(19)
(11) EP 1 161 895 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.12.2001  Patentblatt  2001/50

(21) Anmeldenummer: 01111885.8

(22) Anmeldetag:  17.05.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7A45D 40/26
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 09.06.2000 DE 20010384 U

(71) Anmelder: Fitjer, Holger H.
81669 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Fitjer, Holger H.
    81669 München (DE)

(74) Vertreter: Schneck, Herbert, Dipl.-Phys., Dr. et al
Rau, Schneck & Hübner Patentanwälte Königstrasse 2
90402 Nürnberg
90402 Nürnberg (DE)

   


(54) Applikator, insbesondere Mascara-Bürstchen


(57) Bei einem Applikator, insbesondere Mascara-Bürstchen, umfassend eine Mehrzahl von Borsten, die zwischen wenigstens zwei verdrillten Drähten gehalten sind, ist zur Realisierung völlig neuer Eigenschaften ohne Verzicht auf die bewährten Herstellungsverfahren und die entsprechenden Maschinen vorgesehen, daß zusätzlich zu den Borsten (2) ein Versteifungselement (7) vorgesehen ist, welches sich im Bereich des freien Borstenvorstandes erstreckt und von den Borsten (2) durchsetzt wird.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung richtet sich auf einen Applikator, insbesondere ein Mascara-Bürstchen, umfassend eine Mehrzahl von Borsten, die zwischen wenigstens zwei verdrillten Drähten gehalten sind.

[0002] Derartige Applikatoren werden für viele Anwendungszwecke eingesetzt. Ein wichtiger Bereich ist das Aufbringen von Mascara-Flüssigkeit auf die Augenwimpern oder von Haarfärbemitteln auf Haare.

[0003] Bei derartigen Mascara-Bürstchen ist es insbesondere wichtig, daß sie eine hinreichende Transferkapazität aufweisen, um bei jedem Eintauchen eine bestimmte Mascara-Flüssigkeit-Menge aus einem Vorratsbehälter zu entnehmen und auf die Wimpern aufzutragen, wobei dieser Auftrag gleichmäßig und ohne Verklumpung erfolgen soll und während des Auftrags die Wimpern gekämmt und separiert werden sollen.

[0004] Zur Anpassung der Applikatoren an jeweils eine ganz bestimmte Zusammensetzung und Viskosität der Mascara-Flüssigkeit oder zur Erzielung bestimmter Schminkergebnisse sind zahlreiche Modifikationen bei der Auswahl der Borsten und bei der Borstenzusammensetzung bekannt. Insbesondere ist es bekannt, weiche und harte Borsten zu mischen und/oder den Besatz aus kürzeren und längeren Borsten auszubilden, so daß ein Teil der Borsten insbesondere Auftragsfunktionen und ein anderer Teil vor allem Kämmfunktionen übernehmen kann. Allerdings sind die Modifikationsmöglichkeiten bei solchen konventionellen Applikatoren herstellungstechnisch bedingt beschränkt.

[0005] Die Durchmesser herkömmlicher Borsten liegen in einem Bereich von 3 mils aufwärts.

[0006] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Applikator der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß völlig neue Eigenschaften realisierbar sind, ohne daß auf die bewährten Herstellungsverfahren und die entsprechenden Maschinen verzichtet werden müßte.

[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zusätzlich zum Borstenbesatz ein Versteifungselement vorgesehen ist, welches sich im Bereich des freien Borstenvorstandes erstreckt und von den Borsten durchsetzt wird. Vorzugsweise ist dieses Versteifungselement nach Art einer Schraubenfeder ausgebildet, die insbesondere aus Metall oder Kunststoff bestehen kann, wobei deren Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser des Borstenbesatzes. Der Querschnitt der Schraubenfeder kann rund oder hiervon abweichend rechteckig sein.

[0008] Ein derartiges Federelement verstärkt einen in herkömmlicher Weise gedrehten Applikator derart, daß sowohl wenige als auch besonders feine und weiche Fasern zur Anwendung gelangen können, die ohne ein derartiges Versteifungselement die geforderten Auftrags- und insbesondere Kammeigenschaften nicht erfüllen könnten. Insbesondere wird die Kämmfunktion durch die relative Härte der Federgänge deutlich verstärkt.

[0009] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung ist es weiterhin möglich, mit wenigen und/oder dünnen Fasern zu arbeiten und bei gleichzeitiger Verwendung stärkerer Drahtdurchmesser für die Seele den Drahtkern des Applikators im Durchmesser zu vergrößern, wodurch dem bisherigen unerwünschten Aufbau von Mascara-Masse um den Drahtkern des Applikators erfolgreich begegnet werden kann, da die dann weiter voneinander entfernten einzelnen Borstenspiralen durch das elastische Federelement zwischen jeweils zwei benachbarten Schraubenlinien stabilisiert werden. Hierdurch wird ein klumpender und schmierender Aufbau von Mascara-Masse um den Drahtkern reduziert und ebenso die Ablagerung ungenutzter Masse.

[0010] Ein derart erfindungsgemäßer Applikator kann weitaus besser als herkömmliche Konstruktionen an den jeweiligen spezifischen Anwendungszweck angepaßt werden, weil über die bisher bekannten Parameter betreffend die Eigenschaften des verdrillten Drahtes und der Borsten als solche nun auch noch der Durchmesser und die Stärke des Federelements variiert werden können.

[0011] Eine nebengeordnete Lösung sieht vor, ein erfindungsgemäßes schraubenförmiges Versteifungselement selbst als Applikator zu verwenden, also ohne ein entsprechendes Bürstchen. Dabei sind Ausführungsformen mit einem tragenden Kern denkbar ebenso wie solche, bei welchen das Federelement eine hinreichende Eigensteifigkeit aufweist, so daß ein Kern nicht erforderlich ist.

[0012] Bei der letztgenannten Ausgestaltung ist es günstig, im Vorratsbehälter ausgehend vom Boden einen Zentralstab vorzusehen, um eine übermäßige Aufnahme von Mascara-Masse im Inneren des schraubenförmigen Elements zu verhindern, d.h. es ist eine Art innerer Abstreifer vorgesehen.

[0013] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt einen schematischen Schnitt durch einen erfindungsgemäßen Applikator mit Versteifungselement.

[0014] Ein in der Zeichnung dargestellter erfindungsgemäßer Applikator 1 in Form eines Mascara-Bürstchen umfaßt eine Mehrzahl von Borsten 2 bzw. von Borstenbüscheln, welche in einer Drahtseele 3 festgelegt sind, welche durch zwei verdrillte Drähte gebildet wird.

[0015] Ein freies Ende 4 der Drahtseele 3, welches keinen Borstenbesatz aufweist, ist in einer Ausnehmung 5 eines Stiels 6 festgelegt.

[0016] Ein erfindungsgemäßes Versteifungselement 7 ist im Ausführungsbeispiel als Schraubenfeder ausgebildet. Bei der in der Zeichnung oben dargestellten Variante ist eine Schraubenfeder aus Metall mit einem Draht von rundem Querschnitt vorgesehen, während bei der in der Zeichnung unten dargestellten Ausführungsform eine Kunststoff-Schraubenfeder eingesetzt wird, welche einen rechteckigen "Drahtquerschnitt" aufweist. Weiterhin ist bei dieser Ausführungsform der Durchmesser der verdrillten Drähte größer und die Besatzdichte geringer.

[0017] Das Versteifungselement weist einen Durchmesser auf, der etwa halb so groß ist wie der Durchmesser des Bürstchens 1 und wird auf den Applikator 1 aufgeschoben, nachdem dieser in herkömmlicher Weise gefertigt worden ist. Es erfolgt vorzugsweise, wie in der oberen Hälfte der Zeichnung dargestellt, eine reibschlüssige Festlegung auf einem verjüngten Abschnitt 8 des Stiels 6.

[0018] An dem in der Zeichnung nicht dargestellten Vorratsbehälter für Mascara-Flüssigkeit ist ein Abstreifer 9 mit elastischen Abstreiflippen 10 vorgesehen, wobei der Durchmesser des freien Durchgangs zwischen den Abstreiflippen 10 etwas kleiner ist als der Durchmesser des Versteifungselements 7.


Ansprüche

1. Applikator, insbesondere Mascara-Bürstchen, umfassend eine Mehrzahl von Borsten, die zwischen wenigstens zwei verdrillten Drähten gehalten sind, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu den Borsten (2) ein Versteifungselement (7) vorgesehen ist, welches sich im Bereich des freien Borstenvorstandes erstreckt und von den Borsten (2) durchsetzt wird.
 
2. Applikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement (7) nach Art einer Schraubenfeder ausgebildet ist.
 
3. Applikator nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der Schraubenfeder (7) kleiner oder gleich ist als der Durchmesser des durch die Borsten (2) gebildeten Besatzes.
 
4. Applikator nach Anspruch 1, wobei ein Behälter für aufzutragende Mascara-Flüssigkeit und an der Behälteröffnung eine Abstreifeinrichtung mit Abstreiflippen (10) vorgesehen ist, welcher einen freien Durchgang für das Bürstchen aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des freien Durchgangs der Abstreiflippen (10) ≤ dem Durchmesser des Versteifungselements (7) ist.
 
5. Applikator umfassend ein Versteifungselement, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement (7) gleichzeitig als Applikator wirkt.
 
6. Applikator nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement (7) einen tragenden Kern aufweist.
 
7. Applikator nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement (7) selbsttragend ausgebildet ist.
 
8. Applikator nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein im Aufbewahrungszustand das Versteifungselement (7) durchsetzender, als innerer Abstreifer wirkender Zentralstab vorgesehen ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht