[0001] Die Erfindung betrifft einen Mehrweg-Trinkbecher aus Polycarbonat (PC), der einen
Aufdruck aufweist.
[0002] Trinkbecher aus Polycarbonat (PC) sind bekannt. Die Verwendung von PC für einen Trinkbecher
weist die Vorteile auf, daß ein solcher Trinkbecher aufgrund der Waschlaugenstabilität
und Lebensmittelechtheit von PC problemlos auswaschbar und wiederverwendbar ist, lediglich
die begrenzte Wasserdampffestigkeit des PC beschränkt die Verwendungsdauer des Bechers.
Weiters sind solche Trinkbecher praktisch unzerbrechlich, so daß bei größeren Veranstaltungen
ein Verletzungsrisiko durch zerbrochene Trinkbecher ausgeschlossen werden kann. Weiters
besitzt ein Becher aus PC ein glasklares und somit ansprechendes Aussehen.
[0003] Als Identifizierungsmerkmal (beispielsweise wenn bei einer größeren Veranstaltung
unterschiedliche Anbieter Getränke in solchen Bechern ausgeben und für die Becher
ein Pfand zurückbehalten) oder um diese Trinkbecher als Werbeträger zu verwenden,
kann die Anbringung eines Aufdrucks auf einen solchen Becher vorgesehen sein.
[0004] Bekannt ist es, auf Kunststoffgefäße Siebdrucke aufzubringen. Der Aufdruck auf ein
fertiggestelltes Kunststoffgefäß ist hinsichtlich der maschinellen Handhabung solcher
Kunststoffgefäße aber relativ aufwendig. Weiters sind auch die Gestaltungsmöglichkeiten
eingeschränkt, insbesondere hinsichtlich der Auflösung des Drucks und hinsichtlich
der Anzahl und der Brillanz der Farben.
[0005] Bekannt sind weiters Gefäße aus Polypropylen (PP). Beispielsweise werden solche Gefäße
als Eimer oder als Eisbecher eingesetzt. Vorteilhaft ist hier der günstigere Materialpreis.
Allerdings sind diese Gefäße optisch weniger ansprechend (nicht glasklar, sondern
opak). Um solche bekannten Gefäße aus PP mit einem Aufdruck zu versehen, wurde bereits
vorgeschlagen, an der Außenseite eines solchen Gefäßes eine bedruckte PP-Folie anzubringen,
indem diese PP-Folie bei der Herstellung des Gefäßes durch Hinterspritzen mit dem
Gefäß verbunden wird. Beim Hinterspritzen wird zunächst eine Folie in die Kavität
eingelegt, die beispielsweise durch elektrische Aufladung an der inneren Wandung der
Kavität festgelegt wird. In der Folge wird Kunststoff in die Kavität eingespritzt.
[0006] Aus der JP 61259946 A ist weiters ein hitzebeständiges Behältnis bekannt, das hauptsächlich
aus PET besteht. Um die Deformationstemperatur bei Hitzeeinwirkung zu erhöhen besteht
der Hals des Behältnisses aus einer mittleren Lage eines hitzebeständigen Kunststoffes,
wie beispielsweise PC. An diese mittlere Lage schließen außen und innen aus PET bestehende
Lagen an.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, einen verbesserten bedruckten Mehrwegtrinkbecher aus
Polycarbonat bereitzustellen, wobei insbesondere der Aufdruck eine höhere Qualität
aufweist und eine einfache Anbringung des Aufdrucks ermöglicht wird. Erfindungsgemäß
gelingt dies dadurch, daß die Außenseite der Wandung des Trinkbechers zumindest über
einen Teil ihrer Oberfläche mit einer bei der Herstellung des Trinkbechers durch Hinterspritzen
aufgebrachten, bedruckten Folie aus PET versehen ist.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Verwendung einer PET-Folie verbindet sich diese beim Hinterspritzen
ausgezeichnet mit dem eingespritzten Polycarbonat, welches das Grundmaterial des Trinkbechers
bildet. Eine PET-Folie eignet sich weiters in sehr guter Weise zum Aufbringen eines
Aufdrucks und ist auch ausreichend waschlaugenstabil.
[0009] Durch die Anbringung der PET-Folie an der Außenseite des Trinkbechers tritt weiters
der folgende überraschende Effekt auf: Die PC-Becher, die maschinell entformt und
gestapelt werden, sind unmittelbar nach ihrer Entformung sehr leicht zerkratzbar.
Allein durch das Stapeln können bereits unschöne Kratzer an der äußeren Mantelfläche
des Bechers entstehen. Durch das Anbringen der PET-Folie wird dieses Verkratzen des
Trinkbechers unmittelbar nach dessen Entformung zuverlässig verhindert. Ebenfalls
wird die Wasserdampfbeständigkeit erhöht, sodaß durch die beschränkte Wasserdampffestigkeit
von PC nach mehrmaligem Auskochen üblicherweise auftretende Risse verhindert bzw.
verringert werden.
[0010] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden im folgenden anhand der beiliegenden
Zeichnung erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Bechers und
- Fig. 2
- einen schematischen Querschnitt entlang der Linie A-A von Fig. 1 durch einen Teil
des Trinkbechers.
Der aus PC (Polycarbonat) als Grundmaterial bestehende Trinkbecher, der ein glasklares
Aussehen besitzt, wird vom Boden 1 und einer umfangsgeschlossenen, im Querschnitt
kreisrunden Wandung 2 gebildet. An der Außenseite der Wandung 2 ist eine Folie 3 aus
PET (Polyethylenterephthalat) angebracht, die mit einem Aufdruck 4 versehen ist.
[0011] Zur Herstellung des Bechers wird zunächst der Aufdruck 4 auf die PET-Folie aufgebracht.
Anschließend wird die bedruckte PET-Folie in die Kavität eines Spritzgußwerkzeuges
eingelegt und elektrostatisch an der inneren Wandung der Kavität gehalten. Der PC-Kunststoff
wird eingespritzt, wobei sich die PET-Folie mit dem PC verbindet. Anschließend kann
der Trinkbecher entformt werden.
[0012] Bevorzugterweise umgibt die PET-Folie 3 die Wandung 2 vollständig. In Fig. 1 ist
der Stoß, an dem die beiden Enden der Folie 3 aneinander angrenzen, schematisch durch
die Linie 5 dargestellt. Um die Aufbringung der Folie 3 auf die Wandung 2 in Fig.
1 deutlicher erkennbar zu machen, erstreckt sich bei dem in Fig. 1 dargestellten Becher
die Folie 3 nur über einen Teil der Höhe der Wandung. Bevorzugt ist jedoch eine Ausführungsform,
bei der die Folie 3 die Wandung des Trinkbechers im wesentlichen über ihre gesamte
Höhe umgibt. Die Dicke der Folie 3 liegt bevorzugterweise im Bereich zwischen 40 und
80 µm, besonders bevorzugt sind 50 µm.
[0013] Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist die PET-Folie 3 beim gezeigten Ausführungsbeispiel
auf ihrer Außenseite bedruckt. In diesem Fall muß eine lebensmittelechte Druckfarbe
verwendet werden. In einem anderen Ausführungsbeispiel könnte der Aufdruck 4 auch
auf der Innenseite der Folie aufgebracht sein (mittels eines spiegelverkehrten Konterdruckverfahrens).
Es könnte in diesem Fall auch nicht lebensmittelechte Farbe verwendet werden und der
Aufdruck wäre gegen Beschädigungen geschützt.
[0014] Falls der Aufdruck, wie im gezeigten Ausführungsbeispiel dargestellt, auf der Außenseite
der Folie 3 aufgebracht ist, kann zum Schutz des Aufdrucks 4 eine diesen überdeckende
Lackschicht vorgesehen sein.
Legende zu den Hinweisziffern:
[0015]
- 1
- Boden
- 2
- Wandung
- 3
- Folie
- 4
- Aufdruck
- 5
- Linie
1. Mehrweg-Trinkbecher aus Polycarbonat (PC), der einen Aufdruck aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenseite der Wandung (2) des Trinkbechers zumindest über einen Teil ihrer Oberfläche
mit einer bei der Herstellung des Trinkbechers durch Hinterspritzen aufgebrachten,
bedruckten Folie (3) aus PET versehen ist.
2. Trinkbecher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie (3) die Wandung (2) zumindest über einen Teil der Höhe der Wandung (2)
im wesentlichen um ihren gesamten Umfang umgibt.
3. Trinkbecher nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie (3) die Wandung (2) des Trinkbechers im wesentlichen über die gesamte Höhe
der Wandung (2) umgibt.
4. Trinkbecher nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie (3) an ihrer Innenseite bedruckt ist.
5. Trinkbecher nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Folie in einem Bereich zwischen 40 µm und 80 µm, vorzugsweise bei etwa
50 µm, liegt.
6. Verfahren zur Herstellung eines Mehrweg-Trinkbechers aus Polycarbonat (PC), der einen
Aufdruck aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß ein mit dem Aufdruck versehene Folie (3) aus PET in die Kavität eines Spritzgußwerkzeuges
eingelegt wird und in der Folge PC-Kunststoff eingespritzt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die PET-Folie (3) elektrostatisch an der inneren Wandung der Kavität gehalten wird.