Werkzeugmaschine, umfassend
ein Spindelgehäuse, eine Arbeitsspindel, eine vordere Lagereinheit, welche die Arbeitsspindel
um ihre Spindelachse im wesentlichen spielfrei drehbar und in Richtung der Spindelachse
im wesentlichen spielfrei feststehend relativ zum Spindelgehäuse lagert, eine hintere
Lagereinheit, welche die Arbeitsspindel im Abstand von der ersten Lagereinheit um
die Spindelachse drehbar, jedoch in Richtung der Spindelachse eine Bewegung zulassend
lagert.
[0002] Bei den bekannten Arbeitsspindelanordnungen wird im Bereich der hinteren Lagereinheit
üblicherweise ein spielbehaftetes Lager eingesetzt, welches jedoch hinsichtlich der
Laufgenauigkeit die Anforderungen an eine möglichst hochpräzise Lagerung der Arbeitsspindel
nicht erfüllt.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Arbeitsspindelahbrdnung der
gattungsgemäßen Art derart zu verbessern, daß einerseits eine hochpräzise Lagerung
möglich ist, andererseits aber auch die Möglichkeit besteht, Wärmeausdehnungen der
Arbeitsspindel im Bereich der hinteren Lagereinheit auszugleichen.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einer Arbeitsspindelanordnung der eingangs beschriebenen Art
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die hintere Lagereinheit die Arbeitsspindel mit
mindestens zwei gegeneinander vorgespannten Wälzlagern um die Spindelachse im wesentlichen
spielfrei drehbar und in Richtung der Spindelachse im wesentlichen spielfrei feststehend
lagert und daß die Wälzlager mit ihren Lageraußenringen in einer Lageraufnahme sitzen,
welche mittels eines eine Bewegung der Lageraufnahme in Richtung der Spindelachse
zulassenden Deformationselements mit dem Spindelgehäuse verbunden ist.
[0005] Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung ist darin zu sehen, daß im Bereich der hinteren
Lagereinheit mit vorgespannten Wälzlagern eine spielfreie Lagerung sowohl in radialer
Richtung als auch in axialer Richtung in der Lageraufnahme erfolgt, daß aber die Lageraufnahme
selbst aufgrund des Deformationselements in der Lage ist, sich in Richtung der Spindelachse
relativ zum Spindelgehäuse zu bewegen, um damit die Möglichkeit zu schaffen, Längenausdehnungen
der Arbeitsspindel, die sich auf die Position der hinteren Lagereinheit relativ zur
vorderen Lagereinheit auswirken, auszugleichen.
[0006] Besonders vorteilhaft ist es für eine möglichst präzise Lagerung der Arbeitsspindel,
wenn das Deformationselement die Lageraufnahme in radialer Richtung zur Spindelachse
gegenüber dem Spindelgehäuse im wesentlichen steif führt und lediglich eine Bewegung
der Lageraufnahme in Richtung der Spindelachse zuläßt.
[0007] Besonders vorteilhaft läßt sich eine derartige im wesentlichen steife Führung der
Lageraufnahme in radialer Richtung zur Spindelachse dann realisieren, wenn sich das
Deformationselement in einer quer zur Spindelachse verlaufenden Fläche erstreckt.
[0008] Dabei ist die Steifigkeit des Deformationselements maximal, wenn die Fläche mit der
Spindelachse ungefähr einen rechten Winkel einschließt, während eine derartige Lösung
problemlos eine Beweglichkeit in Richtung der Spindelachse zuläßt.
[0009] Im Rahmen der erfindungsgemäßen Lösung ist es denkbar, das Deformationselement als
Flächentragwerk auszubilden, beispielsweise mit einer sich in der Fläche erstreckenden
Gitterstruktur.
[0010] Eine besonders einfache konstruktive Lösung sieht vor, daß das Deformationselement
sich ähnlich einer Membran in der Fläche erstreckt.
[0011] Besonders vorteilhaft wird die Lageraufnahme dann am Spindelgehäuse fixiert, wenn
das Deformationselement radialsymmetrisch zur Spindelachse ausgebildet ist, dann kann
auch die Deformation desselben zu keiner Veränderung der Position der Lageraufnahme
quer zur Spindelachse führen.
[0012] Eine konstruktiv besonders einfache Realisierung sieht vor, daß das Deformationselement
einen Membranring aufweist.
[0013] Eine derartige membranähnliche Ausbildung läßt sich in Richtung der Spindelachse
dann besonders elastisch gestalten, wenn der Membranring mit Durchbrüchen versehen
ist, so daß der Membranring seine radiale Steifheit durch zwischen den Durchbrüchen
verbleibende Stege beibehält, während die Durchbrüche die Deformierbarkeit des Membranrings
in Richtung der Spindelachse erleichtern.
[0014] Hinsichtlich der Fixierung des Deformationselements am Spindelgehäuse wurden im Zusammenhang
mit der bisherigen Erläuterung der einzelnen Ausführungsformen keine näheren Angaben
gemacht.
[0015] So sieht eine besonders günstige Lösung vor, daß das Deformationselement an einem
mit dem Spindelgehäuse fest verbundenen Halteelement angreift, so daß die Fixierung
am Spindelgehäuse selbst in einfacher Weise erfolgen kann.
[0016] Konstruktiv besonders einfach läßt sich dies dann lösen, wenn das Halteelement als
Haltering ausgebildet ist.
[0017] Eine fertigungstechnisch besonders günstige Lösung sieht dabei vor, daß die Lageraufnahme,
das Deformationselement und das Halteelement ein einstückiges Teil bilden, so daß
diese Einheit besonders einfach gefertigt und montiert werden kann.
[0018] Hinsichtlich der Anordnung des Deformationselements relativ zur Lageraufnahme wurden
bislang keine detaillierten Angaben gemacht. So wäre es beispielsweise denkbar, das
Deformationselement in Richtung der Spindelachse gesehen vor oder hinter der Lageraufnahme
anzuordnen.
[0019] Besonders hohe radiale Steifigkeit ist dann erhältlich, wenn das Deformationselement
radial außenliegend zu der Lageraufnahme, insbesondere die Lageraufnahme umgebend,
d. h. um die Lageraufnahme herum, angeordnet ist und somit in vorteilhafter Weise
die Lageraufnahme unmittelbar in radialer Richtung zur Spindelachse abstützen kann.
[0020] Ferner ist die Stabilität zwischen Deformationselement und Halteelement in radialer
Richtung dann besonders groß, wenn das Halteelement radial außenliegend zum Deformationselement
angeordnet ist.
[0021] Im einfachsten Fall erstreckt sich das Deformationselement in radialer Richtung zwischen
der Lageraufnahme und dem Halteelement.
[0022] Hinsichtlich der Ausbildung der Wälzlager wurden im Zusammenhang mit der bisherigen
Erläuterung der einzelnen Ausführungsbeispiele keine näheren Angaben gemacht. Eine
besonders vorteilhafte Lösung sieht dabei vor, daß die Wälzlager Schrägkugellager
sind, wobei vorzugsweise die Schrägkugellager Kugeln aus Keramik aufweisen, die eine
besonders hohe Laufgenauigkeit bei hohen Drehzahlen zulassen.
[0023] Hinsichtlich des Einbaus des Deformationselements sind im Rahmen der erfindungsgemäßen
Lösungen die unterschiedlichsten Möglichkeiten denkbar.
[0024] So ist es beispielsweise denkbar, das Deformationselement und die Lageraufnahme so
einzubauen, daß das Deformationselement bei nicht auf Betriebstemperatur befindlicher
Arbeitsspindel in Richtung der Spindelachse kräftefrei auf die Lageraufnahme wirkt,
oder so einzubauen, daß das Deformationselement bei auf Betriebstemperatur befindlicher
Arbeitsspindel keine in Richtung der Spindelachse wirkende Kräfte auf die Lageraufnahme
ausübt.
[0025] Eine besonders vorteilhafte Lösung sieht dabei vor, daß das Deformationselement so
eingebaut ist, daß es bei auf Betriebstemperatur befindlicher Arbeitsspindel mit einer
parallel zur Spindelachse gerichteten Kraft in Richtung der vorderen Lagereinheit
wirkt, um die vordere Lagereinheit bei der Aufnahme von Axialkräften zu unterstützen.
[0026] Dabei kann diese Lösung entweder vorsehen, daß bei nicht auf Betriebstemperatur befindlicher
Arbeitsspindel das Deformationselement keinerlei Kräfte auf die Arbeitsspindel in
Richtung der Spindelachse ausübt, oder auch bereits bei noch nicht auf Betriebstemperatur
befindlicher Arbeitsspindel bereits mit zur Spindelachse parallelen Kräfte in Richtung
der vorderen Lagereinheit wirkt.
[0027] Darüber hinaus sieht ein besonders vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Arbeitsspindelanordnung vor, daß diese einen Spindelmotor umfaßt, wobei die Arbeitsspindel
einen Rotor des Spindelmotors trägt.
[0028] Vorzugsweise ist dabei der Rotor zwischen der vorderen Lagereinheit und der hinteren
Lagereinheit angeordnet.
[0029] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der nachfolgenden Beschreibung
sowie der zeichnerischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels.
[0030] In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Arbeitsspindelanordnung und
- Fig. 2
- einen Schnitt längs Linie 2-2 in Fig. 1
[0031] Ein in Fig. 1 dargestelltes erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Arbeitsspindelanordnung
umfaßt ein als Ganzes mit 10 bezeichnetes Spindelgehäuse, in welchem eine als Ganzes
mit 12 bezeichnete Arbeitsspindel drehbar gelagert ist.
[0032] Die Arbeitsspindel 12 weist vorzugsweise in einem vorderen Endbereich 14 eine Aufnahme
16 für ein Werkstück oder ein Werkzeug auf, welches durch die Arbeitsspindel 12 rotierend
antreibbar ist.
[0033] Der vordere Endbereich 14 der Arbeitsspindel 12 ist dabei drehbar in einem vorderen
Gehäusedeckel 18 des Spindelgehäuses 10 über eine vordere Lagereinheit aus insgesamt
drei Schrägkugellagern 20, 22 und 24 drehbar gelagert, wobei die Schrägkugellager
20, 22 und 24 mit ihren inneren Lagerringen 20i, 22i und 24i unmittelbar auf einer
Umfangsfläche 26 der Arbeitsspindel 12 am vorderen Endbereich 14 sitzen, während äußere
Lagerringe 20a, 22a, 24a in einer zylindrischen Ausnehmung 28 im vorderen Gehäusedeckel
18 sitzen.
[0034] Die Schrägkugellager 20, 22 und 24 sind gegeneinander vorgespannt, so daß die Arbeitsspindel
spielfrei um eine Spindelachse 30 drehbar und in Richtung der Spindelachse 30 spielfrei
fixiert ist.
[0035] Vorzugsweise sind die Schrägkugellager 20, 22 und 24 so ausgebildet, daß die Schrägkugellager
20 und 22 ein Tandemlager bilden, bei welchem jeweils eine Normale 32 zu einer Lagerlauffläche
in Richtung der Spindelachse 30 und ferner in Richtung der Aufnahme 16 gerichtet ist,
während das Schrägkugellager 24, welches auf einer der Aufnahme 16 abgewandten Seite
der Schrägkugellager 20 und 22 angeordnet ist, eine Normale 34 zur Lagerlauffläche
aufweist, welche ebenfalls in Richtung der Spindelachse 30, jedoch in Richtung eines
hinteren Endbereichs 36 der Arbeitsspindel 12 gerichtet ist, so daß bezüglich der
Ausrichtung der Normalen 32 und 34 eine sogenannte 0-Anordnung entsteht.
[0036] Die Lagerung der Arbeitsspindel 12 im Abstand vom vorderen Endbereich 14, vorzugsweise
an ihrem hinteren Endbereich 36, erfolgt durch eine hintere Lagereinheit umfassend
zwei Schrägkugellager 40 und 42, deren Lagerinnenringe 40i auf einer zylindrischen
Außenfläche 44 der Arbeitsspindel 12 im hinteren Endbereich 36 sitzen, während deren
Lageraußenringe 40a und 42a in einer zylindrischen Ausnehmung 48 einer ringförmigen
Lageraufnahme 50 sitzen, welcher auf einer dem vorderen Endbereich 14 zugewandten
Seite eine Schulter 52 aufweist, an welcher der Lageraußenring 42a des Schrägkugellagers
42 anliegt, welcher auf einer dem vorderen Endbereich 14 zugewandten Seite des Schrägkugellagers
40 angeordnet ist.
[0037] Ferner liegen die Lageraußenringe 40a und 42a der Schrägkugellager 40 und 42 unmittelbar
aneinander an und außerdem ist ein fest mit der Lageraufnahme 50 verbindbarer Abschlußring
54 vorgesehen, welcher seinerseits eine Schulter 56 aufweist, welche den Lageraußenring
40a des Schrägkugellagers 40 auf seiner dem Lageraußenring 42a abgewandten Seite beaufschlagt,
so daß durch den Abschlußring 54 die Lageraußenringe 40a und 42a fest in der Lageraufnahme
50 fixiert sind.
[0038] Die Lageraufnahme 50 durchgreift ihrerseits einen Durchbruch 58 in einem hinteren
Gehäusedeckel 60 und trägt zur Abdichtung des Spindelgehäuses 10 im Bereich des hinteren
Gehäusedeckels 60 einen Ringwulst 62, der mit einer Dichtung 64 an dem Durchbruch
58 dichtend anliegt, jedoch eine Bewegbarkeit der Lageraufnahme 50 in Richtung der
Spindelachse 30 relativ zum hinteren Gehäusedeckel 60 zuläßt.
[0039] Darüber hinaus sind auch die Lagerinnenringe 40i und 42i der Schrägkugellager 40
und 42 fest zwischen einer Schulter 66 der Arbeitsspindel 12 und einer am hinteren
Endbereich 36 der Arbeitsspindel 12 fixierbaren und auf der Arbeitsspindel 12 drehfest
sitzenden Buchse 68 eingespannt.
[0040] Zur Fixierung der Lageraufnahme 50 relativ zum Spindelgehäuse 10 ist diese einstückig
mit einem Deformationselement 70 verbunden, welches vorzugsweise ähnlich einer Membran
aus Flachmaterial mit geringer Wandstärke ausgebildet ist und sich in einer Fläche
72 ausgehend von der Lageraufnahme radial zur Spindelachse 30 nach außen erstreckt,
wobei die Fläche 72 ungefähr senkrecht zur Spindelachse 30 verläuft.
[0041] Das Deformationselement 70 geht dann auf seiner der Lageraufnahme 50 abgewandten
Außenseite in einen Haltering 74 über, welcher mit dem hinteren Gehäusedeckel 60 fest,
beispielsweise durch lösbare Verbindungselemente verbindbar ist und sich dabei einerseits
an einer senkrecht zur Spindelachse 30 verlaufenden Anlagefläche 76 axial und andererseits
an einer zylindrisch zur Spindelachse 30 verlaufenden Innenschulter 78 des hinteren
Gehäusedeckels 60 radial abstützt.
[0042] Vorzugsweise ist dabei das Deformationselement 70, wie in Fig. 2 dargestellt, so
ausgebildet, daß dieses einen um die Lageraufnahme 50 auf einer Außenseite derselben
umlaufenden Membranring 80 bildet, welcher aufgrund seiner geringen Materialstärke
membranähnliche Eigenschaften aufweist. Damit ist die Lageraufnahme 50 relativ zum
Haltering 74, welcher fest mit dem Spindelgehäuse 10 verbunden ist, in Richtung der
Spindelachse geringfügig bewegbar, und dadurch in der Lage, Längenausdehnungen der
Arbeitsspindel 12 zwischen dem vorderen Endbereich 14 und dem hinteren Endbereich
44, die beispielsweise im Verlauf einer Erwärmung der Arbeitsspindel 12 auf Betriebstemperatur
auftreten, auszugleichen, beispielsweise dadurch, daß sich die Lageraufnahme 50 um
die auftretende Längenausdehnung relativ zum Haltering 74 von dem vorderen Endbereich
14 wegbewegt.
[0043] Andererseits ist jedoch der Membranring 80 in radialer Richtung zur Spindelachse
30 steif und wirkt auch im Fall einer Deformation stets axialsymmetrisch zur Spindelachse
30, so daß die Schrägkugellager 40 und 42 relativ zum Spindelgehäuse 10 die Arbeitsspindel
12 in allen Betriebszuständen der Arbeitsspindel 12 und allen Deformationszuständen
des Membranrings 80 quer zur Spindelachse 30 in exakt derselben Position lagern.
[0044] Vorzugsweise ist zur Erhöhung der Elastizität des Membranrings 80 in diesem eine
Vielzahl von Durchbrüchen 82 vorgesehen, die vorzugsweise in konstanten Winkelabständen
voneinander um die Spindelachse 30 herum angeordnet sind, so daß zwischen den Durchbrüchen
82 Stege 84 des Membranrings 80 verbleiben, die nach wie vor in radialer Richtung
zur Spindelachse 30 steif sind, jedoch in Richtung der Spindelachse 30 eine erhöhte
Elastizität aufweisen.
[0045] Ferner sind bei den Schrägkugellagern 40 und 42 Normalen 90 und 92 zu den Lagerlaufflächen
derselben so ausgerichtet, daß sich eine sogenannte 0-Anordnung ergibt, das heißt,
daß die Normale des Schrägkugellagers 42 in Richtung des vorderen Endbereichs 14 weist,
während die Normale 90 des Schrägkugellagers 40 in Richtung der Buchse 68 weist und
beide Normalen 90 und 92 in Richtung der Spindelachse 30 gerichtet sind, allerdings
aufgrund der 0-Anordnung voneinander weg weisen.
[0046] Durch diese 0-Anordnung der Schrägkugellager 40, 42 erfolgt eine Stabilisierung der
Lageraufnahme 50 gegen ein Kippen um die Spindelachse 30 und somit hat die Lageraufnahme
50 im wesentlichen nur noch die Möglichkeit, sich aufgrund des Deformationselements
70 in Richtung der Spindelachse 30 zu bewegen.
[0047] Die Deformation des Deformationselements 70 durch Bewegen der Lageraufnahme 50 in
Richtung der Spindelachse 30 führt zu auf die Lageraufnahme 50 wirkenden und im wesentlichen
parallel zur Spindelachse 30 gerichteten Kräften, so daß die Möglichkeit besteht,
die als einstückiges Teil gebildete Einheit aus Lageraufnahme 50, Deformationselement
70 und Haltering 74 entweder so einzubauen, daß bei kalter Arbeitsspindel 12 das Deformationselement
70 nicht deformiert ist und somit keine Kräfte in Richtung der Spindelachse 30 wirken,
während bei zunehmender Wärmeausdehnung der Arbeitsspindel 12 zwischen ihrem vorderen
Endbereich 14 und dem hinteren Endbereich 36 eine zunehmende Deformation des Deformationselements
70 erfolgt, woraus parallel zur Spindelachse 30 und in Richtung des vorderen Endbereichs
14 gerichtete Kräfte auf die Lageraufnahme 50 resultieren.
[0048] Dies ist vorteilhaft, denn dadurch besteht die Möglichkeit, die Schrägkugellager
20, 22 und 24 gegen axiale Kräfte beim Betrieb zu entlasten.
[0049] Alternativ dazu besteht aber auch die Möglichkeit, die Einheit aus Lageraufnahme
50, Deformationselement 70 und Haltering 74 so einzubauen, daß erst bei betriebswarmer
Arbeitsspindel 12 keine Kräfte in Richtung der Spindelachse 30 wirken, während bei
kalter Arbeitsspindel 12 eine zur Spindelachse 30 parallele Kraft wirksam ist.
[0050] Die erfindungsgemäße Arbeitsspindelanordnung ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn
die Arbeitsspindelanordnung einen Spindelmotor umfaßt, der zwischen der vorderen Lagereinheit
20, 22 und 24 und der hinteren Lagereinheit 40, 42 angeordnet ist.
[0051] Vorzugsweise sitzt bei einem derartigen Spindelmotor unmittelbar in einem mittleren
Bereich 100 der Arbeitsspindel 12 auf dieser ein Rotor 102, welcher einem Stator 104
zugewandt ist, der fest mit dem Spindelgehäuse 10 verbunden ist und den Rotor 102
umschließt.
[0052] Aufgrund eines derartigen, auf der Arbeitsspindel 12 sitzenden Rotors 102 erfolgt
in verstärktem Maße eine Erwärmung der Arbeitsspindel 12 und somit die Notwendigkeit,
eine Längenausdehnung derselben zwischen dem vorderen Endbereich 14 und dem hinteren
Endbereich 36 auszugleichen.
1. Arbeitsspindelanordnung für eine Werkzeugmaschine, umfassend
ein Spindelgehäuse
eine Arbeitsspindel
eine vordere Lagereinheit, welche die Arbeitsspindel um ihre Spindelachse im wesentlichen
spielfrei drehbar und in Richtung der Spindelachse im wesentlichen spielfrei feststehend
relativ zum Spindelgehäuse lagert,
eine hintere Lagereinheit, welche die Arbeitsspindel im Abstand von der ersten Lagereinheit
um die Spindelachse drehbar, jedoch in Richtung der Spindelachse eine Bewegung zulassend
lagert,
dadurch gekennzeichnet, daß die hintere Lagereinheit (40, 42) die Arbeitsspindel (12) mit mindestens zwei gegeneinander
vorgespannten Wälzlagern (40, 42) um die Spindelachse (30) im wesentlichen spielfrei
drehbar und in Richtung der Spindelachse (30) im wesentlichen spielfrei feststehend
lagert und daß die Wälzlager (40, 42) mit ihren Lageraußenringen (40a, 42a,) in einer
Lageraufnahme (50) sitzen, welche mittels eines eine Bewegung der Lageraufnahme (50)
in Richtung der Spindelachse (30) zulassenden Deformationselements (70) mit dem Spindelgehäuse
(10) verbunden ist.
2. Arbeitsspindelanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (70) die Lageraufnahme (50) in radialer Richtung gegenüber
dem Spindelgehäuse (10) im wesentlichen steif führt.
3. Arbeitsspindelanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Deformationselement (70) in einer quer zur Spindelachse (30) verlaufenden
Fläche (72) erstreckt.
4. Arbeitsspindelanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche (72) mit der Spindelachse (30) ungefähr einen rechten Winkel einschließt.
5. Arbeitsspindelanordnung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Deformationselement (70) ähnlich einer Membran in der Fläche (72) erstreckt.
6. Arbeitsspindelanordnung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (70) radialsymmetrisch zur Spindelachse (30) ausgebildet
ist.
7. Arbeitsspindelanordnung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (70) einen Membranring (80) aufweist.
8. Arbeitsspindelanordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Membranring (80) mit Durchbrüchen (82) versehen ist.
9. Arbeitsspindelanordnung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (70) an einem mit dem Spindelgehäuse (10) fest verbundenen
Halteelement (74) angreift.
10. Arbeitsspindelanordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement als Haltering (74) ausgebildet ist.
11. Arbeitsspindelanordnung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Lageraufnahme (50) das Deformationselement (70) und das Halteelement (74) ein
einstückiges Teil bilden.
12. Arbeitsspindelanordnung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (70) radial außenliegend zur Lageraufnahme (50) angeordnet
ist.
13. Arbeitsspindelanordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (70) die Lageraufnahme (50) umgebend angeordnet ist.
14. Arbeitsspindelanordnung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement (74) radial außenliegend zum Deformationselement (70) angeordnet
ist.
15. Arbeitsspindelanordnung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wälzlager (40, 42) Schrägkugellager sind.
16. Arbeitsspindelanordnung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (70) und die Lageraufnahme (50) so eingebaut sind, daß das
Deformationselement (70) bei nicht auf Betriebstemperatur befindlicher Arbeitsspindel
(12) in Richtung der Spindelachse (30) kräftefrei auf die Lageraufnahme wirkt.
17. Arbeitsspindelanordnung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (70) so eingebaut ist, daß es bei auf Betriebstemperatur
befindlicher Arbeitsspindel (12) mit einer parallel zur Spindelachse (30) gerichteten
Kraft in Richtung der vorderen Lagereinheit (20, 22, 24) wirkt.