[0001] Die Erfindung betrifft einen Luftströmungskanal eines Haushaltssauggeräts oder -blasgeräts,
insbesondere eines Staubsauggeräts.
[0002] Zur Erzielung möglichst hoher Luftleistung bspw. an einer Staubsaugerdüse ist es
ohne Erhöhung der Aufnahmeleistung des Motors üblich, Strömungswege hinsichtlich Durchmesser,
Glätte, Umlenkung, Querschnitte und Querschnittsänderungen zu optimieren. Die mediumberührte
Seite (Innenseite) von Saug- und Blaskanälen wird allgemein auf maximal erreichbare
Glätte und Minimierung von Versatz, Totwassergebieten und Verwirbelungen eingestellt.
Eine Luftleistungssteigerung durch Erhöhung der Aufnahmeleistung des Blas- bzw. Saugmotors
führt zu einer erhöhten Geräuschemission. Zudem stellt sich ein schlechterer Wirkungsgrad
ein, was zu einer Verkürzung der Lebensdauer des Motors führt. Zudem ergibt sich hieraus
eine verschlechterte Energiebilanz und darüber hinaus eine erhöhte Abrasion in dem
Luftströmungskanal. Da Saug- und Blaskanäle an die Gestaltung innerer und äußerer
Funktionselemente, wie Engstellen, Kurven, normierte Schnittstellen usw. anzupassen
sind und andererseits herstellungsgünstig ausgebildet sein sollen, werden glatte,
leicht entformbare Oberflächen bevorzugt. Derartige Oberflächen in Kombination mit
sekundären Erfordernissen führen zum einen zu dem Nachteil, dass eine Abfolge von
Zonen verschiedener Strömungsgeschwindigkeiten zu Leistungsverlusten führt. Zudem
wird eine Ablagerung von Medien in Totwassergebieten bzw. entformungsbedingten Versatz-Grat-Zonen
beobachtet. Darüber hinaus ergibt sich hierbei eine erhöhte Schallemission. Weiter
ergeben sich Nachteile durch Erosion und/oder Kavitation in den Prallgebieten.
[0003] Im Hinblick auf den zuvor beschriebenen Stand der Technik wird eine technische Problematik
der Erfindung darin gesehen, einen Luftströmungskanal der in Rede stehenden Art derart
in vorteilhafter Weise weiterzubilden, dass sich eine Erhöhung des Wirkungsgrades
des Haushaltssauggerätes oder -blasgerätes einstellt.
[0004] Diese Aufgabe ist zunächst und im wesentlichen durch den Gegenstand des Anspruches
1 durch eine zu einer Mikroverwirbelung führende Strukturierung der Innenwandung des
Luftströmungskanales gelöst. Zufolge dieser Ausgestaltung ist ein erhöhter Wirkungsgrad
des Haushaltssauggerätes erzielt. Desweiteren wird die Schallemission verringert sowie
die Einflüsse von fertigungsbedingten Ungenauigkeiten reduziert. Ablagerungen sowie
Abrasion werden verringert. Als Folge der erfindungsgemäßen Strukturierung der Innenwandung
des Luftströmungskanales läßt sich eine gleich hohe Luftleistung an der Saug- oder
Blasdüse bei verringerter Aufnahmeleistung von bis zu 20 % erzielen. Die Innenwandung
des Luftströmungskanales weist erfindungsgemäß eine Strukturierung auf, die die Mikroverwirbelung
begünstigt und Makroverwirbelungen bzw. Totwassergebiete unterdrückt. Die Strukturierung
kann naturentlehnt oder frei konstruiert sein und mittels Fotografierens, Ätzens,
Strahlens, Prägens, Kaschierens, Lackierens oder mittels Rapid-Prototyping direkt
erzeugt werden, so dass die Strukturierung beliebig vervielfältigbar ist. Sie kann
hierbei auf Werkzeuge für formgebende Verfahren, wie z. B. Spritzgießen, Prägen oder
Sintern übertragen werden. Darüber hinaus ist erfindungsgemäß auch vorgesehen, dass
ein üblicher, serienmäßiger Luftströmungskanal mit einer, eine Mikroverwirbelung herbeiführende
Kunststoffolie beklebt ist. In einer Weiterbildung des Erfindungsgegenstandes ist
vorgesehen, dass die Strukturierung schuppenartig ausgebildet ist. So kann die Strukturierung
annähernd die Oberfläche der Haut von Grossfischen darstellen, wobei weiter diese
Strukturierung partiell oder auch vollflächig vorgesehen sein kann. Weiter ist auch
denkbar, dass die Strukturierung rillenartig ausgebildet ist. Zudem ist auch eine
ungeordnet ausgebildete Strukturierung denkbar. Weiter wird vorgeschlagen, dass die
Strukturierung auf dem größten Teil der Innenwandung des Luftströmungskanales von
einem Sauglufteinlass bis zum Saugluftgebläseeinlass ausgebildet ist. Entsprechend
wird auch vorgeschlagen, dass die Strukturierung auf dem größten Teil der Innenwandung
des Luftströmungskanales von einem Blasluftgebläseauslass bis zu einem Blasluftauslass
ausgebildet ist. Auch ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Strukturierung im Hundertstel-
bis Zehntel-Millimeter-Bereich ausgebildet ist. Die erfindungsgemäße Strukturierung
führt zu einer Anhebung des Wirkungsgrades und damit der Luftleistung, zur Verringerung
der Schallemission sowie zur Verringerung von Ablagerung und Verschleiß durch transportierte
Medien, dies ohne Anhebung der Motorleistung. Die Summe der Vorteile kumuliert zu
erhöhter Umweltverträglichkeit des Gerätes.
[0005] Nachstehend ist die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung, welche lediglich
Ausführungsbeispiele darstellt, näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- ein Haushaltssauggerät in Form eines Staubsauggeräts in perspektivischer Darstellung;
- Fig. 2
- eine schematische Teildarstellung eines, die erfindungsgemäße, innenwandungsseitige
Strukturierung aufweisenden Luftströmungskanals;
- Fig. 3
- eine schematische Schnittdarstellung gemäß der Linie III-III in Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Herausvergrößerung des Bereiches IV in Fig. 2;
- Fig. 5
- eine mikroskopische Vergrößerung des Bereiches V in Fig. 4;
- Fig. 6
- eine Ansicht gegen das, einen erfindungsgemäßen Luftströmungskanal aufweisenden Motor-/Filter-Gehäuse
des Staubsauggerätes gemäß Fig. 1;
- Fig. 7
- eine perspektivische Darstellung einer Saugdüse des Staubsauggerätes;
- Fig. 8
- eine partiell geschnittene, perspektivische Prinzipdarstellung einer Saugdüse mit
einem, die erfindungsgemäße Strukturierung aufweisendem Luftströmungskanal.
[0006] Dargestellt und beschrieben ist zunächst mit Bezug zu Fig. 1 ein Haushaltsgerät in
Form eines Staubsauggerätes 1, mit einem Saug-/Gebläsemotor 2 und einer zugeordneten
Saugdüse 3.
[0007] Der in der Saugdüse 3 ausgebildete Sauglufteinlaß ist mit dem Bezugszeichen 3' versehen.
Von diesem ausgehend erstreckt sich ein Luftströmungskanal 4 -bei Anordnung der Saugdüse
3 an dem Staubsauggerät 1- im wesentlichen bis hin zu einem Sauglufteinlaß 2' des
Saug-/Gebläsemotors 2.
[0008] Sowohl das Staubsauggerät 1 als auch die Saugdüse 3 verfügen jeweils über einen Luftströmungskanal
4, durch welchen das angesaugte Medium, einen an dem Motorgehäuse 5 angedockten, nicht
dargestellten Filter durchströmend geleitet wird.
[0009] In Fig. 2 ist ein Abschnitt eines Luftströmungskanales 4 in einer schematischen Schnittdarstellung
gezeigt. Erfindungsgemäß ist die Innenwandung 6 des Luftströmungskanales 4 mit einer
Strukturierung 7 versehen, welche im Saug- oder auch Blasbetrieb zu einer Mikroverwirbelung
des vorbeigeführten Mediums führt. Diese Strukturierung kann mittels Fotografierens,
Ätzens, Strahlens, Prägens, Kaschierens oder Lackierens oder mittels Rapid-Prototyping
direkt erzeugt sein. Alternativ kann auch eine mit einer Strukturierung versehene
Kunststofffolie auf der Innenwandung 6 des Luftströmungskanales aufgebracht sein.
[0010] Durch die so geschaffene Oberfläche der Innenwandung 6 des Luftströmungskanales 4
wird eine Mikroverwirbelung begünstigt, jedoch eine Makroverwirbelung bzw. Totwassergebiete
unterdrückt, so daß bei gleicher Aufnahmeleistung des Saug-/Gebläsemotors 2 eine erhöhte
Luftleistung bzw. bei gleich hoher Luftleistung eine verringerte Aufnahmeleistung
erzielt ist. Zufolge der erfindungsgemäßen Ausgestaltung wird durch die Mikroverwirbelung
im Bereich der Innenwandungsoberfläche ein Luftpolster geschaffen, welches ein ungestörtes
Strömen des Mediums 8 in dem Luftströmungskanal 4 unterstützt (vergl. Fig. 3).
[0011] Wie in Fig. 4 dargestellt, ist in dem Ausführungsbeispiel die Strukturierung 7 schuppenartig
ausgebildet mit einer in Strömungsrichtung r weisenden Ausrichtung der einzelnen Schuppen.
Diese Schuppen weisen weiter eine Unterstrukturierung 7' gemäß Fig. 5 auf. Wie zu
erkennen, kann diese Unterstrukturierung 7' durch kreisabschnittförmige, gegebenenfalls
ineinandergreifende Rillen gebildet sein.
[0012] Die Fig. 6 bis 8 zeigen verschiedene Geräteabschnitte bzw. Gerätezusatzteile mit
erfindungsgemäßen, eine Strukturierung 7 aufweisenden Strömungskanälen 4.
[0013] Alle offenbarten Merkmale sind (für sich) erfindungswesentlich. In die Offenbarung
der Anmeldung wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten
Prioritätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich mit einbezogen, auch
zu dem Zweck, Merkmale dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung mit aufzunehmen.
1. Luftströmungskanal (4) eines Haushaltssauggerätes oder -blasgerätes, insbesondere
eines Staubsauggerätes (1), gekennzeichnet durch eine zu einer Mikroverwirbelung führende Strukturierung der Innenwandung des Luftströmungskanales
(4).
2. Luftströmungskanal nach Anspruch 1 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturierung schuppenartig ausgebildet ist.
3. Luftströmungskanal nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturierung rillenartig ausgebildet ist.
4. Luftströmungskanal nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturierung ungeordnet ausgebildet ist.
5. Luftströmungskanal nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturierung auf dem größten Teil der Innenwandung (6) des Luftströmungskanales
(4) von einem Sauglufteinlass (3') bis zum Saugluftgebläseeinlass (2') ausgebildet
ist.
6. Luftströmungskanal nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturierung auf dem größten Teil der Innenwandung (6) des Luftströmungskanales
(4) von einem Blasluftgebläseauslass bis zu einem Blasluftauslass ausgebildet ist.
7. Luftströmungskanal nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturierung im Hundertstel- bis Zehntel-Millimeter-Bereich ausgebildet ist.