[0001] Die Erfindung betrifft einen Tampondruck-Farbbecher gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1.
[0002] Ein Tampondruck-Farbbecher dieser Art ist aus der EP 0 347 762 B1 bekannt. In einer
Tampondruckmaschine sitzt der Farbbecher auf einem Klischee, in welchem Vertiefungen
in Form eines zu übertragenden Druckbildes gebildet sind. Die Farbe dringt aus dem
Farbbecher in die Vertiefungen ein. Das Klischee ist unter dem Farbbecher verschiebbar,
so daß die Vertiefungen, welche das zu übertragende Bild bilden, einmal unter den
Farbbecher und ein andersmal unter einem Tampon (Druckstempel) zu liegen kommen. Der
Tampon wird auf die mit Farbe gefüllten Vertiefungen abgesenkt, nimmt daraus die Farbe
und damit das Druckbild auf, und überträgt dieses Druckbild anschließend, wenn das
Klischee wieder aus dem Bereich des Tampons wegbewegt wurde, auf ein zu bedruckendes
Objekt. Eine Tampondruckmaschine ist beispielsweise aus dem EP 0 315 769 B1 (US 4
905 594) bekannt.
[0003] Weiterer Stand der Technik ergibt sich aus den DE 196 44 366 A1,
DE 195 02 802 A1, DE 42 10 521 A1, DE 40 15 684 A1, EP 0 945 266 A1,
WO 99 07 556 A1, WO 93 04 862 A1.
[0004] Klischees bestehen beispielsweise aus Metall oder aus Kunststoff.
[0005] Je nach dem Material aus welchem die Oberfläche des Klischees besteht, ist eine harte
oder weiche Rakelkante des Farbbechers von Vorteil. Die Rakelkante kann durch die
Becherwand selbst gebildet sein oder durch einen an der Becherwand befestigten Rakelring.
Die Rakelkante kann aus Metall oder Kunststoff oder Keramik oder einem anderen Material
bestehen.
[0006] In Abhängigkeit von der Art des Materials der Klischeeoberfläche und der Rakelkante
kann die Rakelkante mehr oder weniger stark gegen die Klischeeoberfläche gedrückt
werden, um ein Entweichen von Farbe aus dem Farbbecher zwischen der Rakelkante und
der Klischeeoberfläche zu verhindern. Je höher die Druckgeschwindigkeiten (Bildbübertragung
von Klischee auf ein zu bedruckendes Objekt) sind, desto schneller muß der Farbbecher
über das Klischee bewegt werden. Höhere Bewegungsgeschwindigkeiten haben jedoch höhere
Staudrücke auf der Rakelinnenseite zur Folge und es besteht die Gefahr, daß Farbe
zwischen Klischeeoberfläche und Rakelkante ausdringt oder die Rakelkante auf der Farbe
des Klischees aufschwimmt (Aquaplaning). Dies bedeutet, daß je nach Art der Materialien
der Rakelkante und der Klischeeoberfläche und je nach Druckgeschwindigkeit höhere
Anpressdrücke der Rakelkante auf der Klischeeoberfläche erforderlich sind, um einerseits
unnötig große Reibungskräfte zu vermeiden und andererseits ein sauberes Abrakein von
Farbe auf der Klischeeoberfläche sicher zu stellen.
[0007] Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, auf einfache Weise optimale Betriebsbedingungen
zu erzielen. Einerseits sollen hohe Reibungswiderstände und Materialabnutzungen an
der Rakelkante und auf der Klischeeoberfläche vermieden werden. Andererseits sollen
hohe Druckgeschwindigkeiten bzw. Bewegungsgeschwindigkeiten des Klischees relativ
zu dem Farbbecher ermöglicht werden unter Beibehaltung einer guten Rakelwirkung der
Rakelkante auf der Klischeeoberfläche.
[0008] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch
1 gelöst.
[0009] Demgemäß betrifft die Erfindung einen Tampondruck-Farbbecher, enthaltend einen unten
offenen Becherkörper, der am unteren Ende seiner Becherwand mit einer Rakelkante versehen
ist zum Abrakeln von Farbe auf einem Klischee, und mindestens einen Magneten, der
im unteren Bereich des Becherkörpers positioniert ist, um den Becherkörper magnetisch
gegen das Klischee zu ziehen, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine Magnet
relativ zur Rakelkantenebene, in welches sich die Rakelkante erstreckt, auf verschiedenen
Höhenabständen positionierbar ausgebildet ist, wobei die in der Rakelkantenebene wirksame
Magnetkraft je nach Höhenabstand unterschiedlich ist.
Die Erfindung hat insbesondere folgende Vorteile:
[0010] Durch die Erfindung kann auf einfache Weise die Magnetkraft eingestellt werden, mit
welcher die Rakelkante gegen die Klischeeoberfläche gezogen wird. Damit kann auf einfache
Weise die Anpresskraft der Rakelkante an die Klischeeoberfläche angepasst werden an
verschiedene Arten von Materialien, welche in der Praxis für die Rakelkante und/oder
für die Klischeeoberfläche verwendet werden. Ferner kann dadurch der Anpressdruck
an die Kliescheeoberfläche verschiedenen Viskositäten der Farbe angepasst werden,
die sich im Farbbecher befindet und von ihm auf das Klischee aufgebracht wird. Damit
kann der gleiche Farbbecher für verschiedene Arten von Klischees verwendet werden.
Es ist nicht mehr erforderliche, für verschiedene Arten von Klischees verschiedene
Arten von Farbbechern zu verwenden. Vorzugsweise ist auch die Rakelkante ein Austauschelement,
so daß alternativ verschiedene Rakelkanten an der Becherwand befestigt werden können
in Anpassung an verschiedene Arten von Klischees und in Anpassung an verschiedene
Arten von Farbe bzw. von Farbviskositäten.
[0011] Die Erfindung wird im folgenden mit Bezug auf die Zeichnungen anhand einer bevorzugten
Ausführungsform als Beispiel beschrieben. In den Zeichnungen zeigen
Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch einen Tampondruck-Farbbecher längs der Ebene I-I
von Fig. 2,
Fig. 2 eine Unteransicht des Tampondruck-Farbbechers von Fig. 1.
[0012] Der in den Zeichnungen dargestellte Tampondruck-Farbbecher nach der Erfindung hat
eine, im Horizontalquerschnitt gesehen, vorzugsweise im wesentlichen zylindrische
Becherwand 2, die auf ihrer Innenseite im unteren Bereich einen radial nach innen
ragenden ringförmigen Vorsprung 4 (Absatz) aufweist, auf welchem eine ringförmige
Außenumfangsrippe 6 eines Magnethalteringes 8 aufliegt. In den Magnethaltering ist
eine Vielzahl von Dauermagneten 10 integriert, vorzugsweise mit einem aushärtbaren
Klebstoff 12 eingeklebt. Anstelle eines sich über 360° erstreckenden ringförmigen
Vorsprunges 4 und/oder einer ringförmigen Außenumfangsrippe 6 können je Vorsprünge
oder Rippen vorgesehen werden, welche sich nur über einen kurzen Teil des Umfanges
erstrecken.
[0013] Die Außenumfangsrippe 6 befindet sich ungefähr auf halber Höhe des Magnethalteringes
8. Der Höhenabstand 14 der Dauermagnete 10 von der Oberseite 16 des Magnethalteringes
8 ist größer als ihr Abstand 18 von der Unterseite 20 des Magnethalteringes 8. Dadurch
haben die Dauermagnete 10 von der Rakelkantenebene, in welcher sich eine Rakelkante
22 erstreckt, bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform einen kleineren Höhenabstand
24, wenn die Oberseite 16 des Magnethalteringes 8 nach oben zeigt als in einer umgedrehten
Position des Magnethalteringes 8, in welcher seine Oberseite 18 nach unten zeigt,
und seine Unterseite 20 nach oben zeigt, was einen größeren Höhenabstand 26 der Dauermagnete
10 von der Rakelkantenebene der Rakelkante 22 ergibt.
[0014] Dadurch haben die Dauermagnete 10 in der Rakelkantenebene der Rakelkante 22 in der
in Fig. 1 gezeigten aufrechten Stellung des Magnethalteringes 8 eine größere Magnetkraft
als in der nicht gezeigten, umgedrehten, d. h. auf den Kopf gestellten Lage des Magnethalteringes
8. Im einen Fall wird die Rakelkante 22 stärker (Fig. 1) und im anderen Falle schwächer
gegen die Oberfläche eines Klischees 27 angezogen von einem magnetisierbaren Körper,
insbesondere Eisen, welcher durch das Klischee selbst gebildet sein kann oder ein
zusätzlich zum Klischee, vorzugsweise unterhalb von diesem, angeordnetes Teil.
[0015] Die Höhenabstände und die Höhenlage der Außenumfangsrippe 6 relativ zur Oberseite
16 und Unterseite 20 des Magnethalteringes 8 bestimmen die Magnetkraft in der in Fig.
1 gezeigten aufrechten Lage und in der nicht gezeigten auf den Kopf gestellten Lage
des Magnethalteringes 8.
[0016] Durch Distanzringe zwischen dem ringförmigen inneren Vorsprung 4 der Becherwand 2
und der Außenumfangsrippe 6 kann der Abstand der Dauermagnete 10 von der Rakelkante
22 ebenfalls eingestellt werden und damit auch deren Magnetkraft in der Rakelkantenebene.
[0017] Der Farbbecher ist unten vollständig offen, so daß in ihm enthaltene Farbe ungehindert
durch den Magnethaltering 8 nach unten fließen kann auf ein Klischee 27. Der Farbbecher
hat ein offenes oberes Ende 28, welches durch einen auf die Becherwand 2 aufgeklipsten
Deckel 30 verschließbar ist und zum Nachfüllen von Farbe in den Farbbecher geöffnet
werden kann.
[0018] Die Rakelkante 22 kann durch das untere Ende der Becherwand 2 gebildet sein. Gemäß
der gezeigten bevorzugten Ausführungsform ist die Rakelkante 22 durch einen Rakelring
32 gebildet, der in eine Ringnut 34 in der unteren Stirnseite 36 der Becherwand 32
austauschbar eingesetzt und beispielsweise durch eine Dichtung 38 abgedichtet ist.
[0019] In Bohrungen 40 der unteren Stirnseite 36 sind Metallstifte 42 aus magnetisierbarem
Material eingesetzt, vorzugsweise aus Eisen, welche von den Dauermagneten 10 magnetisch
angezogen werden. Dadurch wird der Magnethaltering 8 bzw. dessen Außenumfangsrippe
6 axial nach unten gegen den ringförmigen Vorsprung 4 der Becherwand 2 magnetisch
angezogen und dadurch auch dann an dem ringförmigen Vorsprung 4 festgehalten, sowohl
in Becher-Axialrichtung als auch in Umfangsrichtung, wenn der Farbbecher auf den Kopf
gestellt wird. Anstelle von Dauermagneten 10 könnten auch Elektromagneten verwendet
werden, was jedoch bisher nicht üblich ist.
[0020] Zwischen der Becherwand 2 und dem Magnethaltering 8 sind eine Vielzahl von in Umfangsrichtung
verteilt angeordneten Überströmkanäle 44 gebildet, die sich von der Unterseite 20
zur Oberseite 16 des Magnethalteringes 8 erstrecken, so daß von der Innenseite der
Rakelkante 22 Farbe durch die Überströmkanäle 44 von der Unterseite 20 zur Oberseite
16 strömen kann durch den Staudruck der Farbe beim Rakelvorgang. Die Überströmkanäle
44 sind bei der in den Zeichnungen gezeigten Ausführungsform durch axial verlaufende
Nuten in der Innenseite der Becherwand 2 gebildet, welchen der Magnethaltering 8 gegenüberliegt.
Gemäß anderer Ausführungsform könnten derartige Nuten stattdessen oder zusätzlich
im Magnethaltering 8 gebildet sein.
[0021] Die Becherwand 2 hat im Horizontalquerschnitt gesehen vorzugsweise einen zylindrischen
Querschnitt, kann jedoch gemäß anderen Ausführungsformen eine andere Querschnittsform
haben. Die Becherwand 2 besteht vorzugsweise aus einem nicht magnetischen Material,
z. B. Aluminium oder Kunststoff.
1. Tampondruck-Farbbecher, enthaltend einen unten offenen Becherkörper, der am unteren
Ende seiner Becherwand (2) mit einer Rakelkante (22) versehen ist zum Abrakeln von
Farbe auf einem Klischee, und mindestens einen Magneten (10), der im unteren Bereich
des Becherkörpers innerhalb des Becherkörpers positioniert ist, um den Becherkörper
magnetisch gegen das Klischee zu ziehen,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mindestens eine Magnet (10) an einem Magnethaltering (8) befestigt ist, daß der
Becherkörper oben (28) offen ist oder geöffnet werden kann und daß der Magnethaltering
(8) von oben in den Becherkörper einsetzbar ist und auf einem inneren Vorsprung (4)
der Becherwand (2) des Becherkörpers auflegbar ist, daß der mindestens eine Magnet
(10) relativ zur Rakelkantenebene, in welcher sich die Rakelkante (22) erstreckt,
auf verschiedenen Höhenabständen positionierbar ist, wobei die in der Rakelkantenebene
wirksame Magnetkraft je nach Höhenabstand unterschiedlich ist.
2. Tampondruck-Farbbecher nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Magnethaltering (8) eine Oberseite (16) und eine Unterseite (20) hat und alternativ
mit seiner Oberseite (16) nach oben gerichtet oder umgedreht mit seiner Oberseite
(16) nach unten gerichtet an der Becherwand (2) positionierbar ist, und daß der mindestens
eine Magnet (10) in der einen Positionierung einen anderen Höhenabstand von der Rakelkantenebene
hat als in der umgedrehten anderen Positionierung.
3. Tampondruck-Farbbecher nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß Distanzringe zwischen den inneren Vorsprung (4) und den Magnethaltering (8) einlegbar
sind zur Einstellung des Abstandes des mindestens einen Magneten (10) von der Rakelkante
(22).
4. Tampondruck-Farbbecher nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet
daß der mindestens eine Magnet (10) ein Dauermagnet ist.
5. Tampondruck-Farbbecher nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Becherwand (2) aus einem nicht-magnetisierbaren Material besteht.
6. Tampondruck-Farbbecher nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Becherwand (2) mindestens ein magnetisierbares, den mindestens einen Magneten
(10) magnetisch anziehendes Element (42) befestigt ist, welches den mindestens einen
Magneten (10) relativ zur Becherwand (2) in seiner auf Höhenabstand angeordneten Position
auch dann hält, wenn der Farbbecher auf den Kopf gestellt wird.
7. Tampondruck-Farbbecher nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Überströmkanäle (44) zwischen der Becherwand (2) und dem auf der Innenseite der Becherwand
angeordneten Magnethaltering (8) gebildet sind, die sich von der Unterseite (20) zur
Oberseite (16) des Magnethalteringes (8) erstrecken, so daß von der Innenseite der
Rakelkante (22) Farbe durch die Überströmkanäle (44) von der Unterseite (20) zur Oberseite
(16) des Magnethalteringes (8) strömen kann durch den Staudruck in der Farbe beim
Rakelvorgang.
8. Tampondruck-Farbbecher nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rakelkante (22) ein an der Becherwand (2) austauschbar befestigbares Teil ist.