[0001] Die Erfindung betrifft eine Zündvorrichtung für ein Sicherheitssystem, bei dem es
sich insbesondere um einen Airbag oder einen Gurtstraffer eines Fahrzeuges handelt,
gemäß den Merkmalen des Oberbegriffes des Patentanspruches 1.
[0002] Aus der AT 000 522 U1 ist eine Antriebsvorrichtung für Rückhaltesysteme in Kraftfahrzeugen
bekannt. Diese Antriebsvorrichtung besteht aus einem Gehäuse mit einem Zylinder, in
dem ein Kolben bewegbar angeordnet ist. Der Kolben wird aus dem Zylinder herausgedrückt,
wenn eine Arbeitskammer des Gehäuses druckbeaufschlagt durch Zünden einer Treibladung
mit Gas gefüllt worden ist. Die Treibladung ist in einem Teilbereich des Gehäuses
angeordnet und wird durch einen sogenannten Berstboden von der Arbeitskammer getrennt.
Innerhalb der Treibladung ist eine Zündladung vorhanden, die, wenn die Zündladung
gezündet wurde, die Treibladung zur Explosion bringt.
[0003] Die Treibladung, in der die Zündladung steckt, ist in einem Teilbereich des Gehäuses
untergebracht und wird von einer Distanzhülse von diesem Teilbereich des Gehäuses
getrennt. Die Zündladung ist durch sehr dünne Zuleitungen mit einer Steuervorrichtung
verbunden. Der Teilbereich des Gehäuses, in dem die Treibladung angeordnet ist, ist
von einer Kappe verschlossen.
[0004] Im Bereich der sehr dünnen Zuleitungen sind Mittel in Form einer Stabkerndrossel
vorhanden, die einen EMV-Schutz bewirken sollen. Diese Mittel zum EMV-Schutz sind
erforderlich, damit die Treibladung nicht unbeabsichtigt aufgrund äußerer elektrischer
Einflüsse gezündet wird. Die Stabkerndrossel muß mit den Zuleitungen und der Zündladung
verbunden werden, wodurch ein zusätzlicher Schritt bei der Herstellung der Zündvorrichtung
erforderlich ist.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Zündvorrichtung bereitzustellen,
die mit einem EMV-Schutz ausgestattet ist, der Fehlzündungen der Zündvorrichtung optimal
verhindert und einfach herstellbar ist.
[0006] Diese Aufgabe ist durch die Merkmale des Patenanspruches 1 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß die Mittel zum EMV-Schutz als Ferritkern ausgebildet
sind, wobei der Ferritkern dicht benachbart zu dem Zündelement angeordnet ist. Dadurch
können wirksam die äußeren elektrischen Einflüsse (wie z. B. hochfrequente Einflüsse)
abgehalten werden, die ansonsten zu einem Zünden des Zündelementes führen würden.
Die Ausbildung der Mittel zum EMV-Schutz als Ferritkern bietet sich deshalb an, da
dieser Ferritkern (oder mehrere) über die Anschlußleitungen geschoben werden kann.
D. h., daß der Ferritkern beispielsweise konzentrisch auf den Anschlußmitteln angeordnet
wird, wodurch es möglich ist, diesen im Bereich der Anschlußleitungen bzw. im Kontaktbereich
der Anschlußleitungen mit den Kontaktfahnen des Zündelementes zu plazieren.
[0008] Solche Ferritkerne werden in an sich bekannter Weise im Preßverfahren oder Spritzverfahren
hergestellt und anschließend mittels eines geeigneten Sinterverfahrens endveredelt.
Solche Sinterwerkstoffe sind im allgemeinen sehr empfindlich gegen mechanische äußere
Einflüsse wie Druck, Schlag oder dergleichen. Treten aufgrund solcher mechanischer
Einflüsse Risse in dem Ferritkern auf oder brechen Teile des Ferritkernes ab, so ändert
sich sofort die ursprüngliche Wirkung aufgrund einer sich verändernden Permeabilität
des Ferritkernes. Eine solche Änderung würde zu einem verringerten EMV-Schutz führen.
[0009] Daher ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der Ferritkern druckunempfindlich gekapselt
ist, d. h., eine solche Kapselung aufweist, daß er vor äußeren mechanischen Einflüssen
wie Druck, Schlag oder dergleichen wirksam geschützt ist. Dadurch bleibt immer der
erzielte EMV-Schutz erhalten und die Werte (wie Permeabilität) des Ferritkernes können
sich nicht mehr ändern. Diese Kapselung hat auch den Vorteil, daß der Ferritkern an
sich vor seinem Einbau in die Zündvorrichtung z. B. beim Transport, der Lagerung oder
dergleichen wirksam geschützt ist. Nach dem Einbau bietet es sich an, einen Teilbereich
des Zündelementes (den Bereich der Anschlußleitungen bzw. der Anschlußfahnen des Zündelementes)
einschließlich des auf den Anschlußleitungen aufgesteckten Ferritkernes druckunempfindlich
zu kapseln.
[0010] Für die druckunempfindliche Kapselung des Ferritkernes bieten sich in erfindungsgemäßer
Weise verschiedene Möglichkeiten an.
[0011] Zum einen ist vorgeschlagen, daß der Ferritkern in einem topfartigen Gehäuse druckunempfindlich
gekapselt ist. Dieses topfartige Gehäuse, welches innen den Außenabmessungen des Ferritkernes
entspricht, wird über den Ferritkern gestülpt, so daß dieser gekapselt ist. Eventuell
verbleibende Zwischenräume zwischen Gehäuse und Ferritkern können mit geeigneten Mitteln
ausgefüllt werden.
[0012] Weiterhin kann daran gedacht werden, daß der Ferritkern mit zumindest zwei Schalen,
insbesondere zwei Halbschalen, druckunempfindlich gekapselt ist. Diese beiden Halbschalen
(oder mehrere Schalen) umgeben den Ferritkern ebenfalls so vollständig, daß er gegen
äußere Einflüsse geschützt ist. Auch hier kann ein verbleibender Zwischenraum mit
geeigneten Mitteln ausgefüllt werden, insbesondere dann, wenn die zumindest zwei Schalen
miteinander verklebt werden. Alternativ dazu ist auch ein Verklipsen der zumindest
zwei Schalen denkbar.
[0013] Beim Einsatz des topfartigen Gehäuses oder der zumindest zwei Schalen kann daran
gedacht werden, den Ferritkern damit vor der Montage auf den Anschlußmitteln vor äußeren
Einflüssen zu schützen. D. h., daß der Ferritkern in geeigneter Weise druckunempfindlich
gekapselt wird und nach der Kapselung auf die Anschlußleitungen aufgeschoben wird.
Alternativ dazu ist es denkbar, zunächst den Ferritkern auf die Anschlußleitungen
aufzuschieben und anschließend in entsprechender Weise die Kapselung vorzunehmen.
[0014] In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Ferritkern
zumindest teilweise, insbesondere in seiner Gesamtheit, in einem Niederdruckverfahren
mit einer Schutzschicht umgeben wird, wobei die Schutzschicht die druckunempfindliche
Kapselung bewirkt. Ein Umspritzen im Niederdruckverfahren ist deshalb erforderlich,
da mit diesem Niederdruckverfahren Beschädigungen an dem Ferritkern vermieden werden.
Der Druck im Niederdruckverfahren muß dem Ferritkern (Material, Geometrie) entsprechend
angepaßt werden. Das Umgeben des Ferritkernes mit einer Schutzschicht hat zudem noch
den Vorteil, daß die gesamte Einheit Zündelement/Bauteil zum EMV-Schutz besonders
kompakt baut und mechanisch stabilisiert ist. Dies hat gerade bei einer automatischen
Montage den Vorteil, daß z. B. beim Transport oder bei der Lagerung der vormontierten
Baueinheit Zündelement/Ferritkern Beschädigungen vermieden werden.
[0015] In Weiterbildung der Erfindung wird der druckunempfindliche gekapselte Ferritkern
in einem Hochdruckverfahren mit einer weiteren Schutzschicht umspritzt, wobei in besonders
vorteilhafter Weise die weitere Schutzschicht zumindest teilweise das Gehäuse der
Zündvorrichtung bildet. Durch die druckunempfindliche Kapselung des Ferritkernes ergeben
sich die schon beschriebenen Vorteile. Hinzu kommt der wesentliche Vorteil, daß der
Ferritkern aufgrund seiner druckunempfindlichen Kapselung überhaupt erst im Hochdruckverfahren
umspritzt werden kann, da ohne Kapselung der Druck schon ausreichen würde, um den
Ferritkern zu beschädigen oder sogar zu zerstören. Die Kapselung jedoch noch nicht
zwangsweise die äußere Form des Gehäuses der Zündvorrichtung aufweisen muß. Zu diesem
Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der druckunempfindlich gekapselte Ferritkern
mit seinem Zündelement nochmals vom einem Gehäuse umgeben wird, wobei dieses in vorteilhafter
Weise im Hochdruckverfahren hergestellt wird.
[0016] Insgesamt hat die Erfindung also den Vorteil, daß die Zündvorrichtung wirksam gegen
EMV-Einflüsse geschützt ist und somit Fehlzündungen vermieden werden, wobei die Herstellung
einer solchen Vorrichtung auch auf einfache Art und Weise realisierbar und vor allen
Dingen automatisierbar ist.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Zündvorrichtung sowie verschiedene
Möglichkeiten der druckunempfindlichen Kapselung des Ferritkernes, auf die die Erfindung
jedoch nicht beschränkt ist, ist im folgenden beschrieben und anhand der Figuren erläutert.
[0018] Es zeigen:
- Figur 1:
- eine fertige Zündvorrichtung,
- Figuren 2:
- ein Zündelement,
- Figuren 3 bis 5:
- verschiedene Kapselungen eines Ferritkernes und
- Figuren 6:
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer fertigen Zündvorrichtung.
[0019] Figur 1 zeigt eine Zündvorrichtung 1, die als vormontierte Einheit herstellbar ist.
Diese Zündvorrichtung 1 wird als Einheit an entsprechender Stelle des Sicherheitssystems
des Airbags oder des Gurtstraffers oder dergleichen in dem Fahrzeug eingebaut.
[0020] Die Zündvorrichtung 1 umfaßt ein Zündelement 2, welches mit einem elektrischen Impuls
beaufschlagt werden kann, um eine Treibladung (hier nicht gezeigt) des Sicherheitssystems
zur Explosion zu bringen. Auf die Anordnung und Wirkung der Treibladung kommt es bei
dieser Erfindung nicht an, so daß sich hierzu eine Beschreibung erübrigt.
[0021] Das Zündelement 2 sitzt an einer Stirnseite eines Zündgehäuses 3, mit dem die Zündvorrichtung
1 in ein ebenfalls nicht gezeigtes Gehäuse des Sicherheitssystems eingebaut werden
kann. Anschlußleitungen 4 und 5, über die das Zündelement 2 seinen elektrischen Impuls
erhält, sind an der gegenüberliegenden Stirnseite des Zündgehäuses 3 aus diesem herausgeführt,
können aber auch an beliebiger anderer Stelle aus diesem Zündgehäuse 3 herausgeführt
werden und auch als Kontaktfahnen, Kontaktstifte oder dergleichen ausgeführt sein.
In dem Zündgehäuse 3 sind (in Figur 1 nicht dargestellt) Mittel zum EMV-Schutz vorhanden,
wobei diese als Ferritkern ausgebildet und dicht benachbart an dem Zündelement 2 angeordnet
sind.
[0022] Figur 2 zeigt die beispielhafte Ausgestaltung des Zündelementes 2, das aus einem
Kopf mit der Zündladung und Kontaktfahnen 6 und 7 für die elektrische Kontaktierung
besteht.
Die Kontaktfahnen 6 und 7 werden mit den Anschlußleitungen 4 und 5 verbunden, wobei
es auch denkbar ist, daß das Zündelement 2 gar keine Kontaktfahnen 6 und 7 aufweist,
sondern daß die elektrischen Anschlußleitungen 4 und 5 direkt aus dem Zündelement
2 herausgeführt sind.
[0023] In den Figuren 3 bis 5 sind verschiedene Möglichkeiten der druckunempfindlichen Kapselungen
eines Ferritkernes 8 gezeigt. Zunächst ist darauf hinzuweisen, daß der Ferritkern
8 Durchführungen (Bohrungen) aufweist, durch welche die Anschlußleitungen 4 und 5
(oder die Kontaktfahnen 6 und 7) durchgeführt sind. Es ist denkbar, daß ein Ferritkern
beide Anschlußleitungen aufweist, wobei es auch denkbar ist, daß je Anschlußleitung
ein eigener Ferritkern 8 vorhanden ist.
[0024] In Figur 3 ist die schon fertige Kapselung des Ferritkernes 8 gezeigt, wobei der
Ferritkern 8 zunächst auf die Anschlußleitungen 4 und 5 aufgeschoben und anschließend
ein topfartiges Gehäuse 9 über den Ferritkern 8 gestülpt wird. Dabei weist das topfartige
Gehäuse 9 ebenfalls Durchführungen für die Anschlußleitungen 4 und 5 auf. Nachdem
auf diese Art und Weise der Ferritkern 8 druckunempfindlich gekapselt ist, wird er
von einer weiteren Schutzschicht 10 umgeben, die insbesondere im Hochdruckverfahren
umspritzt wird. In besonders vorteilhafter Weise ist die weitere Schutzschicht 10
zumindest teilweise Bestandteil des Gehäuses 3 oder es bildet die Schutzschicht 10
das gesamte Gehäuse 3. Bezüglich des topfartigen Gehäuses 9 sei noch erwähnt, daß
die offene Seite des Gehäuses 9 mit einem Deckel, durch den dann ebenfalls die Anschlußleitungen
4 und 5 durchgeführt werden, verschlossen werden kann.
[0025] In Figur 4 ist gezeigt, daß die druckunempfindliche Kapselung des Ferritkernes 8
aus zwei Halbschalen 11 und 12 besteht. Auch diese Halbschalen 11 und 12 gestatten
die Durchführung der Anschlußleitungen 4 und 5.
[0026] In Figur 5 ist gezeigt, das der Ferritkern 8 mit einer Schutzschicht 13 umgeben wird,
wobei diese Schutzschicht 13 im Niederdruckverfahren hergestellt wird. Es ist denkbar,
daß der Ferritkern 8 zunächst mit der Schutzschicht 13 umgeben wird und anschließend
die Anschlußleitungen 4 und 5 durch den Ferritkern 8 durchgesteckt werden. Alternativ
ist es denkbar, daß der Ferritkern 8 (oder jeweils ein Ferritkern) über die Anschlußleitungen
4 und 5 geschoben und anschließend die Schutzschicht 13 im Niederdruckverfahren hergestellt
wird. Diese Alternative bewirkt, daß der Ferritkern 8 an seiner Position festgesetzt
wird.
[0027] Der in den Figuren 3 bis 5 gezeigte Ferritkern ist in erfindungsgemäßer Weise in
der Nähe des Kopfes des Zündelementes 2 angeordnet, wobei die druckunempfindliche
Kapselung auch Teile des Zündelementes 2 mit umfassen kann.
[0028] Figur 6 zeigt eine weitere Ausgestaltung einer Zündvorrichtung, wobei gleiche Elemente
mit den gleichen Bezugsziffern wie in den vorangegangenen Figuren versehen sind. Mit
der Bezugsziffer 14 ist noch ein Stecker oder dergleichen bezeichnet, über den die
Zündvorrichtung an ein nicht dargestelltes Steuergerät angeschlossen wird.
1. Zündvorrichtung (1) für ein Sicherheitssystem, insbesondere einen Airbag oder einen
Gurtstraffer eines Fahrzeuges, mit einem über Anschlußmittel, insbesondere über Anschlußleitungen
(4, 5), zündbarem Zündelement (2), das in einem Gehäuse (3) angeordnet ist und wobei
Mittel zum EMV-Schutz vorhanden sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum EMV-Schutz als Ferritkern (8) ausgebildet sind, wobei der Ferritkern
(8) dicht benachbart zu dem Zündelement (2) angeordnet ist.
2. Zündvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ferritkern (8) druckunempfindlich gekapselt ist.
3. Zündvorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ferritkern (8) in einem topfartigen Gehäuse (9) druckunempfindlich gekapselt
ist.
4. Zündvorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ferritkern (8) mit zumindest zwei Schalen, insbesondere zwei Halbschalen (11,
12) druckunempfindlich gekapselt ist.
5. Zündvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Ferritkern (8) zumindest teilweise, insbesondere in seiner Gesamtheit, in einem
Niederdruckverfahren mit einer Schutzschicht (13) umgeben wird, wobei die Schutzschicht
(13) die druckunempfindliche Kapselung bewirkt.
6. Zündvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der druckunempfindliche gekapselte Ferritkern (8) in einem Hockdruckverfahren mit
einer weiteren Schutzschicht (10) umspritzt wird.
7. Zündvorrichtung (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die weitere Schutzschicht (10) zumindest teilweise das Gehäuse (3) bildet.