[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Vorschub- und/oder Drehmomentübertragung
auf Ankerstangen von Dübeln, insbesondere Verbunddübel oder dergleichen, mit einem
Setzwerkzeug, das zur Aufnahme einer, am lastangriffseitigen Ende der Ankerstange
konisch ausgebildete, Aussenkontur, eine konische Ausnehmung aufweist.
[0002] Einrichtungen zur Vorschub- und/oder Drehmomentübertragung auf Ankerstangen ermöglichen
dem Anwender ein leichtes und einfaches Setzen von Dübeln in einem mit einem Bohrloch
versehenen Untergrund oder an einer mit einem Bohrloch versehenen Konstruktion. Insbesondere
in Anwendung mit Verbunddübel kommt diese Einrichtung zum Einsatz, um die Ankerstange
ins Bohrloch, das in diesem Beispiel ein Behältnis mit einer aushärtbaren Masse aufweist,
zu setzen. Beim Setzvorgang wird die Ankerstange mittels der Einrichtung durch den
von einem Verlegmittel erzeugten Vorschub und/oder Drehmoment drehend ins Bohrloch
bewegt. Dabei wird das Behältnis mit der aushärtbaren Masse zerstört. Die austretende
Masse vermischt sich mit Bohrklein und härtet aus. Bei mechanischen Dübeln bewirkt
die Einrichtung durch die Übertragung beispielsweise ein Verspreizen des Dübels im
Bohrloch.
[0003] Eine Einrichtung zur Vorschub- und/oder Drehmomentübertragung auf Ankerstangen von
Dübeln, der genannten Art, ist beispielsweise aus der DE 7827600 U bekannt und besteht
aus einem Setzwerkzeug das zur Aufnahme einer Ankerstange eine konische Ausnehmung
aufweist. Die Ankerstange ihrerseits ist am lastangriffseitigen Ende mit einer konisch
ausgebildeten Aussenkontur derart versehen, dass sie mit demselben Ende in die Ausnehmung
des Setzwerkzeuges bringbar ist. Ausserdem weist die konische Ausnehmung des Setzwerkzeuges
im Innern Mitnehmerelemente, beispielsweise Rippen, auf. Diese bekannte Lösung ermöglicht
die Verwendung von Ankerstangen mit verschiedenen Durchmessern mit demselben Setzwerkzeug.
Ausserdem verhindert diese bekannte Lösung eine Beschädigung eines Aussengewindes
der Ankerstange.
[0004] Nachteilig an der bekannten Lösung ist, dass die Übertragung des Drehmomentes und
des Vorschubes auf eine kleine Kontaktfläche zwischen der konischen Aussenkontur der
Ankerstange und den Mitnehmerelementen im Innern der konischen Ausnehmung des Setzwerkzeuges
begrenzt ist. Bei starker Belastung besteht somit in diesem Bereich die Gefahr eines
Verschleisses der Ankerstange und des Setzwerkzeuges.
[0005] Ferner ist bei der bekannten Lösung die Übertragung begrenzt, da nur eine kleine
Kontaktfläche für die Reibungskraft, welche die Kraftübertragung sicherstellt, besteht.
Dadurch besteht die Gefahr, dass bei der Übertragung von hohen Drehmomenten beispielsweise
die Übertragung des Drehmomentes nur noch zum Teil oder gar nicht mehr gewährleistet
ist, was beispielsweise zu einem nicht abgeschlossenen Setzvorgang führen kann.
[0006] Ausserdem sind Lösungen bekannt, die das Drehmoment durch einen am lastangriffsseitigen
Ende der Ankerstange ausgebildeten Mehrkantstift, beispielsweise Sechskantstift, und
ein entsprechend ausgebildetes Setzwerkzeug übertragen.
[0007] Nachteilig an diesen bekannten Lösungen ist, dass die Gefahr des Verklemmens zwischen
dem Setzwerkzeug und der Ankerstange besteht. Ausserdem wirkt sich eine solche Ausbildung
am lastangriffseitigen Ende der Ankerstange negativ auf die Herstellungskosten derselben
aus.
[0008] Ferner ist die Handlichkeit der Einrichtung beschränkt, da ein genaues Positionieren
des Setzwerkzeuges am lastangriffseitigen Ende der Ankerstange nötig ist, weil die
Übertragung des Drehmomentes mittels eines Formschlusses geschieht.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur Vorschub-und/oder
Drehmomentübertragung auf Ankerstangen von Dübeln, insbesondere Verbunddübel oder
dergleichen, zu schaffen, die für hohe Drehmomente geeignet ist, ohne dass dabei die
Gefahr eines Verklemmens zwischen Ankerstange und Setzwerkzeug besteht. Ferner soll
sie für den Anwender handlich und ausserdem wirtschaftlich herstellbar sein.
[0010] Die erfindungsgemässe Lösung geht davon aus, dass die konische Ausnehmung und die
konische Aussenkontur einen Konuswinkel von 6° bis 16° aufweisen.
[0011] Die konische Ausbildung der Ausnehmung und der Aussenkontur vergrössern gegenüber
den bekannten Lösungen die Kontaktfläche zwischen Setzwerkzeug und Ankerstange und
bewirken so eine vollständige Übertragung des Drehmomentes und des Vorschubes auch
für hohe Werte. Insbesondere in der Anwendung mit Verbunddübel stellt die erfindungsgemässe
Einrichtung ein vollständiges und handliches Setzen der Ankerstangen sicher. Ausserdem
bleibt dem Anwender ein präzises Positionieren des Setzwerkzeuges erspart, da es sich
um keinen Formschluss zur Übertragung des Drehmomentes handelt. Ferner ist durch die
konische Ausbildung der Ausnehmung des Setzwerkzeuges und der Aussenkontur der Ankerstange
die Verwendung desselben Setzwerkzeuges für Ankerstangen mit unterschiedlichen Durchmessern
gewährleistet. Durch die einfache Ausgestaltung der Ankerstange ist eine wirtschaftliche
Herstellung derselben möglich.
[0012] Vorzugsweise weisen die konische Ausnehmung und die konische Aussenkontur einen Konuswinkel
von 10° auf, um eine optimale Übertragung sicherzustellen.
[0013] Ferner weist die konische Ausnehmung vorteilhafterweise einen Konuswinkel auf, der
dem Konuswinkel der konische Aussenkontur entspricht, um die Kontaktfläche zwischen
der am lastangriffseitigen Ende angeordneten konischen Aussenkontur und der konischen
Ausnehmung im Setzwerkzeug zu maximieren.
[0014] Die konische Ausnehmung und/oder die konische Aussenkontur weisen in bevorzugter
Weise zumindest teilweise eine Profilierung auf. Damit wird der Reibungskoeffizient
zwischen den Kontaktflächen erhöht. Ausserdem können, um eine ähnliche Wirkung zu
erzielen, auch Beschichtungen anstelle der Profilierung Anwendung finden.
[0015] Vorteilhafterweise entspricht die axiale Tiefe (T) der konischen Ausnehmung dem 0,1
bis 0,75-fachen des grössten Durchmessers der konischen Ausnehmung des Setzwerkzeuges,
um die Verwendung von Ankerstangen mit unterschiedlichen Durchmessern mit demselben
Setzwerkzeug zu ermöglichen. Zusätzlich wird dadurch einer Verwendung des Setzwerkzeuges
mit zu grossen Ankerstangen und somit einer Überlastung des Setzwerkzeuges vorgebeugt.
[0016] Die Höhe der konischen Aussenkontur entspricht vorzugsweise dem 0,1 bis 0,75-fachen
des Durchmessers der Ankerstange, womit eine genügend hohe Reibkraft zwischen dem
Setzwerkzeug und der Ankerstange gewährleistet ist. Je grösser der Durchmesser der
Ankerstange, desto höher ist das zu übertragende Drehmoment.
[0017] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Es zeigt die Figur eine teilweise Seitenansicht einer erfindungsgemässen Einrichtung
teilweise im Querschnitt.
[0018] In der Figur ist eine erfindungsgemässe Einrichtung zur Vorschub- und/oder Drehmomentübertragung
auf Ankerstangen 1 von Dübeln, insbesondere Verbunddübel, teilweise dargestellt. Die
Einrichtung weist ein zylinderförmiges Setzwerkzeug 2 und eine profilierte Ankerstange
1 auf. Ein Ende des Setzwerkzeuges 2 weist eine konische, längs des Setzwerkzeuges
2 verlaufende Ausnehmung 4 auf, deren Tiefe T etwa dem 0,75-fachen des Durchmessers
D1 des Setzwerkzeuges 2 entspricht. Die Ankerstange 1 weist an ihrem lastangriffseitigen
Ende eine konische Aussenkontur 3 auf, die in die Ausnehmung 4 bringbar ist.
[0019] Die Konuswinkel α und β der Ausnehmung 4 und der Aussenkkontur 3 entsprechen etwa
10°. Die Höhe (H) der Aussenkontur 3 entspricht etwa dem 0,5-fachen des Durchmessers
D2 der Ankerstange 1. Zur Maximierung des Reibungskoeffizienten weisen die Wandungen
5 der Ausnehmung 4 eine feine Profilierung auf.
1. Einrichtung zur Vorschub- und/oder Drehmomentübertragung auf Ankerstangen (1) von
Dübeln, insbesondere Verbunddübel oder dergleichen, mit einem Setzwerkzeug (2) das
zur Aufnahme einer, am lastangriffseitigen Ende der Ankerstange (1) konisch ausgebildeten
Aussenkontur (3), eine konische Ausnehmung (4) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die konische Ausnehmung (4) und die konische Aussenkontur (3) einen Konuswinkel (α,
β) von 6° bis 16° aufweisen.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die konische Ausnehmung (4) und die konische Aussenkontur (3) einen Konuswinkel (α,
β) von 10° aufweisen.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die konische Ausnehmung (4) einen Konuswinkel (α) aufweist, der dem Konuswinkel (β)
der konische Aussenkontur (3) entspricht.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die konische Ausnehmung (4) und/oder die konische Aussenkontur (3) zumindest teilweise
eine Profilierung aufweisen.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Tiefe (T) der konischen Ausnehmung dem 0,1 bis 0,75-fachen des grössten
Durchmessers (D1) der konischen Ausnehmung des Setzwerkzeuges (2) entspricht.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe (H) der konischen Aussenkontur (3) dem 0,1 bis 0,75-fachen des Durchmessers
(D2) der Ankerstange (1) entspricht.