(19)
(11) EP 1 162 148 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.12.2001  Patentblatt  2001/50

(21) Anmeldenummer: 01112651.3

(22) Anmeldetag:  25.05.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7: B65D 1/26, A47G 19/22
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 06.06.2000 AT 9852000

(71) Anmelder: FRIES PLANUNGS- UND MARKETINGGESELLSCHAFT m.b.H.
6832 Sulz (AT)

(72) Erfinder:
  • David, Erne, Dipl.-Ing.
    6800 Feldkirch (AT)

(74) Vertreter: Hefel, Herbert, Dipl.-Ing. et al
Egelseestrasse 65a Postfach 61
6800 Feldkirch
6800 Feldkirch (AT)

   


(54) Mehrweg-Trinkbecher


(57) Bei einem Mehrweg-Trinkbecher aus Polycarbonat (PC), der einen Aufdruck aufweist, ist die Außenseite der Wandung (2) des Trinkbechers zumindest über einen Teil ihrer Oberfläche mit einer bei der Herstellung des Trinkbechers durch Hinterspritzen aufgebrachten, bedruckten Folie (3) aus PET versehen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Mehrweg-Trinkbecher aus Polycarbonat (PC), der einen Aufdruck aufweist.

[0002] Trinkbecher aus Polycarbonat (PC) sind bekannt. Die Verwendung von PC für einen Trinkbecher weist die Vorteile auf, daß ein solcher Trinkbecher aufgrund der Waschlaugenstabilität und Lebensmittelechtheit von PC problemlos auswaschbar und wiederverwendbar ist, lediglich die begrenzte Wasserdampffestigkeit des PC beschränkt die Verwendungsdauer des Bechers. Weiters sind solche Trinkbecher praktisch unzerbrechlich, so daß bei größeren Veranstaltungen ein Verletzungsrisiko durch zerbrochene Trinkbecher ausgeschlossen werden kann. Weiters besitzt ein Becher aus PC ein glasklares und somit ansprechendes Aussehen.

[0003] Als Identifizierungsmerkmal (beispielsweise wenn bei einer größeren Veranstaltung unterschiedliche Anbieter Getränke in solchen Bechern ausgeben und für die Becher ein Pfand zurückbehalten) oder um diese Trinkbecher als Werbeträger zu verwenden, kann die Anbringung eines Aufdrucks auf einen solchen Becher vorgesehen sein.

[0004] Bekannt ist es, auf Kunststoffgefäße Siebdrucke aufzubringen. Der Aufdruck auf ein fertiggestelltes Kunststoffgefäß ist hinsichtlich der maschinellen Handhabung solcher Kunststoffgefäße aber relativ aufwendig. Weiters sind auch die Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt, insbesondere hinsichtlich der Auflösung des Drucks und hinsichtlich der Anzahl und der Brillanz der Farben.

[0005] Bekannt sind weiters Gefäße aus Polypropylen (PP). Beispielsweise werden solche Gefäße als Eimer oder als Eisbecher eingesetzt. Vorteilhaft ist hier der günstigere Materialpreis. Allerdings sind diese Gefäße optisch weniger ansprechend (nicht glasklar, sondern opak). Um solche bekannten Gefäße aus PP mit einem Aufdruck zu versehen, wurde bereits vorgeschlagen, an der Außenseite eines solchen Gefäßes eine bedruckte PP-Folie anzubringen, indem diese PP-Folie bei der Herstellung des Gefäßes durch Hinterspritzen mit dem Gefäß verbunden wird. Beim Hinterspritzen wird zunächst eine Folie in die Kavität eingelegt, die beispielsweise durch elektrische Aufladung an der inneren Wandung der Kavität festgelegt wird. In der Folge wird Kunststoff in die Kavität eingespritzt.

[0006] Aus der JP 61259946 A ist weiters ein hitzebeständiges Behältnis bekannt, das hauptsächlich aus PET besteht. Um die Deformationstemperatur bei Hitzeeinwirkung zu erhöhen besteht der Hals des Behältnisses aus einer mittleren Lage eines hitzebeständigen Kunststoffes, wie beispielsweise PC. An diese mittlere Lage schließen außen und innen aus PET bestehende Lagen an.

[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, einen verbesserten bedruckten Mehrwegtrinkbecher aus Polycarbonat bereitzustellen, wobei insbesondere der Aufdruck eine höhere Qualität aufweist und eine einfache Anbringung des Aufdrucks ermöglicht wird. Erfindungsgemäß gelingt dies dadurch, daß die Außenseite der Wandung des Trinkbechers zumindest über einen Teil ihrer Oberfläche mit einer bei der Herstellung des Trinkbechers durch Hinterspritzen aufgebrachten, bedruckten Folie aus PET versehen ist.

[0008] Bei der erfindungsgemäßen Verwendung einer PET-Folie verbindet sich diese beim Hinterspritzen ausgezeichnet mit dem eingespritzten Polycarbonat, welches das Grundmaterial des Trinkbechers bildet. Eine PET-Folie eignet sich weiters in sehr guter Weise zum Aufbringen eines Aufdrucks und ist auch ausreichend waschlaugenstabil.

[0009] Durch die Anbringung der PET-Folie an der Außenseite des Trinkbechers tritt weiters der folgende überraschende Effekt auf: Die PC-Becher, die maschinell entformt und gestapelt werden, sind unmittelbar nach ihrer Entformung sehr leicht zerkratzbar. Allein durch das Stapeln können bereits unschöne Kratzer an der äußeren Mantelfläche des Bechers entstehen. Durch das Anbringen der PET-Folie wird dieses Verkratzen des Trinkbechers unmittelbar nach dessen Entformung zuverlässig verhindert. Ebenfalls wird die Wasserdampfbeständigkeit erhöht, sodaß durch die beschränkte Wasserdampffestigkeit von PC nach mehrmaligem Auskochen üblicherweise auftretende Risse verhindert bzw. verringert werden.

[0010] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden im folgenden anhand der beiliegenden Zeichnung erläutert. In dieser zeigen:
Fig. 1
eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Bechers und
Fig. 2
einen schematischen Querschnitt entlang der Linie A-A von Fig. 1 durch einen Teil des Trinkbechers.
Der aus PC (Polycarbonat) als Grundmaterial bestehende Trinkbecher, der ein glasklares Aussehen besitzt, wird vom Boden 1 und einer umfangsgeschlossenen, im Querschnitt kreisrunden Wandung 2 gebildet. An der Außenseite der Wandung 2 ist eine Folie 3 aus PET (Polyethylenterephthalat) angebracht, die mit einem Aufdruck 4 versehen ist.

[0011] Zur Herstellung des Bechers wird zunächst der Aufdruck 4 auf die PET-Folie aufgebracht. Anschließend wird die bedruckte PET-Folie in die Kavität eines Spritzgußwerkzeuges eingelegt und elektrostatisch an der inneren Wandung der Kavität gehalten. Der PC-Kunststoff wird eingespritzt, wobei sich die PET-Folie mit dem PC verbindet. Anschließend kann der Trinkbecher entformt werden.

[0012] Bevorzugterweise umgibt die PET-Folie 3 die Wandung 2 vollständig. In Fig. 1 ist der Stoß, an dem die beiden Enden der Folie 3 aneinander angrenzen, schematisch durch die Linie 5 dargestellt. Um die Aufbringung der Folie 3 auf die Wandung 2 in Fig. 1 deutlicher erkennbar zu machen, erstreckt sich bei dem in Fig. 1 dargestellten Becher die Folie 3 nur über einen Teil der Höhe der Wandung. Bevorzugt ist jedoch eine Ausführungsform, bei der die Folie 3 die Wandung des Trinkbechers im wesentlichen über ihre gesamte Höhe umgibt. Die Dicke der Folie 3 liegt bevorzugterweise im Bereich zwischen 40 und 80 µm, besonders bevorzugt sind 50 µm.

[0013] Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist die PET-Folie 3 beim gezeigten Ausführungsbeispiel auf ihrer Außenseite bedruckt. In diesem Fall muß eine lebensmittelechte Druckfarbe verwendet werden. In einem anderen Ausführungsbeispiel könnte der Aufdruck 4 auch auf der Innenseite der Folie aufgebracht sein (mittels eines spiegelverkehrten Konterdruckverfahrens). Es könnte in diesem Fall auch nicht lebensmittelechte Farbe verwendet werden und der Aufdruck wäre gegen Beschädigungen geschützt.

[0014] Falls der Aufdruck, wie im gezeigten Ausführungsbeispiel dargestellt, auf der Außenseite der Folie 3 aufgebracht ist, kann zum Schutz des Aufdrucks 4 eine diesen überdeckende Lackschicht vorgesehen sein.

Legende zu den Hinweisziffern:



[0015] 
1
Boden
2
Wandung
3
Folie
4
Aufdruck
5
Linie



Ansprüche

1. Mehrweg-Trinkbecher aus Polycarbonat (PC), der einen Aufdruck aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenseite der Wandung (2) des Trinkbechers zumindest über einen Teil ihrer Oberfläche mit einer bei der Herstellung des Trinkbechers durch Hinterspritzen aufgebrachten, bedruckten Folie (3) aus PET versehen ist.
 
2. Trinkbecher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie (3) die Wandung (2) zumindest über einen Teil der Höhe der Wandung (2) im wesentlichen um ihren gesamten Umfang umgibt.
 
3. Trinkbecher nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie (3) die Wandung (2) des Trinkbechers im wesentlichen über die gesamte Höhe der Wandung (2) umgibt.
 
4. Trinkbecher nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie (3) an ihrer Innenseite bedruckt ist.
 
5. Trinkbecher nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Folie in einem Bereich zwischen 40 µm und 80 µm, vorzugsweise bei etwa 50 µm, liegt.
 
6. Verfahren zur Herstellung eines Mehrweg-Trinkbechers aus Polycarbonat (PC), der einen Aufdruck aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß ein mit dem Aufdruck versehene Folie (3) aus PET in die Kavität eines Spritzgußwerkzeuges eingelegt wird und in der Folge PC-Kunststoff eingespritzt wird.
 
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die PET-Folie (3) elektrostatisch an der inneren Wandung der Kavität gehalten wird.
 




Zeichnung