(19)
(11) EP 1 160 548 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.12.2001  Patentblatt  2001/49

(21) Anmeldenummer: 01201455.1

(22) Anmeldetag:  23.04.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7G01G 21/28
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 19.05.2000 DE 10024408

(71) Anmelder: Mettler-Toledo GmbH
8606 Greifensee (CH)

(72) Erfinder:
  • Gietenbruch, Matthias
    8107 Buchs (CH)
  • Leisinger, Roger
    8044 Zürich (CH)
  • Schillig, Alfred
    8627 Grüningen (CH)
  • Mattle, Bruno
    8340 Hinwil (CH)

   


(54) Waage mit schwenkbarem Bedienungspult


(57) Eine Waage weist ein Waagengehäuse (21) und ein Bedienungspult (4) als gegeneinander bewegliche Teile auf. Am Bedienungspult (4) und am Waagengehäuse (21) vorhandene, ineinandergreifende Armaturen (17, 18, 22) verbinden Bedienungspult (4) und Waagengehäuse (21) scharnierartig miteinander, so dass das erstere um eine im wesentlichen parallel zum Waagengehäuse (21) verlaufende Schwenkachse (A) von einer vom Waagengehäuse (21) vorragenden Arbeitslage in eine Ruhelage verschwenkt werden kann. Die ineinandergreifenden Armaturen (17, 22) weisen in mindestens einer radialen Richtung Spiel auf und bilden so eine Schwenkgelenkeinrichtung. Das Bedienungspult (4) weist dazu auch selbst eine Schwenkeinrichtung (26 ... 29) um eine im vorderen Bereich desselben gelegene Querachse (B) auf und eine zugehörige Fixiereinrichtung (30b, 33) zum wahlweisen Fixieren des schwenkbaren Teils des Bedienungspultes (4) in mindestens zwei Schwenklagen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Waage nach dem Oberbegriff des Anspruches 1. Eine solche Waage entspricht der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung DE 198 58 625.6, deren Inhalt hier durch Bezugnahme als geoffenbart gelten soll.

[0002] Eine solche Waage hat, wie in der genannten Patentanmeldung beschrieben, zahlreiche Vorteile. Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, diesen Vorteilen weitere hinzuzufügen, und dies gelingt erfindungsgemäss durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1.

[0003] Dabei wird die Tatsache ausgenützt, dass durch die nach der älteren Anmeldung vorgesehene Schwenkbarkeit mit Spiel es ermöglicht, dem Bedienungspult zusätzlich eine grössere Beweglichkeit zu verleihen, die es besonders leicht ermöglicht, die Fläche seiner Oberseite um eine Querachse so zu schwenken, dass der jeweilige Betrachter - je nach seiner Grösse oder der Relativlage seiner Augen zu einer Unterlagsfläche, auf der die Waage steht - einen optimalen Blickwinkel auf die Bedienungselemente inklusive der Anzeige hat, die ja gegebenenfalls als sogenannter Touch-screen ebenfalls als Bedienungselement ausgestaltet sein kann.

[0004] Im Prinzip können für die Verschwenkbarkeit um die Querachse die verschiedensten Konstruktionen vorgesehen werden. Beispielsweise wäre es möglich, eine von einem kleinen Motor angetriebene, schwenkbare Spindel in einer Mutter laufen zu lassen. Bevorzugt ist es jedoch, wenn das Bedienungspult selbst eine Schwenkeinrichtung aufweist, mittels derer sich ein Teil des Bedienungspults um eine in dessen vorderem Bereich liegende Querachse verschwenken lässt. Da der schwenkbare Teil beim Bedienen der Waage muss belastet werden können, ist weiter eine Fixiereinrichtung zum wahlweisen Fixieren in wenigstens zwei Schwenklagen vorgesehen. Vorzugsweise ist ferner eine Belastungseinrichtung vorgesehen, welche eine Kraft auf den schwenkbaren Teil des Bedienungspults ausübt, so dass dieser in einer vorbestimmten Richtung um die Querachse vorbelastet ist.

[0005] Dabei kann die Fixiereinrichtung beispielsweise von einer Klemmschraube oder von einer Riegeleinrichtung gebildet sein, doch ist es günstiger, wenn die Fixiereinrichtung rastartig elastisch ausgebildet ist und mit mindestens einer Gegenrast des Bedienungspultes (4) in Eingriff bringbar ist, weil dann die Handhabung vereinfacht ist.

[0006] Eine derartige Beweglichkeit des Bedienungspultes relativ zum Waagengehäuse macht natürlich die elektrische Verbindung über ein Kabel zu letzterem schwierig. Dieses Problem wird gemäss einer Weiterbildung der Erfindung so gelöst, dass dem Kabel eine Anpasseinrichtung zum Anpassen der wirksamen Kabellänge zugeordnet ist.

[0007] Diese Anpasseinrichtung könnte eine unter der Wirkung einer Feder stehende Kabeltrommel sein, doch ist es bevorzugt, wenn die Anpasseinrichtung mindestens eine in einem Kabelgehäuse untergebrachte, wahlweise zu umschlingende Umlenkeinrichtung aufweist, denn eine solche Konstruktion ist weniger platzaufwendig.

[0008] Es ist vorteilhaft, wenn das Kabelgehäuse am Bedienungspult, insbesondere an dessen Unterseite, gegebenenfalls aber auch an dessen Seite, untergebracht ist, denn bei einer Unterbringung im Waagengehäuse müsste die Waage nach jedem Zugriff zum Kabelgehäuse allenfalls neu nivelliert werden.

[0009] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich an Hand der nachfolgenden Beschreibung eines in der Zeichnung
schematisch dargestellten, bevorzugten Ausführungsbeispieles. Es zeigen:

Fig. 1 eine Perspektivansicht einer erfindungsgemässen Waage; von der die

Fig. 2a) bis c) das Bedienungspult in einem Schnitt nahe der Linie III-III der Fig. 1 in drei unterschiedlichen Schwenklagen veranschaulichen;

Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III der Fig. 1 durch die Mitte eines keilartigen Verstellmechanismus; und

Fig. 4 eine Druntersicht unter das Bedienungspult im Sinne des Pfeiles IV der Fig. 1 mit offenem Kabelgehäuse.



[0010] An Hand der Fig. 1 sollen nur jene Teile der Waage nach der älteren Patentanmeldung beschrieben werden, welche zum Verständnis der vorliegenden Erfindung erforderlich sein mögen.

[0011] Das einen Windschutz 2 tragende Waagengehäuse 21 einer Waage 1 besitzt an der Rückseite wenigstens einen höhenverstellbaren Nivellierfuss 11 und ist an einer Frontplatte 9 mit einem Bedienungspult 4 verbunden. Dieses Bedienungspult 4 ist wenigstens annähernd um eine geometrische Schwenkachse A schwenkbar an der Frontplatte 9 angebracht. Daher ist es möglich, das Bedienungspult 4 aus der in Fig. 1 mit vollen Linien dargestellten Arbeitslage, in der es betriebsbereit ist, in eine hochgeklappte, strichpunktiert dargestellte Ruhelage 4' zu verschwenken, so dass sich die nach vorne auskragende Längsseite des Bedienungspultes 4 nach oben erstreckt. Dies hat mehrere Vorteile:
  • soll die Waage an einen anderen Ort gebracht werden, kann man sie leichter tragen;
  • das Bedienungspult verschmutzt in dieser Position weniger;
  • an einem etwaigen Abstellplatz nimmt die Waage weniger Raum ein;
  • die Unterlage unter dem Bedienungspult ist leicht zu reinigen;
    Die lose Ankoppelung des Bedienungspults über zwei kleine, die Schwenkachse A bestimmende Achsstummel 17 (Fig. 2) hat zudem den weiteren Vorteil des erschwerten Wärmeüberganges von sich erwärmenden Teilen des Bedienungspultes 4 auf das Waagengehäuse 21.


[0012] Durch die Erfindung wird der weitere Vorteil einer anpassbaren Arbeitslage hinzugefügt.

[0013] Das Bedienungspult 4 weist im dargestellten Ausführungsbeispiel vier Drucktasten 6 sowie einen durch Berührung einzelner Bereiche zu Eingabezwecken der Betätigung und der Anzeige dienenden Bildschirm 7 auf. Die dargestellte Ausführungsform des Bedienungspultes 4 ist verhältnismässig einfach, doch kann ein solches Bedienungspult beträchtliche Ausmasse in seiner Längsausdehnung von der Frontplatte 9 weg annehmen. Um zu vermeiden, dass bei einer Druckbetätigung eines der Teile 6 oder 7 ein Kippmoment auf das Waagengehäuse 21 ausgeübt wird, sind zweckmässig Füsse 8 vorgesehen. Das Bedienungsterminal 4 steht dank der zumindest in vertikaler Richtung spielbehafteten Verbindung mit der Frontplatte 9 des Waagengehäuses 21 über die Schwenkachse A eigenständig und unabhängig von der Waage auf der Unterlage. Auch wenn bei Betätigung des Terminals Druck auf die Füsse ausgeübt wird und diese, z. B. als Folge ihrer Gummipufferung, leicht nachgeben, wird trotzdem keine Kraft auf das Waagengehäuse 21 übertragen.

[0014] Es wurde oben bereits gesagt, dass das Bedienungspult 4 aus der mit vollen Linien dargestellten Arbeitslage in die strich-punktierte Ruhelage 4' geschwenkt werden kann. Es ist vorteilhaft, wenn wenigstens einer dieser Lagen eine Arretiervorrichtung oder Rastvorrichtung zugeordnet ist, um den Verbleib in der jeweiligen Lage zu sichern. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist an einem Ständer 3 des Windschutzes 2 symbolisch eine Klinke 10 angeordnet, die in der Ruhelage 4' mit einem am Bedienungspult 4 vorstehenden Haltestift 12 zusammen die Fixierung in dieser Lage bewirkt. Es versteht sich, dass es sich hier bloss um ein Beispiel handelt und die Arretiereinrichtung jede an sich bekannte Form annehmen kann. Eine Verrastung oder Arretierung kann auch für die gezeigte Arbeitslage von Vorteil sein.

[0015] Gemäss Fig. 2 a) bis c) sind für die Schwenkbewegung dieses Bedienungspultes 4 um die Achse A zwei einander gegenüberliegende Achsstummel 17 (nur einer ist im Schnitt nahe der Linie III-III zu sehen) an vom Gehäuse vorragenden Lagerwangen bzw. Armen 18 als Armaturen einer ein Schwenkscharnier zur Verschwenkung um die Achse A bildenden Anordnung vorgesehen. Diese Achsstummel 17 liegen in einem länglichen, und damit Spiel nach oben und unten vorsehenden Lagerauge 22. Das Lagerauge 22 umgreift jedoch den jeweiligen Achsstummel 17 nur teilweise und ist gegen das in Fig. 2 nur durch das Bezugszeichen angedeutete Waagengehäuse 21 hin offen. Dadurch kann das Bedienungspult 4 leicht vom Waagengehäuse 21 getrennt werden, falls dies erwünscht ist.

[0016] Um jedoch zu verhindern, dass Schmutz von dieser Rückseite her ins Innere des Bedienungspultes gelangt, ist dieses als schachtelartiges Gehäuse ausgebildet, das eine die offene Seite des Lagerauges 22 abdeckende Abdeckwand 16 aufweist. Diese Abdeckwand 16 muss einerseits relativ dichtend an den Armaturen 17, 18, 22 anliegen, darf aber anderseits eine weiter unten beschriebene Verschwenkung um eine im vorderen Bereich des Bedienpults liegende Querachse B nicht behindern. Deshalb ist die Abdeckwand zweckmässig so geformt, dass bei Verschwenkung um die Querachse B der Abstand zum Lagerauge 22 und dem Achsstummel 17 etwa gleich bleibt. Die Abdeckwand könnte auch elastisch, z. B. von einem Federblech oder, wie dargestellt, von einem keilförmigen Kunststofflappen gebildet sein, der auf dem Lagerauge aufsteht, ohne jedoch das Spiel des Achsstummels 17 zu beeinträchtigen.

[0017] Die Abdeckwand 16 stellt in der dargestellten günstigen Ausgestaltung einen Schenkel einer etwa U-förmigen und die Armaturen 17, 18, 22, vorzugsweise mit Spiel, umgreifenden Wandanordnung 16, 16' am schwenkbaren Teil des Bedienungspultes 4 dar, was einerseits die Abdichtung verbessert, anderseits eine Führung für den mit ihr verbundenen schwenkbaren Teil bildet, wenn dieser aus der Stellung nach Fig. 2 a) in die Stellung nach Fig. 2 b) oder 2 c) gebracht wird.

[0018] In einer weiteren Ausführungsform können das Lagerauge 22 und/oder die Abdeckwand 16 und der Achsstummel 17 so ausgebildet sein, dass in Arbeitslage des Bedienungsterminals 4 - unabhängig von der Verschwenkung um die Querachse B - das vorgesehene Spiel gewährleistet ist, dass aber beim Hochschwenken des Bedienungsterminals 4 in die Ruhelage 4' ein Widerstand überwunden werden muss, der in der Ruhelage 4' wieder nachlässt, so dass das Terminal nur mit erneutem Kraftaufwand wieder aus der Ruhelage 4' in die Arbeitslage gebracht werden kann. Das heisst, Lagerauge, Achsstummel und Abdeckwand bilden eine Rastvorrichtung für die Verschwenkung des Bedienungspults 4 in die Ruhelage 4'. Dies lässt sich beispielsweise durch einen nockenbewehrten Achsstummel oder Formung des Achsstummels mit einem ellipsenartigen Querschnitt und eines teilweise federnden Lagerauges und/oder einer federnden Abdeckwand erreichen, so dass beim Verschwenken um die Achse A Rückwand und Lagerauge gegeneinander aufgeweitet werden und der Schwenkbewegung ein zu überwindendes Widerstandsmoment entgegensetzen und bei weiterem Verschwenken in der Ruhelage noch immer kraftschlüssig am Achsstummel anliegen, so dass das Terminal in der Ruhelage gehalten wird. Es versteht sich, dass auch andere konstruktive Gestaltungen dieser Art von Rasterung zum Ziele führen.

[0019] Das schachtelartige Gehäuse des Bedienungspultes 4 besteht aus einem oberen Gehäuse 20, mit einer oberen Abdeckung 15 und einem schachtelartig nach oben gezogenen Untersatz 23, der mit seinen Füssen 8 auf eine Unterlage 24 aufsetzbar ist und an seiner das obere Gehäuse 20 unterseitig abschliessenden Oberseite einen verschmälerten oberen Rand 25 aufweist, über den das obere Gehäuse 20 nach Art eines Schachteldeckels schiebbar ist.

[0020] Der Untersatz 23 ist weiter als keilartiger Verstellmechanismus ausgebildet, der im wesentlichen aus einem Trägerelement 26 und einer Bodenplatte 29 sowie einer Rastvorrichtung gebildet aus nutförmigen Gegenrasten 33 (Fig. 2b und 2c) und Feder 30b besteht. Das obere Gehäuse 20 ist relativ zur Bodenplatte 29 des Untersatzes 23 verschwenkbar, um die Abdeckung 15 mit den aus Fig. 1 ersichtlichen Bedienungs- bzw. Anzeigeelementen 6, 7 relativ zum Beschauer in eine günstige Arbeitslage zu bringen, beispielsweise um störende Spiegelungen von Lichtquellen zu vermeiden. Je nach der Schwenklage ergibt sich dabei im Falle des gezeigten Ausführungsbeispieles ein Winkel α1, α2 oder α3. Zu diesem Zweck stützt sich das das obere Gehäuse 20 an seiner Unterfläche tragende Trägerelement 26 über einen daran befestigten, vorzugsweise aber einstückig angeformten, balligen Achskörper 27 in einer Öffnung oder Vertiefung 28 am Boden des Untersatzes 23 ab. Auf diese Weise ist der Zusammenbau von oberem Gehäuse 20 und Untersatz 23 besonders einfach. Dabei versteht es sich, dass an Stelle der durchgehenden Öffnung 28 in der Bodenplatte 29 des Untersatzes 23 auch eine blosse Ausnehmung der, im übrigen geschlossenen Bodenplatte 29 vorgesehen sein könnte. In jedem Falle ergibt sich eine im balligen Achskörper 27 gelegene Querachse zur Verschwenkung der Abdeckung 15 mit den Bedienungs- und Anzeigeelementen gegenüber der Unterlagsfläche 24. Dabei ist verständlich, dass dies nur ein (bevorzugtes) Beispiel für eine mögliche Schwenkkonstruktion ist, dass aber aus dem Gebiet der schwenkbaren Pulte oder dergleichen dem Fachmann genügend Alternativen zur Verfügung stehen.

[0021] An der Unterseite des Trägerelements 26 ist eine Blattfeder 30 mittels mindestens einer Schraube 31 (Fig. 3) in ihrem Mittelbereich befestigt. Die Blattfeder 30 hat vorzugsweise zwei vom Mittelbereich abragende Schenkel 30a und 30b. Von diesen liegt der eine Schenkel 30a an der Bodenplatte 29 des Untersatzes 23 auf und belastet das obere Gehäuse 20 in Aufwärtsrichtung. Der andere Schenkel 30b der Feder 30 dient als Rast, die in als Gegenrast 33 dienende Nuten eingreift, welche in einer als Fortsetzung des Lagerauges 22 ausgebildeten Wand 32 als Vertiefungen ausgeformt sind. Es versteht sich, dass hier zwar die Rast und Gegenrast formschlüssig ineinander greifen, gegebenenfalls aber auch statt eines formschlüssigen Eingriffs ein kraftschlüssiger Eingriff eines federnden Elementes in eine seichte Vertiefung eines anderen möglich wäre, so dass die Rastverbindung durch Druck auf das obere Gehäuse 20 lösbar wäre. Dies ist aber deshalb nicht bevorzugt, weil dann bei zu starkem Druck auf eine der Tasten 6 (Fig. 1) die Gefahr bestünde, dass sich die Rast löst. Auch wäre es möglich, die Gegenrasten sägezahnförmig auszubilden, so dass die Bewegung des oberen Gehäuses 20 entgegen dem Drucke der Belastungseinrichtung 30b unter darüber Schleifen über die Schrägflächen der Sägezähne, in der anderen Richtung aber nur nach Lösen der Verrastung, z. B. in der im folgenden beschriebenen Weise mittels Druckknopf, möglich ist.

[0022] Es versteht sich ferner, dass an Stelle eines einzigen Federelementes 30 für beide, von den Schenkeln 30a, 30b ausgeübten Funktionen auch gesonderte Federelemente denkbar wären. Ferner könnte die vom Federschenkel 30a gebildete Belastungseinrichtung (es wären natürlich auch andere elastische Elemente, wie pneumatische Federn, Magnete oder dergleichen möglich) auch in der anderen Richtung, d.h. im Sinne einer Bewegung des oberen Gehäuses aus der Stellung nach Fig. 2 c) in die Stellung nach Fig. 2 a), möglich, doch ist auch hier die dargestellte Lösung bevorzugt.

[0023] Insbesondere wenn, wie dargestellt, eine formschlüssige Verrastung vorgesehen ist, so ist - ebenso wie bei einer unelastischen Verbindung - eine Betätigungseinrichtung zum Lösen der Verbindung für die jeweilige Stellung zweckmässig. Natürlich wäre es möglich, das obere Gehäuse 20 gegenüber der Bodenplatte 29 und der Wand 32 geringfügig nach vorn verschiebbar zu machen, so dass es in der jeweils hinteren Gebrauchslage mit dem Federschenkel 30b im Eingriff mit der Gegenrast 33 steht, in der vorderen Verstelllage aber ausser Eingriff kommt. Dies würde aber die Abdichtung des Gehäuses erschweren und die jeweilige Schwenklage etwas unsicher machen. Günstiger ist eine Betätigungseinrichtung mit einem Druckknopf 34, wie ihn Fig. 3 zeigt. Wie die Schnittlinie III-III der Fig. 1 veranschaulicht, ist dieser Druckknopf 34 an der Rückseite des Bedienungspults 4 in unmittelbarer Nähe des Eingriffs der Rastfeder 30b in die nutförmige Gegenrast 33 in der Wand 32 angebracht, doch ist natürlich die Unterbringung an einem anderen Orte durchaus möglich.

[0024] Es wurde oben bereits gesagt, dass die durch die Querachse B bewirkte erhöhte Beweglichkeit des Bedienungspultes 4 auch besondere Anforderungen hinsichtlich der elektrischen Verbindung zum Waagengehäuse 21 erfordert. Dies kann nach einer Weiterbildung der Erfindung so gelöst werden, dass dem Verbindungskabel 19 (Fig. 4) eine Anpasseinrichtung zum Anpassen der wirksamen Kabellänge zugeordnet ist. An sich könnte dieses Kabel im Waagengehäuse 21 selbst untergebracht sein, doch ist dies weniger günstig als eine Unterbringung in einem eigenen, im Boden des Bedienungspultes 4 angeordneten Kabelgehäuse 35, das in Fig. 4 offen gezeigt ist, vorteilhaft aber durch eine (nicht dargestellte) Platte in für solche Gehäuse an sich bekannter Weise abdeckbar ist.

[0025] Das Kabel 19 kann mit einem Stecker 36 in einer Steckbuchse 37 des Bedienungspultes 4 stecken und so lösbar sein. Zweckmässig ist aber zur Anpassung seiner Länge an die jeweilige Lage des Bedienungspultes 4 mindestens eine im Kabelgehäuse 35 untergebrachte, wahlweise zu umschlingende Umlenkeinrichtung 38, 39 und/oder 40 vorgesehen, so dass die nach aussen hin wirksame Länge des Kabels durch Umlenken desselben um die eine, die andere und/oder die dritte dieser Umlenkflächen 38-40 an die jeweiligen Erfordernisse anpassbar ist.

Bezugszeichenliste



[0026] 
1
Waage
2
Windschutz
3
Ständer
4
Bedienungspult
6
Drucktasten
7
Bildschirm
8
Füsse
9
Frontplatte
10
Klinke
11
Nivellierfuss
12
Haltestift
15
Abdeckung
16
Abdeckwand
17
Achsstummel
18
Lagerwangen, Arme
19
Kabel
20
oberes Gehäuse
21
Waagengehäuse
22
Lagerauge
23
Untersatz
24
Unterlage
25
verschmälerter oberer Rand
26
Trägerelement
27
balliger Achskörper
28
Vertiefung
29
Bodenplatte
30
Feder
31
Schraube
32
Wand
33
Gegenrasten
34
Druckknopf
35
Kabelgehäuse
36
Stecker
37
Steckbuchse
38-40
Umlenklächen



Ansprüche

1. Waage (1) mit einem Waagengehäuse (21) und einem Bedienungspult (4) als gegeneinander beweglichen Teilen (4, 21), welches Bedienungspult (4) in einer Anordnung am Waagengehäuse (21) mit diesem durch am Bedienungspult (4) und am Waagengehäuse (21) vorhandene, ineinandergreifende Armaturen (17, 18, 22) scharnierartig verbunden ist und um eine im wesentlichen parallel zum Waagengehäuse (21) verlaufende Schwenkachse (A) von einer vom Waagengehäuse (21) vorragenden Arbeitslage in eine Ruhelage (4') verschwenkt werden kann, wobei die ineinandergreifenden Armaturen in mindestens einer radialen Richtung Spiel aufweisen und so eine Schwenkgelenkeinrichtung (17, 22) bilden, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienungspult (4) selbst eine Schwenkeinrichtung (26, 27, 28, 29) um eine im vorderen Bereich desselben gelegene Querachse (B) und eine zugehörige Fixiereinrichtung (30b, 33) zum wahlweisen Fixieren des schwenkbaren Teiles des Bedienungspultes (4) in mindestens zwei Schwenklagen aufweist.
 
2. Waage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkeinrichtung (26...29) im wesentlichen aus einem Trägerelement (26) und einer Bodenplatte (29) besteht, die durch einen im Bereich der Querachse (B) am Trägerelement (26) vorragenden, in einer Vertiefung (28) der Bodenplatte (29) lagernden, balligen Körper (27) scharnierartig miteinander verbunden sind.
 
3. Waage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienungspult aus einem oberen Gehäuse (20) und einem die Schwenkeinrichtung (26...29) und die Fixiereinrichtung (30b, 33) enthaltenden Untersatz (23) besteht und das obere Gehäuse (20) durch Verschwenkung des Untersatzes (23) um die Querachse (B) in verschiedene Arbeitslagen bringbar ist.
 
4. Waage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite des Untersatzes (23) das obere Gehäuse (20) unterseitig abschliesst und von unten schachtelartig in eine obere Abdeckung (15) des oberen Gehäuses (20) eingreift.
 
5. Waage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der dem Waagengehäuse (21) zugewandten Seite des Bedienungspultes (4) von dem um die Querachse (B) schwenkbaren Teil des Bedienungspults (4) eine abwärts ragende, die Armaturen (17, 18, 22) des Bedienungspultes (4) abdeckende und mit dem schwenkbaren Teil des Bedienungspults (4) um die Querachse (B) mitschwenkende Abdeckwand (16) vorgesehen ist.
 
6. Waage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckwand (16) einen Schenkel einer etwa U-förmigen und die Armaturen (17, 18, 22) vorzugsweise mit Spiel umgreifenden Wandanordnung (16, 16') am schwenkbaren Teil des Bedienungspults (4) bildet.
 
7. Waage nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Armaturen (17, 18, 22) ein die Scharnierachse (A) teilweise umgreifendes, gegen die Abdeckwand (16) hin offenes Lagerauge (22) aufweisen.
 
8. Waage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Armaturen durch entsprechende Formung so aufeinander abgestimmt sind, dass bei Verschwenkung des Bedienungspults in die Ruhelage ein Widerstandsmoment zu überwinden ist.
 
9. Waage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkeinrichtung (26...29) eine Belastungseinrichtung (30a) aufweist, welche den schwenkbaren Teil des Bedienungspults (4) in einer vorbestimmten Schwenkrichtung um die Querachse (B) vorbelastet.
 
10. Waage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixiereinrichtung (30b) rastartig elastisch ausgebildet ist und mit mindestens einer Gegenrast (33) des Bedienungspultes (4) in Eingriff bringbar ist.
 
11. Waage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Belastungseinrichtung (30a) und die Fixiereinrichtung (30b) von einem einzigen Federelement (30) gebildet sind, welches in seinem Mittelbereich mit dem schwenkbaren Teil des Bedienungspults (4) verbunden ist und dessen einer Schenkel (30a) sich nach unten hin von oben auf der Bodenplatte (29) abstützt, wogegen der andere Schenkel (30b) als Rast ausgebildet ist.
 
12. Waage nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass Rast (30b) und Gegenrast (33) für einen formschlüssigen Eingriff ineinander ausgebildet sind.
 
13. Waage nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixiereinrichtung (30b, 33) eine Betätigungseinrichtung (34) zum Lösen der Fixierung, insbesondere einen gegen einen elastischen Teil (30b) der Fixiereinrichtung wirkenden Druckknopf (34), aufweist.
 
14. Waage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Bedienungspult (4) mit dem Waagengehäuse (21) über mindestens ein Kabel (19) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass dem Kabel (19) eine Anpasseinrichtung (38-40) zum Anpassen der wirksamen Kabellänge zugeordnet ist.
 
15. Waage nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpasseinrichtung mindestens eine in einem Kabelgehäuse (35) untergebrachte, wahlweise zu umschlingende Umlenkeinrichtung (38-40) aufweist.
 
16. Waage nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Kabelgehäuse (35) am Bedienungspult (4), insbesondere an dessen Unterseite, untergebracht ist.
 




Zeichnung






















Recherchenbericht